{"id":9618,"date":"2012-12-06T05:00:30","date_gmt":"2012-12-06T03:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9618"},"modified":"2012-12-06T05:00:30","modified_gmt":"2012-12-06T03:00:30","slug":"vi-r-55-10-regelmaessige-arbeitsstaette-bei-mehreren-taetigkeitsstaetten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-55-10-regelmaessige-arbeitsstaette-bei-mehreren-taetigkeitsstaetten\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;55\/10 &#8211; Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte bei mehreren T&auml;tigkeitsst&auml;tten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.6.2011, VI R 55\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte bei mehreren T&auml;tigkeitsst&auml;tten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein Arbeitnehmer kann nicht mehr als eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte innehaben, auch wenn er fortdauernd und immer wieder verschiedene Betriebsst&auml;tten seines Arbeitgebers aufsucht. In einem solchen Fall ist der ortsgebundene Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen T&auml;tigkeit (regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte) zu bestimmen (Fortentwicklung von BFH-Urteilen vom 11. Mai 2005 VI R 25\/04, BFHE 209, 523, BStBl II 2005, 791, und vom 14. September 2005 VI R 93\/04, BFH\/NV 2006, 53).<\/p>\n<p>2. Hierbei ist insbesondere zu ber&uuml;cksichtigen, welcher T&auml;tigkeitsst&auml;tte der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber zugeordnet worden ist, welche T&auml;tigkeit er an den verschiedenen Arbeitsst&auml;tten im Einzelnen wahrnimmt oder wahrzunehmen hat und welches konkrete Gewicht dieser T&auml;tigkeit zukommt.<\/p>\n<p>3. Allein der Umstand, dass der Arbeitnehmer eine T&auml;tigkeitsst&auml;tte im zeitlichen Abstand immer wieder aufsucht, reicht f&uuml;r die Annahme einer regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte jedenfalls nicht aus. Ihr muss vielmehr zentrale Bedeutung gegen&uuml;ber den weiteren T&auml;tigkeitsorten zukommen (Anschluss an BFH-Urteil vom 4. April 2008 VI R 85\/04, BFHE 221, 11, BStBl II 2008, 887).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob ein geldwerter Vorteil f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte anzusetzen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war in den Streitjahren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der X-GmbH in D. Er durfte einen vom Arbeitgeber &uuml;berlassenen Firmen-PKW auch privat nutzen. Der Kl&auml;ger lebt in H. Dort hat er eine Wohnung von seiner Lebensgef&auml;hrtin angemietet. Im Keller dieses Wohnhauses nutzte er einen Raum f&uuml;r berufliche Zwecke. Der Kellerraum hatte einen separaten Zugang und befand sich in einem Anbau. Er war von der Z an die X-GmbH verpachtet worden. Die Z hat diesen Raum wiederum von der Lebensgef&auml;hrtin des Kl&auml;gers gepachtet. Der Raum diente ausschlie&szlig;lich der Unterbringung einer EDV-Anlage der X-GmbH. Der Kl&auml;ger f&uuml;hrte in diesem Raum Wartungs- und Optimierungsarbeiten durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer im Jahr 2005 bei der X-GmbH durchgef&uuml;hrten Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung wurde festgestellt, dass die t&auml;glichen Fahrten zwischen dem Wohnort des Kl&auml;gers in H und der Betriebsst&auml;tte der X-GmbH in D als Dienstfahrten angesehen worden waren. Der Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fer beurteilte die Fahrten des Kl&auml;gers hingegen als Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte und erh&ouml;hte den Arbeitslohn f&uuml;r das Jahr 2002 um 3.110,40 EUR und f&uuml;r das Jahr 2003 um 3.452,16 EUR. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) schloss sich dieser Rechtsauffassung an und &auml;nderte die Einkommensteuerfestsetzungen der Streitjahre durch Bescheide vom 16. Januar 2006 entsprechend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage nach erfolglosem Vorverfahren mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 1986 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG M&uuml;nster vom 19. Januar 2010&nbsp;&nbsp;1 K 4306\/07 E und die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Kalenderjahre 2002 und 2003, beide vom 16. Januar 2006, in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 12. September 2007 dahingehend abzu&auml;ndern, dass in 2002 die Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit um 3.110 EUR und in 2003 um 3.452 EUR reduziert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die unentgeltliche oder verbilligte &Uuml;berlassung eines Firmenwagens durch den Arbeitgeber an seine Arbeitnehmer f&uuml;r deren Privatnutzung f&uuml;hrt nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Senats zu einem nach &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu erfassenden Lohnzufluss (vgl. Urteile vom 6. November 2001 VI R 62\/96, BFHE 197, 142, BStBl II 2002, 370; vom 7. November 2006 VI R 95\/04, BFHE 215, 252, BStBl II 2007, 269; vom 4. April 2008 VI R 68\/05, BFHE 221, 17, BStBl II 2008, 890; vom 21. April 2010 VI R 46\/08, BFHE 229, 228, BStBl II 2010, 848).