{"id":9962,"date":"2012-12-20T02:40:13","date_gmt":"2012-12-20T00:40:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9962"},"modified":"2012-12-20T02:40:13","modified_gmt":"2012-12-20T00:40:13","slug":"x-b-198-10-statthaftigkeit-einer-beschwerde-gegen-die-ablehnung-einer-protokollberichtigung-umdeutung-von-prozesserklaerungen-ausserordentliche-beschwerde-seit-einfuehrung-des-par-133a-fgo-generell-ni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-198-10-statthaftigkeit-einer-beschwerde-gegen-die-ablehnung-einer-protokollberichtigung-umdeutung-von-prozesserklaerungen-ausserordentliche-beschwerde-seit-einfuehrung-des-par-133a-fgo-generell-ni\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;198\/10 &#8211; Statthaftigkeit einer Beschwerde gegen die Ablehnung einer Protokollberichtigung &#8211;&nbsp;&nbsp;Umdeutung von Prozesserkl&auml;rungen &#8211; au&szlig;erordentliche Beschwerde seit Einf&uuml;hrung des &sect; 133a FGO generell nicht mehr statthaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.3.2011, X B 198\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Statthaftigkeit einer Beschwerde gegen die Ablehnung einer Protokollberichtigung &#8211;&nbsp;&nbsp;Umdeutung von Prozesserkl&auml;rungen &#8211; au&szlig;erordentliche Beschwerde seit Einf&uuml;hrung des &sect; 133a FGO generell nicht mehr statthaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Das Finanzgericht (FG) hat die Klage der Kl&auml;ger, Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wegen Einkommensteuer 2001 auf Grund m&uuml;ndlicher Verhandlung durch Urteil vom &#8230; abgewiesen. Nach Zustellung des Urteils beantragten der Kl&auml;ger mit Schriftsatz vom 31. Mai 2010 und die Kl&auml;gerin mit Schriftsatz vom 12. Juni 2010 unter anderem die Berichtigung und Erg&auml;nzung des Protokolls &uuml;ber den Er&ouml;rterungstermin am 10. Dezember 2007. Sie begehrten die Aufnahme einzelner Tatsachen und Tatsachenw&uuml;rdigungen in das Protokoll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Beschluss vom 15. September 2010 lehnte der im Er&ouml;rterungstermin protokollf&uuml;hrende Berichterstatter die Antr&auml;ge ab. Die im Antrag des Kl&auml;gers vom 31. Mai 2010 und der Kl&auml;gerin vom 12. Juni 2010 angef&uuml;hrten Begr&uuml;ndungen seien auf Tatbestandserg&auml;nzungen gerichtet oder enthielten Beweisw&uuml;rdigungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger erhoben mit Schriftsatz vom 13. Oktober 2010 &quot;sofortige Beschwerde&quot;, der der Berichterstatter &#8211;ohne ausdr&uuml;cklichen Beschluss&#8211; nicht abgeholfen hat. Die Kl&auml;ger tragen sinngem&auml;&szlig; vor, dass der f&uuml;r den Rechtsstreit ma&szlig;gebliche Sachverhalt vom FG unvollst&auml;ndig ermittelt worden sei, einzelne Tatsachen unzutreffend gew&uuml;rdigt sowie bestimmte Tatsachen, Beweisangebote und Antr&auml;ge fehlerhaft nicht ber&uuml;cksichtigt worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Senat legt den mit Schriftsatz vom 13. Oktober 2010 eingelegten Rechtsbehelf als Beschwerde i.S. des &sect; 128 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) aus. Das kl&auml;gerische Begehren richtet sich gegen die Ablehnung der Protokollberichtigung durch den Berichterstatter, so dass als Rechtsbehelf die Beschwerde nach &sect; 128 Abs. 1 FGO in Betracht kommt. Eine &quot;sofortige Beschwerde&quot; kennt die FGO nicht (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 128 Rz 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerde gegen die Ablehnung der Protokollberichtigung ist nicht statthaft. Nach &sect; 94 FGO i.V.m. &sect; 164 Abs. 1 der Zivilprozessordnung k&ouml;nnen Unrichtigkeiten des Protokolls jederzeit berichtigt werden. Als unvertretbare Verfahrenshandlung kann eine solche Protokollberichtigung jedoch nur durch den Instanzrichter, der das Protokoll unterschrieben hat, und gegebenenfalls den hinzugezogenen