{"id":9832,"date":"2012-12-06T17:33:12","date_gmt":"2012-12-06T15:33:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9832"},"modified":"2012-12-06T17:33:12","modified_gmt":"2012-12-06T15:33:12","slug":"xi-b-27-11-erfolgreiche-beschwerde-gegen-die-ablehnung-einer-adv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-27-11-erfolgreiche-beschwerde-gegen-die-ablehnung-einer-adv\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;27\/11 &#8211; Erfolgreiche Beschwerde gegen die Ablehnung einer AdV"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.4.2011, XI B 27\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Erfolgreiche Beschwerde gegen die Ablehnung einer AdV<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin) ist Insolvenzverwalterin &uuml;ber das Verm&ouml;gen der X-GmbH (GmbH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die GmbH, die der Umsatzbesteuerung nach vereinbarten Entgelten unterlag, hatte im Jahr 2004 gegen&uuml;ber dem Unternehmen H Bauleistungen erbracht (Schlussrechnung vom 7. Oktober 2004). Die der H in Rechnung gestellten und noch nicht bezahlten Forderungen in H&ouml;he von &#8230; EUR brutto (Schreiben vom 7. Dezember 2004) blieben trotz F&auml;lligkeit unbezahlt, auch nachdem die GmbH ein Anerkenntnisurteil erstritten hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) ist in dem angefochtenen Beschluss davon ausgegangen, die GmbH habe diese Forderungen ausgebucht und eine Berichtigung der Bemessungsgrundlage nach &sect; 17 Abs. 2 Satz 1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) erkl&auml;rt; der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sei dem noch vor Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens gefolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &uuml;ber das Verm&ouml;gen der GmbH am 16. M&auml;rz 2005 erfolgte schlie&szlig;lich doch ein Zahlungseingang in H&ouml;he von &#8230; EUR auf die zuvor ausgebuchten Forderungen. Das FA setzte daraufhin unter dem 21. November 2006 gegen&uuml;ber der Antragstellerin als Insolvenzverwalterin der GmbH Umsatzsteuer f&uuml;r das erste Kalendervierteljahr 2006 in H&ouml;he von &#8230; EUR fest, weil der fr&uuml;her ausgefallene und berichtigte Umsatzsteuerbetrag nunmehr gem&auml;&szlig; &sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2 UStG erneut zu berichtigen sei. Im Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 2006 vom 25. Januar 2008 setzte das FA sodann unter Anerkennung abziehbarer Vorsteuerbetr&auml;ge in H&ouml;he von &#8230; EUR die Umsatzsteuer f&uuml;r 2006 auf &#8230; EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruch hat die Antragstellerin Klage (2 K 2081\/10) erhoben, &uuml;ber die das FG noch nicht entschieden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den am 5. August 2010 gestellten Antrag der Antragstellerin, den Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 2006 vom 25. Januar 2008 in H&ouml;he von &#8230; EUR von der Vollziehung auszusetzen, hat das FG durch den angefochtenen Beschluss abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die vom FG gem&auml;&szlig; &sect; 128 Abs. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zugelassene Beschwerde ist zul&auml;ssig und begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Es bestehen ernstliche Zweifel i.S. des &sect; 69 Abs. 3 Satz 1, Abs. 2 Satz 2 FGO an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Umsatzsteuerbescheids f&uuml;r 2006 vom 25. Januar 2008. Denn bei der gebotenen summarischen Pr&uuml;fung treten neben den f&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Umst&auml;nden gewichtige, gegen die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechende Gr&uuml;nde zutage, die Unsicherheit oder Unentschiedenheit in der Beurteilung der zugrunde liegenden Rechtsfragen bewirken (vgl. die st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; seit dem Beschluss vom 10. Februar 1967 III B 9\/66, BFHE 87, 447, BStBl III 1967, 182). Deshalb ist der Ausgang des Klageverfahrens offen. Eine &uuml;berwiegende Erfolgsaussicht des Rechtsmittels ist zur Aussetzung der Vollziehung (AdV) nicht erforderlich (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 26. Mai 2010 V B 80\/09, BFH\/NV 2010, 2079).