Steuererklärung selbst erstellen: Anleitung, Formulare, ELSTER und Rechner vom Steuerberater

Steuererklärung selbst erstellen: Anleitung, Formulare, ELSTER und Steuerrechner

Eine Steuererklärung selbst zu erstellen ist für viele Arbeitnehmer, Studierende, Rentner, Vermieter und auch einfache Nebentätigkeiten gut machbar – vorausgesetzt, Sie bereiten Ihre Unterlagen strukturiert vor, wählen die richtigen Steuerformulare und kennen die wichtigsten steuerlichen Abzugsmöglichkeiten.

Für das Steuerjahr 2025 ist die Einkommensteuererklärung bei Pflichtabgabe grundsätzlich bis zum 31. Juli 2026 einzureichen. Wer freiwillig eine Einkommensteuerveranlagung beantragt, kann die Erklärung für 2025 regelmäßig bis zum 31. Dezember 2029 abgeben. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Steuererklärung selber machen, welche Anlagen Sie benötigen, welche Fristen gelten und wann Sie besser steuerliche Hilfe einholen sollten.

Kurzüberblick: Zur Einkommensteuererklärung gehören der Hauptvordruck ESt 1 A und je nach Fall weitere Anlagen, zum Beispiel Anlage N, KAP, V, Kind, Sonderausgaben, Vorsorgeaufwand, Haushaltsnahe Aufwendungen oder Außergewöhnliche Belastungen. Viele Daten liegen dem Finanzamt bereits elektronisch als sogenannte eDaten vor. Belege müssen in der Regel nicht direkt eingereicht, aber für Rückfragen aufbewahrt werden.

Steuerrückzahlung berechnen

Berechnen Sie schnell und unverbindlich Ihre voraussichtliche Steuerrückzahlung. Der Rechner hilft Ihnen einzuschätzen, ob sich eine freiwillige Steuererklärung lohnt und welche Steuererstattung ungefähr zu erwarten ist.

Rechner Steuerertattung

Sind Sie verheiratet?
Steuerpflichtige(r)   Ehepartner(in)
Jahresbruttolohn
Fahrtkosten: Einfache Entfernung Wohnung - Arbeitsstätte
Häusliches Arbeitszimmer
Doppelte Haushaltsführung
sonstige Werbungskosten
(Fortbildung, Arbeitsmittel etc.)
Kinder
Kinderbetreuungskosten
Haushaltsnahe Dienstleistungen
Spenden
Außergewöhnliche Belastungen
Kirchensteuer
1) Notwendige Mehraufwendungen, die einem Arbeitnehmer wegen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung entstehen.
2) Eine doppelte Haushaltsführung liegt nur vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Ortes seiner ersten Tätigkeitsstätte einen eigenen Hausstand unterhält und auch am Ort der ersten Tätigkeitsstätte wohnt.
3) Das Vorliegen eines eigenen Hausstandes setzt das Innehaben einer Wohnung sowie eine finanzielle Beteiligung an den Kosten der Lebensführung voraus.
4) Als Unterkunftskosten für eine doppelte Haushaltsführung können im Inland die tatsächlichen Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft angesetzt werden, höchstens 1.000 Euro im Monat.
5) Aufwendungen für die Wege vom Ort der ersten Tätigkeitsstätte zum Ort des eigenen Hausstandes und zurück (Familienheimfahrt) können jeweils nur für eine Familienheimfahrt wöchentlich abgezogen werden.
6) Zur Abgeltung der Aufwendungen für eine Familienheimfahrt ist eine Entfernungspauschale von 0,30 Euro für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen dem Ort des eigenen Hausstandes und dem Ort der ersten Tätigkeitsstätte anzusetzen.
7) Nummer 4 Satz 3 bis 5 ist entsprechend anzuwenden.
8) Aufwendungen für Familienheimfahrten mit einem dem Steuerpflichtigen im Rahmen einer Einkunftsart überlassenen Kraftfahrzeug werden nicht berücksichtigt.
Praxis-Hinweis: Ein Steuerrechner ersetzt keine vollständige Einkommensteuererklärung. Er zeigt aber, ob sich eine Abgabe voraussichtlich lohnt und welche Abzugsposten besonders wichtig sein können.

