Umzugskosten

Umzugskosten von der Steuer absetzen

Umzugskosten als Werbungskosten in der Steuererklärung absetzen.


Kosten, die einem Arbeitnehmer durch einen beruflich veranlassten Wohnungswechsel entstehen, sind Werbungskosten. Alternativ können die Aufwendungen auch durch den Arbeitgeber steuerfrei ersetzen werden (§ 3 Nr. 16 EStG und R 3.16 LStR bei Zahlung durch private Arbeitgeber, § 3 Nr. 13 EStG und R 3.13 LStR bei Zahlung durch öffentliche Kassen). Der Umfang der Steuerbefreiung / des Werbungskostenabzugs richtet sich dabei nach den Leistungen, die einem Bundesbeamten nach dem Bundesumzugskostengesetz (BUKG) als Umzugskostenvergütung zustehen (R 9.9 LStR ).


Umzugskosten Rechner

Einkommen
Bruttogehalt Euro
Jahr
Steuertabelle
Kinder
Kirchensteuer


Umzugskosten
Gefahrene km für Umzugstag und erste Besichtigung km
Transportkosten Euro
Doppelte Miete Euro
Kosten für Nachmieter Euro
Maklergebühren Euro
Kosten für Herd und Öfen Euro
Nachhilfeunterricht für Kinder Euro

Tipp: Mein Steuerberater-Kollege Prof. Dr. Christoph Juhn erklärt die steuerlichen Folgen einer verdeckte Gewinnausschüttung und warum die vGA kein Nachteil sein muss.



Sie können Ihre tatsächlich entstandenen Umzugskosten als Werbungskosten abziehen. Hierzu gehören unter anderem:

  • Transportkosten/Beförderungsauslagen
  • Reisekosten (Umzugsreise, Besichtigungsreise)
  • Maklergebühren
  • Doppelte Miete

Umzugskosten, Maklerkosten, keine Steuerbefreiung

OFD Koblenz, 9.12.2009, S 2338 A - St 32 2


Die obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder haben die Frage, ob bei einem Arbeitnehmer, der von seinem Arbeitgeber anlässlich seines beruflich veranlassten Umzugs gem. § 9 Abs. 1 BUKG Maklerkosten für den Erwerb eines (selbst genutzten) Einfamilienhauses erstattet bekommen hat, die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 13 EStG greift oder ob steuerpflichtiger Arbeitslohn anzunehmen ist, mit folgendem Ergebnis erörtert:


Die erstatteten Maklerkosten sind in voller Höhe steuerpflichtigen Arbeitslohn, da die Maklergebühren auch insoweit keine Werbungskosten darstellen, als sie für die Vermittlung einer vergleichbaren Mietwohnung angefallen wären (R 9.9 Abs. 2 Satz 1 LStR 2008 sowie BFH-Urteil vom 24.5.2000, BStBl 2000 II S. 586). Des Weiteren vertritt der BFH in ständiger Rechtsprechung die Auffassung, dass auch im öffentlichen Dienst Reise- und Umzugskostenvergütungen nur insoweit nach § 3 Nr. 13 EStG steuerfrei zu belassen sind, als die ersetzten Aufwendungen ihrer Natur nach Werbungskosten im Sinne von § 9 Abs. 1 EStG sind (BFH-Urteil vom 12.4.2007, BStBl 2007 II S. 536).


Höhe der Umzugskosten: Bei einem beruflich veranlassten Wohnungswechsel können die tatsächlichen Umzugskosten grundsätzlich bis zur Höhe der Beträge als Werbungskosten abgezogen werden, die nach dem BUKG und der Auslandsumzugskostenverordnung (AUV) in der jeweils geltenden Fassung als Umzugskostenvergütung höchstens gezahlt werden könnten, mit Ausnahme der Pauschalen nach §§ 19, 21 AUV und der Auslagen (insbesondere Maklergebühren) für die Anschaffung einer eigenen Wohnung (Wohneigentum) nach § 9 Abs. 1 BUKG ; die Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen nach § 9 Abs. 4a EStG sind zu beachten.

