Arbeitgeberdarlehen 2026: Geldwerten Vorteil und Steuer berechnen
Ein Arbeitgeberdarlehen kann die Finanzierung einer Immobilie, eines Autos oder anderer Anschaffungen erleichtern. Wird das Darlehen zinslos oder zinsverbilligt gewährt, kann allerdings ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil entstehen. Erfahren Sie, wann die 2.600-Euro-Grenze gilt, wie die 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze funktioniert und wie Sie den Zinsvorteil richtig berechnen.
Was ist ein Arbeitgeberdarlehen?
Ein Arbeitgeberdarlehen liegt vor, wenn ein Arbeitgeber oder ein Dritter aufgrund des Dienstverhältnisses einem Arbeitnehmer Geld auf Grundlage eines Darlehensvertrags überlässt. Anders als bei einer Gehaltszahlung besteht eine Rückzahlungspflicht.
Die ordnungsgemäß rückzahlbare Darlehenssumme ist grundsätzlich kein Arbeitslohn. Der steuerlich relevante Vorteil kann jedoch in der Ersparnis marktüblicher Zinsen liegen. Quelle: BMF vom 19.05.2015, Rz. 1–3; § 19 Abs. 1 EStG.
Abgrenzung zum Gehaltsvorschuss
Ein bloßer Lohnabschlag oder Gehaltsvorschuss ist kein Arbeitgeberdarlehen, wenn lediglich der Auszahlungstermin des Arbeitslohns geändert wird. Reisekostenvorschüsse und vorschüssiger Auslagenersatz sind ebenfalls abzugrenzen. Vorschüsse im öffentlichen Dienst nach den einschlägigen Vorschussrichtlinien gelten dagegen als Arbeitgeberdarlehen. Quelle: BMF vom 19.05.2015, Rz. 2.
Wann ist ein Arbeitgeberdarlehen steuerfrei?
Für die Besteuerung des Zinsvorteils sind insbesondere zwei Freigrenzen und – bei geeigneten Arbeitgebern – ein zusätzlicher Freibetrag zu unterscheiden.
| Regelung | Wert 2026 | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Arbeitgeberdarlehensgrenze | 2.600 € | Summe der noch nicht getilgten Darlehen am Ende des Lohnzahlungszeitraums übersteigt die Grenze nicht. |
| Sachbezugsfreigrenze | 50 € pro Monat | Vorteile nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG übersteigen zusammen die monatliche Grenze nicht. |
| Rabattfreibetrag | 1.080 € pro Jahr | Voraussetzungen des § 8 Abs. 3 EStG liegen vor; der Freibetrag gilt für die betreffenden Personalrabatte zusammen. |
Rechtsgrundlagen: BMF vom 19.05.2015, Rz. 4, 10 und 15–18; § 8 Abs. 2 Satz 11 und Abs. 3 EStG.
Wie funktioniert die 2.600-Euro-Grenze?
Übersteigt die Summe der noch nicht getilgten Arbeitgeberdarlehen am Ende des Lohnzahlungszeitraums 2.600 Euro nicht, bleiben die Zinsvorteile nach der Verwaltungsregelung außer Ansatz. Bei höheren Restschulden ist die Bewertung des gesamten Zinsvorteils erforderlich – nicht nur des Anteils oberhalb von 2.600 Euro. BMF vom 19.05.2015, Rz. 4.
Wie funktioniert die 50-Euro-Freigrenze?
Wird der Zinsvorteil nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG bewertet, ist er mit anderen entsprechend zu bewertenden Sachbezügen desselben Kalendermonats zusammenzurechnen. Bei insgesamt höchstens 50 Euro bleibt der Vorteil außer Ansatz. Bei Überschreitung fällt die Freigrenze vollständig weg. § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG.
Infografik: Arbeitgeberdarlehen steuerlich prüfen
Die Grafik vereinfacht das Prüfverfahren nach § 8 EStG und dem BMF-Schreiben vom 19.05.2015.
Geldwerten Vorteil beim Arbeitgeberdarlehen berechnen
Nutzen Sie den kostenlosen Arbeitgeberdarlehen-Rechner. Für eine belastbare Berechnung benötigen Sie die Darlehensrestschuld, den vereinbarten Zinssatz, einen geeigneten Vergleichszinssatz und gegebenenfalls weitere Sachbezüge.
