{"id":9619,"date":"2012-12-06T05:00:31","date_gmt":"2012-12-06T03:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9619"},"modified":"2020-09-14T10:44:24","modified_gmt":"2020-09-14T08:44:24","slug":"vi-r-58-09-regelmaessige-arbeitsstaette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-58-09-regelmaessige-arbeitsstaette\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;58\/09 &#8211; Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.6.2011, VI R 58\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Der Betriebssitz des Arbeitgebers, den der Arbeitnehmer zwar regelm\u00e4\u00dfig, aber lediglich zu Kontrollzwecken aufsucht, ohne dort seiner eigentlichen beruflichen T\u00e4tigkeit nachzugehen, ist nicht die regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte i.S. des \u00a7 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG.<\/p>\n<p>2. Nutzt der Arbeitnehmer den ihm \u00fcberlassenen Dienstwagen f\u00fcr Fahrten zum Betriebssitz seines Arbeitgebers, der nicht die regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte ist, so steht ihm daf\u00fcr die Entfernungspauschale nicht zu. Werbungskosten nach \u00a7 9 Abs. 1 Satz 1 EStG kann er nur abziehen, soweit ihm daf\u00fcr Aufwendungen entstehen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die mit einem vom Arbeitgeber \u00fcberlassenen Firmenwagen durchgef\u00fchrten Fahrten als solche zwischen Wohnung und regelm\u00e4\u00dfiger Arbeitsst\u00e4tte zu beurteilen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) wurden in den Streitjahren (2001 bis 2004) als Eheleute zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl\u00e4ger erzielte als Au\u00dfendienstmitarbeiter der &#8230; KG (KG) Eink\u00fcnfte aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit i.S. des \u00a7 19 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Vor den Streitjahren suchte der Kl\u00e4ger den Betriebssitz der KG in B nicht regelm\u00e4\u00dfig auf. Die zwischen der KG und dem Kl\u00e4ger getroffene arbeitsvertragliche Vereinbarung hatte urspr\u00fcnglich vorgesehen, dass der Kl\u00e4ger &#8211;wie alle Au\u00dfendienstmitarbeiter der KG&#8211; t\u00e4glich direkt von der Wohnung zum jeweiligen Einsatzbezirk fahren sollte. F\u00fcr die Streitjahre erteilte der Leiter der Betriebsst\u00e4tte zu Kontrollzwecken und f\u00fcr Absprachen mit dem jeweiligen Kundenberater die Anweisung, jeder Au\u00dfendienstmitarbeiter m\u00fcsse t\u00e4glich zun\u00e4chst die Betriebsst\u00e4tte in B aufsuchen, bevor er in seinen Einsatzbereich fahren d\u00fcrfe. Daher begab sich der Kl\u00e4ger in den Jahren 2001 bis 2004 t\u00e4glich einmal in die Betriebsst\u00e4tte der KG in B. Dort stand allerdings kein individuell f\u00fcr ihn eingerichteter Arbeitsplatz zur Verf\u00fcgung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In den Streitjahren hatte der Kl\u00e4ger ein Firmenfahrzeug, das er auch f\u00fcr Privatfahrten nutzen durfte. Die private Nutzung wurde nach der <a title=\"1 %-Regelung Firmenwagen\" href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuerlexikon\/154198\/Firmenwagen\">1 %-Regelung<\/a> (\u00a7 8 Abs. 2 Satz 2, \u00a7 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG) versteuert; f\u00fcr die Fahrten zwischen Wohnung und der Betriebsst\u00e4tte in B wurde die 0,03 %-Zuschlagsregelung (\u00a7 8 Abs. 2 Satz 3 EStG) nicht angewandt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In den Einkommensteuererkl\u00e4rungen f\u00fcr 2001 und 2002 gab der Kl\u00e4ger jeweils an, den 45 km von seinem Wohnort entfernten Firmensitz der KG mit dem ihm \u00fcberlassenen Firmenwagen an 135 Tagen aufgesucht und den geldwerten Vorteil mit der 1 %-Regelung lohnversteuert zu haben. Mit der Einkommensteuererkl\u00e4rung 2003 machte er f\u00fcr 230 Arbeitstage mit dem Firmenfahrzeug durchgef\u00fchrte Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte geltend und erkl\u00e4rte Mehraufwendungen f\u00fcr Verpflegung aus einer Fahrt\u00e4tigkeit f\u00fcr 170 Tage mit 1.020 EUR abz\u00fcglich einer Arbeitgebererstattung (892 EUR) von 128 EUR. Die Einkommensteuerveranlagungen 2001 bis 2003 wurden antragsgem\u00e4\u00df durchgef\u00fchrt und bestandskr\u00e4ftig. Mit der Einkommensteuererkl\u00e4rung 2004 wiederholte der Kl\u00e4ger f\u00fcr