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Bewertung des Nutzungsvorteils bestimmt sich nach &sect; 8 Abs. 2 S&auml;tze 2 ff. EStG. Sofern nicht &sect; 8 Abs. 2 Satz 4 EStG anzuwenden ist, gilt nach &sect; 8 Abs. 2 Satz 2 EStG f&uuml;r die private Nutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs zu privaten Fahrten die in &sect; 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG getroffene Regelung zur Nutzungsentnahme entsprechend. Danach ist der Wert dieser Nutzung f&uuml;r jeden Kalendermonat mit 1 % des inl&auml;ndischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zuz&uuml;glich der Kosten f&uuml;r Sonderausstattungen einschlie&szlig;lich der Umsatzsteuer anzusetzen. Kann das Kraftfahrzeug &#8211;wie im Streitfall&#8211; auch f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte genutzt werden, erh&ouml;ht sich dieser Wert nach &sect; 8 Abs. 2 Satz 3 EStG nach Ma&szlig;gabe der tats&auml;chlichen Benutzung des Dienstwagens f&uuml;r solche Fahrten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ob eine Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect; 8 Abs. 2 Satz 3 EStG vorliegt, beurteilt sich nach den Grunds&auml;tzen, die f&uuml;r den Werbungskostenabzug f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und (regelm&auml;&szlig;iger) Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG gelten (Senatsurteil vom 4. April 2008 VI R 85\/04, BFHE 221, 11, BStBl II 2008, 887).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte im Sinne dieser Vorschrift ist (nur) der (ortsgebundene) Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen T&auml;tigkeit des Arbeitnehmers (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 11. Mai 2005 VI R 25\/04, BFHE 209, 523, BStBl II 2005, 791; VI R 15\/04, BFHE 209, 515, BStBl II 2005, 788; vom 14. September 2005 VI R 93\/04, BFH\/NV 2006, 53) und damit der Ort, an dem der Arbeitnehmer seine aufgrund des Dienstverh&auml;ltnisses geschuldete Leistung zu erbringen hat (BFH-Urteile vom 7. Juni 2002 VI R 53\/01, BFHE 199, 329, BStBl II 2002, 878; in BFHE 209, 523, BStBl II 2005, 791; in BFH\/NV 2006, 53). Dies ist im Regelfall der Betrieb oder eine Betriebsst&auml;tte des Arbeitgebers, der der Arbeitnehmer zugeordnet ist und die er nicht nur gelegentlich, sondern mit einer gewissen Nachhaltigkeit, also fortdauernd und immer wieder aufsucht (BFH-Urteil vom 22. September 2010 VI R 54\/09, BFHE 231, 127, BStBl II 2011, 354, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Liegen diese Voraussetzungen vor, so konnte ein Arbeitnehmer nach bisher st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH auch mehrere regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tten nebeneinander innehaben (vgl. zuletzt Urteile in BFHE 209, 515, BStBl II 2005, 788 f&uuml;r mehrere im Wechsel aufgesuchte Busdepots bei einem Linienbusfahrer, und in BFH\/NV 2006, 53 f&uuml;r mehrere im Wechsel aufgesuchte Rettungsstationen bei einem Rettungsassistenten; s. auch H 9.4 &#8211;Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte&#8211; des Lohnsteuer-Handbuchs 2011). Hieran h&auml;lt der erkennende Senat jedoch nicht l&auml;nger fest. Denn der ortsgebundene Mittelpunkt der beruflichen T&auml;tigkeit des Arbeitnehmers kann nur an einem Ort liegen. Nur insoweit kann sich der Arbeitnehmer auf die immer gleichen Wege einstellen und so (etwa durch Fahrgemeinschaften, &ouml;ffentliche Verkehrsmittel oder eine zielgerichtete Wohnsitznahme in der N&auml;he der regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte) auf eine Minderung der Wegekosten hinwirken. Damit stellt sich &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG auch nur insoweit als sachgerechte und folgerichtige Ausnahme vom objektiven Nettoprinzip dar. &Uuml;bt der Arbeitnehmer hingegen an mehreren betrieblichen Einrichtungen des Arbeitgebers seinen Beruf aus, ist es ihm regelm&auml;&szlig;ig nicht m&ouml;glich, die anfallenden Wegekosten durch derartige Ma&szlig;nahmen gering zu halten. Denn die unter Umst&auml;nden nicht verl&auml;sslich vorhersehbare Notwendigkeit, verschiedene T&auml;tigkeitsst&auml;tten aufsuchen zu m&uuml;ssen, erlaubt es dem Arbeitnehmer nicht, sich immer auf die gleichen Wege einzustellen. In einem solchen Fall l&auml;sst sich die Einschr&auml;nkung der Steuererheblichkeit von Wegekosten durch die Entfernungspauschale (&sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG) nicht rechtfertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Ist der Arbeitnehmer