Arbeitgeberdarlehen Rechner: geldwerten Vorteil berechnen
Mit diesem Arbeitgeberdarlehen Rechner ermitteln Sie, ob ein zinsloses oder zinsverbilligtes Darlehen vom Arbeitgeber zu steuerpflichtigem Arbeitslohn führt. Der Rechner berücksichtigt die 2.600-Euro-Grenze, den 4-%-Abschlag auf den Maßstabszinssatz sowie die aktuelle 50-Euro-Freigrenze für Sachbezüge.
Übersteigen die noch nicht getilgten Arbeitgeberdarlehen am Ende des Lohnzahlungszeitraums nicht 2.600 Euro, bleibt der Zinsvorteil regelmäßig außer Ansatz.
Der monatliche Zinsvorteil ist mit anderen Sachbezügen zusammenzurechnen. Wird die Freigrenze überschritten, ist sie vollständig überschritten – es handelt sich nicht um einen Freibetrag.
Als Vergleichswert kommen insbesondere Bundesbank-Zinssätze für vergleichbare Darlehen oder ein belastbarer marktüblicher Zinssatz in Betracht.
Arbeitgeberdarlehen Rechner 2026
Geben Sie die Darlehensdaten ein und starten Sie die Berechnung. Der Rechner prüft die 2.600-Euro-Grenze, den monatlichen Zinsvorteil und die 50-Euro-Freigrenze.
Wie wird der geldwerte Vorteil beim Arbeitgeberdarlehen berechnet?
Ein Arbeitgeberdarlehen ist steuerlich relevant, wenn der Arbeitnehmer durch einen niedrigeren Zinssatz einen Vorteil erhält. Der steuerliche Vorteil ergibt sich vereinfacht aus der Differenz zwischen dem maßgeblichen Vergleichszins und dem tatsächlich vereinbarten Arbeitnehmerzins.
Checkliste: Welche Angaben brauchen Sie?
- Restschuld des Arbeitgeberdarlehens am Ende des Lohnzahlungszeitraums
- vereinbarter effektiver Jahreszinssatz des Arbeitnehmerdarlehens
- vergleichbarer marktüblicher Zinssatz oder Bundesbank-Referenzzinssatz
- Information, ob der pauschale Abschlag von 4 % angewendet werden soll
- weitere Sachbezüge im selben Kalendermonat
- Anzahl der Monate, für die der Vorteil im Kalenderjahr anzusetzen ist
FAQ zum Arbeitgeberdarlehen Rechner
Wann ist ein Arbeitgeberdarlehen steuerpflichtig?
Steuerpflichtig wird es, wenn der Arbeitnehmer einen Zinsvorteil erhält und keine Freigrenze greift. Kleine Darlehen bis 2.600 Euro Restschuld am Ende des Lohnzahlungszeitraums bleiben regelmäßig außer Ansatz.
Gilt die 50-Euro-Grenze nur für das Arbeitgeberdarlehen?
Nein. Der Zinsvorteil ist mit anderen Sachbezügen im Kalendermonat zusammenzurechnen. Erst wenn die Summe die Freigrenze nicht übersteigt, bleibt der Sachbezug steuerfrei.
Was bedeutet der 4-%-Abschlag?
Der Maßstabszinssatz kann unter bestimmten Voraussetzungen pauschal um 4 % gemindert werden. Beispiel: Aus 5,00 % Vergleichszins werden 4,80 % Maßstabszinssatz.
Welcher Vergleichszins ist richtig?
Der Vergleichszins muss zu Kreditart, Laufzeit, Zinsbindung und Sicherheiten passen. In der Praxis werden häufig die von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Referenzzinssätze für vergleichbare Darlehen herangezogen.
Was gilt bei Bankmitarbeitern?
Bei Arbeitgebern, die selbst Darlehen gleicher Art an Dritte vergeben, kann die Bewertung nach § 8 Abs. 3 EStG und der Rabattfreibetrag von 1.080 Euro relevant werden. Diese Sonderfälle sollten gesondert geprüft werden.
Ersetzt der Rechner die Lohnabrechnung?
Nein. Der Rechner liefert eine rechnerische Orientierung. Für die konkrete Lohnabrechnung sind die Vertragsunterlagen, der richtige Vergleichszins und weitere Sachbezüge zu prüfen.
