Rechtsstand: 28.06.2026 Sonderausgaben · § 10 Abs. 1a Nr. 2 EStG · vorweggenommene Erbfolge · Renten · dauernde Lasten

Versorgungsleistungen absetzen: Renten und dauernde Lasten als Sonderausgaben

Renten und dauernde Lasten als Versorgungsleistungen steuerlich absetzen

Renten und dauernde Lasten können steuerlich als Versorgungsleistungen abziehbar sein, wenn sie im Zusammenhang mit einer begünstigten Vermögensübertragung stehen. In der Praxis betrifft das vor allem die vorweggenommene Erbfolge, etwa bei der Übergabe eines Betriebs, Teilbetriebs, Mitunternehmeranteils oder bestimmter GmbH-Anteile gegen lebenslange wiederkehrende Zahlungen.

Renten, dauernde Lasten und Versorgungsleistungen im Überblick

Der frühere Sprachgebrauch unterscheidet häufig zwischen Renten und dauernden Lasten. Aktuell steht bei der steuerlichen Prüfung vor allem der Begriff Versorgungsleistungen im Mittelpunkt. Gemeint sind lebenslange, wiederkehrende Leistungen, die auf besonderen Verpflichtungsgründen beruhen und im Zusammenhang mit einer begünstigten Vermögensübertragung stehen.

Steuerliche Einordnung wiederkehrender Leistungen
Einordnung Typischer Fall Steuerliche Folge
Versorgungsleistung Unternehmensnachfolge gegen lebenslange Zahlungen zur Versorgung des Übergebers Sonderausgabenabzug beim Verpflichteten; Besteuerung beim Empfänger
Unterhaltsleistung Zahlungen an gesetzlich unterhaltsberechtigte Personen ohne begünstigte Vermögensübergabe Regelmäßig nicht als Sonderausgabe nach § 10 Abs. 1a Nr. 2 EStG abziehbar
Entgeltliche Kaufpreisrente Kauf eines Wirtschaftsguts gegen wiederkehrende Zahlungen Barwert als Anschaffungskosten; Zinsanteil gesondert zu prüfen
Nicht begünstigte wiederkehrende Leistung Übertragung nicht begünstigten Vermögens nach neuem Recht Je nach Gestaltung Entgelt, Zinsanteil, private Vermögensumschichtung oder nicht abziehbare Zuwendung
Die Grafik zeigt die Prüfung von wiederkehrenden Leistungen: begünstigtes Vermögen, lebenslange Leistung, Versorgung und steuerliche Folgen. Wiederkehrende Leistungen prüfen Begünstigtes Vermögen? Betrieb, Teilbetrieb, Mitunternehmeranteil, GmbH Lebenslange Leistung? wiederkehrend, klar vereinbart und gezahlt Korrespondenz? Abzug beim Zahler, Besteuerung beim Empfänger Altverträge und Nießbrauch gesondert prüfen Vertrag vor 2008, Umschichtung und Ertragsfähigkeit können entscheidend sein
Achtung / häufiger Fehler: Nicht jede lebenslange Rente ist eine steuerlich begünstigte Versorgungsleistung. Seit der gesetzlichen Einschränkung für Verträge nach dem 31.12.2007 sind viele Fälle der privaten Vermögensübergabe – etwa reine Mietwohngrundstücke oder Wertpapiervermögen – nicht mehr automatisch begünstigt.

Wann sind Versorgungsleistungen als Sonderausgaben abziehbar?

Der Sonderausgabenabzug setzt voraus, dass die wiederkehrenden Leistungen auf besonderen Verpflichtungsgründen beruhen, lebenslang und wiederkehrend geschuldet sind, nicht mit steuerfreien Einkünften zusammenhängen und der Empfänger unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist. Zusätzlich muss die Leistung mit einer begünstigten Vermögensübertragung zusammenhängen.

