{"id":9541,"date":"2012-12-06T04:21:49","date_gmt":"2012-12-06T02:21:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9541"},"modified":"2012-12-06T04:21:49","modified_gmt":"2012-12-06T02:21:49","slug":"vi-r-37-09-zuflusszeitpunkt-verbilligter-arbeitnehmeraktien-erlangung-der-wirtschaftlichen-verfuegungsmacht-als-tatsachenfeststellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-37-09-zuflusszeitpunkt-verbilligter-arbeitnehmeraktien-erlangung-der-wirtschaftlichen-verfuegungsmacht-als-tatsachenfeststellung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;37\/09 &#8211; Zuflusszeitpunkt verbilligter Arbeitnehmeraktien &#8211; Erlangung der wirtschaftlichen Verf&uuml;gungsmacht als Tatsachenfeststellung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.6.2011, VI R 37\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Zuflusszeitpunkt verbilligter Arbeitnehmeraktien &#8211; Erlangung der wirtschaftlichen Verf&uuml;gungsmacht als Tatsachenfeststellung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Dem Arbeitnehmer flie&szlig;t der geldwerte Vorteil in Form verbilligter Aktien in dem Zeitpunkt zu, in dem er die wirtschaftliche Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die Aktien erlangt.<\/p>\n<p>2. Ein solcher Zufluss liegt nicht vor, solange dem Arbeitnehmer eine Verf&uuml;gung &uuml;ber die Aktien rechtlich unm&ouml;glich ist.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I.  Streitig ist, ob der geldwerte Vorteil aus vom Arbeitgeber verbilligt bezogenen amerikanischen Aktien beim Arbeitnehmer zugeflossen ist, solange diese Aktien weder handelbar, lieferbar noch beleihbar sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erzielte in den Streitjahren (2000, 2001) als Arbeitnehmer der A GmbH (ab 2001 A AG) Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Die A Inc., USA, Muttergesellschaft der Arbeitgeberin des Kl&auml;gers, gew&auml;hrte dem Kl&auml;ger 1997 Optionen auf den Erwerb von Aktien der A Inc. Der Kl&auml;ger erwarb in Aus&uuml;bung der Optionen in den Jahren 2000 und 2001 Aktien, sogenannte &quot;restricted shares&quot; im Sinne von Rule 144 des SEC Act of 1933. Nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) handelte es sich dabei um Aktien, die innerhalb von zwei Jahren weder handelbar noch lieferbar waren und sich auch nicht zur Beleihung eigneten. Nach einer Haltefrist von einem Jahr konnten sie nur unter bestimmten Bedingungen verkauft werden. Eine der Bedingungen war die Einhaltung der Publikationspflichten nach US-Aktienrecht durch die Gesellschaft, die die &quot;restricted shares&quot; ausgegeben hat. Nach einer Sperrfrist von einem weiteren Jahr war ein freier Verkauf m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Arbeitgeberin hatte den Aktienerwerb angesichts der Verf&uuml;gungsbeschr&auml;nkungen lohnsteuerlich nicht erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte dagegen mit ge&auml;nderten und hier streitigen Einkommensteuerbescheiden des Kl&auml;gers und seiner mit ihm zusammen veranlagten Ehefrau, der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers um 5.815 DM sowie um 2.932 DM h&ouml;her an. Beim Kl&auml;ger sei ein geldwerter Vorteil aus der Aus&uuml;bung der Aktienoption als Arbeitslohn bei dessen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zu erfassen, weil der Zufluss des geldwerten Vorteils zu dem Zeitpunkt realisiert sei, zu dem der Kl&auml;ger durch die Aus&uuml;bung der Option die Verf&uuml;gungsmacht an den Aktien erlangt habe. Die Verf&uuml;gungsbeschr&auml;nkungen w&uuml;rden dabei den geldwerten Vorteil nicht mindern, weil die Aktien zwar erst nach einer Haltefrist von zwei Jahren frei verf&uuml;gbar seien, aber die Nutzungen gezogen werden d&uuml;rften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die dagegen erhobene Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden 2010, 38 abgewiesen. Der Kl&auml;ger habe in den Streitjahren durch die verbilligte Aktien&uuml;berlassung Lohneink&uuml;nfte erzielt; die Eink&uuml;nfte in Form der Aktien seien insbesondere auch zugeflossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung formellen und materiellen Rechts. Der Kl&auml;ger habe zwar die Aktien erworben, jedoch angesichts der diesen immanenten dinglichen Verf&uuml;gungsbeschr&auml;nkungen nicht die wirtschaftliche Verf&uuml;gungsmacht dar&uuml;ber. Zufluss im Sinne des Einkommensteuergesetzes (EStG) erfordere, dass der Leistungsempf&auml;nger die wirtschaftliche Verf&uuml;gungsmacht (Dispositionsbefugnis) dar&uuml;ber erlange.