{"id":9895,"date":"2012-12-06T17:31:48","date_gmt":"2012-12-06T15:31:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9895"},"modified":"2012-12-06T17:31:48","modified_gmt":"2012-12-06T15:31:48","slug":"vi-b-120-10-abgelehnter-schriftsatznachlass-rechtsaeusserung-des-berichterstatters-unentgeltliche-wohnungsueberlassung-im-rahmen-doppelter-haushaltsfuehrung-sicherung-einer-einheitlichen-rechtsprechun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-120-10-abgelehnter-schriftsatznachlass-rechtsaeusserung-des-berichterstatters-unentgeltliche-wohnungsueberlassung-im-rahmen-doppelter-haushaltsfuehrung-sicherung-einer-einheitlichen-rechtsprechun\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;120\/10 &#8211; Abgelehnter Schriftsatznachlass &#8211; Rechts&auml;u&szlig;erung des Berichterstatters &#8211; Unentgeltliche Wohnungs&uuml;berlassung im Rahmen doppelter Haushaltsf&uuml;hrung &#8211; Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.4.2011, VI B 120\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Abgelehnter Schriftsatznachlass &#8211; Rechts&auml;u&szlig;erung des Berichterstatters &#8211; Unentgeltliche Wohnungs&uuml;berlassung im Rahmen doppelter Haushaltsf&uuml;hrung &#8211; Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist ledig und wohnt in H, wo ihm im Dachgeschoss des elterlichen Hauses seit 1986 eigener Wohnraum (45 qm) unentgeltlich zur Verf&uuml;gung steht. Daneben hat der Kl&auml;ger seit November 2000 in K eine 3-Zimmer-Wohnung (90 qm) angemietet. Der Arbeitgeber des Kl&auml;gers hat seinen Sitz in K. Im Streitjahr (2005) war der Kl&auml;ger in den Monaten Januar bis September &uuml;berwiegend im Ausland f&uuml;r seinen Arbeitgeber t&auml;tig. Der Kl&auml;ger hielt sich w&auml;hrend seines Aufenthalts im Ausland im M&auml;rz, Juni und August 2005 jeweils f&uuml;r 12 bis 14 Tage in H auf. Von Oktober bis Dezember 2005 war er im Inland t&auml;tig. In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machte er erstmals Aufwendungen f&uuml;r doppelte Haushaltsf&uuml;hrung geltend und gab an, seinen Haupthausstand am Wohnsitz seiner Eltern in H zu unterhalten und daneben einen eigenen Hausstand in K am Besch&auml;ftigungsort.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die Aufwendungen nicht, da ein eigener Hausstand in H nicht nachgewiesen worden sei. Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) konnte nicht feststellen, dass sich der Lebensmittelpunkt des Kl&auml;gers im Streitjahr in H befunden hat. Zudem stand zur &Uuml;berzeugung des FG nicht fest, dass der Kl&auml;ger in H einen eigenen Hausstand gef&uuml;hrt hat. Das FG lie&szlig; die Revision nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Nichtzulassungsbeschwerde macht der Kl&auml;ger neben verschiedenen Verfahrensfehlern eine Abweichung von der Rechtsprechung des Senats geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde des Kl&auml;gers hat in der Sache keinen Erfolg. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen nicht vor. Weder greifen die von der Beschwerde ger&uuml;gten Verfahrensfehler i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) durch noch ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat den Anspruch des Kl&auml;gers auf rechtliches Geh&ouml;r (&sect; 96 Abs. 2 FGO) nicht dadurch verletzt, dass es einen Schriftsatznachlass abgelehnt hat. Die Nichtgew&auml;hrung einer in der m&uuml;ndlichen Verhandlung beantragten Schriftsatzfrist verletzt nur dann den Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r, wenn sich ein Beteiligter in der m&uuml;ndlichen Verhandlung auf ein Vorbringen des anderen Beteiligten nicht erkl&auml;ren kann, weil es ihm nicht rechtzeitig vor dem Termin mitgeteilt worden ist. Nur f&uuml;r diesen Fall