Interne Verlinkungsvorschläge
- Lohnsteuerliche Behandlung von Sachbezügen
- Steuerfreie Arbeitgeberleistungen 2026
- Geldwerter Vorteil: Berechnung und Beispiele
Quellen und Rechtsstand
- § 8 Abs. 2 EStG, Sachbezüge und 50-Euro-Freigrenze, Rechtsstand 2026
- LStH 2026, Anhang 24 IX „Steuerliche Behandlung von Arbeitgeberdarlehen“
- BMF-Schreiben vom 19.05.2015, IV C 5 – S 2334/07/0009, BStBl I 2015, S. 468
- Deutsche Bundesbank, Zinsstatistik „Geldwerter Vorteil für Arbeitgeberdarlehen“, Stand 2026
Dieser Beitrag stellt keine individuelle steuerliche Beratung dar und ersetzt nicht das Gespräch mit einem Steuerberater.
Welcher Zinssatz ist für den geldwerten Vorteil maßgebend?
Maßgebend ist grundsätzlich der Unterschied zwischen dem nach steuerlichen Regeln ermittelten Vergleichszins und dem vom Arbeitnehmer vereinbarten Zinssatz. Vergleichbar müssen insbesondere Kreditart, Laufzeit, Zinsbindung, Beleihung und Tilgungsverrechnung sein. BMF vom 19.05.2015, Rz. 5–9.
Bewertung nach § 8 Abs. 2 EStG
Bei üblichen Arbeitgeberdarlehen außerhalb des Kreditgeschäfts ist dies regelmäßig der relevante Bewertungsweg. Als Vergleich können geeignete Marktkonditionen oder unter den Voraussetzungen der Verwaltungsregelung die bei Vertragsabschluss zuletzt veröffentlichten Effektivzinssätze der Deutschen Bundesbank herangezogen werden.
- Bei einem üblichen Endpreis bzw. geeigneten Bundesbank-Referenzzins kann der pauschale Bewertungsabschlag von 4 % des Zinssatzes berücksichtigt werden.
- Beim nachgewiesenen günstigsten Preis für ein vergleichbares Darlehen am Markt ist dieser zusätzliche Abschlag nicht zulässig.
- Für den Zinsvorteil kann die monatliche 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze relevant sein.
Quellen: § 8 Abs. 2 EStG; BMF vom 19.05.2015, Rz. 5–13.
Was gilt bei festen und variablen Zinssätzen?
Bei fest vereinbarter Verzinsung wird der Vergleichszins grundsätzlich zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ermittelt und für den entsprechenden Zinsbindungszeitraum verwendet. Bei einer Prolongation oder vertraglichen Zinsanpassung ist neu zu vergleichen. BMF vom 19.05.2015, Rz. 9 und 17.
Die Tilgungen verändern die Darlehensrestschuld. Deshalb ist auch der absolute geldwerte Vorteil im Verlauf der Rückzahlung neu zu berechnen. BMF vom 19.05.2015, Rz. 13 und 22.
Praxisbeispiel 2026: Wie hoch ist der geldwerte Vorteil?
Vereinfachter Sachverhalt:
Ein Arbeitgeber gewährt ein zinsloses Darlehen über 30.000 Euro mit einer Laufzeit von vier Jahren. Für das Rechenbeispiel wird ein fiktiver, geeigneter Vergleichszins von 6,00 % angenommen. Der tatsächlich anzusetzende Zins ist am jeweiligen Vertragsabschluss zu ermitteln.
| Ausgangsdarlehen | 30.000,00 € |
| Beispiel-Vergleichszins | 6,00 % p. a. |
| 4-%-Bewertungsabschlag | 0,24 Prozentpunkte |
| Maßstabszinssatz nach Abschlag | 5,76 % p. a. |
| Vereinbarter Zinssatz | 0,00 % p. a. |
| Zinsvorteil für den ersten vollen Monat | 144,00 € |
Berechnung: 30.000 € × 5,76 % ÷ 12 =
Dieser Monatswert überschreitet die 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze. Bei ausschließlich monatlicher Tilgung von beispielhaft 625 Euro unmittelbar nach dem ersten Abrechnungsmonat beträgt die Restschuld für den Folgemonat 29.375 Euro. Daraus ergibt sich dann ein Zinsvorteil von 141,00 Euro.
Berechnung nach § 8 Abs. 2 EStG und BMF vom 19.05.2015, Rz. 8–13. Zahlen sind ausdrücklich Modellannahmen, keine Bundesbank-Zinssätze für 2026.
Welche Sonderregelungen gelten für Bankmitarbeiter?
