Motorradsteuer 2026: Kfz-Steuer für Motorräder berechnen

Motorradsteuer berechnen: Kfz-Steuer für Motorräder, Leichtkrafträder und E-Motorräder

Die Kfz-Steuer für Motorräder wird in Deutschland grundsätzlich nach dem Hubraum berechnet. Maßgeblich ist der Steuersatz für Krafträder: 1,84 € je angefangene 25 cm³ Hubraum. CO₂-Werte, Euro-Abgasnormen oder Umweltplaketten spielen bei klassischen Motorrädern mit Hubkolbenmotor steuerlich keine Rolle.

Steuerfrei bleiben insbesondere viele Leichtkrafträder bis 125 cm³ und höchstens 11 kW sowie bestimmte Kleinkrafträder. Für reine Elektro-Motorräder gelten besondere Steuervergünstigungen. Außerdem kann ein Saisonkennzeichen die Steuerbelastung reduzieren, weil die Kfz-Steuer nur für den zugelassenen Betriebszeitraum erhoben wird.

Kurzüberblick: Motorräder mit Hubkolbenmotor werden nach Hubraum besteuert. Der Steuersatz beträgt 1,84 € je angefangene 25 cm³. Steuerfreie Leichtkrafträder, reine Elektrofahrzeuge, Oldtimer-Kennzeichen, Saisonkennzeichen sowie Trikes und Quads sind gesondert zu prüfen.

Motorradsteuer-Rechner

Mit dem Motorradsteuer-Rechner können Sie die jährliche Kfz-Steuer für Ihr Motorrad schnell berechnen. Geben Sie einfach den Hubraum in Kubikzentimetern ein. Der Rechner berücksichtigt den gesetzlichen Steuersatz von 1,84 € je angefangene 25 cm³ Hubraum.

Kraftrad/ Motorrad Steuerrechner


Hinweis: Für steuerfreie Leichtkrafträder, Kleinkrafträder, reine Elektro-Motorräder, Oldtimer-Kennzeichen, Saisonkennzeichen und mehrspurige Fahrzeuge wie Trikes oder Quads gelten besondere Regeln. Prüfen Sie daher immer auch die Fahrzeugart in den Zulassungsunterlagen.

Infografik: Motorradsteuer in 6 Schritten berechnen

1. Fahrzeugart prüfen Kraftrad, Leichtkraftrad, Kleinkraftrad, Elektro-Motorrad, Trike oder Quad unterscheiden.
2. Hubraum ablesen Der Hubraum steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I.
3. 25-cm³-Schritte bilden Jeder angefangene 25-cm³-Abschnitt zählt für die Steuerberechnung.
4. Steuersatz anwenden 1,84 € je angefangene 25 cm³ Hubraum.
5. Steuerbefreiung prüfen Leichtkraftrad, Kleinkraftrad, Elektrofahrzeug oder Schwerbehindertenvergünstigung prüfen.
6. Zulassungszeitraum Bei Saisonkennzeichen wird die Steuer nur anteilig für den Betriebszeitraum erhoben.

Berechnung der Motorradsteuer

Die Motorradsteuer ist vergleichsweise einfach zu berechnen. Entscheidend ist der Hubraum. Für jeden angefangenen Abschnitt von 25 cm³ Hubraum fallen 1,84 € Kraftfahrzeugsteuer pro Jahr an.

Formel:
Motorradsteuer = aufgerundete 25-cm³-Einheiten × 1,84 €
Beispiel: 1.000 cm³ ÷ 25 = 40 Einheiten × 1,84 € = 73,60 €

Die festzusetzende Jahressteuer wird in der Praxis auf volle Euro abgerundet. Bei einem Motorrad mit 1.000 cm³ Hubraum ergibt sich daher eine Jahressteuer von 73 €.

