Gewerbesteuer: Tätigkeit als Werbefilm-Produzentin ist keine freiberufliche Tätigkeit und deshalb gewerbesteuerpflichtig

Finanzgericht Köln, 3 K 265/15

Datum:
25.04.2018
Gericht:
Finanzgericht Köln
Spruchkörper:
3. Senat
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
3 K 265/15
ECLI:
ECLI:DE:FGK:2018:0425.3K265.15.00
Tenor:

Die Klage wird abgewiesen.

Die Klägerin trägt die Kosten des Verfahrens.

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Scheidungsfolgenvereinbarung: Abfindungszahlung zur Vermeidung eines schuldrechtlichen Versorgungsausgleiches keine Sonderausgaben

Finanzgericht Köln, 11 K 1494/14

Datum:
16.02.2018
Gericht:
Finanzgericht Köln
Spruchkörper:
11. Senat
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
11 K 1494/14
ECLI:
ECLI:DE:FGK:2018:0216.11K1494.14.00
Tenor:

Die Klage wird abgewiesen.

Der Kläger trägt die Kosten des Verfahrens.

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Abgabenordnung: Grenzüberschreitender Informationsaustausch

Finanzgericht Köln, 2 V 174/18

Datum:
13.04.2018
Gericht:
Finanzgericht Köln
Spruchkörper:
2. Senat
Entscheidungsart:
Beschluss
Aktenzeichen:
2 V 174/18
Tenor: Der Antrag wird abgelehnt.

Die Kosten des Verfahrens trägt die Antragstellerin.

Der Streitwert wird auf 5.000 € festgesetzt.

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Gesetz zur Anpassung von Finanzmarktgesetzen an die Verordnung (EU) 2017/2402 und an die durch die Verordnung (EU) 2017/2401 geänderte Verordnung (EU) Nr. 575/2013

Das Bundeskabinett hat am 20.06.2018 den Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Anpassung von Finanzmarktgesetzen an die Verordnung (EU) 2017/2402 und an die durch die Verordnung (EU) 2017/2401 geänderte Verordnung (EU) Nr. 575/2013 beschlossen. Mit dem Gesetz sollen Finanzmarktgesetze an zwei EU-Verordnungen angepasst werden, die die Regulierung von Verbriefungen zum Gegenstand haben. Dabei handelt es sich um die Verordnungen (EU) 2017/2401 und (EU) 2017/2402.

Quelle: BMF, Mitteilung vom 25.06.2018

Festsetzung der Versorgungsbezüge im Einzelfall rechtmäßig

Dem 1952 geborenen Kläger, einem ehemaligen Ministerialrat im Landesdienst, bescheinigte das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung, der Grad seiner Behinderung (GdB) betrage 40. Nach einem Unfall und hierdurch bedingt zwei Operationen stand fest, dass der Kläger weitere Beeinträchtigungen zurückbehalten würde. In der Folge beantragte er bei der zuständigen Stelle die Erhöhung seines GdB. Noch vor Abschluss des Verfahrens bat er im März 2016 um die vorzeitige Versetzung in den Ruhestand mit dem Hinweis, er gehe davon aus, dass der Gesamtabzug von seiner Pension 3,6 % betrage. Sein Antrag wurde unter dem 14. April 2016 positiv beschieden und der Kläger zum Ende des Monats Juni 2016 in den Ruhestand versetzt. Dementsprechend setzte das Landesamt für Finanzen die Versorgungsbezüge fest und nahm den angekündigten Abzug in Höhe von 3,6 % vor. Hiergegen erhob der Kläger nach erfolglosem Widerspruchsverfahren Klage und brachte vor, mittlerweile sei der Grad seiner Behinderung auf 50 erhöht worden. Von daher verbiete sich eine Reduzierung seiner Bezüge um 3,6 %.

