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Faktorverfahren

Faktorverfahren: Faktor und Steuerklassen, Freibetrag Lohnsteuerkarte + Lohnsteuerrechner


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Inhaltsübersicht:

 

 

Faktorverfahren und Steuerklassen

Anstelle der Steuerklassenkombination III/V können Arbeitnehmer-Ehegatten auch die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor wählen. Durch das Faktorverfahren wird erreicht, dass bei jedem Ehegatten die steuerentlastenden Vorschriften (insbesondere der Grundfreibetrag) beim eigenen Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden (Anwendung der Steuerklasse IV). Mit dem Faktor (0,…) wird außerdem die steuermindernde Wirkung des Splittingverfahrens beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

 

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Der Antrag kann beim Finanzamt formlos (Vorlage der jeweiligen ersten Lohnsteuerkarte, ab 2012 gilt die elektronische Lohnsteuerkarte oder in Verbindung mit dem förmlichen Antrag auf Eintragung eines Freibetrags gestellt werden. Dabei sind die voraussichtlichen Arbeitslöhne des Jahres aus den ersten Dienstverhältnissen anzugeben.

 

Das Finanzamt berechnet danach den Faktor mit drei Nachkommastellen ohne Rundung und trägt ihn jeweils zur Steuerklasse IV ein, wenn dieser kleiner als 1 ist. Der Faktor ergibt sich aus der voraussichtlichen Einkommensteuer im Splittingverfahren („Y”) geteilt durch die Summe der Lohnsteuer für die Arbeitnehmer-Ehegatten gemäß Steuerklasse IV („X”).

 

Ein etwaiger Freibetrag wird auf der Lohnsteuerkartenicht eingetragen, weil er bereits bei der Berechnung der voraussichtlichen Einkommensteuer im Splittingverfahren berücksichtigt ist. Die Arbeitgeber der Ehegatten ermitteln die Lohnsteuer nach Steuerklasse IV und mindern sie durch Multiplikation mit dem auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Faktor. Die Höhe der steuermindernden Wirkung des Splittingverfahrens hängt von der Höhe der Lohnunterschiede ab.

 

Mit dem Faktorverfahren wird der Lohnsteuerabzug der voraussichtlichen Jahressteuerschuld sehr genau angenähert. Damit können höhere Nachzahlungen (und ggf. auch Einkommensteuer-Vorauszahlungen) vermieden werden, die bei der Steuerklassenkombination III/V auftreten können. In solchen Fällen ist die Summe der Lohnsteuer im Faktorverfahren dann folgerichtig höher als bei der Steuerklassenkombination III/V.

 

Grundsätzlich führt die Steuerklassenkombination IV/IV-Faktor zu einer erheblich anderen Verteilung der Lohnsteuer zwischen den Ehegatten als die Steuerklassenkombination III/V. Die Ehegatten sollten daher beim Faktorverfahren - ebenso wie bei der Steuerklassenkombination III/V - daran denken, dass dies die Höhe der Entgelt-/Lohnersatzleistungen beeinflussen kann.

 

Mehr Infos unter Faktorverfahren für Ehegatten

 

 

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Wer ermittelt den Faktor?

Der Faktor wird durch das zuständige Finanzamt ermittelt und eingetragen. Das Bundesministerium der Finanzen bietet unter https://www.bmf-steuerrechner.de/ eine Berechnungsmöglichkeit für den Faktor an.

 

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Wie berechnet sich der Faktor und welche Auswirkungen hat er ?

Die Arbeitnehmer-Ehegatten beantragen das Faktorverfahren bei ihrem zuständigen Finanzamt. Sie müssen dazu die jeweils ersten Lohnsteuerkarten vorlegen. Für die Ermittlung des maßgeblichen Faktors sind die voraussichtlichen Arbeitslohne des Jahres 2010 aus den ersten Dienstverhältnissen anzugeben. Auf dieser Grundlage wird

  • die voraussichtliche gemeinsame Einkommensteuer nach dem Splittingtarif (Y) und
  • die Summe der voraussichtlichen Lohnsteuer beider Ehegatten in der Steuerklasse IV (X)

ermittelt. Der Faktor wird berechnet aus Y ; X und - wenn er kleiner als 1 ist - neben der Steuerklasse IV auf der Lohnsteuerkarte mit drei Nachkommastellen eingetragen (0,...).

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Welche Auswirkungen ergeben sich bei Entgelt-Lohnersatzleistungen (z.B. Arbeitslosengeld, Elterngeld)?

Die Ehegatten sollten - ebenso wie bei der Steuerklassenkombination III/V - daran denken, dass die Höhe der Entgelt-/Lohnersatzleistungen durch die Wahl des Faktorverfahrens beeinflusst werden kann. Ein höherer Nettolohn führt ggf. zu höheren Entgelt-/Lohnersatzleistungen.

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Was passiert mit Freibeträgen?