Infografik: Steuererklärung selbst erstellen in 6 Schritten

1. Pflicht prüfen Klären Sie, ob eine Abgabepflicht besteht oder ob Sie die Steuererklärung freiwillig einreichen.
2. Frist notieren Pflichtabgabe 2025 grundsätzlich bis 31.07.2026, freiwillige Abgabe bis 31.12.2029.
3. Unterlagen sammeln Lohnsteuer, Versicherungen, Spenden, Handwerker, Kinder, Vermietung, Kapital und Sonderfälle prüfen.
4. Anlagen auswählen Hauptvordruck plus passende Anlagen wie N, KAP, V, Kind, SO, Vorsorgeaufwand oder Haushaltsnahe Aufwendungen.
5. Elektronisch senden Erklärung über ELSTER, Steuersoftware oder App übermitteln und Belege bei Bedarf digital nachreichen.
6. Bescheid prüfen Steuerbescheid kontrollieren und bei Fehlern innerhalb der Einspruchsfrist reagieren.

Fristen für die Steuererklärung 2025/2026

Die wichtigsten Fristen für die Einkommensteuererklärung 2025:

Fall Frist Wichtig für die Praxis
Pflichtveranlagung Einkommensteuererklärung 2025 31. Juli 2026 Gilt, wenn Sie gesetzlich zur Abgabe verpflichtet sind.
Freiwillige Steuererklärung 2025 31. Dezember 2029 Diese Frist ist eine Ausschlussfrist und wird regelmäßig nicht verlängert.
Antrag auf Arbeitnehmer-Sparzulage 2025 31. Dezember 2029 Regelmäßig zusammen mit der Einkommensteuererklärung zu beantragen.
Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags 2025 31. Juli 2026 Relevant bei Verlusten, z. B. Studium, Selbständigkeit oder Vermietung.
Antrag auf Mobilitätsprämie 2025 31. Dezember 2029 Für bestimmte Geringverdiener mit weitem Arbeitsweg ab dem 21. Entfernungskilometer.
Achtung: Wird eine verpflichtende Steuererklärung verspätet oder nicht abgegeben, kann das Finanzamt Verspätungszuschläge festsetzen, Zwangsgelder androhen und die Besteuerungsgrundlagen schätzen.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Arbeitnehmer müssen nicht automatisch jedes Jahr eine Einkommensteuererklärung abgeben. Eine Pflicht besteht aber in bestimmten Fällen der sogenannten Pflichtveranlagung.

Pflichtfall Typisches Beispiel
Nebeneinkünfte über 410 € Zum Beispiel selbständige Nebentätigkeit, Vermietung oder andere Einkünfte ohne Lohnsteuerabzug.
Lohnersatzleistungen über 410 € Zum Beispiel Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld, Krankengeld, Elterngeld oder Mutterschaftsgeld.
Mehrere Arbeitgeber gleichzeitig Insbesondere bei Arbeitslohn mit Steuerklasse VI.
Ehegatten mit Steuerklasse III/V, V/III oder IV mit Faktor Typischer Pflichtfall bei Zusammenveranlagung von Ehegatten oder Lebenspartnern.
Freibetrag beim Lohnsteuerabzug Zum Beispiel wegen hoher Werbungskosten; für 2025 gelten zusätzlich Arbeitslohngrenzen.
Kapitalerträge ohne Steuerabzug Zum Beispiel ausländische Kapitalerträge ohne deutschen Kapitalertragsteuerabzug.
Verlustvortrag Zum Schluss des Vorjahres wurde ein verbleibender Verlustvortrag festgestellt.
Selbständige, Gewerbetreibende, Land- und Forstwirte Regelmäßig Pflicht zur Abgabe und elektronischen Übermittlung.

Wann lohnt sich eine freiwillige Steuererklärung?

Auch wenn keine Abgabepflicht besteht, kann sich eine freiwillige Steuererklärung lohnen. Das ist besonders häufig der Fall, wenn im Laufe des Jahres zu viel Lohnsteuer einbehalten wurde oder steuerlich abziehbare Kosten nicht bereits beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt wurden.