Die Klage gegen die Festsetzung der Versorgungsbezüge hatte keinen Erfolg. Zwar ermöglichten, so die Koblenzer Richter, die landesbeamtenrechtlichen Vorschriften einem Beamten, der schwerbehindert sei, nach Vollendung des 63. Lebensjahres den vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand. Voraussetzung sei aber, dass der Beamten ausdrücklich einen solchen Antrag stelle. Dies sei im vorliegenden Fall nicht geschehen. Der Kläger habe bei seinem Antrag auf Pensionierung mit keinem Wort seine Schwerbehinderung und das zu diesem Zeitpunkt noch laufende Verfahren betreffend die Erhöhung des Grades seiner Behinderung erwähnt. Vielmehr habe er selbst auf den berechneten Versorgungsabschlag hingewiesen. Angesichts dessen musste sein Dienstherr davon ausgehen, dass der Kläger nicht wegen seiner Schwerbehinderung die Ruhestandsversetzung beantragt habe. Zudem habe der Kläger den bestandskräftigen Bescheid vom 14. April 2016, mit dem er ohne besondere Rechtfertigung in den Ruhestand versetzt worden sei, nicht angegriffen. Eine nachträgliche Auswechslung des Grundes und damit eine Berücksichtigung seiner Schwerbehinderung für die Zurruhesetzung sei nach den Grundsätzen des Beamtenrechts nicht möglich. Diese Bewertung verletze auch nicht die grundgesetzlich verbürgte Fürsorgepflicht, die das Land gegenüber seinen Beamten habe. Schließlich begegne auch die Bemessung der Höhe des Versorgungsabschlags keinen Bedenken. Da der Kläger ein Jahr vor Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand getreten sei, habe das Landesamt für Finanzen die Höhe des Versorgungsabschlags entsprechend der gesetzlichen Regelungen korrekt ermittelt.

Gegen diese Entscheidung können die Beteiligten die Zulassung der Berufung durch das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz beantragen.

Quelle: VG Koblenz, Pressemitteilung vom 26.06.2018 zum Urteil 5 K 196/17 vom 08.06.2018

Mindestlohn steigt auf 9,19 Euro im Jahr 2019 und 9,35 Euro im Jahr 2020

Am 26.06.2018 hat die Mindestlohn-Kommission ihren Anpassungsbeschluss gefasst und ihren Bericht vorgestellt. Es ist turnusgemäß der zweite Bericht seit der Einführung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland. Dieser liegt derzeit bei 8,84 Euro brutto je Zeitstunde. Die Kommission empfiehlt eine Erhöhung des Mindestlohns auf 9,19 Euro zum 1. Januar 2019 und auf 9,35 Euro zum 1. Januar 2020.

Der Vorsitzende der Kommission, Jan Zilius, übergab den Bericht an den Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, der dem Bundeskabinett eine entsprechende Mindestlohnanpassungsverordnung zur Zustimmung vorlegen wird.

Bundesarbeitsminister Heil:

„Für den sozialen Zusammenhalt in unserem Land ist es ein wichtiges Signal, dass sich die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland und die entsprechenden Tarifabschlüsse auch in einem steigenden Mindestlohn abbilden. Auch das gehört zu einer funktionierenden sozialen Marktwirtschaft.“

Die Mindestlohnkommission berät alle zwei Jahre über die Anpassungen der Höhe des Mindestlohns. Sie prüft dabei, welche Höhe des Mindestlohns geeignet ist, zu einem angemessenen Mindestschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beizutragen, faire und funktionierende Wettbewerbsbedingungen zu ermöglichen sowie Beschäftigung nicht zu gefährden. Sie orientiert sich dabei nachlaufend an der Tarifentwicklung.

