Rentner & Steuererklärung

Steuererklärung für Rentner: Wann muss ich als Rentner Steuern zahlen? Und wie viel?


Hier erhalten Rentner Antworten auf wichtige Steuerfragen zur Steuererklärung mit Beispielen und praktische Tipps zur Einkommensteuererklärung, wie z.B. "Wann müssen Rentner eine Steuererklärung abgeben bzw. wann müssen Rentner Steuern zahlen?". Außerdem erhalten für Rentner Tipps + Hilfe zur Steuererklärung sowie kostenlose Steuersoftware. Die Seite gibt einen Überblick zur Besteuerung der gesetzlichen Renten und der Pensionen, über die Steuererklärungspflicht und Hinweise zum Ausfüllen der Steuererklärungsvordrucke. Es wird erläutert, welche Beträge steuermindernd geltend gemacht werden können, wie zum Beispiel Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen.



Die meisten Renten sind steuerpflichtig – insbesondere die aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Als Rentner sind Sie daher zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet, wenn der Gesamtbetrag aller Ihrer Einkünfte den Grundfreibetrag übersteigt. Allerdings wird dabei nur der steuerpflichtige Anteil Ihrer Rente der Besteuerung unterworfen. Die Höhe des steuerpflichtigen Anteils ist von der Art der Rente sowie vom Jahr des Rentenbeginns abhängig. Rentenerhöhungen, die auf einer regelmäßigen Rentenanpassung beruhen, sind jedoch voll steuerpflichtig. Riester-Renten, die auf geförderten Einzahlungen basieren, sind ebenfalls voll steuerpflichtig.

Steuertipp: Sind Sie auch der Auffassung, dass Renten nicht noch einmal besteuert werden dürfen? Es gibt bereits eine Musterklage gegen Doppelbesteuerung bei Renten. Profitieren Sie von der Musterklage durch Einspruch. Sie müssen nicht selber klagen. Es kann das Ruhen des Verfahrens beantragt werden. So bleibt der eigene Steuerbescheid bis zu einer Entscheidung des Gerichts offen, ohne selbst klagen zu müssen. Nach einem Urteil kann der Steuerbescheid gegebenenfalls noch zu Ihren Gunsten geändert werden. Hier können Sie mich für nur 69 Euro pauschal beauftragen: Einspruch gegen die Doppelbesteuerung von Renten. Wenn Sie wissen wollen, wie der BFH entscheiden wird, dann abonnieren Sie meinen Newsletter.


Ihre Rente müssen Sie in der Anlage R der Einkommensteuererklärung erfassen. Die Renteneinnahmen finden Sie z.B. auf Ihrem Rentenbescheid.

Gerade für Rentner gibt es Freibeträge und Steuererleichterungen, welche die Einkommensteuer mindern und dafür sorgen, dass die Steuerbelastung erträglich bleibt. Der Renten-Steuer-Rechner hilft Ihnen bei der Ermittlung der voraussichtlichen Steuerschuld.



Tipp: Geben Sie Ihre Einkommensteuererklärung elektronisch über ELSTER ab und nutzen Sie die vorausgefüllte Steuererklärung. Sie können Ihre Steuererklärung schnell & einfach online im Steuerberater-Chat erstellen.


Rentenbesteuerung und gesetzliche Entwicklung

Rentner werden steuerlich nicht anders behandelt als alle anderen Steuerpflichtigen: wer über eigene Einkünfte verfügt, ist mit diesen Einkünften einkommensteuerpflichtig. Dies galt seit jeher auch für Renten. Früher wurden Renten aber nur mit dem sogenannten Ertragsanteil zur Besteuerung herangezogen. Der Ertragsanteil stellt den Anteil der Rente dar, der sich aus den Zinserträgen des bis zum Rentenbeginn angesammelten Kapitals ergibt. Da die Beiträge in eine Rentenversicherung teilweise aus dem versteuerten Einkommen geleistet wurden, sollte nicht die gesamte Rente nochmals besteuert werden.

Die Höhe des Ertragsanteils ist abhängig vom Alter des Rentenberechtigten bei Beginn der Rente und betrug 27% des Rentenbezugs (bei Rentenbeginn mit Vollendung des 65. Lebensjahres) und löste im Normalfall – wegen Unterschreitens des steuerlich freizustellenden Existenzminimums – keine Steuerpflicht aus.

Pensionen wurden dagegen schon immer (unter Berücksichtigung eines steuerfreien Teils von höchstens 3.072 Euro – Versorgungsfreibetrag – ) in voller Höhe besteuert. Diese Unterscheidung beruhte ursprünglich auf dem Prinzip, dass Rentner mit ihren Beiträgen das Kapital für ihre Altersversorgung im wesentlichen selbst finanzierten, während die Pensionen allein vom Arbeitgeber finanziert wurden. Bereits 1980 hatte das Bundesverfassungsgericht angemahnt, dass diese Aussage so nicht mehr der Wirklichkeit entspräche. Im Jahr 2002 kam das Bundesverfassungsgericht dann zu dem Ergebnis, dass die steuerliche Besserstellung der Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung gegenüber den Pensionen verfassungswidrig ist und verpflichtete den Gesetzgeber, ab dem Jahr 2005 ein neues, gerechteres Besteuerungssystem zu schaffen.

Ab 2005 wurde deshalb die Systematik der Besteuerung von Altersbezügen durch das Alterseinkünftegesetz neu geregelt. Schrittweise bis zum Jahr 2040 wird die Gleichbehandlung aller Versorgungsempfänger sichergestellt, indem die Rentenbesteuerung auf die „nachgelagerte Besteuerung“ umgestellt wird. Das bedeutet im Ergebnis, dass die Renten wie die Pensionen dann besteuert werden, wenn sie ausgezahlt werden. Im Gegenzug werden die Aufwendungen zum Erwerb des Rentenanspruchs während der Berufstätigkeit steuerfrei gestellt.

