{"id":9689,"date":"2012-12-06T17:33:04","date_gmt":"2012-12-06T15:33:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9689"},"modified":"2012-12-06T17:33:04","modified_gmt":"2012-12-06T15:33:04","slug":"x-r-33-09-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-1342011-x-r-54-09-keine-ertragsanteilsbesteuerung-von-erwerbsminderungsrenten-verfassungsmaessigkeit-sozialversicherungsrenten-als-leibrenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-33-09-im-wesentlichen-inhaltsgleich-mit-bfh-urteil-vom-1342011-x-r-54-09-keine-ertragsanteilsbesteuerung-von-erwerbsminderungsrenten-verfassungsmaessigkeit-sozialversicherungsrenten-als-leibrenten\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;33\/09 &#8211; Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 13.4.2011 X R 54\/09 &#8211; Keine Ertragsanteilsbesteuerung von Erwerbsminderungsrenten &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit &#8211; Sozialversicherungsrenten als Leibrenten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.4.2011, X R 33\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 13.4.2011 X R 54\/09 &#8211; Keine Ertragsanteilsbesteuerung von Erwerbsminderungsrenten &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit &#8211; Sozialversicherungsrenten als Leibrenten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind verheiratet und werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Die Kl&auml;gerin erh&auml;lt seit 1994 von der Deutschen Rentenversicherung Bund eine Erwerbsminderungsrente. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) besteuerte die Erwerbsminderungsrente in den Streitjahren gem&auml;&szlig; &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der Fassung des Alterseink&uuml;nftegesetzes (AltEinkG) vom 5. Juli 2004 (BGBl I 2004, 1427) mit einem Besteuerungsanteil in H&ouml;he von 50 %. Hiergegen wandten sich die Kl&auml;ger und machten geltend, die abgek&uuml;rzte Leibrente der Kl&auml;gerin sei in den Streitjahren 2005 und 2006 nach &sect; 55 Abs. 2 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (EStDV) mit ihrem Ertragsanteil von 9 % zu besteuern gewesen. Die Kl&auml;ger machten ferner geltend, im Rahmen der Akteneinsicht sei von ihrem Bevollm&auml;chtigten festgestellt worden, dass das FA unter dem 21. April 2008 einen weiteren Bescheid f&uuml;r 2006 &uuml;ber Einkommensteuer und Solidarit&auml;tszuschlag erlassen habe. Dieser sei durch die Akteneinsicht bekannt gegeben worden und dementsprechend Gegenstand des Verfahrens. Deshalb beantragten sie, den Bescheid f&uuml;r 2006 vom 21. April 2008 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus ihrer Erwerbsminderungsrente mit dem Ertragsanteil von 9 % zu besteuern sind, hilfsweise den Bescheid f&uuml;r 2006 vom 8. Oktober 2007 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 11. April 2008 entsprechend zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seiner Klageerwiderung f&uuml;hrte das FA hierzu aus, der bei der Akteneinsicht vorgefundene Einkommensteuerbescheid stelle lediglich die interne maschinelle Verarbeitung der Erweiterung des Vorl&auml;ufigkeitskatalogs dar, die in den Einspruchsentscheidungen bereits verf&uuml;gt gewesen sei. Aus diesem Grunde sei der &quot;Bescheid&quot; auch nicht versandt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Bei der Erwerbsminderungsrente der Kl&auml;gerin handele es sich um eine Leibrente i.S. des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG. Der Bundesfinanzhof (BFH) habe zu &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG a.F. in st&auml;ndiger Rechtsprechung die Auffassung vertreten, Sozialversicherungsrenten seien unter den Begriff der Leibrente in &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG a.F. zu subsumieren, auch wenn sie auf eine bestimmte Zeit beschr&auml;nkt gewesen seien. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass der Gesetzgeber dem Begriff der Leibrente in &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG eine andere Bedeutung habe beimessen wollen, seien nicht erkennbar. Da die Leibrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt werde, richte sich deren steuerliche Behandlung nach &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG. Eine Besteuerung der Erwerbsminderungsrente der Kl&auml;gerin nach &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst a Doppelbuchst bb Satz 5 EStG i.V.m. &sect; 55 Abs. 2 EStDV mit dem dort geregelten Ertragsanteil scheide aus, da diese Vorschrift nach ihrem eindeutigen Wortlaut nur f&uuml;r Leibrenten und andere Leistungen gelte, die nicht solche i.S. des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der hilfsweise gestellte Antrag, den Einkommensteuerbescheid 2006 vom 8. Oktober 2007 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 11. April 2008 zu &auml;ndern, habe ebenfalls keinen Erfolg. Die zwischen den Beteiligten streitige Frage, ob unter dem 21. April 2008 ein weiterer Bescheid f&uuml;r 2006 ergangen sei, sei nicht entscheidungserheblich, da die Klage aus den vorgenannten Gr&uuml;nden insgesamt abzuweisen gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ihre Revision begr&uuml;nden die Kl&auml;ger