Vergibt der Arbeitgeber Darlehen gleicher Art und – abgesehen vom Zinssatz – zu gleichen Bedingungen überwiegend an betriebsfremde Kunden, kann die Bewertung nach § 8 Abs. 3 EStG in Betracht kommen.
Ausgangspunkt ist grundsätzlich der vergleichbare Endpreis des Arbeitgebers im allgemeinen Geschäftsverkehr unter Berücksichtigung durchschnittlicher Nachlässe. Dieser Preis wird um 4 % gemindert. Der nach Anrechnung des Arbeitnehmerentgelts verbleibende Vorteil kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen vom jährlichen Rabattfreibetrag von 1.080 Euro profitieren.
Der Freibetrag gilt nicht gesondert für jedes Mitarbeiterdarlehen, sondern gemeinsam für die entsprechenden Personalrabatte des Kalenderjahres. Bei einer Bewertung nach § 8 Abs. 3 EStG kommt die monatliche 50-Euro-Freigrenze nicht zusätzlich zur Anwendung. § 8 Abs. 3 EStG; BMF vom 19.05.2015, Rz. 15–18.
Kann der Arbeitgeber den Zinsvorteil pauschal versteuern?
Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Steuer auf den Zinsvorteil vom Arbeitgeber übernommen und pauschal erhoben werden. Insbesondere kommen § 40 Abs. 1 EStG und § 37b EStG in Betracht.
§ 40 Abs. 1 EStG: Besonders ermittelter Pauschsteuersatz
Das Betriebsstättenfinanzamt kann auf Antrag eine Pauschalierung für sonstige Bezüge in einer größeren Zahl von Fällen zulassen. Bei der Gewährung sonstiger Bezüge ist die Pauschalierung grundsätzlich auf 1.000 Euro je Arbeitnehmer und Kalenderjahr begrenzt. Der Steuersatz wird besonders ermittelt; er beträgt nicht automatisch 25 %.
Bei Arbeitgeberdarlehen sind Zinsvorteile nach der Verwaltungsregelung sonstige Bezüge für diese Vorschrift, wenn der maßgebende Zinszahlungszeitraum den Lohnzahlungszeitraum überschreitet. § 40 Abs. 1 EStG; BMF vom 19.05.2015, Rz. 19–22.
§ 37b EStG: Pauschalsteuer von 30 %
Für begünstigte Sachzuwendungen an eigene Arbeitnehmer, die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden, kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine Pauschalsteuer von 30 % erhoben werden. Dabei sind insbesondere die Ausschlüsse und Betragsgrenzen des § 37b EStG zu beachten.
Bei Arbeitgeberdarlehen ist die Anwendung gesondert zu prüfen. Insbesondere ist § 37b Abs. 2 EStG bei Sachbezügen, die unter § 8 Abs. 3 EStG fallen, ausgeschlossen. § 37b Abs. 1 und 2 EStG; BMF vom 19.05.2015, Rz. 11 und 19.
Dürfen günstigere Internetkredite als Vergleich dienen?
Bei der Bewertung nach § 8 Abs. 2 EStG können auch nachgewiesene günstige Angebote für vergleichbare Darlehen, etwa von Direktbanken, relevant sein. Entscheidend ist, dass die Konditionen nachweisbar und die Kredite tatsächlich vergleichbar sind.
Hat der Arbeitgeber einen üblichen Endpreis zugrunde gelegt, kann der Arbeitnehmer in seiner Einkommensteuerveranlagung grundsätzlich einen niedrigeren günstigsten Marktpreis nachweisen. Das BMF akzeptiert aus Vereinfachungsgründen Angebote bis zu zehn Tage vor der Kreditanfrage beim Arbeitgeber und bis zu zehn Tage nach Vertragsabschluss.
Wird unmittelbar der nachgewiesene günstigste Marktpreis verwendet, kommt der zusätzliche pauschale 4-%-Abschlag nicht zur Anwendung. BMF vom 19.05.2015, Rz. 5–8.
Welche Sonderfälle müssen Sie beachten?
Was passiert beim Verzicht auf die Rückzahlung?
Erlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Darlehensforderung aufgrund des Arbeitsverhältnisses, liegt grundsätzlich ein steuerlich zu prüfender Arbeitslohnvorteil vor. Ob und in welcher Höhe Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge anfallen, hängt vom konkreten Rechtsgrund des Erlasses ab. § 19 Abs. 1 EStG.