Quelle: BMAS, Pressemitteilung vom 26.06.2018

 

Beschlüsse/Berichte

Zweiter Beschluss und Bericht 2018

Am 26. Juni 2018 hat die Mindestlohnkommission ihren Zweiten Beschluss zur Anpassung der Höhe des gesetzlichen Mindestlohns gefasst sowie den Zweiten Bericht zu den Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns vorgelegt. Der Beschluss der Mindestlohnkommission sieht einen gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 9,19 Euro brutto je Zeitstunde mit Wirkung zum 1. Januar 2019 und von 9,35 Euro brutto je Zeitstunde mit Wirkung zum 1. Januar 2020 vor. Die Bundesregierung setzt diesen durch eine Rechtsverordnung in Kraft.
Neben dem Anpassungsbeschluss und Bericht hat die Mindestlohnkommission nachfolgend auch die Stellungnahmen aus einer im Frühjahr 2018 durchgeführten schriftlichen Anhörung veröffentlicht.

Zweiter Beschluss vom 26.06.2018
Beschluss der Mindestlohnkommission nach § 9 Mindestlohngesetz

Zweiter Bericht zu den Auswirkungen des gesetzlichen ­Mindestlohns
Bericht der Mindestlohnkommission an die Bundesregierung nach § 9 Abs. 4 Mindestlohngesetz

Stellungnahmen aus der schriftlichen Anhörung
Ergänzungsband zum Zweiten Bericht der Mindestlohnkommission

Erster Beschluss und Bericht 2016

Am 28. Juni 2016 hat die Mindestlohnkommission ihren Ersten Beschluss zur Anpassung der Höhe des gesetzlichen Mindestlohns gefasst sowie den Ersten Bericht zu den Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns vorgelegt. Gemäß der Empfehlung der Mindestlohnkommission sowie dem Beschluss der Mindestlohnanpassungsverordnung durch die Bundesregierung am 26. Oktober 2016 gilt ab 1. Januar 2017 ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,84 Euro brutto je Zeitstunde.
Neben dem Anpassungsbeschluss und Bericht hat die Mindestlohnkommission nachfolgend auch die Stellungnahmen aus der im Frühjahr 2016 durchgeführten schriftlichen Anhörung veröffentlicht.

Erster Beschluss vom 28.06.2016
Beschluss der Mindestlohnkommission nach § 9 Mindestlohngesetz

Erster Bericht zu den Auswirkungen des gesetzlichen ­Mindestlohns
Bericht der Mindestlohnkommission an die Bundesregierung nach § 9 Abs. 4 Mindestlohngesetz

Stellungnahmen aus der schriftlichen Anhörung
Ergänzungsband zum Ersten Bericht der Mindestlohnkommission

Finanzministerkonferenz legt Gesetzesentwurf über eine Pflicht zur Anzeige nationaler Steuergestaltungen vor und bringt Maßnahmen zur Einschränkung von share deals bei der Grunderwerbsteuer auf den Weg

Finanzministerin Monika Heinold: „Das ist ein ganz starkes Paket für mehr Steuergerechtigkeit“

Die Finanzministerinnen und Finanzminister der Länder haben sich heute in Berlin auf umfassende Maßnahmen für mehr Steuergerechtigkeit geeinigt. Sie haben einen Gesetzesentwurf über eine Pflicht zur Anzeige nationaler Steuergestaltungen vorgelegt, der unter Federführung von Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz zuvor in einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe erarbeitet worden war. Zudem einigte man sich auf Maßnahmen, um Steuergestaltungen (zum Beispiel share deals) zur Umgehung der Grunderwerbsteuer deutlich einzuschränken.