Um Härten zu vermeiden, hat der Gesetzgeber keine sofortige volle Besteuerung der Renteneinnahmen ab 2005 gewählt. Vielmehr wurde – beginnend mit 50% – eine schrittweise Anhebung des der Steuer zu unterwerfenden Teils der Rente beschlossen. Dies wird dadurch erreicht, dass die Renteneinkünfte bei jedem Neurentnerjahrgang (sogenannte „Kohorte“) mit einem höheren Prozentsatz der Einkommensteuer unterworfen und ab dem Rentnerjahrgang 2040 in voller Höhe (abzüglich Freibeträge) besteuert werden.

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Renten Steuerrechner

Renten Steuerrechner mit Ertragsanteil und Versorgungsfreibetrag

Geburtsjahr:
Beginn der Rente (Jahr):

Bruttoaltersrente monatlich:
Euro
Betriebsrente monatlich:
Euro
Private Rente monatlich:
Euro
(Ertragsanteil-Besteuerung)

Kapital Einkünfte jährlich:
Euro
(Zinsen, Dividenden etc.)
Freistellungsaufträge erteilt?:

Bruttogehalt jährlich:
Euro
(Löhne/ Gehälter)
Sonstige Einkünfte jährlich:
Euro
(Gewinne, Vermietung etc.)

Krankenversicherung:
Höhe PKV monatlich:
Euro

Weitere Sonderausgaben:
Euro
(Versicherungen, Spenden, Kirchensteuer usw.)
Sonstige absetzbare Kosten:
Euro
(außergewöhnliche Belastungen, etc.)

Kirchensteuer

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Besteuerung und Einteilung der Renten

In welche Gruppe fällt meine Rente?

Renten gehören zu der Einkunftsart „sonstige Einkünfte“ und sind seit jeher grundsätzlich einkommensteuerpflichtig.Nur einige Arten von Renten sind in vollem Umfang steuerfrei; so vor allem Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung (zum Beispiel Berufsgenossenschaftsrenten), Kriegs-, Wehr-, Zivildienst- und Schwerbeschädigtenrenten und Wiedergutmachungsrenten.

Die Höhe des bei einer Rente zu versteuernden Betrages hängt ab von der Art der Rente. Es ist nach der seit dem 01.01.2005 geltenden Neuregelung zwischen drei Gruppen von Renten zu unterscheiden:

Zur 1. Gruppe zählen Leibrenten (wiederkehrende Zahlungen bis zum Tod des Empfängers), bei denen die Ansparleistung (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung) aus dem unversteuerten Einkommen stammt, wie zum Beispiel bei den Alters-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten (Witwen-/ Witwerrenten und Waisenrenten) der gesetzlichen Rentenversicherungen, landwirtschaftlichen Alterskassen und berufsständischen Versorgungseinrichtungen (sogenannte Basisversorgung). Hierunter fallen auch Renten aus privaten Versicherungsverträgen, die nach dem 31.12.2004 begonnen wurden und deren Beiträge als Altersvorsorgeaufwendungen beim Sonderausgabenabzug berücksichtigt werden (sogenannte Rürup-Renten). Diese Verträge müssen seit dem Jahr 2010 durch ein besonderes Zertifizierungsverfahren anerkannt sein. Die Beantragung der Zertifizierung erfolgt durch den Anbieter der Leistungen.

Zur 2. Gruppe gehören sonstige Leibrenten aus der privaten oder umlagefinanzierten Altersversorgung. Umlagefinanziert bedeutet, dass die eingezahlten Beiträge nicht für die eigene Altersversorgung angesammelt werden, sondern sofort, für die Finanzierung der gegenwärtig zu erbringenden Leistungen, an die Versorgungsberechtigten ausgezahlt werden. Darunter fallen insbesondere Renten aus dem umlagefinanzierten Teil von Zusatzversorgungseinrichtungen (zum Beispiel der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder – sogenannte VBL-Renten – ), aus privaten Rentenversicherungen (auch kapitalgedeckten Leibrentenversicherungen, die vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden) und aus der betrieblichen Altersversorgung, die auf pauschal versteuerten Beiträgen in eine Lebensversicherung oder Pensionskasse beruhen.

Zur 3. Gruppe zählen Leistungen aus staatlich geförderten privaten Altersvorsorgeverträgen (sogenannte Riester-Rente) und aus einer kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung (Pensionsfonds, Pensionskasse, Direktversicherung). Hierbei werden die Beiträge angespart und verzinst, um im Leistungsfall (zum Beispiel bei Eintritt in den Ruhestand) ausgezahlt zu werden.

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Höhe des steuerpflichtigen Rentenanteils

Wie ermittelt sich der steuerpflichtige Anteil für meine Rente?

1. Gruppe: Leibrenten und andere Leistungen aus der 1. Gruppe (Basisversorgung), werden jahrgangsweise in die nachgelagerte Besteuerung überführt, wonach nur ein Teil der Rente besteuert wird. Anhand eines gesetzlich festgelegten Prozentsatzes, der sich nach dem Beginn des Rentenbezugs richtet, wird der steuerfreie Teil der Rente ermittelt. Dieser auch als „persönlicher Rentenfreibetrag“ bezeichnete Betrag wird grundsätzlich für die gesamte Laufzeit der Rente festgeschrieben. Spätere Rentenerhöhungen, die auf Rentenanpassungen beruhen, werden in voller Höhe nachgelagert besteuert. Bemessungsgrundlage des der Besteuerung unterliegenden Anteils ist die jeweilige Jahres(brutto)rente. Eigene Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind dabei nicht abzuziehen. Die steuerfreien Zuschüsse eines Trägers der gesetzlichen Rentenversicherung zu den Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen sind nicht dem Rentenbetrag hinzuzurechnen.

Für die Festschreibung des steuerfreien Teils der Rente ist das Jahr maßgebend, das auf das Jahr des Rentenbeginns folgt (erstes volles Rentenjahr). Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2007 ist folglich die Jahresbruttorente des Jahres 2008 maßgeblich. Für Renten, die vor dem 01.01.2005 begonnen haben, ist der Jahresbetrag aus 2005 zugrundezulegen.