Hubraum Berechnung Rechnerischer Betrag Festgesetzte Jahressteuer
250 cm³ 10 × 1,84 € 18,40 € 18 €
600 cm³ 24 × 1,84 € 44,16 € 44 €
1.000 cm³ 40 × 1,84 € 73,60 € 73 €
1.200 cm³ 48 × 1,84 € 88,32 € 88 €
1.250 cm³ 50 × 1,84 € 92,00 € 92 €

Kfz-Steuersatz für Motorräder

  • 1,84 € je angefangene 25 cm³ Hubraum
  • keine CO₂-Komponente wie bei Pkw
  • keine Unterscheidung nach Euro-Abgasnorm
  • keine Bedeutung der Umweltplakette für die Motorradsteuer
  • Steuerpflicht grundsätzlich ab Zulassung
Wichtig: Bei genau 125 cm³ kommt es auf die Fahrzeugart an. Ein Leichtkraftrad mit höchstens 125 cm³ und höchstens 11 kW ist regelmäßig steuerfrei. Ist das Fahrzeug dagegen kein steuerfreies Leichtkraftrad, ist die Kraftrad-Besteuerung gesondert zu prüfen.

Kfz-Steuer-Rechner des Bundesfinanzministeriums

Steuerfreie Leichtkrafträder und Kleinkrafträder

Bestimmte Zweiräder sind von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Das betrifft insbesondere Leichtkrafträder und Kleinkrafträder, wenn die technischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Fahrzeugart Typische technische Merkmale Kfz-Steuer
Leichtkraftrad mehr als 50 cm³ bis höchstens 125 cm³ und höchstens 11 kW regelmäßig steuerfrei
Kleinkraftrad bis 50 cm³ und bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit regelmäßig bis 45 km/h regelmäßig steuerfrei
S-Pedelec / schnelleres E-Zweirad Einordnung nach Fahrzeugklasse, Leistung und Zulassung prüfen Einzelfallprüfung

Auch steuerfreie Zweiräder können versicherungs- und kennzeichenpflichtig sein. Die Steuerfreiheit bedeutet daher nicht, dass keine Zulassungs-, Versicherungs- oder Halterpflichten bestehen.

Elektro-Motorräder und Steuerbefreiung

Reine Elektro-Motorräder können als Elektrofahrzeuge von der Kraftfahrzeugsteuer befreit sein. Die Steuerbefreiung gilt für begünstigte Elektrofahrzeuge für bis zu zehn Jahre ab erstmaliger Zulassung, längstens jedoch bis zum gesetzlichen Endzeitpunkt. Nach Ablauf der Befreiung wird die Steuer für reine Elektrofahrzeuge grundsätzlich um 50 % ermäßigt.

Fahrzeug Steuerliche Behandlung
Reines Elektro-Motorrad Steuerbefreiung nach den Regeln für Elektrofahrzeuge möglich.
Nachträglich zum Elektrofahrzeug umgerüstetes Motorrad Steuerbefreiung kann bei Einhaltung der gesetzlichen Voraussetzungen ebenfalls in Betracht kommen.
Hybrid-Motorrad Keine vollständige Elektrofahrzeug-Befreiung, wenn kein reines Elektrofahrzeug vorliegt.
Praxis-Tipp: Bei Elektro-Motorrädern sollte die Fahrzeugart und der Antrieb in den Zulassungsunterlagen geprüft werden. Maßgeblich ist die steuerliche Einordnung als reines Elektrofahrzeug.

Saisonkennzeichen als Steuertipp

Viele Motorräder werden nur in den warmen Monaten genutzt. Ein Saisonkennzeichen kann die Kfz-Steuer reduzieren, weil die Steuer nur für den zugelassenen Betriebszeitraum erhoben wird. Außerhalb der Saison darf das Fahrzeug nicht im öffentlichen Straßenverkehr genutzt und nicht auf öffentlichen Straßen abgestellt werden.

