{"id":9692,"date":"2012-12-20T02:51:25","date_gmt":"2012-12-20T00:51:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9692"},"modified":"2012-12-20T02:51:25","modified_gmt":"2012-12-20T00:51:25","slug":"iv-r-48-08-landwirtschaftlicher-kleinbetrieb-gewinnerzielungsabsicht-abgrenzung-zur-gartenbewirtschaftung-fuer-eigenbedarfszwecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-48-08-landwirtschaftlicher-kleinbetrieb-gewinnerzielungsabsicht-abgrenzung-zur-gartenbewirtschaftung-fuer-eigenbedarfszwecke\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;48\/08 &#8211; Landwirtschaftlicher Kleinbetrieb &#8211; Gewinnerzielungsabsicht &#8211; Abgrenzung zur Gartenbewirtschaftung f&uuml;r Eigenbedarfszwecke"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.5.2011, IV R 48\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Landwirtschaftlicher Kleinbetrieb &#8211; Gewinnerzielungsabsicht &#8211; Abgrenzung zur Gartenbewirtschaftung f&uuml;r Eigenbedarfszwecke<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Lag nach der Einheitswertfeststellung ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Wohnteil und Wirtschaftsteil vor und &uuml;berstieg die Gr&ouml;&szlig;e der bewirtschafteten Fl&auml;che die f&uuml;r die Abgrenzung von einer privaten Gartenbewirtschaftung entwickelte Grenze von 3000 Quadratmeter, ist auch einkommensteuerrechtlich von einem landwirtschaftlichen Betrieb auszugehen, sofern die Beweisanzeichen nicht ersch&uuml;ttert werden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerinnen und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerinnen) sind Erbinnen ihrer im Jahr 2002 verstorbenen Mutter (Erblasserin). Die Erblasserin war Eigent&uuml;merin von Grundbesitz mit einer Gesamtgr&ouml;&szlig;e von ca. 7 850 m&sup2;, den sie ihrerseits im Jahr 1958 von ihrer Mutter schenkweise erhalten hatte. Der Grundbesitz befand sich mindestens seit der zweiten H&auml;lfte des 19. Jahrhunderts im Familienbesitz. Im Grundbuch finden sich f&uuml;r zwei fr&uuml;here Eigent&uuml;mer die Berufsbezeichnungen &quot;Tagel&ouml;hner&quot; und &quot;Zimmermann&quot;; f&uuml;r keinen der Voreigent&uuml;mer wurde der Beruf &quot;Landwirt&quot; eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einheitswertakte zufolge bildete der Grundbesitz bereits zum 1. Januar 1935 einen Wirtschaftsteil und Wohnteil umfassenden Betrieb der Land- und Forstwirtschaft. In der Steuererkl&auml;rung zur Hauptfeststellung auf den 1. Januar 1964 gab die Erblasserin als Tierbestand eine Kuh und zwei Schweine an. F&uuml;r das Wirtschaftsjahr 1979\/80 erkl&auml;rte sie einen Tierbestand von zwei Rindern unter einem Jahr und f&uuml;r die Wirtschaftsjahre 1986\/87 bis 1988\/89 einen Tierbestand von einem Rind &uuml;ber zwei Jahre. Auf der letzten dieser Erkl&auml;rungen vermerkte der Allgemeine Landwirtschaftliche Sachverst&auml;ndige am 25. Juli 1990, dass nach &ouml;rtlicher Ermittlung weiterhin Landwirtschaft betrieben werde und ein Trecker vorhanden sei. Die Erblasserin entrichtete Beitr&auml;ge an die Landwirtschaftskammer und an die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft. Ob sie jemals Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft erkl&auml;rt hat, ist nicht feststellbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits 1981 hatte die Erblasserin eine Teilfl&auml;che von ca. 1 400 m&sup2; im Wege der Schenkung auf die Kl&auml;gerin zu 2. &uuml;bertragen, die diese mit einem Wohnhaus bebaute, das sie seither zu eigenen Wohnzwecken nutzt. Ein Entnahmegewinn wurde nicht versteuert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vertr&auml;gen vom 23. und 27. November