{"id":9766,"date":"2012-12-06T17:29:03","date_gmt":"2012-12-06T15:29:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9766"},"modified":"2012-12-06T17:29:03","modified_gmt":"2012-12-06T15:29:03","slug":"xi-r-44-08-weder-umsatzsteuerbefreiung-noch-ermaessigter-steuersatz-fuer-die-inszenierung-einer-oper-abgrenzung-zu-umsaetzen-eines-theaters-steuerbefreiung-kultureller-dienstleistungen-selektive-anwen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-44-08-weder-umsatzsteuerbefreiung-noch-ermaessigter-steuersatz-fuer-die-inszenierung-einer-oper-abgrenzung-zu-umsaetzen-eines-theaters-steuerbefreiung-kultureller-dienstleistungen-selektive-anwen\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;44\/08 &#8211; Weder Umsatzsteuerbefreiung noch erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r die Inszenierung einer Oper &#8211; Abgrenzung zu Ums&auml;tzen eines Theaters &#8211; Steuerbefreiung kultureller Dienstleistungen &#8211; Selektive Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes durch die Mitgliedstaaten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.5.2011, XI R 44\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Weder Umsatzsteuerbefreiung noch erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r die Inszenierung einer Oper &#8211; Abgrenzung zu Ums&auml;tzen eines Theaters &#8211; Steuerbefreiung kultureller Dienstleistungen &#8211; Selektive Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes durch die Mitgliedstaaten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Inszenierung einer Oper durch einen selbst&auml;ndig t&auml;tigen Regisseur gegen Honorar ist weder nach dem UStG noch nach Unionsrecht steuerbefreit und unterliegt dem Regelsteuersatz.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist als Regisseur selbst&auml;ndig t&auml;tig. F&uuml;r die Inszenierung einer Oper erhielt er im Streitjahr 2004 von einer kommunalen B&uuml;hne ein Honorar. Daneben erzielte er noch Entgelte aus einer Autorent&auml;tigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) behandelte abweichend von der Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung des Kl&auml;gers die Inszenierung der Oper nicht als steuerfrei, sondern dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz unterliegend. Im Verlauf des Einspruchsverfahrens k&uuml;ndigte das FA an, die Umsatzsteuer h&ouml;her festzusetzen und das bezogene Honorar nunmehr dem allgemeinen Umsatzsteuersatz zu unterwerfen. Entsprechend der Ank&uuml;ndigung setzte es mit seiner Einspruchsentscheidung die Umsatzsteuer des Streitjahrs herauf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen erhob der Kl&auml;ger Klage. W&auml;hrend des finanzgerichtlichen Verfahrens bescheinigte die zust&auml;ndige Landesbeh&ouml;rde r&uuml;ckwirkend f&uuml;r das Streitjahr, dass der Kl&auml;ger die gleichen kulturellen Aufgaben wie die in &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a Satz 1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) genannten Einrichtungen erf&uuml;lle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt. Die Inszenierung der Oper sei zwar nicht nach &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a UStG von der Umsatzsteuer befreit. Dem Kl&auml;ger sei die Steuerbefreiung f&uuml;r die streitige Leistung jedoch nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. n der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) zu gew&auml;hren. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2009, 156 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der vom FG zugelassenen Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts. Es ist im Wesentlichen der Auffassung, der Kl&auml;ger k&ouml;nne sich f&uuml;r die Steuerfreiheit des streitbefangenen Umsatzes nicht mit Erfolg auf Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. n der Richtlinie 77\/388\/EWG berufen. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine erm&auml;&szlig;igte Besteuerung seien im Streitfall ebenfalls nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen, hilfsweise den Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer auf &#8230; EUR herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>Ferner regt der Kl&auml;ger hilfsweise eine Anfrage an den V. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) bzw. eine Vorlage an den Gro&szlig;en Senat des BFH und h&ouml;chst hilfsweise eine Vorlage an den Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er ist der Ansicht, er habe als anerkannte kulturelle Einrichtung mit der Inszenierung der Oper eine steuerbefreite kulturelle Dienstleistung erbracht. F&uuml;r eine Steuerbefreiung sei es nicht notwendig, dass ein aus&uuml;bender K&uuml;nstler vom Publikum als solcher gesehen werden m&uuml;sse. Ein Regisseur wirke w&auml;hrend jeder Vorstellung durch die sich auf der B&uuml;hne befindenden K&uuml;nstler und gebe der Auff&uuml;hrung sein Gepr&auml;ge. Selbst wenn die Inszenierung der Oper nicht steuerfrei sei, unterliege sie jedenfalls nur dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz. Unter einem aus&uuml;benden K&uuml;nstler sei auch ein Regisseur zu verstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Vorentscheidung ist der nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 (Satz 1) UStG steuerbare Umsatz aus der entgeltlichen Inszenierung der Oper nicht steuerbefreit. Diese vom Kl&auml;ger erbrachte sonstige Leistung unterliegt dem allgemeinen Steuersatz (&sect; 12 Abs. 1 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Steuerbefreiung ergibt sich weder aus nationalen Vorschriften noch aus unionsrechtlichen Bestimmungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Voraussetzungen des &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a UStG sind nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach sind die Ums&auml;tze der Theater, Orchester und der weiteren in dieser Vorschrift genannten Einrichtungen des Bundes, der L&auml;nder, der Gemeinden oder der Gemeindeverb&auml;nde steuerfrei. Das Gleiche gilt f&uuml;r die Ums&auml;tze gleichartiger Einrichtungen anderer Unternehmer, wenn die zust&auml;ndige Landesbeh&ouml;rde bescheinigt, dass sie die gleichen kulturellen Aufgaben erf&uuml;llen (&sect; 4 Nr. 20 Buchst. a Satz 2 UStG). Die vom Kl&auml;ger erbrachte Leistung ist &#8211;was allein in Betracht kommt&#8211; kein Umsatz eines Theaters i.S. von &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Allein die vom Kl&auml;ger im Laufe des finanzgerichtlichen Verfahrens beigebrachte Bescheinigung der zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde, nach der er die gleichen kulturellen Aufgaben wie die in &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a Satz 1 UStG genannten Einrichtungen erf&uuml;llt, vermag die Steuerbefreiung der Inszenierung der Oper nach &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a UStG nicht zu bewirken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Bindungswirkung f&uuml;r das Besteuerungsverfahren entfaltet die Bescheinigung der zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde lediglich insoweit, als in ihr festgestellt wird, dass der Kl&auml;ger die gleichen kulturellen Aufgaben wie die in &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a Satz 1 UStG bezeichneten Einrichtungen erf&uuml;llt, mithin seine Leistungen den gleichen kulturellen Stellenwert haben. Die Beurteilung, ob der Unternehmer eine Einrichtung betreibt, die einer Einrichtung i.S. des &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a Satz 1 UStG gleichartig ist, obliegt hingegen den Finanzbeh&ouml;rden und Finanzgerichten (vgl. BFH-Urteil vom 20. April 1988 X R 20\/82, BFHE 153, 454, BStBl II 1988, 796; Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts &#8211;BVerwG&#8211; vom 31. Juli 2008&nbsp;&nbsp;9 B 80\/07, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2009, 793, m.w.N.; BVerwG-Urteil vom 11. Oktober 2006&nbsp;&nbsp;10 C 4\/06, NJW 2007, 714, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Kl&auml;ger kann nicht als gleichartige Einrichtung i.S. des &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a Satz 2 UStG angesehen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Theater wendet sich in der Regel an eine unbestimmte Zahl von Zuschauern und hat die Aufgabe, der &Ouml;ffentlichkeit Theaterst&uuml;cke in k&uuml;nstlerischer Form nahezubringen (vgl. BVerwG-Beschluss in NJW 2009, 793; Abschn. 