{"id":9610,"date":"2012-12-06T04:35:48","date_gmt":"2012-12-06T02:35:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9610"},"modified":"2012-12-06T04:35:48","modified_gmt":"2012-12-06T02:35:48","slug":"xi-b-103-10-innergemeinschaftlicher-erwerb-neuer-fahrzeuge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-103-10-innergemeinschaftlicher-erwerb-neuer-fahrzeuge\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;103\/10 &#8211; Innergemeinschaftlicher Erwerb neuer Fahrzeuge"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.6.2011, XI B 103\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Innergemeinschaftlicher Erwerb neuer Fahrzeuge<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) kaufte die Kl&auml;gerin am 3. Dezember 2007 in Belgien ein dort am 4. Juni 2007 erstmals zugelassenes Fahrzeug (Opel Vivaro) mit einem Kilometerstand von 11 400 km f&uuml;r 14.999 EUR. Das Fahrzeug wurde am 3. Dezember 2007 in der Bundesrepublik Deutschland beim Landratsamt A zugelassen. Einige Tage sp&auml;ter zeigte die Kl&auml;gerin dem Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Erwerb des Fahrzeugs in einer Mitteilung &uuml;ber den innergemeinschaftlichen Erwerb eines neuen Kraftfahrzeugs an und gab als den &quot;Tag der Lieferung&quot; den &quot;22.12.2007&quot; an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA setzte mit Bescheid vom 16. Juli 2008 gegen die Kl&auml;gerin Umsatzsteuer in H&ouml;he von (15.000 EUR x 19 % =) 2.850 EUR fest, weil es davon ausging, der Erwerb unterliege der Fahrzeugeinzelbesteuerung nach &sect; 1b des Umsatzsteuergesetzes (UStG). Das FG wies die Klage gegen diesen Bescheid als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision der Kl&auml;gerin kann nicht wegen eines Verfahrensfehlers gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zugelassen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Verfahrensm&auml;ngel im Sinne dieser Vorschrift sind nur Verst&ouml;&szlig;e gegen das Gerichtsverfahrensrecht, die das FG bei der Handhabung seines Verfahrens begeht und die zur Folge haben, dass eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Grundlage f&uuml;r die Entscheidung im Urteil fehlt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 30. November 2010 VI B 100\/10, BFH\/NV 2011, 574, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin macht als Verfahrensfehler geltend, das Urteil des FG sei widerspr&uuml;chlich. Es kann offenbleiben, ob damit &uuml;berhaupt ein Verfahrensfehler i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO ger&uuml;gt wird. Jedenfalls liegt der von der Kl&auml;gerin behauptete Widerspruch nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit das FG auf S. 3 seines Urteils im Tatbestand ausgef&uuml;hrt hat, die Kl&auml;gerin habe gegen&uuml;ber dem FA als Tag der Lieferung den 22. Dezember 2007 angegeben, hat es damit lediglich den entsprechenden Sachverhalt geschildert. Bei seiner Entscheidung ist das FG dagegen davon ausgegangen, der Erwerb habe (bereits) am 3. Dezember 2007 &#8211;und damit innerhalb des f&uuml;r eine Besteuerung nach &sect; 1b UStG f&uuml;r einen innergemeinschaftlichen Erwerb eines neuen Fahrzeuges ma&szlig;geblichen Zeitraums von sechs Monaten&#8211; stattgefunden, da der Kl&auml;gerin an diesem Tag die Verf&uuml;gungsmacht an dem Fahrzeug verschafft worden sei (Urteil, S. 7). Darin liegt kein Widerspruch zur Sachverhaltsschilderung auf S. 3 des Urteils (vgl. auch BFH-Beschluss vom 11. Februar 2011 XI S 1\/11, BFH\/NV 2011, 829, unter 2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin ferner vortr&auml;gt, das FG habe &uuml;bersehen, dass der Kaufvertrag erst am 22. Dezember 2007 abgeschlossen worden sei und erst an diesem Tag die Lieferung erfolgt sei, wendet sie sich im Kern (lediglich) gegen die W&uuml;rdigung des FG, macht aber keinen Verfahrensfehler i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO geltend (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 14. Oktober 2009 IX B 105\/09, BFH\/NV 2010, 443).