Häufige Erstattungsfälle

  • nicht ganzjährig gearbeitet,
  • Arbeitgeberwechsel oder stark schwankender Arbeitslohn,
  • hohe Fahrtkosten zur Arbeit,
  • Homeoffice, Arbeitszimmer oder berufliche Arbeitsmittel,
  • Fortbildungskosten oder Bewerbungskosten,
  • Spenden, Kirchensteuer oder Ausbildungskosten,
  • Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen,
  • Krankheitskosten oder Pflegekosten,
  • Kapitalertragsteuer-Erstattung durch Günstigerprüfung.

Besonders prüfungswürdig

  • Abfindung oder Arbeitslohn für mehrere Jahre,
  • Verluste aus Vermietung, Studium oder Selbständigkeit,
  • doppelte Haushaltsführung,
  • Kinderbetreuungskosten,
  • Unterhalt an bedürftige Personen,
  • Auslandssachverhalte,
  • Kryptowerte und private Veräußerungsgeschäfte,
  • energetische Maßnahmen am Eigenheim.

Steuerformulare: Welche Anlagen brauchen Sie wirklich?

Grundlage jeder Einkommensteuererklärung ist der Hauptvordruck ESt 1 A. Er enthält persönliche Daten, Veranlagungsart, Bankverbindung, Anträge und die Unterschrift beziehungsweise die authentifizierte elektronische Übermittlung. Je nach Lebenssituation kommen weitere Anlagen hinzu.

Anlage Wofür?
Anlage N Arbeitslohn und Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit.
Anlage N-Doppelte Haushaltsführung Mehraufwendungen für doppelte Haushaltsführung.
Anlage Vorsorgeaufwand Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und weitere Versicherungsbeiträge.
Anlage Sonderausgaben Kirchensteuer, Spenden, Mitgliedsbeiträge und Berufsausbildungskosten.
Anlage Kind Kinderfreibeträge, Kinderbetreuungskosten, Ausbildungsfreibetrag und kindbezogene Angaben.
Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen Haushaltsnahe Beschäftigungen, Dienstleistungen, Pflege- und Handwerkerleistungen.
Anlage Außergewöhnliche Belastungen Krankheitskosten, Pflegekosten, Behinderten-Pauschbetrag und weitere Belastungen.
Anlage KAP Kapitalerträge, Günstigerprüfung, Kirchensteuer und Kapitalertragsteuer.
Anlage KAP-INV Investmenterträge ohne inländischen Steuerabzug.
Anlage R, R-AUS, R-AV/bAV Renten und andere Leistungen aus dem In- und Ausland.
Anlage V Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.
Anlage V-FeWo Ferienwohnungen und kurzfristige Vermietung.
Anlage S Einkünfte aus selbständiger Arbeit, insbesondere Freiberufler.
Anlage G Einkünfte aus Gewerbebetrieb.
Anlage EÜR Einnahmenüberschussrechnung bei betrieblichen Einkünften.
Anlage SO Private Veräußerungsgeschäfte, Kryptowährungen, Unterhalt und sonstige Leistungen.
Anlage AUS / N-AUS / WA-ESt Ausländische Einkünfte, ausländischer Arbeitslohn oder Fälle mit Auslandsbezug.
Anlage Energetische Maßnahmen Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen am selbstgenutzten Wohneigentum.
Anlage Mobilitätsprämie Antrag auf Mobilitätsprämie bei geringem zu versteuernden Einkommen.

Über ELSTER finden Sie die elektronische Einkommensteuererklärung. Weitere amtliche Formulare und Ausfüllhilfen finden Sie hier: Steuerformulare und Ausfüllhilfen.

Steuererklärung selber machen: ELSTER, Steuerprogramm oder App?

Welcher Weg für Sie am besten ist, hängt davon ab, wie komplex Ihr Steuerfall ist und wie viel Unterstützung Sie beim Ausfüllen wünschen.

