{"id":9563,"date":"2012-12-06T04:21:56","date_gmt":"2012-12-06T02:21:56","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9563"},"modified":"2012-12-06T04:21:56","modified_gmt":"2012-12-06T02:21:56","slug":"vi-r-80-10-arbeitslohn-im-zusammenhang-mit-der-veraeusserung-von-gmbh-anteilen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-80-10-arbeitslohn-im-zusammenhang-mit-der-veraeusserung-von-gmbh-anteilen\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;80\/10 &#8211; Arbeitslohn im Zusammenhang mit der Ver&auml;u&szlig;erung von GmbH-Anteilen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.6.2011, VI R 80\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Arbeitslohn im Zusammenhang mit der Ver&auml;u&szlig;erung von GmbH-Anteilen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Vorteile werden &quot;f&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung gew&auml;hrt, wenn sie durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis des Arbeitnehmers veranlasst sind.<\/p>\n<p>2. Das ist der Fall, wenn der Vorteil mit R&uuml;cksicht auf das Dienstverh&auml;ltnis einger&auml;umt wird und sich die Leistung im weitesten Sinne als Gegenleistung f&uuml;r das Zurverf&uuml;gungstellen der individuellen Arbeitskraft des Arbeitnehmers erweist; nicht aber wenn der Vorteil Entgelt f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung eines Wirtschaftsgutes ist.<\/p>\n<p>3. Ob ein Leistungsaustausch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit oder aufgrund einer Sonderrechtsbeziehung einer anderen Einkunftsart oder dem nichtsteuerbaren Bereich zuzurechnen ist, ist nach dem wirtschaftlichen Gehalt des zu beurteilenden Lebenssachverhaltes und nicht nach seiner &auml;u&szlig;eren Erscheinungsform zu w&uuml;rdigen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Aus&uuml;bung von Optionen auf den Erwerb von Aktien, die im Zusammenhang mit der Ver&auml;u&szlig;erung von GmbH-Anteilen in einem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrervertrag einger&auml;umt worden sind, zu Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war im Streitjahr (1998) verheiratet und wurde mit seiner Ehefrau zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Mit notariellem Vertrag vom 23. Dezember 1997 verkauften die Eheleute ihre Beteiligungen an der X-GmbH und der Q-GmbH f&uuml;r insgesamt 7.752.756 US-Dollar an die P-GmbH (heute: A-GmbH), eine Tochtergesellschaft der C-Corporation mit Sitz in den USA. Der Kl&auml;ger war am Stammkapital der X-GmbH von 100.000 DM zu 98 % und am Stammkapital der Q-GmbH von 100.000 DM zu 90 % beteiligt. Die &uuml;brigen Anteile hielt seine Ehefrau. Zugleich schlossen der Kl&auml;ger und die P-GmbH und die C-Corporation einen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrervertrag. &sect; 3 dieses Vertrages lautet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Herr X erh&auml;lt als Verg&uuml;tung f&uuml;r seine T&auml;tigkeit ein monatliches Gehalt von DM 19.000 brutto &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Zus&auml;tzlich nimmt Herr X an dem Y management incentive program teil und zwar in dem Umfang, in dem die anderen Mitglieder der zweith&ouml;chsten F&uuml;hrungsebene der C-Corporation an diesem Bonus-Programm teilnehmen &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Dar&uuml;ber hinaus wird Herrn X von der C-Corporation &#8230; hiermit die Option einger&auml;umt, 15.000 Aktien an dieser zu dem Preis zu erwerben, welcher der letzten B&ouml;rsennotierung dieser Aktien an der NASDAQ-B&ouml;rse vor Unterzeichnung dieses Vertrages entspricht. Herr X hat diese Option binnen f&uuml;nf Jahren nach Abschluss dieses Vertrages durch einfache Anzeige per Post oder per Fax geltend zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Mit vorstehender Verg&uuml;tung ist die gesamte T&auml;tigkeit des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers abgegolten &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der B&ouml;rsenkurs der Aktien notierte am 23. Dezember 1997 bei 22,50 US-Dollar je Aktie, d.h. 15 000 St&uuml;ck x 22,50 US-Dollar = 337.500 US-Dollar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrervertrag wurde mit Vereinbarung vom 30. Januar 1998 in gegenseitigem Einvernehmen aus betriebsbedingten Gr&uuml;nden mit Wirkung zum 1. April 1998 aufgehoben. Der Kl&auml;ger erhielt zum Ausgleich f&uuml;r den Verlust des Arbeitsplatzes eine Abfindung. Au&szlig;erdem war vereinbart, dass die Aktienoption unber&uuml;hrt bleibt. Der Kl&auml;ger machte von seinem Optionsrecht nach &sect; 3 Abs. 3 des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrervertrages vom 23. Dezember 1997 am 12. Juli 1998 schriftlich Gebrauch. Die Aktien sind am 26. November 1998 in ein Bankdepot des Kl&auml;gers &#8211;gegen Zahlung von 337.500 