Achtung Phishing: Gefälschte E-Mails der Steuerverwaltung im Umlauf – So schützen Sie Ihr Konto!

Aktuell schlagen die Sicherheitsbehörden Alarm: Das Bayerische Landesamt für Steuern warnt vor einer massiven Welle betrügerischer Nachrichten. Gefälschte E-Mails der Steuerverwaltung überschwemmen derzeit die Postfächer von Unternehmen, Selbstständigen und Privatpersonen. Die Betrüger nutzen dabei das offizielle ELSTER-Logo und ein täuschend echtes Design, um an Ihre sensiblen Daten zu gelangen. Wer hier unbedacht klickt, riskiert den Verlust von Kontodaten oder den Identitätsdiebstahl.

Erfahren Sie in diesem Ratgeber, wie Sie die perfide Masche sofort durchschauen und worauf Sie jetzt unbedingt achten müssen.

Die Masche: Wie gehen die Cyber-Kriminellen vor?

Die aktuellen Betrugs-E-Mails sind optisch extrem professionell gestaltet. Die Täter setzen gezielt auf psychologischen Druck und nutzen zwei Hauptszenarien, um Sie zum Handeln zu bewegen:

  1. Die falsche Frist: Es wird behauptet, dass eine dringende Nachricht oder ein Handlungsbedarf in Ihrem ELSTER-Konto vorliegt und Ihr Zugang andernfalls gesperrt wird.
  2. Die angebliche Steuererstattung: Ihnen wird eine Steuererstattung in Aussicht gestellt. Um das Geld zu erhalten, müssten Sie lediglich Ihre Kontoverbindung oder Kreditkartendaten „verifizieren“.

Die E-Mails beginnen oft mit einer allgemeinen Anrede wie „Guten Tag“ und tragen Betreffzeilen wie „Neue Nachricht in Ihrem ELSTER-Postfach“. Selbst die Absenderadresse wird oft so manipuliert, dass sie auf den ersten Blick wie eine offizielle Behörden-Mail aussieht.

Infobox: Was bedeuten diese Begriffe?

  • Phishing: Ein Kunstwort aus „Password“ und „Fishing“ (Angeln). Es beschreibt den Versuch von Betrügern, über gefälschte Webseiten oder E-Mails an Ihre geheimen Zugangsdaten, Passwörter oder Bankinformationen zu gelangen.
  • ELSTER-Postfach: Das hochsichere, persönliche Postfach innerhalb des offiziellen Online-Finanzamts (elster.de). Nur hier werden steuerrelevante Dokumente rechtssicher und verschlüsselt digital zugestellt.

Der Sicherheits-Check: So entlarven Sie die Fake-Mails

Die echte Steuerverwaltung hält sich an strikte Dienstwege. Wenn Sie eine E-Mail erhalten, die angeblich vom Finanzamt oder von ELSTER stammt, gleichen Sie sie mit den folgenden goldenen Regeln ab:

  • Keine Abfrage sensibler Daten: Die Steuerverwaltung fordert Sie niemals per E-Mail auf, Passwörter, PINs, Kontoverbindungen, Kreditkartennummern oder Sicherheitsfragen preiszugeben.
  • Keine Rechnungen oder Daten im Anhang: Offizielle Stellen senden Ihnen keine Steuerdaten, Bescheide oder Rechnungen als Mail-Anhang (z. B. als PDF oder Word-Datei).
  • Die echte ELSTER-Benachrichtigung: Wenn Sie eine echte E-Mail von ELSTER erhalten, enthält diese lediglich die neutrale Information, dass eine neue Nachricht in Ihrem geschützten Portal für Sie bereitliegt. Es gibt darin keinen direkten Link, der Sie zu einer Login-Seite führt, auf der Sie Bankdaten eingeben müssen.

Was müssen Sie tun, wenn Sie eine solche Mail erhalten?

Haben Sie eine verdächtige E-Mail erhalten? Bewahren Sie Ruhe und gehen Sie wie folgt vor:

AktionErlaubt / Empfohlen?Warum?
Mail sofort löschenJa (Dringend)So verhindern Sie, dass Sie oder Mitarbeiter später versehentlich darauf klicken.
Links oder Buttons klickenNEIN (Niemals)Diese führen auf gefälschte Login-Seiten, die Ihre Daten abgreifen.
Anhänge öffnenNEIN (Niemals)Anhänge können Schadsoftware (Viren/Trojaner) auf Ihrem PC installieren.
Finanzamt anrufenJa (Bei Zweifel)Wählen Sie die Nummer Ihres zuständigen Finanzamts (nicht aus der Mail!), um nachzufragen.

Fazit: Wachsamkeit schützt Ihr Unternehmen

Cyber-Kriminelle werden immer geschickter. Schulen Sie auch Ihre Mitarbeiter in der Buchhaltung, bei E-Mails mit dem Absender „Finanzamt“ oder „ELSTER“ doppelt genau hinzusehen. Im Zweifel gilt immer: Loggen Sie sich niemals über einen Link in einer E-Mail ein, sondern rufen Sie die offizielle Seite www.elster.de separat im Browser auf.

Disclaimer: Dieser Beitrag stellt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung dar und ersetzt nicht das persönliche Gespräch mit einem Steuerberater oder einem Experten für IT-Recht.