Wechsel der Gewinnermittlungsart + Ermittlung des Übergangsgewinns

Wechsel der Gewinnermittlungsart

Bei einem Wechsel der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG zur Bilanzierung bzw. Wechsel von Bilanzierung zur Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG, müssen Sie einen Übergangsgewinn ermitteln.

Berechnen Sie den Übergangsgewinn


Anzahlungen auf GWG

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Warenbestand (RHB)

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Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

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Sonstige Vermögensgegenstände

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Forderungen aus Umsatzsteuer (Vorsteuerüberschuss)
Euro
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

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Rückstellungen

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Erhaltene Anzahlungen

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Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

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Sonstige Verbindlichkeiten

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Umsatzsteuerverbindlichkeiten

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Lohnverbindlichkeiten

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Passive Rechnungsabgrenzungsposten

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Warenbestand (RHB)

Euro
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
(Vortrag des EB-Wertes für die Gewinnermittlung)
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Forderungen aus Umsatzsteuer – VSt.-Überschuss
(Vortrag des EB-Wertes für die Gewinnermittlung)
Euro
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Euro
Rückstellungen

Euro
Erhaltene Anzahlungen
(Vortrag des EB-Wertes für die Gewinnermittlung)
Euro
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
(Vortrag des EB-Wertes für die Gewinnermittlung)
Euro
Umsatzsteuerverbindlichkeiten
(Vortrag des EB-Wertes für die Gewinnermittlung)
Euro
Lohnverbindlichkeiten
(Vortrag des EB-Wertes für die Gewinnermittlung)
Euro
Passive Rechnungsabgrenzungsposten
Euro

 

Wechsel der Gewinnermittlungsart
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Auswirkungen durch den Wechsel

Bei der Einnahmenüberschussrechnung werden die Einnahmen und Ausgaben erfasst, sobald der Unternehmer die Beträge erhalten bzw. gezahlt hat. Bei der Bilanzierung ist der Zeitpunkt maßgebend, in dem die Forderungen und Verbindlichkeiten entstanden sind.

Die Gewinne werden also zu unterschiedlichen Zeitpunkten realisiert. Bei einem Wechsel zur Bilanzierung können daher einige Geschäftsvorfälle doppelt und andere überhaupt nicht erfasst werden. Das EStG enthält keine Regelung, die vorschreibt, wie in solchen Fällen zu verfahren ist. Da beide Arten der Gewinnermittlung zum selben Totalgewinn führen müssen, geht die Rechtsprechung davon aus, dass jeder Geschäftsvorfall sich einmal auswirken muss, also weder doppelt noch überhaupt nicht (BFH, Urt. v. 24.01.1985 – IV R 155/83).

Beispiel:

Der Unternehmer ermittelt seinen Gewinn bisher mit einer Einnahmenüberschussrechnung. Das Finanzamt hatte ihn aufgefordert, ab dem 01.01.2016 zur Bilanzierung zu wechseln. Der Unternehmer musste auf den 01.01.2016 eine Eröffnungsbilanz erstellen.

Faktoren, die sich noch nicht ausgewirkt haben, müssen beim Übergang korrigiert werden. Das zutreffende Ergebnis erreicht man, indem man beim Wechsel Zu- und Abschläge vornimmt. Der Saldo dieser Zu- und Abschläge ist der Korrekturposten, der wie folgt ermittelt wird:

+ Hinzurechnungsbetrag

Geschäftsvorfälle , die sich noch nicht gewinnerhöhend ausgewirkt haben und sich nach Aufstellung der Eröffnungsbilanz auch nicht mehr auswirken werden.

– Abzugsbetrag

Geschäftsvorfälle , die sich bereits gewinnerhöhend ausgewirkt haben und die bei der Bilanzierung ein zweites Mal erfasst werden. Geschäftsvorfälle, die sich noch nicht gewinnmindernd ausgewirkt haben und sich nach dem Übergang zur Bilanzierung auch nicht mehr auswirken.

= Korrekturposten

zu erfassen im ersten Jahr oder beim Wechsel zur Bilanzierung gleichmäßig verteilt auf zwei oder drei Jahre nach dem Übergang

In der Eröffnungsbilanz weist der Unternehmer u.a. eine Forderung gegenüber seinem Kunden i.H.v. (10.000 € + 1.900 € Umsatzsteuer =) 11.900 € aus. Es handelt sich um eine Leistung, die er im Jahr 2015 ausgeführt und auch abgerechnet hat. Der Kunde hat seine Rechnung am 01.01.2016 noch nicht bezahlt. Der Kunde zahlt den Rechnungsbetrag erst am 20.01.2016.