des Streitjahres (2001) &uuml;bertrug die Erblasserin den verbliebenen Grundbesitz im Wege vorweggenommener Erbfolge auf die Kl&auml;gerinnen. Die Kl&auml;gerin zu 2. erhielt das neben der bereits 1981 &uuml;bertragenen Parzelle liegende Grundst&uuml;ck, dessen Wert &#8211;wie zwischenzeitlich nicht mehr streitig ist&#8211; 219.520 EUR betr&auml;gt. Die Kl&auml;gerin zu 1. erhielt den r&uuml;ckw&auml;rtig gelegenen Teil des Grundbesitzes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat bei Erlass des Einkommensteuerbescheids f&uuml;r das Streitjahr die Auffassung, dass der Grundbesitz insgesamt land- und forstwirtschaftliches Betriebsverm&ouml;gen gewesen sei. Die &Uuml;bertragung der Parzelle auf die Kl&auml;gerin zu 2. sei daher als Entnahme zu beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren gab das Finanzgericht (FG) der Klage statt. Nach dem Inhalt der Akten und dem Ergebnis der Beweisaufnahme k&ouml;nne das FG nicht feststellen, dass auf dem streitgegenst&auml;ndlichen Grundbesitz von den Rechtsvorg&auml;ngern der Kl&auml;gerinnen jemals Landwirtschaft mit Gewinnerzielungsabsicht unter Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr betrieben worden sei. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2009, 178 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts. Die Grundbucheintragungen zu den Berufen der Vorfahren der Kl&auml;gerinnen seien nicht entscheidungserheblich, weil es nicht darauf ankomme, ob die landwirtschaftliche T&auml;tigkeit damals eine Haupt- oder nur Nebent&auml;tigkeit gewesen sei und ob daraus der Lebensunterhalt habe bestritten werden k&ouml;nnen. Die Bewertung des Grundbesitzes als Betrieb der Land- und Forstwirtschaft sei ein wesentliches Indiz f&uuml;r die Aus&uuml;bung der Landwirtschaft mit Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr, da eine landwirtschaftliche Nebenerwerbsstelle damals nur dann als landwirtschaftlicher Betrieb i.S. des &sect; 29 Abs. 1 des Reichsbewertungsgesetzes (= &sect; 33 des Bewertungsgesetzes &#8211;BewG&#8211; 1965) bewertet worden sei, wenn ein Rohertrag von mindestens 3.000 DM j&auml;hrlich erzielt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage mit der Ma&szlig;gabe abzuweisen, dass von einem Verkehrswert des entnommenen Grundst&uuml;cks von 219.520 EUR auszugehen und der Freibetrag nach &sect; 14a Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu ber&uuml;cksichtigen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerinnen beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie machen u.a. geltend, nach den Feststellungen des FG habe es sich nicht um eine landwirtschaftliche Nebenerwerbsstelle, sondern um eine reine Eigenbedarfsbewirtschaftung gehandelt. Im Rahmen der Gesamtw&uuml;rdigung habe das FG die Indizwirkung der Bewertungsakte als widerlegt angesehen. An die Tatsachen- und Beweisw&uuml;rdigung des FG sei der Bundesfinanzhof (BFH) gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil war aufzuheben und die Klage in dem durch den Revisionsantrag des FA eingeschr&auml;nkten Umfang abzuweisen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 FGO). Das FG hat zu Unrecht das Vorliegen eines landwirtschaftlichen Betriebs verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Entnahme des auf die Kl&auml;gerin zu 2. &uuml;bertragenen Grundst&uuml;cks kommt nur dann in Betracht, wenn es zuvor Betriebsverm&ouml;gen war. Voraussetzung daf&uuml;r ist, dass die Erblasserin oder einer ihrer Rechtsvorg&auml;nger einen landwirtschaftlichen Betrieb unterhalten hat, zu dessen Betriebsverm&ouml;gen das Grundst&uuml;ck geh&ouml;rte. Weitere Voraussetzung ist, dass die