{"id":9620,"date":"2012-12-06T05:00:32","date_gmt":"2012-12-06T03:00:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9620"},"modified":"2012-12-06T05:00:32","modified_gmt":"2012-12-06T03:00:32","slug":"vi-r-36-10-auswaertstaetigkeit-bei-einsatz-in-verschiedenen-filialen-regelmaessige-arbeitsstaette-bei-mehreren-taetigkeitsstaetten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-36-10-auswaertstaetigkeit-bei-einsatz-in-verschiedenen-filialen-regelmaessige-arbeitsstaette-bei-mehreren-taetigkeitsstaetten\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;36\/10 &#8211; Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit bei Einsatz in verschiedenen Filialen &#8211; Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte bei mehreren T&auml;tigkeitsst&auml;tten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.6.2011, VI R 36\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit bei Einsatz in verschiedenen Filialen &#8211; Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte bei mehreren T&auml;tigkeitsst&auml;tten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein Arbeitnehmer, der in verschiedenen Filialen seines Arbeitgebers wechselnd t&auml;tig ist, &uuml;bt eine Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit aus, wenn keine der T&auml;tigkeitsst&auml;tten eine hinreichend zentrale Bedeutung gegen&uuml;ber den anderen T&auml;tigkeitsorten hat.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob eine F&uuml;hrungskraft, die die Filialen einer Supermarktkette betreut und diese immer wieder aufsucht, an jeder dieser Filialen eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) war in den Streitjahren 2002 bis 2004 als Distriktmanagerin bei der K-AG nichtselbst&auml;ndig t&auml;tig. Sie war nach ihrem Dienstvertrag f&uuml;r den Erfolg der ihr zugeordneten Filialen verantwortlich. Als F&uuml;hrungskraft der Marktleitungen oblag ihr u.a. die F&ouml;rderung der fachlichen und pers&ouml;nlichen Entwicklung der jeweiligen Marktleiter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin war in den Streitjahren f&uuml;r 15 Filialen der K-AG zust&auml;ndig. Sie suchte s&auml;mtliche Filialen z.T. in regelm&auml;&szlig;igen, aber auch in unregelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden immer wieder auf. Die K-AG hatte ihr einen Dienstwagen zur Nutzung &uuml;berlassen, den sie auch f&uuml;r private Zwecke nutzen durfte und f&uuml;r welchen sie ein Fahrtenbuch f&uuml;hrte. Die anfallenden (laufenden) Kosten f&uuml;r das Fahrzeug trug die K-AG. Die verauslagten Kosten f&uuml;r Benzin wurden der Kl&auml;gerin von der K-AG erstattet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Steuererkl&auml;rungen der Streitjahre beantragte die Kl&auml;gerin u.a. den Abzug von &quot;Reisekosten f&uuml;r eine Einsatzwechselt&auml;tigkeit&quot;. Zum einen begehrte sie den Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen f&uuml;r 2002 in H&ouml;he von 2.010 EUR, f&uuml;r 2003 in H&ouml;he von 1.962 EUR sowie f&uuml;r 2004 in H&ouml;he von 1.824 EUR. Zum anderen machte sie in allen Streitjahren f&uuml;r die Fahrten von ihrer Wohnung zu den Filialen Reisekosten in H&ouml;he von 3.960 EUR geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die geltend gemachten Verpflegungsmehraufwendungen nicht und legte den Fahrtkosten von der Wohnung zur jeweils zuerst angefahrenen und von der zuletzt aufgesuchten Filiale zur Wohnung die Entfernungspauschale zu Grunde. Insofern lie&szlig; das FA f&uuml;r die Fahrten im Jahr 2002 insgesamt 1.672 EUR, f&uuml;r 2003&nbsp;&nbsp;2.668 EUR und f&uuml;r 2004&nbsp;&nbsp;1.980 EUR als Fahrtkosten zum Werbungskostenabzug zu. Die dagegen eingelegten Einspr&uuml;che der Kl&auml;gerin blieben ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 2014 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin sinngem&auml;&szlig; die Verletzung formellen und materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG M&uuml;nchen vom 18. August 2009&nbsp;&nbsp;2 K 4031\/06 sowie die Einspruchsentscheidung vom 14. September 2006 aufzuheben und die Einkommensteuerbescheide vom 29. Juni 2004, vom 9. Februar 2005 und vom 6. April 2006 in der Weise zu &auml;ndern, dass die Einkommensteuer f&uuml;r 2002 auf 15.203 EUR, f&uuml;r 2003 auf 16.346 EUR sowie f&uuml;r 2004 auf 16.997 EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat der Kl&auml;gerin zu Unrecht mehrere regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tten zugeordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Mehraufwendungen f&uuml;r die Verpflegung des Steuerpflichtigen sind gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 5 i.V.m. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) nicht abziehbare Werbungskosten. Wird der Steuerpflichtige jedoch vor&uuml;bergehend von seiner Wohnung und dem Mittelpunkt seiner dauerhaft angelegten betrieblichen T&auml;tigkeit entfernt betrieblich t&auml;tig, so ist nach Satz 2 der Vorschrift f&uuml;r jeden Kalendertag, an dem der Steuerpflichtige wegen dieser vor&uuml;bergehenden T&auml;tigkeit von seiner Wohnung und seinem T&auml;tigkeitsmittelpunkt &uuml;ber eine bestimmte Dauer abwesend ist, ein nach dieser Dauer gestaffelter Pauschbetrag abzusetzen. Dies gilt entsprechend, wenn der Steuerpflichtige bei seiner individuellen beruflichen T&auml;tigkeit typischerweise nur an wechselnden T&auml;tigkeitsst&auml;tten oder auf einem Fahrzeug t&auml;tig wird (&sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 3 EStG). Der Begriff des T&auml;tigkeitsmittelpunkts (&sect; 4 Nr. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 2 EStG) entspricht dem Begriff der (regelm&auml;&szlig;igen) Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Fahrten zwischen Wohnung und wechselnden T&auml;tigkeitsst&auml;tten sind gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG mit den tats&auml;chlichen Kosten als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen. Die Regelung des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG kommt nicht in Betracht. Denn die Vorschrift erfasst nur Fahrten zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG ist (nur) der (ortsgebundene) Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen T&auml;tigkeit des Arbeitnehmers (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 11. Mai 2005 VI R 25\/04, BFHE 209, 523, BStBl II 2005, 791; VI R 15\/04, BFHE 209, 515, BStBl II 2005, 788; vom 14. September 2005 VI R 93\/04, BFH\/NV 2006, 53) und damit der Ort, an dem der Arbeitnehmer seine aufgrund des Dienstverh&auml;ltnisses geschuldete Leistung zu erbringen hat (BFH-Urteile vom 7. Juni 2002 VI R 53\/01, BFHE 199, 329, BStBl II 2002, 878; in BFHE 209, 523, BStBl II 2005, 791; in BFH\/NV 2006, 53). Dies ist im Regelfall der Betrieb oder eine Betriebsst&auml;tte des Arbeitgebers, der der Arbeitnehmer zugeordnet ist und die er nicht nur gelegentlich, sondern mit einer gewissen Nachhaltigkeit, also fortdauernd und immer wieder aufsucht (BFH-Urteil vom 22. September 2010 VI R 54\/09, BFHE 231, 127, BStBl II 2011, 354, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Liegen diese Voraussetzungen vor, so konnte ein Arbeitnehmer nach bisher st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH auch mehrere regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tten nebeneinander innehaben (vgl. zuletzt Urteile in BFHE 209, 515, BStBl II 2005, 788 f&uuml;r mehrere im Wechsel aufgesuchte Busdepots bei einem Linienbusfahrer, und in BFH\/NV 2006, 53 f&uuml;r mehrere im Wechsel aufgesuchte Rettungsstationen bei einem Rettungsassistenten; s.a. H 9.4 &#8211;Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte&#8211; des Lohnsteuer-Handbuchs 2011). Hieran h&auml;lt der erkennende Senat jedoch nicht l&auml;nger fest (s.a. Senatsentscheidung vom 9. Juni 2011 VI R 55\/10, BFHE 234, 164, www.bundesfinanzhof.de). Denn der ortsgebundene Mittelpunkt der beruflichen T&auml;tigkeit des Arbeitnehmers kann nur an einem Ort liegen. Nur insoweit kann sich der Arbeitnehmer auf die immer gleichen Wege einstellen und so (etwa durch Fahrgemeinschaften, &ouml;ffentliche Verkehrsmittel oder eine zielgerichtete Wohnsitznahme in der N&auml;he der regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte) auf eine Minderung der Wegekosten hinwirken. Damit stellt sich &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG auch nur insoweit als sachgerechte und folgerichtige Ausnahme