die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte die Angaben aus dem Vorjahr und ermittelte Mehraufwendungen f\u00fcr Verpflegung f\u00fcr 230 Tage mit insgesamt 172 EUR. Dazu legte der Kl\u00e4ger eine Erkl\u00e4rung der KG vor, nach der bei einer Abwesenheit von mindestens acht Stunden ein Tagessatz von 5,25 EUR erstattet und die Abwesenheitsdauer jeweils anhand der Abwesenheit von der Wohnung und der regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitsst\u00e4tte bestimmt wurde. Mit weiterem Schreiben teilte die KG mit, dass der Kl\u00e4ger im Kalenderjahr 2004 an 193 Tagen im Au\u00dfendienst t\u00e4tig gewesen sei und seine Au\u00dfendienstt\u00e4tigkeit \u00fcberwiegend an seinem Wohnsitz begonnen und geendet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte mit Bescheid vom 9. Januar 2006 die Einkommensteuer f\u00fcr den Veranlagungszeitraum 2004 fest. Es ber\u00fccksichtigte dabei lediglich 193 Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte. Zus\u00e4tzlich erh\u00f6hte es nach \u00a7 8 Abs. 2 Satz 3 EStG den Bruttoarbeitslohn um 2.673 EUR durch Ansatz eines geldwerten Vorteils f\u00fcr die Nutzung des Firmenfahrzeugs f\u00fcr Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte auf Grundlage des Bruttolistenpreises des Firmenfahrzeugs. Zugleich \u00e4nderte das FA die bestandskr\u00e4ftigen Einkommensteuerbescheide der Streitjahre 2001 bis 2003 gem\u00e4\u00df \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 der Abgabenordnung, indem es zwar jeweils die Entfernungspauschalen ansetzte, aber den Bruttoarbeitslohn ebenfalls um den geldwerten Vorteil f\u00fcr die Nutzung des Firmenfahrzeugs f\u00fcr Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte erh\u00f6hte. Im Streitjahr 2001 ergab sich daraus ein weiterer geldwerter Vorteil in H\u00f6he von 5.216,40 DM, f\u00fcr die Streitjahre 2002 und 2003 solche in H\u00f6he von jeweils 2.673 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die dagegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage, im Wesentlichen damit begr\u00fcndet, dass die Betriebsst\u00e4tte der KG nicht die regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte des Kl\u00e4gers sei, wies das Finanzgericht (FG) aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 562 ver\u00f6ffentlichten Gr\u00fcnden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der dagegen eingelegten Revision r\u00fcgen die Kl\u00e4ger die Verletzung formellen und materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG M\u00fcnster vom 24. April 2009\u00a0\u00a010 K 1010\/07 E und die Einspruchsentscheidung vom 9. Februar 2007 f\u00fcr die Veranlagungszeitr\u00e4ume 2001, 2002 und 2003 aufzuheben sowie die Einkommensteuer f\u00fcr den Veranlagungszeitraum 2004 unter Ab\u00e4nderung des Bescheides vom 9. Januar 2006 i.d.F. der Einspruchsentscheidung vom 9. Februar 2007 um 2.673 EUR reduziert festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left: 18;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left: 18;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl\u00e4ger ist im Hinblick auf die Streitjahre 2001, 2002 und 2004 teilweise begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt insoweit zur \u00c4nderung des vorinstanzlichen Urteils und zur Stattgabe der Klage. Der Senat kann in der Sache selbst entscheiden (\u00a7 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). In Bezug auf das Streitjahr 2003 ist die Revision im Ergebnis unbegr\u00fcndet und insoweit zur\u00fcckzuweisen (\u00a7 126 Abs. 4 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die vom Kl\u00e4ger unternommenen streitigen Fahrten sind keine solchen zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte i.S. des \u00a7 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 1 EStG in der f\u00fcr die Streitjahre g\u00fcltigen Fassung. Die Zuschlagsregelung des \u00a7 8 Abs. 2 Satz 3 EStG ist daher ebenso wenig anzuwenden wie die Entfernungspauschale (\u00a7 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Arbeitsst\u00e4tte im Sinne der Zuschlagsregelung des \u00a7 8 Abs. 2 Satz 3 EStG ist die i.S. des \u00a7 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG. Das ist jede ortsfeste dauerhafte betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers, der der Arbeitnehmer