Rechtsstand: 29.06.2026 MOSS · OSS · One-Stop-Shop · Umsatzsteuer · digitale Dienstleistungen · Fernverkäufe · § 18j UStG

MOSS-Verfahren: Seit 2021 gilt der One-Stop-Shop für die Umsatzsteuer

MOSS-Verfahren wurde durch OSS One-Stop-Shop Umsatzsteuer ersetzt

Das MOSS-Verfahren war der Vorläufer des heutigen One-Stop-Shop-Verfahrens (OSS). Seit dem 1. Juli 2021 wird die Umsatzsteuer für viele grenzüberschreitende B2C-Umsätze in der EU nicht mehr über MOSS, sondern über OSS beziehungsweise IOSS erklärt. Betroffen sind insbesondere digitale Dienstleistungen, Online-Kurse, Downloads, Streaming, Apps, E-Books, innergemeinschaftliche Fernverkäufe und bestimmte Plattformumsätze.

MOSS und OSS: Das Wichtigste auf einen Blick

MOSS-Verfahren und heutiger One-Stop-Shop
Thema Regel 2026 Praxis-Hinweis
MOSS Seit 01.07.2021 abgelöst. Nur noch historisch relevant, etwa für Altzeiträume bis 30.06.2021.
OSS Zentrale Umsatzsteuererklärung für bestimmte B2C-Umsätze in anderen EU-Staaten. In Deutschland über das BZSt-Online-Portal.
Betroffene Umsätze Digitale Dienstleistungen, sonstige B2C-Leistungen in anderen EU-Staaten, innergemeinschaftliche Fernverkäufe und Plattformfälle. OSS ist deutlich breiter als MOSS.
10.000-€-Schwelle EU-weite Bagatellgrenze für bestimmte grenzüberschreitende B2C-Umsätze. Bei Überschreiten: Besteuerung im Verbrauchsland oder freiwillige Option.
OSS-Erklärung Regelmäßig quartalsweise. Abgabe und Zahlung bis zum letzten Tag des Folgemonats.
IOSS Einfuhr-Fernverkäufe aus Drittstaaten bis 150 € Sachwert. Monatliches Verfahren, gesondert vom OSS.
Die Grafik zeigt die Prüfung von B2B/B2C, elektronischer Dienstleistung, Fernverkauf, 10.000-Euro-Schwelle, OSS und IOSS. OSS-Umsatzsteuercheck Kunde? B2B oder B2C? Umsatz? Download, Kurs, Fernverkauf? Land? Verbrauchsort, 10.000 €? Verfahren OSS, IOSS, lokal melden Merksatz: MOSS ist Geschichte – entscheidend ist heute die richtige OSS-Regelung Kundenstatus, Leistungsort, Steuersatz, Nachweise und Fristen müssen im Shop-System stimmen

Was war das MOSS-Verfahren?

MOSS steht für „Mini-One-Stop-Shop“. Das Verfahren vereinfachte seit 2015 die Umsatzsteuer für Telekommunikations-, Rundfunk-, Fernseh- und elektronisch erbrachte Dienstleistungen an Privatkunden in anderen EU-Staaten. Unternehmen konnten die ausländische Umsatzsteuer zentral über einen Mitgliedstaat erklären, statt sich in jedem Verbrauchsland einzeln registrieren zu müssen.

Historische Einordnung: MOSS war eng auf digitale B2C-Dienstleistungen zugeschnitten. Seit 01.07.2021 wurde MOSS durch OSS ersetzt und auf weitere B2C-Umsätze ausgeweitet.

Was ist heute der One-Stop-Shop?

Der One-Stop-Shop ist ein besonderes Besteuerungsverfahren für bestimmte grenzüberschreitende B2C-Umsätze. Er ermöglicht registrierten Unternehmern, Umsatzsteuer für mehrere EU-Mitgliedstaaten zentral über eine einzige elektronische Erklärung zu melden und zu zahlen. In Deutschland ist hierfür das Bundeszentralamt für Steuern zuständig.