„Das ist insgesamt ein ganz starkes Paket für mehr Steuergerechtigkeit“, sagte Finanzministerin Monika Heinold. „Es ist gut, dass die Länder bei diesen wichtigen Fragen inzwischen mehrheitlich an einem Strang ziehen. Jetzt geht es darum, die beschlossenen Vorschläge zügig umzusetzen. Ich hoffe, dass es im Bundesrat wie im Bundestag dafür die notwendigen Mehrheiten gibt. Aus Steuergerechtigkeit in Sonntagsreden muss Gesetzgebung am Wochentag werden.“

Zum Gesetzesentwurf über eine Pflicht zur Anzeige von nationalen Steuergestaltungen sagte Heinold: „Der Staat muss handlungsfähig und auf Augenhöhe mit der Finanzberaterindustrie sein. Unser Gesetzesentwurf schafft mehr Transparenz im System und ermöglicht eine zeitnahe Reaktion des Gesetzgebers auf Fehlentwicklungen im Steuerrecht. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um eine faire und gerechte Besteuerung aller Steuerpflichtigen zu gewährleisten.“

Zu den Maßnahmen zur Einschränkung von share deals bei der Grunderwerbsteuer sagte Heinold: „Es ist ungerecht, dass große Unternehmen dank ausgeklügelter Sparmodelle steuerfrei bleiben, während der „kleine Mann“ brav seinen Steueranteil leistet. Mit dem vorgelegten Paket haben wir eine praktikable Lösung gefunden, diese Steuervermeidung bei Immobilienkäufen zu erschweren. Ich erwarte, dass unsere Reform deutliche Effekte hat.“

Details zur Pflicht zur Anzeige von Steuergestaltungen:

Dem Steuergesetzgeber soll damit die Möglichkeit verschafft werden, zeitnah auf bedeutsame und insbesondere haushaltsrelevante Steuergestaltungen zu reagieren. Die Anzeigepflicht soll u. a. für die Ertragsteuern, die Erbschaft- und Schenkungsteuer sowie für die Grunderwerbsteuer gelten. Die Pflicht zur Anzeige von nationalen Steuergestaltungen ergänzt die vorgesehene EU-Richtlinie. Der Aufbau der Regelung soll sich an ihr bzw. an deren Umsetzung in das nationale Recht orientieren.

Anzeigepflichtig sind laut Gesetzentwurf nationale Steuergestaltungen, die dazu dienen, den deutschen Steueranspruch zu verringern, die Entstehung des Steueranspruchs in andere Besteuerungszeiträume zu verschieben oder Ansprüche auf Steueranrechnung bzw. -erstattung zu begründen. In erster Linie sind die Anbieter entsprechender Steuergestaltungen (Intermediäre), nachrangig der Steuerpflichtige selbst, anzeigepflichtig.

Um die Anzeigepflicht auf bedeutsame und haushaltsrelevante Steuergestaltungen zu beschränken, ist eine Anzeige u. a. nicht erforderlich, wenn:

  • die Steuergestaltung bereits nachweislich bekannt ist,
  • es im Einzelnen zu einem Steuervorteil führt, dessen Barwert insgesamt 50.000 Euro nicht übersteigt,
  • die Summe der positiven Einkünfte des Steuerpflichtigen in zwei der vergangenen drei Jahre nicht mehr als 500.000 Euro betragen hat oder
  • die Steuergestaltung ihrer Ausgestaltung nach nicht auf Großbetriebe oder Konzerne zugeschnitten ist.

Die Anzeige muss eine abstrakte Beschreibung der Gestaltung und der steuerlichen Auswirkungen enthalten; eine Namensnennung des die Gestaltung nutzenden Steuerpflichtigen ist nicht vorgesehen. Sie soll innerhalb von 30 Arbeitstagen nach Eintritt des anzeigepflichtigen Ereignisses elektronisch an das Bundeszentralamt für Steuern übermittelt werden. Im Anschluss wird entschieden, ob Gesetze im Hinblick auf möglicherweise bestehende bzw. unbeabsichtigte Lücken angepasst werden müssen. In den Finanzämtern vor Ort entsteht dadurch kein personeller oder materieller Mehraufwand. Für die Intermediäre ist das Verfahren einfach und unbürokratisch abzuwickeln. Wer die Pflicht zur Anzeige von Steuergestaltungen verletzt, kann zur Zahlung einer Geldbuße von bis zu 100.000 Euro verpflichtet werden.