Beruht der Erlass ausnahmsweise auf einer schenkungsteuerlich relevanten Zuwendung, sind die Meldepflichten nach § 30 ErbStG zu prüfen. Diese Vorschrift sieht grundsätzlich eine dreimonatige Anzeigefrist vor, enthält aber auch gesetzliche Ausnahmen.
Was gilt während der Elternzeit?
Erhält der Arbeitnehmer vorübergehend keinen anderen laufenden Arbeitslohn, etwa während der Elternzeit, ist der im Kalenderjahr erhaltene Zinsvorteil bei Wiederaufnahme der Lohnzahlung zu versteuern. Andernfalls ist er spätestens nach Ablauf des Kalenderjahres nach § 41c EStG zu behandeln. BMF vom 19.05.2015, Rz. 27.
Was gilt beim Ausscheiden aus dem Unternehmen?
Besteht das begünstigte Darlehen nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses fort, sind die weiteren Zinsvorteile steuerlich zu beurteilen. Kann der ehemalige Arbeitgeber die Lohnsteuer wegen des Ausscheidens nicht einbehalten, hat er dies dem Betriebsstättenfinanzamt nach § 41c Abs. 4 EStG anzuzeigen. BMF vom 19.05.2015, Rz. 28.
Was gilt bei einem Verzicht auf Kreditsicherheiten?
Setzt das Vergleichsdarlehen eine Sicherheit, etwa eine Grundschuld, voraus, kann der Verzicht des Arbeitgebers auf die Sicherheitenbestellung einen zusätzlichen geldwerten Vorteil auslösen. Insbesondere ersparte Notar- und Grundbuchkosten sind gegebenenfalls einzubeziehen. BMF vom 19.05.2015, Rz. 29.
Können Minijobber Arbeitgeberdarlehen erhalten?
Ja. Auch geringfügig Beschäftigte können ein Arbeitgeberdarlehen erhalten. Ein relevanter Zinsvorteil ist bei der sozialversicherungsrechtlichen Prüfung des regelmäßigen Arbeitsentgelts zu berücksichtigen, soweit er beitragsrechtlich Arbeitsentgelt darstellt.
Die monatliche Geringfügigkeitsgrenze beträgt 603 Euro im Jahr 2026. Ob ein Darlehensvorteil Auswirkungen auf den Minijobstatus hat, ist im Einzelfall zu prüfen. Geringfügigkeits-Richtlinien vom 05.01.2026; § 14 SGB IV und SvEV.
Welche Unterlagen muss der Arbeitgeber aufbewahren?
Der Arbeitgeber hat den maßgeblichen Endpreis und die Berechnung des Zinsvorteils zu dokumentieren, als Belege zum Lohnkonto aufzubewahren und dem Arbeitnehmer auf Verlangen formlos mitzuteilen. BMF vom 19.05.2015, Rz. 7 und 18; § 41 EStG.
- Darlehensvertrag einschließlich Betrag, Verzinsung, Laufzeit, Tilgung und Sicherheiten dokumentieren.
- Vergleichszins zum maßgeblichen Zeitpunkt ermitteln und Nachweis sichern.
- Zinsvorteil unter Berücksichtigung der Restschuld und Zinsfälligkeit berechnen.
- 2.600-Euro-Grenze und zutreffende Sachbezugsregelung prüfen.
- Gegebenenfalls Bewertungswahlrecht und Pauschalierung prüfen.
- Berechnung und Belege zum Lohnkonto nehmen und Veränderungen überwachen.
Für Lohnkonten gilt nach § 41 Abs. 1 Satz 9 EStG grundsätzlich eine Aufbewahrungsfrist bis zum Ablauf des sechsten Kalenderjahres nach der letzten eingetragenen Lohnzahlung. Weitergehende Aufbewahrungspflichten können im Einzelfall relevant sein.
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Jetzt Online-Steuerberatung anfragenHäufige Fragen zum Arbeitgeberdarlehen 2026
1. Wann ist ein Arbeitgeberdarlehen steuerfrei?
Ein steuerpflichtiger Zinsvorteil entsteht nicht, wenn ein marktüblicher Zinssatz vereinbart wurde. Außerdem bleiben Zinsvorteile nach der 2.600-Euro-Regelung außer Ansatz, wenn die maßgebliche Restschuldgrenze nicht überschritten wird. Bei Bewertung nach § 8 Abs. 2 EStG kann zusätzlich die 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze greifen.