MOSS versus OSS
Merkmal MOSS bis 30.06.2021 OSS seit 01.07.2021
Anwendungsbereich Digitale B2C-Dienstleistungen, Telekommunikation, Rundfunk/Fernsehen. Digitale B2C-Leistungen, sonstige B2C-Leistungen, Fernverkäufe und bestimmte Plattformfälle.
Warenlieferungen Nicht erfasst. Innergemeinschaftliche Fernverkäufe können erfasst sein.
Importe aus Drittstaaten Nicht über MOSS. IOSS für Sendungen bis 150 € Sachwert.
Deutsche Anlaufstelle BZSt. BZSt.
SEO-Folge Suchbegriff bleibt relevant. Seite sollte auf OSS weiterleiten und erklären.
Steuer-Tipp: Lassen Sie „MOSS-Verfahren“ im Text als Suchbegriff stehen, aber erklären Sie direkt am Anfang, dass für aktuelle Umsätze OSS oder IOSS gilt.

Was sind elektronische Dienstleistungen?

Elektronisch erbrachte Dienstleistungen sind Leistungen, die über das Internet oder ein elektronisches Netz erbracht werden, im Wesentlichen automatisiert erfolgen, nur minimale menschliche Beteiligung erfordern und ohne Informationstechnologie nicht möglich wären. Nicht jede Online-Bestellung ist deshalb automatisch eine elektronische Dienstleistung.

Beispiele für elektronische Dienstleistungen
Leistung Elektronische Dienstleistung? Hinweis
Software-Download / App-Download Ja. Digitale Bereitstellung ohne körperlichen Datenträger.
E-Book, PDF, digitale Fachinformation Ja. Digitale Inhalte sind typischer OSS-Anwendungsfall.
Streaming von Musik, Video oder Games Ja. Automatisierte Online-Nutzung.
Cloud-Speicher / SaaS Regelmäßig ja. Abgrenzung bei individueller Beratungsleistung prüfen.
Online-Kurs als reiner Download Regelmäßig ja. Automatisierte Kursplattform.
Live-Webinar mit individueller Interaktion Nicht automatisch. Je nach Ausgestaltung sonstige Leistung, Unterricht oder elektronische Dienstleistung.
Online-Bestellung einer DVD oder eines Buchs Nein. Es handelt sich um Warenlieferung, nicht um elektronische Dienstleistung.
Achtung: Entscheidend ist nicht, ob der Vertrag online abgeschlossen wird, sondern ob die Leistung selbst digital und automatisiert erbracht wird.

Leistungsort bei B2B und B2C: Wer zahlt wo Umsatzsteuer?

Der Leistungsort entscheidet, in welchem Staat die Umsatzsteuer entsteht. Bei B2B-Leistungen gilt grundsätzlich der Sitz des Leistungsempfängers. Bei bestimmten B2C-Leistungen, insbesondere elektronischen Dienstleistungen, Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehleistungen, ist regelmäßig der Wohnsitz oder gewöhnliche Aufenthaltsort des privaten Kunden maßgeblich.

Leistungsort bei digitalen Leistungen
Kunde Grundregel Praxisfolge
B2B-Kunde mit USt-IdNr. Leistungsort beim Unternehmerkunden. Reverse-Charge-Prüfung und Zusammenfassende Meldung beachten.
Privatkunde in Deutschland Deutsche Umsatzsteuer. Inländischer Umsatz, nicht über OSS für andere Staaten.
Privatkunde in anderem EU-Staat Verbrauchslandprinzip, soweit keine Bagatellregel greift. Ausländischer Steuersatz, Erklärung über OSS möglich.
Privatkunde im Drittland Gesonderte Prüfung nach nationalem und ausländischem Recht. OSS gilt nur für EU-Verbrauchsumsätze.
Praxis-Tipp: Ihr Shop sollte B2B und B2C sauber trennen: USt-IdNr.-Prüfung, Rechnungsadresse, Liefer-/Nutzungsland, IP-/Zahlungsdaten und Steuersatzlogik gehören in den Checkout-Prozess.

10.000-€-Schwelle: Wann darf noch im Sitzland versteuert werden?