4.20.1. Abs. 1 Satz 1 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses). Die Vorentscheidung geht daher zutreffend davon aus, dass Ums&auml;tze eines Theaters nur dann vorliegen k&ouml;nnen, wenn Personen in irgendeiner Weise auf einer B&uuml;hne vor einem Publikum ein St&uuml;ck zur Auff&uuml;hrung bringen. Dieses Wesensmerkmal eines Theaterumsatzes muss auch f&uuml;r einen Umsatz einer Einrichtung, die einem Theater einer Gebietsk&ouml;rperschaft gleichartig ist, erf&uuml;llt sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem steht nicht entgegen, dass nach der Rechtsprechung des EuGH, der sich der BFH angeschlossen hat, die Mitgliedstaaten nicht berechtigt sind, bei der Anerkennung als gleichartige Einrichtung Einzelk&uuml;nstler anders zu behandeln als kulturelle Gruppen (vgl. EuGH-Urteile vom 3. April 2003 Rs. C-144\/00 &#8211;Hoffmann&#8211;, Slg. 2003, I-2921, BFH\/NV Beilage 2003, 153; vom 23. Oktober 2003 Rs. C-109\/02 &#8211;Kommission\/Deutschland&#8211;, Slg. 2003, I-12691, BFH\/NV Beilage 2004, 37, Rz 23, m.w.N.; BFH-Urteil vom 18. Februar 2010 V R 28\/08, BFHE 228, 474, BStBl II 2010, 876). Denn Theater im vorgenannten Sinne kann auch eine f&uuml;r Zuschauer bestimmte Auff&uuml;hrung durch nur eine Person sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erbrachte mit der Regie eine Leistung, die Bedingung f&uuml;r Theater i.S. des &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a UStG ist, weil hierdurch das k&uuml;nstlerische Gesamtkonzept der Auff&uuml;hrung erstellt und die T&auml;tigkeit der verschiedenen Mitwirkenden koordiniert wird. Zwar mag die Ansicht des Kl&auml;gers zutreffen, dass ein Regisseur w&auml;hrend jeder Vorstellung durch die sich auf der B&uuml;hne befindenden K&uuml;nstler wirkt und hierdurch der Vorstellung sein Gepr&auml;ge gibt. Das Wirken der Akteure auf der B&uuml;hne in der Inszenierung des Kl&auml;gers ist diesem jedoch nicht derart als eigene Leistung zuzurechnen, dass er hierdurch als eine dem Theater einer Gebietsk&ouml;rperschaft gleichartige Einrichtung angesehen werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Vorentscheidung ist die Steuerbefreiung der streitigen Leistung nicht gem&auml;&szlig; Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. n der Richtlinie 77\/388\/EWG &#8211;nunmehr Art. 132 Abs. 1 Buchst. n der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28. November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem &#8211;MwStSystRL&#8211; (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr. L 347\/1)&#8211; zu gew&auml;hren. Danach befreien die Mitgliedstaaten bestimmte kulturelle Dienstleistungen und eng damit verbundene Lieferungen von Gegenst&auml;nden, die von Einrichtungen des &ouml;ffentlichen Rechts oder anderen von dem betreffenden Mitgliedstaat anerkannten Einrichtungen erbracht werden, von der Steuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erbrachte als selbst&auml;ndig t&auml;tiger Regisseur mit der Inszenierung der Oper eine kulturelle Dienstleistung i.S. des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. n der Richtlinie 77\/388\/EWG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dennoch kann er sich zur Erlangung der Steuerfreiheit seiner Leistung nicht auf diese Bestimmung berufen. Denn der nationale Gesetzgeber durfte solche Leistungen wie die hier streitigen von der Steuerbefreiung ausnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat zutreffend erkannt, dass der jeweilige Mitgliedstaat nach Art. 13 Teil A Abs. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG bestimmen kann, welche kulturellen Dienstleistungen er von der Umsatzsteuer befreit. Zwar konnte in der Rechtsprechung des BFH bisher offenbleiben, ob und inwieweit f&uuml;r die Mitgliedstaaten eine Erm&auml;chtigung besteht, f&uuml;r bestimmte kulturelle Dienstleistungen eine Steuerfreiheit anzuordnen und andere kulturelle Dienstleistungen von der Steuerfreiheit auszunehmen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 228, 474, BStBl II 2010, 876). Nach dem Wortlaut und der Entstehungsgeschichte des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. n der Richtlinie 77\/388\/EWG k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten jedoch entscheiden, welche kulturellen Dienstleistungen sie von der Umsatzsteuer befreien und welche von der Steuerbefreiung ausgenommen bleiben sollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Tatbestandsmerkmal &quot;bestimmte&quot; &#8211;dem die Begriffe &quot;certain&quot; in der englischen und &quot;certaines&quot; in der franz&ouml;sischen Sprachfassung des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. n der Richtlinie 77\/388\/EWG entsprechen&#8211; beinhaltet, dass die Mitgliedstaaten nicht alle kulturellen Dienstleistungen von der Umsatzsteuer befreien m&uuml;ssen, sondern diese bestimmen d&uuml;rfen. Der Wortlaut dieser Bestimmung geht darauf zur&uuml;ck, dass