sehen &sect; 283 der Zivilprozessordnung (ZPO) i.V.m. &sect; 155 FGO das Nachbringen schrifts&auml;tzlicher Erkl&auml;rungen vor (BFH-Beschluss vom 18. M&auml;rz 2008 XI S 30\/07 (PKH), BFH\/NV 2008, 1184, m.w.N.). Diese Voraussetzung liegt im Streitfall nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Streitpunkt, zu dem sich der Kl&auml;ger noch schrifts&auml;tzlich im Anschluss an die m&uuml;ndliche Verhandlung &auml;u&szlig;ern wollte, betraf die Frage, ob die mit dem Schriftsatz des Kl&auml;gers vom 14. Mai 2010 eingereichten Belege geeignet sind, den Nachweis daf&uuml;r zu erbringen, dass der Lebensmittelpunkt des Kl&auml;gers sich in H befunden und er dort einen eigenen Hausstand gef&uuml;hrt hat. Dies wurde vom FA mit Schriftsatz vom 17. Juni 2010, der dem Kl&auml;ger erst in der m&uuml;ndlichen Verhandlung am 22. Juni 2010 &uuml;berreicht wurde, bestritten. Der Kl&auml;ger tr&auml;gt in der Beschwerde hierzu vor, dass durch Vorlage der Originalbelege sowie durch die pers&ouml;nliche Vernehmung des Kl&auml;gers die Geeignetheit der im Schreiben vom 14. Mai 2010 eingereichten Beweismittel h&auml;tte nachgewiesen werden k&ouml;nnen. Es ist dem Senat jedoch kein Grund ersichtlich und in der Beschwerde auch nicht vorgetragen, warum der fachkundig vertretene Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG nicht &quot;ohne vorhergehende Erkundigung&quot; i.S. des &sect; 282 ZPO auf den Schriftsatz des FA mit dem in der Beschwerde angef&uuml;hrten Vorbringen h&auml;tte erwidern k&ouml;nnen. Im Streitfall lagen somit die Voraussetzungen f&uuml;r das Nachreichen eines Schriftsatzes gem&auml;&szlig; &sect; 283 ZPO i.V.m. &sect; 155 FGO nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs ergibt sich &#8211;entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers&#8211; auch nicht unter dem Gesichtspunkt einer &Uuml;berraschungsentscheidung. Eine solche liegt vor, wenn das FG seine Entscheidung auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein kundiger Prozessbeteiligter nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nicht rechnen musste (vgl. BFH-Beschluss vom 25. Januar 2008 X B 179\/06, BFH\/NV 2008, 608). Wie das FA zutreffend darauf hinweist, konnte aus dem Hinweis des Berichterstatters auf die Vorschrift des &sect; 3c des Einkommensteuergesetzes (EStG) im Zusammenhang mit dem Auslandsaufenthalt des Kl&auml;gers im Ausland nicht geschlossen werden, dass die doppelte Haushaltsf&uuml;hrung dem Grunde nach anerkannt werde. Die Beteiligten haben vielmehr zuletzt in der m&uuml;ndlichen Verhandlung die Frage er&ouml;rtert, ob eine doppelte Haushaltsf&uuml;hrung im Streitfall anzunehmen sei. Hierzu wurden auch Zeugen vernommen. Die Abweisung der Klage als unbegr&uuml;ndet, weil die Voraussetzungen einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung nicht festgestellt werden konnten, erfolgte daher f&uuml;r den Kl&auml;ger nicht &uuml;berraschend. Im &Uuml;brigen ist darauf hinzuweisen, dass bei einer Rechts&auml;u&szlig;erung nur eines Mitglieds des zur Entscheidung berufenen Spruchk&ouml;rpers &#8211;hier des Senats&#8211; regelm&auml;&szlig;ig nicht gefolgert werden kann, dass die Rechtsfrage eindeutig gekl&auml;rt ist und der Senat von der Rechtsauffassung nicht abweichen bzw. sie anders beurteilen k&ouml;nnte. Dies musste sich dem Kl&auml;ger im &Uuml;brigen auch aufgrund des Verlaufs der m&uuml;ndlichen Verhandlung am 22. Juni 2010 aufdr&auml;ngen. Ausweislich des Sitzungsprotokolls wurde zwar auch die Frage der Anwendung des &sect; 3c EStG er&ouml;rtert, im &Uuml;brigen wurden jedoch ausschlie&szlig;lich Fragen zur doppelten Haushaltsf&uuml;hrung behandelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. a) Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer Divergenzr&uuml;ge i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO geh&ouml;rt u.a. eine hinreichend genaue Bezeichnung der vermeintlichen Divergenzentscheidung sowie die Gegen&uuml;berstellung tragender, abstrakter Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits, um eine Abweichung erkennbar zu machen. F&uuml;r eine schl&uuml;ssige Divergenzr&uuml;ge ist &uuml;berdies weiterhin auszuf&uuml;hren, dass es sich im Streitfall um einen vergleichbaren Sachverhalt und um eine identische Rechtsfrage handelt (BFH-Beschluss vom 17. Januar 2006 VIII B 172\/05, BFH\/NV 2006, 799, unter 2. a und b, m.w.N.). Der Kl&auml;ger behauptet zwar, dass eine Abweichung zur Entscheidung VI R 26\/09 (Senats-Urteil vom 21. April 2010, BFHE 230, 5) vorliegt, und nennt Abweichungen im Urteil der Vorinstanz. Der Senat vermag dem jedoch nicht zu folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des Senats ist die finanzielle Beteiligung bei der Unterhaltung des Haupthausstandes keine unabdingbare Voraussetzung im Sinne eines Tatbestandsmerkmals (conditio sine qua non), sondern lediglich ein gewichtiges Indiz bei der W&uuml;rdigung der gesamten Umst&auml;nde des Falles (BFH-Urteil vom 14. Juni 2007 VI R 60\/05, BFHE 218, 229, BStBl II 2007, 890). Das FG ist aufgrund einer tatrichterlichen W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls zu der Entscheidung gelangt, dass der Kl&auml;ger in den Haushalt seiner Eltern eingegliedert war und nicht &uuml;ber einen eigenen Hausstand verf&uuml;gt bzw. auch nicht einen Haushalt gemeinsam mit seinen Eltern gef&uuml;hrt hat. So hat das FG neben der unentgeltlichen Wohnungs&uuml;berlassung, der fehlenden &Uuml;bernahme von Nebenkosten sowie der fehlenden Beteiligung an Renovierungskosten u.a. ma&szlig;geblich darauf abgestellt, dass die Wohnung zeitweise durch andere Personen genutzt wurde, dass die Aussagen der beiden Zeugen keine weiteren Aufenthalte in H ergaben sowie, dass angesichts der Dauer der Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit des ledigen Kl&auml;gers keine Umst&auml;nde dargelegt wurden, die belegt h&auml;tten, dass der Lebensmittelpunkt des Kl&auml;gers in H verblieben war. Diese W&uuml;rdigung des FG ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Insbesondere hat das FG nicht den einzelnen Umstand der unentgeltlichen Wohnungs&uuml;berlassung allein als unabdingbare Voraussetzung im Sinne eines Tatbestandsmerkmals angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO) ist eine Entscheidung des BFH &#8211;au&szlig;er in F&auml;llen der Divergenz&#8211; dann geboten, wenn ein allgemeines Interesse an einer korrigierenden Entscheidung besteht, weil das FG revisibles Recht fehlerhaft ausgelegt hat, der insoweit unterlaufene Fehler von Gewicht und geeignet ist, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu sch&auml;digen. Das ist insbesondere der Fall, wenn die Auslegung und Anwendung des revisiblen Rechts durch das FG objektiv willk&uuml;rlich oder greifbar gesetzeswidrig ist (z.B. BFH-Beschluss vom 5. Juli 2005 VI B 150\/04, BFH\/NV 2005, 2025; vgl. auch Lange in H&uuml;bschmann\/ Hepp\/Spitaler, &sect; 115 FGO Rz 200 ff.; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 115 FGO Rz 63 ff. und 75 ff.; jeweils m.w.N.). Dies ist im Streitfall aus den oben dargelegten Gr&uuml;nden nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die R&uuml;ge, das FG habe seine Sachaufkl&auml;rungspflicht nach &sect; 76 Abs. 1 FGO verletzt, weil es weitere Aufenthalte des Kl&auml;gers in H nicht durch Einvernahme des Kl&auml;gers, weiterer Zeugen und der Einsicht von Kaufbelegen im Original aufgekl&auml;rt habe, l&auml;sst einen Verfahrensfehler des FG nicht erkennen. Der Kl&auml;ger hat nicht dargelegt, weshalb sich auf der Grundlage des materiell-rechtlichen Standpunktes des FG (vgl. dazu BFH-Urteile vom 31. August 1992 V R 47\/88, BFHE 169, 250, BStBl II 1992, 1046, 1047, und vom 15. Dezember 1992 VIII R 9\/90, BFH\/NV 1993, 656, 657 zur Beweiserhebung bez&uuml;glich der Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht) eine weitere Aufkl&auml;rung des Sachverhaltes h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 23. April 1992 II B 174\/91, juris; vom 19. September 1994 VIII B 110\/93, BFH\/NV 1995, 243).