Inflation

Inflationsrate in Deutschland berechnen

Wie hoch ist die Inflation in Deutschland (Statistisches Bundesamt)?



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Inflationsrechner mit Inflationsfaktor

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Wert (Heutiger Betrag)50000Euro
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Zukünftiger Wert:4.648,05Euro
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Inflationsfaktor:0,92961

Inflation & Inflationsrate einfach erklärt

Definition Inflation: Inflation ist kein feststehender Begriff, er bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch einen über mehrere Perioden anhaltenden Anstieg des Preisniveaus. Man spricht von „Inflation“, wenn die Preise für Waren und Dienstleistungen allgemein steigen und nicht nur die Preise einzelner Produkte. Ist dies der Fall, so kann man für einen Euro weniger kaufen oder anders ausgedrückt: Ein Euro ist dann weniger wert als zuvor. Die Inflation kann unter anderem anhand des Verbraucherpreisindex für Deutschland gemessen werden, den das Statistische Bundesamt jeden Monat berechnet und veröffentlicht. Die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahreszeitraum wird oft als Inflationsrate bezeichnet. Sie ist ein Maßstab dafür, wie sich innerhalb eines Jahres die Preise für private Verbrauchsausgaben in Deutschland im Durchschnitt verändern. Synonym verwendet werden die Begriffe "Teuerung" beziehungsweise "Teuerungsrate".

Der Einkommensteuertarif ist so gestaltet, dass die Steuerbelastung bei kleinen und mittleren Einkommen nicht gleichmäßig, sondern überproportional steigt: Eine Lohnerhöhung von 1 % kann zu einer Steuermehrbelastung von 1,8 % führen. Dieser Effekt wird als Progression bezeichnet. Durch Lohnerhöhungen wird oftmals nur die Inflation ausgeglichen, die reale Kaufkraft steigt aber kaum. Die Ursache für steigende Steuern, ist die sogenannte "kalten Progression". Kalte Progression heißt, dass Lohnerhöhungen ungeachtet steigender Inflation besteuert werden. Der sog. Grundfreibetrag wurde in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht (2022 = 9.984 EUR). Wirklich effiziente Maßnahmen gegen die kalte Progression hat der Gesetzgeber aber bisher nicht getroffen. Auch die Sozialabgaben steigen stetig an. Aufgrund des prognostisch angelegten Existenzminimumsberichts kann der Gesetzgeber nicht auf die aktuellen Preisentwicklungen im jeweiligen Jahr reagieren, so dass der Grundfreibetrag einen erhöhten Mehrbedarf durch aktuelle Entwicklungen nicht abbilden kann.

Das geltende Einkommensteuerrecht sei auf relativ stabile Geldwertverhältnisse zugeschnitten. Nur unter dieser Voraussetzung entfalte das Nominalwertprinzip seinen vollen Sinn und diene der Verwirklichung der Steuergerechtigkeit. Der Vorstellung möglichst gleichmäßiger Belastung aller Steuerpflichtigen entspreche es, wenn Erträge aus Kapitalvermögen und Sachbesitz in gleicher Weise steuerlich belastet würden. Die andauernde Inflation führe jedoch unter Verletzung von Art. 3 Abs. 1 GG zu einer zunehmenden Begünstigung der Inhaber von Sachwerten und gleichzeitig zu einer Benachteiligung der Besitzer von Kapitalanlagen. Bei wirtschaftlicher Betrachtung erlangten die Erträge aus den der Entwertung unterliegenden Geldvermögen ganz oder teilweise die Bedeutung eines Kapitalersatzes und verlören dementsprechend ihre ursprüngliche Bedeutung als Frucht des Kapitals. Dagegen seien die Erträge aus Sachbesitz weiterhin als echte Früchte anzusehen. Zu diesen trete die Wertsteigerung des Sachanlagevermögens in der Inflation hinzu. Wegen dieser Verschiebung der wirtschaftlichen Verhältnisse verstoße es gegen das Gleichheit gebot, wenn die Erträge ans Kapital- und Sachbesitz steuerlich weiterhin gleichbehandelt würden.