Kernvoraussetzungen

  • Es liegt eine Vermögensübertragung im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge oder ein vergleichbarer Fall vor.
  • Die Leistungen dienen der Versorgung des Übergebers oder einer begünstigten Person.
  • Die Leistungen sind wiederkehrend und grundsätzlich lebenslang vereinbart.
  • Der Vertrag ist zivilrechtlich wirksam, klar, eindeutig und wird tatsächlich durchgeführt.
  • Das übertragene Vermögen gehört zu den gesetzlich begünstigten Vermögensarten.
  • Die Leistungen sind nicht Gegenstand eines voll entgeltlichen Kaufgeschäfts.
Steuer-Tipp: Lassen Sie den Übergabevertrag vor der Beurkundung steuerlich prüfen. Kleine Formulierungsfehler können dazu führen, dass die Zahlungen nicht als Sonderausgaben abziehbar sind, sondern als Kaufpreisrente oder nicht abziehbare Unterhaltsleistung behandelt werden.

Welches Vermögen ist seit 2008 begünstigt?

Für nach dem 31.12.2007 geschlossene Übergabeverträge ist der Anwendungsbereich deutlich enger. Begünstigt sind insbesondere Unternehmensübertragungen. Entscheidend ist nicht nur, was übertragen wird, sondern auch, ob die gesetzlichen Zusatzvoraussetzungen erfüllt sind.

Begünstigtes Vermögen bei Versorgungsleistungen nach heutiger Rechtslage
Vermögen Begünstigung möglich? Wichtige Voraussetzung
Mitunternehmeranteil Ja Personengesellschaft übt eine Tätigkeit nach § 13, § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 oder § 18 Abs. 1 EStG aus.
Betrieb oder Teilbetrieb Ja Übertragung im Zusammenhang mit Versorgungsleistungen; tatsächliche Fortführung relevant.
Mindestens 50 % GmbH-Anteil Ja, unter Zusatzvoraussetzungen Übergeber war Geschäftsführer; Übernehmer übernimmt die Geschäftsführertätigkeit nach der Übertragung.
Vermögensverwaltendes Mietwohngrundstück Für Neuverträge grundsätzlich nein Kann für Altverträge vor 2008 weiterhin relevant sein.
Wertpapiervermögen, Sparguthaben, Festgeld Für Neuverträge grundsätzlich nein Altverträge und Sonderfälle gesondert prüfen.
Ertragloses Vermögen Regelmäßig nein Unter altem Recht konnten Umschichtungsfälle relevant sein; heutige Rechtslage eng prüfen.
Praxis-Hinweis: Die Seite sollte deshalb nicht mehr allgemein den Eindruck vermitteln, dass jede Übergabe eines Mietwohngrundstücks gegen Rentenzahlung heute automatisch einen Sonderausgabenabzug auslöst. Für Neuverträge liegt der Schwerpunkt klar auf Unternehmensnachfolgen.

Altverträge vor 2008: Warum sie weiterhin wichtig sein können

Für Versorgungsleistungen, die auf vor dem 01.01.2008 geschlossenen Übergabeverträgen beruhen, können die früheren Grundsätze weiterhin Bedeutung haben. Das erklärt, warum in älteren Verwaltungsanweisungen und Steuerformular-Erläuterungen noch Beispiele mit Mietwohngrundstücken, Einfamilienhäusern, Wertpapiervermögen oder Umschichtung auftauchen.

Achtung: Bei Altverträgen darf nicht vorschnell auf die heutige enge Neuregelung abgestellt werden. Umgekehrt dürfen alte Beispiele nicht ungeprüft auf Neuverträge übertragen werden.

Typische Prüffragen bei Altverträgen

  • Wurde der schuldrechtliche Übergabevertrag vor dem 01.01.2008 geschlossen?
  • Wurde das übertragene Vermögen später veräußert oder umgeschichtet?
  • Wurden Nießbrauchsrechte vorbehalten oder abgelöst?
  • Wurden Versorgungsleistungen tatsächlich wie vereinbart erbracht?
  • Gab es spätere Vertragsänderungen, Anpassungen oder Zahlungsausfälle?

