{"id":9616,"date":"2012-12-06T04:21:45","date_gmt":"2012-12-06T02:21:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9616"},"modified":"2012-12-06T04:21:45","modified_gmt":"2012-12-06T02:21:45","slug":"xi-r-15-10-keine-differenzbesteuerung-bei-veraeusserung-eines-betrieblich-genutzten-pkw-durch-einen-kioskbetreiber-auslegung-eines-einzelstaatlichen-steuergesetzes-das-unionsrecht-umsetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-15-10-keine-differenzbesteuerung-bei-veraeusserung-eines-betrieblich-genutzten-pkw-durch-einen-kioskbetreiber-auslegung-eines-einzelstaatlichen-steuergesetzes-das-unionsrecht-umsetzt\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;15\/10 &#8211; Keine Differenzbesteuerung bei Ver&auml;u&szlig;erung eines betrieblich genutzten PKW durch einen Kioskbetreiber &#8211; Auslegung eines einzelstaatlichen Steuergesetzes, das Unionsrecht umsetzt"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.6.2011, XI R 15\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Differenzbesteuerung bei Ver&auml;u&szlig;erung eines betrieblich genutzten PKW durch einen Kioskbetreiber &#8211; Auslegung eines einzelstaatlichen Steuergesetzes, das Unionsrecht umsetzt<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Ver&auml;u&szlig;erung eines PKW, den ein Kioskbetreiber als Gebrauchtwagen ohne Vorsteuerabzugsberechtigung erworben und in seinem Unternehmen betrieblich genutzt hat, unterliegt bei richtlinienkonformer Auslegung nicht der Differenzbesteuerung nach &sect; 25a UStG, sondern ist nach den allgemeinen Vorschriften des UStG zu versteuern.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Ver&auml;u&szlig;erung eines PKW im Jahr 2003 (Streitjahr) der Differenzbesteuerung nach &sect; 25a des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) betrieb eine Lotto- und Totoannahmestelle, einen Einzelhandel (Kiosk) mit Tabakwaren, Zeitungen, Zeitschriften und S&uuml;&szlig;waren sowie eine Reiseagentur. Er erwarb von dem Autohaus H in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden (ca. alle zwei Jahre, einmal nach ca. einem Jahr) einen neuen oder gebrauchten PKW, den er jeweils seinem Unternehmen zuordnete und den er im Zusammenhang mit einer Ersatzbeschaffung jeweils in Zahlung gab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Juli 2003 gab der Kl&auml;ger einen von ihm betrieblich genutzten PKW, den er im September 2001 als Gebrauchtwagen von dem Autohaus H wegen Anwendung der Differenzbesteuerung gem&auml;&szlig; &sect; 25a UStG ohne Umsatzsteuer f&uuml;r 33.900 DM erworben hatte, im Rahmen des Erwerbs eines anderen PKW von H f&uuml;r 11.000 EUR in Zahlung. Auf dieses Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft wandte der Kl&auml;ger die Differenzbesteuerung gem&auml;&szlig; &sect; 25a UStG an. Da der Verkaufspreis unter dem Einkaufspreis lag, erkl&auml;rte er insoweit keine Umsatzsteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer beim Kl&auml;ger im Jahr 2005 durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat die Pr&uuml;ferin die Auffassung, dass die Differenzbesteuerung auf den Weiterverkauf des PKW nicht anwendbar sei, da der Kl&auml;ger nicht Wiederverk&auml;ufer i.S. des &sect; 25a UStG sei. Nach Abschn. 276a Abs. 2 Satz 2 der Umsatzsteuer-Richtlinien (UStR) &#8211;nunmehr Abschn. 