Die Besteuerung der Kapitalzinsen bei den derzeitigen hohen Inflationsraten erweise sich auch als Verstoß gegen die Eigentumsgarantie des Art. 14 GG. Die Steuerquelle selbst dürfe nicht angegriffen und die Nutzbarkeit des Eigentums unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht ganz oder teilweise ausgeschlossen werden. Deshalb dürfe die Besteuerung der Erträge des Kapitalvermögens nur so weit eingreifen, daß dem Steuerpflichtigen ein angemessener Restertrag verbleibe. Dies sei nicht mehr der Fall. Angesichts der anhaltenden Geldentwertung werde die Steuerleistung nicht mehr allein von den Zinsen, sondern zum Teil auch vom Kapitalstamm getragen. Die Zinsen hätten in der Inflation ihren Charakter als Frucht des Kapitals verloren, soweit sie die jeweilige Geldentwertungsrate nicht überstiegen. Dabei komme es entgegen der Auffassung des Bundesfinanzhofs nicht auf die am Markt erzielbare bestmögliche Verzinsung, sondern auf den Ertrag an, den ein Kapitalbesitzer im Einzelfall aus der von ihm gewählten Anlageform erhalte. Bei der Masse der Sparer liege dieser Ertrag unter der Geldentwertungsrate. Auch bei langfristigen Spareinlagen ergebe sich bei einer großen Zahl von Sparern, daß bei einem je nach Einkommen höheren Steuersatz die Steuern von Zinsen mit aus der Substanz entrichtet werden müßten. Es sei irreführend, den Wertverlust des Kapitalvermögens nicht auch auf die Besteuerung der Erträge, sondern in erster Linie auf die Geldentwertung zurückzuführen. Die Einführung des Sparerfreibetrags bei gleichzeitiger Senkung der Werbungskostenpauschale mit Wirkung vom 1. Januar 1975 habe den Sparern nur eine geringe, ungenügende Entlastung gebracht. Es müßten weitere Korrekturen vorgenommen werden, um der Einkommensbesteuerung der Substanz bei den Kapitalbesitzerin wirksam vorzubeugen.


Inflationsausgleichsgesetz

Bundesfinanzminister Christian Lindner hat am 10.8.2022 ein Inflationsausgleichsgesetz vorgestellt. Darin sind die Absenkung des Einkommensteuertarif und die Erhöhung des Kindergelds vorgesehen.

Neue Einkommensteuertarife 2023 und 2024

Beim Einkommensteuertarif ( § 32a EStG ) sollen nach dem Eckpunktepapier des BMF soll der Grundfreibetrag angehoben und die Tarifeckwerte verschoben werden.

Zum 1.1.2023 ist eine Anhebung desGrundfreibetrags um 285 EUR auf 10.632 EUR vorgesehen. Für 2024 wird eine weitere Anhebung um 300 EUR auf 10.932 EUR vorgeschlagen.

Die sogenannten Tarifeckwerte sollen entsprechend der erwarteten Inflation erhöht werden. Das bedeutet, dass der Spitzensteuersatz 2023 bei 61.972 statt bisher 58.597 EUR greifen. 2024 soll er ab 63.515 EUR beginnen. Die Tarifeckwerte zur sog. "Reichensteuer" werden unverändert beibehalten.

Bisher 2023 2024
Eingangsteuersatz 10.348 bis 14.926 10.633 bis 15.786 10.933 bis 16.179
Progressionsphase 14.927 bis 58.596 15.787 bis 61.971 16.180 bis 63.514
Spitzensteuersatz (42 %) ab 58.597 ab 61.972 ab 63.515
"Reichensteuer" (45 %) ab 277.826 ab 277.826 ab 277.826

Das BMF hat hierzu auch Entlastungsbeispiele berechnet, die auf der Internetseite des BMF abgerufen werden können.

Erhöhung des Kindergelds und des Kinderfreibetrags

Der Kinderfreibetrag ( § 32 Absatz 6 EStG ) soll für jeden Elternteil

  • rückwirkend im Jahr 2022 von 2.730 EUR auf 2.810 EUR,
  • im Jahr 2023 von 2.810 EUR auf 2.880 EUR,
  • im Jahr 2024 von 2.880 Euro auf 2.994 EUR angehoben werden.

