{"id":9783,"date":"2012-12-20T02:48:10","date_gmt":"2012-12-20T00:48:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9783"},"modified":"2020-09-14T10:45:29","modified_gmt":"2020-09-14T08:45:29","slug":"vi-r-24-10-beitraege-fuer-eine-gruppenkrankenversicherung-als-arbeitslohn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-24-10-beitraege-fuer-eine-gruppenkrankenversicherung-als-arbeitslohn\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;24\/10 &#8211; Beitr&auml;ge f&uuml;r eine Gruppenkrankenversicherung als Arbeitslohn"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.4.2011, VI R 24\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Beitr\u00e4ge f\u00fcr eine Gruppenkrankenversicherung als Arbeitslohn<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Beitr\u00e4ge des Arbeitgebers zu einer privaten Gruppenkrankenversicherung sind Arbeitslohn des Arbeitnehmers, wenn dieser einen eigenen unmittelbaren und unentziehbaren Rechtsanspruch gegen den Versicherer erlangt (Anschluss an BFH-Urteil vom 16. April 1999 VI R 66\/97, BFHE 188, 338, BStBl II 2000, 408).<\/p>\n<p>2. Die Gew\u00e4hrung von Krankenversicherungsschutz ist in H\u00f6he der geleisteten Beitr\u00e4ge Sachlohn, wenn der Arbeitnehmer aufgrund des Arbeitsvertrags von seinem Arbeitgeber ausschlie\u00dflich Versicherungsschutz und nicht auch eine Geldzahlung verlangen kann (Anschluss an BFH-Urteil vom 11. November 2010 VI R 27\/09, BFHE 232, 56, BStBl II 2011, 386).<\/p>\n<p>3. Beitr\u00e4ge f\u00fcr eine <a title=\"Krankenversicherung Vergleich Beitr\u00e4ge\" href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/krankenversicherung-vorsorgeaufwendungen.html\">Krankenversicherung<\/a> der Arbeitnehmer k\u00f6nnen steuerfrei sein, wenn der Arbeitgeber nach einer zwischenstaatlichen Verwaltungsvereinbarung, die ihrerseits auf einer gesetzlichen Erm\u00e4chtigung beruht, zur Leistung verpflichtet ist (\u00a7 3 Nr. 62 Satz 1 Alt. 3 EStG).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Beitr\u00e4ge des Arbeitgebers f\u00fcr eine private Krankenversicherung seiner polnischen Saisonarbeitskr\u00e4fte steuerbarer und steuerpflichtiger Bar- oder Sachlohn sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) unterhielt in den Streitjahren 2001 bis 2003 einen landwirtschaftlichen Betrieb. Sie besch\u00e4ftigte dort Saisonarbeitskr\u00e4fte aus Polen, f\u00fcr die sie eine private Gruppenkrankenversicherung abschloss und die Beitr\u00e4ge bezahlte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach einer Lohnsteuer-Au\u00dfenpr\u00fcfung war der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) der Auffassung, dass die Beitr\u00e4ge zu der Krankenversicherung der polnischen Arbeitnehmer Arbeitslohn seien, f\u00fcr welchen die Kl\u00e4gerin bisher keine Lohnsteuer einbehalten und abgef\u00fchrt habe. Das FA erlie\u00df daraufhin einen Nachforderungsbescheid. Der Einspruch der Kl\u00e4gerin blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Es verwies zur Begr\u00fcndung auf sein Urteil vom 29. August 2006\u00a0\u00a06 K 2726\/04 (juris). Das FG war der Auffassung, dass die Beitr\u00e4ge der Kl\u00e4gerin zur Krankenversicherung der Arbeitnehmer als steuerpflichtiger Barlohn zu behandeln seien. Denn zum einen sei zwar das eigenbetriebliche Interesse der Kl\u00e4gerin an der Beitragserbringung