Die ermittelte Jahresbruttorente wird bei einem Beginn der Rentenzahlungen im Jahr 2005 oder in den Vorjahren zur Hälfte steuerfrei gestellt. Bei Beginn in den Jahren 2006 bis 2020 erhöht sich der Besteuerungsanteil für jeden Jahrgang um zwei Prozentpunkte, in den nachfolgenden Jahren bis zum Jahr 2040 um jeweils einen Prozentpunkt.

Der so ermittelte steuerfreie Teil der Rente gilt grundsätzlich für die gesamte Laufzeit des Rentenbezugs und ändert sich auch nicht durch regelmäßige Rentenanpassungen. Bei Änderungen der Rentenhöhe zum Beispiel durch Anrechnung anderer Bezüge oder Einkünfte oder aufgrund eines Rechtsstreits mit dem Rententräger wird der steuerfreie Betrag an die neue Bemessungsgrundlage angepasst; die Höhe des anzusetzenden Prozentsatzes ändert sich dabei jedoch nicht.

Wurden für eine Rente der ersten Gruppe bis zum 31.12.2004 in mindestens zehn Jahren Beiträge oberhalb des Höchstbeitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet, werden auf Antrag Teile der Rentenleistung nur mit dem – für die zweite Gruppe geltenden – (geringeren) Ertragsanteil zur Besteuerung herangezogen (sogenannte Öffnungsklausel). Der Versorgungsträger bescheinigt in diesen Fällen auf Verlangen den Prozentanteil, der der Ertragsanteilsbesteuerung unterliegt. Diese Bescheinigung ist dem Antrag beizufügen.

2. Gruppe: Leibrenten der 2. Gruppe werden mit dem Ertragsanteil besteuert. Die Höhe des steuerpflichtigen Ertragsanteils richtet sich, wie bisher, nach dem vollendeten Lebensalter des Rentenberechtigten zu Beginn des Rentenbezugs. Der so ermittelte Ertragsanteil bleibt – vorbehaltlich einer gesetzlichen Änderung – während der gesamten Laufzeit der Rente unverändert.

Ertragsanteile: Sind diese Renten auf eine bestimmte Laufzeit beschränkt (zum Beispiel bei Berufsunfähigkeitsrenten), richtet sich der Ertragsanteil nicht nach dem Lebensalter bei Beginn des Rentenbezugs, sondern nach der voraussichtlichen Laufzeit. Bei einer Laufzeit von beispielsweise 10 Jahren beträgt der Ertragsanteil 12 % der Rentenbezüge.

3. Gruppe: Leistungen aus einem zertifizierten Altersvorsorgevertrag oder aus der kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung werden entsprechend der vom Anbieter ausgestellten Leistungsmitteilung besteuert. In der Regel unterliegen sie in voller Höhe der – nachgelagerten – Besteuerung. Dies ist steuerrechtlich gerechtfertigt, da die eingezahlten Beträge für diese Form der Altersvorsorge staatlich gefördert wurden.

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Besteuerung von Pensionen, Betriebsrenten und Werkspensionen

Versorgungsbezüge von Beamten, Richtern, Soldaten bzw. deren Witwen und der von privaten Arbeitgebern gezahlten Betriebs- und Werksrenten werden weiterhin wie Arbeitslohn voll besteuert. Es werden dabei besondere Freibeträge für Versorgungsbezüge berücksichtigt; bei Bezügen wegen Erreichens einer Altersgrenze allerdings erst dann, wenn der Steuerpflichtige das 63. Lebensjahr oder bei Schwerbehinderung das 60. Lebensjahr vollendet hat. Der bisher gewährte jährliche Arbeitnehmerpauschbetrag von 920,- Euro entfällt. An seine Stelle treten ein Werbungskostenpauschbetrag von 102,- Euro und ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag. Der bisherige Versorgungsfreibetrag von 40% der Versorgungsbezüge, max. 3.072,- Euro im Kalenderjahr und der neue Zuschlag werden allerdings im Rahmen der Angleichung der Besteuerung von Renten und Pensionen jahrgangsweise je nach Versorgungsbeginn abgeschmolzen. Der Versorgungsfreibetrag verliert seine Berechtigung, wenn nach der neuen Rentenbesteuerung die Renten zu 100% nachgelagert besteuert werden.

Der Versorgungsfreibetrag und der Zuschlag werden ebenso wie der steuerfreie Teil der Rente festgeschrieben und bleiben für die Dauer des Versorgungsbezugs in gleicher Höhe bestehen.

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Wann müssen Rentner eine Steuererklärung abgeben?

Ob Rentnerinnen und Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt von der Höhe ihrer steuerpflichtigen Einkünfte ab. Hierzu gehören nicht nur Renteneinkünfte, sondern auch weitere Einnahmen, z. B. Mieteinnahmen oder eine Pension. Wurden auch Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (Arbeitslohn, Pensionen) bezogen, von denen ein Steuerabzug vorgenommen worden ist, so ist eine Einkommensteuererklärung insbesondere dann abzugeben, wenn neben den Lohneinkünften Renten bezogen wurden, deren Besteuerungsanteil mehr als 410 Euro beträgt. Damit das Finanzamt den steuerpflichtigen Anteil der gesetzlichen Rente korrekt ermitteln kann, müssen die Rentnerinnen und Rentner ihrer Steuererklärung die ausgefüllten Steuervordrucke „Anlage R“ (Renten und andere Leistungen) und „Anlage Vorsorgeaufwand“ beifügen. In der Einkommensteuererklärung können von dem steuerpflichtigen Teil der Rente und von den sonstigen steuerpflichtigen Einnahmen noch Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden.

Ein Rentner ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, wenn er mit seinem Gesamtbetrag der Einkünfte den jährlichen Grundfreibetrag übersteigt. Der Grundfreibetrag beträgt im Veranlagungszeitraum 2019 9.168 Euro (2018 9.000 Euro). Abgabefrist: Rentner müssen ihre Einkommensteuererklärung 2019 bis zum 31. Juli 2020 einreichen (mit Steuerberater verlängert sich die Frist auf den 28.02.2021).