Das Kindergeld ( § 66 EStG ) soll in den Jahren 2023 bis 2024 schrittweise erhöht werden:

Bisher Ab 1.1.2023 Ab 1.1.2024
1. Kind 219 227 233
2. Kind 219 227 233
3. Kind 227 227 233
4. Kind und weitere Kinder 250 250 250

Anhebung des Unterhalthöchstbetrags

Der Unterhalthöchstbetrag ( §33a EStG ) für 2022 soll von 9.984 EUR auf 10.347 EUR angehoben werden. So können mehr Kosten, die etwa für Berufsausbildung oder Unterhalt für eine unterhaltberechtigte Person anfallen, steuerlich geltend gemacht werden. Zukünftige Anpassungen sollen über einen dynamischer Verweis auf die Höhe des Grundfreibetrags automatisiert werden.

Anpassung im parlamentarischen Verfahren möglich

Bei den Eckpunkten für ein Inflationsausgleichsgesetz wurden die Daten der Frühjahrsprojektion der Bundesregierung zu Grunde gelegt. Wenn der Progressionsbericht beziehungsweise die Daten der Herbstprojektion vorliegen, soll eine Anpassung im parlamentarischen Verfahren für ein Inflationsausgleichsgesetz erfolgen.

Eckpunkte für ein Inflationsausgleichsgesetz


Was ist die aktuelle Inflationsrate? Verbraucherpreisindex für Deutschland

Verbraucherpreisindex insgesamt

Jeden Monat veröffentlicht das Statistische Bundes­amt den aktuellen Verbraucherpreisindex. Wie er entsteht, wie er mit der Inflationsrate zusammen­hängt und was es mit Warenkorb und Wägungsschema auf sich hat, erklärt unser kurzes Video.

Wie der Verbraucherpreisindex entsteht, wie er mit der Inflationsrate zusammenhängt und was es mit Warenkorb auf sich hat, erklärt der Video:


Hier finden Sie die aktuelle Inflationsrate in der Tabelle Verbraucherpreisindex für Deutschland


Weitere Tabellen zu Verbraucherpreis


Wie kann ich aus zwei Indexständen eine Veränderungsrate berechnen?

Die allgemeine Formel zur Berechnung einer prozentualen Veränderungsrate aus zwei Indexständen beruht auf einem Dreisatz:

Veränderung in Prozent = neuer Indexstand / alter Indexstand * 100 – 100


Diese Formel kann sowohl beim Vergleich beliebiger Jahresdurchschnittswerte als auch beim Vergleich beliebiger Berichtsmonate verwendet werden. In der Verbraucherpreisstatistik werden üblicherweise Veränderungsraten für das Vorjahr sowie den Vormonat und den Vorjahres­monat berechnet. Diese Veränderungsraten finden Sie genauso wie die Indizes im Tabellenteil der Themenseite der Verbraucherpreise.


Beispiel: Auf der Basis 2010 = 100 erreichte der Verbraucherpreisindex im März 2008 einen Indexstand von 98,3, im November 2013 betrug dieser 106,1. Die Veränderungsrate zwischen März 2008 und November 2013 berechnet sich folgendermaßen:
Veränderung in Prozent = 106,1 / 98,3 * 100 - 100 = 7,9 %


Alternativ können Sie die Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex für Ihren gewünschten Zeitraum mit unserem Rechner berechnen.


Inflation und Rechnungslegung/ Rechnungswesen

IAS 19 90

International Accounting Standard 19 Leistungen an Arbeitnehmer i.d.F. 13.03.2019
IAS 19 90 i.d.F. 13.03.2019 Leistungen nach...Schätzungen künftiger Gehaltssteigerungen berücksichtigen Inflation , Betriebszugehörigkeit, Beförderungen ...

IAS 36 40

International Accounting Standard 36 Wertminderung von Vermögenswerten i.d.F. 22.11.2016
IAS 36 40 i.d.F. 22.11.2016 Bewertung des...der künftigen Cashflows und des Abzinsungssatzes spiegeln stetige Annahmen über die auf die allgemeine Inflation zurückzuführenden Preissteigerungen wider. Wenn der Abzinsungssatz die Wirkung von Preissteigerungen, die auf die allgemeine Inflation zurückzuführen sind, einbezieht, ...

IAS 19 96

International Accounting Standard 19 Leistungen an Arbeitnehmer i.d.F. 13.03.2019
IAS 19 96 i.d.F. 13.03.2019 Leistungen nach...Kosten medizinischer Versorgung sind erwartete Kostentrends für medizinische Dienstleistungen aufgrund von Inflation oder spezifischer Anpassungen der ...