wegen des faktischen Zwangs der Kl\u00e4gerin zum Abschluss der Krankenversicherungsvertr\u00e4ge hoch, \u00fcberwiege aber nicht den Vorteil des Arbeitnehmers am Krankenversicherungsschutz. Zum anderen handele es sich um Barlohn, weil der Arbeitnehmer Versicherungsnehmer sei und die Kl\u00e4gerin nur dessen Verbindlichkeit tilge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r\u00fcgt die Kl\u00e4gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Sie beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 1. September 2009\u00a0\u00a06 K 1661\/08 sowie den Nachforderungsbescheid vom 18. April 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 2. Mai 2008 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (\u00a7 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Nachforderung von Lohnsteuer beim Arbeitgeber durch Steuerbescheid kommt in Betracht, wenn die Lohnsteuer vorschriftswidrig nicht angemeldet worden ist und es sich um eine eigene Steuerschuld des Arbeitgebers handelt. Eine eigene Steuerschuld des Arbeitgebers liegt auch vor, wenn die Voraussetzungen f\u00fcr eine Pauschalierung der Lohnsteuer nach \u00a7 40a Abs. 3 i.V.m. \u00a7 40a Abs. 5, \u00a7 40 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) gegeben sind. Dies setzt voraus, dass den Arbeitnehmern der Kl\u00e4gerin durch die Krankenversicherungsbeitr\u00e4ge steuerbarer und steuerpflichtiger Arbeitslohn zugeflossen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Arbeitslohn ist jeder gew\u00e4hrte Vorteil, der durch das individuelle Dienstverh\u00e4ltnis veranlasst ist. Zum Arbeitslohn k\u00f6nnen auch Ausgaben geh\u00f6ren, die ein Arbeitgeber leistet, um einen Arbeitnehmer oder diesem nahestehende Personen f\u00fcr den Fall der Krankheit, des Unfalls, der Invalidit\u00e4t, des Alters oder des Todes abzusichern &#8211;Zukunftssicherung&#8211; (z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 11. Dezember 2008 VI R 9\/05, BFHE 224, 70, BStBl II 2009, 385). Erlangt der Arbeitnehmer durch die Beitragsleistungen seines Arbeitgebers einen unmittelbaren und unentziehbaren Rechtsanspruch gegen den Versicherer bzw. die Versorgungseinrichtung, flie\u00dft ihm mit der Beitragsleistung Arbeitslohn zu (Senatsurteil vom 7. Mai 2009 VI R 8\/07, BFHE 225, 68, BStBl II 2010, 194).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Zum steuerbaren Arbeitslohn geh\u00f6ren auch Sachbez\u00fcge i.S. des \u00a7 8 Abs. 2 EStG. Die Frage, ob Bar- oder Sachlohn vorliegt, ist im Hinblick auf die Freigrenze des \u00a7 8 Abs. 2 Satz 9 EStG erheblich. Denn nach dieser Vorschrift bleiben Sachbez\u00fcge au\u00dfer Ansatz, wenn die sich nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte ergebenden Vorteile insgesamt 50 DM (2001) bzw. 50 EUR (2002, 2003) im Kalendermonat nicht \u00fcbersteigen. Nach der neuesten Senatsrechtsprechung ist f\u00fcr die Abgrenzung von Bar- und Sachlohn der Rechtsgrund des Zuflusses entscheidend (grundlegend Senatsurteil vom 11. November 2010 VI R 41\/10, BFHE 232, 62, BStBl II 2011, 389). Auf Grundlage der arbeitsvertraglichen Vereinbarungen ist zu ermitteln, welche Leistung der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber beanspruchen kann. Ein Sachbezug unterscheidet sich von Barlohn durch die Art des arbeitgeberseitig zugesagten und daher arbeitnehmerseitig zu