die Mitgliedstaaten sich bei der Formulierung der Richtlinie nicht auf einen Katalog bestimmter Dienstleistungen, wie er in einem Entwurf der Richtlinie 77\/388\/EWG noch vorgesehen war, einigen konnten und eine ebenfalls erwogene fakultative Befreiung letztlich nicht umgesetzt wurde (vgl. Jacobs, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2007, 45, 51, m.w.N.). Die Mitgliedstaaten haben &#8211;auch nach Ansicht des Kl&auml;gers&#8211; ein Auswahlrecht hinsichtlich dessen, was unter kulturellen Dienstleistungen zu verstehen ist (vgl. Jacobs, UR 2007, 45; Erster Bericht der Kommission &uuml;ber das Funktionieren des gemeinsamen Mehrwertsteuersystems, KOM (83) 426, Seite 47). Eine andere Bedeutung ist dem Tatbestandsmerkmal &quot;bestimmte&quot; nicht beizumessen. W&auml;ren alle kulturellen Dienstleistungen von der Umsatzsteuer zu befreien, w&auml;re dieses Tatbestandsmerkmal &uuml;berfl&uuml;ssig und bedeutungslos (vgl. Erster Bericht der Kommission &uuml;ber das Funktionieren des gemeinsamen Mehrwertsteuersystems, KOM (83) 426, Seite 47).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es steht somit grunds&auml;tzlich im Einklang mit Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. n der Richtlinie 77\/388\/EWG, wenn der nationale Gesetzgeber in &sect; 4 Nr. 20 UStG nicht alle, sondern nur bestimmte kulturelle Dienstleistungen von der Umsatzsteuer befreit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat vermag der Vorentscheidung nicht darin zu folgen, dass &sect; 4 Nr. 20 UStG den Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Grundsatz verbietet insbesondere, gleichartige und deshalb miteinander in Wettbewerb stehende Waren oder Dienstleistungen hinsichtlich der Mehrwertsteuer unterschiedlich zu behandeln (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. EuGH-Urteil in Slg. 2003, I-12691, BFH\/NV Beilage 2004, 37, Rz 20, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat kann es dahinstehen lassen, ob es sich &#8211;wie das FG meint&#8211; bei der Inszenierung einer Oper und der Gestellung eines Regisseurs durch ein Theater um gleichartige und deshalb im Wettbewerb stehende Leistungen handelt. Denn entgegen der Auffassung des FG und des Kl&auml;gers ist auch die entgeltliche Gestellung eines Regisseurs durch ein Theater steuerpflichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;berl&auml;sst ein Theater in &ouml;ffentlich-rechtlicher Tr&auml;gerschaft einen angestellten Regisseur gegen Entgelt einem anderen Theater, ist diese Leistung weder nach &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a UStG noch nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. n der Richtlinie 77\/388\/EWG von der Umsatzsteuer befreit (ebenso Verf&uuml;gung der Oberfinanzdirektion &#8211;OFD&#8211; Berlin vom 22. August 2000 &#8211; St 137 -S 7177- 2\/00, UR 2001, 178; Verf&uuml;gung der OFD Magdeburg vom 24. Mai 2000 -S 7177- 6 &#8211; St 243, UR 2000, 395). Entgegen der Auffassung des FG Rheinland-Pfalz sind Ums&auml;tze eines Theaters durch Gestellung von Personal f&uuml;r ein anderes Theater keine nach &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a UStG steuerfreien Dienstleistungen (vgl. FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 11. April 2003&nbsp;&nbsp;3 K 2834\/00, EFG 2003, 1736; die Revision hat sich in der Hauptsache erledigt, vgl. BFH-Beschluss vom 14. Februar 2006 V R 57\/03, BFH\/NV 2006, 1121).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach &sect; 4 Nr. 20 Buchst. a UStG sind in Bezug auf ein Theater nur solche Ums&auml;tze steuerfrei, die f&uuml;r dessen Betrieb unter Einschluss der damit &uuml;blicherweise verbundenen Nebenleistungen typisch sind (vgl. BFH-Beschluss vom 7. Dezember 2009 XI B 52\/09, BFH\/NV 2010, 482; BFH-Urteil vom 21. April 2005 V R 6\/03, BFHE 210, 479, BStBl II 2005, 899). Die entgeltliche Personalgestellung stellt aber keine typische Leistung eines Theaters dar. Sie ist auch keine &uuml;blicherweise mit einer typischen Theaterleistung verbundene Nebenleistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies weicht entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers nicht von der Entscheidung des V. Senats des BFH vom 4. Dezember 1969 V R 108\/66 (BFHE 98, 86, BStBl II 1970, 355) ab. Hiernach war die entgeltliche Zurverf&uuml;gungstellung eines Ensembles f&uuml;r Auff&uuml;hrungen nach &sect; 47 Nr. 1 der Durchf&uuml;hrungsbestimmungen zum Umsatzsteuergesetz 