damit, das Urteil des FG versto&szlig;e sowohl gegen &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG als auch gegen das aus Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) abgeleitete verfassungsrechtliche Gebot folgerichtiger tatbestandlicher Ausgestaltung steuerlicher Belastungsgrundentscheidungen. Der Gesetzgeber sei ausweislich der Gesetzesbegr&uuml;ndung (BTDrucks 15\/2150, S. 40) &quot;aus Gr&uuml;nden der Vereinfachung des Verfahrens&quot; dem vom Bundesverfassungsgericht (BVerfG) erteilten Auftrag, eine verfassungskonforme Neuregelung auch f&uuml;r sog. Erwerbsminderungsrenten zu treffen, eindeutig nicht nachgekommen. &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG versto&szlig;e unter Ber&uuml;cksichtigung der Grunds&auml;tze zum Gleichbehandlungsgebot, die das BVerfG in seiner Entscheidung vom 9. Dezember 2008&nbsp;&nbsp;2 BvL 1\/07, 2\/07, 1\/08, 2\/08, (BVerfGE 122, 210, BFH\/NV 2009, 338) dargelegt habe, gegen Art. 3 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine einleuchtende und grundrechtskonforme Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Gleichstellung der sog. Erwerbsminderungsrente (Zeitrente) mit der unbefristeten Leibrente (sog. Altersrente) in dieser Vorschrift sei weder vom FA noch vom FG gegeben worden. Obwohl &sect; 33 Abs. 1 bis 5 des Sozialgesetzbuches Sechstes Buch (SGB VI) die jeweiligen Rentenarten, n&auml;mlich die Renten wegen Alters, wegen verminderter Erwerbsf&auml;higkeit oder wegen Todes in Entstehung, Zeit bzw. Wirkung trennscharf unterscheide, finde sich eine solche Unterscheidung in &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG nicht. Das FG habe in seinem Urteil unbeachtet gelassen, dass in der Vorschrift des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG der Begriff der &quot;befristeten Erwerbsminderungsrente&quot; &uuml;berhaupt nicht genannt und auch nicht geregelt worden sei. Aus den einschl&auml;gigen Vorschriften des SGB VI ergebe sich die rechtliche und tats&auml;chliche Unterschiedlichkeit der sog. Altersrente und der sog. Erwerbsminderungsrente. Es bestehe ein gegenseitiges Ausschlussverh&auml;ltnis, da der gleichzeitige Bezug beider Leibrenten infolge ihrer Unterschiedlichkeit ausgeschlossen sein solle (vgl. &sect; 34 Abs. 4 SGB VI). Diese sozialrechtliche Unterschiedlichkeit sei auch bei der Besteuerung der Leibrenten im Rahmen des Normzwecks des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG zu beachten. Der Gesetzgeber habe lediglich vers&auml;umt, diese Unterschiedlichkeit im Wortlaut klar zu regeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG versto&szlig;e, soweit er abgek&uuml;rzte Leibrenten erfasse, auch deswegen gegen Art. 3 GG, weil kein einleuchtender Grund ersichtlich sei, weshalb abgek&uuml;rzte Leibrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung steuerlich anders als sonstige Leibrenten i.S. des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG zu behandeln seien. Die Frage, aus welcher Kasse die Zahlungen stammten, sei kein geeignetes Abgrenzungskriterium.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es sei eine verfassungskonforme Auslegung notwendig, um die Defizite des Gesetzgebers zu beheben. Diese f&uuml;hre zwingend zur Anwendung des neugefassten &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG i.V.m. &sect; 55 Abs. 2 EStDV auch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, zumal in dieser Vorschrift die &quot;Leibrente, die auf bestimmte Zeit beschr&auml;nkt ist&quot; ausdr&uuml;cklich genannt worden sei. Die verfassungskonforme Auslegung f&uuml;hre nicht zu einer verfassungswidrigen steuerlichen Ungleichbehandlung der gesetzlichen Erwerbsminderungsrenten im Vergleich zu den Versorgungsbez&uuml;gen eines dienstunf&auml;higen Beamten, da sich dieser in einer anderen Situation befinde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es m&uuml;sse ebenfalls das Leistungsf&auml;higkeitsprinzip beachtet werden, da die Erwerbsminderungsrente &quot;die Rente der &Auml;rmsten der Armen&quot; sei. Dementsprechend sehe das Gesetz in dem vergleichbaren Fall der gesetzlichen Unfallversicherung f&uuml;r deren Leistungen gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 1 Buchst. a EStG eine Steuerfreiheit vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem versto&szlig;e das Urteil gegen &sect; 68 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Sie, die Kl&auml;ger, h&auml;tten ausdr&uuml;cklich eine Entscheidung &uuml;ber den Bescheid wegen der Einkommensteuer 2006 vom 21. April 2008 beantragt. Unter Verletzung des &sect; 68 FGO habe das FG diese Entscheidung aber nicht getroffen, sondern allein &uuml;ber den erledigten Bescheid f&uuml;r 2006 vom 8. Oktober 2007 entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das angefochtene Urteil aufzuheben und den Bescheid f&uuml;r 2005 &uuml;ber Einkommensteuer vom 8. Oktober 2007 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 11. April 2008 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus ihrer Erwerbsminderungsrente, die sie von der Deutschen Rentenanstalt Bund bezogen hat, mit ihrem Ertragsanteil i.S. von &sect; 55 Abs. 2 EStDV in H&ouml;he