25a.1. Abs. 2 Satz 2 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses&#8211; gelte als Wiederverk&auml;ufer ein Unternehmer, der &#8211;anders als der Kl&auml;ger&#8211; &uuml;blicherweise mit gebrauchten Gegenst&auml;nden handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin erlie&szlig; der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) am 31. Mai 2005 einen gem&auml;&szlig; &sect; 164 Abs. 2 der Abgabenordnung ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 2003, in dem er nunmehr auch Umsatzsteuer auf die Lieferung des PKW in H&ouml;he von 1.516,80 EUR ber&uuml;cksichtigte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der nach erfolglosem Einspruch (Einspruchsentscheidung vom 25. September 2006) erhobenen Klage statt. Es f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus, nach der Legaldefinition des &sect; 25a Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 UStG gelte als Wiederverk&auml;ufer u.a., wer gewerbsm&auml;&szlig;ig mit beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden handele. Darunter falle nach Wortlaut und richtlinienkonformer Auslegung der Vorschrift auch derjenige Unternehmer, der &#8211;wie der Kl&auml;ger&#8211; gewerbsm&auml;&szlig;ig mit neuen beweglichen Gegenst&auml;nden handele. Die Auslegung der Finanzverwaltung in Abschn. 276a Abs. 2 Satz 2 UStR, nach der als Wiederverk&auml;ufer nur der Unternehmer gelte, der im Rahmen seiner gewerblichen T&auml;tigkeit &uuml;blicherweise Gebrauchtgegenst&auml;nde erwerbe und verkaufe, finde keine Grundlage im Gesetz. Die Differenzbesteuerung sei allerdings nur insoweit anwendbar, als die in Art. 26a Teil A Buchst. e der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) genannten Gebrauchtgegenst&auml;nde etc. wiederverkauft w&uuml;rden. Diese Voraussetzung sei hier erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2010, 1459 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der vom FG zugelassenen Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts. Es macht zur Begr&uuml;ndung im Wesentlichen geltend, der Kl&auml;ger sei kein Wiederverk&auml;ufer i.S. des &sect; 25a UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit er eine Lotto- und Totoannahmestelle bzw. eine Reiseagentur betreibe, erbringe er Leistungen, die keine Lieferungen von beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden i.S. des &sect; 25a UStG seien. Die im Rahmen des Einzelhandels umgesetzten Waren (Tabakwaren, Zeitschriften und S&uuml;&szlig;igkeiten) seien eindeutig nicht zum Gebrauch, sondern zum Verbrauch bestimmt, so dass der Kl&auml;ger auch mit dieser T&auml;tigkeit nicht die Tatbestandsmerkmale eines Wiederverk&auml;ufers erf&uuml;lle. Bei diesen Waren handele es sich zudem nicht um Gebrauchtgegenst&auml;nde, auf die neben Abschn. 276a Abs. 2 Satz 2 UStR auch Art. 26a Teil A Buchst. e der Richtlinie 77\/388\/EWG und nunmehr Art. 311 Abs. 1 Nr. 5 der Richtlinie 2006\/112 EG des Rates vom 28. November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem &#8211;MwStSystRL&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr. L 347\/1) abstelle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Ver&auml;u&szlig;erung des PKW, die der Differenzbesteuerung unterworfen werden solle, selbst ein einmaliger Vorgang ohne Wiederholungsabsicht gewesen sei, der f&uuml;r sich betrachtet nicht das Merkmal der Nachhaltigkeit erf&uuml;lle, fehle es insoweit an der n&ouml;tigen Gewerbsm&auml;&szlig;igkeit des Handelns. Der PKW sei auch nicht i.S. von Art. 311 Abs. 1 Nr. 5 MwStSystRL &quot;zum Zwecke des Wiederverkaufs&quot; erworben worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er tritt dem Vorbringen des FA entgegen und macht im Wesentlichen geltend, ma&szlig;gebend f&uuml;r den Begriff des Wiederverk&auml;ufers sei allein die Legaldefinition in &sect; 25a Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 UStG, deren Voraussetzungen er erf&uuml;lle, weil er als Kioskbetreiber gewerbsm&auml;&szlig;ig mit beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden handele. Die Einschr&auml;nkung des Begriffs des Wiederverk&auml;ufers durch Abschn. 