1951 umsatzsteuerfrei. Zum einen ist die vorgenannte Entscheidung zu einer anderen als der im Streitfall ma&szlig;gebenden Rechtslage ergangen. Zum anderen stellt die &Uuml;berlassung eines Ensembles f&uuml;r Auff&uuml;hrungen auf einer fremden B&uuml;hne im Gegensatz zur &Uuml;berlassung eines Regisseurs einen f&uuml;r den Betrieb eines Theaters typischen Umsatz dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Kl&auml;ger hilfsweise angeregte Anfrage an den V. Senat des BFH bzw. eine Vorlage an den Gro&szlig;en Senat des BFH kommt deshalb mangels Abweichung nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Auch nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. n der Richtlinie 77\/388\/EWG ist diese Leistung nicht steuerbefreit. Die Steuerbefreiung der entgeltlichen &Uuml;berlassung eines angestellten Regisseurs ist nach Art. 13 Teil A Abs. 2 Buchst. b 1. Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG ausgeschlossen. Hiernach sind von der Steuerbefreiung nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. n der Richtlinie 77\/388\/EWG kulturelle Dienstleistungen ausgeschlossen, wenn sie zur Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeiten, f&uuml;r die Steuerbefreiung gew&auml;hrt wird, nicht unerl&auml;sslich sind. Die entgeltliche &Uuml;berlassung eines angestellten Regisseurs ist eine Dienstleistung, die nicht den Kernbereich der steuerbefreiten Theaterleistung betrifft und daher f&uuml;r die Leistung der &uuml;berlassenden Einrichtung erl&auml;sslich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der Entscheidung des EuGH vom 14. Juni 2007 Rs. C-434\/05 &#8211;Horizon College&#8211; (Slg. 2007, I-4793, BFH\/NV Beilage 2007, 389). Hiernach kann zwar die entgeltliche Gestellung eines Lehrers an eine Lehreinrichtung als mit dem Unterricht eng verbundene Dienstleistung nach Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG von der Mehrwertsteuer befreit sein. Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richtlinie 77\/388\/EWG bezieht aber im Gegensatz zu Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. n der Richtlinie 77\/388\/EWG auch mit steuerbefreitem Unterricht &quot;eng verbundene Dienstleistungen&quot; in die Steuerbefreiung ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Leistung des Kl&auml;gers unterliegt dem Regelsteuersatz und nicht dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz nach &sect; 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. a UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Steuer erm&auml;&szlig;igt sich nach &sect; 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. a UStG in der bis zum 15. Dezember 2004 g&uuml;ltigen Fassung (a.F.) auf 7 % f&uuml;r die Leistungen der Theater, Orchester, Kammermusikensembles, Ch&ouml;re und Museen sowie die Veranstaltung von Theatervorf&uuml;hrungen und Konzerten durch andere Unternehmer. Die mit Wirkung vom 16. Dezember 2004 neu gefasste Vorschrift des &sect; 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. a UStG sieht den erm&auml;&szlig;igten Steuersatz f&uuml;r die Eintrittsberechtigung f&uuml;r Theater, Konzerte und Museen sowie die den Theatervorf&uuml;hrungen und Konzerten vergleichbaren Darbietungen aus&uuml;bender K&uuml;nstler vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie das FG zutreffend erkennt, hat der Kl&auml;ger nach dem Wortlaut des &sect; 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. a UStG a.F. keinen Anspruch auf die Steuererm&auml;&szlig;igung. Denn er stellt weder ein Theater dar noch betreibt er ein solches. Auch nach der noch mit Wirkung f&uuml;r das Streitjahr ge&auml;nderten Fassung der Vorschrift erm&auml;&szlig;igt sich der Steuersatz im Streitfall nicht. Die vom Kl&auml;ger im Streitjahr erbrachte Leistung stellt jedenfalls keine den Theatervorf&uuml;hrungen oder Konzerten vergleichbare Darbietung i.S. des &sect; 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. a UStG dar (vgl. zu Choreographieleistungen FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 27. Januar 2010&nbsp;&nbsp;5 K 1072\/08 U, EFG 2010, 1079).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger kann sich f&uuml;r die Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes entgegen der Ansicht des FG nicht unmittelbar auf Art. 12 Abs. 3 Buchst. a Unterabs. 