von 9 % zu besteuern sind,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>sowie den Bescheid f&uuml;r 2006 &uuml;ber Einkommensteuer vom 21. April 2008 bzw. vom 8. Oktober 2007 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 11. April 2008 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin aus ihrer Erwerbsminderungsrente, die sie von der Deutschen Rentenanstalt Bund bezogen hat, mit ihrem Ertragsanteil i.S. von &sect; 55 Abs. 2 EStDV in H&ouml;he von 9 % zu besteuern sind,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>hilfsweise dem BVerfG die Frage vorzulegen, ob die Besteuerung der Erwerbsminderungsrenten gem&auml;&szlig; &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG verfassungsm&auml;&szlig;ig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Die Revision der Kl&auml;ger ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:144\"pt>\n<tr>\n<td>I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von der Kl&auml;gerin im Jahr 2005 bezogene Erwerbsminderungsrente ist zu Recht mit einem Besteuerungsanteil von 50 % der Besteuerung unterworfen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erwerbsminderungsrenten der gesetzlichen Rentenversicherung geh&ouml;ren zu den Leibrenten und sonstigen Leistungen, die gem&auml;&szlig; &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG zu besteuern sind. Daher bestimmt sich der Besteuerungsanteil der Rente nach der Tabelle des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa Satz 3 EStG; eine Ertragsanteilsbesteuerung gem&auml;&szlig; &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG i.V.m. &sect; 55 Abs. 2 EStDV ist nicht m&ouml;glich (unten 1.). Bedenken gegen die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Einbeziehung der Erwerbsminderungsrenten in die Vorschrift des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG bestehen nicht (unten 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu den sonstigen Eink&uuml;nften des &sect; 22 EStG geh&ouml;ren auch Leibrenten und andere Leistungen, die aus den gesetzlichen Rentenversicherungen, den landwirtschaftlichen Alterskassen, den berufsst&auml;ndischen Versorgungseinrichtungen und aus Rentenversicherungen i.S. des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG erbracht werden, soweit sie jeweils der Besteuerung unterliegen (&sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa Satz 1 EStG). Bemessungsgrundlage ist der Besteuerungsanteil, der nach den Vorgaben des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa S&auml;tze 2 bis 8 EStG errechnet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Sozialversicherungsrenten sind Leibrenten i.S. des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG a.F. (Senatsurteil vom 8. M&auml;rz 1989 X R 16\/85, BFHE 156, 432, BStBl II 1989, 551, unter 2.a). Solche Renten sind, wenn sie auf eine bestimmte Zeit beschr&auml;nkt sind oder zu einem fr&uuml;heren Zeitpunkt mit dem Tod des Versicherten enden, abgek&uuml;rzte Leibrenten (Senatsurteile vom 4. Oktober 1990 X R 60\/90, BFHE 162, 298, BStBl II 1991, 89, und vom 10. Juli 2002 X R 46\/01, BFHE 199, 541, BStBl II 2003, 391). Daran hat sich durch die Neuregelung des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a EStG aufgrund des AltEinkG nichts ge&auml;ndert. Zu den Leibrenten aus den gesetzlichen Rentenversicherungen geh&ouml;ren alle in &sect; 33 SGB VI aufgez&auml;hlten Rentenarten, die durch die gesetzliche Rentenversicherung gew&auml;hrt werden, n&auml;mlich die Renten wegen Alters (&sect; 33 Abs. 2, &sect;&sect; 35 ff. SGB VI), wegen verminderter Erwerbsf&auml;higkeit (&sect; 33 Abs. 3, &sect;&sect; 43 ff. SGB VI) sowie wegen Todes (&sect; 33 Abs. 4, &sect;&sect; 46 ff. SGB VI). Die von den Kl&auml;gern angesprochenen sozialversicherungsrechtlichen Unterschiede der einzelnen Rentenarten sind insoweit ohne Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) W&auml;hrend die Erwerbsminderungsrenten als abgek&uuml;rzte Leibrenten bis zum Inkrafttreten des AltEinkG nach &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Satz 4 EStG a.F. i.V.m. &sect; 55 Abs. 2 EStDV zu versteuern waren, fehlt der Neuregelung des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG ein Hinweis auf eine Ertragsanteilsbesteuerung aufgrund der Rechtsverordnung, so dass auch die Erwerbsminderungsrenten &#8211;ebenso wie die anderen in &sect; 33 SGB VI genannten Renten&#8211; mit dem Besteuerungsanteil gem&auml;&szlig; &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG zu besteuern sind (so auch FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 11. M&auml;rz 2009&nbsp;&nbsp;7 K 3215\/08 E, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2009, 1381; Nieders&auml;chsisches FG, Urteil vom 18. November 2009&nbsp;&nbsp;2 K 309\/07, EFG 2010, 719; FG M&uuml;nster, Urteile vom 29. Oktober 2009&nbsp;&nbsp;8 K 1745\/07 E, EFG 2010, 329, und vom 24. M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;12 K 2243\/08 E, EFG 2010, 1129; Fischer in Kirchhof, EStG, 10. Aufl., &sect; 22 Rz 38; Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 30. Aufl., &sect; 22 Rz 43; Risthaus in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 