Zuordnung zu diesem Betrieb nicht bereits fr&uuml;her beendet wurde, insbesondere also, dass der Betrieb bis zu dem Zeitpunkt der Grundst&uuml;cks&uuml;bertragung fortbestanden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb setzt eine selbstst&auml;ndige nachhaltige Bet&auml;tigung voraus, die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, und unter Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr unternommen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein Eigentumsbetrieb, dessen Grundlage der eigene Grund und Boden ist (vgl. BFH-Urteil vom 18. M&auml;rz 1999 IV R 65\/98, BFHE 188, 310, BStBl II 1999, 398, unter 3.b der Gr&uuml;nde, m.w.N.), erfordert weder eine Mindestgr&ouml;&szlig;e noch eine Hofstelle oder einen vollen Besatz an Betriebsmitteln; denn Landwirtschaft kann auch auf St&uuml;ckl&auml;ndereien betrieben werden (BFH-Urteil vom 30. August 2007 IV R 5\/06, BFHE 218, 569, BStBl II 2008, 113, unter II.1.b der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Ein Betrieb der Land- und Forstwirtschaft liegt nach dem BFH-Urteil vom 26. Juni 1985 IV R 149\/83 (BFHE 144, 67, BStBl II 1985, 549, unter B.II.a der Gr&uuml;nde) jedoch nicht vor, wenn wegen einer sehr geringen Nutzfl&auml;che nur solche Ertr&auml;ge erzielt werden k&ouml;nnen, wie sie ein (privater) Gartenbesitzer in der Regel f&uuml;r Eigenbedarfszwecke erzielt. Ein solcher Gartenbesitzer strebt nicht nach einem echten, wirtschaftlich ins Gewicht fallenden Gewinn. Soweit der Senat dabei f&uuml;r den Sonderfall eines aussetzenden Forstbetriebs als Untergrenze auf einen Gesamtgewinn von auf die Jahre verteilt mindestens 1.000 DM pro Jahr abgestellt hat (Urteil in BFHE 144, 67, BStBl II 1985, 549, unter B.II.b zu a der Gr&uuml;nde), kann offenbleiben, ob der Senat daran festhalten w&uuml;rde. Jedenfalls l&auml;sst sich eine solche Grenze nicht auf andere F&auml;lle &uuml;bertragen. Denn sie w&auml;re nicht damit zu vereinbaren, dass auch Nebeneink&uuml;nfte grunds&auml;tzlich der Einkommensteuer unterliegen, soweit sie nicht ausdr&uuml;cklich von der Steuer befreit sind (s. den von der H&ouml;he der Eink&uuml;nfte abh&auml;ngigen Freibetrag von 670 EUR gem&auml;&szlig; &sect; 13 Abs. 3 EStG, sowie nunmehr die Steuerbefreiung f&uuml;r Einnahmen aus bestimmten nebenberuflichen T&auml;tigkeiten bis zur H&ouml;he von 500 EUR pro Jahr in &sect; 3 Nr. 26a EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine T&auml;tigkeit ist nachhaltig, wenn sie auf Wiederholung angelegt ist, also die Absicht besteht, weitere Gesch&auml;fte abzuschlie&szlig;en (u.a. BFH-Urteil vom 19. Februar 2009 IV R 10\/06, BFHE 224, 321, BStBl II 2009, 533, unter II.2.c aa der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Erzielung von Eink&uuml;nften aus Land- und Forstwirtschaft i.S. des &sect; 13 EStG setzt Gewinnerzielungsabsicht voraus. Dies ergibt sich aus &sect; 15 Abs. 2 EStG, der auch auf Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft anzuwenden ist (BFH-Urteil vom 11. Oktober 2007 IV R 15\/05, BFHE 219, 508, BStBl II 2008, 465, unter II.1.a der Gr&uuml;nde, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gewinnerzielungsabsicht erfordert eine Bet&auml;tigung, die &uuml;ber eine gr&ouml;&szlig;ere Zahl von Jahren gesehen auf die Erzielung positiver Ergebnisse hin angelegt ist (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 25. Juni 1984 GrS 4\/82, BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751, unter C.IV.3.c aa (2) der Gr&uuml;nde). An der Gewinnerzielungsabsicht fehlt es, wenn die Gewinnprognose negativ ist und der Steuerpflichtige die verlustbringende T&auml;tigkeit nur aus im Bereich