{"id":9662,"date":"2012-12-06T04:44:41","date_gmt":"2012-12-06T02:44:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9662"},"modified":"2012-12-06T04:44:41","modified_gmt":"2012-12-06T02:44:41","slug":"iv-b-143-09-zeitpunkt-des-entschlusses-zur-betriebsaufgabe-darlegungen-zur-ruege-eines-verzichtbaren-verfahrensfehlers-innerhalb-der-beschwerdebegruendungsfrist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-143-09-zeitpunkt-des-entschlusses-zur-betriebsaufgabe-darlegungen-zur-ruege-eines-verzichtbaren-verfahrensfehlers-innerhalb-der-beschwerdebegruendungsfrist\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;143\/09 &#8211; Zeitpunkt des Entschlusses zur Betriebsaufgabe &#8211; Darlegungen zur R&uuml;ge eines verzichtbaren Verfahrensfehlers innerhalb der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.6.2011, IV B 143\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Zeitpunkt des Entschlusses zur Betriebsaufgabe &#8211; Darlegungen zur R&uuml;ge eines verzichtbaren Verfahrensfehlers innerhalb der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet. Die Revision ist weder wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen, noch ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO). Auch ein Verfahrensmangel, auf dem das Urteil beruht (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO), liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) sind nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Rechtsfrage hat grunds&auml;tzliche Bedeutung, wenn ihre Beantwortung durch den BFH aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Dabei muss es sich um eine aus rechtssystematischen Gr&uuml;nden bedeutsame Frage handeln, die kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im zu erwartenden Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 21. April 2010 IV B 32\/09, BFH\/NV 2010, 1469, unter II.2. der Gr&uuml;nde, m.w.N.) Ein im allgemeinen Interesse liegendes Bed&uuml;rfnis nach Kl&auml;rung der Rechtsfrage besteht, wenn diese sich nicht ohne weiteres aus dem Gesetz beantworten l&auml;sst, wenn sie nicht bereits durch die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung hinreichend gekl&auml;rt ist oder wenn neue Gesichtspunkte zu Unsicherheiten in der Beantwortung der Rechtsfrage f&uuml;hren und eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung durch den BFH erforderlich machen (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2010, 1469). An der Kl&auml;rungsf&auml;higkeit einer Rechtsfrage fehlt es, wenn diese im zu erwartenden Revisionsverfahren nicht entscheidungserheblich ist, weil die vom Finanzgericht (FG) getroffenen, f&uuml;r den BFH bindenden Feststellungen unabh&auml;ngig von der Beantwortung der aufgeworfenen Rechtsfrage zu dem vom FG vertretenen Ergebnis f&uuml;hren (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 8. Dezember 2003 I B 67\/03, BFH\/NV 2004, 648, und vom 18. September 2007 IV B 87\/06, BFH\/NV 2008, 105).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es kann dahingestellt bleiben, ob die von den Kl&auml;gern und Beschwerdef&uuml;hrern (Kl&auml;ger) aufgeworfene Rechtsfrage von grunds&auml;tzlicher Bedeutung ist, inwieweit die unbefristete und gegen Einmalzahlung erfolgte Ver&auml;u&szlig;erung nicht ausschlie&szlig;licher Nutzungsrechte an Marken im Gegensatz zu einer lediglich befristeten Markenlizenzeinr&auml;umung gegen laufende Zahlungen als Teil einer Betriebsaufgabe i.S. des &sect; 16 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) angesehen werden kann. Diese Rechtsfrage, die auch die von den Kl&auml;gern aufgeworfene Frage umfasst, unter welchen Voraussetzungen eine stufenweise Verwertung von Markenrechten im Rahmen einer geplanten Betriebsaufgabe i.S. des &sect; 16 Abs. 3 EStG m&ouml;glich ist, ist im zu erwartenden Revisionsverfahren jedenfalls nicht kl&auml;rungsf&auml;hig. Denn die Rechtsfrage ist im zu erwartenden Revisionsverfahren nicht entscheidungserheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat in seinem Urteil keinen Anhaltspunkt daf&uuml;r gesehen, dass die Kl&auml;ger bei den Verhandlungen mit der Firma F und beim Vertragsabschluss am 20. Mai 1998 bereits den Entschluss gefasst hatten, ihren Betrieb endg&uuml;ltig aufzugeben. Diese Sachverhaltsw&uuml;rdigung ist f&uuml;r die Revisionsinstanz bindend, da sie auf Grundlage der festgestellten Tatsachen vertretbar und nachvollziehbar ist (s.a. BFH-Urteil vom 26. Mai 2009 VII R 28\/08, BFHE 225, 543, unter II.3. der Gr&uuml;nde; BFH-Beschluss vom 6. September 2010 IV B 104\/09, BFH\/NV 2011, 29). Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass es im Streitfall an einer tragf&auml;higen Tatsachengrundlage f&uuml;r diese Sachverhaltsw&uuml;rdigung gefehlt hat und daher gegen die Denkgesetze oder Erfahrungss&auml;tze in einem solchen Ma&szlig;e versto&szlig;en wurde, dass die Entscheidung objektiv willk&uuml;rlich ist (zu der revisionsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung in diesem Fall vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28. Juli 2003 III B 125\/02, BFH\/NV 2003, 1445; in BFH\/NV 2011, 29; BFH-Urteil vom 25. September 2007 VII R 28\/06, BFHE 218, 448), sind nicht ersichtlich. Der von den Kl&auml;gern vorgetragene Versto&szlig; gegen die Denkgesetze dadurch, dass das FG die schriftliche Fixierung des Gesellschaftsvertrags am 29. April 1998 als Indiz f&uuml;r eine damals noch geplante Fortf&uuml;hrung des Unternehmens gew&uuml;rdigt habe, liegt schon deshalb nicht vor, weil die Vorinstanz in dem hier angegriffenen Urteil ihre &Uuml;berzeugung von dem fehlenden Betriebsaufgabewillen der Kl&auml;ger nicht auf eine W&uuml;rdigung der schriftlichen Fixierung des Gesellschaftsvertrags am 29. April 1998 gest&uuml;tzt hat. Lediglich im Er&ouml;rterungstermin vertrat der Berichterstatter die Auffassung, dass der Wortlaut der Vereinbarung vom 29. April 1998 gegen einen schon zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Betriebsaufgabewillen spreche. Diese vorl&auml;ufige Sachverhaltsw&uuml;rdigung fand keinen Eingang in das hier angegriffene Urteil. Zu dem insoweit ger&uuml;gten Versto&szlig; gegen die Sachaufkl&auml;rungspflicht s. unter 3.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Somit hat die Revisionsinstanz auch im zu erwartenden Revisionsverfahren von einem fehlenden Betriebsaufgabeentschluss der Kl&auml;ger bei den Verhandlungen und dem Vertragsschluss mit der Firma F auszugehen. Unabh&auml;ngig von der von den Kl&auml;gern aufgeworfenen Rechtsfrage kann daher auch im Revisionsverfahren der Ertrag aus dem Markenlizenzvertrag nur als laufender Gewinn qualifiziert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die von den Kl&auml;gern weiterhin dargelegte Rechtsfrage, zu welchem Zeitpunkt der Aufgabeentschluss des Betriebsinhabers bei einer Betriebsaufgabe durch mehrstufige Ver&auml;u&szlig;erung des Betriebs vorliegen muss, ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, da diese Rechtsfrage bereits h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt ist. Von den Kl&auml;gern wurden auch keine neuen Gesichtspunkte vorgetragen, die eine erneute Entscheidung durch den BFH erforderlich machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der gefestigten Rechtsprechung des BFH liegt eine Betriebsaufgabe vor, wenn ein Gewerbetreibender den Entschluss gefasst hat, seine gewerbliche T&auml;tigkeit einzustellen und seinen Betrieb als selbst&auml;ndigen Organismus des Wirtschaftslebens aufzul&ouml;sen, sofern er alsdann in Ausf&uuml;hrung dieses Entschlusses alle wesentlichen Grundlagen in einem einheitlichen Vorgang innerhalb kurzer Zeit an verschiedene Abnehmer ver&auml;u&szlig;ert oder in das Privatverm&ouml;gen &uuml;berf&uuml;hrt. Dabei beginnt die Betriebsaufgabe nicht bereits mit dem inneren Entschluss des Steuerpflichtigen zur Betriebsaufgabe oder mit der Kundgabe eines solchen Beschlusses, sondern erst mit den vom Aufgabeentschluss getragenen Handlungen, die objektiv auf die Aufl&ouml;sung des Betriebs als selbst&auml;ndiger Organismus des Wirtschaftslebens gerichtet sind (BFH-Urteile vom 5. Juli 1984 IV R 36\/81, BFHE 141, 325, BStBl II 1984, 711, unter 1. der Gr&uuml;nde, und vom 9. September 1993 IV R 30\/92, BFHE 172, 344, BStBl II 1994, 105, unter 2.b der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hieraus folgt, dass der