{"id":9745,"date":"2012-12-06T05:00:25","date_gmt":"2012-12-06T03:00:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9745"},"modified":"2012-12-06T05:00:25","modified_gmt":"2012-12-06T03:00:25","slug":"viii-b-183-10-gruende-fuer-das-absehen-von-einer-erneuten-zeugenvernehmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-183-10-gruende-fuer-das-absehen-von-einer-erneuten-zeugenvernehmung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;183\/10 &#8211; Gr&uuml;nde f&uuml;r das Absehen von einer (erneuten) Zeugenvernehmung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.6.2011, VIII B 183\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Gr&uuml;nde f&uuml;r das Absehen von einer (erneuten) Zeugenvernehmung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet. Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) r&uuml;gt einen Verfahrensmangel (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO), der in der Nichtvernehmung zweier Zeugen (Herr X und Oberstaatsanw&auml;ltin Y) durch das Finanzgericht (FG) liegen soll. Diese R&uuml;ge greift nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Was die Vernehmung der Zeugin Y angeht, fehlt es schon an substantiierten Angaben zu den ermittlungsbed&uuml;rftigen Tatsachen, zum voraussichtlichen Ergebnis der Beweisaufnahme und dazu, inwiefern das Urteil des FG auf der unterlassenen Beweisaufnahme beruhen kann (s. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 120 Rz 69, m.w.N.). Die Zeugin Y hat im Revisionsverfahren gegen das Urteil des Landgerichts A vom 27. Dezember 2001 als Vertreterin der Staatsanwaltschaft zwei strafprozessrechtliche Verfahrensfehler bezeichnet. Dieses Vorbringen war indes nicht entscheidungserheblich, denn das Oberlandesgericht B hat die Revision im Urteil vom 20. Oktober 2003 verworfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch im &Uuml;brigen kann der Kl&auml;ger nicht erfolgreich geltend machen, das FG sei seiner Amtspflicht zur Sachaufkl&auml;rung (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) nicht nachgekommen, weil es den weiteren Beweisantrag zur Vernehmung des Zeugen X &uuml;bergangen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einem circa eineinhalb Stunden vor Beginn der Verhandlung per Fax &uuml;bermittelten Schriftsatz hat der Prozessbevollm&auml;chtigte des Kl&auml;gers erkl&auml;rt, er werde in der Verhandlung &#8211;im Schriftsatz vorformulierte&#8211; Beweisantr&auml;ge stellen. Ausweislich des Sitzungsprotokolls hat der Prozessbevollm&auml;chtigte w&auml;hrend der Verhandlung eine Kopie (u.a.) dieses Schriftsatzes an die Beklagtenvertreterin &uuml;bergeben. Hingegen sind die vorformulierten Beweisantr&auml;ge nicht ausdr&uuml;cklich zu Protokoll erkl&auml;rt worden. Laut Protokoll hat der Einzelrichter die m&uuml;ndliche Verhandlung geschlossen, ohne Beschlussverk&uuml;ndung, ob eine Entscheidung verk&uuml;ndet oder zugestellt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kann dahingestellt bleiben, ob das FG bei diesen Besonderheiten des Verfahrensablaufs das schrifts&auml;tzlich bekundete Beweisbegehren des Kl&auml;gers nur als Beweisanregung werten durfte oder nicht doch als Beweisantrag h&auml;tte ansehen m&uuml;ssen; es kann auch dahingestellt bleiben, ob dem Kl&auml;ger trotz der Verfahrensbesonderheiten vorgehalten werden kann, dass er die unterbliebene Sachaufkl&auml;rung in der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht ger&uuml;gt hat (vgl. zum so genannten R&uuml;geverzicht &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 der Zivilprozessordnung; Gr&auml;ber\/Stapperfend, a.a.O., &sect; 76 Rz 33, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Jedenfalls hat das FG ohne Versto&szlig; gegen Verfahrensvorschriften davon abgesehen, den Zeugen X (erneut) zu vernehmen. Zu Recht hat das FG hinsichtlich der Aussage des Zeugen X auf das Ergebnis der Beweisaufnahme im Strafverfahren Bezug genommen, da der Kl&auml;ger der Beiziehung und Verwertung der in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG in das Verfahren eingef&uuml;hrten Strafakten nicht entgegengetreten ist. Im Strafverfahren hatte der Zeuge X bereits umfangreich ausgesagt. Dort sind die Bekundungen des Zeugen X nicht zu Gunsten des Kl&auml;gers gewertet worden. Der Kl&auml;ger hat nicht dargelegt, dass der Zeuge X vor dem FG etwas anderes bekunden sollte. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, weshalb das FG den Zeugen X noch einmal h&auml;tte vernehmen sollen und inwiefern die Vernehmung das Ergebnis des vorliegenden Verfahrens h&auml;tte beeinflussen k&ouml;nnen. Dies gilt umso mehr, als das FG bereits im Beschluss in der Aussetzungssache (vom 19. Dezember 2007&nbsp;&nbsp;2 V 848\/07) auf die Widerspr&uuml;che zwischen den Einlassungen des Kl&auml;gers und den Bekundungen des Zeugen X eingegangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit der Kl&auml;ger eine fehlerhafte Ermittlung der Sch&auml;tzungsgrundlage geltend macht, ist nicht ersichtlich, welchen Zulassungsgrund nach &sect; 115 Abs. 2 FGO er damit geltend machen will. Einwendungen gegen die materielle Richtigkeit des angefochtenen Urteils f&uuml;hren grunds&auml;tzlich nicht zur Zulassung der Revision (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs vom 28. April 2003 VIII B 260\/02, BFH\/NV 2003, 1336; vom 23. Juni 2003 IX B 119\/02, BFH\/NV 2003, 1289; vom 27. M&auml;rz 2007 VIII B 152\/05, BFH\/NV 2007, 1335, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.6.2011, VIII B 183\/10 Gr&uuml;nde f&uuml;r das Absehen von einer (erneuten) Zeugenvernehmung Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet. Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor. 2&nbsp; 1. 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