Für EU-ansässige Kleinstunternehmen gibt es eine unionsweite 10.000-€-Schwelle. Sie betrifft bestimmte grenzüberschreitende B2C-Umsätze, insbesondere Telekommunikations-, Rundfunk-, Fernseh- und elektronische Dienstleistungen sowie innergemeinschaftliche Fernverkäufe. Wird die Schwelle nicht überschritten und nicht freiwillig auf die Vereinfachung verzichtet, kann die Besteuerung im Ansässigkeitsstaat in Betracht kommen.

10.000-€-Schwelle im Überblick
Frage Antwort Praxis-Hinweis
Gilt die Schwelle je Land? Nein, unionsweit kumuliert. Alle betroffenen EU-B2C-Umsätze zusammenrechnen.
Gilt sie nur für digitale Leistungen? Nein, auch für bestimmte innergemeinschaftliche Fernverkäufe. Shop-Umsätze und digitale Umsätze gemeinsam prüfen.
Kann freiwillig zum Verbrauchsland gewechselt werden? Ja, Option möglich. Dann OSS-Registrierung und ausländische Steuersätze beachten.
Was passiert beim Überschreiten? Besteuerung im Verbrauchsland. OSS-Registrierung möglichst vorher planen.
Achtung: Die 10.000-€-Schwelle ersetzt nicht die Kleinunternehmerregelung. Kleinunternehmer können durch grenzüberschreitende B2C-Umsätze trotzdem OSS- oder Auslandsregistrierungsfragen auslösen.

EU-Regelung, Nicht-EU-Regelung und Import-One-Stop-Shop

OSS ist kein einheitliches Verfahren für jeden Fall. Je nach Unternehmenssitz und Umsatzart kommen unterschiedliche Sonderregelungen in Betracht.

Welche OSS-Regelung passt?
Regelung Rechtsgrundlage Typische Fälle
OSS EU-Regelung § 18j UStG EU-Unternehmer mit innergemeinschaftlichen Fernverkäufen oder B2C-Leistungen in anderen EU-Staaten.
OSS Nicht-EU-Regelung § 18i UStG Nicht in der EU ansässige Unternehmer mit sonstigen Leistungen an Privatkunden in der EU.
IOSS § 18k UStG Fernverkäufe von aus Drittstaaten eingeführten Waren in Sendungen bis 150 € Sachwert.
Lokale Registrierung Nationales Recht des Verbrauchsstaats. Wenn OSS nicht anwendbar ist oder nicht genutzt wird.
Einfach erklärt: MOSS war „Mini“. OSS ist die größere Lösung für EU-B2C-Umsätze. IOSS ist die Import-Sonderlösung für Kleinsendungen aus Drittstaaten.

Registrierung beim BZSt: Wann und wie?

In Deutschland erfolgt die Registrierung für OSS über das BZSt-Online-Portal. Die Teilnahme ist grundsätzlich freiwillig. Wer OSS nicht nutzt, muss die Umsatzsteuerpflichten im jeweiligen Verbrauchsmitgliedstaat erfüllen, sofern dort Steuer entsteht.

Registrierung und Teilnahme
Punkt Regel Hinweis
Deutsche Unternehmer Registrierung beim BZSt. BZSt-Online-Portal und Zertifikat einplanen.
Teilnahmebeginn Regelmäßig ab Beginn eines Kalendervierteljahres. Vor Beginn der OSS-pflichtigen Umsätze vorbereiten.
Einheitlichkeit OSS gilt für alle unter die jeweilige Sonderregelung fallenden Umsätze. Kein Rosinenpicken nach Ländern.
Änderungen Registrierungsdaten müssen aktuell gehalten werden. Fristen für Änderungsmitteilungen beachten.
Abmeldung Elektronisch über das BZSt. Folgen für Auslandsregistrierungen prüfen.
Steuer-Tipp: Registrieren Sie sich nicht erst nach Überschreiten der Schwelle. Preislogik, Ländersteuersätze und Buchhaltung sollten vorher getestet werden.

