{"id":9781,"date":"2012-12-06T17:29:01","date_gmt":"2012-12-06T15:29:01","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9781"},"modified":"2012-12-06T17:29:01","modified_gmt":"2012-12-06T15:29:01","slug":"x-b-155-10-kein-vertrauensschutz-bei-fortentwicklung-der-hoechstrichterlichen-rechtsprechung-zu-kombi-renten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-155-10-kein-vertrauensschutz-bei-fortentwicklung-der-hoechstrichterlichen-rechtsprechung-zu-kombi-renten\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;155\/10 &#8211; Kein Vertrauensschutz bei Fortentwicklung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zu &quot;Kombi-Renten&quot;"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.5.2011, X B 155\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Vertrauensschutz bei Fortentwicklung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zu &quot;Kombi-Renten&quot;<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) machten in ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 2000 bei den sonstigen Eink&uuml;nften der Kl&auml;gerin einen als &quot;Kreditvermittlungsprovision&quot; bezeichneten, im Rahmen der Vermittlung einer sog. &quot;Kombi-Rente&quot; angefallenen Betrag von 66.667 DM (6 % des Darlehensbetrages) als Werbungskosten geltend. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte die Kl&auml;ger in dem unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung ergangenen Erstbescheid vom 13. September 2001 insoweit zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;. Hingegen ordnete das FA in dem nach &sect; 164 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderten, angefochtenen Bescheid vom 2. Dezember 2002 lediglich einen Teilbetrag von 22.222 DM (2 % der Darlehenssumme) den sofort abziehbaren Finanzierungskosten zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass diese Zuordnung materiell-rechtlich zutreffend ist, ist zwischen den Beteiligten im Laufe des Einspruchsverfahrens unstreitig geworden. Die Kl&auml;ger begehren jedoch Vertrauensschutz durch Anwendung des &sect; 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO. Der Bundesfinanzhof (BFH) habe in seinen Urteilen vom 15. Dezember 1999 X R 23\/95 (BFHE 190, 460, BStBl II 2000, 267, unter II.4.b bb) und vom 9. Mai 2000 VIII R 77\/97 (BFHE 192, 445, BStBl II 2000, 660) Kreditvermittlungsprovisionen in H&ouml;he von 3,0 % bzw. 3,75 % der jeweiligen Darlehensbetr&auml;ge in voller H&ouml;he zum Werbungskostenabzug zugelassen. Demgegen&uuml;ber stelle das BFH-Urteil vom 30. Oktober 2001 VIII R 29\/00 (BFHE 197, 114, BStBl II 2006, 223, unter II.4.c), mit dem der Abzug erstmals begrenzt worden sei, eine &Auml;nderung der Rechtsprechung dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage abgewiesen. Die Anwendung des &sect; 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO setze eine deutliche Aussage der fr&uuml;heren Rechtsprechung zu einem bestimmten Rechtsproblem voraus; daran fehle es hier. Die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung sei bisher nicht eindeutig gewesen. Die beiden von den Kl&auml;gern angef&uuml;hrten fr&uuml;heren Entscheidungen h&auml;tten sich lediglich mit der &Uuml;berschussprognose im Rahmen der Pr&uuml;fung der Einkunftserzielungsabsicht befasst; eine Begr&uuml;ndung f&uuml;r den vollen Abzug der Provisionen sei darin vom BFH nicht gegeben worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde begehren die Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung, eines schwerwiegenden Rechtsfehlers sowie wegen Verfahrensm&auml;ngeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA h&auml;lt die Beschwerde f&uuml;r unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von den Kl&auml;gern geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde sind teils nicht in einer den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gen&uuml;genden Weise dargelegt, teils liegen sie nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;ger haben die grunds&auml;tzliche Bedeutung der von ihnen formulierten Rechtsfrage, ob ein Steuerpflichtiger &quot;nur dann davon ausgehen (kann), dass er bei seinen Dispositionen auf den Rechts-\/Vertrauensschutz des &sect; 176 AO vertrauen kann, wenn er einen Rechtsausspruch vorfindet, der in qualitativ-kategorialer Weise rechtssystematisch begr&uuml;ndet ist&quot;, nicht hinreichend dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung kommt einer Rechtssache nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH zu, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Au&szlig;erdem muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (BFH-Beschl&uuml;sse vom 10. September 2003 X B 132\/02, BFH\/NV 2004, 495, unter 1., und vom 14. November 2005 II B 51\/05, BFH\/NV 2006, 305, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die schl&uuml;ssige Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit erfordert ein konkretes und substantiiertes Eingehen darauf, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Rechtsfrage umstritten ist (BFH-Beschl&uuml;sse vom 7. April 2005 V B 39\/04, BFH\/NV 2005, 1585, unter 2.a, und vom 21. Juli 2005 II B 78\/04, BFH\/NV 2005, 1984).