Abgrenzung: Unterhalt, Kaufpreisrente oder Versorgungsleistung?

Steuerlich kommt es entscheidend darauf an, welchen Charakter die wiederkehrenden Leistungen haben. Nur echte Versorgungsleistungen im gesetzlichen Sinne führen zum Sonderausgabenabzug.

Abgrenzung wiederkehrender Leistungen
Fallgruppe Merkmal Folge
Versorgungsleistung Unentgeltliche Vermögensübergabe gegen Versorgung des Übergebers Abzug als Sonderausgaben; Besteuerung beim Empfänger
Unterhaltsleistung Zahlung beruht nicht auf begünstigter Vermögensübergabe, sondern auf persönlicher Zuwendung oder Unterhalt Regelmäßig nicht nach § 10 Abs. 1a Nr. 2 EStG abziehbar
Kaufpreisrente Leistung und Gegenleistung sind kaufmännisch gegeneinander abgewogen Barwert kann Anschaffungskosten bzw. Veräußerungspreis sein; Zinsanteil gesondert zu prüfen
Private Vermögensumschichtung Vermögen wird außerhalb eines begünstigten Tatbestands übertragen Keine automatische Sonderausgabenwirkung
Achtung / häufiger Fehler: Zahlungen an Eltern oder Kinder sind nicht deshalb Sonderausgaben, weil sie regelmäßig oder lebenslang gezahlt werden. Entscheidend ist der begünstigte Vermögensübergabevertrag.

Besteuerung beim Empfänger: Korrespondenzprinzip

Soweit der Verpflichtete Versorgungsleistungen als Sonderausgaben abziehen darf, muss der Empfänger die Leistungen grundsätzlich als sonstige Einkünfte versteuern. Dieses Zusammenspiel wird als Korrespondenzprinzip bezeichnet.

Merksatz: Abzug beim Zahlenden und Besteuerung beim Empfänger gehören zusammen. Wird der Sonderausgabenabzug versagt, ist auch die Besteuerung beim Empfänger gesondert zu prüfen.

Bei entgeltlichen wiederkehrenden Leistungen kann dagegen ein Zinsanteil steuerlich relevant sein. Bei Veräußerungsleibrenten kommt regelmäßig der Ertragsanteil in Betracht; bei anderen dauernden Lasten kann der Zinsanteil nach finanzmathematischen Grundsätzen zu ermitteln sein.

Anforderungen an den Übergabevertrag

Die steuerliche Anerkennung hängt stark vom Vertrag und seiner tatsächlichen Durchführung ab. Gerade bei Angehörigen müssen die Vereinbarungen klar, eindeutig, zivilrechtlich wirksam und ernsthaft gewollt sein.

Der Vertrag sollte insbesondere regeln:

  • genaue Bezeichnung des übertragenen Vermögens,
  • Höhe, Fälligkeit und Zahlungsweise der Versorgungsleistungen,
  • Lebenslänglichkeit der Leistungen,
  • Empfänger der Leistungen,
  • ggf. Wertsicherung oder Anpassungsmöglichkeiten,
  • Regelungen zu Nießbrauch, Wohnrechten oder Sachleistungen,
  • Verhalten bei Umschichtung, Veräußerung, Betriebsaufgabe oder Geschäftsführerwechsel.
Steuer-Tipp: Machen Sie erstmals Renten oder dauernde Lasten geltend, sollte dem Finanzamt eine Kopie des Vertrags vorliegen. Hängt die Dauer von der Lebenszeit einer anderen Person ab, sollten Name, Anschrift und Geburtsdatum dieser Person dokumentiert sein.