276a Abs. 2 Satz 2 UStR und auch die vom FA vorgenommene Differenzierung der Nachhaltigkeit bez&uuml;glich einzelner Umsatzarten h&auml;tten keine gesetzliche oder unionsrechtliche Grundlage. Die Auslegung einer Gesetzesvorschrift gegen ihren klaren Wortlaut sei nicht statthaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ver&auml;u&szlig;erung des PKW durch den Kl&auml;ger im Juli 2003 an das Autohaus H ist als Lieferung, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausgef&uuml;hrt hat, gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG steuerbar. Sie unterliegt nicht der Differenzbesteuerung nach &sect; 25a UStG, weil der Kl&auml;ger dabei entgegen der Auffassung des FG nicht als Wiederverk&auml;ufer im Sinne dieser Vorschrift gehandelt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 25a Abs. 1 UStG setzt die Differenzbesteuerung f&uuml;r Lieferungen i.S. des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG von beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden voraus, dass der Unternehmer ein Wiederverk&auml;ufer ist (Nr. 1), die Gegenst&auml;nde an den Wiederverk&auml;ufer im Gemeinschaftsgebiet geliefert wurden und f&uuml;r diese Lieferung Umsatzsteuer nicht geschuldet oder nach &sect; 19 Abs. 1 UStG nicht erhoben oder die Differenzbesteuerung vorgenommen wurde (Nr. 2) und es sich bei den Gegenst&auml;nden nicht um Edelsteine oder Edelmetalle handelt (Nr. 3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Umsatz wird dabei gem&auml;&szlig; &sect; 25a Abs. 3 Satz 1 UStG nach dem Betrag bemessen, um den der Verkaufspreis den Einkaufspreis f&uuml;r den Gegenstand &uuml;bersteigt; bei Lieferungen i.S. des &sect; 3 Abs. 1b UStG und in den F&auml;llen des &sect; 10 Abs. 5 UStG tritt an die Stelle des Verkaufspreises der Wert nach &sect; 10 Abs. 4 Nr. 1 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Regelung bewirkt, dass der Wiederverk&auml;ufer durch den Abzug des Vorumsatzes im Ergebnis so gestellt wird, als h&auml;tte ihm aus dem Erwerb der Ware ein Vorsteuerabzug zugestanden (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16. April 1997 XI R 87\/96, BFHE 182, 444, BStBl II 1997, 585, unter II.5.a). Dadurch sollen insbesondere Wettbewerbsnachteile vermindert werden, die sich f&uuml;r unternehmerisch t&auml;tige Wiederverk&auml;ufer im Verh&auml;ltnis zu privaten (nichtunternehmerischen) Verk&auml;ufern ohne die Sonderregelung des &sect; 25a UStG ergeben w&uuml;rden (vgl. BFH-Urteile in BFHE 182, 444, BStBl II 1997, 585, unter II.5.a; vom 23. April 2009 V R 52\/07, BFHE 226, 123, BStBl II 2009, 860, unter II.1.c cc).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Als Wiederverk&auml;ufer gilt nach &sect; 25a Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 UStG, wer gewerbsm&auml;&szlig;ig mit beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden handelt oder solche Gegenst&auml;nde im eigenen Namen &ouml;ffentlich versteigert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect; 25a Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 UStG ist richtlinienkonform auszulegen (vgl. BFH-Urteile vom 2. M&auml;rz 2006 V R 35\/04, BFHE 213, 139, BStBl II 2006, 675, unter II.2.; vom 18. Dezember 2008 V R 73\/07, BFHE 223, 546, BStBl II 2009, 612, unter II. 2.; in BFHE 226, 123, BStBl II 2009, 860, unter II.1.c dd).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die zum 1. Januar 1995 in Kraft getretene Neufassung des &sect; 25a UStG beruht nach der Gesetzesbegr&uuml;ndung (BTDrucks 12\/7686, S. 7) auf Art. 26a der Richtlinie 77\/388\/EWG i.d.F. des Art. 1 Nr. 3 der Richtlinie 94\/5\/EG (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften 1994 Nr. L 60, S. 16).