in mehreren betrieblichen Einrichtungen des Arbeitgebers t&auml;tig, sind deshalb die Umst&auml;nde des Einzelfalles zu w&uuml;rdigen und der ortsgebundene Mittelpunkt der beruflichen T&auml;tigkeit zu bestimmen. Hierbei ist insbesondere zu ber&uuml;cksichtigen, welcher T&auml;tigkeitsst&auml;tte der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber zugeordnet worden ist, welche T&auml;tigkeit er an den verschiedenen Arbeitsst&auml;tten im Einzelnen wahrnimmt oder wahrzunehmen hat und welches konkrete Gewicht dieser T&auml;tigkeit zukommt. Allein der Umstand, dass der Arbeitnehmer eine T&auml;tigkeitsst&auml;tte im zeitlichen Abstand immer wieder aufsucht, reicht f&uuml;r die Annahme einer regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte jedenfalls dann nicht aus, wenn der Steuerpflichtige fortdauernd und immer wieder verschiedene Betriebsst&auml;tten seines Arbeitgebers aufsucht (vgl. bereits BFH-Urteil in BFHE 199, 329, BStBl II 2002, 878). Der regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte muss vielmehr hinreichend zentrale Bedeutung gegen&uuml;ber den weiteren T&auml;tigkeitsorten zukommen (BFH-Urteil in BFHE 221, 11, BStBl II 2008, 887).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Damit ist die Vorentscheidung aufzuheben. Die Sache ist jedoch nicht spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) R&auml;ume, die sich in unmittelbarer N&auml;he zur Wohnung des Steuerpflichtigen befinden, von den &uuml;brigen R&auml;umen der Wohnung nicht getrennt sind und keine in sich geschlossene Einheit bilden, gelten nicht als Betriebsst&auml;tte des Arbeitgebers, auch wenn der Arbeitgeber diese R&auml;ume dem Arbeitnehmer &uuml;berl&auml;sst und der Arbeitnehmer sie beruflich nutzt. Denn die berufliche Nutzung der R&auml;ume l&ouml;st nicht deren Einbindung in die private Sph&auml;re und l&auml;sst den privaten Charakter der Wohnung insgesamt unber&uuml;hrt. Insoweit gelten die Grunds&auml;tze, welche die Rechtsprechung zur Abgrenzung zwischen Betriebsst&auml;tte am Wohnsitz und Wohnung heranzieht (BFH-Urteile vom 16. Februar 1994 XI R 52\/91, BFHE 174, 65, BStBl II 1994, 468; vom 31. Juli 1996 XI R 5\/95, BFH\/NV 1997, 279; vom 6. Juli 2005 XI R 47\/04, BFH\/NV 2006, 43; BFH-Beschluss vom 12. Januar 2006 VI B 61\/05, BFH\/NV 2006, 739; BFH-Urteil in BFHE 231, 127, BStBl II 2011, 354). Um dies festzustellen, m&uuml;ssen die konkreten Umst&auml;nde des Einzelfalles einer Gesamtw&uuml;rdigung unterzogen werden. Dabei sind auch die konkreten baulichen Gegebenheiten zu ber&uuml;cksichtigen. Gemessen daran h&auml;lt die Vorentscheidung revisionsrechtlicher Pr&uuml;fung nicht stand. Das FG hat zwar seiner Entscheidung die vorstehenden Rechtsgrunds&auml;tze zu Grunde gelegt. Die tats&auml;chlich getroffenen Feststellungen des FG tragen allerdings nicht seine W&uuml;rdigung und Entscheidung, dass der angemietete Kellerraum in die h&auml;usliche Sph&auml;re des Arbeitnehmers eingebunden ist. Denn allein der Umstand, dass sich der Raum in einem Anbau befindet, rechtfertigt diesen Schluss des FG nicht. Vielmehr ist auch in einem solchen Fall zu pr&uuml;fen, wie stark die r&auml;umliche Trennung zwischen Wohnhaus und betrieblicher Einrichtung des Arbeitgebers ausgepr&auml;gt ist. Hierzu ist insbesondere festzustellen, ob der Steuerpflichtige die h&auml;usliche Sph&auml;re &#8211;zu der auch der zum Wohnhaus geh&ouml;rende Garten z&auml;hlen kann (BFH-Urteil vom 13. November 2002 VI R 164\/00, BFHE 201, 86, BStBl II 2003, 350)&#8211; verlassen muss, um in den streitigen nicht direkt vom Wohnhaus aus zug&auml;nglichen Kellerraum zu gelangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Sofern die nachzuholenden Feststellungen des FG ergeben, dass der Kellerraum nicht in die h&auml;usliche Sph&auml;re des Kl&auml;gers eingebunden ist, hat es zu entscheiden, in welcher T&auml;tigkeitsst&auml;tte der Schwerpunkt der beruflichen T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers liegt und welche damit als regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte gilt. Dazu hat es festzustellen, ob und welcher betrieblichen Einrichtung seines Arbeitgebers der Kl&auml;ger zugeordnet ist, welche T&auml;tigkeit er an den verschiedenen Arbeitsst&auml;tten im Einzelnen wahrnimmt oder wahrzunehmen hat und welches Gewicht dieser T&auml;tigkeit jeweils zukommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.6.2011, VI R 55\/10 Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte bei mehreren T&auml;tigkeitsst&auml;tten Leits&auml;tze 1. Ein Arbeitnehmer kann nicht mehr als eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte innehaben, auch wenn er fortdauernd und immer wieder verschiedene Betriebsst&auml;tten seines Arbeitgebers aufsucht. 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