Details zu Maßnahmen zur Einschränkung von share deals bei der Grunderwerbsteuer:

Von einem Share Deal ist die Rede, wenn nicht ein Grundstück selbst, sondern eine Beteiligung an einer grundstückhaltenden Gesellschaft auf einen oder mehrere Gesellschafter übertragen werden.

Der indirekte Erwerb von Grundstücken über die Beteiligung an einer grundstückhaltenden Gesellschaft soll künftig nur dann nicht von der Grunderwerbsteuer erfasst werden, wenn weniger als 90 Prozent der Beteiligung an der Gesellschaft erworben werden. Bislang galt eine Beteiligungsgrenze von 95 Prozent. Nach derzeitiger Rechtslage führt ein Gesellschafterwechsel von mindestens 95 Prozent (künftig 90 Prozent) der Anteile bei Personengesellschaften mit Grundbesitz innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren (künftig 10 Jahren) zur Steuerpflicht. Insoweit soll eine vergleichbare Regelung für Kapitalgesellschaften mit Grundbesitz geschaffen werden, ausgenommen die personenbezogenen Vergünstigungen bei Personengesellschaften. Bisher wurde bei Kapitalgesellschaften nur die sog. Anteilsvereinigung erfasst, die Vereinigung von mindestens 95% in einer Hand.

Der indirekte Erwerb von Grundstücken über die Beteiligung an einer grundstückhaltenden Gesellschaft soll künftig nur dann nicht von der Grunderwerbsteuer erfasst werden, wenn weniger als 90 Prozent der Beteiligung an der Gesellschaft erworben werden. Weitere Bedingung ist, dass mindestens zehn Jahre keine Beteiligung hinzuerworben wird. Bislang gelten eine Beteiligungsgrenze von 95 Prozent und eine Haltefrist von fünf Jahren

Bereits 2016 hat die Finanzministerkonferenz eine Bund-Länder -Arbeitsgruppe eingerichtet, die gesetzliche Änderungsvorschläge erarbeiten sollte. Ziel war es, Steuervermeidungsmodelle durch Share Deals unattraktiv zu machen. Die Finanzministerkonferenz hat nun den Bundesminister für Finanzen gebeten, die Änderungen in ein Gesetzgebungsverfahren zu bringen.

Medieninformation vom 21.06.2018 zum Herunterladen. (PDF 56KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Entwicklung der Steuereinnahmen (BMF)

Das BMF hat detaillierte Daten zur Entwicklung der Steuereinnahmen veröffentlicht.

  1. Kassenmäßige Steuereinnahmen nach Steuerarten und Gebietskörperschaften(Aktuelle Ergebnisse)
  2. Kassenmäßige Steuereinnahmen nach Steuerarten 1950 bis 2016 (Die Kassenmäßigen Steuereinnahmen nach Steuerarten 1950 bis 2016)
  3. Kassenmäßige Steuereinnahmen nach Gebietskörperschaften 1970 bis 2016 (Die Steuereinnahmen nach Gebietskörperschaften von 1970 bis 2016)
  4. Kassenmäßige Steuereinnahmen nach Steuergruppen mit Aufteilung auf direkte und indirekte Steuern 1970 bis 2016 (Die Steuereinnahmen nach Steuergruppen mit Aufteilung auf direkte und indirekte Steuern von 1970 bis 2016)
  5. Anteile der Gebietskörperschaften an den Steuereinnahmen 1960 bis 2016 (Die Anteile der Gebietskörperschaften an den Steuereinnahmen 1960 bis 2016)

Quelle: BMF online

Neuregelung der Grundsteuer

 Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Schmidt, Britta Haßelmann, Daniela Wagner,  Christian Kühn (Tübingen), Lisa Paus, Dr. Danyal Bayaz, Dr. Gerhard Schick,  Anja Hajduk, Dieter Janecek, Beate Müller-Gemmeke, Corinna Rüffer und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Der erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat in seinem Urteil vom 10. April 2018 festgestellt, dass die derzeitige Bemessungsgrundlage der Grundsteuer zu­mindest seit dem Beginn des Jahres 2002 gegen den allgemeinen Gleichheitssatz des Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG) verstößt.

