{"id":9837,"date":"2012-12-06T17:30:22","date_gmt":"2012-12-06T15:30:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9837"},"modified":"2012-12-06T17:30:22","modified_gmt":"2012-12-06T15:30:22","slug":"viii-b-42-10-nichtzulassungsbeschwerde-grundsaetzliche-bedeutung-praxiswert-ermittlung-des-anteilswerts-bei-veraeusserung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-42-10-nichtzulassungsbeschwerde-grundsaetzliche-bedeutung-praxiswert-ermittlung-des-anteilswerts-bei-veraeusserung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;42\/10 &#8211; Nichtzulassungsbeschwerde: Grunds&auml;tzliche Bedeutung &#8211; Praxiswert &#8211; Ermittlung des Anteilswerts bei Ver&auml;u&szlig;erung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.4.2011, VIII B 42\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Nichtzulassungsbeschwerde: Grunds&auml;tzliche Bedeutung &#8211; Praxiswert &#8211; Ermittlung des Anteilswerts bei Ver&auml;u&szlig;erung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Von der Darstellung des Tatbestandes sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 5 Satz 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat kann offenlassen, ob die Beschwerdebegr&uuml;ndung den Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden i.S. von &sect; 115 Abs. 2 i.V.m. &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO entspricht, denn jedenfalls ist die Beschwerde unbegr&uuml;ndet. Es handelt sich weder um eine Rechtssache von grunds&auml;tzlicher Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO, noch ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung hat eine Rechtssache, wenn eine Frage zu entscheiden ist, an deren Beantwortung ein allgemeines Interesse besteht, weil ihre Kl&auml;rung das Interesse der Allgemeinheit an der Entwicklung und Handhabung des Rechts betrifft (st&auml;ndige Rechtsprechung zu &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO a.F., vgl. die Nachweise bei Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 115 Rz 23 ff., m.w.N.; BFH-Beschluss vom 31. Mai 2000 IV B 55\/99, juris). Es muss sich um eine aus rechtssystematischen Gr&uuml;nden bedeutsame und auch f&uuml;r die einheitliche Rechtsanwendung wichtige Frage handeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei Anwendung dieser Kriterien ist eine Rechtssache von grunds&auml;tzlicher Bedeutung zu verneinen. Dass es sich bei dem sog. Praxiswert um ein immaterielles Wirtschaftsgut handelt, ist h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt. Es ist auch gekl&auml;rt, dass der sog. derivative, d.h. der entgeltlich erworbene Praxiswert ein abnutzbares Wirtschaftsgut darstellt, das gem&auml;&szlig; &sect; 5 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) mit den Anschaffungskosten anzusetzen ist und auf das Absetzungen f&uuml;r Abnutzung vorzunehmen sind (vgl. Schmidt\/Wacker, EStG, 30. Aufl., &sect; 18 Rz 200, 202, m.w.N.), wohingegen der selbst geschaffene (origin&auml;re) Praxiswert nicht abgeschrieben werden darf. Die Unterscheidung zwischen origin&auml;rem und derivativem Praxiswert beruht letztlich darauf, dass der Praxiswert nicht das Ergebnis unternehmerischer Organisationsleistungen ist, sondern auf dem pers&ouml;nlichen Vertrauensverh&auml;ltnis der Mandanten zum beratenden Praxisinhaber beruht (vgl. BFH-Urteil vom 13. M&auml;rz 1991 I R 83\/89, BFHE 164, 61, BStBl II 1991, 595; Bl&uuml;mich\/Ehmcke, &sect; 6 EStG Rz 770, m.w.N.). Erwirbt n&auml;mlich ein Freiberufler die Praxis eines anderen und schafft er dabei entgeltlich einen Praxiswert an, weil der Kaufpreis den Substanzwert der materiellen und immateriellen Wirtschaftsg&uuml;ter abz&uuml;glich der Verbindlichkeiten &uuml;bersteigt, so handelt es sich um ein abnutzbares Wirtschaftsgut, weil nach dem Ausscheiden des bisherigen Praxisinhabers das Vertrauensverh&auml;ltnis zu den Mandanten zwangsl&auml;ufig endet mit der Folge, dass sich der Praxiswert verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig rasch verfl&uuml;chtigt (vgl. Bl&uuml;mich\/Ehmcke, &sect; 6 EStG Rz 772). Dem entspricht auch die Regelung in &sect; 246 Abs. 1 Satz 4 des Handelsgesetzbuchs, die nur einen entgeltlich erworbenen Gesch&auml;fts- oder Firmenwert als zeitlich begrenzt nutzbaren Verm&ouml;gensgegenstand fingiert und gleichzeitig deutlich macht, dass der selbst geschaffene (origin&auml;re) Gesch&auml;ftswert dieser Fiktion nicht unterliegt, keinen Verm&ouml;gensgegenstand darstellt und deshalb auch nicht unter das Aktivierungsgebot f&auml;llt (vgl. Crezelius in Kirchhof, EStG, 10. Aufl., &sect; 5 Rz 73).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerdeschrift l&auml;sst nicht erkennen, weshalb die Differenzierung zwischen derivativem und origin&auml;rem Gesch&auml;ftswert fehlerhaft oder gar verfassungsrechtlich bedenklich sein k&ouml;nnte, sondern beschr&auml;nkt sich lediglich darauf, die steuerlichen Konsequenzen der unterschiedlichen Behandlung des derivativen bzw. des origin&auml;ren Praxiswerts zu r&uuml;gen. Die Zulassung der Revision kann darauf nicht gest&uuml;tzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Entscheidung des BFH ist auch nicht zur Fortbildung des Rechts erforderlich. Zutreffend geht die Vorinstanz davon aus, dass in F&auml;llen, in denen der Gesellschafter einer Partnerschaftsgesellschaft seinen Mitunternehmeranteil ver&auml;u&szlig;ert, gem&auml;&szlig; &sect; 18 Abs. 3 Satz 2 EStG i.V.m. &sect; 16 Abs. 2 Satz 2 EStG der Anteilswert zwingend nach &sect; 4 Abs. 1 oder nach &sect; 5 EStG zu ermitteln ist. Das gilt auch, wenn die Partnerschaftsgesellschaft ihren Gewinn bisher nach &sect; 4 Abs. 3 EStG durch Einnahmen&uuml;berschussrechnung ermittelt hat (vgl. BFH-Urteile vom 16. M&auml;rz 1989 IV R 153\/86, BFHE 156, 195, BStBl II 1989, 557; vom 26. April 1995 XI R 86\/94, BFHE 178, 387, BStBl II 1996, 4; Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect; 18 Rz 266). Da die Regelungen in &sect; 18 Abs. 3 Satz 2 EStG und &sect; 16 Abs. 2 Satz 2 EStG kein dispositives Recht sind, k&ouml;nnen die daraus resultierenden Folgen auch nicht durch privatrechtliche Vereinbarungen zwischen Verk&auml;ufer und K&auml;ufer einer freiberuflichen Praxis oder eines Anteils an einer solchen ersetzt werden. Die Teilrechtsf&auml;higkeit einer GbR &auml;ndert daran nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.4.2011, VIII B 42\/10 Nichtzulassungsbeschwerde: Grunds&auml;tzliche Bedeutung &#8211; Praxiswert &#8211; Ermittlung des Anteilswerts bei Ver&auml;u&szlig;erung Gr&uuml;nde 1&nbsp; 1. Von der Darstellung des Tatbestandes sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 5 Satz 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ab. 2&nbsp; 2. 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