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Auslegung des einzelstaatlichen Steuergesetzes, das &#8211;wie hier &sect; 25a UStG&#8211; Unionsrecht umsetzt, ist richtlinienkonform vorzunehmen. Sie hat sich soweit wie m&ouml;glich am Wortlaut und Zweck der Richtlinie auszurichten und muss die dazu ergangenen Erkenntnisse des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) ber&uuml;cksichtigen (vgl. BFH-Urteile vom 2. April 1998 V R 34\/97, BFHE 185, 536, BStBl II 1998, 695, unter II.3.b bb; vom 17. Juni 2004 V R 61\/00, BFHE 206, 457, BStBl II 2004, 970, unter II.2.; vom 27. April 2006 V R 53\/04, BFHE 213, 256, BStBl II 2007, 16, unter II.1.c, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Zwar hat der Gesetzgeber die Differenzbesteuerung durch &sect; 25a Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 UStG im Gegensatz zu Art. 26a Teil B Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht auf die Lieferung von Gebrauchtgegenst&auml;nden, Kunstgegenst&auml;nden und Antiquit&auml;ten beschr&auml;nkt, sondern auf s&auml;mtliche bewegliche Gegenst&auml;nde erstreckt. Ausweislich der Gesetzesbegr&uuml;ndung geschah dies zur Vermeidung von Abgrenzungsschwierigkeiten; stattdessen wurde allgemein auf die in &sect; 25a Abs. 1 Nr. 2 UStG bezeichnete Voraussetzung abgestellt, dass f&uuml;r den Erwerb der Gegenst&auml;nde kein Vorsteuerabzugsrecht bestand (vgl. BTDrucks 12\/7686, S. 7).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dadurch wird aber nicht ausgeschlossen, den Begriff des Wiederverk&auml;ufers in &sect; 25a Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 UStG im &Uuml;brigen &#8211;also abgesehen von den von der Vorschrift erfassten Gegenst&auml;nden&#8211; richtlinienkonform auszulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach Art. 26a Teil A Buchst. e der Richtlinie 77\/388\/EWG ist &quot;steuerpflichtiger Wiederverk&auml;ufer&quot; jeder Steuerpflichtige, der im Rahmen seiner gewerblichen T&auml;tigkeit Gebrauchtgegenst&auml;nde, Kunstgegenst&auml;nde, Sammlungsst&uuml;cke oder Antiquit&auml;ten kauft oder zur Deckung seines unternehmerischen Bedarfs verwendet oder zum Zwecke des Wiederverkaufs einf&uuml;hrt, gleich, ob er auf eigene Rechnung oder aufgrund eines Einkaufs- oder Verkaufskommissionsvertrags auf fremde Rechnung handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Wie der EuGH dazu klargestellt hat, bezieht sich die Wendung &quot;zum Zwecke des Wiederverkaufs&quot; nicht nur auf das ihr unmittelbar nachfolgende Verb &quot;einf&uuml;hrt&quot;, sondern auch auf Erwerbsums&auml;tze und auf Ums&auml;tze zur Deckung des unternehmerischen Bedarfs. Auch dabei muss der Wiederverk&auml;ufer also &quot;zum Zwecke des Wiederverkaufs&quot; handeln (vgl. EuGH-Urteil vom 8. Dezember 2005 Rs. C-280\/04 &#8211;Jyske Finans&#8211;, Slg. 2005, I-10683, BFH\/NV Beilage 2006, 131, Internationales Steuerrecht &#8211;IStR&#8211; 2006, 58, Rz 30 bis 32).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dementsprechend wird der &quot;steuerpflichtige Wiederverk&auml;ufer&quot; seit dem 1. Januar 2007 in Art. 311 Abs. 1 Nr. 5 MwStSystRL definiert als &quot;jeder Steuerpflichtige, der im Rahmen seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit zum Zwecke des Wiederverkaufs Gebrauchtgegenst&auml;nde, Kunstgegenst&auml;nde, Sammlungsst&uuml;cke oder Antiquit&auml;ten kauft, seinem Unternehmen zuordnet oder einf&uuml;hrt &#8230;&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine inhaltliche &Auml;nderung des zuvor geltenden Rechts bedeutet diese Klarstellung nicht (vgl. Nr. 3 der Vorbemerkungen zur MwStSystRL).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Allerdings kann als &quot;steuerpflichtiger Wiederverk&auml;ufer&quot; i.S. von Art. 26a Teil A Buchst. e der Richtlinie 77\/388\/EWG (auch) ein Unternehmen angesehen werden, das &quot;im Rahmen seiner normalen T&auml;tigkeit&quot; Fahrzeuge wieder verkauft, die es f&uuml;r seine Leasingt&auml;tigkeit als Gebrauchtwagen erworben hatte, und f&uuml;r das der Wiederverkauf im Augenblick der Anschaffung des Gebrauchtgegenstandes nicht das Hauptziel, sondern nur sein zweitrangiges und dem der Vermietung untergeordnetes Ziel darstellt (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2005, I-10683, BFH\/NV Beilage 2006, 131, IStR 2006, 58, Rz 44).