Beispiel Saisonkennzeichen

Jahressteuer Saison Steuerbetrag
73 € April bis Oktober = 7 Monate 73 € × 7/12 = ca. 42 €

Oldtimer-Motorräder und H-Kennzeichen

Für Oldtimer-Motorräder mit historischem Kennzeichen kann statt der normalen Hubraumbesteuerung eine pauschale Oldtimersteuer gelten. Bei Krafträdern mit Oldtimerkennzeichen beträgt die Jahressteuer 46,02 €. Das kann sich bei hubraumstarken Motorrädern lohnen, bei kleineren Motorrädern aber auch ungünstiger sein als die normale Hubraumbesteuerung.

Fall Normale Motorradsteuer Oldtimersteuer Bewertung
250 cm³ 18 € 46,02 € H-Kennzeichen steuerlich teurer.
1.000 cm³ 73 € 46,02 € H-Kennzeichen steuerlich günstiger.

Trikes, Quads und Sonderfahrzeuge

Trikes, Quads und andere mehrspurige Fahrzeuge werden steuerlich nicht automatisch wie klassische Motorräder behandelt. Entscheidend ist die verkehrsrechtliche Fahrzeugklasse und die konkrete Einordnung in den Fahrzeugpapieren.

Einspurige Krafträder

  • klassische Motorräder
  • Besteuerung nach Hubraum
  • 1,84 € je angefangene 25 cm³
  • keine CO₂-Komponente

Mehrspurige Fahrzeuge

  • Trikes
  • Quads
  • Leichtfahrzeuge
  • Pkw- oder Nutzfahrzeugbesteuerung möglich
Wichtig: Verlassen Sie sich bei Trikes und Quads nicht auf die Bezeichnung im Alltag. Maßgeblich sind die Zulassungsdaten und die steuerliche Fahrzeugart.

Motorrad privat oder betrieblich nutzen

Die Kfz-Steuer ist nur ein Teil der steuerlichen Betrachtung. Wird ein Motorrad betrieblich genutzt, stellt sich zusätzlich die Frage, ob Anschaffungskosten, Leasingraten, laufende Kosten, Versicherung, Reparaturen und Kfz-Steuer steuerlich abziehbar sind.

Sachverhalt Steuerliche Einordnung
Rein private Nutzung Keine steuerliche Abziehbarkeit der laufenden Kosten.
Betriebliche Nutzung mit Nachweis Betriebsausgabenabzug möglich, soweit betriebliche Veranlassung nachgewiesen wird.
Gemischte Nutzung Privatanteil ist auszuscheiden; Fahrtenbuch oder nachvollziehbare Aufzeichnungen empfehlenswert.
Motorrad mit starkem Freizeitbezug Erhöhte Nachweisanforderungen; Privatveranlassung wird häufig kritisch geprüft.
Überlassung durch Arbeitgeber Geldwerter Vorteil und lohnsteuerliche Behandlung prüfen.
Praxis-Tipp: Bei betrieblicher Motorradnutzung sollte ein Fahrtenbuch geführt oder mindestens eine belastbare Nutzungsdokumentation erstellt werden. Gerade bei hochwertigen Freizeitmotorrädern prüft das Finanzamt die betriebliche Veranlassung kritisch.

Pendlerpauschale mit dem Motorrad

Für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte kann auch bei Nutzung eines Motorrads die Entfernungspauschale angesetzt werden. Maßgeblich ist die einfache Entfernung, nicht die tatsächlich gefahrene Strecke. Die Pauschale gilt verkehrsmittelunabhängig, soweit keine besonderen Ausnahmen greifen.

Weitere Informationen: Pendlerpauschale berechnen

SEPA-Lastschriftmandat und Zulassung

Für die Zulassung eines Motorrads ist regelmäßig ein SEPA-Lastschriftmandat für die Kraftfahrzeugsteuer erforderlich. Das Mandat wird bei der Zulassungsbehörde oder über das Online-Portal abgegeben. Die Kfz-Steuer wird grundsätzlich für zwölf Monate im Voraus erhoben; bei Saisonkennzeichen erfolgt die Erhebung anteilig für den Betriebszeitraum.