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Daran fehlt es hier. Die Kl&auml;ger begr&uuml;nden zwar &#8211;im Stile eines Revisionsschriftsatzes&#8211; ausf&uuml;hrlich, weshalb sie das finanzgerichtliche Urteil im entschiedenen Einzelfall f&uuml;r fehlerhaft halten. Sie befassen sich jedoch nicht mit der umfangreichen Rechtsprechung und Literatur, die zu der &#8211;f&uuml;r das Revisionszulassungsverfahren im Streitfall allein erheblichen&#8211; Vorschrift des &sect; 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO, insbesondere im Hinblick auf die von den Kl&auml;gern formulierte Rechtsfrage, bereits ergangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger h&auml;tten sich vor allem damit auseinandersetzen m&uuml;ssen, dass der BFH bereits entschieden hat, ein Rechtszustand, der den Anlass und Ausgangspunkt einer sich schrittweise entwickelnden Rechtsprechung bietet, sei nicht geeignet, Vertrauensschutz auszul&ouml;sen (Senatsurteil vom 14. November 2001 X R 39\/98, BFHE 197, 179, BStBl II 2002, 246, unter II.6.). Die Anwendung des &sect; 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO setzt eine zwar nicht unbedingt ausdr&uuml;ckliche, wohl aber zumindest deutliche Aussage der fr&uuml;heren Rechtsprechung zu einem bestimmten Rechtsproblem voraus; eine allm&auml;hliche Entwicklung, Konkretisierung und Pr&auml;zisierung der Rechtsprechung erf&uuml;llt diese Voraussetzung nicht (BFH-Urteil vom 10. Juni 2008 VIII R 79\/05, BFHE 222, 320, BStBl II 2008, 863, unter II.3.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;ger machen ferner geltend, die Verneinung des gesetzlichen Vertrauensschutzes durch das FG stelle einen Rechtsfehler von erheblichem Gewicht dar, der die Voraussetzungen des Revisionszulassungsgrundes des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO erf&uuml;lle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn auch eine allgemeing&uuml;ltige Definition derartiger Fehler von der Rechtsprechung noch nicht entwickelt worden ist, liegen diese Voraussetzungen jedenfalls dann vor, wenn die Entscheidung des FG objektiv willk&uuml;rlich erscheint oder auf sachfremden Erw&auml;gungen beruht und unter keinem denkbaren Gesichtspunkt rechtlich vertretbar &#8211;d.h. greifbar gesetzwidrig&#8211; ist und das Vertrauen in die Rechtsprechung nur durch eine h&ouml;chstrichterliche Korrektur wieder hergestellt werden kann (BFH-Beschluss vom 13. Oktober 2003 IV B 85\/02, BFHE 203, 404, BStBl II 2004, 25). Eine Entscheidung ist nur dann (objektiv) willk&uuml;rlich, wenn die fehlerhafte Rechtsanwendung nicht mehr verst&auml;ndlich ist und sich daher der Schluss aufdr&auml;ngt, dass sie auf sachfremden Erw&auml;gungen beruht. Greifbare Gesetzeswidrigkeit ist anzunehmen, wenn das Urteil jeglicher gesetzlichen Grundlage entbehrt oder auf einer offensichtlich Wortlaut und Gesetzeszweck widersprechenden Gesetzesauslegung beruht. Diese besonderen Umst&auml;nde sind in der Beschwerdeschrift auszuf&uuml;hren (Senatsbeschluss vom 25. Februar 2009 X B 121\/08, BFH\/NV 2009, 890, unter 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vorliegend handelt es sich hinsichtlich der Anwendbarkeit des &sect; 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO um einen Grenzfall, in dem weder die von den Kl&auml;gern vertretene Auffassung noch die Position des FA &#8211;der sich im Ergebnis auch das FG angeschlossen hat&#8211; als von vornherein unvertretbar erscheint. Das FG hat seine Entscheidung &#8211;unter Bezugnahme auf den Gesetzeswortlaut und die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung, die zu der entscheidungserheblichen Vorschrift ergangen ist&#8211; ausf&uuml;hrlich und nachvollziehbar begr&uuml;ndet. Die Annahme objektiver Willk&uuml;r oder greifbarer Gesetzwidrigkeit ist damit ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei ist auch zu ber&uuml;cksichtigen, dass der VIII. Senat in seinem von den Kl&auml;gern als rechtsprechungs&auml;ndernd angesehenen Urteil in BFHE 197, 114, BStBl II 2006, 223 (unter II.4.c) ausdr&uuml;cklich und ausf&uuml;hrlich begr&uuml;ndet hat, weshalb die Entscheidung des erkennenden Senats in