Hinweis: Bei verspäteter Abgabe oder bei Nichtabgabe der Einkommensteuererklärung kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen. Wird die Einkommensteuererklärung nicht eingereicht, kann das Finanzamt die Besteuerungsgrundlagen schätzen.



Warum immer mehr Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen

Seit der Einführung des Alterseinkünftegesetzes in 2005 gelten für Rentner neue Steuerregeln für die Steuererklärung. Eine neue bzw. eigene “Rentensteuer” wurde durch das Alterseinkünftegesetz aber nicht eingeführt. Rentner mussten schon immer nach den gleichen Regeln eine Steuererklärung abgeben wie alle anderen Steuerzahler auch. Seit 2005 hat sich die Besteuerung von Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung grundlegend geändert. Betroffen sind alle Renten, d.h. auch Renten, die bereits vor dem 1.1.2005 begonnen haben (sog. Bestandsrenten).


Das Alterseinkünftegesetz sieht einen schrittweisen Übergang zur nachgelagerten Besteuerung vor. Alle Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden nunmehr steuerlich gleich behandelt. Es wird nicht mehr danach unterschieden, ob es sich um eine lebenslange Leibrente (z.B. Altersrente) oder um eine abgekürzte Leibrente (z.B. Erwerbsminderungsrente) handelt. Entscheidend ist nicht mehr der Ertragsanteil, sondern der Besteuerungsanteil bei Rentenbeginn. Der andere steuerfreie Teil der Jahresrente wird als Rentenfreibetrag vom Finanzamt festgeschrieben und gilt in dieser Höhe für die gesamte Laufzeit der Rente. Für bereits bestehende Renten (Bestandsrenten) beträgt der Besteuerungsanteil 50 %. Rentenerhöhungen nach 2005 sind in voller Höhe steuerpflichtig. Für Renten, die nach 2005 beginnen, steigt der Besteuerungsanteil bis zum Jahr 2020 schrittweise um zwei Prozentpunkte pro Jahr auf 80 %. Danach steigt der Besteuerungsanteil um einen Prozentpunkt pro Jahr auf 100 % bis zum Jahr 2040.


Und das Finanzamt kennt Ihre Rente! Denn die Versicherungen melden dem Finanzamt in einer Rentenbezugsmitteilung die Höhe der Rente.


Ob Sie für Ihre Renten eine Steuererklärung abgeben und Steuern zahlen müssen, hängt davon ab, wie hoch der steuerpflichtige Anteil Ihrer Rente ist.

Wann die Rente steuerfrei bleibt


Aus den Angaben zu Ihren Renten in der Anlage R zur Einkommensteuererklärung errechnet das Finanzamt die Höhe Ihrer steuerpflichtigen Einkünfte.

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Es geht auch ohne Steuererklärung für Rentner

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Abgabepflicht für Rentner ohne Arbeitslohn und Versorgungsbezüge:

Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte den Grundfreibetrag übersteigt. Diesen können Sie aus der nachfolgenden Tabelle entnehmen:

Jahr

Grundfreibetrag für Ledige

Grundfreibetrag für Verheiratete (bei gemeinsamer Veranlagung zur Einkommensteuer)

2018

9.000,00 €

18.000,00 €

2017

8.820,00 €

17.640,00 €

2016

8.652,00 €

17.304,00 €

2015

8.472,00 €

16.944,00 €

2014

8.354,00 €

16.708,00 €

2013

8.130,00 €

16.260,00 €

2012

8.004,00 €

16.008,00 €

2011

8.004,00 €

16.008,00 €

2010

8.004,00 €

16.008,00 €

2009

7.834,00 €

15.668,00 €

2008

7.664,00 €

15.328,00 €

2007

7.664,00 €

15.328,00 €


Renten sind nicht in voller Höhe steuerpflichtig, daher müssen viele Rentner ohne andere Einkünfte keine Einkommensteuererklärung abgeben. Das kann sich aber in der Zukunft ändern. Denn jede Rentensteigerung ist voll steuerpflichtig!

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Rente und Einkünfte auf Lohnsteuerkarte

Rentner, die zusätzlich Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit beziehen (nicht Minijob, der ist steuerfrei), bestimmt sich die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung nach § 46 EStG:

  • Rente und daneben Versorgungsbezüge
  • Ehepartner bezieht Versorgungsbezüge
  • Ein Ehepartner ist Rentner, der andere bezieht Arbeitslohn
  • Rentner mit zusätzlichem Arbeitslohn

Nebeneinkünfte, die bis 410 €, bleiben steuerfrei und werden zwischen 410 € und 820 € ermäßigt besteuert (Härteausgleich).

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Wenn Sie neben der Rente anderen Einkünfte haben

Sie müssen u.U. eine Steuererklärung abgeben, wenn Sie noch andere Einkünfte haben:

  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung;
  • Einkünfte aus selbstständiger oder gewerblicher Tätigkeit;
  • nicht der Abgeltungsteuer unterliegende Kapitaleinkünfte;
  • pauschal versteuerter oder steuerfreier Arbeitslohn.

Maßgebend für die Abgabepflicht ist der Gesamtbetrag der Einkünfte.

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Trotz Abgabepflicht fällt nicht immer Einkommensteuer an

Aber selbst wenn eine Steuererklärung abgeben müssen, dann ist es nicht sicher, dass Sie auch Einkommensteuer zahlen müssen. Denn Rentner können Sonderausgaben absetzen (z.B. Krankenversicherungsbeiträge usw.) und oftmals können auch außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden, wie z.B. Krankheitskosten oder Behinderten-Pauschbetrag. Viele Rentner müssen daher überhaupt keine Steuer zahlen.

Prüfen Sie gleich ob Sie Steuern auf Ihre Rente zahlen müssen. Das geht ganz einfach geht das mit unserer online Einkommensteuererklärung mit Rechner für Rentner.

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Zu versteuerndes Einkommen + kostenlose Steuertipps für Rentner

Welche Renten unterliegen einer Besteuerung, wie hoch ist die Steuer und was können Sie von der Steuer absetzen?