IAS 19 78

International Accounting Standard 19 Leistungen an Arbeitnehmer i.d.F. 13.03.2019
IAS 19 78 i.d.F. 13.03.2019 Leistungen nach...Annahmen sind aufeinander abgestimmt, wenn sie die wirtschaftlichen Zusammenhänge zwischen Faktoren wie Inflation , Lohn- und Gehaltssteigerungen und ...

IAS 23 9

International Accounting Standard 23 Fremdkapitalkosten i.d.F. 14.03.2019
IAS 23 9 i.d.F. 14.03.2019 Ansatz...Nutzen erwächst und die Kosten verlässlich bewertet werden können. Wenn ein Unternehmen IAS 29 Rechnungslegung ...

IAS 16 62A

International Accounting Standard 16 Sachanlagen i.d.F. 31.10.2017
IAS 16 62A i.d.F. 31.10.2017...bei Absatzvolumen und -preisen beeinflusst. Die Preiskomponente der Umsatzerlöse kann durch Inflation beeinflusst werden, was sich nicht ...

IAS 36 53

International Accounting Standard 36 Wertminderung von Vermögenswerten i.d.F. 22.11.2016
IAS 36 53 i.d.F. 22.11.2016 Bewertung des...diese Preise im Hinblick auf die Auswirkungen künftiger Preiserhöhungen aufgrund der allgemeinen Inflation und spezieller künftiger ...

IAS 19 29

International Accounting Standard 19 Leistungen an Arbeitnehmer i.d.F. 13.03.2019
IAS 19 29 i.d.F. 13.03.2019 Leistungen nach...in der Vergangenheit stets die Leistungen für ausgeschiedene Arbeitnehmer erhöht hat, um sie an die Inflation anzupassen, selbst wenn dazu keine ...

IAS 38 98A

International Accounting Standard 38 Immaterielle Vermögenswerte i.d.F. 29.11.2019
IAS 38 98A i.d.F. 29.11.2019 Immaterielle...Veränderungen bei Absatzvolumen und -preisen beeinflusst. Die Preiskomponente der Umsatzerlöse kann durch Inflation beeinflusst werden, was sich nicht auf ...

IAS 19 88

International Accounting Standard 19 Leistungen an Arbeitnehmer i.d.F. 13.03.2019
IAS 19 88 i.d.F. 13.03.2019 Leistungen nach...in der Vergangenheit stets die Leistungen erhöht hat, beispielsweise um die Auswirkungen der Inflation zu mindern, und nichts darauf ...

IAS 39 AG99F

International Accounting Standard 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung i.d.F. 15.01.2020
IAS 39 AG99F i.d.F. 15.01.2020 Anhang...als verlässlich bewertbar betrachtet. (b) Die Inflation ist weder einzeln ...

IAS 39 AG33

International Accounting Standard 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung i.d.F. 22.09.2016
IAS 39 AG33 i.d.F. 22.09.2016 Anhang A: Leitlinien für die Anwendung Dieser Anhang ist Bestandteil des...da IAS 21 vorschreibt, dass ...

IFRS 9 B4.3.8

International Financial Reporting Standard 9 Finanzinstrumente i.d.F. 15.01.2020
Ein solches Derivat wird nicht von seinem Basisinstrument getrennt, da gemäß IAS 21...Derivat ist eng mit dem Basisvertrag verbunden, wenn das eingebettete Derivat (i) ein an die Inflation gekoppelter Index wie z. B. im ...

IAS 29 21

International Accounting Standard 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern i.d.F. 23.01.2009
IAS 29 21 i.d.F. 23.01.2009 Anpassung des...21 Die Auswirkungen der Inflation werden im Regelfall in ...

IFRIC 7 3

IFRIC 7 i.d.F. 17.12.2008
Berichtszeitraum nicht hochinflationär war, hat das Unternehmen die Vorschriften von IAS 29 so anzuwenden,...frühesten Berichtszeitraums, der im Abschluss dargestellt wird, anzupassen, so dass den Auswirkungen der Inflation ab dem Zeitpunkt Rechnung getragen ...

IAS 29 27

International Accounting Standard 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern i.d.F. 23.01.2009
IAS 29 27 i.d.F. 23.01.2009 Anpassung...[1] Hat ein Unternehmen in einer Periode der Inflation mehr monetäre Forderungen als ...



Rechtsgrundlagen zum Thema: Inflation

AEAO 
AEAO Zu § 66 Wohlfahrtspflege:


Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:



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