{"id":9758,"date":"2012-12-06T17:29:02","date_gmt":"2012-12-06T15:29:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9758"},"modified":"2012-12-06T17:29:02","modified_gmt":"2012-12-06T15:29:02","slug":"x-b-149-10-voraussetzungen-eines-gewerblichen-grundstueckshandels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-149-10-voraussetzungen-eines-gewerblichen-grundstueckshandels\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;149\/10 &#8211; Voraussetzungen eines gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.5.2011, X B 149\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Voraussetzungen eines gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erwarb am 15. August 1989 die in G belegenen, einander unmittelbar benachbarten, aber grundbuchlich selbst&auml;ndigen unbebauten Grundst&uuml;cke mit den Flurnummern 67 und 91. Er bilanzierte sie zun&auml;chst im Sonderbetriebsverm&ouml;gen einer Baumarkt-KG, an der er beteiligt war. Zum 31. Dezember 1992 entnahm er sie in das Privatverm&ouml;gen. Mit Vertr&auml;gen vom 7. September 1994 verkaufte er das Flurst&uuml;ck 67 an eine GmbH und das Flurst&uuml;ck 91 an einen Herrn J.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 9. Mai 1996 erwarb der Kl&auml;ger die in C belegenen, mit Fabrikgeb&auml;uden bebauten Grundst&uuml;cke mit den Flurnummern 831, 834 und 1103. In mehreren Zeitungsinseraten, deren erstes am 29. Juni 1996 erschien, bot die H-Haus-KG, an der der Kl&auml;ger beteiligt ist, die Grundst&uuml;cke zum Kauf an. Der Kl&auml;ger verkaufte die Flurst&uuml;cke 831 und 834 am 29. Dezember 1998 und das Flurst&uuml;ck 1103 am 22. Dezember 1999.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das seinerzeit zust&auml;ndige Finanzamt sah die Voraussetzungen eines gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels als erf&uuml;llt an und erlie&szlig; einen entsprechenden Gewerbesteuermessbescheid f&uuml;r das Streitjahr 1999. Dabei fasste es die in C belegenen Flurst&uuml;cke 831 und 834 zu einem einzigen Objekt im Sinne der Drei-Objekt-Grenze zusammen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einspruchs- und Klageverfahren brachte der Kl&auml;ger vor, er habe hinsichtlich beider Grundst&uuml;ckskomplexe urspr&uuml;nglich langfristige Vermietungen in unterschiedlichen Varianten angestrebt. Diese Pl&auml;ne h&auml;tten sich allerdings nicht realisieren lassen. Die beiden Parzellen in G stellten eine wirtschaftliche Einheit dar und seien damit nur als ein einziges Objekt anzusehen, so dass er insgesamt nicht mehr als drei Objekte ver&auml;u&szlig;ert habe. Ohnehin sei die F&uuml;nf-Jahres-Frist &uuml;berschritten; deren Verl&auml;ngerung komme nur bei besonderen Umst&auml;nden in Betracht, die hier nicht gegeben seien. Zudem sei f&uuml;r die Erhebungszeitr&auml;ume bis 1994 Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten, so dass Sachverhalte aus dieser Zeit nicht mehr ber&uuml;cksichtigt werden d&uuml;rften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Der Kl&auml;ger habe innerhalb eines engen zeitlichen Zusammenhangs von f&uuml;nf Jahren und dreieinhalb Monaten mindestens vier Objekte verkauft. Alle vier Objekte seien wiederum in engem zeitlichen Zusammenhang zu ihrem Erwerb &#8211;mit einem maximalen Abstand von f&uuml;nf Jahren und drei Wochen&#8211; ver&auml;u&szlig;ert worden. Nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung seien die F&uuml;nf-Jahres-Zeitr&auml;ume nicht als starre Grenzen anzusehen. Im Streitfall seien sie aufgrund der umfangreichen Branchenkenntnisse des Kl&auml;gers im Immobilienbereich geringf&uuml;gig auszudehnen. Diese Branchenkenntnisse folgten sowohl aus den Bet&auml;tigungen des Kl&auml;gers als Gesellschafter bzw. Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer mehrerer Baum&auml;rkte und &quot;Baufirmen&quot; sowie aus seinem umfangreichen im Privatverm&ouml;gen gehaltenen Grundbesitz. Auch die in festsetzungsverj&auml;hrter Zeit vorgenommenen Ver&auml;u&szlig;erungen seien im Rahmen der Gesamtw&uuml;rdigung des Verhaltens des Kl&auml;gers im Streitjahr zu ber&uuml;cksichtigen. Der Kl&auml;ger habe die Indizwirkung des engen zeitlichen Zusammenhangs zwischen Erwerb und Ver&auml;u&szlig;erung bzw. zwischen den einzelnen Ver&auml;u&szlig;erungen nicht widerlegen k&ouml;nnen. Hierf&uuml;r w&auml;ren objektive Umst&auml;nde erforderlich gewesen; die blo&szlig;en Erkl&auml;rungen des Kl&auml;gers &uuml;ber seine abweichenden Nutzungabsichten seien hingegen nicht ausreichend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache, Divergenz sowie wegen eines Verfahrensmangels.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) h&auml;lt die Beschwerde f&uuml;r unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Keiner der vom Kl&auml;ger geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde ist tats&auml;chlich gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Dies gilt zun&auml;chst f&uuml;r die verschiedenen vom Kl&auml;ger formulierten Rechtsfragen, aus denen er die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) ableiten will.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung kommt einer Rechtssache nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zu, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Au&szlig;erdem muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (BFH-Beschl&uuml;sse vom 10. September 2003 X B 132\/02, BFH\/NV 2004, 495, unter 1., und vom 14. November 2005 II B 51\/05, BFH\/NV 2006, 305, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger formuliert als erste kl&auml;rungsbed&uuml;rftige Rechtsfrage, ob von einem gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel auch dann gesprochen werden k&ouml;nne, &quot;wenn Grundst&uuml;cke bei ihrem anf&auml;nglichen Erwerb steuerlich nicht etwa im Privatverm&ouml;gen, sondern im Betriebsverm&ouml;gen eines Steuerpflichtigen erfasst werden, wobei die Einordnung als langfristig zu nutzendes Betriebsverm&ouml;gen durch die Bilanzierung seitens des Steuerpflichtigen im Anlageverm&ouml;gen dokumentiert wird, und die Buchung im Anlageverm&ouml;gen &#8211;anders als im Fall des Umlaufverm&ouml;gens&#8211; zugleich gegen eine bedingte oder gar unbedingte Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht spricht&quot;. Mit dem Ausweis im Anlageverm&ouml;gen habe er sich &quot;verbindlich auf die dauerhafte Nutzung der Grundst&uuml;cksobjekte zur Fruchtziehung &#8230; festgelegt&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die schl&uuml;ssige Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit erfordert ein konkretes und substantiiertes Eingehen darauf, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Rechtsfrage umstritten ist (BFH-Beschl&uuml;sse vom 7. April 2005 V B 39\/04, BFH\/NV 2005, 1585, unter 2.a, und vom 21. Juli 2005 II B 78\/04, BFH\/NV 2005, 1984). Daran fehlt es. Die Beschwerdebegr&uuml;ndung enth&auml;lt keinerlei Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung und Literatur, die zu der vom Kl&auml;ger aufgeworfenen Rechtsfrage ergangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen bleibt nach dem Vorbringen des Kl&auml;gers unklar, weshalb der Ausweis im Anlageverm&ouml;gen bindende Wirkung f&uuml;r eine k&uuml;nftige dauerhafte Nutzung der Grundst&uuml;cke entfalten soll. Offensichtlich war der Kl&auml;ger trotz der von ihm behaupteten Bindung nicht daran gehindert, die Grundst&uuml;cke innerhalb eines engen zeitlichen Zusammenhangs mit ihrem Erwerb frei und unbeschr&auml;nkt zu ver&auml;u&szlig;ern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ferner h&auml;lt es der Kl&auml;ger f&uuml;r kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, ob von einem gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel auch dann gesprochen werden kann, &quot;wenn der Verkauf eines Objekts zwar au&szlig;erhalb des F&uuml;nf-Jahres-Zeitraums erfolgt, jedoch aufgrund der Existenz von weiterem (langfristig genutzten) betrieblichen Grundverm&ouml;gen eine &#8218;einschl&auml;gige&#8216; Branchenkenntnis des Steuerpflichtigen als weiteres Indiz f&uuml;r dessen