OSS-Erklärung, Zahlung und Fristen

Die OSS-Erklärung für die EU-Regelung ist grundsätzlich quartalsweise abzugeben. Die Erklärung und die Zahlung müssen bis zum letzten Tag des Monats erfolgen, der auf den Besteuerungszeitraum folgt. Eine Dauerfristverlängerung wie bei der Umsatzsteuervoranmeldung ist für OSS nicht das praktische Leitmodell.

OSS-Fristen 2026
Zeitraum Abgabe- und Zahlungsfrist Hinweis
1. Quartal 2026 30.04.2026 Umsätze Januar bis März.
2. Quartal 2026 31.07.2026 Umsätze April bis Juni.
3. Quartal 2026 31.10.2026 Umsätze Juli bis September.
4. Quartal 2026 31.01.2027 Umsätze Oktober bis Dezember.
IOSS Monatlich. Gesondertes Importverfahren; nicht mit quartalsweisem OSS verwechseln.
Achtung / korrigiert: Die alte MOSS-Frist „20. Tag nach Quartalsende“ ist für die aktuelle OSS-Seite zu aktualisieren. Bei der EU-Regelung nach § 18j UStG gilt die Monatsfrist bis zum letzten Tag des Folgemonats.

Rechnung, Steuersätze und Checkout richtig einstellen

OSS vereinfacht die Erklärung, nimmt Ihnen aber nicht die Steuerberechnung ab. Sie müssen den zutreffenden Umsatzsteuersatz des Verbrauchsstaats anwenden, den Kundenstatus bestimmen und Ihre Umsätze nach Mitgliedstaaten und Steuersätzen auswerten können.

Technische Umsetzung im Shop
Bereich Was muss funktionieren? Risiko
Kundenstatus B2B/B2C trennen, USt-IdNr. prüfen. Falscher Steuerschuldner oder falscher Steuersatz.
Verbrauchsland Wohnsitz, gewöhnlicher Aufenthalt oder Lieferland bestimmen. Umsatzsteuer im falschen Mitgliedstaat.
Steuersatz Regelsteuersatz und ermäßigte Steuersätze je Mitgliedstaat pflegen. Falsche Brutto- oder Nettopreise.
Bruttopreise Preisstrategie für unterschiedliche EU-Steuersätze festlegen. Marge schwankt je Land.
Buchhaltung Umsätze nach Land, Steuersatz und Verfahren auswerten. OSS-Erklärung nicht plausibel erstellbar.
Retouren / Gutschriften Korrekturen dem richtigen Zeitraum und Land zuordnen. Fehlerhafte Berichtigungen.
Praxis-Tipp: Testen Sie vor Livegang mindestens fünf Länderfälle: Deutschland, EU-Privatkunde, EU-Unternehmer mit USt-IdNr., Drittlandskunde und Erstattung/Refund.

Aufzeichnungen und Aufbewahrung bei OSS

OSS-Umsätze müssen so aufgezeichnet werden, dass sie elektronisch geprüft werden können. Erforderlich sind insbesondere Umsatzart, Mitgliedstaat des Verbrauchs, Bemessungsgrundlage, Steuersatz, Steuerbetrag, Zahlungsinformationen, Berichtigungen und Nachweise zum Kundenort.

Wichtige OSS-Aufzeichnungen
Nachweis Warum wichtig? Praxis-Hinweis
Verbrauchsland Bestimmt den Steuersatz und Mitgliedstaat. Zwei nicht widersprüchliche Beweismittel dokumentieren.
Umsatzart Digitale Leistung, sonstige Leistung, Fernverkauf oder Import. OSS/IOSS-Abgrenzung erforderlich.
Steuersatz Steuerberechnung je Land. Steuersatzänderungen versionieren.
Kundenstatus B2B oder B2C. USt-IdNr.-Prüfung archivieren.
Zahlung und Refund Korrektur und Plausibilität. Payment-Provider-Daten sichern.
Berichtigungen OSS-Korrekturen erfolgen in späteren Erklärungen. Ursprungszeitraum und Korrekturgrund dokumentieren.