22 EStG Rz 280; L&uuml;sch in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect; 22 Rz 80; Lindberg in Frotscher, EStG, 6. Aufl., Freiburg 1998 ff., &sect; 22 Rz 150; Jansen\/My&szlig;en\/Killat-Risthaus, Renten, Raten, Dauernde Lasten, 14. Aufl., Rz 1255 f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber werden nach &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG die Leibrenten, &quot;die nicht solche im Sinne des Doppelbuchstaben aa sind&quot;, mit dem in &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb Satz 4 EStG bestimmten Ertragsanteil besteuert. Sind diese Renten abgek&uuml;rzte Leibrenten, wird der Ertragsanteil durch eine Rechtsverordnung bestimmt (&sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb Satz 5 EStG). Diese Vorschrift bildet i.V.m. &sect; 51 Abs. 1 Nr. 3 EStG die Erm&auml;chtigungsgrundlage f&uuml;r die Regelung des &sect; 55 Abs. 2 EStDV, in der die Ertragsanteile f&uuml;r abgek&uuml;rzte Leibrenten festgelegt worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der fehlende Hinweis in &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG auf eine m&ouml;gliche Ertragsanteilsbesteuerung beruht auf keinem Versehen des Gesetzgebers. Dieser hat vielmehr bewusst entschieden, abgek&uuml;rzte und nicht abgek&uuml;rzte Leibrenten der Basisversorgung gleich zu behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies zeigt die Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs zum AltEinkG, in der ausdr&uuml;cklich darauf hingewiesen wird, der Regelungsgehalt des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG umfasse s&auml;mtliche Rentenarten, insbesondere auch Renten wegen verminderter Erwerbsf&auml;higkeit und Hinterbliebenenrenten, die bisher als abgek&uuml;rzte Leibrenten nach der Ertragsanteilstabelle in &sect; 55 Abs. 2 EStDV besteuert worden seien. Begr&uuml;ndet wird diese Entscheidung mit der steuerlichen Entlastung der zugrunde liegenden Beitr&auml;ge (vgl. den Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der einkommensteuerrechtlichen Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen und Altersbez&uuml;gen, BTDrucks 15\/2150, S. 40).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die grunds&auml;tzliche Entscheidung des Gesetzgebers, bei der Besteuerung der Sozialversicherungsrenten weder nach abgek&uuml;rzten und lebenslangen Leibrenten noch nach den jeweiligen Rentenarten des &sect; 33 SGB VI zu differenzieren, entspricht dem Sinn und Zweck der durch das AltEinkG eingef&uuml;hrten nachgelagerten Besteuerung der Alterseink&uuml;nfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Neuregelung der Besteuerung der Alterseink&uuml;nfte war notwendig geworden, weil das BVerfG im Urteil vom 6. M&auml;rz 2002&nbsp;&nbsp;2 BvL 17\/99 (BVerfGE 105, 73) die unterschiedliche Besteuerung von Beamtenpensionen und Sozialversicherungsrenten f&uuml;r gleichheitswidrig erkl&auml;rt hatte. Es hatte f&uuml;r die steuerliche Entlastungswirkung der Ertragsanteilsbesteuerung der Sozialversicherungsrenten im Vergleich zur Besteuerung von Versorgungsbez&uuml;gen der Ruhestandsbeamten keine hinreichenden sachlichen Gr&uuml;nde gesehen. Dem f&uuml;r die Ertragsanteilsbesteuerung der Sozialversicherungsrenten ma&szlig;geblichen Leitbild einer entgeltlich erworbenen Leibrente entspreche allenfalls ein Anteil der Rentenzahlung, der weniger, in vielen F&auml;llen auch deutlich weniger als die H&auml;lfte der Rentenzahlungen ausmache. Dies beruhe vor allem auf dem gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 62 EStG steuerfreien Arbeitgeberanteil und dem Bundeszuschuss (vgl. BVerfG-Urteil in BVerfGE 105, 73, unter C.V.1.b und c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Befund des BVerfG kann nicht auf die Altersrenten beschr&auml;nkt werden; er gilt vielmehr in gleichem Ma&szlig;e f&uuml;r die Erwerbsminderungsrenten. Deswegen bedurfte es auch in Bezug auf die Besteuerung der sozialversicherungsrechtlichen Erwerbsminderungsrenten einer Neuregelung, um die verfassungswidrige Ungleichbehandlung im Verh&auml;ltnis zur Besteuerung entsprechender (beamtenrechtlicher) Versorgungsbez&uuml;ge zu beenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das AltEinkG umfasst den gesamten Komplex des von der Sachverst&auml;ndigenkommission zur Neuordnung der steuerlichen Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen und Altersbez&uuml;gen (Schriftenreihe des Bundesministeriums der Finanzen, Bd. 74) erarbeiteten Drei-Schichten-Modells. Die erste Schicht stellt die Basisversorgung durch die gesetzliche Rentenversicherung, die landwirtschaftlichen Alterskassen, die berufsst&auml;ndischen Versorgungseinrichtungen sowie die kapitalgedeckte Altersversorgung, die sog. R&uuml;rup-Rente dar. Die zweite Schicht dient der Zusatzversorgung (betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente) und die dritte Schicht umfasst Kapitalanlageprodukte, die der Alterssicherung dienen k&ouml;nnen, aber nicht m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Besteuerung der Basisversorgung beruht auf dem Konzept der nachgelagerten Besteuerung. Der Gesetzgeber hat sich dabei im Rahmen der Besteuerung solcher Leibrenten im Grunds&auml;tzlichen von dem Gedanken gel&ouml;st, dass bei Leistungen durch Versorgungseinrichtungen, die auf dem Versicherungsprinzip beruhen, die Ertragsanteilsbesteuerung als steuersystematisch gerechtfertigt angesehen wurde (siehe dazu Senatsurteil vom 26. November 2008 X R 15\/07, BFHE 223, 445, BStBl II 2009, 710). Rentenzufl&uuml;sse, also die zeitlich gestreckte Auszahlung der Versicherungssumme, k&ouml;nnen jetzt, auch soweit sie auf eigenen Beitragszahlungen des Steuerpflichtigen zur Rentenversicherung beruhen, &uuml;ber den Ertragsanteil hinaus der Besteuerung unterworfen werden, zumindest solange die Beitragsleistungen &quot;steuerfrei&quot; gestellt werden. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf das Senatsurteil in BFHE 223, 445, BStBl II 2009, 710 verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Erw&auml;gungen gelten gleicherma&szlig;en f&uuml;r die Besteuerung der Erwerbsminderungsrenten: Sie beruhen ebenfalls auf den Beitr&auml;gen, die der Steuerpflichtige in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat und die, soweit sie nicht bereits nach &sect; 3 Nr. 62 EStG steuerfrei waren, von ihm zumindest teilweise steuermindernd geltend gemacht werden konnten und k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die gesetzliche Neuregelung der Besteuerung der Alterseink&uuml;nfte ist &#8211;auch soweit sie die Besteuerung der Erwerbsminderungsrenten der Basisversorgung betrifft&#8211; verfassungsgem&auml;&szlig;. Es bedarf damit keiner Vorlage an das BVerfG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der erkennende Senat hat in st&auml;ndiger Rechtsprechung bei der Besteuerung der Altersrenten den &Uuml;bergang zur nachgelagerten Besteuerung grunds&auml;tzlich als verfassungskonform angesehen, sofern nicht gegen das Verbot der Doppelbesteuerung versto&szlig;en wird (Senatsurteile in BFHE 223, 445, BStBl II 2009, 710; vom 19. Januar 2010 X R 53\/08, BFHE 228, 223; vom 4. Februar 2010 X R 58\/08, BFHE 228, 326 und X R 52\/08, BFH\/NV 2010, 1253; vom 18. Mai 2010 X R 1\/09, BFH\/NV 2010, 1803 und X R 29\/09, BFHE 229, 309). Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf diese Entscheidungen verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch gegen die Besteuerung der Erwerbsminderungsrenten der Basisversorgung gem&auml;&szlig; &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG bestehen keine verfassungsrechtlichen Bedenken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die nachgelagerte Besteuerung der Erwerbsminderungsrenten der Basisversorgung verst&ouml;&szlig;t nicht gegen das Gleichbehandlungsgebot des Art. 3 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Ungleichbehandlung der Erwerbminderungsrente der Kl&auml;gerin im Vergleich zu Erwerbsminderungsrenten, deren Besteuerung in &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG geregelt ist und die lediglich mit dem Ertragsanteil besteuert werden, ist dadurch gerechtfertigt, dass &#8211;wie oben unter B.I.1.d bb dargelegt&#8211; die Beitr&auml;ge zu den Basisversicherungen steuerlich geltend gemacht werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen sind die Beitragszahlungen zu privaten Leibrentenversicherungen, sofern es sich nicht um Altversicherungen i.S. von &sect; 10 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. b (jetzt: &sect; 10 Abs. 1 Nr. 3a) EStG handelt, nicht als Sonderausgaben steuerlich abziehbar. Sie konnten auch in der Vergangenheit sehr h&auml;ufig wegen der H&ouml;chstbetr&auml;ge des &sect; 10 Abs. 3 EStG a.F. steuerlich nicht ber&uuml;cksichtigt werden. Diese Beitr&auml;ge wurden damit aus versteuertem Einkommen gezahlt. Haben sich die Beitragszahlungen aber nicht steuermindernd ausgewirkt, so ist es gerechtfertigt, nur den Teil der Rente steuerlich zu erfassen, der zus&auml;tzlich zum angesparten Rentenkapital als Zinsanteil zur Auszahlung gelangt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass in der Vergangenheit die Beitr&auml;ge zur privaten Rentenversicherung unter Umst&auml;nden in einem vergleichbaren Umfang wie Beitr&auml;ge zu den Basisversorgungssystemen steuerlich ber&uuml;cksichtigt werden konnten, &auml;ndert daran nichts. Die von dem Gesetzgeber seinerzeit gew&auml;hlte L&ouml;sung, alle privaten Rentenversicherungen, die nicht unter &sect; 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG fallen, (nur) mit dem Ertragsanteil des &sect; 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG zu besteuern (BTDrucks 15\/2150, S. 41 f.), ist unter dem Gesichtspunkt der Vereinfachung und Pauschalierung zul&auml;ssig. Der Gesetzgeber konnte bei Schaffung des AltEinkG zu Recht davon ausgehen, dass sich Beitr&auml;ge zur privaten Rentenversicherung &#8211;vor allem wegen des &Uuml;berschreitens der Sonderausgabenh&ouml;chstbetr&auml;ge&#8211; nur in einem geringeren Ma&szlig;e steuerlich auswirken konnten. Die Besteuerung des Ertragsanteils der korrespondierenden Rentenzahlungen war daher insoweit eine folgerichtige gesetzliche L&ouml;sung (siehe Senatsurteil in BFHE 223, 445, BStBl II 2009, 710, unter II.2.b cc).