2. Welche Zinssätze gelten für die Berechnung?
Entscheidend ist ein Vergleichszins für ein hinsichtlich Kreditart, Laufzeit, Zinsbindung und weiteren Bedingungen vergleichbares Darlehen. Geeignete Bundesbank-Daten oder nachgewiesene Marktangebote können herangezogen werden.
3. Was passiert bei genau 50 Euro Zinsvorteil?
Wenn die insgesamt maßgeblichen Sachbezüge nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG genau 50 Euro im Monat betragen, wird die Freigrenze nicht überschritten. Bei mehr als 50 Euro ist grundsätzlich der gesamte betreffende Sachbezugswert anzusetzen.
4. Verändert die Tilgung den geldwerten Vorteil?
Ja. Durch Tilgungen sinkt die Restschuld. Bei unveränderten Zinskonditionen sinkt dadurch normalerweise auch der absolute monatliche Zinsvorteil.
5. Können Minijobber ein Arbeitgeberdarlehen bekommen?
Ja. Für Minijobber gelten ebenfalls die steuerlichen Regeln für Arbeitgeberdarlehen. Bei der Prüfung des regelmäßigen Arbeitsentgelts ist die Geringfügigkeitsgrenze von 603 Euro im Jahr 2026 zu beachten.
6. Ist der Zinsvorteil sozialversicherungspflichtig?
Ein beitragsrechtlich relevanter Zinsvorteil gehört grundsätzlich zum Arbeitsentgelt, soweit keine gesetzliche Ausnahme eingreift. Ob eine Pauschalbesteuerung auch zur Beitragsfreiheit führt, ist anhand der Sozialversicherungsentgeltverordnung zu prüfen.
7. Was passiert mit dem Darlehen nach einer Kündigung?
Besteht das vergünstigte Darlehen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses fort, können weiterhin steuerlich relevante Zinsvorteile entstehen. Kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer nicht einbehalten, ist die Anzeigepflicht nach § 41c Abs. 4 EStG zu beachten.
Rechtsgrundlagen und amtliche Quellen
- BMF, Schreiben vom 19.05.2015, IV C 5 – S 2334/07/0009 – 2015/0316822, BStBl I 2015 S. 484, im Lohnsteuer-Handbuch 2026, Anhang 24 IX. Amtliche Fassung
- § 8 Abs. 2 und 3 EStG, Bewertung von Sachbezügen und Personalrabatten. Gesetzestext
- § 19 Abs. 1 EStG, Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. Gesetzestext
- BMF vom 16.05.2013, IV C 5 – S 2334/07/0011 – 2013/0356883, BStBl I 2013 S. 729, unter Berücksichtigung des BMF-Schreibens vom 11.02.2021, BStBl I S. 311; zu BFH vom 26.07.2012, VI R 30/09 und VI R 27/11, BStBl II 2013 S. 400 und 402. Amtliche Fassung
- § 37b EStG, Pauschalierung bei Sachzuwendungen. Gesetzestext
- § 40 Abs. 1 EStG, Pauschalierung der Lohnsteuer. Gesetzestext
- §§ 41, 41c und 42e EStG, Lohnkonto, Berichtigung und Anrufungsauskunft. § 41, § 41c, § 42e
- § 1 Abs. 1 SvEV, sozialversicherungsrechtliche Behandlung bestimmter Arbeitgeberzuwendungen. Gesetzestext
- Deutsche Rentenversicherung, Geringfügigkeits-Richtlinien, Stand 05.01.2026. Amtliche Informationen
- § 30 ErbStG, Anzeige des Erwerbs. Gesetzestext
Weitere Informationen auf steuerschroeder.de
Fazit: Arbeitgeberdarlehen richtig gestalten
Ein Arbeitgeberdarlehen kann für Arbeitnehmer und Arbeitgeber Vorteile bieten. Steuerlich entscheidend sind ein nachvollziehbarer Vergleichszins, die richtige Bewertung nach § 8 EStG, die Prüfung der einschlägigen Freigrenzen und eine ordnungsgemäße Dokumentation. Vor allem bei größeren Darlehen und bei Kreditinstituten lohnt sich eine individuelle steuerliche Prüfung.
Dieser Beitrag stellt keine individuelle steuerliche Beratung dar und ersetzt nicht das Gespräch mit einem Steuerberater.