Typische Fehler bei MOSS-/OSS-Umsätzen

Häufige OSS-Fehler
Fehler Folge Besser so
MOSS-Begriff unverändert verwenden Veralteter Rechtsstand. Seite auf OSS/IOSS umstellen und MOSS historisch erklären.
20-Tage-Frist aus MOSS übernehmen Falsche Fristendarstellung. OSS-Frist: letzter Tag des Folgemonats.
Digitale Leistung und Warenlieferung verwechseln Falsches Verfahren. Elektronische Dienstleistung, Fernverkauf und IOSS trennen.
10.000-€-Schwelle je Land anwenden Zu spätes Wechseln ins Verbrauchsland. EU-weit kumuliert überwachen.
USt-IdNr. nicht prüfen B2B/B2C falsch eingeordnet. Validierung und Archivierung im Checkout.
Falsche Steuersätze im Shop Margenverlust oder Steuernachzahlung. Steuersatzdaten regelmäßig aktualisieren.
OSS und nationale USt-Erklärung vermischen Doppelerfassung oder Lücken. OSS-Umsätze getrennt buchen und abstimmen.
Achtung: OSS ist nur ein Melde- und Zahlungsverfahren. Es entscheidet nicht automatisch, ob ein Umsatz steuerbar, steuerpflichtig, steuerfrei, B2B oder B2C ist.

Checkliste: OSS statt MOSS richtig umsetzen

  1. Alte MOSS-Hinweise auf Rechtsstand 2026 aktualisieren.
  2. Umsätze nach B2B und B2C trennen.
  3. Elektronische Dienstleistungen von Warenlieferungen und Live-Leistungen abgrenzen.
  4. Innergemeinschaftliche Fernverkäufe einbeziehen.
  5. 10.000-€-Schwelle EU-weit überwachen.
  6. OSS EU-Regelung, Nicht-EU-Regelung oder IOSS bestimmen.
  7. BZSt-Registrierung und Teilnahmezeitpunkt prüfen.
  8. Steuersätze aller betroffenen EU-Staaten im Shop pflegen.
  9. Kundenort mit geeigneten Belegen dokumentieren.
  10. OSS-Umsätze nach Land, Steuersatz und Zeitraum buchen.
  11. Nullmeldungen und Quartalsfristen im Kalender hinterlegen.
  12. IOSS-Monatsfristen getrennt verwalten.
  13. Korrekturen und Refunds dem Ursprungszeitraum zuordnen.
  14. OSS nicht mit der deutschen Umsatzsteuervoranmeldung vermischen.
  15. Verfahrensdokumentation für Shop, Checkout, Steuersatzlogik und Buchhaltung erstellen.

OSS, IOSS oder digitale Dienstleistungen steuerlich prüfen?

Wir prüfen, ob Ihre Umsätze unter OSS oder IOSS fallen, wie Ihr Checkout steuerlich eingestellt werden muss, welche EU-Steuersätze anzuwenden sind und wie Sie MOSS-Alttexte, Rechnungsstellung, Buchhaltung und OSS-Erklärung rechtssicher strukturieren.

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FAQ: MOSS-Verfahren und OSS

Gibt es das MOSS-Verfahren noch?

Für aktuelle Umsätze nein. Das MOSS-Verfahren wurde zum 01.07.2021 durch den One-Stop-Shop ersetzt. MOSS ist nur noch für historische Zeiträume relevant.

Was ist der Unterschied zwischen MOSS und OSS?

MOSS betraf vor allem digitale B2C-Dienstleistungen. OSS ist breiter und erfasst zusätzlich unter anderem innergemeinschaftliche Fernverkäufe und weitere B2C-Leistungen in anderen EU-Staaten.

Wer muss OSS nutzen?

OSS ist grundsätzlich freiwillig. Wer OSS nicht nutzt, muss sich aber in den Verbrauchsstaaten registrieren, wenn dort Umsatzsteuer entsteht.

Welche Frist gilt für die OSS-Erklärung?

Die OSS-Erklärung ist für die EU-Regelung grundsätzlich quartalsweise bis zum letzten Tag des Monats abzugeben, der auf den Besteuerungszeitraum folgt. Die Zahlung ist ebenfalls bis dahin zu leisten.