Option Vorteile Nachteile Geeignet für
Mein ELSTER Amtlich, kostenlos, direkte elektronische Übermittlung. Weniger Komfort und weniger Steuerspartipps als kommerzielle Software. Einfachere und mittlere Steuerfälle, Nutzer mit etwas Steuerwissen.
Steuersoftware Interviewmodus, Plausibilitätsprüfung, Belegverwaltung und Bescheidvergleich. Kostenpflichtige Lizenz oder Abo-Modell. Arbeitnehmer, Familien, Rentner, Vermieter und komplexere private Steuerfälle.
Steuer-App Einfacher Einstieg, mobile Nutzung, Beleg-Upload, oft geführte Fragen. Für komplexe Fälle, Selbständigkeit oder Auslandsbezug oft weniger geeignet. Einfache Arbeitnehmerfälle, Studierende, Berufseinsteiger.
Steuerberater Individuelle Prüfung, Gestaltung, Haftung, Fristenkontrolle und Bescheidprüfung. Höhere Kosten als Selbstabgabe. Selbständige, Vermieter, Unternehmer, Kapitalanleger, Auslandssachverhalte, Erbschaften, Abfindungen.

Weitere Informationen zu Steuerprogrammen finden Sie hier: Steuerprogramme im Überblick.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Steuererklärung

  1. Abgabepflicht prüfen: Prüfen Sie, ob Sie zur Abgabe verpflichtet sind oder ob eine freiwillige Steuererklärung sinnvoll ist.
  2. Frist eintragen: Für die Steuererklärung 2025 gilt bei selbst erstellter Pflichtabgabe grundsätzlich der 31. Juli 2026.
  3. ELSTER-Zugang vorbereiten: Registrieren Sie sich rechtzeitig bei ELSTER oder nutzen Sie eine geeignete Steuersoftware.
  4. Unterlagen sammeln: Lohnsteuerbescheinigung, Versicherungen, Spenden, Handwerkerrechnungen, Kinderbetreuung, Vermietung, Kapitalerträge und sonstige Belege bereitlegen.
  5. Hauptvordruck ausfüllen: Persönliche Daten, Familienstand, Veranlagungsart, Bankverbindung und Anträge erfassen.
  6. Anlagen auswählen: Nur die Anlagen ausfüllen, die zu Ihren Einkünften und Aufwendungen passen.
  7. eDaten prüfen: Elektronisch übermittelte Daten kontrollieren und nur korrigieren, wenn sie fehlen oder falsch sind.
  8. Abzüge erfassen: Werbungskosten, Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen, außergewöhnliche Belastungen und Steuerermäßigungen eintragen.
  9. Erklärung elektronisch übermitteln: Senden Sie die Steuererklärung über ELSTER oder Steuersoftware.
  10. Bescheid prüfen: Vergleichen Sie den Steuerbescheid mit Ihrer Erklärung und legen Sie bei Fehlern fristgerecht Einspruch ein.

Hauptvordruck ESt 1 A richtig ausfüllen

Der Hauptvordruck ESt 1 A ist der Mantelbogen der Einkommensteuererklärung. Er muss auch dann abgegeben werden, wenn viele Daten bereits elektronisch an das Finanzamt übermittelt wurden.

  • Steuernummer und steuerliche Identifikationsnummer eintragen,
  • Name, Adresse, Geburtsdatum und Religionszugehörigkeit prüfen,
  • Familienstand und Veranlagungsart auswählen,
  • Bankverbindung für Erstattungen angeben,
  • Antrag auf Arbeitnehmer-Sparzulage oder Mobilitätsprämie ankreuzen, falls relevant,
  • Empfangsvollmacht und Vollmachtsdatenbank beachten,
  • Unterschrift beziehungsweise authentifizierte elektronische Übermittlung nicht vergessen.
Zusammenveranlagung: Ehegatten und Lebenspartner, die nicht dauernd getrennt leben, können regelmäßig zwischen Einzelveranlagung und Zusammenveranlagung wählen. Ohne abweichende Wahl unterstellt das Finanzamt regelmäßig die Zusammenveranlagung.

eDaten und vorausgefüllte Steuererklärung

Der Finanzverwaltung liegen bereits zahlreiche Daten elektronisch vor. Diese Daten werden als eDaten bezeichnet. In den amtlichen Formularen sind viele entsprechende Bereiche mit einem „e“ gekennzeichnet.

