{"id":9634,"date":"2012-12-06T05:00:34","date_gmt":"2012-12-06T03:00:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9634"},"modified":"2012-12-06T05:00:34","modified_gmt":"2012-12-06T03:00:34","slug":"xi-b-67-10-keine-beruecksichtigung-eines-nach-urteilsverkuendung-eingegangenen-schriftsatzes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-67-10-keine-beruecksichtigung-eines-nach-urteilsverkuendung-eingegangenen-schriftsatzes\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;67\/10 &#8211; Keine Ber&uuml;cksichtigung eines nach Urteilsverk&uuml;ndung eingegangenen Schriftsatzes"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.6.2011, XI B 67\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Ber&uuml;cksichtigung eines nach Urteilsverk&uuml;ndung eingegangenen Schriftsatzes<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Nichtzulassungsbeschwerde (&sect; 116 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) betrieb in den Jahren 1996 und 1997 (Streitjahre) als Einzelunternehmer einen Handel mit Nutzfahrzeugen. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) versagte im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung in den Umsatzsteuerbescheiden f&uuml;r 1996 und 1997 vom 18. M&auml;rz 2004 den vom Kl&auml;ger geltend gemachten Vorsteuerabzug aus den Lieferungen von LKW, weil es sich bei den Lieferanten um Scheinfirmen gehandelt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage in diesem Streitpunkt ab. Es f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus, soweit der Kl&auml;ger die streitigen Rechnungen vorgelegt habe, berechtigten diese nicht zum Vorsteuerabzug nach &sect; 15 Abs. 1 Nr. 1 des Umsatzsteuergesetzes 1993 (UStG). In den meisten Rechnungen sei entgegen &sect; 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 UStG der Zeitpunkt der Lieferung nicht angegeben worden (Hinweis auf das Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17. Dezember 2008 XI R 62\/07, BFHE 223, 535, BStBl II 2009, 432). In einer Rechnung, die m&ouml;glicherweise diese Voraussetzung erf&uuml;lle, sei entgegen &sect; 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 UStG der Leistungsempf&auml;nger nicht richtig angegeben worden, weil diese Rechnung nicht an den Kl&auml;ger A, sondern an eine &quot;A Nutzfahrzeuge GmbH&quot; adressiert sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist nicht gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO wegen eines Verfahrensmangels zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger r&uuml;gt mit seiner Nichtzulassungsbeschwerde einen &quot;Form- bzw. Verfahrensfehler&quot;, weil das FG seinen Vortrag in einem Telefax vom 10. Juni 2010 nicht mehr ber&uuml;cksichtigt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der ger&uuml;gte Verfahrensfehler liegt nicht vor. Das FG hat in seinem Urteil &#8211;vom Kl&auml;ger in seiner Beschwerde nicht bestritten&#8211; ausgef&uuml;hrt, dass das Telefax am 10. Juni 2010 erst nach Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung und Urteilsverk&uuml;ndung (13:52 Uhr) um 13:56 Uhr bei Gericht eingegangen ist (Urteil, S. 5). Ein Schriftsatz ist aber nicht mehr zu ber&uuml;cksichtigen, wenn ihn der Kl&auml;ger bei Gericht einreicht, nachdem das Urteil durch Verk&uuml;ndung wirksam geworden ist (vgl. BFH-Beschluss vom 15. Mai 2003 IX B 30\/03, BFH\/NV 2003, 1206).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen kann die Vorentscheidung auf dem vom Kl&auml;ger geltend gemachten Verfahrensmangel nicht &#8211;wie nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO erforderlich&#8211; beruhen. Nach der insoweit ma&szlig;geblichen (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 21. Juni 2010 IX B 25\/10, BFH\/NV 2010, 2052) &#8211;und zutreffenden&#8211; Rechtsauffassung des FG war der Inhalt des Telefax f&uuml;r die getroffene Entscheidung nicht erheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Revision ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO wegen Divergenz zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer Divergenzr&uuml;ge i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO geh&ouml;rt u.a. eine hinreichend genaue Bezeichnung der vermeintlichen Divergenzentscheidung sowie die Gegen&uuml;berstellung tragender, abstrakter Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits, um eine Abweichung erkennbar zu machen (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 