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des Th&uuml;ringer FG vom 14. Januar 2009 III 922\/03 sowie die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2000 und 2001 jeweils vom 4. April 2003 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 28. Juli 2003 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;ger ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der nicht spruchreifen Sache an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Soweit das FG den Zufluss des Vorteils in Form von Aktien beim Kl&auml;ger angenommen hat, tragen die dazu getroffenen Feststellungen des FG diese Entscheidung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu den Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geh&ouml;ren nach &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 EStG auch vom Arbeitgeber f&uuml;r die Besch&auml;ftigung verbilligt &uuml;berlassene Aktien. Dies setzt allerdings voraus, dass der Vorteil in Form von Aktien auch zugeflossen ist (&sect; 11 Abs. 1 Satz 1 EStG). Denn nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) f&uuml;hrt allein das Innehaben von Anspr&uuml;chen oder Rechten den Zufluss von Einnahmen regelm&auml;&szlig;ig noch nicht herbei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Vorteil ist mit der Verschaffung der wirtschaftlichen Verf&uuml;gungsmacht dar&uuml;ber zugeflossen. Bei einem Aktienerwerb ist das der Zeitpunkt, zu dem der Anspruch auf Verschaffung der wirtschaftlichen Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die Aktien erf&uuml;llt wird (zuletzt BFH-Urteile vom 11. Februar 2010 VI R 47\/08, BFH\/NV 2010, 1094; vom 30. September 2008 VI R 67\/05, BFHE 223, 98, BStBl II 2009, 282; vom 5. Juli 2007 VI R 47\/02, BFH\/NV 2007, 1876; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Einem solchen Zufluss im vorgenannten Sinne steht nicht entgegen, dass der Arbeitnehmer aufgrund einer Sperr- bzw. Haltefrist die Aktien f&uuml;r eine bestimmte Zeit nicht ver&auml;u&szlig;ern kann. Der Erwerber der Aktien ist rechtlich und wirtschaftlich bereits dann Inhaber der Aktie, wenn sie auf ihn &uuml;bertragen oder auf seinen Namen im Depot einer Bank hinterlegt wird. Denn eine obligatorische Ver&auml;u&szlig;erungssperre hindert den Erwerber von Aktien nicht, sie zu ver&auml;u&szlig;ern. Die Ver&auml;u&szlig;erung ist rechtlich m&ouml;glich, wenngleich sie auch Sanktionen ausl&ouml;sen kann. Aufgrund des im Aktienrecht geltenden Grundsatzes der freien &Uuml;bertragbarkeit der Aktie (&sect; 68 des Aktiengesetzes &#8211;AktG&#8211;) ist jede Einschr&auml;nkung, die &uuml;ber eine schuldrechtliche Wirkung hinausgeht, grunds&auml;tzlich unwirksam (Senatsurteil in BFHE 223, 98, BStBl II 2009, 282).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dieser Grundsatz gilt jedoch nicht uneingeschr&auml;nkt. Aktien, auch Namensaktien, k&ouml;nnen durch formlose Abtretungsvereinbarung gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 398, 413 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &uuml;bertragen werden. Rechtsprechung und Literatur zum Aktienrecht gehen insoweit einheitlich davon aus, dass die dingliche Wirksamkeit der Abtretung nicht an eine bestimmte Form gebunden werden kann, weil darin eine unzul&auml;ssige Erschwerung der freien &Uuml;bertragbarkeit der Aktien liege (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 20. September 2004 II ZR 288\/02, BGHZ 160, 253, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anderes gilt unter den Voraussetzungen einer m&ouml;glichen Vinkulierung gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 68 Abs. 2, 180 Abs. 2 AktG (vgl. BGH-Urteil in BGHZ 160, 