eDaten Beispiele Was müssen Sie tun?
Arbeitslohn Bruttoarbeitslohn, Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer. Prüfen; nur korrigieren, wenn die Daten fehlen oder falsch sind.
Versicherungsbeiträge Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Altersvorsorge. Übermittelte Beträge mit eigenen Nachweisen abgleichen.
Renten Gesetzliche Renten und bestimmte sonstige Leistungen. Bescheide und Rentenbezugsmitteilungen prüfen.
Lohnersatzleistungen Kurzarbeitergeld, Elterngeld, Krankengeld, Arbeitslosengeld. Progressionsvorbehalt beachten.
Wichtig: Auch wenn eDaten übernommen werden, bleiben Sie für die Vollständigkeit und Richtigkeit Ihrer Steuererklärung verantwortlich. Fehlende oder falsche Daten müssen korrigiert werden.

Werbungskosten absetzen

Werbungskosten sind beruflich veranlasste Aufwendungen. Arbeitnehmer erfassen diese in der Anlage N. Das Finanzamt berücksichtigt zwar automatisch den Arbeitnehmer-Pauschbetrag, höhere tatsächliche Werbungskosten sollten Sie aber einzeln geltend machen.

Werbungskosten Typische Beispiele
Fahrten zur Arbeit Entfernungspauschale für Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte.
Arbeitsmittel Computer, Bildschirm, Büromaterial, Fachliteratur, Werkzeug, typische Berufskleidung.
Homeoffice und Arbeitszimmer Tagespauschale oder häusliches Arbeitszimmer bei erfüllten Voraussetzungen.
Fortbildung Kursgebühren, Seminare, Reisekosten, Übernachtung und Verpflegungspauschalen.
Bewerbungskosten Online-Bewerbungen, Unterlagen, Fahrtkosten und Vorstellungsgespräche.
Doppelte Haushaltsführung Unterkunft, Familienheimfahrten, Verpflegungspauschalen und Umzugskosten.

Sonderausgaben und Vorsorgeaufwendungen

Sonderausgaben mindern das zu versteuernde Einkommen. Viele Versicherungsbeiträge werden bereits elektronisch an das Finanzamt übermittelt, sollten aber trotzdem überprüft werden.

Sonderausgaben

  • Kirchensteuer,
  • Spenden und Mitgliedsbeiträge,
  • Berufsausbildungskosten,
  • Schulgeld unter bestimmten Voraussetzungen,
  • Unterhaltsleistungen an geschiedene oder dauernd getrennt lebende Ehegatten.

Vorsorgeaufwendungen

  • Krankenversicherung,
  • Pflegeversicherung,
  • Rentenversicherung,
  • Arbeitslosenversicherung,
  • Haftpflicht-, Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung.

Außergewöhnliche Belastungen und Pauschbeträge

Außergewöhnliche Belastungen sind zwangsläufige Kosten, die Ihnen aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen entstehen und die höher sind als bei der Mehrzahl vergleichbarer Steuerpflichtiger.

  • Krankheitskosten, Zahnarztkosten, Brillen und Hilfsmittel,
  • Pflegekosten und Heimkosten,
  • Beerdigungskosten, soweit sie nicht aus dem Nachlass getragen werden können,
  • Behinderten-Pauschbetrag, Pflege-Pauschbetrag und Hinterbliebenen-Pauschbetrag,
  • Unterhaltsleistungen an bedürftige Personen über die Anlage Unterhalt.
Nachweise sichern: Bei Krankheits- und Pflegekosten sollten Rechnungen, Zahlungsnachweise, ärztliche Verordnungen und Bescheinigungen aufbewahrt werden.

Kinder, Unterhalt und Familie

Für steuerlich zu berücksichtigende Kinder ist die Anlage Kind auszufüllen. Das Finanzamt prüft automatisch, ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag günstiger ist.

Thema Wichtige Angaben
Kind Name, steuerliche Identifikationsnummer, Geburtsdatum, Wohnsitz und Kindschaftsverhältnis.
Volljährige Kinder Studium, Ausbildung, Übergangszeit, Freiwilligendienst oder Erwerbstätigkeit prüfen.
Kinderbetreuungskosten Rechnung und unbare Zahlung erforderlich; Barzahlungen sind problematisch.
Ausbildungsfreibetrag Bei volljährigen Kindern in Berufsausbildung und auswärtiger Unterbringung prüfen.
Unterhalt Unterhaltsleistungen an bedürftige Personen über Anlage Unterhalt erklären.