Zur Berechnung lebenslänglicher Nutzungen und Leistungen können Sie den Rechner nutzen:

Lebenslängliche Nutzungen und Leistungen

Bewertungsstichtage ab

Gender:

Alter Begünstigte(r):
Jahre

Jahreswert:
Euro

Barwert, Ertragsanteil und Bewertung

Bei nicht begünstigten, entgeltlichen wiederkehrenden Leistungen ist häufig der Barwert der Renten oder dauernden Lasten zu ermitteln. Lebenslängliche Nutzungen und Leistungen werden nach den Bewertungsregeln des Bewertungsgesetzes kapitalisiert. Die Vervielfältiger richten sich nach der Sterbetafel des Statistischen Bundesamtes.

Bewertung wiederkehrender Leistungen
Situation Bewertung / Steuerfolge Hinweis
Begünstigte Versorgungsleistung Regelmäßig voller Sonderausgabenabzug beim Verpflichteten Korrespondierende Besteuerung beim Empfänger
Entgeltliche Kaufpreisrente Barwert als Anschaffungskosten bzw. Veräußerungspreis Zins- oder Ertragsanteil gesondert prüfen
Leibrente Ertragsanteil kann steuerlich relevant sein Alter bei Rentenbeginn und Laufzeit sind entscheidend
Dauernde Last im Austauschverhältnis Zinsanteil kann nach finanzmathematischen Grundsätzen zu bestimmen sein Einzelfallberechnung erforderlich

Berechnen Sie ergänzend, ob bzw. wie viel Einkommensteuer erstattet wird:

Rechner Steuerertattung

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(Fortbildung, Arbeitsmittel etc.)
Kinder
Kinderbetreuungskosten
Haushaltsnahe Dienstleistungen
Spenden
Außergewöhnliche Belastungen
Kirchensteuer
1) Notwendige Mehraufwendungen, die einem Arbeitnehmer wegen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung entstehen.
2) Eine doppelte Haushaltsführung liegt nur vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Ortes seiner ersten Tätigkeitsstätte einen eigenen Hausstand unterhält und auch am Ort der ersten Tätigkeitsstätte wohnt.
3) Das Vorliegen eines eigenen Hausstandes setzt das Innehaben einer Wohnung sowie eine finanzielle Beteiligung an den Kosten der Lebensführung voraus.
4) Als Unterkunftskosten für eine doppelte Haushaltsführung können im Inland die tatsächlichen Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft angesetzt werden, höchstens 1.000 Euro im Monat.
5) Aufwendungen für die Wege vom Ort der ersten Tätigkeitsstätte zum Ort des eigenen Hausstandes und zurück (Familienheimfahrt) können jeweils nur für eine Familienheimfahrt wöchentlich abgezogen werden.
6) Zur Abgeltung der Aufwendungen für eine Familienheimfahrt ist eine Entfernungspauschale von 0,30 Euro für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen dem Ort des eigenen Hausstandes und dem Ort der ersten Tätigkeitsstätte anzusetzen.
7) Nummer 4 Satz 3 bis 5 ist entsprechend anzuwenden.
8) Aufwendungen für Familienheimfahrten mit einem dem Steuerpflichtigen im Rahmen einer Einkunftsart überlassenen Kraftfahrzeug werden nicht berücksichtigt.

Praxisbeispiele

Beispiel 1: Betriebsübergabe an ein Kind

Ein Unternehmer überträgt seinen Betrieb im Wege der vorweggenommenen Erbfolge auf sein Kind. Das Kind führt den Betrieb fort und verpflichtet sich zu lebenslangen monatlichen Versorgungszahlungen. Bei klarer vertraglicher Gestaltung und Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen können die Zahlungen als Sonderausgaben abziehbar sein; der Übergeber versteuert sie als sonstige Einkünfte.

Beispiel 2: GmbH-Anteil mit Geschäftsführerwechsel

Ein Gesellschafter-Geschäftsführer überträgt einen mindestens 50 % betragenden GmbH-Anteil gegen Versorgungsleistungen. Begünstigung kommt nur in Betracht, wenn der Übergeber als Geschäftsführer tätig war und der Übernehmer die Geschäftsführertätigkeit nach der Übertragung übernimmt.