Steuertipps für Rentner
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Wenn Sie eine Rente aus einer privaten Rentenversicherung erhalten, müssen Sie diese in der Steuererklärung angeben. Die jährliche Leistungsmitteilung hilft Ihnen bei der Angabe in Ihrer Steuererklärung. In diesem Video erfahren Sie wie:


Welche Vordrucke brauche ich?

Für die Einkommensteuererklärung sind die Vordrucke: Mantelbogen, Anlage R (für Renten), ab 2010 Anlage Vorsorgeaufwand (für Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge) und bei anderen Einkünften entsprechend weitere Vordrucke (Anlage V für Vermietung und Verpachtung, Anlage N für Pensionen bzw. nichtselbständige Tätigkeit) zu verwenden. Es besteht auch die Möglichkeit, die Steuererklärung von zu Hause aus über den PC im ELSTER-Verfahren auszufüllen und elektronisch an das Finanzamt zu übersenden.


Welche Entlastungen und Steuervergünstigungen gibt es?

Die steuerpflichtigen Einnahmen aus den Alterseinkünften werden zusammengerechnet und sind – gegebenenfalls zusammen mit weiteren Einkünften aus anderen Einkunftsarten – Besteuerungsgrundlage der Einkommensteuerberechnung. Es gibt verschiedene steuerliche Entlastungen und Steuervergünstigungen, die zur Minderung des zu versteuernden Einkommens und damit zur Senkung der Steuerlast führen können:


Nebeneinkünfte und Altersentlastungsbetrag

Ein Altersentlastungsbetrag Ihnen zu, wenn Sie zu Beginn des Jahres das 64. Lebensjahr vollendet haben. Für Renten gibt es keinen Altersentlastungsbetrag, aber für Nebeneinkünfte. Ihre Nebeneinkünfte können also nur durch den Altersentlastungsbetrag begünstigt sein, soweit es sich nicht um Renten handelt. Das gilt für Einkünfte aus Kapitalvermögen, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sowie Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit.

Für Rentner gelten grundsätzlich die gleichen Vorschriften wie für Arbeitnehmer. Eine Besonderheit gibt es jedoch beim sog. Altersentlastungsbetrag: Der auf die Nebeneinkünfte entfallende Teil des Altersentlastungsbetrags mindert diese für die 410-Euro-Grenze. Nebeneinkünfte, die nach Abzug des Altersentlastungsbetrags unter 410 € liegen, sollen nicht besteuert werden und auch zu keiner Abgabepflicht führen. Dieser geminderte Betrag ist gleichzeitig der Betrag, der als Härteausgleich vom Einkommen abgezogen wird, also unbesteuert bleibt. Der Altersentlastungsbetrag ändert sich dadurch nicht.

Es gibt drei Möglichkeiten für die 410-Euro-Grenze:

  • Sie haben keinen Arbeitslohn aus einer aktiven Beschäftigung: Der Altersentlastungsbetrag wird für die begünstigten Nebeneinkünfte gewährt.
  • Ihr Arbeitslohn aus einer aktiven Beschäftigung liegt über 4.747 €: Der Altersentlastungsbetrag wird durch den Arbeitslohn ausgeschöpft. Auf die Nebeneinkünfte entfällt damit kein Altersentlastungsbetrag.
  • Ihr Arbeitslohn aus einer aktiven Beschäftigung liegt unter 4.748 €: Der Altersentlastungsbetrag wird auf den Lohn und auf die Nebeneinkünfte aufgeteilt.

Werbungskosten

Aufwendungen für den Erwerb, Erhalt und Sicherung der Rente können abgesetzt werden. Dies gilt beispielsweise für die Kosten eines Rentenberaters oder der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft. Außerdem können Kontoführungsgebühren bis zu 16 Euro pro Jahr absetzen. Dazu zählen auch zum Beispiel Rentenberatungskosten und Gewerkschaftsbeiträge. Werden keine Aufwendungen nachgewiesen, berücksichtigt das Finanzamt einen Pauschbetrag von 102 Euro jährlich. Mehr siehe Werbungskosten



Sonderausgaben

Sonderausgaben sind bestimmte private Ausgaben, die unvermeidbar oder förderungsfähig sind und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mindern. Dazu zählen Vorsorgeaufwendungen und übrige Sonderausgaben, die in der Steuererklärung abgefragt werden und mit entsprechenden Nachweisen abzugsfähig sind.


Zu den Vorsorgeaufwendungen gehören Versicherungen, wie zum Beispiel Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Unfall- und Haftpflichtversicherung. Rentner zahlen i.d.R. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und können diese steuerlich geltend machen, die allerdings bis einschließlich 2009 insgesamt nur im Rahmen bestimmter Höchstbeträge abzugsfähig sind. Ab dem Jahr 2010 sind die Aufwendungen für eine Basiskrankenversicherung und die gesetzliche Pflegeversicherung voll abzugsfähig. Mehr siehe Vorsorgeaufwendungen.


Zu den übrigen Sonderausgaben gehören unter anderem Kirchensteuern, Spenden für gemeinnützige Zwecke und Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten. Freiwillige Spenden für den guten Zweck von Rentnern können bis zu 200 Euro von der Steuer abgezogen werden. Mehr siehe Spenden. Ohne Nachweis wird für die übrigen Sonderausgaben ein Pauschbetrag von 36 Euro für Ledige und 72 Euro bei Ehegatten gewährt.