253). Denn wenn die &Uuml;bertragung der Aktien in ihrer Wirksamkeit nach &sect; 68 Abs. 2 AktG von der Zustimmung der Gesellschaft abh&auml;ngig ist, sind die verf&uuml;genden Rechtsgesch&auml;fte nur mit Zustimmung der Gesellschaft wirksam. Hat die Gesellschaft in die &Uuml;bertragung eingewilligt, ist die &Uuml;bertragung von Anfang an wirksam; ohne Zustimmung ist die Aktien&uuml;bertragung zun&auml;chst schwebend unwirksam. Wird aber die Einwilligung verweigert, ist die &Uuml;bertragung von vornherein unwirksam (h.M., vgl. Lutter\/Drygala in KK-AktG, 3. Aufl., &sect; 68 Rz 93 ff.; M&uuml;nchKommAktG, Bayer, 3. Aufl., &sect; 68 Rz 96 ff.; Bezzenberger, in: K. Schmidt\/Lutter, Aktiengesetz, 2. Aufl., &sect; 68 Rz 23; H&uuml;ffer, Aktiengesetz, 9. Aufl., &sect; 68 Rz 16).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese aktienrechtlichen Grunds&auml;tze zieht der Senat auch f&uuml;r lohnsteuerrechtliche Zwecke hinsichtlich der Frage heran, ob ein Arbeitnehmer die wirtschaftliche Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber Aktien erlangt hat. Aktien sind daher nicht zugeflossen, solange dem Arbeitnehmer eine Verf&uuml;gung dar&uuml;ber rechtlich unm&ouml;glich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach Ma&szlig;gabe der vorgenannten Rechtsgrunds&auml;tze h&auml;lt die Vorentscheidung revisionsrechtlicher &Uuml;berpr&uuml;fung nicht stand. Ob ein Steuerpflichtiger im Einzelfall tats&auml;chlich die wirtschaftliche Verf&uuml;gungsmacht erlangt und ausge&uuml;bt hat, ist eine grunds&auml;tzlich dem FG obliegende Frage der Tatsachenfeststellung und -w&uuml;rdigung (vgl. BFH-Urteil vom 30. November 2010 VIII R 40\/08, BFH\/NV 2011, 592). Dabei hat das FG allerdings alle Umst&auml;nde des Einzelfalles zu pr&uuml;fen und in seine W&uuml;rdigung einzubeziehen. Angesichts dessen tragen die im Streitfall vom FG tats&auml;chlich getroffenen Feststellungen nicht dessen W&uuml;rdigung und Entscheidung, dass der Kl&auml;ger bereits die f&uuml;r den Zufluss des Vorteils entscheidungserhebliche wirtschaftliche Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die &quot;restricted shares&quot; im Sinne von Rule 144 des SEC Act of 1933 erlangt hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Feststellung und Auslegung ausl&auml;ndischen Rechts obliegt grunds&auml;tzlich dem FG (vgl. Senatsurteile vom 28. Mai 2009 VI R 27\/06, BFHE 225, 377, BStBl II 2009, 857; vom 15. April 1996 VI R 98\/95, BFHE 180, 509, BStBl II 1996, 478, m.w.N.). Das Revisionsgericht ist an die Feststellungen &uuml;ber Bestehen und Inhalt des ausl&auml;ndischen Rechts wie an tats&auml;chliche Feststellungen gebunden (&sect; 155 FGO i.V.m. &sect;&sect; 549, 562 der Zivilprozessordnung; s.a. BGH-Urteil vom 6. November 1991 XII ZR 240\/90, Neue Juristische Wochenschrift 1992, 438). Das FG hat festgestellt, dass der Kl&auml;ger die dem amerikanischen Aktienrecht unterliegenden, sogenannten &quot;restricted shares&quot; im Sinne von Rule 144 des SEC Act of 1933 in Aus&uuml;bung der ihm einger&auml;umten Aktienoptionen erworben hatte. Das FG hat indessen keine Feststellungen dazu getroffen, in welcher Weise diese Aktien &uuml;bertragen werden, insbesondere, ob das f&uuml;r diese Aktien anwendbare Recht schon eine Inhaberschaft des neuen Aktion&auml;rs in der zweigestuften Bindungsphase der &quot;restricted shares&quot; annimmt. Es fehlen insbesondere Feststellungen dazu, ob der Kl&auml;ger entsprechend der vom deutschen Recht getroffenen Unterscheidung gleichsam lediglich schuldrechtlich verpflichtet ist, die Aktien nicht weiter zu ver&auml;u&szlig;ern, oder ob es ihm auch schlechterdings rechtlich unm&ouml;glich ist, &uuml;ber die Aktien zu verf&uuml;gen. Allein der Umstand, dass innerhalb der zweij&auml;hrigen Behaltefrist die Nutzungen vom Kl&auml;ger gezogen werden d&uuml;rfen, begr&uuml;ndet noch keine rechtlich gesicherte Inhaberschaft. Das zeigt etwa das Rechtsinstitut der Wertpapierleihe, wonach w&auml;hrend der Laufzeit des Leihvertrags die Ertr&auml;ge aus den verliehenen Wertpapieren dem Entleiher zuzurechnen sind (vgl. BFH-Urteil vom 