Beispiel 3: Mietwohngrundstück nach neuem Recht

Ein Mietwohngrundstück wird 2026 gegen lebenslange Zahlungen übertragen. Für Neuverträge ist ein reines Mietwohngrundstück grundsätzlich kein begünstigtes Vermögen im Sinne des heutigen § 10 Abs. 1a Nr. 2 EStG. Die Zahlungen sind deshalb nicht automatisch als Sonderausgaben abziehbar.

Beispiel 4: Altvertrag vor 2008

Wurde ein Vertrag über die Übergabe eines Mietwohngrundstücks bereits vor dem 01.01.2008 geschlossen, können die früheren Verwaltungsgrundsätze weiterhin relevant sein. Hier sind Vertrag, tatsächliche Durchführung, Umschichtungen und Nießbrauchsregelungen im Detail zu prüfen.

Checkliste: Renten und dauernde Lasten in der Steuererklärung

  1. Prüfen, ob ein Vertrag vor oder nach dem 01.01.2008 geschlossen wurde.
  2. Übertragenes Vermögen eindeutig bestimmen.
  3. Prüfen, ob Betrieb, Teilbetrieb, Mitunternehmeranteil oder begünstigter GmbH-Anteil vorliegt.
  4. Lebenslange und wiederkehrende Leistung klar vertraglich festhalten.
  5. Höhe, Fälligkeit und Zahlungsweise dokumentieren.
  6. Bei GmbH-Anteilen Geschäftsführerstellung von Übergeber und Übernehmer prüfen.
  7. Bei Nießbrauch, Wohnrecht oder Sachleistungen steuerliche Sonderfragen klären.
  8. Erstmalig eine Vertragskopie beim Finanzamt einreichen.
  9. Tatsächliche Zahlungen durch Kontoauszüge nachweisen.
  10. Empfängerbesteuerung und Korrespondenzprinzip beachten.

Übergabevertrag oder Rentenzahlungen steuerlich prüfen lassen?

Wir prüfen, ob Ihre Renten oder dauernden Lasten als Versorgungsleistungen abziehbar sind, ob Altvertragsrecht gilt und wie der Vertrag steuerlich sicher gestaltet oder in der Steuererklärung richtig abgebildet wird.

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FAQ: Renten, dauernde Lasten und Versorgungsleistungen

Sind Renten und dauernde Lasten immer Sonderausgaben?

Nein. Sonderausgaben liegen nur vor, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen für begünstigte Versorgungsleistungen erfüllt sind. Andernfalls kann es sich um Unterhalt, Kaufpreisrente oder eine nicht begünstigte Zahlung handeln.

Welche Vorschrift gilt heute für Versorgungsleistungen?

Maßgeblich ist heute insbesondere § 10 Abs. 1a Nr. 2 EStG. Alte Texte nennen häufig noch § 10 Abs. 1 Nr. 1a EStG, weil dies die frühere Gesetzessystematik war.

Welche Vermögensübertragungen sind bei Neuverträgen begünstigt?

Begünstigt sind insbesondere Mitunternehmeranteile, Betriebe, Teilbetriebe und bestimmte GmbH-Anteile von mindestens 50 %, wenn die zusätzlichen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Ist die Übergabe eines Mietwohngrundstücks gegen Rente begünstigt?

Für Neuverträge nach dem 31.12.2007 grundsätzlich nicht als Versorgungsleistung nach heutiger Rechtslage. Bei Altverträgen vor 2008 kann eine andere Beurteilung möglich sein.

Muss der Empfänger Versorgungsleistungen versteuern?

Ja. Soweit der Verpflichtete die Zahlungen als Sonderausgaben abziehen darf, sind sie beim Empfänger grundsätzlich als sonstige Einkünfte steuerpflichtig.

Was passiert bei einer entgeltlichen Kaufpreisrente?