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein Versto&szlig; gegen Art. 3 GG liegt auch nicht darin, dass Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung gem&auml;&szlig; &sect; 3 Nr. 1 Buchst. a EStG steuerfrei sind. Aus Art. 3 Abs. 1 GG ergeben sich je nach Regelungsgegenstand und Differenzierungsmerkmalen unterschiedliche Grenzen f&uuml;r den Gesetzgeber. F&uuml;r die Anforderungen an Rechtfertigungsgr&uuml;nde f&uuml;r gesetzliche Differenzierungen kommt es wesentlich darauf an, in welchem Ma&szlig; sich die Ungleichbehandlung auf die Aus&uuml;bung grundrechtlich gesch&uuml;tzter Freiheiten auswirken kann. Genauere Ma&szlig;st&auml;be und Kriterien daf&uuml;r, unter welchen Voraussetzungen der Gesetzgeber den Gleichheitssatz verletzt, lassen sich nur in Bezug auf die jeweils betroffenen unterschiedlichen Sach- und Regelungsbereiche bestimmen (st&auml;ndige Rechtsprechung des BVerfG, siehe z.B. den Beschluss vom 26. Juli 2010&nbsp;&nbsp;2 BvR 2227, 2228\/08, BFH\/NV 2010, 1983, m.w.N.). Der Grund f&uuml;r die Beschr&auml;nkung der Steuerfreiheit in &sect; 3 Nr. 1 Buchst. a EStG auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung ist sozialpolitischer Natur. Es sollen nur Leistungen an einen Personenkreis von der Steuer freigestellt werden, der dem Gesetzgeber auch bei der Regelung der Versicherungspflicht als schutzw&uuml;rdig erschienen ist (BFH-Urteil vom 14. M&auml;rz 1972 VIII R 26\/67, BFHE 105, 136, BStBl II 1972, 536).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger verst&ouml;&szlig;t die Besteuerung der Erwerbsminderungsrenten der Basisversorgung mit dem Besteuerungsanteil nicht gegen das Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit (Leistungsf&auml;higkeitsprinzip).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ihre Argumente, durch die Erwerbsminderung wachse den Betroffenen keine zus&auml;tzliche Leistungsf&auml;higkeit zu (ebenso Bauschatz in Korn, &sect; 22 EStG Rz 95, und Korn\/Strahl, K&ouml;lner Steuerdialog 2004, 14360, 14365) und es handele sich um eine &quot;Rente der &Auml;rmsten der Armen&quot;, k&ouml;nnen keinen Versto&szlig; gegen das Leistungsf&auml;higkeitsprinzip begr&uuml;nden. Bei der Einkommensteuer zeigt sich die Leistungsf&auml;higkeit in der individuellen Zahlungsf&auml;higkeit des Steuerpflichtigen (BVerfG-Beschluss vom 21. Juni 2006&nbsp;&nbsp;2 BvL 2\/99, BVerfGE 116, 164). Diese Zahlungsf&auml;higkeit wird durch die vom Steuerpflichtigen erzielten Eink&uuml;nfte begr&uuml;ndet, unabh&auml;ngig davon, ob es Eink&uuml;nfte aus aktiver Erwerbst&auml;tigkeit oder Rentenbez&uuml;ge sind, und unabh&auml;ngig davon, ob es sich um Alters- oder Erwerbsminderungsrenten handelt. Das EStG ber&uuml;cksichtigt die (ggf. nur geringe) H&ouml;he der Eink&uuml;nfte durch die Regelung des &sect; 32a EStG mit dem Grundfreibetrag und dem progressiven Tarifverlauf. So w&auml;ren im Streitfall die Renteneink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin isoliert betrachtet ohne steuerliche Belastung geblieben. Diese ergab sich nur aufgrund der Zusammenveranlagung mit dem Kl&auml;ger. Die hierdurch bedingte Entlastung der Eink&uuml;nfte der Ehegatten &uuml;berwiegt die anteilige Steuerbelastung der Renteneink&uuml;nfte der Kl&auml;gerin erheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Falls die Kl&auml;ger mit ihren Hinweisen meinen, eine Erwerbsminderung bedinge erh&ouml;hte Aufwendungen und f&uuml;hre damit zu einer geminderten steuerlichen Leistungsf&auml;higkeit, ist darauf hinzuweisen, dass im Einkommensteuerrecht diesen zus&auml;tzlichen Belastungen durch Regelungen wie &sect; 33 und &sect; 33b EStG Rechnung getragen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Bedeuten die Hinweise dagegen, durch die erh&ouml;hte Besteuerung der Erwerbsminderungsrenten sei keine ausreichende Versorgung mehr gew&auml;hrleistet, kann dies ebenfalls nicht zu einem Versto&szlig; gegen das Leistungsf&auml;higkeitsprinzip f&uuml;hren. F&uuml;r die verfassungsrechtliche W&uuml;rdigung der einschl&auml;gigen Normen des EStG am Ma&szlig;stab des Art. 3 Abs. 1 GG kommt es ausschlie&szlig;lich auf die einkommensteuerliche Belastung an, die diese Normen (ggf. im Verbund mit anderen Normen des Einkommensteuerrechts) bei verschiedenen Steuerpflichtigen bewirken. Au&szlig;erhalb der verfassungsrechtlich ma&szlig;geblichen Vergleichsperspektive liegen dagegen Be- und Entlastungswirkungen, die sich jenseits der einkommensteuerlichen Belastung erst aus dem Zusammenspiel mit den Normen des Besoldungs-, Versorgungs- und Sozialversicherungsrechts ergeben (BVerfG-Urteil in BVerfGE 105, 73, unter C.II.