zugeordnet ist und die er nicht nur gelegentlich, sondern mit einer gewissen Nachhaltigkeit, das hei\u00dft fortdauernd und immer wieder aufsucht. Auf diese mit den immer gleichen Wegen verbundene Arbeitsst\u00e4tte kann sich der Arbeitnehmer in unterschiedlicher Weise einstellen und so insbesondere auch auf eine Minderung der Wegekosten hinwirken, etwa durch Bildung von Fahrgemeinschaften, Nutzung \u00f6ffentlicher Verkehrsmittel und ggf. durch entsprechende Wohnsitznahme (st\u00e4ndige Rechtsprechung, zuletzt Senatsurteil vom 17. Juni 2010 VI R 20\/09, BFHE 230, 533, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Arbeitsst\u00e4tte in diesem Sinne ist allerdings nicht jeder beliebige T\u00e4tigkeitsort, sondern der Ort, an dem der Arbeitnehmer typischerweise seine Arbeitsleistung im Schwerpunkt zu erbringen hat (Senatsurteil vom 7. Juni 2002 VI R 53\/01, BFHE 199, 329, BStBl II 2002, 878). Dies wird regelm\u00e4\u00dfig der Betrieb oder eine Betriebsst\u00e4tte des Arbeitgebers sein. Der erkennende Senat hatte schon fr\u00fcher entschieden, dass es f\u00fcr die Annahme einer Arbeitsst\u00e4tte nicht ausreiche, wenn zahlreiche T\u00e4tigkeitsst\u00e4tten im zeitlichen Abstand immer wieder aufgesucht werden, sondern dass auch eine gewisse zeitliche Nachhaltigkeit und Dauerhaftigkeit in der T\u00e4tigkeit an diesen Orten erforderlich sei (Senatsurteil vom 2. Februar 1994 VI R 109\/89, BFHE 173, 179, BStBl II 1994, 422, unter 2. b a.E. zu \u00a7 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG). Daran ist festzuhalten. Soweit dort allerdings entschieden wurde, dass es ohne Belang sei, in welchem zeitlichen Umfang der Arbeitnehmer an der regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitsst\u00e4tte beruflich t\u00e4tig werde (zuletzt Senatsurteil vom 11. Mai 2005 VI R 25\/04, BFHE 209, 523, BStBl II 2005, 791), h\u00e4lt der Senat daran nicht weiter fest. F\u00fcr die regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte ist vielmehr entscheidend, wo sich der ortsgebundene Mittelpunkt der beruflichen T\u00e4tigkeit eines Arbeitnehmers befindet. Dort liegt die eine regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte, die ein Arbeitnehmer nur haben kann (vgl. Senatsurteil vom 9. Juni 2011 VI R 55\/10, BFHE 234, 164, www.bundesfinanzhof.de). Dieser Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen T\u00e4tigkeit bestimmt sich nach den qualitativen Merkmalen einer wie auch immer gearteten Arbeitsleistung, die der Arbeitnehmer an dieser Arbeitsst\u00e4tte im Einzelnen wahrnimmt oder wahrzunehmen hat sowie nach dem konkreten Gewicht dieser dort verrichteten T\u00e4tigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Angesichts dessen liegt die regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte am Betriebssitz des Arbeitgebers oder an einer sonstigen ortsfesten dauerhaften betrieblichen Einrichtung, welcher der Arbeitnehmer zugeordnet ist, wenn er diesen Ort nicht nur gelegentlich, sondern mit einer gewissen Nachhaltigkeit, d.h. fortdauernd und immer wieder aufsucht und dort schwerpunktm\u00e4\u00dfig t\u00e4tig wird. Dagegen gen\u00fcgt allein der Umstand, dass ein Arbeitnehmer den Betriebssitz oder sonstige Einrichtungen des Arbeitgebers mit einer gewissen Nachhaltigkeit aufsucht, f\u00fcr sich betrachtet nicht, um eine regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte zu begr\u00fcnden (so aber noch etwa Senatsurteil vom 5. August 2004 VI R 40\/03, BFHE 207, 225, BStBl II 2004, 1074, f\u00fcr den Heimatflughafen einer Flugbegleiterin).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Rechtsgrunds\u00e4tzen erf\u00fcllt der in B gelegene Betriebssitz der KG f\u00fcr den Kl\u00e4ger nicht die Voraussetzungen einer Arbeitsst\u00e4tte i.S. des \u00a7 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG. Denn der Kl\u00e4ger war am Betriebssitz seines Arbeitgebers nicht in einer Weise t\u00e4tig, die es rechtfertigt, diesen T\u00e4tigkeitsort als die (regelm\u00e4\u00dfige) Arbeitsst\u00e4tte i.S. des \u00a7 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG zu qualifizieren. Nach den nicht mit zul\u00e4ssigen Revisionsr\u00fcgen angegriffenen und f\u00fcr die Revisionsinstanz damit bindenden Feststellungen des FG hat der Kl\u00e4ger die Betriebsst\u00e4tte lediglich zu