Außergewöhnliche Belastungen

Zu den außergewöhnlichen Belastungen zählen Aufwendungen aus der persönlichen Lebenssphäre, die zwangsläufig und existenziell notwendig sind. Bei einigen Aufwendungen tritt erst dann eine steuerliche Entlastung ein, wenn sie die sogenannte „zumutbare Belastung“ (ein bestimmter Prozentsatz abhängig von der Höhe des Gesamtbetrags der Einkünfte, in der Regel 4 – 6%) übersteigen.4Zu den berücksichtigungsfähigen Aufwendungen gehören unter anderem Behandlungskosten von Ärzten oder zugelassenen Heilpraktikern, die Praxisgebühr, Krankenhauskosten, Kurkosten, Ausgaben für Brillen, Hörgeräte, Zahnersatz und andere medizinische Hilfsmittel oder für die Beschäftigung einer Pflegekraft, soweit sie nicht von der Krankenoder Pflegeversicherung getragen oder zum Beispiel von der Beihilfe ersetzt wurden. Es ist jedoch erforderlich, die Zwangsläufigkeit und Notwendigkeit dieser Aufwendungen gegebenenfalls durch ein ärztliches Attest nachzuweisen. Für behinderte Menschen werden Pauschbeträge – gestaffelt je nach dem Grad der Behinderung (bei 25 % = 310 Euro, bei 100 % = 1.420 Euro ) und bei Blinden oder hilflosen Personen bis zu 3.700,- Euro – gewährt. Bei ständiger Pflegebedürftigkeit können die tatsächlichen Kosten für die persönliche Pflege (zum Beispiel Pflegeheimkosten) als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden.


Gesundheitskosten: Viele Menschen benötigen im Alter einen Rollstuhl, eine Prothese oder ein Hörgerät. Im Steuerrecht werden diese Gegenstände "Hilfsmittel im engeren Sinne" genannt. Die Kosten hierfür können als außerordentliche Belastung geltend gemacht werden. Wer eine Wohnung oder ein Haus aufgrund einer Behinderung umbaut, kann die Kosten als außerordentliche Belastung abziehen. Dazu gehört ein Treppenlift, sofern er von einem Arzt verordnet wird. Dann können Kauf und Installation als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden. Auch die Reise zum Arzt und medizinisch arrangierte Kuren sind für Rentner steuerlich absetzbar. Wer krankheitsbedingt in ein Alters- oder Pflegeheim gehen muss, kann diese Kosten auch von der Steuer abziehen. Mehr siehe außergewöhnlichen Belastungen


Haushaltsnahe Dienstleistungen (§ 35 a EStG)

Aufwendungen für Pflege- und Betreuungsleistungen, haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt werden steuermindernd berücksichtigt. Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen zählen zum Beispiel Schornsteinfegergebühren, Gartenpflege, Reinigungsservice, Pflegedienste, Umzugsleistungen. Bei den Handwerkerleistungen handelt es sich um Aufwendungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Haushaltsnahe Dienstleistungen im eigenen Haushalt bzw. am eigenen Haus. Es können nur die Aufwendungen für Arbeitsleistungen (Lohnkosten, keine Materialkosten) geltend gemacht werden, die in Rechnung gestellt und mittels Überweisung bezahlt wurden. Barzahlungen werden nicht anerkannt.


Haushaltshilfe: Für die Kosten einer Haushaltshilfe wird eine Steuerminderung von 20 Prozent als sogenannter haushaltsnahe Dienstleistung gewährt. Wer einen Handwerker oder Gärtner engagiert hat, kann die Kosten ebenfalls von der Steuer absetzen. Mehr siehe haushaltsnahe Dienstleistung + Handwerkerleistungen


Fragen zur Steuererklärung für Rentner


1 Muss ich als Rentner zwingend eine Steuererklärung abgeben?

Grundsätzlich muss jeder Steuerbürger, der mit seinen steuerpflichtigen Einkünften über dem Grundfreibetrag von 7.664 EUR (bis 2008) bzw. 7.834 EUR (2009) liegt oder vom Finanzamt dazu aufgefordert wird, eine Steuererklärung abgeben. Bei einem Rentenempfänger ergibt sich eine Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung, wenn er mit dem steuerpflichtigen Teil seiner Rente zzgl. ggf. weiterer Einkünfte über dem Grundfreibetrag liegt. Weitere Einkünfte sind z.B. Pensionen, Mieteinkünfte oder Einkünfte aus Kapitalvermögen (z.B. Zinsen), soweit sie nicht der Abgeltungsteuer unterlegen haben. Wurde von den Einnahmen Lohnsteuer einbehalten (z.B. Beamten- oder Werkspension), ist eine Steuererklärung abzugeben, wenn daneben weitere Einkünfte erzielt wurden, die 410 EUR jährlich übersteigen. Erfolgte ein Lohnsteuerabzug nach Steuerklasse V oder VI oder wurde auf der Lohnsteuerkarte ein Freibetrag eingetragen, besteht ebenfalls die Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung. Das bisherige Verfahren zur Ausstellung von Nichtveranlagungsbescheinigungen bleibt weiterhin bestehen.

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2 Ab welcher Rentenhöhe sind Steuern zu zahlen?

a) Sie beziehen nur Ihre gesetzliche Rente
Nach einer vereinfachten Modellrechnung bleiben in Deutschland ansässige Rentenempfänger mit Rentenbeginn im Jahr 2005 oder früher steuerunbelastet, wenn sie ausschließlich eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, der Alterssicherung der Landwirte oder berufsständischen Versorgungseinrichtungen bis zu einer Höhe von rund 19.000 EUR/Jahr (rund 1.583 EUR/Monat) bei Alleinstehenden beziehen.


Beispiel: Bei einer Jahresbruttorente von 19.009 EUR eines allein stehenden Rentners ohne andere Einkünfte ergibt sich folgende Berechnung des zu versteuernden Einkommens:

  Brutto-Rente

19.009 EUR

  Davon steuerpflichtiger Anteil 50 %

9.504 EUR

abzüglich Werbungskosten-Pauschbetrag

102 EUR

abzüglich Sonderausgaben für Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ca. 8,95 % der Rente

1.702 EUR

abzüglich Sonderausgaben-Pauschbetrag

36 EUR

ergibt zu versteuerndes Einkommen

7.664 EUR


Da der Grundfreibetrag im Jahr 2005 genau 7.664 EUR beträgt, ist keine Einkommensteuer festzusetzen. Für Verheiratete verdoppeln sich die o.g. Beträge. Bei späterem Rentenbeginn steigt der steuerpflichtige Teil der Rente an, daher tritt bereits bei etwas niedrigeren Renteneinnahmen eine Steuerbelastung ein:

Jahr des Rentenbeginns

Steuerunbelastete Rentenzahlungen bei alleinstehenden Rentnern in EUR

Steuerunbelastete Rentenzahlungen bei verheirateten Rentnern in EUR

2006 ca. 1.500 mtl./18.000 jährlich ca. 3.000 mtl./36.000 jährlich
2007 ca. 1.440 mtl./17.280 jährlich ca. 2.880 mtl./34.560 jährlich
2008 ca. 1.380 mtl./16.560 jährlich ca. 2.760 mtl./33.120 jährlich
2009 ca. 1.350 mtl./16.200 jährlich caca. 2.700 mtl./32.400 jährlich

b) Sie oder Ihr Ehegatte erzielen neben Ihrer Rente weitere Einkünfte
Wenn Sie oder Ihr Ehegatte zusätzlich zur Rente z.B. Lohneinkünfte, Beamtenpensionen, Betriebsrenten (Werkspensionen), Mieteinkünfte oder Einkünfte aus Kapitalvermögen (z.B. Zinsen) - soweit sie nicht ab 2009 der Abgeltungsteuer unterlegen haben - beziehen, können Steuern auch dann anfallen, wenn die Rente niedriger ist als die im Absatz zuvor genannten Beträge.


Da es auf die Höhe Ihrer Einkünfte insgesamt ankommt und die Ermittlung dieser Einkünfte - je nach Einkunftsart - sehr unterschiedlich ist, kann diese Frage nicht pauschal beantwortet werden. Bei Zweifelsfragen sollten Sie weitere Informationen einholen (z.B. beim Finanzamt, oder einem steuerlichen Berater).

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3 Ich bin mir nicht sicher, ob ich Steuern zahlen muss. Was kann ich tun?

Auf den Internetseiten der Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main steht Ihnen unter „Steuerberechnung” ein Alterseinkünfte-Rechner des Bayrischen Landesamtes für Steuern zur Verfügung. Damit können Sie Ihre Einkommensteuer für die Jahre 2005 bis 2009 überschlägig ermitteln und sich so einen Überblick über Ihre steuerliche Situation verschaffen. Diese Berechnungshilfe kann im Einzelfall allerdings eine individuelle steuerliche Beratung nicht ersetzen.

-> Renten Steuerrechner

-> Einkommensteuer-Rechner

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4 Ich habe für die vergangenen Jahre keine Steuererklärung abgegeben, obwohl ich hierzu verpflichtet gewesen wäre. Was muss ich tun?

Wenn Sie erkennen, dass Sie für die Vergangenheit Einkommensteuererklärungen hätten abgeben müssen, sind Sie verpflichtet, dies unverzüglich nachzuholen. Das zuständige Finanzamt kann Ihnen mitteilen, für welche zurückliegenden Kalenderjahre Sie ggf. weitere Steuererklärungen abzugeben haben. Sollten Sie vorsätzlich die erforderlichen Steuererklärungen nicht abgegeben haben, gehen Sie straffrei aus, wenn Sie für die zurückliegenden Jahre die Steuererklärungen nachreichen und die festgesetzte Steuer entrichten. Eine vorherige Kontaktaufnahme mit einem steuerlichen Berater wäre in diesem Fall allerdings zu empfehlen. Siehe auch Steuererklärung.

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5 Wo muss ich meine Rente auf der Anlage R eintragen?

  • Renten aus gesetzlichen Rentenversicherungen, landwirtschaftlichen Alterskassen, berufsständischen Versorgungseinrichtungen und sog. Basisrenten sind auf der Anlage R auf der Vorderseite, oberer Teil (Zeile 5) einzutragen.
  • Für Leistungen aus Lohneinkünften, Beamtenpensionen, Betriebsrenten (Werkspensionen) und andere Versorgungsbezüge wird eine Lohnsteuerbescheinigung ausgestellt. Die Beträge sind auf der Anlage N einzutragen.
  • Leistungen aus privaten Rentenversicherungen (ohne Basisrenten) sind auf der Anlage R, Vorderseite, unterer Teil einzutragen.
  • Für Leistungen aus Direktversicherungen, Pensionskassen, Pensionsfonds im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung und Auszahlungen aus einem privaten Riester-Vertrag erhalten Sie zu Beginn des Leistungsbezugs oder bei Änderung der Leistungshöhe eine Leistungsmitteilung. Die Beträge sind auf der Rückseite der Anlage R einzutragen.

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6 Welchen Betrag aus dem Rentenbescheid muss ich in die Anlage R eintragen?

Es ist stets der aus der Mitteilung des Rentenversicherungsträgers zu errechnende Jahresbruttobetrag der Rente einzutragen, der in der Regel nicht mit dem ausgezahlten Betrag identisch ist. Bei Auszahlung der Rente einbehaltene eigene Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gehören zum einzutragenden Jahresbruttobetrag. Diese können aber in der Anlage Vorsorgeaufwand steuermindernd als Sonderausgaben geltend gemacht werden.


Da es schwierig sein kann, allein aus den jährlichen Anpassungsmitteilungen der gesetzlichen Rentenversicherungsträger die zum Ausfüllen der Erklärung notwendigen Daten zu ermitteln, stellen die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung auf Antrag eine Bescheinigung für steuerliche Zwecke über die jährlich erhaltenen Rentenbeträge aus.

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7 Bis wann muss jährlich eine Steuererklärung abgegeben werden?

Wenn Sie eine Steuererklärung abgeben müssen, ist diese grundsätzlich bis zum 31.5. des Folgejahres (also für 2009 bis zum 31.5.2010) beim Finanzamt einzureichen. Sollten Sie Ihre Steuererklärung mit Hilfe eines Steuerberaters oder eines Lohnsteuerhilfevereines erstellen, ist Abgabetermin der 31.12. des Folgejahres. Siehe auch Steuererklärungsfrist.

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8 Welche Steuervergünstigungen gibt es?