24. November 2010 VI B 32\/10, BFH\/NV 2011, 511, unter II.3., m.w.N.). Des Weiteren ist auszuf&uuml;hren, dass es sich im Streitfall um einen vergleichbaren Sachverhalt und eine identische Rechtsfrage handele (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 20. Februar 2008 VIII B 103\/07, BFH\/NV 2008, 980; vom 22. Juli 2008 II B 47\/07, BFH\/NV 2008, 1846, unter II.2., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Anforderungen wird das Vorbringen des Kl&auml;gers nicht gerecht. Er hat schon keine voneinander abweichenden Rechtss&auml;tze gegen&uuml;bergestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Kl&auml;ger insbesondere geltend macht, die vom FG angef&uuml;hrte Entscheidung in BFHE 223, 535, BStBl II 2009, 432 sei zum UStG 2005 ergangen und deshalb auf die hier erfolgten Lieferungen in den Jahren 1996 und 1997 nicht anwendbar, weist der Senat darauf hin, dass &#8211;wie in &sect; 14 Abs. 4 Nr. 6 UStG 2005&#8211; auch nach &sect; 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 UStG in der in den Streitjahren geltenden Fassung die Rechnungen &quot;den Zeitpunkt der Lieferung oder der sonstigen Leistung&quot; enthalten mussten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Eine Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung scheidet ebenfalls aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger h&auml;lt die Rechtsfrage f&uuml;r grunds&auml;tzlich bedeutsam, &quot;ob die Finanzbeh&ouml;rden einem gutgl&auml;ubigen Steuerpflichtigen das Risiko f&uuml;r den Verlust von Vorsteuern aus Rechnungen aufb&uuml;rden kann, wenn dieser Betr&uuml;gern aufgesessen ist oder ob in diesen F&auml;llen dem Gesetzgeber mit einem &Uuml;berma&szlig;gebot Einhalt zu gebieten ist&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er hat aber eine grunds&auml;tzliche Bedeutung dieser Rechtsfrage nicht dargelegt. Denn seinem Vorbringen hierzu l&auml;sst sich nicht entnehmen, dass die zu entscheidende Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig ist. Dazu bedarf es der Auseinandersetzung mit der einschl&auml;gigen Rechtsprechung (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 1. August 2008 V B 25\/08, juris; BFH-Urteil vom 12. August 2009 XI R 48\/07, BFH\/NV 2010, 259) und der Darlegung, weshalb die bestehenden Rechtsprechungsgrunds&auml;tze auf den Streitfall nicht &uuml;bertragbar sind (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 8. August 2002 II B 62\/01, BFH\/NV 2003, 62; vom 15. Februar 2008 XI B 179\/07, BFH\/NV 2008, 819). Daran mangelt es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem w&auml;re die vom Kl&auml;ger als grunds&auml;tzlich bezeichnete Rechtsfrage in dem von ihm angestrebten Revisionsverfahren nicht kl&auml;rbar. Denn die Entscheidung dar&uuml;ber, ob wegen eines guten Glaubens an die Richtigkeit der Angabe des Leistenden in den Rechnungen ein Vorsteuerabzug aus Vertrauensschutzgr&uuml;nden zu gew&auml;hren ist, geh&ouml;rt nicht in das Festsetzungs-, sondern in das Billigkeitsverfahren nach den &sect;&sect; 163, 227 der Abgabenordnung (vgl. BFH-Urteile vom 30. April 2009 V R 15\/07, BFHE 225, 254, BStBl II 2009, 744; in BFH\/NV 2010, 259, unter II.1.c bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen ergibt sich aus den Feststellungen des FG, die f&uuml;r den Senat gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO bindend sind, kein Anhaltspunkt daf&uuml;r, dass der Kl&auml;ger gutgl&auml;ubig gewesen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die im nach Ablauf der Begr&uuml;ndungsfrist und damit versp&auml;tet eingereichten Schriftsatz vom 26. Januar 2011 enthaltenen Ausf&uuml;hrungen sind, soweit sie nicht nur erl&auml;uternder, erg&auml;nzender oder vervollst&auml;ndigender Natur sind, unbeachtlich (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 25. September 2006 VI B 69\/05, BFH\/NV 2007, 83, unter 3., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 9.6.2011, XI B 67\/10 Keine Ber&uuml;cksichtigung eines nach Urteilsverk&uuml;ndung eingegangenen Schriftsatzes Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Nichtzulassungsbeschwerde (&sect; 116 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) ist unbegr&uuml;ndet. 2&nbsp; 1. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) betrieb in den Jahren 1996 und 1997 (Streitjahre) als Einzelunternehmer einen Handel mit Nutzfahrzeugen. 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