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So hat das FG die Feststellung, dass sich der Lebensmittelpunkt des Kl&auml;gers nicht in H befunden habe, nicht von der Anzahl der Aufenthalte in H abh&auml;ngig gemacht, sondern ma&szlig;geblich darauf gest&uuml;tzt, dass angesichts der Dauer der Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit des ledigen Kl&auml;gers keine Umst&auml;nde dargelegt wurden, die belegt h&auml;tten, dass der Lebensmittelpunkt des Kl&auml;gers in H verblieben war. Die Aussagen der beiden Zeugen st&uuml;tzen diese Feststellung des FG. Im &Uuml;brigen ist darauf hinzuweisen, dass die Anzahl der Wochenendheimfahrten des Kl&auml;gers letztlich auch keine Aussage dar&uuml;ber erlaubt, ob der Kl&auml;ger in H einen eigenen Hausstand unterhalten hat. Ein m&ouml;glicher Verfahrensfehler hinsichtlich der Frage, ob der Kl&auml;ger seinen Lebensmittelpunkt in H hatte, l&auml;sst damit die Feststellungen des FG zum eigenen Hausstand des Kl&auml;gers unber&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem war das FG von seinem materiell-rechtlichen Standpunkt aus nicht verpflichtet, auch ohne Beweisangebot von Amts wegen die entsprechende weitere Sachverhaltsermittlung zur Anzahl der Aufenthalte in H anzustellen. Denn letztlich hat das FG das Vorliegen einer doppelten Haushaltsf&uuml;hrung im Streitfall auch deswegen verneint, weil der Kl&auml;ger in den Haushalt seiner Eltern eingegliedert war und nicht &uuml;ber einen eigenen Hausstand verf&uuml;gt bzw. auch nicht einen Haushalt gemeinsam mit seinen Eltern gef&uuml;hrt hat. Eine weitere Sachverhaltsermittlung von Amts wegen h&auml;tte sich daher nach Lage der Akten nicht aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen (BFH-Beschluss vom 23. April 1992 II B 174\/91, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.4.2011, VI B 120\/10 Abgelehnter Schriftsatznachlass &#8211; Rechts&auml;u&szlig;erung des Berichterstatters &#8211; Unentgeltliche Wohnungs&uuml;berlassung im Rahmen doppelter Haushaltsf&uuml;hrung &#8211; Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist ledig und wohnt in H, wo ihm im Dachgeschoss des elterlichen Hauses seit 1986 eigener Wohnraum (45 qm) unentgeltlich zur Verf&uuml;gung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-120-10-abgelehnter-schriftsatznachlass-rechtsaeusserung-des-berichterstatters-unentgeltliche-wohnungsueberlassung-im-rahmen-doppelter-haushaltsfuehrung-sicherung-einer-einheitlichen-rechtsprechun\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;B&nbsp;120\/10 &#8211; Abgelehnter Schriftsatznachlass &#8211; Rechts&auml;u&szlig;erung des Berichterstatters &#8211; Unentgeltliche Wohnungs&uuml;berlassung im Rahmen doppelter Haushaltsf&uuml;hrung &#8211; Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9895","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9895","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9895"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9895\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9895"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9895"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9895"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}