Umzugskosten als Werbungskosten

Umzugskosten als Werbungskosten

Umzugskosten als Werbungskosten in der Steuererklärung von der Steuer absetzen



Wo können Sie einen privaten Umzug in der Steuererklärung eintragen und wieviel von der Steuer absetzen? Hier erfahren Sie, wie hoch die Umzugskostenpauschale ist und können mit dem Rechner die absetzbaren Umzugskosten schnell & einfach online berechnen.

Umzugskosten Rechner

Einkommen
Bruttogehalt Euro
Jahr
Steuertabelle
Kinder
Kirchensteuer

 

Umzugskosten
Gefahrene km für Umzugstag und erste Besichtigung km
Transportkosten Euro
Doppelte Miete Euro
Kosten für Nachmieter Euro
Maklergebühren Euro
Kosten für Herd und Öfen Euro
Nachhilfeunterricht für Kinder Euro

Umzugskosten als Werbungskosten absetzen

Kosten, die einem Arbeitnehmer durch einen beruflich veranlassten Umzug entstehen, sind Werbungskosten. Ein Umzug ist beruflich veranlasst, wenn sich dadurch die Entfernung zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte erheblich verkürzt (i.d.R. tägliche Fahrzeitverkürzung um mindestens eine Stunde), oder wenn der Arbeitnehmer auf Weisung seines Arbeitgebers eine Dienstwohnung beziehen oder räumen muss. Die Umzugskosten werden bis zur Höhe des Betrags als Werbungskosten anerkannt, der nach dem Bundesumzugskostenrecht als Umzugskostenvergütung höchstens gezahlt wird.



Zur Berücksichtigung von Umzugskosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung vergleichen Sie bitte dort die Erläuterungen.


Umzugskosten sind Werbungskosten, wenn der Umzug beruflich veranlasst war und soweit die tatsächlichen Umzugskosten die steuerfrei erstattungsfähigen Höchstbeträge nach dem Bundesumzugskostengesetz nicht überschreiten.

Steht die berufliche Veranlassung eines Umzugs aufgrund einer mindestens einstündigen Fahrzeitverkürzung fest, so treten private Begleitumstände – wie Heirat oder erhöhter Wohnbedarf wegen der Geburt eines Kindes – in den Hintergrund ( BFH-Urteil vom 23.3.2001, BStBl 2002 II S. 56 ). Damit sind gleichzeitig vorliegende private Umzugsmotive unschädlich.

Als Werbungskosten kommen folgende Aufwendungen in Betracht:

  • Die durch den Umzug notwendigen Auslagen für die Beförderung des Umzugsgutes von der bisherigen zur neuen Wohnung; zum Umzugsgut zählen neben der Wohnungseinrichtung in angemessenem Umfang auch andere bewegliche Gegenstände, die dem Umziehenden gehören.
  • Die Reisekosten (Tage- und Übernachtungsgeld) des Umziehenden und der zu seiner häuslichen Gemeinschaft gehörenden Personen. Das Tagegeld (Verpflegungsmehraufwand) wird vom Einladen des Umzugsguts bis zum Tage des Ausladens in vollem Umfang gewährt.
  • Die Mietentschädigung bei gleichzeitiger Belastung durch Mietzahlung für die alte und die neue Wohnung. Hierzu zählt die Miete für die bisherige Wohnung bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Mietverhältnis frühestens aufgelöst werden kann, längstens jedoch für 6 Monate. Muss die neue Wohnung im voraus angemietet werden, kann eine Mietentschädigung für längstens 3 Monate gezahlt werden.
  • Die notwendigen Maklergebühren für die Vermittlung einer Mietwohnung und einer Garage oder die entsprechenden Auslagen bis zu dieser Höhe für eine eigene Wohnung, nicht aber, wenn sie im Zusammenhang mit dem Erwerb eines (Einfamilien)Hauses stehen.
  • Die umzugsbedingten Unterrichtskosten für die zusätzliche Unterrichtung der Kinder, wenn diese die Schule wechseln müssen, und zwar ab 1.1.2002 bis zu einem Höchstbetrag von 1.349 EUR ( BMF-Schreiben vom 22.8.2001, BStBl 2001 I S. 542 ).
  • Eine Pauschvergütung für die von den vorgenannten Aufwendungen nicht umfassten sonstigen Umzugsauslagen. Diese beträgt ab 1.1.2002 (BMF, Schreiben vom 22.08.2001, a.a.O. – bei verheirateten Arbeitnehmern 1.074 EUR – bei ledigen Arbeitnehmern 537 EUR. Diese Pauschvergütung erhöht sich für ledige Kinder, Stief- und Pflegekinder um je 237 EUR. Einem verheirateten Arbeitnehmer werden gleichgestellt verwitwete oder geschiedene Arbeitnehmer sowie Arbeitnehmer, deren Ehe aufgehoben oder für nichtig erklärt wurde und unter bestimmten Voraussetzungen auch ledige Arbeitnehmer. Maßgebend ist der Familienstand am Tag vor dem Einladen des Umzugsguts.