17. Oktober 2001 I R 97\/00, BFHE 197, 63, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Teilweise werden solche &quot;restricted shares&quot; als geeignet angesehen, als variable Verg&uuml;tungsbestandteile eingesetzt zu werden, um die Auszahlung der Verg&uuml;tung zeitlich zu strecken. Dabei geht man offensichtlich davon aus, dass die &quot;restricted shares&quot; erst nach mehrj&auml;hriger Wartezeit in einen Geldbetrag zum dann g&uuml;ltigen Aktienkurs einl&ouml;sbar sind (Seibt, in: K. Schmidt\/Lutter, a.a.O., &sect; 87 Rz 12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auf Grundlage dieser Feststellungen ist die W&uuml;rdigung des FG, dass der Kl&auml;ger in den streitigen Veranlagungszeitr&auml;umen jedenfalls einen Anspruch auf die Aktien erlangt hatte, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Dies allein begr&uuml;ndet allerdings noch keinen Zufluss der Aktien selbst. Denn diese Feststellungen sind jedenfalls noch keine hinreichende Grundlage f&uuml;r die W&uuml;rdigung, dass der Kl&auml;ger auch die wirtschaftliche Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die Aktien erlangt hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem FG ist darin zu folgen, dass es in Bezug auf die Verf&uuml;gungsbeschr&auml;nkungen grunds&auml;tzlich keinen Unterschied macht, ob diese auf Gesetz oder Vertrag, insbesondere Gesellschaftsvertrag, beruhen. Entscheidend ist allerdings, ob die Verf&uuml;gungsbeschr&auml;nkungen lediglich schuldrechtlicher Natur sind oder ob sie, wie etwa im deutschen Aktienrecht bei vinkulierten Namensaktien, unmittelbar die Wirksamkeit der &Uuml;bertragung selbst bestimmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Angesichts dessen kann sich das FG zur weiteren Begr&uuml;ndung seiner Auffassung, dass der Kl&auml;ger die wirtschaftliche Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die Aktien erlangt habe, auch nicht darauf st&uuml;tzen, dass solche &quot;restricted shares&quot; teilweise als vinkulierte Aktien verstanden werden. Denn zum einen besagen die Rechtsgrunds&auml;tze des deutschen Aktienrechts zur Vinkulierung von Aktien nichts zur Frage der Wirksamkeit der &Uuml;bertragung amerikanischer Aktien. Zum anderen w&auml;re selbst in Anwendung dieser dem deutschen Aktienrecht entnommenen Grunds&auml;tze die &Uuml;bertragung der Aktien jedenfalls solange schwebend unwirksam, als nicht die Zustimmung der Gesellschaft vorl&auml;ge. Schlie&szlig;lich ist auch nichts dazu festgestellt, ob und welche Erkl&auml;rungen die Muttergesellschaft der Arbeitgeberin des Kl&auml;gers in Bezug auf die &Uuml;bertragung der Aktien abgegeben hatte, noch abgeben muss und welche Rechtswirkungen diesen zukommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG wird nach Ma&szlig;gabe der vorstehenden Rechtsgrunds&auml;tze die erforderlichen Feststellungen im zweiten Rechtsgang nachzuholen haben. Dabei wird insbesondere festzustellen sein, nach welchen Rechtsgrunds&auml;tzen die streitigen Aktien &uuml;bertragen werden sowie welche Rechtsstellung der Kl&auml;ger in Bezug auf die Aktien mit der Optionsaus&uuml;bung erlangt hatte, um w&uuml;rdigen zu k&ouml;nnen, ob der Kl&auml;ger ab dem Zeitpunkt der Optionsaus&uuml;bung die Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die streitigen Aktien innehatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Angesichts dessen muss der Senat nicht entscheiden, ob dem FG der von der Revision ger&uuml;gte Verfahrensfehler der mangelhaften Sachaufkl&auml;rung unterlaufen ist (Senatsurteil vom 11. Februar 2010 VI R 65\/08, BFHE 228, 421, BStBl II 2010, 628, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.6.2011, VI R 37\/09 Zuflusszeitpunkt verbilligter Arbeitnehmeraktien &#8211; Erlangung der wirtschaftlichen Verf&uuml;gungsmacht als Tatsachenfeststellung Leits&auml;tze 1. Dem Arbeitnehmer flie&szlig;t der geldwerte Vorteil in Form verbilligter Aktien in dem Zeitpunkt zu, in dem er die wirtschaftliche Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber die Aktien erlangt. 2. 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