Werbungskosten


Werbungskosten

Welche Werbungskosten können Sie in der Steuererklärung absetzen?


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Außerdem - Werbungskosten im Steuerlexikon:


Ihre persönliche Checkliste Steuererklärung.


Definition Werbungskosten

Werbungskosten haben nichts mit Werbung zu tun, sondern sind im steuerlichen Sinne sind alle Aufwendungen, die zum Erwerb, und Sicherung von Einnahmen veranlasst sind. Als Arbeitnehmer sind das Kosten, die durch das Arbeitsverhältnis bedingt sind. Diese können Sie von der Steuer absetzen.

Werbungskosten Rechner

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Werbungskosten als Arbeitnehmer

Welche Werbungskosten werden bei Arbeitnehmern anerkannt? Alle Aufwendungen, die zur Erwerbung, zur Sicherung oder zur Erhaltung der Einnahmen dienen, dürfen als Werbungskosten vom Arbeitslohn abgezogen werden. Im Gegensatz dazu sind Kosten der privaten Lebensführung ohne ausdrückliche Regelung steuerlich nicht abziehbar. Aufwendungen für Ernährung, Kleidung und Wohnung, aber auch Repräsentationsaufwendungen können deshalb nicht abgezogen werden. Von Aufwendungen, die teilweise beruflichen und teilweise privaten Zwecken dienen, gilt der berufliche Anteil nur dann als Werbungskosten, wenn er nicht von untergeordneter Bedeutung ist und sich von den privaten Ausgaben leicht und einwandfrei trennen lässt.


 

Hier finden Sie die typischen Werbungskosten die Sie als Arbeitnehmer in der Einkommensteuererklärung absetzen können:


Werbungskosten können nur berücksichtigt werden, soweit sie steuerfreie oder pauschal besteuerte Ersatzleistungen Ihres Arbeitgebers übersteigen. Stehen Werbungskosten mit steuerfreiem ausländischem Arbeitslohn in Zusammenhang, sind die nicht von der Steuer absetzbar. Allerdings können diese die steuerfreien Einkünfte, die unter Progressionsvorbehalt stehen, mindern (z.B. bei steuerfreien Einkünften nach Doppelbesteuerungsabkommen aus dem Ausland). Sofern der Arbeitgeber Werbungskosten ersetzt, tragen Sie diese steuerfreien Ersatzleistungen (z. B. Trennungsentschädigungen, Auslösungen, Fahrtkostenersatz oder Verpflegungskostenersatz bei Dienstreisen während der doppelten Haushaltsführung, Mobilitätsbeihilfen) in Ihre Einkommensteuererklärung ein.


§ 9 EStG – Vertragsstrafen für vorzeitigen Arbeitsplatzwechsel sind Werbungskosten: Müssen Angestellte wegen eines vorzeitigen Arbeitsplatzwechsels eine Vertragsstrafe an ihre ehemalige Firma zahlen, ist der Betrag als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit abziehbar. Denn die Ablösezahlung steht objektiv im Zusammenhang mit dem neuen Arbeitsverhältnis und dient dessen Förderung.


Im vom FG Düsseldorf entschiedenen Fall ging es um einen Angestellten bei einer Bank in Österreich. Der hatte sich verpflichtet, noch für mindestens fünf Jahre bei dem Kreditinstitut zu bleiben oder ansonsten anteilig seine Ausbildungskosten zurückzuzahlen. Wegen eines Angebots im Inland kündigte er und zahlte die Ablöse. Sein neuer Arbeitgeber erstattete ihm die Kosten und unterwarf den Betrag der Lohnsteuer. Dabei spielt es keine Rolle, dass der vorherige Lohn im Inland nicht steuerpflichtig war.


Die Vertragsstrafe stellt Werbungskosten dar, da die Aufwendungen objektiv im Zusammenhang mit dem Beruf stehen. Der Arbeitnehmer zahlte die Abfindung, um ein neues Angestelltenverhältnis im Inland eingehen zu können. Der Ansatz als Werbungskosten scheitert auch nicht an § 3c Abs. 1 EStG. Zwar besteht hiernach ein Abzugsverbot für Ausgaben, die mit steuerfreien Einnahmen in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Zwischen der Vertragsstrafe und dem ausländischen steuerfreien Lohn besteht jedoch keine solche Beziehung. Vielmehr ist die Verbindung zwischen dem Ablösegeld und dem künftigen Job das entscheidende Kriterium. Der Werbungskostenabzug ist auch deshalb berechtigt, weil die neue Bank die Erstattung lohnversteuert hat. Fundstellen: FG Düsseldorf 12.4.05, 3 K 4223/03 E, EFG 05, 1533, Revision unter I R 34/05, OFD Frankfurt 25.7.00, S 2399 A - 1 - St II 30, FR 00, 1237


Die Kosten Ihrer Lebensführung gehören nicht zu den Werbungskosten, selbst wenn sie Ihrer beruflichen Tätigkeit zugute kommen.

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Werbungskosten bei Heimarbeitern

Bei Heimarbeitern i. S. d. Heimarbeitsgesetzes können Aufwendungen, die unmittelbar durch die Heimarbeit veranlasst sind, z. B. Miete und Aufwendungen für Heizung und Beleuchtung der Arbeitsräume, Aufwendungen für Arbeitsmittel und Zutaten sowie für den Transport des Materials und der fertig gestellten Waren, als Werbungskosten anerkannt werden, soweit sie die Heimarbeiterzuschläge übersteigen. Lohnzuschläge, die den Heimarbeitern zur Abgeltung der mit der Heimarbeit verbundenen Aufwendungen neben dem Grundlohn gezahlt werden, sind insgesamt aus Vereinfachungsgründen nach § 3 Nr. 30 und 50 EStG steuerfrei, soweit sie 10 % des Grundlohns nicht übersteigen. Die oberste Finanzbehörde eines Landes kann mit Zustimmung des BMF den Prozentsatz für bestimmte Gruppen von Heimarbeitern an die tatsächlichen Verhältnisse anpassen.

