{"id":9767,"date":"2012-12-20T02:48:08","date_gmt":"2012-12-20T00:48:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9767"},"modified":"2012-12-20T02:48:08","modified_gmt":"2012-12-20T00:48:08","slug":"v-b-100-10-bemessung-des-verspaetungszuschlags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-100-10-bemessung-des-verspaetungszuschlags\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;100\/10 &#8211; Bemessung des Versp&auml;tungszuschlags"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.4.2011, V B 100\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Bemessung des Versp&auml;tungszuschlags<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hat durch Sch&auml;tzungsbescheid vom 7. Oktober 2009 die Umsatzsteuer f&uuml;r 2006 auf 39.014,56 EUR festgesetzt, da der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) eine Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung f&uuml;r dieses Jahr nicht abgegeben hatte. Unter Ber&uuml;cksichtigung von bereits geleisteten Vorauszahlungen von 31.889,71 EUR ergab sich eine noch zu leistende Abschlusszahlung von 7.124,85 EUR. Zugleich setzte das FA einen Versp&auml;tungszuschlag von 3.560 EUR fest. Nachdem der Kl&auml;ger eine Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung eingereicht hatte, setzte das FA durch Bescheid vom 3. Mai 2010 die Umsatzsteuer auf nur 33.671,55 EUR fest und verminderte den Versp&auml;tungszuschlag auf 3.360 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Umsatzsteuer 2007 setzte das FA durch Bescheid vom 7. Oktober 2009 auf 48.157,47 EUR fest. Unter Ber&uuml;cksichtigung von Vorauszahlungen von 37.876,60 EUR ergab sich eine Abschlusszahlung von 10.280,87 EUR. Zugleich setzte das FA einen Versp&auml;tungszuschlag von 2.160 EUR fest. Nachdem der Kl&auml;ger eine Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung auch f&uuml;r dieses Streitjahr eingereicht hatte, setzte das FA die Umsatzsteuer 2007 auf 38.923,81 EUR fest. Der Versp&auml;tungszuschlag blieb unver&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage gegen den Versp&auml;tungszuschlag blieben ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen, da die geltend gemachte Abweichung zum Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 15. M&auml;rz 2007 VI R 29\/05 (BFH\/NV 2007, 1076) nicht besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der BFH hat mit Urteil in BFH\/NV 2007, 1076 entschieden, dass bei der Festlegung eines Versp&auml;tungszuschlags nach &sect; 152 der Abgabenordnung der H&ouml;he des sich aus der Steuerfestsetzung ergebenden Zahlungsanspruchs &quot;gen&uuml;gende Beachtung&quot; geschenkt werden muss. Zwar k&ouml;nne ein Versp&auml;tungszuschlag auch im Erstattungsfall festgesetzt werden. Allerdings sei in einem solchen Fall unter dem Gesichtspunkt der Vorteilsziehung und des Verschuldens nachvollziehbar abzuw&auml;gen, welches Gewicht der versp&auml;teten Abgabe der Steuererkl&auml;rung noch zukomme, nachdem die geschuldete Steuer fast oder sogar insgesamt bereits gezahlt worden sei. Im &Uuml;brigen seien bei der Ermessensentscheidung &uuml;ber die H&ouml;he des Versp&auml;tungszuschlags wegen versp&auml;teter Abgabe einer Steuerjahreserkl&auml;rung auch die bereits entrichteten Steuervorauszahlungen zu ber&uuml;cksichtigen. F&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber die H&ouml;he des Versp&auml;tungszuschlags sei &quot;die H&ouml;he der Abschlusszahlung neben anderen Merkmalen wie die Dauer der Frist&uuml;berschreitung oder das Verschulden die Richtschnur f&uuml;r die Bestimmung des Zuschlags innerhalb des durch die festgesetzte Steuer gebildeten Rahmens&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Finanzgericht (FG) hat seiner Entscheidung keinen hierzu abweichenden Rechtssatz zugrunde gelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG geht bei seiner Entscheidung in &Uuml;bereinstimmung mit dem BFH-Urteil in BFH\/NV 2007, 1076 davon aus, dass sich die Finanzbeh&ouml;rde bei der Bemessung des Versp&auml;tungszuschlags &quot;nicht ausschlie&szlig;lich am erzielten Vorteil und nicht in erster Linie an der festgesetzten Steuer bzw. den zu versteuernden Eink&uuml;nften oder Ums&auml;tzen orientieren&quot; d&uuml;rfe (FG-Urteil S. 10). Ein Versp&auml;tungszuschlag k&ouml;nne &quot;auch festgesetzt werden, obwohl es zu einer Erstattung gekommen&quot; sei (FG-Urteil S. 11). Es sei zutreffend, dass &quot;der Kl&auml;ger im Hinblick auf seine Umsatzsteuervoranmeldungen und die daraufhin geleisteten Vorauszahlungen aus der versp&auml;teten Erkl&auml;rungsabgabe keinen nennenswerten wirtschaftlichen Vorteil gezogen&quot; habe und &quot;auch die H&ouml;he des sich aus der Steuerfestsetzung ergebenden Zahlungsanspruchs relativ gering&quot; sei (FG-Urteil S. 12). Soweit der Kl&auml;ger auf dem Standpunkt stehe, &quot;der Versp&auml;tungszuschlag k&ouml;nnte nur in ein prozentuales Verh&auml;ltnis zur Abschlusszahlung gesetzt werden&quot;, sei dies unzutreffend. Aufgrund der weiteren Umst&auml;nde des Einzelfalls hat es die H&ouml;he des Versp&auml;tungszuschlags im Ergebnis nicht beanstandet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat damit seine Entscheidung entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers in &Uuml;bereinstimmung mit den Grunds&auml;tzen des BFH-Urteils in BFH\/NV 2007, 1076 getroffen. Nach diesem Urteil muss der H&ouml;he des sich aus der Steuerfestsetzung ergebenden Zahlungsanspruchs nur &quot;gen&uuml;gende Beachtung&quot; geschenkt werden. Hieraus ergibt sich nicht, dass der Versp&auml;tungszuschlag in ein prozentuales Verh&auml;ltnis zur Abschlusszahlung zu setzen ist. Vielmehr k&ouml;nnen es die besonderen Umst&auml;nde des Einzelfalls rechtfertigen, auch einen die Abschlusszahlung &uuml;bersteigenden Versp&auml;tungszuschlag festzusetzen, wie das BFH-Urteil in BFH\/NV 2007, 1076 und das FG-Urteil in &Uuml;bereinstimmung f&uuml;r z.B. Erstattungsf&auml;lle ausf&uuml;hren. Entsprechend dem BFH-Urteil in BFH\/NV 2007, 1076 hat das FG im &Uuml;brigen die Ermessensentscheidung des FA unter Ber&uuml;cksichtigung der Umst&auml;nde des Einzelfalls &uuml;berpr&uuml;ft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass das FG hierbei auf dieses BFH-Urteil nicht ausdr&uuml;cklich Bezug genommen hat, ist insbesondere auch nicht als Verfahrensfehler der Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs geeignet, eine Revisionszulassung zu begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.4.2011, V B 100\/10 Bemessung des Versp&auml;tungszuschlags Tatbestand 1&nbsp; I. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hat durch Sch&auml;tzungsbescheid vom 7. Oktober 2009 die Umsatzsteuer f&uuml;r 2006 auf 39.014,56 EUR festgesetzt, da der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) eine Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung f&uuml;r dieses Jahr nicht abgegeben hatte. 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