Werden die umzugskostenrechtlich festgelegten Grenzen eingehalten, ist nicht zu prüfen, ob die Umzugskosten Werbungskosten darstellen.

Werden höhere Umzugskosten im Einzelnen nachgewiesen, ist insgesamt zu prüfen, ob und inwieweit die Aufwendungen Werbungskosten oder nicht abziehbare Kosten der Lebensführung sind, z. B. bei Aufwendungen für die Neuanschaffung von Einrichtungsgegenständen.

Anstelle der in § 10 BUKG pauschal erfassten Umzugskosten können auch die im Einzelfall nachgewiesenen höheren Umzugskosten als Werbungskosten abgezogen werden.

Ein Werbungskostenabzug entfällt, soweit die Umzugskosten vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet worden sind ( § 3c EStG ).

Besonderheiten bei der Erstattung von Umzugskosten durch den Arbeitgeber

Die Erstattung der Umzugskosten durch den Arbeitgeber ist steuerfrei, soweit keine höheren Beträge erstattet werden, als Werbungskosten abziehbar wären. Der Arbeitnehmer hat seinem Arbeitgeber Unterlagen vorzulegen, aus denen die tatsächlichen Aufwendungen ersichtlich sein müssen. Der Arbeitgeber hat diese Unterlagen als Belege zum Lohnkonto aufzubewahren.

Bei ins Inland entsandten Arbeitnehmern werden die Kosten für einen beruflich veranlassten Umzug regelmäßig in vollem Umfang vom Arbeitgeber übernommen, so dass den Arbeitnehmern keine durch den Umzug veranlassten, von ihnen selbst zu tragenden Aufwendungen mehr verbleiben. Ein Werbungskostenabzug ist insoweit nach § 3c Abs. 1 EStG ausgeschlossen (R 41 Abs. 2 Satz 5 LStR).

Im Einzelfall ist daher zu ermitteln, in welchem Umfang dem Steuerpflichtigen Umzugskosten durch seinen Arbeitgeber erstattet worden sind, und ein Werbungskostenabzug darüber hinaus – ggf. in Höhe der o.a. Pauschbeträge für sonstige Umzugsauslagen nach § 10 BUKG bzw. § 10 AUV – nur zuzulassen, wenn ersichtlich ist, dass dem Steuerpflichtigen Umzugskosten auch tatsächlich entstanden sind, die durch die Arbeitgeberleistungen nicht bereits abgedeckt sind. Bei Lohnsteuer-Außenprüfungen bietet sich die Fertigung entsprechenden Kontrollmaterials an.

Hinweis zur Umsatzsteuer: Nach § 15 Abs. 1a Nr. 3 UStG sind Vorsteuerbeträge nicht abziehbar, die auf Umzugskosten für einen Wohnungswechsel entfallen. Unerheblich ist, ob unternehmerische Gründe für den Privatumzug des Unternehmers bestehen (z.B. anlässlich einer Betriebsverlagerung) oder ob der Wohnungswechsel beim Arbeitnehmer dienstlich veranlasst ist. Entsprechendes gilt bei einem Wohnungswechsel der Gesellschafter oder Mitglieder einer Körperschaft oder Personenvereinigung.


Umzugskostenpauschalen

Das Bundesumzugskostengesetz (BUKG ) bzw. die Auslandsumzugskostenverordnung (AUV sehen jeweils in ihren §§ 10 die Erstattungsfähigkeit von bestimmten Umzugskostenpauschalen vor. In diesen Vorschriften geht der Gesetzgeber davon aus, dass sonstige Umzugskosten bei jedem Umzug in einer bestimmten Höhe entstehen, die den im Gesetz für den Einzelfall vorgesehenen Betrag der Pauschvergütung rechtfertigen. Die Höhe der danach als Werbungskosten abziehbaren Pauschbeträge ergibt sich

Ein Werbungskostenabzug für pauschale Umzugsauslagen setzt jedoch im Hinblick auf § 3c EStG voraus, dass die gesamten Umzugskosten einschließlich der Pauschalbeträge nach § 10 BUKG bzw. § 10 AUV die vom Arbeitgeber steuerfrei erstatteten Aufwendungen ( § 3 Nr. 16 EStG ) übersteigen (R 41 Abs. 2 Satz 5 LStR).