Umzugskosten, die im Zusammenhang mit der Beendigung einer doppelten Haushaltsführung anfallen, sind nach Ablauf der Zweijahresfrist nicht als Werbungskosten abzugsfähig.


(Rück-)Umzugskosten in die Familienwohnung nach Beendigung einer doppelten Haushaltsführung

Löst ein Arbeitnehmer mit beruflich veranlagter doppelter Haushaltsführung seine Zweitwohnung am auswärtigen Beschäftigungsort auf (vgl.Abschn. 41 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 LStR), z.B. wegen Aufgabe der Beschäftigung oder Weiterbeschäftigung am Familienwohnort, so können ab 1996 die (Rück-) Umzugskosten in die Familienwohnung grundsätzlich nur innerhalb der Zweijahresfrist des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG steuerfrei erstattet oder als Werbungskosten abgezogen werden.

Nach Ablauf dieser Frist ist ein steuerfreier Ersatz bzw. ein Werbungskostenabzug nur zulässig, wenn der Arbeitnehmer – in Verbindung mit einer neuen doppelten Haushaltsführung – an einem anderen Ort weiterbeschäftigt wird oder dort eine neue Beschäftigung aufnimmt.

OFD Berlin, 07.08.1998, St 422 - S 2353 - 2/98

Normenkette

EStG § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5


Umzugskosten, Maklerkosten, keine Steuerbefreiung

Die obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder haben die Frage, ob bei einem Arbeitnehmer, der von seinem Arbeitgeber anlässlich seines beruflich veranlassten Umzugs gem. § 9 Abs. 1 BUKG Maklerkosten für den Erwerb eines (selbst genutzten) Einfamilienhauses erstattet bekommen hat, die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 13 EStG greift oder ob steuerpflichtiger Arbeitslohn anzunehmen ist, mit folgendem Ergebnis erörtert:

Die erstatteten Maklerkosten sind in voller Höhe steuerpflichtigen Arbeitslohn, da die Maklergebühren auch insoweit keine Werbungskosten darstellen, als sie für die Vermittlung einer vergleichbaren Mietwohnung angefallen wären (R 9.9 Abs. 2 Satz 1 LStR 2008 sowie BFH-Urteil vom 24.5.2000, BStBl 2000 II S. 586). Des Weiteren vertritt der BFH in ständiger Rechtsprechung die Auffassung, dass auch im öffentlichen Dienst Reise- und Umzugskostenvergütungen nur insoweit nach § 3 Nr. 13 EStG steuerfrei zu belassen sind, als die ersetzten Aufwendungen ihrer Natur nach Werbungskosten im Sinne von § 9 Abs. 1 EStG sind (BFH-Urteil vom 12.4.2007, BStBl 2007 II S. 536).

OFD Koblenz, 9.12.2009, S 2338 A - St 32 2

Normenkette

EStG § 3 Nr. 13


Umzugskostenpauschale

Sie können entweder die tatsächlichen Umzugskosten oder die Umzugskostenpauschale von der Steuer absetzen. Ihre Umzugskosten werden bis zu der Höhe anerkannt, die ein Bundesbeamter als höchste Umzugskostenvergütung erhalten würde. Die Umzugskosten kann der Arbeitgeber auch steuerfrei erstatten.