Die Richterinnen und Richter des Bundesverfassungsgerichts haben mit dem 31. Dezember 2019 eine enge Frist gesetzt, um eine gesetzliche Neuregelung zu finden und die rund 14 Mrd. Euro Einnahmen aus der Grundsteuer für die Kom­munen in Deutschland zu sichern.

Am 2. Mai 2018 fand ein erstes Treffen zwischen Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung sowie der Bundesländer statt, um sich über eine Neurege­lung der Grundsteuer auszutauschen. Dabei soll laut Medienberichten auch  ein Prüfauftrag in Bezug auf die Machbarkeit verschiedener Modelle erteilt worden sein (www.zeit.de/news/2018-05/02/finanzminister-modelle-zur-neuen-grundsteuer- pruefen-180502-99-147622).

Wir fragen die Bundesregierung:

Waren bei dem Treffen am 2. Mai 2018 Vertreterinnen und Vertreter aller 16 Bundesländer anwesend, und falls nein, welche Bundesländer waren nicht vertreten?

 

Zu welchen konkreten Ergebnissen zum weiteren Vorgehen bei der Neure­gelung der Grundsteuer kamen die Vertreterinnen und Vertreter von Bund und Ländern bei ihrem Treffen am 2. Mai 2018?

 

Inwieweit hat sich die Bundesregierung in diesen Gesprächen inhaltlich po­sitioniert, und welche Position hat sie dabei vertreten?

 

Wurde bei diesem Treffen ein Zeitplan zur Neuregelung der Grundsteuer vereinbart?

 

Falls ja, wie sieht dieser Zeitplan konkret aus?

 

Falls nein, wann rechnet die Bundesregierung mit einer Einigung über ei­nen Zeitplan?

 

Für wann ist das nächste Treffen zwischen Vertreterinnen und Vertreter von Bund und Ländern zur Neuregelung der Grundsteuer geplant, und in wel­chem Format soll dieses Treffen stattfinden?

 

Was ist der genaue Gegenstand des Arbeitsauftrags zur Überprüfung  der Machbarkeit verschiedener Reformmodelle (vgl. www.zeit.de/news/2018- 05/02/finanzminister-modelle-zur-neuen-grundsteuer-pruefen-180502-99- 147622)?

 

An welche Stellen des Bundes bzw. der Länder ist dieser Arbeitsauftrag er­teilt worden, und von wem?

 

Welche Modelle zur Neuregelung der Grundsteuer sollen in diesem Zusam­menhang überprüft werden (bitte einzeln aufführen und jeweils die Berech­nungsgrundlage erläutern)?

 

Auf Grundlage welcher Kriterien wurden diese Modelle für die Überprüfung ausgewählt?

 

Sind bei der Überprüfung folgende Modelle enthalten: Kostenwertmodell, Verkehrswertmodell, Bodenwertsteuer, Difu-Modell (Difu = Deutsches Institut für Urbanistik), wertunabhängiges Modell oder Flächensteuermodell, und wenn nein, warum nicht (bitte einzeln begründen)?

 

Werden in diesem Zusammenhang auch die Belastungsverschiebungen je nach Modell geprüft?

 

Falls nein, welche alternativen Vorschläge einer gerechten Ausgestaltung der Grundsteuer werden diskutiert?

Inwieweit werden die Modelle auch hinsichtlich ihrer Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz sowie dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 10. April 2018 überprüft?

 

Wird in diesem Zusammenhang auch die Abschaffung der Umlagefähigkeit der Grundsteuer auf die Mieterinnen und Mieter überprüft, und wenn nein, warum nicht?