Ein Rückumzug des Arbeitnehmers in das Ausland ist nur beruflich veranlasst und ein Werbungskostenabzug für pauschale Umzugsauslagen nach § 10 AUV nur zulässig, wenn der Arbeitnehmer für eine von vornherein befristete Tätigkeit in das Inland versetzt worden war (H 41 Rückumzug ins Ausland LStH; BFH-Urteil vom 4.12.1992, BStBl 1993 II S. 722 ).

Bei Arbeitnehmern, die ihren Lebensmittelpunkt in das Inland verlegt hatten (bei doppelter Haushaltsführung dürfen die Umzugskostenpauschalen nicht angesetzt werden), sind die Pauschalen beim Rückumzug grundsätzlich nach § 10 Abs. 1 und 2 AUV zu bemessen und nach § 10 Abs. 4 AUV auf 80 % zu begrenzen ( BFH-Urteil vom 4.12.1992, BStBl 1993 II S. 722 ). Ungeachtet der Verlegung ihres Lebensmittelpunkts – z.B. wegen Mitnahme der Familie – werden die Arbeitnehmer jedoch vielfach in ihre eingerichtete Wohnung zurück umziehen, die sie während der von vornherein befristeten Inlandstätigkeit im Ausland beibehalten haben. Da mithin am neuen Wohnort keine Wohnung eingerichtet, sondern eine mit den notwendigen Möbeln und sonstigen Haushaltsgegenständen ausgestattete Wohnung bezogen wird, richtet sich die Höhe der Umzugskostenpauschale nach § 10 Abs. 5 AUV , d.h., es ist das Zweifache der Beträge nach § 10 Abs. 4 BUKG anzusetzen, bei Verheirateten also 60 % und bei Ledigen 40 % der Pauschalen nach § 10 Abs. 1 BUKG . Die Pauschale nach § 10 Abs. 7 AUV ist in diesen Fällen nicht zu gewähren, weil nicht davon auszugehen ist, dass sich in der beibehaltenen Wohnung im Ausland hinsichtlich Stromversorgung, Elektrogeräte oder Fernsehnorm etwas geändert hat (vgl. Urteil des FG Düsseldorf vom 7.9.2004, 3 K 5337/02 E, n.v. – rkr.).

Beispiel:

Nach dreijähriger Inlandstätigkeit ziehen der Steuerpflichtige und seine Ehefrau mit ihren zwei Kindern nach dem 31.7.2004 in ihre beibehaltene Wohnung im Ausland zurück. Steuerfreie Arbeitgeberleistungen für den Rückumzug hat der Steuerpflichtige nicht erhalten.

Lösung:

Da wegen der Verlegung des Lebensmittelpunkts in das Inland keine doppelte Haushaltsführung im steuerlichen Sinne begründet worden war, steht dem Abzug der pauschalen Umzugsauslagen als Werbungskosten nichts im Wege. Sie sind nach § 10 Abs. 5 AUV i.V. mit § 10 Abs. 4 BUKG in folgender Höhe zu berücksichtigen:

für Verheiratete 60 % von 1.121 EUR 672,60 EUR
für zwei Kinder 60 % von 494 EUR 296,40 EUR
Werbungskostenabzug 969,00 EUR

Daneben können Sie die Kosten für den umzugsbedingten Nachhilfeunterricht Ihres Kindes steuermindernd ansetzen. Reguläre Kosten für den Unterricht an einer Privatschule sind nicht als Werbungskosten abziehbar, aber unter bestimmten Voraussetzungen als Sonderausgaben. Die umzugsbedingten Unterrichtskosten sind maximal bis zur Höhe der folgenden Beträge begünstigt:


Umzug bis zum Höchstbetrag je Kind
01.02.2017 1.926 Euro
01.03.2018 1.984 Euro
01.03.2019 2.045 Euro
01.03.2020 2.066 Euro

Zusätzlich zu den vorgenannten tatsächlichen Umzugskosten können Sie abhängig vom Familienstand folgende Pauschbeträge steuermindernd ansetzen (sonstige Umzugskosten):