Die Umzugskostenpauschale richtet sich nach dem Familienstand. Es folgen die maßgebenden Beträge für umzugsbedingte Unterrichtskosten und sonstige Umzugsauslagen gemäß der §§ 6 bis 10 des Bundesumzugskostengesetzes (BUKG):

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1. Der Höchstbetrag, der für die Anerkennung umzugsbedingter Unterrichtskosten für ein Kind nach § 9 Absatz 2 BUKG maßgebend ist, beträgt bei Beendigung des Umzugs ab

  • 1. März 2018 1.984 Euro;
  • 1. April 2019 2.045 Euro;
  • 1. März 2020 2.066 Euro.
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2. Der Pauschbetrag für sonstige Umzugsauslagen nach § 10 Absatz 1 BUKG beträgt:

a) Für Verheiratete, Lebenspartner und Gleichgestellte i. S. d. § 10 Absatz 2 BUKG bei Beendigung des Umzugs

  • ab 1. März 2018 1.573 Euro;
  • ab 1. April 2019 1.622 Euro;
  • ab 1. März 2020 1.639 Euro.

b) Für Ledige, die die Voraussetzungen des § 10 Absatz 2 BUKG nicht erfüllen, bei Beendigung des Umzugs

  • ab 1. März 2018 787 Euro;
  • ab 1. April 2019 811 Euro;
  • ab 1. März 2020 820 Euro.

Der Pauschbetrag erhöht sich für jede in § 6 Absatz 3 Satz 2 und 3 BUKG bezeichnete weitere Person mit Ausnahme des Ehegatten oder Lebenspartners:

  • zum 1. März 2018 um 347 Euro;
  • zum 1. April 2019 um 357 Euro;
  • zum 1. März 2020 um 361 Euro.

Neben der Umzugskostenpauschale können außerdem abgesetzt werden: Kosten für Transport bzw. Miete für den Umzugswagen. Als Transportkosten werden auch Kosten bezeichnet, die beispielsweise mit dem eigenen PKW verursacht werden, weil man den Mietwagen abholen muss oder weil man am Umzugstag mit dem PKW mehrere Fahrten erledigen muss. Sie können auch Reisekosten von der Steuer absetzen, wenn Sie zur neuen Wohnung anreisen müssen. Sie können dann für die gesamte Familie sowohl Reise- als auch Übernachtungskosten absetzen. Selbst den sog. Verpflegungsmehraufwand können Sie neben der Umzugskostenpauschale abrechnen. Ferner können Sie auch Maklerprovisionen, die für die neue Wohnung angefallen sind, steuerlich geltend gemacht werden. Bitte denken Sie daran: Wenn Sie die tatsächlichen Umzugskosten absetzen möchten, dann sollten Sie als Nachweis Belege sammeln. Das Finanzamt wird i.d.R. die Belege anfordern und bei fehlenden Belegen die Kosten nicht anerkennen. Was Sie nicht belegen können, wird vom Finanzamt nicht anerkannt.


Bei Auslandsumzügen gilt die Auslandsumzugskostenverordnung:

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Merkblatt Auslandsumzugskosten:

Umzugskosten + Trennungsgeld - Merkblatt Auslandsumzugskosten
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Top Umzugskosten


Bundesumzugskostengesetz

Bundesumzugskostengesetz
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Tatsächliche Umzugskosten & Erstattung

Bei einem beruflich veranlassten Wohnungswechsel können die tatsächlichen Umzugskosten grundsätzlich bis zur Höhe der Beträge als Werbungskosten abgezogen werden, die nach dem Bundesumzugskostengesetz (BUKG) und der Auslandsumzugskostenverordnung (AUV) in der jeweils geltenden Fassung als Umzugskostenvergütung höchstens gezahlt werden könnten mit Ausnahme der §§ 11, 12 AUV und der Auslagen (insbesondere Maklergebühren) für die Anschaffung einer eigenen Wohnung (Wohneigentum) nach § 9 Abs. 1 zweiter Halbsatz BUKG; die Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 EStG sind zu beachten. Die erstatteten Maklerkosten sind in voller Höhe steuerpflichtigen Arbeitslohn, da die Maklergebühren auch insoweit keine Werbungskosten darstellen, als sie für die Vermittlung einer vergleichbaren Mietwohnung angefallen wären (R 9.9 Abs. 2 Satz 1 LStR 2008 sowie BFH-Urteil vom 24.5.2000, BStBl 2000 II S. 586). Des Weiteren vertritt der BFH in ständiger Rechtsprechung die Auffassung, dass auch im öffentlichen Dienst Reise- und Umzugskostenvergütungen nur insoweit nach § 3 Nr. 13 EStG steuerfrei zu belassen sind, als die ersetzten Aufwendungen ihrer Natur nach Werbungskosten im Sinne von § 9 Abs. 1 EStG sind (BFH-Urteil vom 12.4.2007, BStBl 2007 II S. 536).


