ETF-Steuerrechner: Vorabpauschale + Kapitalertragssteuer berechnen

Wie werden ETF besteuert und wie wird die Vorabpauschale berechnet?



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Die Besteuerung von ETF Investmentfonds


Teilfreistellungssätze in Abhängigkeit von der Klassifizierung des Fonds sowie des Anlegerkreises

Fondstyp
Anlegerkreis Aktienfonds
(wenn mind. 51 % in Kapitalbeteiligungen angelegt ist)
Mischfonds
(wenn mind. 25 % in Kapitalbeteiligungen angelegt ist)
Immobilienfonds*
(wenn mind. 51 % in Immobilien oder Immobiliengesellschaften Anlegerkreis angelegt ist)
Privatanleger30 %15 %60 % / 80 %
Betrieblicher Anleger60 %30 %60 % / 80 %
Körperschaften80 %40 %60 % / 80 %
LV / KV, Kreditinstitute30 %15 %60 % / 80 %

* 60 % bei inländischen Immobilien, 80 % bei ausländischen Immobilien


Abschaffung der ausschüttungsgleichen Erträge (Thesaurierung) und Einführung einer Vorabpauschale

Besonders relevant für thesaurierende aber auch für ausschüttende Fonds, die ihre Erträge nicht vollständig ausschütten, wird ab 2018 die sogenannte Vorabpauschale.

Die Vorabpauschale beträgt 70 Prozent des jährlichen Basiszinses der Bundesbank multipliziert mit dem Wert des Rücknahmepreises des Fondsanteils zum Jahresbeginn (erster festgestellter NAV des Jahres). Sie ist begrenzt auf die positive Wertsteigerung des Fonds zuzüglich Ausschüttung. Der steuerliche Zufluss der Vorabpauschale ist der erste Bankarbeitstag des Folgejahres. Die Vorabpauschale berechnet sich wie folgt:

Vorabpauschale
Basisertrag abzügl. Ausschüttungen, max. jedoch die positive Wertsteigerung zzgl. Ausschüttungen innerhalb des Kalenderjahres
Basisertrag
0,7 x Basiszins x Rücknahmepreis zum Kalenderjahresbeginn
Basiszins aktuell
2016: 1,10 % (für 2018: 0,87 %)

Die Vorabpauschale gilt am ersten Werktag des folgenden Kalenderjahres dem Anleger als zugeflossen und unterliegt zu diesem Zeitpunkt dem Steuerabzug durch die depotführende Stelle. Erstmals kommt dies für das Kalenderjahr 2018 zum 02.01.2019 zur Anwendung. Da die Vorabpauschale nicht zu einem Geldfluss (wie z.B. bei Ausschüttungen) führt, kommt es bei den Anlegern zu einer Steuerbelastung auf dem Konto, sofern keine Befreiungstatbestände (z.B. ausreichender Freistellungsauftrag, NV-Bescheinigung) vorhanden sind.

Die Teilfreistellung ist auch auf die Vorabpauschale anwendbar, sofern die Anforderungen für die Teilfreistellungen erfüllt sind.

Durch den Wegfall der ausschüttungsgleichen Erträge entfällt die bisherige Veranlagungspflicht bei ausländischen thesaurierenden Fonds ab dem Steuerjahr 2018.

Beim Verkauf der Fondsanteile verrechnen die depotführenden Stellen automatisch die bereits besteuerten Vorabpauschalen mit dem Veräußerungsgewinn, um eine Doppelbesteuerung beim Anleger zu vermeiden.

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Wegfall der Bestandsschutzregelung und Einführung eines Freibetrages für Gewinne aus bestandsgeschützten Alt-Anteilen

Alle Fondsanteile gelten steuerlich zum 31. Dezember 2017 als verkauft und per 01. Januar 2018 steuerlich als wieder angeschafft. Somit sind auch die Wertsteigerungen der Anteile, die die Privatanleger vor 2009 gekauft haben (sogenannte bestandsgeschützte Alt-Anteile), ab 2018 steuerpflichtig. Allerdings soll ein Freibetrag von insgesamt 100.000 Euro pro Privatanleger für die ab 01. Januar 2018 entstehenden Kursgewinne die Aufhebung des Bestandsschutzes mildern. Voraussetzung für den Erhalt des Freibetrages ist somit das Halten der bestandsgeschützten Alt-Anteile über den 31. Dezember 2017 hinaus, d.h. bei tatsächlicher Veräußerung und Neuanschaffung vor dem 31. Dezember 2017 kann der Freibetrag nicht genutzt werden. Die Geltendmachung des Freibetrages erfolgt im Rahmen der jährlichen steuerlichen Veranlagung beim Finanzamt.

Im Zusammenhang mit der fiktiven Veräußerung der Fondsanteile zum 31. Dezember 2017 wird auch ein fiktiver Veräußerungsgewinn (inkl. Berücksichtigung des Zwischengewinnes und akkumulierter ausschüttungsgleicher Erträge) errechnet. Die daraus resultierenden steuerpflichtigen Beträge unterliegen jedoch nicht sofort der Besteuerung, sondern werden erst bei der tatsächlichen Veräußerung der Fondsanteile im Rahmen der Ermittlung des Veräußerungsergebnisses berücksichtigt.


Abstandnahme vom Steuerabzug

Zur Abstandnahme von der Besteuerung der Ausschüttung, der Vorabpauschale sowie des Veräußerungsgewinnes kann der Anleger sämtliche für ihn geltenden Befreiungstatbestände geltend machen (z.B. Freistellungsauftrag, NV Bescheinigung). Des Weiteren wird die depotführende Bank ein vorhandenes Verlustverrechnungstopfguthaben (sonstiger Verlustverrechnungstopf) berücksichtigen.

Ab 2018 entstehende Veräußerungsgewinne aus bestandsgeschützten Alt-Anteilen können vom Privatanleger im Rahmen der Veranlagung beim Finanzamt gegen den im vorherigen Absatz genannten Freibetrag verrechnet werden. Ebenso führen Verluste aus diesen bestandsgeschützten Alt-Anteilen – soweit ein Antrag auf Bescheinigung gestellt wurde – zum Wiederaufleben eines bereits in Anspruch genommenen Freibetrages, wobei der festgestellte verbleibende Freibetrag maximal 100.000 Euro betragen kann. Die Geltendmachung erfolgt auch in diesem Fall über die Veranlagung beim Finanzamt über die Steuererklärung.


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