Aufgabeentschluss sp&auml;testens vorliegen muss, wenn der Betriebsinhaber mit objektiv auf die Aufl&ouml;sung des Betriebs gerichteten Handlungen beginnt. Es ist im konkreten Einzelfall unter Ber&uuml;cksichtigung aller Umst&auml;nde zu entscheiden, ob schon eine erste Kontaktaufnahme mit einem Erwerbsinteressenten oder erst der Abschluss des Vertrags &uuml;ber die erste Teilver&auml;u&szlig;erung die erste, objektiv auf die Aufl&ouml;sung des Betriebs gerichtete Handlung des Betriebsinhabers darstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Zulassung der Revision ist nicht zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO). Den Bedenken gegen eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Erhebung dieser R&uuml;ge braucht der Senat deshalb nicht weiter nachzugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Entgegen dem Vortrag der Kl&auml;ger ist das FG in seinem Urteil nicht von dem BFH-Urteil in BFHE 172, 344, BStBl II 1994, 105 abgewichen, sodass die Revision nicht wegen Divergenz (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO) zuzulassen ist. Das FG hat seine Entscheidung auf Grundlage der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zum Beginn und zu den Voraussetzungen einer Betriebsaufgabe getroffen. Es hat den Ertrag aus dem Markenlizenzvertrag mit der Firma F als laufenden Gewinn der Kl&auml;ger qualifiziert, weil es keinen Anhaltspunkt daf&uuml;r gesehen hat, dass die Kl&auml;ger bei den Verhandlungen mit der Firma F und beim Vertragsabschluss am 20. Mai 1998 bereits den Entschluss gefasst hatten, ihren Betrieb endg&uuml;ltig aufzugeben. Aus diesem Grund hat es entschieden, dass die Einr&auml;umung der Markenlizenz f&uuml;r die Firma F noch nicht eine von einem Aufgabeentschluss getragene Handlung mit dem Ziel der Aufgabe des Betriebs i.S. des &sect; 16 Abs. 3 EStG war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch im Er&ouml;rterungstermin hat der Berichterstatter keine hiervon abweichende Rechtsauffassung vertreten, die Eingang in das hier angegriffene Urteil gefunden hat und zur Zulassung der Revision wegen Divergenz f&uuml;hren k&ouml;nnte. Ausweislich der Niederschrift &uuml;ber den Er&ouml;rterungstermin am 18. Juni 2009 wurde dem damaligen Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger im Er&ouml;rterungstermin mitgeteilt, dass das Gericht in tats&auml;chlicher Hinsicht bislang davon ausgehe, dass die Firma F an die Kl&auml;ger herangetreten war, um eine Vereinbarung &uuml;ber die Nutzung der Markenrechte zu schlie&szlig;en, und dass die Kl&auml;ger zu diesem Zeitpunkt und zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses noch nicht zur Aufgabe ihres Betriebs entschlossen waren. Dies stellte eine vorl&auml;ufige Einsch&auml;tzung des tats&auml;chlichen Geschehensablaufs durch den Berichterstatter dar, was auch der damalige Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;ger nur in diesem Sinne verstehen konnte. Denn an die Kl&auml;ger erging im Er&ouml;rterungstermin die Aufforderung, hierzu nochmals bis zum 24. Juli 2009 Stellung zu nehmen und durch Vorlage des seinerzeit gef&uuml;hrten Schriftwechsels mit der Firma F oder durch anderen Vortrag die vorl&auml;ufige Annahme des Gerichts zum fehlenden Betriebsaufgabewillen zu widerlegen. F&uuml;r diesen Fall k&uuml;ndigte der Berichterstatter Beweiserhebung an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Es liegen keine Verfahrensm&auml;ngel vor, auf denen das FG-Urteil beruht (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kann offenbleiben, ob das FG gegen die richterliche Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 FGO) versto&szlig;en hat, als es von der Anordnung des pers&ouml;nlichen Erscheinens der Kl&auml;ger absah, nachdem ausweislich des Protokolls der m&uuml;ndlichen Verhandlung der Vorsitzende vorab beim Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;ger angeregt hatte, es m&ouml;ge einer der beiden Kl&auml;ger beim Termin anwesend sein. Ebenso wenig kommt es darauf an, ob ein Versto&szlig; gegen &sect; 76 FGO darin liegt, dass das FG von einer Ladung des Zeugen J oder der Einholung einer weiteren schriftlichen Stellungnahme des Zeugen J