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diese Zweifel ergeben sich aus dem Beschluss selbst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Bescheids mit der Begr&uuml;ndung verneint, dies ergebe sich &quot;in Ableitung der Grunds&auml;tze der BFH-Rechtsprechung zur zeitraumgerechten Erfassung von Ums&auml;tzen im Rahmen der Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten&quot;. Es hat dazu die &#8211;n&auml;her dargelegte&#8211; Auffassung vertreten, die Grunds&auml;tze des zu einem anderen Sachverhalt ergangenen &#8211;und &uuml;berdies in der Literatur umstrittenen (vgl. Berger, Entscheidungen zum Wirtschaftsrecht &#8211;EWiR&#8211; 2009, 315; Kremer, EWiR 2010, 219)&#8211; BFH-Urteils vom 29. Januar 2009 V R 64\/07 (BFHE 224, 24, BStBl II 2009, 682) seien auf den Streitfall zu &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist aber &#8211;wie somit hier&#8211; die Rechtslage nicht eindeutig, ist &uuml;ber die zu kl&auml;rende Frage nicht im summarischen Verfahren auf AdV eines Verwaltungsaktes zu entscheiden (vgl. BFH-Beschluss vom 30. Oktober 2007 V B 170\/07, BFH\/NV 2008, 627).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &Uuml;berdies hat das FG die Beschwerde nach &sect; 128 Abs. 3, &sect; 115 Abs. 2 FGO mit der Begr&uuml;ndung zugelassen, &quot;im Hinblick auf die insoweit schwierige einheitliche Beurteilung hinsichtlich der Verwirklichung des umsatzsteuerlichen Tatbestands in Anwendung der verschiedenen Einzeltatbest&auml;nde des UStG&quot; seien mehrere Revisionsverfahren beim BFH anh&auml;ngig, so etwa zu den BFH-Aktenzeichen V R 22\/10, VII R 56\/09 und XI R 35\/09.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn aber diese Revisionsverfahren Bedeutung f&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Umsatzsteuerbescheids haben bzw. haben k&ouml;nnen, besteht bereits aus diesem Grund Unsicherheit oder Unentschiedenheit in der Beurteilung der zugrunde liegenden Rechtsfragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im &Uuml;brigen ergeben sich weitere Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Bescheids aus dem Beschwerdevorbringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Antragstellerin hat mit ihrer Beschwerde nach Einsicht in die Steuerakten der GmbH u.a. geltend gemacht, die GmbH sei Organgesellschaft der GbR X gewesen; der gesamte Vorgang, der dem Antragsverfahren zugrunde liege, spiegele sich jedenfalls nicht in einer Steuerakte der GmbH wieder. Dort befinde sich vielmehr u.a. der &#8211;von der Antragstellerin vorgelegte&#8211; Aktenvermerk &quot;lt. Pr&uuml;fer am 10.08.06 wurde die Forderungsausbuchung beim OT dem Grunde nach zugelassen, weil Zahlungen auf GmbH-Rechnung nicht dem OT zuflie&szlig;en, sondern dem Insolvenzverwalter der GmbH&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin vertritt dazu die nicht ohne weiteres von der Hand zu weisende Rechtsauffassung, die R&uuml;ckberichtigung nach &sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2 UStG sei die direkte Folge der Erstberichtigung nach Satz 1 dieser Vorschrift und folglich &#8211;trotz Beendigung der Organschaft durch die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens&#8211; bei dem Organtr&auml;ger vorzunehmen. Sie hat dazu unter Vorlage eines weiteren Aktenvermerks dargelegt, dass dieser Auffassung offensichtlich auch zun&auml;chst das FA gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ferner hat die Antragstellerin mit der Beschwerde erstmals weitere und deshalb vom FG nicht behandelte Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Umsatzsteuerbescheids geltend gemacht, die nicht offensichtlich fernliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.4.2011, XI B 27\/11 Erfolgreiche Beschwerde gegen die Ablehnung einer AdV Tatbestand 1&nbsp; I. 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