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) In dem erheblichen Anstieg der steuerlichen Belastung der Erwerbsminderungsrenten liegt kein Versto&szlig; gegen den Vertrauensschutzgrundsatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der erkennende Senat hat &#8211;zu den Altersrenten&#8211; entschieden, dass die ge&auml;nderte Besteuerung der Renteneink&uuml;nfte aufgrund des Systems der nachgelagerten Besteuerung unter Aufgabe des Systems der Ertragsanteilsbesteuerung nicht gegen den rechtsstaatlichen Grundsatz des Vertrauensschutzes verst&ouml;&szlig;t (so die Senatsurteile in BFHE 228, 223; in BFHE 228, 326, und in BFH\/NV 2010, 1253, m.w.N.). Die Abw&auml;gung zwischen dem Ausma&szlig; des durch die Gesetzes&auml;nderung verursachten Vertrauensschadens und der Beeintr&auml;chtigung der gesch&uuml;tzten Grundrechtspositionen des Einzelnen (insbesondere Art. 2 Abs. 1, Art. 12 Abs. 1, Art. 14 Abs. 1 GG) einerseits und der Bedeutung des gesetzgeberischen Anliegens f&uuml;r das Gemeinwohl andererseits f&uuml;hre zu dem Ergebnis, dass die verfassungsrechtlich geforderte Beseitigung der steuerlichen Ungleichbehandlung der Alterseink&uuml;nfte &#8211;bei gleichzeitiger Ber&uuml;cksichtigung der Finanzierbarkeit der Neuregelung f&uuml;r die &ouml;ffentlichen Haushalte&#8211; das Interesse des Steuerpflichtigen am Fortbestand der Ertragsanteilsbesteuerung seiner Renteneink&uuml;nfte &uuml;berwiege. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf die Ausf&uuml;hrungen in den Senatsurteilen jeweils unter B.II.2. Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Abw&auml;gung in Bezug auf die Besteuerung von Erwerbsminderungsrenten f&uuml;hrt zu demselben Ergebnis. Zwar ist &#8211;wie im Streitfall&#8211; von einem erheblichen Anstieg der individuellen steuerlichen Belastung des betroffenen Steuerpflichtigen auszugehen. Dieses ist aber kein entscheidender Unterschied zur Besteuerung der Altersrenten, die durch das AltEinkG ebenfalls teilweise gravierend st&auml;rker steuerlich belastet wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das Ergebnis wird durch die j&uuml;ngste Rechtsprechung des BVerfG zur Verfassungswidrigkeit der R&uuml;ckwirkung einiger Vorschriften des Steuerentlastungsgesetzes 1999\/2000\/2002 (Beschl&uuml;sse vom 7. Juli 2010&nbsp;&nbsp;2 BvR 748\/05, 2 BvR 753\/05, 2 BvR 1738\/05, BFH\/NV 2010, 1976; 2 BvL 14\/02, 2 BvL 2\/04, 2 BvL 13\/05, BFH\/NV 2010, 1959 und 2 BvL 1\/03, 2 BvL 57\/06, 2 BvL 58\/06, BFH\/NV 2010, 1968) gest&uuml;tzt. Auch in den diesen Beschl&uuml;ssen zugrunde liegenden Sachverhalten ergaben sich durch die Neuregelungen erhebliche Verschlechterungen der Rechtspositionen des Steuerpflichtigen, sei es durch die K&uuml;rzung der Entlastung von Entsch&auml;digungszahlungen, sei es durch die Verl&auml;ngerung der Haltefristen bei Grundst&uuml;ckver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften oder durch die Absenkung der Beteiligungsquote bei der Besteuerung von Ver&auml;u&szlig;erungen von Anteilen an Kapitalgesellschaften. Die damit verbundenen steuerlichen Mehrbelastungen, teilweise sogar erstmaligen Steuerbelastungen, sind mit den Verschlechterungen, denen die Kl&auml;ger ausgesetzt sind, vergleichbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das BVerfG hat in allen drei Beschl&uuml;ssen nochmals klargestellt, dass der verfassungsrechtliche Vertrauensschutz den Staatsb&uuml;rger nicht vor jeder Entt&auml;uschung bewahren kann. Soweit nicht besondere Momente der Schutzw&uuml;rdigkeit hinzutreten, genie&szlig;t die blo&szlig; allgemeine Erwartung, das geltende Recht werde zuk&uuml;nftig unver&auml;ndert fortbestehen, keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz. Der Gesetzgeber muss aber, soweit er f&uuml;r k&uuml;nftige Rechtsfolgen an zur&uuml;ckliegende Sachverhalte ankn&uuml;pft, dem verfassungsrechtlich gebotenen Vertrauensschutz in hinreichendem Ma&szlig; Rechnung tragen (vgl. z.B. BVerfG-Beschluss in BFH\/NV 2010, 1959, unter C.II.1.c, m.w.N. aus der Rechtsprechung des BVerfG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Falle der Ver&auml;u&szlig;erungsfrist gem&auml;&szlig; &sect; 23 EStG hat das BVerfG ausdr&uuml;cklich erkannt, dass deren Verl&auml;ngerung so lange keinen verfassungsrechtlichen Bedenken begegne, wie die Frist noch nicht abgelaufen sei, da die blo&szlig;e M&ouml;glichkeit, Gewinne sp&auml;ter steuerfrei vereinnahmen zu k&ouml;nnen, keine (vertrauens-)rechtlich gesch&uuml;tzte Position begr&uuml;nde (BVerfG-Beschluss in BFH\/NV 2010, 1959, unter C.II.2.a). Hinzu komme, dass angesichts langj&auml;hriger Auseinandersetzungen und verschiedener gescheiterter Reformversuche zur Erweiterung der Besteuerung privater Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne mit der M&ouml;glichkeit einer Realisierung derartiger Vorhaben seit langem zu rechnen gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Erw&auml;gungen gelten entsprechend f&uuml;r die Erwartung des Steuerpflichtigen bei Eintritt in die gesetzliche Rentenversicherung, seine Renteneink&uuml;nfte aus der gesetzlichen Rentenversicherung nur mit dem Ertragsanteil versteuern zu k&ouml;nnen. Auch im Fall der Rentenbesteuerung war bereits seit dem BVerfG-Beschluss vom 26. M&auml;rz 1980&nbsp;&nbsp;2 BvR 121, 122\/76 (BVerfGE 54, 11), sp&auml;testens aber seit dem BVerfG-Urteil in BVerfGE 105, 73 bekannt, dass die Ertragsanteilsbesteuerung der Sozialversicherungsrenten verfassungsrechtlich problematisch war, so dass mit einer Neuregelung der Besteuerung von Renten gerechnet werden musste. Entsprechendes gilt f&uuml;r die Erwerbsminderungsrenten der gesetzlichen Rentenversicherungen, da auch diese Renten im Vergleich zu einer entsprechenden Beamtenversorgungsleistung steuerlich erheblich geringer belastet wurden. Das