abgesehen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger k&ouml;nnen eine Verletzung der richterlichen Sachaufkl&auml;rungspflicht gem&auml;&szlig; &sect; 76 FGO jedenfalls nicht mehr geltend machen, da sie hierauf durch das Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge in der m&uuml;ndlichen Verhandlung der Vorinstanz verzichtet haben. Ein Versto&szlig; gegen &sect; 76 Abs. 1 FGO stellt einen Verfahrensfehler dar, auf dessen Geltendmachung gem&auml;&szlig; &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 der Zivilprozessordnung wirksam verzichtet werden kann (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 25. M&auml;rz 2010 X B 71\/09, BFH\/NV 2010, 1457, unter II.1.b aa der Gr&uuml;nde). F&uuml;r die Geltendmachung einer Verletzung von &sect; 76 Abs. 1 FGO mit der Nichtzulassungsbeschwerde bedarf es daher einer rechtzeitigen R&uuml;ge in der Vorinstanz oder einer Darlegung, weshalb eine derartige R&uuml;ge nicht m&ouml;glich war (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 10. Oktober 2007 IV B 130, 131\/06, BFH\/NV 2008, 233, unter III.1.a aa der Gr&uuml;nde). Die in der Vorinstanz durch einen Rechtsanwalt und Steuerberater fachkundig vertretenen Kl&auml;ger haben ausweislich des Protokolls &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung am 23. Oktober 2009 keinen Versto&szlig; gegen &sect; 76 FGO ger&uuml;gt. Sie haben in ihrer Beschwerdebegr&uuml;ndung vom 18. Januar 2010 auch nicht dargelegt, weshalb ihnen eine solche R&uuml;ge nicht m&ouml;glich war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob die Ausf&uuml;hrungen im Schriftsatz vom 30. M&auml;rz 2010 ausreichen, um die Unm&ouml;glichkeit einer rechtzeitigen R&uuml;ge in der Vorinstanz darzulegen, kann offenbleiben. Jedenfalls ist dieser Vortrag versp&auml;tet und kann nicht mehr ber&uuml;cksichtigt werden, da die Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist am 11. Februar 2010 abgelaufen ist. Nach der Rechtsprechung des BFH ist die Zul&auml;ssigkeit der Nichtzulassungsbeschwerde hinsichtlich der Anforderungen an ihre Begr&uuml;ndung nur nach den innerhalb der Begr&uuml;ndungsfrist vorgebrachten Ausf&uuml;hrungen zu beurteilen, sp&auml;tere Darlegungen sind &#8211;abgesehen von blo&szlig;en Erl&auml;uterungen und Erg&auml;nzungen&#8211; nicht zu ber&uuml;cksichtigen (BFH-Beschl&uuml;sse vom 29. September 2000 X B 23\/00, BFH\/NV 2001, 437, und vom 20. Juni 2007 X B 116\/06, BFH\/NV 2007, 1705, unter 5. der Gr&uuml;nde). Wird mit der Nichtzulassungsbeschwerde ein verzichtbarer Verfahrensfehler geltend gemacht, ist die Darlegung, dass der Verfahrensfehler in der Vorinstanz ger&uuml;gt wurde oder die rechtzeitige R&uuml;ge unm&ouml;glich war, notwendiger Bestandteil der Beschwerdebegr&uuml;ndung (BFH-Beschluss vom 14. April 2004 IX B 106\/03, BFH\/NV 2004, 1392, unter 2.b der Gr&uuml;nde). Sie muss daher innerhalb der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist erfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.6.2011, IV B 143\/09 Zeitpunkt des Entschlusses zur Betriebsaufgabe &#8211; Darlegungen zur R&uuml;ge eines verzichtbaren Verfahrensfehlers innerhalb der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet. Die Revision ist weder wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen, noch ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-143-09-zeitpunkt-des-entschlusses-zur-betriebsaufgabe-darlegungen-zur-ruege-eines-verzichtbaren-verfahrensfehlers-innerhalb-der-beschwerdebegruendungsfrist\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;B&nbsp;143\/09 &#8211; Zeitpunkt des Entschlusses zur Betriebsaufgabe &#8211; Darlegungen zur R&uuml;ge eines verzichtbaren Verfahrensfehlers innerhalb der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9662","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9662","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9662"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9662\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9662"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9662"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9662"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}