Bestimmte Kosten der privaten Lebensführung können als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden. Als Sonderausgaben sind - im Rahmen der gesetzlichenHöchstbeträge - zum Beispiel abziehbar

  • der Eigenanteil zur Kranken- und Pflegeversicherung
  • Beiträge zur Haftpflichtversicherung
  • die gezahlte Kirchensteuer/das gezahlte Kirchgeld
  • Zuwendungen (Spenden) für steuerbegünstigte Zwecke
  • Beiträge an politische Parteien.
    • Als außergewöhnliche Belastungen werden zum Beispiel berücksichtigt
    • Pauschbetrag für behinderte Menschen ab einem Behinderungsgrad von 50 % (unter bestimmten Voraussetzungen bereits ab 30 %)
    • Aufwendungen für eine Heimunterbringung wegen Pflegebedürftigkeit
    • Krankheitskosten, soweit eine ärztliche Verordnung vorliegt
    • Beerdigungskosten, soweit der Nachlass nicht ausreicht, die Aufwendungen zu bezahlen, wenn diese Aufwendungen nicht durch Leistungen Dritter, z.B. eine Versicherung, ersetzt werden und soweit sie einen bestimmten Prozentsatz der eigenen Einkünfte - die zumutbare Belastung - übersteigen.
  • Darüber hinaus kommen Steuerermäßigungen bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen in Betracht, soweit sie in Ihrem eigenen Haushalt ausgeübt werden.

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1 Wo erhalte ich weitere Informationen zum Thema Besteuerung von Renten?

Bitte sprechen Sie bei weiteren Fragen Ihr Finanzamt oder steuerlichen Berater an. Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie außerdem in den Broschüren: Versicherte und Rentner: Informationen zum Steuerrechtherausgegeben von den Trägern der gesetzlichen Rentenversicherungen, erhältlich bei ihrem örtlichen Rentenversicherungsträger sowie unter www.deutsche-rentenversicherung.de sowie im Internetangebot des Bundesministeriums der Finanzen www.bundesfinanzministerium.de.

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2 Ich habe eine Nichtveranlagungsbescheinigung, verliert diese nun ihre Gültigkeit?

Nein. Ihre Nichtveranlagungsbescheinigung ist grundsätzlich weiterhin gütig. Sollte nach erneuter Überprüfung des Finanzamtes eine Veranlagung zur Einkommensteuer erforderlich sein, wird das Finanzamt die Nichtveranlagungsbescheinigung widerrufen und Sie zur Abgabe einer Steuererklärung auffordern. Sofern Sie selbst feststellen, dass durch eine Änderung der Einkommensverhältnisse die Voraussetzungen für die Erteilung einer Nichtveranlagungsbescheinigung nachträglich entfallen sind, geben Sie bitte die Bescheinigung an das zuständige Finanzamt zurück.

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3 Welches Finanzamt ist für beschränkt steuerpflichtige Rentenempfänger zuständig?

Das Finanzamt Neubrandenburg ist seit dem 1.1.2009 für die Besteuerung der beschränkt steuerpflichtigen Rentenempfänger zuständig, die ausschließlich mit Renteneinkünften zu veranlagen sind.
Beschränkt einkommensteuerpflichtig sind Sie, wenn Sie in Deutschland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, mit Ihren inländischen Einkünften, die von der gesetzlichen Rentenversicherung, landwirtschaftlichen Alterskassen und berufsständischen Versorgungseinrichtungen geleistet werden, sowie mit Renten, die von inländischen Versicherungsunternehmen oder Zahlstellen gewährt werden. Seit 2009 erstreckt sich die beschränkte Steuerpflicht auch auf Leistungen aus inländischen Pensionsfonds, Pensionskassen und Direktversicherungen, soweit diese auf steuerfreien Beiträgen oder Leistungen beruhen. Daneben können auch weitere inländische Einkünfte aus anderen Einkunftsarten der beschränkten Steuerpflicht unterliegen.


Auch wenn eine beschränkte Einkommensteuerpflicht dem Grunde nach besteht, bedeutet dies nicht, dass Sie in Deutschland Steuern zahlen müssen. Es hängt von den zwischenstaatlichen Vereinbarungen (sog. Doppelbesteuerungsabkommen) ab, welchem Staat das Besteuerungsrecht zusteht. Im Zweifelsfall sollten Sie sich beim Finanzamt Neubrandenburg erkundigen, ob Sie eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen.


Schriftverkehr richten Sie bitte an das: Finanzamt Neubrandenburg, Neustrelitzer Str. 120, 17033 Neubrandenburg, telefonische Auskünfte erhalten Sie unter der Telefonnummer 0395/44222-47000 beim Finanzamt Neubrandenburg.

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Der Steuerbescheid ist da, was nun?

Was können Sie gegen einen (geänderten) Steuerbescheid tun?

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Finanzamt oder Ihren steuerlichen Berater. Sie haben die Möglichkeit, innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Steuerbescheides schriftlich Einspruch gegen die Steuerfestsetzung einzulegen. Bitte beachten Sie: Durch einen Einspruch ergibt sich kein Zahlungsaufschub. Im Einspruchsverfahren können Sie für strittige Steuerbeträge die Aussetzung der Vollziehung beantragen, damit die Fälligkeit der Steuernachforderung ausgesetzt wird.

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Weitere Infos zur Rente & Steuer:


Weitere Renten-Rechner:

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Rechtsgrundlagen zum Thema: Rentner

EStG 
EStG § 3

EStR 
EStR R 6a. (Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen

EStR R 33a.1 Aufwendungen für den Unterhalt und eine etwaige Berufsausbildung

LStR 
R 3.26 LStR Steuerbefreiung für nebenberufliche Tätigkeiten

EStH 3.14 10.4 32.9

Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:


BFH Urteile zu diesem Thema und weiteres:



Steuerberater

Dipl.-Kfm. Michael Schröder, Steuerberater
Schmiljanstraße 7, 12161 Berlin
(Tempelhof-Schöneberg/ Friedenau)
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Termine nur nach vorheriger Vereinbarung. Anfragen bitte nur per E-Mail.

Wichtiger Hinweis: Zur Zeit nehme ich keine neuen Mandanten an.


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