 

Wann ist mit Ergebnissen der in Auftrag gegebenen Überprüfung zu rech­nen?

 

Werden die Ergebnisse dieser Überprüfung auch den Mitgliedern des Deut­schen Bundestages zugänglich gemacht, wenn ja, wann?

 

Bestand bei dem Treffen Konsens bzw. die mehrheitliche Auffassung, die Grundsteuer B

 

mindestens aufkommensneutral zu ersetzen, und falls nein, welche alter­nativen Vorschläge wurden benannt;

 

weiterhin bundesweit einheitlich zu regeln, und falls nein, wer hat für wel­che Alternativen geworben;

 

als kommunale Einnahmequelle zu erhalten, und falls nein, welche alter­nativen Vorschläge wurden benannt;

 

wertorientiert auszugestalten, und falls nein, wer hat für welche Alterna­tiven geworben;

 

an ökologischen Kriterien, wie z. B. der Begrenzung von Flächenfraß, auszurichten;

 

auf Basis des vorliegenden Länderkompromisses zu reformieren, und welche Länder haben Zustimmung bzw. Ablehnung gegenüber dem auf Länderebene vereinbarten Modell geäußert?

 

 

Bestand bei dem Treffen Konsens bzw. die mehrheitliche Auffassung,

 

die Umlagefähigkeit der Grundsteuer auf die Mieterinnen und Mieter zu­künftig abzuschaffen, und falls nein, welchen Alternativen zur Begren­zung weiterer Mietsteigerungen wurden diskutiert?

 

dass den Kommunen weiterhin das Recht zustehen soll, den Hebesatz der Steuer festzulegen?

 

Welche Vorkehrungen werden seitens der Bundesregierung für den Fall ge­troffen, dass keines der überprüften Modelle als im gesetzten Zeitrahmen machbar und verfassungskonform eingestuft wird?

 

Plant die Bundesregierung in Zuge der Neuregelung der Grundsteuer auch eine Novelle der Verordnung über die Aufstellung von Betriebskosten, mit dem Ziel, die Umlagefähigkeit der Grundsteuer auf die Mieterinnen und Mie­ter zu beenden, und wenn ja, wann, wenn nein, warum nicht?

 

Wurde im Rahmen des Gesprächs auch über die von der Bundesregierung geplante (Wieder-)Einführung einer Grundsteuer C gesprochen?

 

Wenn ja, verfolgen auch die Länder die Absicht eine Grundsteuer C im Rahmen der Neuregelung der Grundsteuer B (wieder-)einzuführen?

 

Wenn nein, wie lautet der Zeitplan für Gespräche über eine (Wieder-)Ein­führung einer Grundsteuer C?

 

Wurde im Rahmen des Gesprächs auch über eine Reform der Grundsteuer A gesprochen?

 

Wenn ja, inwiefern sehen Bundesregierung und Länder auch hier den Bedarf einer Neuregelung?

Inwieweit besteht nach Einschätzung der Bundesregierung bei einer grund­legenden Neuregelung der Grundsteuer die Notwendigkeit, auch das Grund­gesetz, insbesondere Artikel 105 GG, anzupassen?

 

Berlin, den 14. Mai 2018

Katrin Göring-Eckardt, Dr. Anton Hofreiter und Fraktion

Wirkungen des Baukindergeldes

Die Bundesregierung hat sich in ihrer Antwort (BT-Drucks. 19/2684) zu den Wirkungen des Baukindergeldes auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (BT-Drucks. 19/2105) geäußert.

Das Baukindergeld soll bis zu einer Einkommensgrenze von 75.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen und zusätzlich 15.000 € pro Kind gewährt werden.

Baukindergeld

Quelle: hib – heute im bundestag Nr. 431 (il)

Steuern & Recht vom Steuerberater M. Schröder Berlin