seiner Lebensf&uuml;hrung liegenden pers&ouml;nlichen Gr&uuml;nden und Neigungen aus&uuml;bt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil in BFHE 219, 508, BStBl II 2008, 465, unter II.1.c der Gr&uuml;nde, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ma&szlig;gebend ist allein der steuerliche Gewinn. Auf die nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ermittelten Periodenergebnisse kommt es nicht an (BFH-Urteil vom 17. M&auml;rz 2010 IV R 60\/07, BFH\/NV 2010, 1446, unter II.2.b der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Fehlt es an einer Gewinnermittlung und damit an dem Nachweis von Verlusten, kann nicht von einer fehlenden Gewinnerzielungsabsicht ausgegangen werden (BFH-Urteil vom 18. Mai 2000 IV R 27\/98, BFHE 192, 287, BStBl II 2000, 524, unter 1.e der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft liegen nur bei einer Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr vor (BFH-Urteil vom 13. Dezember 2001 IV R 86\/99, BFHE 197, 468, BStBl II 2002, 80, unter 1.b der Gr&uuml;nde). Diese erfordert eine T&auml;tigkeit, die gegen Entgelt am Markt erbracht und f&uuml;r Dritte &auml;u&szlig;erlich erkennbar angeboten wird (BFH-Urteil in BFHE 224, 321, BStBl II 2009, 533, unter II.2.b der Gr&uuml;nde). So kann es sich selbst dann verhalten, wenn die T&auml;tigkeit nur einem einzigen Marktteilnehmer angeboten wird. Ma&szlig;geblich ist, ob die zu beurteilende T&auml;tigkeit dem Bild einer unternehmerischen Marktteilhabe entspricht (BFH-Urteil in BFHE 224, 321, BStBl II 2009, 533, unter II.2.b aa der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Eine Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr kann auch vorliegen, wenn Leistungen entgeltlich nur Angeh&ouml;rigen gegen&uuml;ber erbracht werden (BFH-Urteil in BFHE 197, 468, BStBl II 2002, 80, unter 1.b der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Feststellungen zu der Frage, ob ein landwirtschaftlicher Betrieb &#8211;ggf. vor Generationen&#8211; vorhanden war, k&ouml;nnen in Grenzf&auml;llen schwierig zu treffen sein. Anhaltspunkte k&ouml;nnen sich aus der Gr&ouml;&szlig;e und der Art der Bewirtschaftung des Grundst&uuml;cks, aus der Einheitsbewertung und aus der Zugeh&ouml;rigkeit zur landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft oder anderen landwirtschaftlichen Berufsorganisationen ergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Auch wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb keine Mindestgr&ouml;&szlig;e erfordert (s. oben unter II.2.a), k&ouml;nnen die Gr&ouml;&szlig;e und die Art der Bewirtschaftung Anhaltspunkte daf&uuml;r bieten, ob der Rahmen einer privaten Gartenbewirtschaftung f&uuml;r Eigenbedarfszwecke &uuml;berschritten wurde. Die Finanzverwaltung nimmt aus Gr&uuml;nden der Verwaltungsvereinfachung an, dass einkommensteuerrechtlich kein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb vorliegt, wenn die bewirtschafteten Grundst&uuml;cksfl&auml;chen insgesamt nicht gr&ouml;&szlig;er als 3 000 m&sup2; sind, sofern es sich nicht um Intensivnutzungen f&uuml;r Sonderkulturen handelt, z.B. f&uuml;r Gem&uuml;se-, Blumen- und Zierpflanzenanbau, Baumschulen oder Weinbau (u.a. Erlass des Nieders&auml;chsischen Finanzministeriums vom 25. April 1972 S 2000-14-311, Felsmann, Einkommensbesteuerung der Land- und Forstwirte, Anl. 15 b; Schreiben des Bundesministers f&uuml;r Wirtschaft und Finanzen vom 18. April 1972 F\/IV B 4 -S 2230- 29\/72, fr&uuml;her ver&ouml;ffentlicht in Steuererlasse in Karteiform, Einkommensteuergesetz, &sect; 13 Nr. 198). Die Rechtsprechung hat darin eine Faustregel gesehen, an der sie sich im Einzelfall