Freibeträge werden nicht neben dem Faktor auf der Lohnsteuerkarte eingetragen. Ein etwaiger Freibetrag wird bei der Berechnung der voraussichtlichen Einkommensteuer im Splittingverfahren (Y) berücksichtigt. Er wirkt sich damit bereits im einzutragenden Faktor aus.

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Was passiert bei Veränderung des Einkommens?

Wie beim Verfahren zum Steuerklassenwechsel gilt auch beim Faktorverfahren: Sie können einmal im Jahr den eingetragenen Faktor ändern lassen, spätestens bis zum 30. November 2010. Sollen erstmals Freibeträge berücksichtigt oder im Laufe des Jahres erhöht bzw. vermindert werden, ist der entsprechende Antrag auch bis zum 30. November 2010 zu stellen. Der Faktor wird dann entsprechend neu ermittelt.

 

Beispiel zur Ermittlung des Faktors:

  • Jährliche Lohnsteuer bei Steuerklassenkombination IV/IV:
  • Arbeitnehmer-Ehegatte A: für monatlich 3.000 Euro (12 × 475,91 Euro) = 5.710,92 Euro
  • Arbeitnehmer-Ehegatte B: für monatlich 1.700 Euro (12 × 151,91 Euro) = 1.822,92 Euro.
  • Summe der Lohnsteuer bei Steuerklassenkombination IV/IV (entspricht „X”) beträgt 7.533,84 Euro.
  • Die voraussichtliche Einkommensteuer im Splittingverfahren (entspricht „Y”) beträgt 7.322,00 Euro.
  • Der Faktor ist Y geteilt durch X, also 7.322,00 Euro: 7.533,84 Euro = 0,971 (Der Faktor wird mit drei Nachkommastellen berechnet und nur eingetragen, wenn er kleiner als 1 ist).
  • Jährliche Lohnsteuer bei Steuerklasse IV/IV mit Faktor 0,971:
  • Arbeitnehmer-Ehegatte A für monatlich 3.000 Euro (475,91 Euro × 0,971) 462,08 Euro × 12 = 5.544,96 Euro
  • Arbeitnehmer-Ehegatte B für monatlich 1.700 Euro (151,91 Euro × 0,971) 147,50 Euro × 12 = 1.770,00 Euro
  • Summe der Lohnsteuer bei Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor 0,971 = 7.314,96 Euro.

 

Wie bei der Wahl der Steuerklassenkombination III/V sind die Arbeitnehmer-Ehegatten auch bei der Wahl des Faktorverfahrens verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einzureichen. Im Beispielsfall führt die Einkommensteuerveranlagung:

  • bei der Steuerklassenkombination III/V zu einer Nachzahlung in Höhe von 216,08 Euro (voraussichtliche Einkommensteuer im Splittingverfahren 7.322,00 Euro - Summe Lohnsteuer bei Steuerklassenkombination III/V 7.105,92 Euro (12 × [240,50 Euro + 351,66 Euro]),
  • bei der Steuerklassenkombination IV/IV zu einer Erstattung in Höhe von 211,84 Euro (voraussichtliche Einkommensteuer im Splittingverfahren 7.322,00 Euro - Summe Lohnsteuer bei Steuerklassenkombination IV/IV 7.533,84 Euro),
  • bei der Steuerklassenkombination IV/IV-Faktor weder zu einer hohen Nachzahlung noch zu einer Erstattung (in diesem Fall nur Rundungsdifferenz in Höhe von 7,04 Euro; voraussichtliche Einkommensteuer Splittingverfahren 7.322,00 Euro - Summe der Lohnsteuer bei Steuerklasse IV/IV mit Faktor 7.314,96 Euro).

 

Die Lohnsteuer ist im Faktorverfahren wesentlich anders verteilt (5.544,96 Euro für A und 1.770,00 Euro für B) als bei der Steuerklassenkombination III/V (2.886,00 Euro für A und 4.219,92 Euro für B). Die Lohnsteuerverteilung im Faktorverfahren entspricht der familienrechtlichen Verteilung der Steuerlast im Innenverhältnis der Ehegatten.

 

Hier finden Sie die a href="http://www.steuerschroeder.de/steuertabelle.htm">Steuertabelle (Grundtabelle und Splittingtabelle bzw. die Lohnsteuertabelle. Weitere Informationen bzw. Steuerrechner finden Sie in den Lohnsteuerrichtlinien bzw. unter kostenlose Steuerprogramme.

 

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Muss eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden?

Wie bei der Wahl der Steuerklassenkombination III/V sind die Arbeitnehmer-Ehegatten auch bei der Wahl des Faktorverfahrens verpflichtet, nach Ablauf des Kalenderjahres eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einzureichen. Wenn Sie keine Freibeträge auf Ihrer Lohnsteuerkarte eintragen lassen haben, dann sollten Sie prüfen lassen, ob sich ein Lohnsteuerjahresausgleich für Sie lohnt.

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