Protokollf&uuml;hrer vorgenommen werden. Eine Beschwerde (&sect; 128 Abs. 1 FGO) gegen die Berichtigung oder die Ablehnung der Berichtigung ist deshalb nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) grunds&auml;tzlich nicht statthaft. Eine Ausnahme davon gilt nur dann, wenn vorgetragen wird, die Berichtigung sei zu Unrecht als verfahrensrechtlich unzul&auml;ssig abgelehnt oder die Entscheidung &uuml;ber den Berichtigungsantrag sei von einer nichtberechtigten Person vorgenommen worden oder leide sonst an einem schwerwiegenden Verfahrensmangel (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 12. September 2005 VII B 183\/05, BFH\/NV 2006, 102, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall liegen diese Voraussetzungen nicht vor. Der Berichtigungsantrag wurde aus sachlichen Gr&uuml;nden von dem zust&auml;ndigen Instanzrichter abgelehnt, der die Niederschrift &uuml;ber den Er&ouml;rterungstermin vom 10. Dezember 2007 unterschrieben hatte; durchgreifende schwerwiegende Verfahrensm&auml;ngel in Bezug auf die Entscheidung &uuml;ber den Berichtigungsantrag sind nicht erkennbar. Das Beschwerdevorbringen der Kl&auml;ger betrifft nicht M&auml;ngel des Berichtigungsverfahrens, sondern beschr&auml;nkt sich auf die Geltendmachung von materiell-rechtlichen Fehlern und Verfahrensfehlern des finanzgerichtlichen Hauptsacheverfahrens, die &#8211;aus Sicht der Kl&auml;ger&#8211; zur inhaltlichen Unrichtigkeit des Protokolls des Er&ouml;rterungstermins f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat kann &uuml;ber die vorliegende Beschwerde entscheiden, obwohl der Berichterstatter nicht zuvor gem&auml;&szlig; &sect; 130 FGO durch f&ouml;rmlichen Beschluss &uuml;ber deren Abhilfe entschieden hat. Da wegen der Unzul&auml;ssigkeit der Beschwerde keine Abhilfe m&ouml;glich ist, steht der Abgabe an das FG und einer nochmaligen Vorlage an den BFH der Grundsatz der Prozess&ouml;konomie entgegen (vgl. BFH-Beschluss vom 29. Januar 1997 XI B 199\/96, BFH\/NV 1997, 517, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Im &Uuml;brigen ist das Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r die Protokollberichtigung entfallen. Der Senat hat die Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision durch Beschluss vom 22.3.2011 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen; dadurch ist das FG-Urteil rechtskr&auml;ftig geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Beschwerde ist auch nicht unter dem Gesichtspunkt der sog. au&szlig;erordentlichen Beschwerde zul&auml;ssig. Eine au&szlig;erordentliche Beschwerde ist als au&szlig;erordentlicher, gesetzlich nicht geregelter Rechtsbehelf seit Einf&uuml;hrung des &sect; 133a FGO generell nicht mehr statthaft (vgl. BFH-Beschluss vom 31. Juli 2006 VII B 279\/05, BFH\/NV 2006, 2114, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Eine Umdeutung des ausdr&uuml;cklich als &quot;sofortige Beschwerde&quot; bezeichneten Rechtsbehelfs in eine Anh&ouml;rungsr&uuml;ge nach &sect; 133a FGO kommt nicht in Betracht. Dem steht entgegen, dass f&uuml;r die Kl&auml;ger ein zur Vertretung vor dem BFH befugter Prozessbevollm&auml;chtigter handelt; insoweit ist es ein Gebot der Rechtssicherheit, Rechtskundige mit ihren Prozesserkl&auml;rungen beim Wort zu nehmen (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 21. August 2007 X B 160\/07, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;, juris; vom 4. November 2008 V B 114\/08, BFH\/NV 2009, 400, und vom 11. M&auml;rz 2009 VI S 11\/08, n.v., juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.3.2011, X B 198\/10 Statthaftigkeit einer Beschwerde gegen die Ablehnung einer Protokollberichtigung &#8211;&nbsp;&nbsp;Umdeutung von Prozesserkl&auml;rungen &#8211; au&szlig;erordentliche Beschwerde seit Einf&uuml;hrung des &sect; 133a FGO generell nicht mehr statthaft Tatbestand 1&nbsp; I. 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