orientiert hat (vgl. BFH-Urteile vom 9. Dezember 1986 VIII R 26\/80, BFHE 148, 524, BStBl II 1987, 342, unter 1.b aa der Gr&uuml;nde; vom 1. Februar 1990 IV R 8\/89, BFHE 159, 471, BStBl II 1990, 428; vom 12. November 1992 IV R 41\/91, BFHE 170, 311, BStBl II 1993, 430, unter 2.a der Gr&uuml;nde). Soweit der Senat im Urteil vom 6. November 2008 IV R 6\/06 (BFH\/NV 2009, 763) von anderen &Uuml;berlegungen ausgegangen ist, beruht das auf den Besonderheiten des &sect; 14a EStG, die sich auf den Streitfall nicht &uuml;bertragen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein objektives Beweisanzeichen daf&uuml;r, dass (auch) einkommensteuerrechtlich ein Betrieb der Land- und Forstwirtschaft besteht, ist die Bewertung einzelner Grundst&uuml;cksfl&auml;chen als St&uuml;ckl&auml;ndereien und damit als Betrieb der Land- und Forstwirtschaft gem&auml;&szlig; &sect; 34 Abs. 7 BewG (BFH-Urteil in BFHE 197, 468, BStBl II 2002, 80, unter 2. der Gr&uuml;nde). Dieses Beweisanzeichen verst&auml;rkt sich, wenn auch die Wirtschaftsgeb&auml;ude oder die Betriebsmittel oder beide Arten von Wirtschaftsg&uuml;tern dem Eigent&uuml;mer des Grund und Bodens geh&ouml;ren, so dass es sich bei dem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft nicht (nur) um St&uuml;ckl&auml;ndereien handelt (vgl. &sect; 34 Abs. 7 Satz 2 BewG). Allerdings ist das Beweisanzeichen ersch&uuml;ttert, wenn es sich um einen Verpachtungsbetrieb handelt, der bei dem Eigent&uuml;mer zu Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entsprechendes gilt f&uuml;r die bei &Uuml;berschreitung einer Mindestgrenze an die Einheitsbewertung ankn&uuml;pfende Entrichtung von Beitr&auml;gen an die Landwirtschaftskammer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Mitgliedschaft in der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (Unfallversicherung) ist ein objektives Beweisanzeichen f&uuml;r das Bestehen eines selbstbewirtschafteten landwirtschaftlichen Betriebs. Denn sie kn&uuml;pft an das Vorhandensein eines landwirtschaftlichen Unternehmens an, wobei Haus-, Zier- und andere Kleing&auml;rten, die weder regelm&auml;&szlig;ig noch in erheblichem Umfang mit besonderen Arbeitskr&auml;ften bewirtschaftet werden und deren Erzeugnisse haupts&auml;chlich dem eigenen Haushalt dienen, ausgenommen sind (vgl. bis zum 31. Dezember 1996: &sect; 776 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. &sect; 778 der Reichsversicherungsordnung &#8211;RVO&#8211;; seither: &sect; 123 Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 2 des Siebten Buchs Sozialgesetzbuch &#8211;SGB VII&#8211;). Beitragspflichtig ist der Unternehmer des (aktiven) landwirtschaftlichen Unternehmens als Mitglied der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (bis zum 31. Dezember 1996: &sect;&sect; 792, 658, 802, 723 Abs. 1 Satz 1 RVO; jetzt: &sect;&sect; 130, 150 Abs. 1 SGB VII; zu der insoweit ma&szlig;geblichen Mindestgr&ouml;&szlig;e siehe Urteil des Bundessozialgerichts vom 11. November 2003 B 2 U 51\/02 R, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist entgegen der Auffassung des FG aufgrund der objektiven Beweisanzeichen davon auszugehen, dass die Rechtsvorg&auml;nger der Erblasserin einen landwirtschaftlichen Betrieb auch im einkommensteuerlichen Sinne unterhalten haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Gr&ouml;&szlig;e der bewirtschafteten Grundst&uuml;cksfl&auml;chen &uuml;berstieg die f&uuml;r die Abgrenzung von einer privaten Gartenbewirtschaftung zu Eigenbedarfszwecken entwickelte Grenze bei weitem. Nach der Einheitswertfeststellung 1935 handelte es sich damals um einen landwirtschaftlichen Betrieb, der Wohnteil