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Revision kann auch nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO zugelassen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin macht insoweit geltend, das FG habe bei seiner Entscheidung den Zustand des von ihr erworbenen Fahrzeuges rechtsfehlerhaft nicht ber&uuml;cksichtigt. Das Fahrzeug sei Opfer eines massiven Vandalismus geworden und deshalb beim Erwerb kein Neufahrzeug i.S. von &sect; 1b UStG gewesen. Der &#8211;soweit ersichtlich noch nicht entschiedenen&#8211; Frage, ob der Zustand des Fahrzeuges bei der Beurteilung, ob es sich um ein Neufahrzeug i.S. von &sect; 1b UStG handele, zu ber&uuml;cksichtigen sei, komme grunds&auml;tzliche Bedeutung zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Die Rechtsfrage muss kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in dem angestrebten Revisionsverfahren kl&auml;rbar sein (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 24. Juli 2008 VI B 7\/08, BFH\/NV 2008, 1838, m.w.N.). An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es, wenn sich die Antwort auf die streitige Rechtsfrage ohne weiteres aus dem klaren Wortlaut und Sinngehalt des Gesetzes ergibt oder die Rechtsfrage offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das FG getan hat, die Rechtslage also eindeutig ist (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 2. November 1999 I B 163\/98, BFH\/NV 2000, 692; vom 18. Januar 2005 V B 24\/04, nicht ver&ouml;ffentlicht, juris). Allein der Umstand, dass zu der Rechtsfrage noch keine Entscheidung des BFH vorliegt, begr&uuml;ndet noch nicht die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 21. September 2009 VI B 31\/09, BFHE 226, 329, BStBl II 2011, 382).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die von der Kl&auml;gerin aufgeworfene Rechtsfrage hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung und bedarf keiner Kl&auml;rung in dem von ihr angestrebten Revisionsverfahren, weil nach dem klaren Wortlaut des &sect; 1b UStG unerheblich ist, ob ein Fahrzeug besch&auml;digt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 1b Abs. 3 Nr. 1 UStG gilt ein Landfahrzeug als neu, wenn es nicht mehr als 6 000 km zur&uuml;ckgelegt hat oder wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; seine erste Inbetriebnahme im Zeitpunkt des Erwerbs nicht mehr als sechs Monate zur&uuml;ckliegt. Danach ist der Zustand des Fahrzeuges unerheblich. Dasselbe ergibt sich aus Art. 28a Abs. 1 Buchst. b und Abs. 2 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern, auf denen &sect; 1b UStG beruht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit die Kl&auml;gerin in diesem Zusammenhang mit ihrem Vorbringen, das FG habe keinen Gebrauch von der ihm angebotenen Inaugenscheinnahme des zur m&uuml;ndlichen Verhandlung mitgef&uuml;hrten Fahrzeugs gemacht, m&ouml;glicherweise zus&auml;tzlich einen Verfahrensfehler geltend machen will, liegt dieser nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der f&uuml;r die Pr&uuml;fung eines Verfahrensmangels ma&szlig;geblichen &#8211;und wie dargelegt zutreffenden&#8211; materiell-rechtlichen Rechtsauffassung des FG (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 20. Mai 2010 I B 13\/10, BFH\/NV 2010, 1837) kam es auf diese Inaugenscheinnahme nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.6.2011, XI B 103\/10 Innergemeinschaftlicher Erwerb neuer Fahrzeuge Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) hat keinen Erfolg. 2&nbsp; 1. Nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) kaufte die Kl&auml;gerin am 3. Dezember 2007 in Belgien ein dort am 4. 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