Vertrauen der Kl&auml;ger auf den Nichteintritt eines deutlichen Anstiegs der Steuerbelastung der Renteneink&uuml;nfte war daher nur noch eingeschr&auml;nkt sch&uuml;tzenswert. Die verfassungsrechtlich geforderte Beseitigung der Ungleichbehandlung von Renten und Beamtenpensionen &uuml;berwiegt infolgedessen das Interesse der Kl&auml;ger an dem dauerhaften Fortbestehen der Ertragsanteilsbesteuerung der Erwerbsminderungsrente der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:144\"pt>\n<tr>\n<td>II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die Klageantr&auml;ge wegen der von der Kl&auml;gerin im Jahr 2006 bezogenen Erwerbsminderungsrente sind vom FG zu Recht abgewiesen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Hauptantrag der Kl&auml;ger gegen den Einkommensteuerbescheid 2006 vom 21. April 2008 wurde &#8211;entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger&#8211; beschieden. Dies ergibt sich nicht nur aus dem Urteilstenor, mit dem die Klage abgewiesen wurde, sondern auch aus den Entscheidungsgr&uuml;nden. In diesen wird dargelegt, die Einnahmen aus der Erwerbsminderungsrente, die die Kl&auml;gerin nach dem Inkrafttreten des AltEinkG bezogen habe, seien zu Recht vom FA mit einem Besteuerungsanteil von 50 % besteuert worden. Ein ausdr&uuml;cklicher Hinweis, dass sowohl die in 2005 als auch die in 2006 bezogenen Renteneink&uuml;nfte gemeint waren, war nicht notwendig, da eindeutig erkennbar war, dass beide Zeitr&auml;ume von der Begr&uuml;ndung umfasst waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG h&auml;tte jedoch die Klage als unzul&auml;ssig verwerfen m&uuml;ssen und nicht als unbegr&uuml;ndet abweisen d&uuml;rfen. Der Klageantrag in Bezug auf den Einkommensteuerbescheid 2006 vom 21. April 2008 war wegen des fehlenden Rechtsschutzinteresses unzul&auml;ssig, da es keinen wirksamen Einkommensteuerbescheid unter diesem Datum gibt. Zur wirksamen Bekanntgabe eines Steuerbescheids gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 122, 124 Abs. 1 der Abgabenordnung ist der Bekanntgabewillen der den Bescheid erlassenden Beh&ouml;rde notwendig. Da der Bescheid unter dem Datum 21. April 2008 &#8211;wie vom FA unwidersprochen dargelegt wurde&#8211; nicht versandt werden sollte und nicht versandt worden ist, fehlt es an einem bekannt gegebenen Verwaltungsakt. Dass der Prozessbevollm&auml;chtigte im Rahmen der Akteneinsicht von dem (internen) Schriftst&uuml;ck Kenntnis erlangt hat, kann den fehlenden Bekanntgabewillen nicht ersetzen und nicht zu einer wirksamen Bekanntgabe f&uuml;hren (vgl. z.B. M&uuml;ller-Franken in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 122 AO Rz 48). Im &Uuml;brigen w&uuml;rde der &quot;Bescheid&quot; vom 21. April 2008 auch deshalb keinen Verwaltungsakt darstellen, weil die Erweiterung des Vorl&auml;ufigkeitskatalogs bereits mit der vorausgegangenen Einspruchsentscheidung bekannt gegeben worden war, so dass es sich bei dem inhaltsgleichen Schriftst&uuml;ck selbst im Falle seiner Bekanntgabe lediglich um eine wiederholende Verf&uuml;gung ohne Regelungscharakter handeln w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Revision der Kl&auml;ger ist aber dennoch nicht begr&uuml;ndet. Denn das FG hat die Klage insoweit zu Recht abgewiesen. Zwar h&auml;tte die Klageabweisung wegen Unzul&auml;ssigkeit &#8211;n&auml;mlich mangels Vorliegens eines anfechtbaren Verwaltungsakts&#8211; und nicht wegen Unbegr&uuml;ndetheit erfolgen m&uuml;ssen (vgl. BFH-Urteil vom 12. September 1985 VIII R 371\/83, BFHE 146, 99, BStBl II 1986, 537). Dies &auml;ndert indes nichts an der Richtigkeit des Tenors des angefochtenen Urteils (vgl. auch BFH-Urteile vom 10. Februar 2010 XI R 3\/09, BFH\/NV 2010, 1450, und vom 10. Januar 2007 I R 75\/05, BFH\/NV 2007, 1506).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da demnach ein Bescheid vom 21. April 2008 nicht existiert, war eine Entscheidung des FG &uuml;ber den hilfsweise gestellten Antrag in Bezug auf den Einkommensteuerbescheid 2006 vom 8. Oktober 2007 notwendig. Auch &uuml;ber diesen Hilfsantrag hat das FG entschieden. Es hat ausdr&uuml;cklich ausgef&uuml;hrt, der hilfsweise gestellte Antrag habe ebenfalls keinen Erfolg. Die Begr&uuml;ndung des FG, die streitige Frage, ob am 21. April 2008 ein weiterer Bescheid f&uuml;r 2006 ergangen sei, sei nicht entscheidungserheblich, ist zwar aus Gr&uuml;nden der Rechtsklarheit nicht &uuml;berzeugend. Die Revision der Kl&auml;ger ist aber gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 4 FGO zur&uuml;ckzuweisen, da der Hilfsantrag aus den unter I. ausgef&uuml;hrten Gr&uuml;nden keinen Erfolg haben konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.4.2011, X R 33\/09 Im Wesentlichen inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 13.4.2011 X R 54\/09 &#8211; Keine Ertragsanteilsbesteuerung von Erwerbsminderungsrenten &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit &#8211; Sozialversicherungsrenten als Leibrenten Tatbestand 1&nbsp; A. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind verheiratet und werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. 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