US-Dollar&#8211; eingebucht worden. Ihr B&ouml;rsenwert betrug an diesem Tag 933.750 US-Dollar. Bei Einbuchung der Aktien in das Depot fielen Bankgeb&uuml;hren in H&ouml;he von 268 US-Dollar an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und seine Ehefrau wurden im Streitjahr 1998 zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;, aber unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung veranlagt. Aufgrund einer Au&szlig;enpr&uuml;fung beim Kl&auml;ger &auml;nderte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die angefochtene Einkommensteuerfestsetzung 1998 und erh&ouml;hte den Arbeitslohn des Kl&auml;gers wegen des geldwerten Vorteils aus der Aus&uuml;bung des Aktienoptionsrechts um 1.007.664 DM. Der hiergegen eingelegte Einspruch des Kl&auml;gers ist mit Teileinspruchsentscheidung vom 21. Dezember 2007 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen worden. Der Kl&auml;ger brachte insoweit erfolglos vor, dass die in &sect; 3 Abs. 3 des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrervertrages vereinbarte Aktienoption nur zum Schein in diesen Vertrag aufgenommen worden sei. In Wirklichkeit handele es sich hierbei um einen Zuschlag zum Kaufpreis. Dieser sei nur deshalb in den Arbeitsvertrag aufgenommen worden, weil der Erwerber wegen des bereits vollzogenen Genehmigungsprozesses im amerikanischen Mutterkonzern und der verbindlichen Information der NASDAQ-B&ouml;rsenaufsicht einer Erh&ouml;hung des Ver&auml;u&szlig;erungspreises im Kaufvertrag nicht mehr habe zustimmen k&ouml;nnen. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Die Aktienoptionen seien dem Kl&auml;ger im Zusammenhang mit dem Arbeitsverh&auml;ltnis &uuml;berlassen worden. Der geldwerte Vorteil aus der Aus&uuml;bung des Optionsrechts sei deshalb vom FA zu Recht als Arbeitslohn angesetzt worden (Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 49).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung formellen und materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG M&uuml;nster vom 21. April 2010&nbsp;&nbsp;11 K 262\/08 E, F insoweit aufzuheben, als darin die Versteuerung der Aktienoption vom 23. Dezember 1997 im Rahmen der Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit im Jahr 1998 best&auml;tigt wird, und das FA zu verpflichten, die Einkommensteuer 1998 unter Ber&uuml;cksichtigung von Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit von 251.999 DM festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zu Unrecht zu dem Ergebnis gelangt, dass der geldwerte Vorteil aus der Aus&uuml;bung der am 23. Dezember 1997 gew&auml;hrten Aktienoption zu Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit f&uuml;hrt. Denn die getroffenen Feststellungen tragen diese W&uuml;rdigung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu den Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geh&ouml;ren nach &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) alle G&uuml;ter, die in Geld oder Geldeswert bestehen und die dem Arbeitnehmer aus dem Dienstverh&auml;ltnis f&uuml;r das Zurverf&uuml;gungstellen seiner individuellen Arbeitskraft zuflie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Vorteile werden &quot;f&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung gew&auml;hrt, wenn sie durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis des Arbeitnehmers veranlasst sind. Das ist der Fall, wenn der Vorteil mit R&uuml;cksicht auf das Dienstverh&auml;ltnis einger&auml;umt wird und sich die Leistung im weitesten Sinne als Gegenleistung f&uuml;r das Zurverf&uuml;gungstellen der individuellen Arbeitskraft des Arbeitnehmers erweist (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20. Mai 2010 VI R 12\/08, BFHE 230, 136, BStBl II 2010, 1069, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Kein Arbeitslohn liegt allerdings u.a. vor, wenn die Zuwendung wegen anderer Rechtsbeziehungen oder wegen sonstiger, nicht auf dem Dienstverh&auml;ltnis beruhender Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gew&auml;hrt wird (BFH-Urteile vom 22. M&auml;rz 1985 VI R 170\/82, BFHE 143, 544, BStBl II 1985, 529; vom 17. Juni 2009 VI R 69\/06, BFHE 226, 47, BStBl II 2010, 69; vom 1. Februar 2007 VI R 72\/05, BFH\/NV 2007, 898; in BFHE 230, 136, BStBl II 2010, 1069; jeweils m.w.N.; Schneider, Der Betrieb 2006, Beilage Nr. 6, 51 ff.). Als derartige Zuwendungen auf Grund von Sonderrechtsbeziehungen kommen insbesondere die Ver&auml;u&szlig;erung und die entgeltliche (zeitlich befristete) Nutzungs&uuml;berlassung von Sachen oder Rechten in Betracht (BFH-Urteil in BFHE 230, 136, BStBl II 2010, 1069).