bedingte Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht angesehen wird, obwohl zugleich auch umfangreiches (langfristig genutztes) privates Grundverm&ouml;gen des Steuerpflichtigen besteht, dessen Indizwirkung zu Gunsten des Steuerpflichtigen ber&uuml;cksichtigt werden muss&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Kern begehrt der Kl&auml;ger mit diesem Vorbringen &#8211;wie aus seinen weiteren Erl&auml;uterungen hervorgeht&#8211;, das Vorhandensein umfangreichen Grundbesitzes im Privatverm&ouml;gen als Indiz gegen eine bedingte Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht zu werten. Damit gibt er indes im Stile einer Revisionsbegr&uuml;ndung lediglich zu erkennen, dass er die Auffassung des FG &#8211;das die Branchenn&auml;he sowohl aus der betrieblichen als auch aus der privaten Bet&auml;tigung im Immobilienbereich abgeleitet hat&#8211; in diesem Punkt f&uuml;r falsch h&auml;lt, legt aber nicht die grunds&auml;tzliche Bedeutung dieser Rechtsfrage dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Zudem formuliert der Kl&auml;ger die Rechtsfrage, ob sich in Anwendung des Schreibens des Bundesministers der Finanzen (BMF) vom 20. Dezember 1990 (BStBl I 1990, 884, Rz 10), ggf. in Verbindung mit dem Grundsatz der Selbstbindung der Verwaltung, eine strikt zu beachtende absolute Obergrenze von zehn Jahren zwischen dem Erwerb des ersten Grundst&uuml;cks und der Ver&auml;u&szlig;erung des letzten Grundst&uuml;cks ergebe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei hat der Kl&auml;ger jedoch &#8211;worauf das FA zutreffend hinweist die genannte Verwaltungsanweisung missverstanden. Die dort genannte H&ouml;chstfrist von zehn Jahren bezieht sich auf Fallgestaltungen, in denen zwischen Erwerb und Ver&auml;u&szlig;erung des einzelnen Objekts zwar ein Zeitraum von mehr als f&uuml;nf Jahren liegt, aber aufgrund weiterer Umst&auml;nde auf eine von Anfang an bestehende Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht geschlossen werden kann. Mit dem zeitlichen Abstand zwischen dem Erwerb des ersten und der Ver&auml;u&szlig;erung des letzten Grundst&uuml;cks befasst sich das vom Kl&auml;ger angef&uuml;hrte BMF-Schreiben hingegen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Schlie&szlig;lich rechtfertigt auch die weitere vom Kl&auml;ger aufgeworfene Rechtsfrage, ob der Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung die Ber&uuml;cksichtigung fr&uuml;herer Erwerbe und Ver&auml;u&szlig;erungen als Z&auml;hlobjekte ausschlie&szlig;e, nicht die Zulassung der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob eine &Uuml;berschreitung der Drei-Objekt-Grenze Indizwirkung f&uuml;r das Vorliegen eines gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels entfaltet, l&auml;sst sich naturgem&auml;&szlig; erst nach der vierten Ver&auml;u&szlig;erung feststellen. Die vierte Ver&auml;u&szlig;erung stellt zwar kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis i.S. des &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Abgabenordnung dar (BFH-Urteil vom 6. Juli 1999 VIII R 17\/97, BFHE 189, 302, BStBl II 2000, 306); sie l&auml;sst im Rahmen der erforderlichen Gesamtw&uuml;rdigung der Bet&auml;tigung des Steuerpflichtigen aber bereits dessen im Zusammenhang mit dem ersten Objekt entfalteten Aktivit&auml;ten als gewerblich erscheinen (BFH-Urteil vom 20. April 2006 III R 1\/05, BFHE 214, 31, BStBl II 2007, 375, unter II.3.d).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei derartigen Gesamtw&uuml;rdigungen sind aber auch die Verh&auml;ltnisse bereits abgelaufener Veranlagungs- bzw. Erhebungszeitr&auml;ume einzubeziehen, und zwar unabh&auml;ngig davon, ob f&uuml;r diese Zeitr&auml;ume noch die verfahrensrechtliche M&ouml;glichkeit zum Erlass von &Auml;nderungsbescheiden besteht oder nicht. Das FG hat insoweit zutreffend die Rechtsprechung zur &#8211;parallel gelagerten&#8211; Frage der Gesamtw&uuml;rdigung zur Feststellung des Vorhandenseins oder Fehlens der Gewinnerzielungsabsicht (z.B. BFH-Urteil vom 22. April 1998 XI R 10\/97, BFHE 186, 206, BStBl II 1998, 663) herangezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger entnimmt den BFH-Urteilen vom 19. Februar 2009 IV R 8, 9\/07 (BFH\/NV 2009, 923, unter II.B.2.d) und IV R 12\/07 (BFH\/NV 2009, 926, unter II.2.b dd) den Rechtssatz, dass allein die Branchenn&auml;he eines Steuerpflichtigen im Regelfall nicht die Annahme einer von Anfang an bestehenden Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht trotz Nicht&uuml;berschreitens der Drei-Objekt-Grenze rechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem stellt er den vom FG gebildeten Rechtssatz gegen&uuml;ber, wonach bei einem &Uuml;berschreiten der Drei-Objekt-Grenze die Branchenn&auml;he des Steuerpflichtigen eine geringf&uuml;gige Ausdehnung des F&uuml;nf-Jahres-Regelzeitraums rechtfertigen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese beiden Rechtss&auml;tze stehen &#8211;worauf das FA zutreffend hinweist&#8211; nicht in Widerspruch zueinander, was aber Voraussetzung f&uuml;r die Annahme einer Divergenz w&auml;re. Denn der Rechtssatz des BFH betrifft F&auml;lle, in denen weniger als vier Objekte ver&auml;u&szlig;ert werden; der Rechtssatz des FG ist demgegen&uuml;ber auf F&auml;lle beschr&auml;nkt, in denen mindestens vier Objekte ver&auml;u&szlig;ert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die vom Kl&auml;ger erhobene Verfahrensr&uuml;ge gen&uuml;gt nicht den Darlegungsanforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird ein Versto&szlig; gegen die Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 FGO) mit der Begr&uuml;ndung ger&uuml;gt, das FG h&auml;tte auch ohne entsprechenden Beweisantritt von Amts wegen den Sachverhalt weiter aufkl&auml;ren m&uuml;ssen, sind nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH Ausf&uuml;hrungen dazu erforderlich, welche Beweise das FG von Amts wegen h&auml;tte erheben bzw. welche Tatsachen es h&auml;tte aufkl&auml;ren m&uuml;ssen, aus welchen Gr&uuml;nden sich ihm die Notwendigkeit einer Beweiserhebung auch ohne Antrag h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, welche entscheidungserheblichen Tatsachen sich bei einer Beweisaufnahme voraussichtlich ergeben h&auml;tten und inwiefern die Beweiserhebung auf der Grundlage des materiell-rechtlichen Standpunkts des FG zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen (Senatsbeschluss vom 19. Oktober 2005 X B 86\/05, BFH\/NV 2006, 118, unter 2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger meint, das FG h&auml;tte aufkl&auml;ren m&uuml;ssen, ob er h&auml;ndlertypisches Verhalten an den Tag gelegt oder Ma&szlig;nahmen zur Umgestaltung der Grundst&uuml;cke in Gegenst&auml;nde anderer Marktg&auml;ngigkeit getroffen habe. Auf diese zus&auml;tzlichen Beweisanzeichen kam es aber nach der materiell-rechtlichen Auffassung des FG, das sich auf die &#8211;vom Kl&auml;ger nicht widerlegte&#8211; Indizwirkung des &Uuml;berschreitens der Drei-Objekt-Grenze gest&uuml;tzt hat, nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.5.2011, X B 149\/10 Voraussetzungen eines gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erwarb am 15. August 1989 die in G belegenen, einander unmittelbar benachbarten, aber grundbuchlich selbst&auml;ndigen unbebauten Grundst&uuml;cke mit den Flurnummern 67 und 91. Er bilanzierte sie zun&auml;chst im Sonderbetriebsverm&ouml;gen einer Baumarkt-KG, an der er beteiligt war. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-149-10-voraussetzungen-eines-gewerblichen-grundstueckshandels\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;149\/10 &#8211; Voraussetzungen eines gewerblichen Grundst&uuml;ckshandels<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9758","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9758","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9758"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9758\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9758"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9758"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9758"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}