beanspruchenden Vorteils selbst und nicht durch die Art und Weise der Erf\u00fcllung dieses Anspruchs. Kann der Arbeitnehmer lediglich die Sache selbst beanspruchen, liegen daher Sachbez\u00fcge i.S. des \u00a7 8 Abs. 2 Satz 1 EStG vor, die unter den weiteren Voraussetzungen des \u00a7 8 Abs. 2 Satz 9 EStG au\u00dfer Ansatz bleiben. Unerheblich ist dann, ob der Arbeitnehmer die Sache unmittelbar vom Arbeitgeber erh\u00e4lt oder ob der Arbeitnehmer die Sache von einem Dritten auf Kosten des Arbeitgebers bezieht. Es kommt daher nicht darauf an, ob der Arbeitnehmer selbst Vertragspartner des Dritten geworden ist oder der Arbeitgeber die Sachleistung beim Dritten bezieht (Senatsurteil vom 11. November 2010 VI R 27\/09, BFHE 232, 56, BStBl II 2011, 386). Hat der Arbeitnehmer dagegen auch einen Anspruch darauf, dass sein Arbeitgeber ihm anstelle der Sache den Barlohn in H\u00f6he des Werts der Sachbez\u00fcge ausbezahlt, liegen auch dann keine Sachbez\u00fcge, sondern Barlohn vor, wenn der Arbeitgeber die Sache zuwendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Steuerfrei nach \u00a7 3 Nr. 62 Satz 1 EStG sind Ausgaben des Arbeitgebers f\u00fcr die Zukunftssicherung des Arbeitnehmers, soweit der Arbeitgeber dazu nach sozialversicherungsrechtlichen oder anderen gesetzlichen Vorschriften oder nach einer auf gesetzlicher Erm\u00e4chtigung beruhenden Bestimmung verpflichtet ist. Leistungen, die aufgrund einer freiwillig begr\u00fcndeten Rechtspflicht erbracht werden, sind dagegen nicht steuerbefreit (vgl. Senatsurteile vom 18. Mai 2004 VI R 11\/01, BFHE 206, 158, BStBl II 2004, 1014; vom 22. Juli 2008 VI R 56\/05, BFHE 222, 442, BStBl II 2008, 894).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds\u00e4tzen tragen die vom FG getroffenen Feststellungen in mehrfacher Hinsicht nicht die ausgesprochene Rechtsfolge, dass die von der Kl\u00e4gerin geleisteten Krankenversicherungsbeitr\u00e4ge f\u00fcr ihre Arbeitnehmer steuerpflichtigen Arbeitslohn darstellten und damit der Nachforderungsbescheid des FA rechtm\u00e4\u00dfig sei. Die Sache ist indes nicht spruchreif. Der Senat kann mangels Feststellungen nicht abschlie\u00dfend entscheiden, ob der Nachforderungsbescheid rechtm\u00e4\u00dfig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Bereits eine Entscheidung dar\u00fcber, ob die Beitr\u00e4ge der Kl\u00e4gerin zu der Krankenversicherung \u00fcberhaupt steuerbarer Arbeitslohn sind, ist dem Senat nicht m\u00f6glich. Insbesondere ist nicht erkennbar, ob die Arbeitnehmer einen eigenen unmittelbaren und unentziehbaren Rechtsanspruch gegen den Versicherer hatten (BFH-Urteil in BFHE 225, 68, BStBl II 2010, 194). Denn es fehlen s\u00e4mtliche Feststellungen zum Versicherungsvertrag. Aufgrund dessen kann der Senat offenlassen, ob er sich der W\u00fcrdigung des FG im Hinblick auf das nicht \u00fcberwiegende eigenbetriebliche Interesse der Kl\u00e4gerin anschlie\u00dfen k\u00f6nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Der Senat kann auch nicht entscheiden, ob es sich bei den Krankenversicherungsbeitr\u00e4gen um Bar- oder Sachlohn handelt. Denn das FG hat nicht festgestellt, ob die Arbeitnehmer nach den arbeitsvertraglichen Regelungen von der Kl\u00e4gerin lediglich den Krankenversicherungsschutz als solchen verlangen konnten oder ob sie stattdessen auch Barlohn in H\u00f6he der