3 i.V.m. Anhang H Kategorie 8 der Richtlinie 77\/388\/EWG (nunmehr Art. 98 Abs. 2 MwStSystRL i.V.m. Anhang III Nr. 9) berufen. Die Mitgliedstaaten k&ouml;nnen nach dieser Bestimmung auf Lieferungen und Dienstleistungen der in Anhang H genannten Kategorien einen erm&auml;&szlig;igten Steuersatz anwenden. Anhang H Kategorie 8 nennt Werke bzw. Darbietungen von Schriftstellern, Komponisten und aus&uuml;benden K&uuml;nstlern sowie deren Urheberrechte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kann dahinstehen, ob die Inszenierung einer Oper im Lichte von Art. 98 MwStSystRL, dem nach Abs. 3 der Pr&auml;ambel dieser Richtlinie klarstellende Funktion zukommt, unter die Kategorie 8 des Anhangs H der Richtlinie 77\/388\/EWG f&auml;llt. Eine unmittelbare Berufung kommt schon deshalb nicht in Betracht, weil die Anwendung eines erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes nicht zwingend ist. Art. 12 Abs. 3 Buchst. a Unterabs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG verpflichtet die Mitgliedstaaten nicht, sondern erm&auml;chtigt sie nur, f&uuml;r die im Anhang H der Richtlinie 77\/388\/EWG genannten Kategorien erm&auml;&szlig;igte Steuers&auml;tze vorzusehen. Die Mitgliedstaaten haben unter der Voraussetzung, dass der Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t beachtet wird, die M&ouml;glichkeit, konkrete und spezifische Aspekte einer Kategorie von Dienstleistungen i.S. des Anhangs H der Richtlinie 77\/388\/EWG mit einem erm&auml;&szlig;igten Mehrwertsteuersatz zu belegen. Die selektive Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes ist hiernach nicht ausgeschlossen, sofern sie keine Gefahr einer Wettbewerbsverzerrung nach sich zieht (vgl. EuGH-Urteile in Slg. 2003, I-12691, BFH\/NV Beilage 2004, 37, Rz 20, m.w.N.; vom 6. Mai 2010 Rs. C-94\/09 &#8211;Kommission\/Frankreich&#8211;, UR 2010, 452, Rz 25, m.w.N.). Hiernach steht es im Einklang mit dem Unionsrecht, wenn der nationale Gesetzgeber u.a. die den Theatervorf&uuml;hrungen und Konzerten vergleichbaren Darbietungen aus&uuml;bender K&uuml;nstler mit dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz belegt, diesen hingegen f&uuml;r die Dienstleistungen eines Regisseurs nicht vorsieht. Denn die Dienstleistungen der den Theatervorf&uuml;hrungen und Konzerten vergleichbaren Darbietungen aus&uuml;bender K&uuml;nstler sind weder mit denen eines Regisseurs gleichartig noch stehen sie im Wettbewerb zueinander.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da die Vorentscheidung teilweise von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen ist, ist sie aufzuheben. Die Sache ist spruchreif im Sinne einer Abweisung der Klage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Eine Vorlage an den EuGH nach Art. 267 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union ist nicht geboten. Zweifel an der Auslegung des f&uuml;r die Entscheidung im Streitfall einschl&auml;gigen Unionsrechts bestehen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.5.2011, XI R 44\/08 Weder Umsatzsteuerbefreiung noch erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r die Inszenierung einer Oper &#8211; Abgrenzung zu Ums&auml;tzen eines Theaters &#8211; Steuerbefreiung kultureller Dienstleistungen &#8211; Selektive Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes durch die Mitgliedstaaten Leits&auml;tze Die Inszenierung einer Oper durch einen selbst&auml;ndig t&auml;tigen Regisseur gegen Honorar ist weder nach dem UStG noch nach &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-44-08-weder-umsatzsteuerbefreiung-noch-ermaessigter-steuersatz-fuer-die-inszenierung-einer-oper-abgrenzung-zu-umsaetzen-eines-theaters-steuerbefreiung-kultureller-dienstleistungen-selektive-anwen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;44\/08 &#8211; Weder Umsatzsteuerbefreiung noch erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r die Inszenierung einer Oper &#8211; Abgrenzung zu Ums&auml;tzen eines Theaters &#8211; Steuerbefreiung kultureller Dienstleistungen &#8211; Selektive Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes durch die Mitgliedstaaten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9766","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9766","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9766"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9766\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9766"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9766"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9766"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}