Kontrollzwecken aufgesucht, war dort ansonsten beruflich nicht t\u00e4tig und hatte dort auch keinen eingerichteten Arbeitsplatz zur Verf\u00fcgung. Es gen\u00fcgt nach der insoweit ge\u00e4nderten Rechtsprechung des Senats nicht, wenn der Arbeitnehmer den Betriebssitz seines Arbeitgebers allein zu Kontrollzwecken aufsucht, aber seiner eigentlichen T\u00e4tigkeit au\u00dferhalb des Betriebssitzes nachgeht. Von einer solchen au\u00dferhalb des Betriebssitzes ausge\u00fcbten T\u00e4tigkeit war im Streitfall bei dem als Au\u00dfendienstmitarbeiter besch\u00e4ftigten Kl\u00e4ger auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Den auch im Revisionsverfahren weiterverfolgten Klageantr\u00e4gen war betragsm\u00e4\u00dfig nicht in vollem Umfang zu entsprechen. Denn die Fahrten des Kl\u00e4gers von seiner Wohnung zum Betriebssitz der KG in B waren, wie ausgef\u00fchrt, keine solchen zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte. Angesichts dessen sind f\u00fcr diese Fahrten die Eink\u00fcnfte des Kl\u00e4gers aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit &#8211;insoweit entsprechend der Rechtsauffassung der Kl\u00e4ger&#8211; weder auf Grundlage der 0,03%-Zuschlagsregelung des \u00a7 8 Abs. 2 Satz 3 EStG zu erh\u00f6hen noch ist auf diese Fahrten &#8211;insoweit entgegen der Rechtsauffassung der Kl\u00e4ger&#8211; die Entfernungspauschale (\u00a7 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG in den in den Streitjahren geltenden Fassungen) anzuwenden. Da der Kl\u00e4ger die Fahrten zwischen Wohnung und Betriebssitz der KG mit dem vom Arbeitgeber gestellten Dienstwagen zur\u00fcckgelegt hatte und dem Kl\u00e4ger daher f\u00fcr diese Fahrten kein Aufwand entstanden war, kommt f\u00fcr diese Fahrten auch kein Werbungskostenabzug nach der Grundnorm des \u00a7 9 Abs. 1 Satz 1 EStG in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Unter Verrechnung der jeweils zu Unrecht angesetzten Entfernungspauschale einerseits und der Zuschl\u00e4ge nach \u00a7 8 Abs. 2 Satz 3 EStG andererseits f\u00fchrt dies in den Streitjahren 2001, 2002 und 2004 beim Kl\u00e4ger jeweils nur zu einer Eink\u00fcnfteminderung in H\u00f6he von 491 DM, 297 EUR und 67 EUR. Nur in diesem Umfang ist die Revision begr\u00fcndet und der Klage zu entsprechen. F\u00fcr das Streitjahr 2003 f\u00fchrt die Verrechnung von Entfernungspauschale und Zuschlag zu einer Erh\u00f6hung der Eink\u00fcnfte um 1.375 EUR. Insoweit ist die Revision unbegr\u00fcndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Nachdem die Kl\u00e4ger mit ihrer Rechtsauffassung, dass die streitigen Fahrten keine solchen zwischen Wohnung und Arbeitsst\u00e4tte seien, durchgedrungen sind, kann f\u00fcr den Streitfall dahinstehen, ob es das FG tats\u00e4chlich verfahrensfehlerhaft vers\u00e4umt hat, zur Bestimmung und Beurteilung des Begriffs der regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitsst\u00e4tte den Sachverhalt weiter aufzukl\u00e4ren (Senatsurteil vom 11. Februar 2010 VI R 65\/08, BFHE 228, 421, BStBl II 2010, 628, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.6.2011, VI R 58\/09 Regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte Leits\u00e4tze 1. Der Betriebssitz des Arbeitgebers, den der Arbeitnehmer zwar regelm\u00e4\u00dfig, aber lediglich zu Kontrollzwecken aufsucht, ohne dort seiner eigentlichen beruflichen T\u00e4tigkeit nachzugehen, ist nicht die regelm\u00e4\u00dfige Arbeitsst\u00e4tte i.S. des \u00a7 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG. 2. Nutzt der Arbeitnehmer den ihm \u00fcberlassenen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-58-09-regelmaessige-arbeitsstaette\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;58\/09 &#8211; Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[963],"class_list":["post-9619","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online","tag-regelmasige-arbeitsstatte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9619","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9619"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9619\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9619"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9619"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9619"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}