Gilt OSS auch für E-Books, Downloads und Online-Kurse?

Ja, wenn es sich um elektronisch erbrachte Dienstleistungen an Privatkunden in anderen EU-Staaten handelt und die Voraussetzungen des OSS-Verfahrens erfüllt sind.

Was ist der Import-One-Stop-Shop?

Der Import-One-Stop-Shop ist ein gesondertes Verfahren für bestimmte Fernverkäufe aus dem Drittlandsgebiet in Sendungen mit einem Sachwert von höchstens 150 €.

Gilt die 10.000-€-Schwelle je EU-Land?

Nein. Die 10.000-€-Schwelle ist unionsweit zu betrachten und umfasst bestimmte grenzüberschreitende B2C-Umsätze.

Ersetzt OSS die deutsche Umsatzsteuererklärung?

Nein. OSS erfasst nur bestimmte grenzüberschreitende Umsätze. Inländische Umsätze, Vorsteuer und andere Sachverhalte bleiben in den nationalen Umsatzsteuererklärungen zu behandeln.

Quellenverzeichnis

  1. § 3a UStG – Ort der sonstigen Leistung, insbesondere B2B-Grundregel und B2C-Sonderregeln für Telekommunikations-, Rundfunk-, Fernseh- und elektronische Dienstleistungen; Rechtsstand: 29.06.2026.
  2. § 3c UStG – Ort der Lieferung bei innergemeinschaftlichen Fernverkäufen und Einfuhr-Fernverkäufen; Rechtsstand: 29.06.2026.
  3. § 18i UStG – Besonderes Besteuerungsverfahren für von nicht im Gemeinschaftsgebiet ansässigen Unternehmern erbrachte sonstige Leistungen; Rechtsstand: 29.06.2026.
  4. § 18j UStG – Besonderes Besteuerungsverfahren für innergemeinschaftliche Fernverkäufe, bestimmte Lieferungen über elektronische Schnittstellen und sonstige Leistungen; Rechtsstand: 29.06.2026.
  5. § 18k UStG – Besonderes Besteuerungsverfahren für Fernverkäufe aus dem Drittlandsgebiet eingeführter Gegenstände in Sendungen mit einem Sachwert von höchstens 150 €; Rechtsstand: 29.06.2026.
  6. § 22 UStG – Aufzeichnungspflichten, Bedeutung für OSS-/IOSS-Umsätze; Rechtsstand: 29.06.2026.
  7. Durchführungsverordnung (EU) Nr. 282/2011, Art. 7 – Definition elektronisch erbrachter Dienstleistungen als über Internet oder elektronisches Netz erbrachte, im Wesentlichen automatisierte Leistungen mit minimaler menschlicher Beteiligung.
  8. Richtlinie (EU) 2017/2455 und Richtlinie (EU) 2019/1995 – unionsrechtliche Grundlage der E-Commerce-Neuregelungen und OSS-Ausweitung ab 01.07.2021.
  9. Bundeszentralamt für Steuern – One-Stop-Shop, EU-Regelung; Registrierung, Änderungen und elektronische Abwicklung über das BZSt-Online-Portal; Stand: 29.06.2026.
  10. Bundeszentralamt für Steuern – Import-One-Stop-Shop; Verfahren für Einfuhr-Fernverkäufe bis 150 € Sachwert; Stand: 29.06.2026.
  11. BMF / Umsatzsteuer-Anwendungserlass – aktuelle Verwaltungsauffassung zum Leistungsort, OSS, IOSS, Fernverkäufen und elektronischen Dienstleistungen; Stand: 29.06.2026.
  12. Europäische Kommission – VAT One Stop Shop und EU-VAT-Regelungen für grenzüberschreitende B2C-Umsätze; Stand: 29.06.2026.

Dieser Beitrag stellt keine individuelle steuerliche Beratung dar und ersetzt nicht das Gespräch mit einem Steuerberater.

Rechtsgrundlagen zum Thema: OSS-Verfahren

AEAO 
AEAO Zu § 233a Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen:


Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:


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