Vermietung und Anlage V

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung werden in der Anlage V erklärt. Steuerpflichtig ist nicht die Bruttomiete, sondern der Überschuss aus Einnahmen und Werbungskosten.

  • Kaltmiete, Nebenkosten und Nachzahlungen erfassen,
  • Hausgeldabrechnung und Nebenkostenabrechnung auswerten,
  • Schuldzinsen und Finanzierungskosten objektbezogen zuordnen,
  • Gebäude-AfA berechnen und Grund und Boden herausrechnen,
  • Erhaltungsaufwand, Herstellungskosten und anschaffungsnahe Herstellungskosten abgrenzen,
  • Leerstand und Vermietungsabsicht dokumentieren,
  • bei Ferienwohnung Anlage V-FeWo prüfen.

Weitere Hilfe: Vermietungsrechner.

Kapitalerträge, Krypto und private Veräußerungsgeschäfte

Viele Kapitalerträge sind durch Kapitalertragsteuer und Abgeltungsteuer bereits abgegolten. Eine Anlage KAP kann dennoch sinnvoll oder erforderlich sein, zum Beispiel bei ausländischen Kapitalerträgen, Günstigerprüfung, Verlustverrechnung oder Kirchensteuerfragen.

Sachverhalt Anlage Hinweis
Inländische Kapitalerträge mit Steuerabzug Anlage KAP optional Sinnvoll bei Günstigerprüfung oder Verlustverrechnung.
Ausländische Kapitalerträge ohne Steuerabzug Anlage KAP / KAP-INV Regelmäßig erklärungspflichtig.
Investmenterträge ohne inländischen Steuerabzug Anlage KAP-INV Besonders bei ausländischen Depots prüfen.
Kryptowerte und private Veräußerungsgeschäfte Anlage SO Haltefrist, Anschaffungskosten, Veräußerungserlös und Dokumentation beachten.

Besonderheiten für Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende

Bei Gewinneinkünften ist die elektronische Übermittlung der Steuererklärung und der Gewinnermittlung grundsätzlich vorgeschrieben. Selbstständige und Gewerbetreibende müssen ihre Einnahmen und Ausgaben sauber dokumentieren und in der Regel eine Anlage EÜR übermitteln.

Freiberufler

  • Anlage S,
  • Anlage EÜR,
  • Umsatzsteuer prüfen,
  • Belege und Rechnungen GoBD-konform aufbewahren,
  • betriebliche und private Kosten trennen.

Gewerbetreibende

  • Anlage G,
  • Anlage EÜR oder Bilanz,
  • Gewerbesteuererklärung prüfen,
  • Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Umsatzsteuererklärung beachten,
  • Kassenführung und Rechnungspflichten einhalten.
Wichtig: Bei Selbständigen reicht ein einfaches Ausfüllen der Einkommensteuererklärung häufig nicht aus. EÜR, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Anlageverzeichnis, Abschreibungen und private Nutzungsanteile müssen korrekt verarbeitet werden.

Photovoltaikanlagen in der Steuererklärung

Einnahmen und Entnahmen aus bestimmten Photovoltaikanlagen können einkommensteuerfrei sein. Für nach dem 31. Dezember 2024 angeschaffte, in Betrieb genommene oder erweiterte Anlagen gilt grundsätzlich eine Grenze von bis zu 30 kW peak je Wohn- oder Gewerbeeinheit und insgesamt höchstens 100 kW peak pro steuerpflichtiger Person oder Mitunternehmerschaft.

Praxis-Hinweis: Beschränkt sich die gewerbliche Tätigkeit ausschließlich auf den Betrieb steuerfreier Photovoltaikanlagen, ist für diese regelmäßig keine Gewinnermittlung und keine Anlage G einzureichen. Andere gewerbliche Tätigkeiten bleiben davon unberührt.

Steuererklärung selber berechnen: Das Grundprinzip

Sie müssen den Einkommensteuertarif nicht manuell berechnen. Das Grundprinzip sollten Sie aber verstehen: Zunächst werden die Einkünfte aus den sieben Einkunftsarten ermittelt. Nach Abzug von Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und weiteren Abzugsbeträgen ergibt sich das zu versteuernde Einkommen. Darauf wird der Einkommensteuertarif angewendet.

