{"id":9870,"date":"2012-12-20T02:50:14","date_gmt":"2012-12-20T00:50:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9870"},"modified":"2012-12-20T02:50:14","modified_gmt":"2012-12-20T00:50:14","slug":"iii-b-62-10-darlegung-einer-divergenz-aufklaerungsruege-ruegeverlust-schlafender-richter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-62-10-darlegung-einer-divergenz-aufklaerungsruege-ruegeverlust-schlafender-richter\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;62\/10 &#8211; Darlegung einer Divergenz &#8211; Aufkl&auml;rungsr&uuml;ge &#8211; R&uuml;geverlust &#8211; Schlafender Richter"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.4.2011, III B 62\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Darlegung einer Divergenz &#8211; Aufkl&auml;rungsr&uuml;ge &#8211; R&uuml;geverlust &#8211; Schlafender Richter<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und wird durch Beschluss zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde, soweit ihre Darlegung &uuml;berhaupt den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gen&uuml;gt, liegen jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat nicht schl&uuml;ssig vorgetragen, dass eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich ist (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei einer Nichtzulassungsbeschwerde, die sich auf die Abweichung der Vorentscheidung von einer Entscheidung des BFH oder eines anderen Finanzgerichts (FG) st&uuml;tzt, muss der Beschwerdef&uuml;hrer neben der genauen Bezeichnung der Divergenzentscheidung dartun, dass das erstinstanzliche Gericht seiner Entscheidung einen abstrakten Rechtssatz zugrunde gelegt hat, der mit der n&auml;her angef&uuml;hrten Rechtsprechung des anderen Gerichts nicht &uuml;bereinstimmt. Eine schl&uuml;ssige R&uuml;ge setzt weiter die Darlegung voraus, dass die Entscheidungen zu gleichen, vergleichbaren oder gleichgelagerten Sachverhalten ergangen sind (z.B. BFH-Beschluss vom 22. Juli 2008 II B 47\/07, BFH\/NV 2008, 1846).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Anforderungen wird die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht gerecht. Nach ihr schlie&szlig;t sich das FG vielmehr &quot;im Grundsatz&quot; der st&auml;ndigen BFH-Rechtsprechung an, wonach mehrere Betriebe eines Steuerpflichtigen eine wirtschaftliche Einheit bilden, sofern sie sachlich, insbesondere organisatorisch, wirtschaftlich oder finanziell zusammenh&auml;ngen. Zwar stellt der Kl&auml;ger die Aussage des FG, bei einer nat&uuml;rlichen Person f&uuml;hre die Konzentration der wesentlichen Verwaltungsaufgaben in einem Betrieb &#8211;ebenso wie die Bildung einer vertikalen Konzernstruktur&#8211; grunds&auml;tzlich zu einer wirtschaftlichen Verflechtung, der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH gegen&uuml;ber, wonach ein finanzieller oder organisatorischer Zusammenhang, der allein auf der Identit&auml;t des Unternehmers beruht, nicht gen&uuml;gt (Urteile vom 16. Dezember 1964 I 375\/62, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1965, 224; vom 25. April 1989 VIII R 294\/84, BFH\/NV 1990, 261). W&auml;hrend der Kl&auml;ger aber einerseits meint, im Streitfall beruhe die Konzentration der Verwaltungsaufgaben allein auf seiner Person, d.h. auf der Identit&auml;t des Inhabers, r&auml;umt er mit seiner Beschwerde andererseits ein, dass er Kosten zwischen seinen Betrieben verrechnet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Kern macht er damit geltend, das FG habe den Streitfall falsch entschieden, insbesondere die Verwaltungsvertr&auml;ge unzutreffend gew&uuml;rdigt. Dies vermag eine Divergenz jedoch nicht zu begr&uuml;nden, zumal sich das FG f&uuml;r seine Entscheidung u.a. auf das Senatsurteil vom 1. Februar 2001 III R 11\/98, III R 12\/98 (BFH\/NV 2001, 899) beruft, nach dem die Annahme eines selbst&auml;ndigen Gewerbebetriebes eine vollkommene Eigenst&auml;ndigkeit erfordert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist nicht aufgrund eines Verfahrensmangels zuzulassen (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei verzichtbaren Verfahrensm&auml;ngeln (&sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 der Zivilprozessordnung), zu denen auch die Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 FGO) geh&ouml;rt, geht das R&uuml;gerecht schon durch das blo&szlig;e Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge verloren; ein Verzichtswille ist hierf&uuml;r nicht erforderlich. Anders kann dies bei einem fachkundig vertretenen Verfahrensbeteiligten nur dann sein, wenn er auf Grund des Verhaltens des FG die R&uuml;ge f&uuml;r entbehrlich halten durfte (Senatsbeschluss vom 24. Februar 2003 III B 117\/02, BFH\/NV 2003, 810).