BFHE 190, 460, BStBl II 2000, 267 einer Zuordnung von als &quot;Kreditvermittlungsprovision&quot; bezeichneten Betr&auml;gen zu ihrem wahren Rechtsgrund nicht entgegensteht, also selbst nicht von einer &Auml;nderung der Rechtsprechung ausgegangen ist. Zwar hat er &#8211;worauf die Kl&auml;ger zu Recht hinweisen&#8211; im Verh&auml;ltnis zu seiner eigenen fr&uuml;heren Entscheidung in BFHE 192, 445, BStBl II 2000, 660 die &uuml;blicherweise eine Rechtsprechungs&auml;nderung anzeigende Formulierung verwendet, er halte hieran nicht fest. Das FG hat aber in zumindest gut vertretbarer Weise darauf verwiesen, dass dieses Nichtfesthalten &quot;aus den dargelegten Gr&uuml;nden&quot; abgeleitet worden ist; damit sind diejenigen Gr&uuml;nde gemeint, die der VIII. Senat zuvor daf&uuml;r angef&uuml;hrt hat, mit seinem Urteil in BFHE 197, 114, BStBl II 2006, 223 nicht von der Entscheidung des erkennenden Senats in BFHE 190, 460, BStBl II 2000, 267 abzuweichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die von den Kl&auml;gern geltend gemachten Verfahrensm&auml;ngel liegen ebenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Vorsitzende des vorinstanzlich entscheidenden Senats hatte in ihrem &#8211;sehr ausf&uuml;hrlich gehaltenen&#8211; Hinweisschreiben vom 1. Februar 2010 bereits die vorstehend unter 2. dargestellte Auslegung der vom VIII. Senat verwendeten Formulierung (&quot;aus den dargelegten Gr&uuml;nden&quot;) vorgenommen. Die Kl&auml;ger hatten darauf im Schriftsatz vom 12. M&auml;rz 2010 erwidert, es sei sekund&auml;r, worauf sich der Passus &quot;aus den dargelegten Gr&uuml;nden&quot; beziehe, da es nicht auf die Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Rechtsprechungs&auml;nderung ankomme, sondern allein auf die Tatsache, dass eine solche stattgefunden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem Umstand, dass im sp&auml;teren FG-Urteil trotz der Stellungnahme der Kl&auml;ger die genannte Passage aus dem Vorsitzendenschreiben wortgleich verwendet worden ist, sehen die Kl&auml;ger eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r; ferner sei die Entscheidung in diesem Punkt nicht mit Gr&uuml;nden versehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die fehlende ausdr&uuml;ckliche Auseinandersetzung des angefochtenen Urteils mit diesem von den Kl&auml;gern vorgetragenen Einwand &#8211;der lediglich einen Bruchteil der insgesamt vorgetragenen Einwendungen darstellte und zudem nur auf eine kurze Passage des ausf&uuml;hrlichen Vorsitzendenschreibens bezogen war&#8211; begr&uuml;ndet nicht die von den Kl&auml;gern geltend gemachten Verfahrensm&auml;ngel. Denn das FG ist nicht verpflichtet, sich in der Begr&uuml;ndung seiner Entscheidung mit jedem Vorbringen der Beteiligten ausdr&uuml;cklich zu befassen. Vielmehr ist grunds&auml;tzlich davon auszugehen, dass das Gericht das Vorbringen der Beteiligten auch zur Kenntnis genommen hat (BFH-Beschl&uuml;sse vom 18. Juni 2001 II B 129\/00, BFH\/NV 2001, 1292, und vom 19. November 2002 X B 78\/01, BFH\/NV 2003, 335). Es ist nicht ersichtlich, dass das FG im Streitfall anders verfahren sein k&ouml;nnte, zumal dessen Urteil an vielen Stellen auf das Vorbringen der Kl&auml;ger ausdr&uuml;cklich eingeht und sich keineswegs in einer blo&szlig;en Wiederholung des Vorsitzendenschreibens ersch&ouml;pft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.5.2011, X B 155\/10 Kein Vertrauensschutz bei Fortentwicklung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zu &quot;Kombi-Renten&quot; Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) machten in ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 2000 bei den sonstigen Eink&uuml;nften der Kl&auml;gerin einen als &quot;Kreditvermittlungsprovision&quot; bezeichneten, im Rahmen der Vermittlung einer sog. &quot;Kombi-Rente&quot; angefallenen Betrag von 66.667 DM (6 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-155-10-kein-vertrauensschutz-bei-fortentwicklung-der-hoechstrichterlichen-rechtsprechung-zu-kombi-renten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;155\/10 &#8211; Kein Vertrauensschutz bei Fortentwicklung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zu &quot;Kombi-Renten&quot;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9781","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9781","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9781"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9781\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9781"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9781"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9781"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}