Umzug bis zum Ledig Verheiratet / Geschieden / Verwitwet / Alleinerziehend Jede weitere Person (außer Ehegatten / Lebenspartner)
01.02.2017 764 Euro 1.528 Euro 337 Euro
01.03.2018 787 Euro 1.573 Euro 347 Euro
01.03.2019 811 Euro 1.622 Euro 357 Euro
01.03.2020 820 Euro 1.639 Euro 361 Euro

Tipp: Ist dem aktuellen Umzug innerhalb der letzten fünf Jahre ein ebenfalls beruflich veranlasster Umzug vorausgegangen, erhöhen sich die Pauschbeträge um 50 %.

Bitte beachten Sie: Sind Sie aufgrund einer Auswärtstätigkeit oder einer doppelten Haushaltsführung umgezogen, dürfen Sie die Pauschbeträge für sonstige Umzugskosten nicht abziehen.


Aufwendungen für die Renovierung und Einrichtung der neuen Wohnung sind nicht als Werbungskosten abzugsfähig. Dies gilt auch für Maklergebühren bei Kauf einer Wohnung oder eines Hauses.

Umzugskosten, die Ihnen aufgrund eines beruflich veranlassten Wohnungswechsels entstehen, können Sie als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung wie folgt absetzen:


Umzugskosten, Abrechnung

Name des Mitarbeiters

__________

Funktion

__________

Familienstand

__________

Abteilung/Dienstsitz

__________

mit umziehende Personen

_______________

_______________

_______________

_______________

Umzug am

__________

von _____

bis _____

Entgeltgruppe

__________

Erstattungen durch den Arbeitgeber

Art der Aufwendungen

Beleg-Nr.

Kosten

Erstattungs-betrag

davon steuerfrei

Beförderungsauslagen

Reisekosten

Mietentschädigung

Maklergebühren für Mietimmobilien

Zusatzunterricht

Sonstige Umzugsauslagen
(Firmenpauschale)

Zuschuss in Sonderfällen

Steuerfreie Beträge nach Einzelnachweis, s.u.

Summe

./. Vorschüsse

Restbetrag


Einkommensteuererklärung 2019:
Vordruck Zeile
Anlage N 47 bis 48

Tipp: Mein Steuerberater-Kollege Prof. Dr. Christoph Juhn erklärt die steuerlichen Folgen einer verdeckte Gewinnausschüttung und warum die vGA kein Nachteil sein muss.


Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung ist nicht etwa ein verkürzter Arbeitsweg sondern eine Zeitersparnis von mindestens einer halben Stunde täglich. Es können auch noch andere berufliche Gründe vorliegen. Mehr Infos siehe Umzugskosten als Werbungskosten.


Steuertipp: Wenn Sie die Voraussetzungen für Werbungskosten nicht erfüllen, dann können Sie die Umzugskosten als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen.


Bundesumzugskostengesetz

Bundesumzugskostengesetz
1/9


Umzugskosten-Ratgeber

Umzugsratgeber
1/85


Umzugskosten bei doppelter Haushaltsführung

Zu beachten ist, dass die Pauschalen für sonstige Umzugsauslagen nach § 10 BUKG und § 10 AUV nur berücksichtigt werden dürfen, wenn der Arbeitnehmer mit dem Umzug auch seinen Lebensmittelpunkt verlegt ( BFH-Urteil vom 29.1.1988, BFH/NV 1988 S. 367 ). Da dies bei der Begründung einer doppelten Haushaltsführung nicht geschieht, können damit zusammenhängende sonstige Umzugsauslagen nur in nachgewiesener Höhe als Werbungskosten berücksichtigt werden (R 43 Abs. 10 Satz 1 und 2 LStR). Das gilt sowohl für den Umzug des Arbeitnehmers in das Inland anlässlich der Begründung einer doppelten Haushaltsführung, als auch für den Rückumzug in das Ausland anlässlich der Beendigung der doppelten Haushaltsführung.


Umzugskosten im Steuerlexikon


Online Checkliste-Einkommensteuererklärung


 

 

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