Checkliste: Motorradsteuer richtig prüfen

  1. Fahrzeugart in der Zulassungsbescheinigung prüfen.
  2. Hubraum in cm³ ablesen.
  3. Prüfen, ob steuerfreies Leichtkraftrad oder Kleinkraftrad vorliegt.
  4. Bei reinem Elektro-Motorrad Steuerbefreiung prüfen.
  5. Bei Oldtimer-Motorrad H-Kennzeichen und Pauschalsteuer vergleichen.
  6. Bei Trike oder Quad steuerliche Fahrzeugart gesondert prüfen.
  7. Bei Saisonkennzeichen anteilige Steuer berechnen.
  8. Bei betrieblicher Nutzung Fahrten und Zweckbestimmung dokumentieren.
  9. SEPA-Lastschriftmandat für Zulassung bereithalten.

Häufige Fragen zur Motorradsteuer

Wie wird die Kfz-Steuer für Motorräder berechnet?

Die Motorradsteuer wird nach dem Hubraum berechnet. Der Steuersatz beträgt 1,84 € je angefangene 25 cm³ Hubraum.

Spielt der CO₂-Ausstoß bei Motorrädern eine Rolle?

Nein. Anders als bei Pkw wird die Kfz-Steuer für klassische Motorräder mit Hubkolbenmotor nicht nach CO₂-Ausstoß berechnet, sondern nach Hubraum.

Ist ein Motorrad mit 125 cm³ steuerfrei?

Ein Leichtkraftrad mit höchstens 125 cm³ und höchstens 11 kW ist regelmäßig steuerfrei. Entscheidend sind die technische Einordnung und die Fahrzeugdaten.

Muss ich Motorradsteuer zahlen, wenn ich im Winter nicht fahre?

Ja, solange das Motorrad zugelassen ist. Ein Saisonkennzeichen oder eine Außerbetriebsetzung kann die Steuer für nicht genutzte Zeiträume reduzieren oder vermeiden.

Wie funktioniert die Motorradsteuer beim Saisonkennzeichen?

Bei einem Saisonkennzeichen wird die Jahressteuer nur anteilig für die zugelassenen Monate erhoben. Außerhalb des Saisonzeitraums darf das Motorrad nicht im öffentlichen Verkehr genutzt werden.

Sind Elektro-Motorräder von der Kfz-Steuer befreit?

Reine Elektro-Motorräder können als Elektrofahrzeuge steuerbefreit sein. Die Befreiung gilt bei begünstigter Erstzulassung für bis zu zehn Jahre; anschließend kommt eine Ermäßigung in Betracht.

Wie werden Oldtimer-Motorräder besteuert?

Für Motorräder mit historischem Kennzeichen kann eine pauschale Jahressteuer von 46,02 € gelten. Bei kleinen Hubräumen kann die normale Hubraumbesteuerung günstiger sein.

Kann ich Motorradkosten betrieblich absetzen?

Ja, soweit das Motorrad tatsächlich betrieblich genutzt wird und die betriebliche Veranlassung nachgewiesen werden kann. Bei gemischter Nutzung ist der private Anteil auszuscheiden.

Wer zieht die Motorradsteuer ein?

Die Kraftfahrzeugsteuer wird durch die Zollverwaltung erhoben. Für die Zulassung ist regelmäßig ein SEPA-Lastschriftmandat erforderlich.

Weitere Informationen und Steuerrechner

Weitere hilfreiche Informationen und Rechner:

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle steuerliche oder zulassungsrechtliche Beratung. Die konkrete Kfz-Steuer hängt von Fahrzeugart, Hubraum, Antrieb, Zulassung, Steuerbefreiungen, Saisonzeitraum und den Angaben in den Fahrzeugpapieren ab.


Haftungsausschluss: Die auf dieser Webseite bereitgestellten Informationen und Inhalte wurden mit großer Sorgfalt erstellt. Dennoch können wir keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität übernehmen. Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle steuerliche Beratung. Für eine persönliche Beratung und maßgeschneiderte Lösungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.





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