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Danach ist &sect; 25a Abs. 1 Nr. 1 UStG dahin zu verstehen, dass der Unternehmer bei der konkreten Lieferung i.S. des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG, die der Differenzbesteuerung unterworfen werden soll, als Wiederverk&auml;ufer gehandelt haben muss (vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 213, 139, BStBl II 2006, 675, unter II.2.; FG K&ouml;ln, Urteil vom 15. April 2004&nbsp;&nbsp;11 K 2507\/03, EFG 2004, 1333; M&ouml;&szlig;lang in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect; 25a Rz 17; Radeisen in Hartmann\/Metzenmacher, Umsatzsteuergesetz, &sect; 25a Rz 39; wohl a.A. Meyer, EFG 2010, 1460).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies ist nur der Fall, wenn der gelieferte Gegenstand &#8211;zumindest nachrangig&#8211; zum Zweck des Wiederverkaufs erworben wurde und der Wiederverkauf zur normalen T&auml;tigkeit des Unternehmers geh&ouml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dieses Auslegungsergebnis entspricht dem Willen des Gesetzgebers, der dem Begriff des Wiederverk&auml;ufers in &sect; 25a Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 UStG solche gewerbsm&auml;&szlig;igen H&auml;ndler zuordnen wollte, &quot;die im Rahmen ihres Unternehmens oder eines abgrenzbaren Teilbereichs &uuml;blicherweise Gegenst&auml;nde zum Zwecke des Wiederverkaufs einkaufen und sie anschlie&szlig;end, ggf. nach Instandsetzung, wieder verkaufen&quot; (vgl. BTDrucks 12\/7686, S. 7).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nur diese Auslegung des Wortlauts des &sect; 25a Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 UStG wird dem Grundsatz der Neutralit&auml;t der Mehrwertsteuer gerecht. Dieser verlangt, dass Wirtschaftsteilnehmer, die gleichartige Ums&auml;tze t&auml;tigen, bei der Erhebung der Mehrwertsteuer nicht unterschiedlich behandelt werden (vgl. z.B. EuGH-Urteil in Slg. 2005, I-10683, BFH\/NV Beilage 2006, 131, IStR 2006, 58, Rz 39).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es w&uuml;rde aber zu einer sachlich nicht gerechtfertigten unterschiedlichen Behandlung gleichartiger Ums&auml;tze f&uuml;hren, wenn die Ver&auml;u&szlig;erung von unternehmerisch genutzten Gegenst&auml;nden, die ohne Vorsteuerabzug erworben wurden, umsatzsteuerrechtlich allein deshalb unterschiedlich behandelt w&uuml;rde, weil der eine Unternehmer ein H&auml;ndler ist und der andere Dienstleistungen erbringt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Anwendung der Differenzbesteuerung kann in beiden F&auml;llen nur dann gerechtfertigt sein, wenn der Wiederverkauf des Gegenstandes bei seinem Erwerb zumindest nachrangig beabsichtigt war und dieser Wiederverkauf aufgrund seiner H&auml;ufigkeit zur normalen T&auml;tigkeit des Unternehmers geh&ouml;rt. Nur in einem solchen Fall w&uuml;rde die Versagung der Differenzbesteuerung zu einem sachlich nicht gerechtfertigten Vorteil f&uuml;r Gebrauchtwarenh&auml;ndler f&uuml;hren, die in den Genuss der Regelung &uuml;ber die Differenzbesteuerung kommen (vgl. dazu EuGH-Urteil in Slg. 2005, I-10683, BFH\/NV Beilage 2006, 131, IStR 2006, 58, Rz 40).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers &uuml;berschreitet der erkennende Senat mit dieser Gesetzesauslegung die ihm zustehenden Befugnisse nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am Wortlaut einer Norm braucht der Richter nicht haltzumachen. Seine Bindung an das Gesetz (Art. 20 Abs. 3, Art. 97 Abs. 1 des Grundgesetzes) bedeutet nicht Bindung an dessen Buchstaben mit dem Zwang zu w&ouml;rtlicher Auslegung, sondern Gebundensein an Sinn und Zweck des Gesetzes. Die Interpretation ist Methode und Weg, auf dem der Richter den Inhalt einer Gesetzesbestimmung unter Ber&uuml;cksichtigung ihrer Einordnung in die gesamte Rechtsordnung erforscht, ohne durch den formalen Wortlaut des Gesetzes begrenzt zu sein (vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 19. Juni 1973&nbsp;&nbsp;1 