{"id":9649,"date":"2012-12-06T04:19:12","date_gmt":"2012-12-06T02:19:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9649"},"modified":"2012-12-06T04:19:12","modified_gmt":"2012-12-06T02:19:12","slug":"ii-b-24-11-aktenuebersendung-in-das-buero-eines-prozessbevollmaechtigten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-24-11-aktenuebersendung-in-das-buero-eines-prozessbevollmaechtigten\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;24\/11 &#8211; Akten&uuml;bersendung in das B&uuml;ro eines Prozessbevollm&auml;chtigten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.7.2011, II B 24\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Akten&uuml;bersendung in das B&uuml;ro eines Prozessbevollm&auml;chtigten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) beantragte, ihm die Akten des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zur Einsicht in seine Kanzleir&auml;ume zu &uuml;bersenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) lehnte den Antrag ab. Es entspreche einer &Uuml;bung des erkennenden Senats, Gerichts- und Verwaltungsakten nicht zum Zweck der Gew&auml;hrung von Akteneinsicht nach &sect; 78 der Finanzgerichtsordnung (FGO) in das B&uuml;ro von Prozessbevollm&auml;chtigten zu &uuml;bersenden. Diese h&auml;tten jedoch nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) die M&ouml;glichkeit, die angeforderten Akten beim beklagten FA oder einem Gericht in der N&auml;he ihrer Kanzlei einzusehen. Eine elektronische Akten&uuml;bermittlung sei bereits aus technischen Gr&uuml;nden nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung seiner gegen die Ablehnung gerichteten Beschwerde f&uuml;hrt der Prozessbevollm&auml;chtigte aus, es sei kein Grund erkennbar, ihm die angeforderten Akten nicht pers&ouml;nlich zu &uuml;berlassen. Eine Beeintr&auml;chtigung der Senate des FG k&ouml;nne insoweit ausgeschlossen werden und es w&uuml;rden durch die Akten&uuml;berlassung auch keinerlei Rechte beeintr&auml;chtigt. Die vom FG angegebene BFH-Rechtsprechung sei &uuml;berholt, weil es inzwischen unschwer m&ouml;glich sei, Akten sofort zu kopieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat der Beschwerde nicht abgeholfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 78 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1 FGO k&ouml;nnen die Beteiligten die Gerichtsakte und die dem Gericht vorgelegten Akten einsehen und sich auf ihre Kosten durch die Gesch&auml;ftsstelle Ausfertigungen, Ausz&uuml;ge und Abschriften erteilen lassen. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH ergibt sich aus dem Begriff &quot;einsehen&quot; und der Regelung &uuml;ber die Erteilung von Abschriften usw. durch die Gesch&auml;ftsstelle, dass die Einsichtnahme der Akten bei Gericht die Regel sein soll und eine vor&uuml;bergehende &Uuml;berlassung von Akten an den Prozessbevollm&auml;chtigten nur ausnahmsweise in Betracht kommt (vgl. etwa BFH-Beschl&uuml;sse vom 11. Juni 2002 V B 5\/02, BFH\/NV 2002, 1464; vom 23. Juli 2003 VII B 188\/03, BFH\/NV 2003, 1595; vom 31. Oktober 2008 V B 29\/08, BFH\/NV 2009, 194; vom 26. Januar 2006 III B 166\/05, BFH\/NV 2006, 963; vom 2. September 2009 III B 246\/08, BFH\/NV 2010, 49; vom 9. Juni 2010 II B 47\/10, BFH\/NV 2010, 1653). Dem steht entgegen der Auffassung des Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin auch die technische Fortentwicklung der Kopiertechnik nicht entgegen, weil sich der Vorrang der Akteneinsichtnahme bei Gericht unmittelbar aus dem Wortlaut des &sect; 78 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1 FGO ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die vorgenannte Rechtsprechung verletzt auch keine Grundrechte oder grundrechtsgleichen Rechte (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2010, 1653). Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat durch Beschluss vom 8. Oktober 2002&nbsp;&nbsp;1 BvR 1503\/02 (Deutsche Steuer-Zeitung 2003, 46) die Verfassungsbeschwerde gegen den BFH-Beschluss in BFH\/NV 2002, 1464 nicht zur Entscheidung angenommen. Dem Beschluss des BVerfG vom 12. Februar 1998&nbsp;&nbsp;1 BvR 272\/97 (Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 1998, 836), der die Gew&auml;hrung von Akteneinsicht im verwaltungsgerichtlichen Verfahren betraf (&sect; 100 Abs. 2 Satz 3 der Verwaltungsgerichtsordnung in der bis 31. Juli 2001 geltenden Fassung &#8211;VwGO a.F.&#8211;), k&ouml;nnen keine Aussagen f&uuml;r das finanzgerichtliche Verfahren entnommen werden (BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2003, 1595, und in BFH\/NV 2006, 963), denn &sect; 78 FGO enth&auml;lt anders als die VwGO keine Regelung, dass die Akten nach dem Ermessen des Vorsitzenden dem bevollm&auml;chtigten Rechtsanwalt (&sect; 100 Abs. 2 Satz 3 VwGO a.F.) bzw. der bevollm&auml;chtigten Person (&sect; 100 Abs. 2 Satz 2 VwGO in der Fassung ab April 2005) zur Mitnahme in seine bzw. ihre Gesch&auml;ftsr&auml;ume &uuml;bergeben werden k&ouml;nnen. Vielmehr hat das BVerfG im Beschluss vom 26. August 1981&nbsp;&nbsp;2 BvR 637\/81 (H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1982, 77; ebenso BVerfG-Beschluss vom 11. Juli 1984&nbsp;&nbsp;1 BvR 1523\/83, Die Information f&uuml;r Steuerberater und Wirtschaftspr&uuml;fer 1984, 478) ausgef&uuml;hrt, dass die Art und Weise, wie Akteneinsicht zu gew&auml;hren ist, in den einzelnen Verfahrensordnungen unterschiedlich geregelt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Bevollm&auml;chtigte hat auch keine hinreichenden Gr&uuml;nde f&uuml;r eine ausnahmsweise &Uuml;bersendung der Akten in die Kanzleir&auml;ume vorgetragen. Dies w&auml;re umso mehr erforderlich gewesen, als die angeforderte Steuerakte nur geringen Umfang hat und durchgehend paginiert ist, so dass die bei Gericht oder an Amtsstelle zu kopierenden Seiten leicht benannt werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung wird abgesehen (&sect; 113 Abs. 2 Satz 3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.7.2011, II B 24\/11 Akten&uuml;bersendung in das B&uuml;ro eines Prozessbevollm&auml;chtigten Tatbestand 1&nbsp; I. 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