und Wirtschaftsteil umfasste. An dieser Beurteilung hat sich in folgenden Feststellungen nichts ge&auml;ndert. Diese Beweisanzeichen sprechen daf&uuml;r, dass auch einkommensteuerrechtlich ein landwirtschaftlicher Betrieb unterhalten wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der sich daraus ergebenden Indizwirkung k&ouml;nnen die aus dem Grundbuch ersichtlichen Berufsbezeichnungen der fr&uuml;heren Eigent&uuml;mer nicht entgegengehalten werden. Denn die Berufsangaben als &quot;Zimmermann&quot; und &quot;Tagel&ouml;hner&quot; &#8211;auf die das FG Bezug genommen hat&#8211; erlauben keinen R&uuml;ckschluss zur Beantwortung der Frage, ob die Fl&auml;chen damals nur zu Eigenbedarfszwecken und nicht in Gewinnerzielungsabsicht bewirtschaftet wurden. Sie sind daher bereits dem Grunde nach nicht geeignet, die Indizwirkung der Bewertung des Grundbesitzes als Betrieb der Land- und Forstwirtschaft zu ersch&uuml;ttern. Denn bei einem derartigen, vergleichsweise kleinen Grundbesitz, der auf der anderen Seite sowohl die von der Finanzverwaltung aus Vereinfachungsgr&uuml;nden angenommene Mindestgr&ouml;&szlig;e als auch die &uuml;bliche Gr&ouml;&szlig;e von Hausg&auml;rten bei weitem &uuml;berschreitet, handelt es sich typischerweise um einen Nebenerwerbsbetrieb; die Berufsangaben sprechen nicht daf&uuml;r, dass die damaligen Eigent&uuml;mer auf m&ouml;gliche Erwerbschancen verzichten konnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass es sich um einen Liebhabereibetrieb (s. dazu unter II.2.c) gehandelt haben k&ouml;nnte, sind weder vorgetragen noch sonst ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Es bedarf keiner Entscheidung, ob die W&uuml;rdigung des FG, die Erblasserin habe den Grundbesitz nur zu Eigenbedarfszwecken bewirtschaftet, mit den Zeugenaussagen vereinbar ist, wonach sie zumindest gelegentlich auch Geld- oder Tauschleistungen erhalten und bei der Bewirtschaftung die Hilfe Dritter in Anspruch genommen hat. Denn jedenfalls k&ouml;nnen daraus keine R&uuml;ckschl&uuml;sse auf die Bewirtschaftung in fr&uuml;heren Zeiten gezogen werden. Aufgrund der Beweisanzeichen ist davon auszugehen, dass der Betrieb zumindest in fr&uuml;heren, wirtschaftlich angespannteren Zeiten von den Rechtsvorg&auml;ngern der Erblasserin mit Gewinnerzielungsabsicht und unter Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr bewirtschaftet wurde (vgl. dazu Urteil des FG Baden-W&uuml;rttemberg vom 27. Juni 2007&nbsp;&nbsp;8 K 139\/03, EFG 2008, 27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Bestand urspr&uuml;nglich ein landwirtschaftlicher Betrieb, sind die Grundst&uuml;cke in der Hand der Rechtsnachfolger Betriebsverm&ouml;gen geblieben, solange sie nicht entnommen wurden oder der Betrieb aufgegeben wurde. Daran &auml;ndert auch ein sp&auml;terer &Uuml;bergang zur Eigenbedarfsbewirtschaftung nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Fr&uuml;her landwirtschaftlich genutzte Grundst&uuml;cke bleiben ohne ausdr&uuml;ckliche Entnahmehandlung landwirtschaftliches Betriebsverm&ouml;gen, sofern sie nicht infolge einer Nutzungs&auml;nderung zu notwendigem Privatverm&ouml;gen werden (BFH-Beschluss vom 5. Juli 2006 IV B 91\/05, BFH\/NV 2006, 2245, unter 1.a der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Eine Entnahme kann nur bei einer unmissverst&auml;ndlichen, von einem entsprechenden Entnahmewillen getragenen Entnahmehandlung angenommen werden. Der Steuerpflichtige muss ggf. die Folgerungen aus der Entnahme ziehen und einen Entnahmegewinn erkl&auml;ren. Es gen&uuml;gt nicht, dass er Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung erkl&auml;rt (u.a. BFH-Urteil