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§ 9a Pauschbeträge für Werbungskosten

Was sind Pauschbeträge? Werbungskosten werden als Pauschbeträge abgezogen, wenn der Steuerpflichtige keine höheren Aufwendungen nachweist. Für die Einnahmen aus Kapitalvermögen gilt die Besonderheit, dass grundsätzlich nur der Pauschbetrag abgezogen wird und dass etwaige höhere tatsächliche Werbungskosten unberücksichtigt bleiben. Die gängigsten Pauschbeträge sind z. B.: Bei Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit gilt ein Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1000 Euro. Handelt es sich um Versorgungsbezüge wird ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 Euro berücksichtigt. Bei Einnahmen aus Kapitalvermögen gilt ab 2009 ein Pauschbetrag für Alleinstehende von 801 Euro für zusammen veranlagte Ehegatten von 1.602 Euro. Bei Einkünften aus wiederkehrenden Bezügen (z. B. Leibrenten oder zu versteuernden Unterhaltsleistungen) gilt ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 Euro. Werbungskosten, die den Arbeitnehmer-Pauschbetrag bzw. den Werbungskosten-Pauschbetrag für Versorgungsbezüge übersteigen, können beim Lohnsteuerabzug als Freibetrag (Lohnsteuermerkmal) auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden. Ein solcher Freibetrag wird nur berücksichtigt, wenn die ansatzfähigen Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende bei Verwitweten sowie der Teil der Werbungskosten, der den Arbeitnehmer-Pauschbetrag übersteigt, insgesamt mehr als 600 Euro betragen.


Das Finanzamt berücksichtigt von sich aus einen Werbungskostenpauschbetrag bzw. Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro, bei Empfängern von Versorgungsbezügen 102 € jährlich. Für Werbungskosten sind bei der Ermittlung der Einkünfte die folgenden Pauschbeträge abzuziehen, wenn nicht höhere Werbungskosten nachgewiesen werden:

  • Von den Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit vorbehaltlich Buchstabe b: ein Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro. Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag ist auch dann nicht zu kürzen, wenn feststeht, dass keine oder nur geringe Werbungskosten angefallen sind (> BFH vom 10.6.2008 – BStBl 2008 II S. 937). Die Pauschbeträge für Werbungskosten sind nicht zu ermäßigen, wenn die unbeschränkte Steuerpflicht lediglich während eines Teiles des Kalenderjahres bestanden hat. Mehr zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag
  • Von den Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit, soweit es sich um Versorgungsbezüge im Sinne des § 19 Absatz 2 handelt: ein Pauschbetrag von 102 Euro;
  • Von den Einnahmen im Sinne des § 22 Nummer 1, 1a, 1b, 1c und 5: ein Pauschbetrag von insgesamt 102 Euro. Der Pauschbetrag nach Satz 1 Nummer 1 Buchstabe b darf nur bis zur Höhe der um den Versorgungsfreibetrag einschließlich des Zuschlags zum Versorgungsfreibetrag (§ 19 Absatz 2) geminderten Einnahmen, die Pauschbeträge nach Satz 1 Nummer 1 Buchstabe a und Nummer 3 dürfen nur bis zur Höhe der Einnahmen abgezogen werden.

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Werbungskosten bei Einkünften aus Kapitalvermögen

Bis zur Einführung der Abgeltungssteuer konnten Werbungskosten bei den Einkünften auf Kapitalvermögen abgesetzt werden. Ab 2009 entfällt der Werbungskostenabzug. Es sind Musterklagen anhängig.

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Werbungskosten bei Einkünften aus Vermietung

Werden Teile einer selbst genutzten Eigentumswohnung, eines selbst genutzten Einfamilienhauses oder insgesamt selbst genutzten anderen Hauses vorübergehend vermietet und übersteigen die Einnahmen hieraus nicht 520 Euro im VZ, kann im Einverständnis mit dem Stpfl. aus Vereinfachungsgründen von der Besteuerung der Einkünfte abgesehen werden. Satz 1 ist bei vorübergehender Untervermietung von Teilen einer angemieteten Wohnung, die im Übrigen selbst genutzt wird, entsprechend anzuwenden.


Zinsen, die Beteiligte einer Wohnungseigentümergemeinschaft aus der Anlage der Instandhaltungsrücklage erzielen, gehören zu den Einkünften aus Kapitalvermögen.


Die Berücksichtigung von Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung kommt auch dann in Betracht, wenn aus dem Objekt im VZ noch keine Einnahmen erzielt werden, z. B. bei einem vorübergehend leer stehenden Gebäude.


Die Tätigkeit eines Stpfl. zur Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung besteht im Wesentlichen in der Verwaltung seines Grundbesitzes. Bei nicht umfangreichem Grundbesitz erfordert diese Verwaltung in der Regel keine besonderen Einrichtungen, z. B. Büro, sondern erfolgt von der Wohnung des Stpfl. aus. Regelmäßige Tätigkeitsstätte ist dann die Wohnung des Stpfl. Aufwendungen für gelegentliche Fahrten zu dem vermieteten Grundstück sind Werbungskosten i. S. d. § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG.


Wenn Sie Fragen zu den Werbungskosten haben und eine Steuerberatung brauchen, dann schreiben Sie mir bitte eine E-Mail: Werbungskosten@steuerschroeder.de


Hier erfahren Sie, was Sie im Rahmen Ihrer Steuererklärung noch alles absetzen können ...

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