Beitr\u00e4ge h\u00e4tten fordern k\u00f6nnen. Auch ist nicht erkennbar, ob &#8211;sofern Sachlohn anzunehmen w\u00e4re&#8211; die Freigrenze des \u00a7 8 Abs. 2 Satz 9 EStG bei s\u00e4mtlichen Arbeitnehmern in allen Jahren unterschritten wurde. Denn es fehlen Feststellungen zur H\u00f6he der jeweiligen Beitr\u00e4ge f\u00fcr die einzelnen Arbeitnehmer. Zudem ist nicht ersichtlich, ob die Arbeitnehmer weitere &#8211;unentgeltliche&#8211; Sachbez\u00fcge, wie z.B. Unterkunft, von der Kl\u00e4gerin erhalten haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Auch im Hinblick auf eine m\u00f6gliche Steuerfreiheit der Beitragszahlungen nach \u00a7 3 Nr. 62 EStG reichen die Feststellungen des FG f\u00fcr eine abschlie\u00dfende Entscheidung des Senats nicht aus. Denn es bleibt offen, woraus sich konkret der vom FG festgestellte &#8222;faktische Zwang&#8220; der Kl\u00e4gerin zum Abschluss der Krankenversicherungsvertr\u00e4ge ergibt. Es ist insbesondere nicht auszuschlie\u00dfen, dass die Kl\u00e4gerin nach einer auf gesetzlicher Erm\u00e4chtigung beruhenden Bestimmung verpflichtet war, die Krankenversicherungsvertr\u00e4ge f\u00fcr ihre Arbeitnehmer abzuschlie\u00dfen (\u00a7 3 Nr. 62 Satz 1 Alt. 3 EStG). Denn auch eine &#8211;von der Kl\u00e4gerin behauptete&#8211; zwischenstaatliche Vereinbarung zwischen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit (BA, in den Streitjahren Bundesanstalt f\u00fcr Arbeit) und dem Nationalen Amt Polens kann eine Bestimmung sein, aus der sich eine Verpflichtung zur Erbringung von Zukunftssicherungsleistungen ergibt. Voraussetzung w\u00e4re dann zum einen, dass diese Vereinbarung selbst auf einer gesetzlichen Erm\u00e4chtigung i.S. des \u00a7 3 Nr. 62 Satz 1 Alt. 3 EStG beruht. Zum anderen m\u00fcsste die Vereinbarung die Arbeitgeber inhaltlich zum Abschluss einer Krankenversicherung verpflichten. Als gesetzliche Erm\u00e4chtigung k\u00f6nnte \u00a7 4 Abs. 1 der Anwerbestoppausnahmeverordnung &#8211;in der jeweiligen Fassung der Streitjahre&#8211; heranzuziehen sein. Nach dieser Vorschrift kann eine Arbeitserlaubnis f\u00fcr Ausl\u00e4nder u.a. dann erteilt werden, wenn der Arbeitnehmer aufgrund einer Absprache zwischen der BA und der Arbeitsverwaltung des Herkunftslandes \u00fcber das Verfahren, die Auswahl und die Vermittlung vermittelt wurde. Das FG hat indessen weder Feststellungen zu einer zwischenstaatlichen Vereinbarung noch zu dem von der Kl\u00e4gerin durchlaufenen Verfahren zur Vermittlung von Erntehelfern getroffen. Angesichts dessen ist es nicht auszuschlie\u00dfen, dass die Vermittlung der Arbeitnehmer durch die BA nach einem in der zwischenstaatlichen Vereinbarung geregelten Verfahren erfolgte. Dazu k\u00f6nnte auch die Verpflichtung zur Verwendung eines bestimmten Einheitsarbeitsvertrages geh\u00f6ren, der den Arbeitgeber zum Abschluss der Krankenversicherung verpflichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.4.2011, VI R 24\/10 Beitr\u00e4ge f\u00fcr eine Gruppenkrankenversicherung als Arbeitslohn Leits\u00e4tze 1. Die Beitr\u00e4ge des Arbeitgebers zu einer privaten Gruppenkrankenversicherung sind Arbeitslohn des Arbeitnehmers, wenn dieser einen eigenen unmittelbaren und unentziehbaren Rechtsanspruch gegen den Versicherer erlangt (Anschluss an BFH-Urteil vom 16. 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