vom 7. Februar 2002 IV R 32\/01, BFH\/NV 2002, 1135). Unzureichend f&uuml;r eine Entnahme ist es erst recht, wenn der Steuerpflichtige &uuml;berhaupt keine Eink&uuml;nfte erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Verkleinerung eines Eigentumsbetriebs f&uuml;hrt nicht zu einer Betriebsaufgabe; das gilt auch dann, wenn die verbleibenden landwirtschaftlich genutzten Fl&auml;chen eine ertragreiche Bewirtschaftung nicht mehr erm&ouml;glichen (BFH-Urteil in BFHE 218, 569, BStBl II 2008, 113, unter II.1.b der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Bei einer Einstellung der werbenden T&auml;tigkeit und Verpachtung des Betriebs ist aus Beweisgr&uuml;nden in der Regel davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige den Betrieb fortf&uuml;hrt, sofern er nicht unmissverst&auml;ndlich und eindeutig die Aufgabe des Betriebs erkl&auml;rt (vgl. u.a. BFH-Urteil vom 8. M&auml;rz 2007 IV R 57\/04, BFH\/NV 2007, 1640, unter II.1.a der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Liegt eine derartige Erkl&auml;rung nicht vor, so ist das bisherige Betriebsverm&ouml;gen in der Regel so lange weiter als Betriebsverm&ouml;gen anzusehen, wie dies rechtlich m&ouml;glich ist (BFH-Urteile vom 26. August 2004 IV R 52\/02, BFH\/NV 2005, 674, unter I.3.a der Gr&uuml;nde; vom 19. M&auml;rz 2009 IV R 45\/06, BFHE 225, 334, BStBl II 2009, 902, unter II.1.e und II.1.f der Gr&uuml;nde, zu einem gewerblichen Betrieb). Geht der Steuerpflichtige zur Eigenbedarfsbewirtschaftung &uuml;ber, kann nichts anderes gelten. Denn auch in einem solchen Fall ist ohne entsprechende Erkl&auml;rung nicht objektiv erkennbar, ob &#8211;und ggf. ab welchem Zeitpunkt&#8211; der Betrieb aufgegeben oder ob er lediglich unterbrochen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entf&auml;llt die Gewinnerzielungsabsicht in einem bestehenden land- und forstwirtschaftlichen Betrieb, f&uuml;hrt dies nicht zu einer Betriebsaufgabe und zur &Uuml;berf&uuml;hrung des Betriebsverm&ouml;gens in das Privatverm&ouml;gen (BFH-Urteil in BFHE 192, 287, BStBl II 2000, 524, unter 1.e der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Die einzelnen Wirtschaftsg&uuml;ter bleiben weiterhin Betriebsverm&ouml;gen. Werden sie entnommen, f&uuml;hrt das zur Realisierung der bis zum Wegfall der Gewinnerzielungsabsicht entstandenen stillen Reserven (BFH-Urteile vom 29. Oktober 1981 IV R 138\/78, BFHE 134, 339, BStBl II 1982, 381, unter 3.a der Gr&uuml;nde; vom 15. Mai 2002 X R 3\/99, BFHE 199, 241, BStBl II 2002, 809, unter II.4.b der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Auch die Aufgabe einer Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr schlie&szlig;t die sp&auml;tere gewinnrealisierende Entnahme eines betrieblichen Grundst&uuml;cks nicht aus (BFH-Urteile in BFHE 197, 468, BStBl II 2002, 80; vom 24. November 1994 IV R 53\/94, BFH\/NV 1995, 592, unter 1.c der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Da eine Fortf&uuml;hrung des Betriebs auch bei Einstellung der werbenden T&auml;tigkeit und Verpachtung des Betriebs m&ouml;glich ist (s. oben unter II.5.b), hat der Zeitpunkt, von dem an der Steuerpflichtige sich nicht mehr am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr beteiligt, keinen Einfluss auf die H&ouml;he der bei einer sp&auml;teren Entnahme zu versteuernden stillen Reserven.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Der Betrieb ist danach weder von den Rechtsvorg&auml;ngern der Erblasserin noch von dieser selbst aufgegeben worden. Die Grundst&uuml;cke sind weiterhin Betriebsverm&ouml;gen geblieben. Das FA hat daher im angefochtenen Bescheid dem Grunde nach zu Recht eine Entnahme wegen des auf die Kl&auml;gerin zu 2. &uuml;bertragenen Grundst&uuml;cks ber&uuml;cksichtigt, deren H&ouml;he zwischenzeitlich nicht mehr streitig ist. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass es sich um einen sog. &quot;Liebhabereibetrieb&quot; gehandelt hat, so dass die stillen Reserven im &Uuml;bergangszeitpunkt zu ermitteln w&auml;ren, ergeben sich aus dem angefochtenen Urteil nicht. Insbesondere erlauben die Feststellungen des FG, denen zufolge die Erblasserin die landwirtschaftlichen Grundst&uuml;cke zu Eigenbedarfszwecken bewirtschaftet hat, nicht die Annahme, diese habe einen Liebhabereibetrieb unterhalten. Denn es fehlt an dem Nachweis von Verlusten durch eine Gewinnermittlung. Der Gewinn war vielmehr weiterhin nach &sect; 13a EStG zu ermitteln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Der Senat entscheidet in der Sache selbst (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 FGO). Weitere Feststellungen zur Frage der Gewinnerzielungsabsicht der Vorfahren der Erblasserin sind nicht mehr m&ouml;glich, wie sich aus dem angefochtenen Urteil und dem Vorbringen der Beteiligten in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ergibt. Das Urteil des FG ist aufzuheben und der angefochtene Bescheid in dem sich aus dem Revisionsantrag ergebenden Umfang zu &auml;ndern. Die Neuberechnung der Einkommensteuer nach Ma&szlig;gabe der Entscheidungsgr&uuml;nde wird dem FA &uuml;bertragen (&sect; 100 Abs. 2 Satz 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>8. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect; 135 Abs. 1, &sect; 136 Abs. 1 Satz 1 FGO. Die Kosten des Revisionsverfahrens tragen die Kl&auml;gerinnen, weil die Revision des FA in vollem Umfang Erfolg hat. Die Kosten des Klageverfahrens tragen die Beteiligten je zur H&auml;lfte, da die Klage zu einer &Auml;nderung des angefochtenen Bescheids durch die Herabsetzung des Entnahmegewinns und die Ber&uuml;cksichtigung des Freibetrags nach &sect; 14a Abs. 4 EStG f&uuml;hrt. Ein getrennter Kostenausspruch f&uuml;r das Revisions- und das Klageverfahren ist in einem solchen Fall zul&auml;ssig (vgl. BFH-Urteil vom 30. April 2003 II R 6\/01, BFH\/NV 2004, 341, unter 3. der Gr&uuml;nde, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.5.2011, IV R 48\/08 Landwirtschaftlicher Kleinbetrieb &#8211; Gewinnerzielungsabsicht &#8211; Abgrenzung zur Gartenbewirtschaftung f&uuml;r Eigenbedarfszwecke Leits&auml;tze Lag nach der Einheitswertfeststellung ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Wohnteil und Wirtschaftsteil vor und &uuml;berstieg die Gr&ouml;&szlig;e der bewirtschafteten Fl&auml;che die f&uuml;r die Abgrenzung von einer privaten Gartenbewirtschaftung entwickelte Grenze von 3000 Quadratmeter, ist auch einkommensteuerrechtlich von einem &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-48-08-landwirtschaftlicher-kleinbetrieb-gewinnerzielungsabsicht-abgrenzung-zur-gartenbewirtschaftung-fuer-eigenbedarfszwecke\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;48\/08 &#8211; Landwirtschaftlicher Kleinbetrieb &#8211; Gewinnerzielungsabsicht &#8211; Abgrenzung zur Gartenbewirtschaftung f&uuml;r Eigenbedarfszwecke<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9692","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9692","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9692"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9692\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9692"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9692"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9692"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}