BvL 39\/69, 1 BvL 14\/72, BVerfGE 35, 263, unter C.III., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine einschr&auml;nkende Auslegung des Wortlauts einer Norm im Wege einer teleologischen Reduktion geh&ouml;rt zu den anerkannten Auslegungsgrunds&auml;tzen und ist von Verfassungs wegen nicht zu beanstanden (vgl. BVerfG-Beschluss vom 30. M&auml;rz 1993&nbsp;&nbsp;1 BvR 1045\/89, 1 BvR 1381\/90, 1 BvL 11\/90, BVerfGE 88, 145, unter C.II.2., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So kann auch eine richtlinienkonforme Auslegung dazu f&uuml;hren, dass eine nach ihrem Wortlaut weit gefasste Vorschrift einschr&auml;nkend auszulegen ist (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 8. September 2010 XI R 40\/08, BFHE 231, 343, BFH\/NV 2011, 538, unter II.4.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im Streitfall hat der Kl&auml;ger als Betreiber einer Lotto- und Totoannahmestelle, eines Einzelhandels (Kiosk) mit Tabakwaren, Zeitungen, Zeitschriften und S&uuml;&szlig;waren sowie einer Reiseagentur den PKW nicht &quot;im Rahmen seiner normalen T&auml;tigkeit&quot; ver&auml;u&szlig;ert. Der An- und Verkauf von PKW geh&ouml;rt nicht zum &quot;normalen T&auml;tigkeitsfeld&quot; (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2005, I-10683, BFH\/NV Beilage 2006, 131, IStR 2006, 58, Rz 42) des Kl&auml;gers, ebenso wenig wie dies bei einer Steuerberatungsgesellschaft der Fall ist (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 213, 139, BStBl II 2006, 675, unter II.2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass der Kl&auml;ger in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden (ca. alle zwei Jahre, einmal nach ca. einem Jahr) einen neuen oder gebrauchten PKW kaufte, den er jeweils seinem Unternehmen zuordnete und den er im Zusammenhang mit einer Ersatzbeschaffung jeweils in Zahlung gab, reicht nicht aus, um dies als seine normale T&auml;tigkeit anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist mithin &#8211;was er und das FG &uuml;bersehen&#8211; nicht schon deshalb Wiederverk&auml;ufer i.S. des &sect; 25a Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 UStG, weil er im Rahmen seines Einzelhandels (Kiosk) gewerbsm&auml;&szlig;ig mit beweglichen k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden wie Tabakwaren, Zeitungen, Zeitschriften und S&uuml;&szlig;waren handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.6.2011, XI R 15\/10 Keine Differenzbesteuerung bei Ver&auml;u&szlig;erung eines betrieblich genutzten PKW durch einen Kioskbetreiber &#8211; Auslegung eines einzelstaatlichen Steuergesetzes, das Unionsrecht umsetzt Leits&auml;tze Die Ver&auml;u&szlig;erung eines PKW, den ein Kioskbetreiber als Gebrauchtwagen ohne Vorsteuerabzugsberechtigung erworben und in seinem Unternehmen betrieblich genutzt hat, unterliegt bei richtlinienkonformer Auslegung nicht der Differenzbesteuerung nach &sect; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-15-10-keine-differenzbesteuerung-bei-veraeusserung-eines-betrieblich-genutzten-pkw-durch-einen-kioskbetreiber-auslegung-eines-einzelstaatlichen-steuergesetzes-das-unionsrecht-umsetzt\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;15\/10 &#8211; Keine Differenzbesteuerung bei Ver&auml;u&szlig;erung eines betrieblich genutzten PKW durch einen Kioskbetreiber &#8211; Auslegung eines einzelstaatlichen Steuergesetzes, das Unionsrecht umsetzt<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9616","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9616","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9616"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9616\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9616"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9616"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9616"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}