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ob ein Leistungsaustausch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit oder aufgrund einer Sonderrechtsbeziehung einer anderen Einkunftsart oder dem nichtsteuerbaren Bereich zuzurechnen ist, ist aufgrund einer in erster Linie der Tatsacheninstanz obliegenden tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung zu entscheiden (BFH-Urteile vom 20. November 2008 VI R 25\/05, BFHE 223, 419, BStBl II 2009, 382; in BFH\/NV 2007, 898). Zwar ist die finanzrichterliche &Uuml;berzeugungsbildung revisionsrechtlich nur eingeschr&auml;nkt auf Verst&ouml;&szlig;e gegen Denkgesetze und allgemeine Erfahrungss&auml;tze &uuml;berpr&uuml;fbar. Das FG hat jedoch im Einzelnen darzulegen, wie und dass es seine &Uuml;berzeugung in rechtlich zul&auml;ssiger und einwandfreier Weise gewonnen hat (BFH-Beschluss vom 13. M&auml;rz 1997 I B 78\/96, BFH\/NV 1997, 772). Die subjektive Gewissheit des Tatrichters vom Vorliegen eines entscheidungserheblichen Sachverhalts ist nur dann ausreichend und f&uuml;r das Revisionsgericht bindend, wenn sie auf einer logischen, verstandesm&auml;&szlig;ig einsichtigen Beweisw&uuml;rdigung beruht, deren nachvollziehbare Folgerungen den Denkgesetzen entsprechen und von den festgestellten Tatsachen getragen werden. Fehlt es an einer tragf&auml;higen Tatsachengrundlage f&uuml;r die Folgerungen in der tatrichterlichen Entscheidung oder fehlt die nachvollziehbare Ableitung dieser Folgerungen aus den festgestellten Tatsachen und Umst&auml;nden, so liegt ein Versto&szlig; gegen Denkgesetze vor (BFH-Urteil vom 11. November 2010 VI R 16\/09, BFHE 232, 34, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ein solcher Rechtsanwendungsfehler ist vorliegend zu bejahen. Denn der Schluss des FG, dass dem Kl&auml;ger die streitigen Aktienoptionen im Zusammenhang mit seinem Arbeitsverh&auml;ltnis &uuml;berlassen worden sind, wird nicht von entsprechenden Feststellungen getragen. Die Vorinstanz ist vielmehr dem kl&auml;gerischen Vortrag gefolgt und davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger seine Unternehmensanteile nur an die C-Corporation ver&auml;u&szlig;erte, weil diese mit den Aktienoptionen noch &quot;etwas auf den Kaufpreis draufgelegt&quot; habe. Auch hat sich das FG den Vortrag des Kl&auml;gers, dass &quot;die zus&auml;tzliche Geldleistung in Gestalt der Optionen auf die Aktien nur deswegen nicht als Entgelt f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung der Gesellschaftsanteile bezeichnet worden sei, weil die Erwerberin den bereits durch die Aufsichtsgremien in den USA genehmigten Barverkaufspreis nicht habe erh&ouml;hen k&ouml;nnen&quot;, zu eigen gemacht. In einem solchen Fall liegt es nahe, dass der streitige Vorteil nicht als Gegenleistung f&uuml;r das Zurverf&uuml;gungstellen der individuellen Arbeitskraft, sondern als zus&auml;tzlicher Ver&auml;u&szlig;erungspreis gew&auml;hrt worden ist. Dem steht insbesondere nicht entgegen, dass die Aktienoptionen dem Kl&auml;ger in einem Anstellungsvertrag einger&auml;umt und in diesem als T&auml;tigkeitsverg&uuml;tung bezeichnet worden sind. Denn im Einkommensteuerrecht ist der verwirklichte Lebenssachverhalt nach seinem wirtschaftlichen Gehalt und nicht nach seiner &auml;u&szlig;eren Erscheinungsform zu beurteilen. Ausschlaggebend ist nicht das formal Erkl&auml;rte oder formal-rechtlich Vereinbarte, sondern das wirtschaftlich Gewollte und das tats&auml;chlich Bewirkte. Belastbare Feststellungen hierzu hat das FG jedoch nicht getroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Im zweiten Rechtsgang wird das FG Gelegenheit haben, entsprechende Feststellungen nachzuholen und auf deren Grundlage erneut und umfassend zu w&uuml;rdigen, ob die Aktienoptionen und damit letztlich der Vorteil aus der Aus&uuml;bung dieses Rechts durch das Arbeitsverh&auml;ltnis des Kl&auml;gers veranlasst war oder als zus&auml;tzliche, gegebenenfalls nach &sect; 17 EStG i.V.m. &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Abgabenordnung steuerbare Gegenleistung f&uuml;r die ver&auml;u&szlig;erten Unternehmensanteile zu beurteilen ist. Dabei hat es auch die subjektiven Vorstellungen des Arbeitnehmers und insbesondere des Arbeitgebers in den Blick zu nehmen (Schmidt\/Drenseck, EStG, 30. Aufl., &sect; 19 Rz 25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Angesichts dessen braucht der Senat nicht zu entscheiden, ob dem FG die von der Revision ger&uuml;gten Verfahrensfehler unterlaufen sind (Senatsurteil vom 11. Februar 2010 VI R 65\/08, BFHE 228, 421, BStBl II 2010, 628, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 30.6.2011, VI R 80\/10 Arbeitslohn im Zusammenhang mit der Ver&auml;u&szlig;erung von GmbH-Anteilen Leits&auml;tze 1. Vorteile werden &quot;f&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung gew&auml;hrt, wenn sie durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis des Arbeitnehmers veranlasst sind. 2. 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