Werden die umzugskostenrechtlich festgelegten Grenzen eingehalten, ist nicht zu prüfen, ob die Umzugskosten Werbungskosten darstellen. Werden höhere Umzugskosten im Einzelnen nachgewiesen, ist insgesamt zu prüfen, ob und inwieweit die Aufwendungen Werbungskosten oder nicht abziehbare Kosten der Lebensführung sind, z. B. bei Aufwendungen für die Neuanschaffung von Einrichtungsgegenständen. Anstelle der in § 10 BUKG pauschal erfassten Umzugskosten können auch die im Einzelfall nachgewiesenen höheren Umzugskosten als Werbungskosten abgezogen werden. Ein Werbungskostenabzug entfällt, soweit die Umzugskosten vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet worden sind (§ 3c EStG).


Die Erstattung der Umzugskosten durch den Arbeitgeber ist steuerfrei, soweit keine höheren Beträge erstattet werden, als nach Absatz 2 als Werbungskosten abziehbar wären. Der Arbeitnehmer hat seinem Arbeitgeber Unterlagen vorzulegen, aus denen die tatsächlichen Aufwendungen ersichtlich sein müssen. Der Arbeitgeber hat diese Unterlagen als Belege zum Lohnkonto aufzubewahren. Steuerliche Anerkennung von Umzugskosten nach R 9.9 Absatz 2 LStR 2011


Hinweis: Verbot des Vorsteuerabzugs bei Umzugskosten: Nach § 15 Absatz 1a Nr. 3 UStG sind Vorsteuerbeträge nicht abziehbar, die auf Umzugskosten für einen Wohnungswechsel entfallen. Unerheblich ist, ob unternehmerische Gründe für den Privatumzug des Unternehmers bestehen (z. B. anlässlich einer Betriebsverlagerung) oder ob der Wohnungswechsel beim Arbeitnehmer dienstlich veranlasst ist. 3Entsprechendes gilt bei einem Wohnungswechsel der Gesellschafter oder Mitglieder einer Körperschaft oder Personenvereinigung.

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Rückumzug

Löst ein Arbeitnehmer mit beruflich veranlagter doppelter Haushaltsführung seine Zweitwohnung am auswärtigen Beschäftigungsort auf, z.B. wegen Aufgabe der Beschäftigung oder Weiterbeschäftigung am Familienwohnort, so können ab 1996 die (Rück-) Umzugskosten in die Familienwohnung grundsätzlich (nur innerhalb der Zweijahresfrist des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG) steuerfrei erstattet oder als Werbungskosten abgezogen werden. Nach Ablauf dieser Frist ist ein steuerfreier Ersatz bzw. ein Werbungskostenabzug nur zulässig, wenn der Arbeitnehmer - in Verbindung mit einer neuen doppelten Haushaltsführung - an einem anderen Ort weiterbeschäftigt wird oder dort eine neue Beschäftigung aufnimmt.

Top Umzugskosten

Mehr Infos im Steuerlexikon

  1. Überblick
  2. Beruflicher Anlass
  3. Zu berücksichtigende Kosten
    1. Angesetzt werden:
    2. Sonstige Umzugsauslagen
  4. Sonderregelungen
  5. Checkliste für Umzugskosten
  6. Auslandsumzüge
  7. Umzugskosten bei einer doppelten Haushaltsführung
  8. Umzugskosten bei einer doppelten Haushaltsführung in Wegzugsfällen
  9. Eigenheimkosten
  10. Zwischenlagerung von Möbeln
  11. Doppelter Mietaufwand

Weitere Werbungskosten


Rechtsgrundlagen zum Thema: Umzugskosten

EStG 
EStG § 3

LStR 
R 3.13 LStR Reisekostenvergütungen, Umzugskostenvergütungen und Trennungsgelder aus öffentlichen Kassen

R 3.16 LStR Steuerfreie Leistungen für Reisekosten, Umzugskosten und Mehraufwendungen bei doppelter Haushaltsführung außerhalb des öffentlichen Dienstes

R 9.9 LStR Umzugskosten

R 9.11 LStR Mehraufwendungen bei doppelter Haushaltsführung

EStH 3.13 33.1.33.4
LStH 3.13 3.16 9.9 9.11.5.10 19.3

Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:


BFH Urteile zu diesem Thema und weiteres:



Steuerberater

Dipl.-Kfm. Michael Schröder, Steuerberater
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(Tempelhof-Schöneberg/ Friedenau)
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