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG, in der er durch Steuerberater vertreten war, weder das &Uuml;bergehen von Beweisantr&auml;gen noch die Verletzung einer von Amts wegen &#8211;auch ohne entsprechenden Beweisantrag&#8211; gebotenen Sachaufkl&auml;rung ger&uuml;gt. Er hat auch keinen Sachverhalt geschildert, auf Grund dessen er eine solche R&uuml;ge f&uuml;r entbehrlich h&auml;tte halten k&ouml;nnen (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 8. M&auml;rz 2010 III B 123\/09, BFH\/NV 2010, 1288).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Schlie&szlig;lich greift auch nicht die R&uuml;ge, das FG sei nicht vorschriftsm&auml;&szlig;ig i.S. von &sect; 119 Nr. 1 FGO besetzt gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Gericht ist nicht vorschriftsm&auml;&szlig;ig besetzt, wenn ein Richter w&auml;hrend der m&uuml;ndlichen Verhandlung schl&auml;ft und deshalb wesentlichen Vorg&auml;ngen nicht folgt. Aus dem Vortrag, einer der Richter habe unmittelbar nach Verhandlungsbeginn den Kopf mit Hand und Ellenbogen auf dem Tisch abgest&uuml;tzt, die Augen geschlossen, den Kopf leicht in Richtung Fenster gewandt, habe &uuml;ber den gesamten Verlauf der m&uuml;ndlichen Verhandlung regungslos in dieser Position verharrt und sich in keiner erkennbaren Weise an der m&uuml;ndlichen Verhandlung beteiligt, kann nicht mit Sicherheit geschlossen werden, der Richter habe geschlafen oder sei in anderer Weise &quot;abwesend&quot; gewesen (z.B. BFH-Beschluss vom 16. Juni 2009 X B 202\/08, BFH\/NV 2009, 1659, m.w.N.). Das Schlie&szlig;en der Augen kann auch Zeichen besonderer Konzentration sein (vgl. BFH-Beschluss vom 17. Mai 1999 VIII R 17\/99, BFH\/NV 1999, 1491), aus der der Richter beim Hereintragen von Postkisten unter nach dem Vortrag des Kl&auml;gers erheblicher Ger&auml;uschentwicklung aufschreckte, w&auml;hrend er sich im &Uuml;brigen dem Wesentlichen widmete und dem laut Kl&auml;ger-Vortrag von den &uuml;brigen in der m&uuml;ndlichen Verhandlung anwesenden Personen mit Erheiterung aufgenommenen Magenknurren des Steuerberaters keine Beachtung schenkte. Im &Uuml;brigen haben die Sitzungsvertreter keinen Anlass gesehen, den Vorsitzenden auf eine von Beginn der Verhandlung an eingeschr&auml;nkte Beteiligung des Richters an der Verhandlung aufmerksam zu machen. Die Vertreter des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) haben ausweislich der Stellungnahme des FA nicht bemerkt, dass einer der Richter geschlafen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.4.2011, III B 62\/10 Darlegung einer Divergenz &#8211; Aufkl&auml;rungsr&uuml;ge &#8211; R&uuml;geverlust &#8211; Schlafender Richter Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und wird durch Beschluss zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde, soweit ihre Darlegung &uuml;berhaupt den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-62-10-darlegung-einer-divergenz-aufklaerungsruege-ruegeverlust-schlafender-richter\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;62\/10 &#8211; Darlegung einer Divergenz &#8211; Aufkl&auml;rungsr&uuml;ge &#8211; R&uuml;geverlust &#8211; Schlafender Richter<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9870","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9870","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9870"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9870\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9870"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9870"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9870"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}