Wechsel von Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG zur Bilanzierung

Bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG ist das Zufluss-Abfluss-Prinzip nach § 11 EStG maßgeblich. Das heißt, Einnahmen und Ausgaben sind zum Zeitpunkt des Zuflusses bzw. Abflusses erfolgswirksam. Im Gegensatz dazu werden die Geschäftsvorfälle bei bilanzierenden Unternehmen periodengerecht abgegrenzt, das heißt, sie sind in dem Wirtschaftsjahr Aufwand oder Ertrag, in das sie wirtschaftlich gehören, unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung.

Dies führt beim Wechsel der Gewinnermittlungsart dazu,

  • dass Einnahmen bzw. Ausgaben doppelt berücksichtigt werden und sowohl in der Gewinnermittlung als auch in der Bilanz des folgenden Wirtschaftsjahres ergebniswirksam sind.
  • dass Einnahmen bzw. Ausgaben weder in der Gewinnermittlung noch in der Bilanz des folgenden Jahres ergebniswirksam sind.

Wechsel von Bilanzierung zur Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG

Bei Unternehmen die ihren Gewinn nach § 4 Abs. 1 oder § 5 EStG ermitteln, werden die Geschäftsvorfälle periodengerecht gebucht, das heißt in dem Wirtschaftsjahr berücksichtigt, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Der Zeitpunkt der Zahlung ist nicht von Bedeutung. Bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG erfolgt die ergebniswirksame Berücksichtigung grundsätzlich zum Zeitpunkt der Zahlung.

Dies führt beim Wechsel der Gewinnermittlungsart dazu,

  • dass Einnahmen bzw. Ausgaben doppelt berücksichtigt werden und sowohl in der Bilanz als auch in der Gewinnermittlung des folgenden Wirtschaftsjahres ergebniswirksam sind.
  • dass Einnahmen bzw. Ausgaben weder in der Bilanz noch in der Gewinnermittlung des folgenden Jahres ergebniswirksam sind.

Übergang von der Bilanzierung zur Einnahmenüberschussrechnung

Beim Übergang zur Einnahmenüberschussrechnung stellt die Schlussbilanz, z.B. zum 31.12.2015, die Grundlage dar. Hier sind alle betrieblichen Werte erfasst (z.B. Bank, Kasse, Anlagevermögen, Forderungen, Verbindlichkeiten, Rechnungsabgrenzungen, Waren- und Materialbestände). Wegen der systembedingten Unterschiede der beiden Gewinnermittlungsarten kommt es beim Übergang zu Unstimmigkeiten. Damit kein falscher Gesamtgewinn ausgewiesen wird, muss jede Position der Steuerbilanz untersucht und folgende Fragen beantworten werden:

– Welche Gewinnauswirkungen haben sich bereits nach der Systematik der Bilanzierung ergeben?

– Welche Gewinnauswirkungen treten bei der Einnahmenüberschussrechnung ein?

Welche Gewinnauswirkungen treten nach dem Wechsel ohne Zu- und Abrechnungen ein?

Posten der Steuerbilanz, bei denen keine Gewinnkorrektur erforderlich ist

Es gibt eine Reihe von Bilanzposten, bei denen bei einem Wechsel zur Einnahmenüberschussrechnung keine Gewinnkorrektur erforderlich ist. Das sind dieselben Posten, bei denen auch beim umgekehrten Wechsel keine Gewinnauswirkung eintritt.


Nicht abnutzbares Anlagevermögen

Nicht abnutzbares Anlagevermögen (z.B. Grund und Boden) wird bei beiden Gewinnermittlungsarten gleich behandelt. Es erfolgt somit keine Korrektur.

Abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens

Abnutzbares Anlagevermögen (z.B. Firmen-Pkw, Büromöbel) müssen bei der Einnahmenüberschussrechnung ebenso abgeschrieben werden wie bei der Bilanzierung. Maßgebend für den Beginn der Abschreibung ist in beiden Fällen der Zeitpunkt der Anschaffung oder Herstellung und nicht der Zeitpunkt der Zahlung. Es gibt keine Unterschiede und somit auch keinen Korrekturposten.

 

 

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