vom objektiven Nettoprinzip dar. &Uuml;bt der Arbeitnehmer hingegen an mehreren betrieblichen Einrichtungen des Arbeitgebers seinen Beruf aus, ist es ihm regelm&auml;&szlig;ig nicht m&ouml;glich, die anfallenden Wegekosten durch derartige Ma&szlig;nahmen gering zu halten. Denn die unter Umst&auml;nden nicht verl&auml;sslich vorhersehbare Notwendigkeit, verschiedene T&auml;tigkeitsst&auml;tten aufsuchen zu m&uuml;ssen, erlaubt es dem Arbeitnehmer nicht, sich immer auf die gleichen Wege einzustellen. In einem solche Fall l&auml;sst sich die Einschr&auml;nkung der Steuererheblichkeit von Wegekosten durch die Entfernungspauschale (&sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG) nicht rechtfertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ist der Arbeitnehmer in mehreren betrieblichen Einrichtungen des Arbeitgebers t&auml;tig, sind deshalb die Umst&auml;nde des Einzelfalles zu w&uuml;rdigen und der ortsgebundene Mittelpunkt der beruflichen T&auml;tigkeit zu bestimmen. Hierbei ist insbesondere zu ber&uuml;cksichtigen, welcher T&auml;tigkeitsst&auml;tte der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber zugeordnet worden ist, welche T&auml;tigkeit er an den verschiedenen Arbeitsst&auml;tten im Einzelnen wahrnimmt oder wahrzunehmen hat und welches konkrete Gewicht dieser T&auml;tigkeit zukommt. Allein der Umstand, dass der Arbeitnehmer eine T&auml;tigkeitsst&auml;tte im zeitlichen Abstand immer wieder aufsucht, reicht f&uuml;r die Annahme einer regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte jedenfalls dann nicht aus, wenn der Steuerpflichtige fortdauernd und immer wieder verschiedene Betriebsst&auml;tten seines Arbeitgebers aufsucht (vgl. bereits BFH-Urteil in BFHE 199, 329, BStBl II 2002, 878). Der regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte muss vielmehr hinreichend zentrale Bedeutung gegen&uuml;ber den weiteren T&auml;tigkeitsorten zukommen (BFH-Urteil vom 4. April 2008 VI R 85\/04, BFHE 221, 11, BStBl II 2008, 887).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG ist von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Die Vorentscheidung ist daher aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG hat im zweiten Rechtsgang festzustellen, ob die Kl&auml;gerin unter Beachtung der o.g. Grunds&auml;tze in den Streitjahren &uuml;berhaupt eine regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte innehatte oder ob sie nicht insgesamt eine Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit ausge&uuml;bt hat (s. Schmidt\/Drenseck, EStG, 30. Aufl., &sect; 9 Rz 118). Der Abzug der Mehraufwendungen f&uuml;r die Verpflegung bestimmt sich in diesem Fall nach &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 3 EStG. Der bisher gew&auml;hrte Abzug der Kosten f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG ist r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Andererseits kommt eine Minderung des Bruttoarbeitslohns im Hinblick auf die Versteuerung eines geldwerten Vorteils gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs. 2 Satz 3 EStG in Betracht. Der Abzug tats&auml;chlicher Kosten f&uuml;r die Wege zwischen Wohnung und T&auml;tigkeitsst&auml;tte gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG scheidet mangels eigener Aufwendungen der Kl&auml;gerin aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat muss nicht entscheiden, ob dem FG die von der Kl&auml;gerin ger&uuml;gten Verfahrensfehler unterlaufen sind, da die Revision bereits aus anderen Gr&uuml;nden zur Aufhebung der Vorentscheidung f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.6.2011, VI R 36\/10 Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit bei Einsatz in verschiedenen Filialen &#8211; Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte bei mehreren T&auml;tigkeitsst&auml;tten Leits&auml;tze Ein Arbeitnehmer, der in verschiedenen Filialen seines Arbeitgebers wechselnd t&auml;tig ist, &uuml;bt eine Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit aus, wenn keine der T&auml;tigkeitsst&auml;tten eine hinreichend zentrale Bedeutung gegen&uuml;ber den anderen T&auml;tigkeitsorten hat. Tatbestand 1&nbsp; I. 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