Dann liegt regelmäßig kein Sonderausgabenabzug als Versorgungsleistung vor. Der Barwert kann Anschaffungskosten oder Veräußerungspreis sein; der Zins- oder Ertragsanteil ist gesondert zu prüfen.

Welche Unterlagen verlangt das Finanzamt?

Bei erstmaliger Geltendmachung sollte der Übergabevertrag vorgelegt werden. Außerdem sind Zahlungsnachweise, Angaben zum Empfänger und bei lebensabhängigen Leistungen die relevanten Personendaten wichtig.

Was gilt bei Nießbrauch oder Wohnrecht?

Nießbrauchs- und Wohnrechtsgestaltungen sind besonders prüfungsanfällig. Entscheidend ist, ob ein sachlicher Zusammenhang mit einer begünstigten Vermögensübertragung besteht und wie die Rechte im Vertrag ausgestaltet sind.

Downloads und Rechner

Download: Checkliste Einkommensteuererklärung

Nutzen Sie außerdem den Rechner für lebenslängliche Nutzungen und Leistungen:

Lebenslängliche Nutzungen und Leistungen

Bewertungsstichtage ab

Gender:

Alter Begünstigte(r):
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Jahreswert:
Euro

Quellenverzeichnis

  1. § 10 Abs. 1a Nr. 2 EStG – Sonderausgabenabzug für lebenslange und wiederkehrende Versorgungsleistungen im Zusammenhang mit begünstigten Vermögensübertragungen; Rechtsstand: 28.06.2026.
  2. § 22 Nr. 1a EStG – korrespondierende Besteuerung beim Empfänger von Versorgungsleistungen; Rechtsstand: 28.06.2026.
  3. § 12 Nr. 2 EStG – Nichtabziehbarkeit bestimmter Zuwendungen und Unterhaltsleistungen; Rechtsstand: 28.06.2026.
  4. § 52 EStG – Anwendungsvorschriften zu § 10 Abs. 1a Nr. 2 EStG für nach dem 31.12.2007 vereinbarte Vermögensübertragungen und Altverträge; Rechtsstand: 28.06.2026.
  5. § 14 BewG – Kapitalwert lebenslänglicher Nutzungen und Leistungen anhand der Vervielfältiger nach Sterbetafel; Rechtsstand: 28.06.2026.
  6. § 55 EStDV – Ertragsanteil bei Leibrenten und abgekürzten Leibrenten; Rechtsstand: 28.06.2026.
  7. BMF-Schreiben vom 11.03.2010, IV C 3 – S 2221/09/10004, BStBl I 2010, S. 227, geändert durch BMF-Schreiben vom 06.05.2016, BStBl I 2016, S. 476 – einkommensteuerliche Behandlung wiederkehrender Leistungen im Zusammenhang mit Vermögensübertragungen.
  8. EStH 2025, Anhang 13 IV – begünstigtes Vermögen: Mitunternehmeranteil, Betrieb/Teilbetrieb und mindestens 50 % GmbH-Anteil bei Geschäftsführerwechsel.
  9. BFH, Beschluss vom 28.04.2020, IX R 11/19 – unentgeltliche Vermögensübergabe gegen Versorgungsleistungen bei nicht begünstigtem Vermögen; Beitrittsaufforderung an das BMF.
  10. BFH, Urteil vom 14.07.2020, BStBl II 2020, S. 813 – bestätigende Hinweise zur Anwendung der Verwaltungsgrundsätze bei Versorgungsleistungen.
  11. BFH, Urteil vom 18.08.2010, BStBl II 2011, S. 633 – Umschichtung in nicht ausreichend ertragbringende Wirtschaftsgüter und Folgen für den Sonderausgabenabzug.
  12. BFH, Urteil vom 15.09.2010, BStBl II 2011, S. 641 – Vertragsänderungen bei Versorgungsleistungen müssen steuerlich nachvollziehbar und schriftlich fixiert sein.

Dieser Beitrag stellt keine individuelle steuerliche Beratung dar und ersetzt nicht das Gespräch mit einem Steuerberater.

Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:


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