Vereinfachtes Schema:
Einnahmen − Werbungskosten / Betriebsausgaben = Einkünfte
Summe der Einkünfte − Sonderausgaben − außergewöhnliche Belastungen − Freibeträge
= zu versteuerndes Einkommen

Weitere Hilfe: Einkommensteuer berechnen.

Belege, Belegvorhaltepflicht und Nachweise

Belege müssen grundsätzlich nicht automatisch mit der Steuererklärung eingereicht werden. Das Finanzamt kann Nachweise aber anfordern. Daher sollten Sie alle relevanten Belege geordnet aufbewahren und bei Bedarf elektronisch nachreichen.

Belegart Empfehlung
Spendenbescheinigungen Aufbewahren und nur bei Aufforderung einreichen.
Handwerkerrechnungen Rechnung und Zahlungsnachweis sichern; Barzahlung wird steuerlich nicht anerkannt.
Werbungskosten Arbeitsmittel, Fortbildung, Fahrtkosten, Reisekosten und Homeoffice dokumentieren.
Krankheitskosten Rechnungen, Zahlungsnachweise und ggf. ärztliche Verordnungen aufbewahren.
Vermietung Mietvertrag, Nebenkostenabrechnung, Darlehenszinsen, Rechnungen und Zahlungsbelege sichern.
Krypto und Kapitalanlagen Transaktionshistorie, Anschaffungsdaten, Veräußerungsdaten und Steuerbescheinigungen sichern.
Keine Originalbelege per Post senden: Wenn das Finanzamt Papierbelege verlangt, sollten Sie grundsätzlich Kopien einreichen und die Originale behalten.

Steuerbescheid prüfen und Einspruch einlegen

Nach Abgabe der Steuererklärung erlässt das Finanzamt den Steuerbescheid. Prüfen Sie den Bescheid sorgfältig, denn Abweichungen können zu einer zu niedrigen Erstattung oder zu einer zu hohen Nachzahlung führen.

  1. Stimmen die Einkünfte mit Ihrer Erklärung überein?
  2. Wurden alle Werbungskosten berücksichtigt?
  3. Sind Sonderausgaben und Vorsorgeaufwendungen korrekt angesetzt?
  4. Wurden außergewöhnliche Belastungen, Kinder und Unterhalt berücksichtigt?
  5. Sind haushaltsnahe Aufwendungen und Handwerkerleistungen enthalten?
  6. Wurden Steuerabzugsbeträge, Vorauszahlungen und Kapitalertragsteuer richtig angerechnet?
  7. Enthält der Bescheid Vorläufigkeitsvermerke oder Erläuterungen?

Bei Fehlern können Sie innerhalb der Einspruchsfrist Einspruch einlegen. Die Frist beträgt regelmäßig einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids.

Weitere Informationen: Einspruch gegen den Steuerbescheid.

Checkliste: Unterlagen für die Steuererklärung

Persönliche Angaben

  • Steuer-ID und Steuernummer,
  • Adresse und Bankverbindung,
  • Familienstand und Veranlagungsart,
  • Kirchensteuermerkmal,
  • Kinder-Identifikationsnummern.

Einnahmen

  • Lohnsteuerbescheinigung,
  • Rentenbezugsmitteilungen,
  • Kapitalerträge und Steuerbescheinigungen,
  • Vermietungseinnahmen,
  • selbständige oder gewerbliche Einkünfte,
  • Lohnersatzleistungen.

Abziehbare Kosten

  • Werbungskosten,
  • Versicherungsbeiträge,
  • Spenden und Kirchensteuer,
  • Handwerkerleistungen,
  • Kinderbetreuungskosten,
  • Krankheits- und Pflegekosten.

Sonderfälle

  • Auslandseinkünfte,
  • Verluste und Verlustvorträge,
  • Abfindungen,
  • Krypto-Transaktionen,
  • Photovoltaikanlagen,
  • Ferienwohnung oder Immobilienverkauf.

Wann sollten Sie einen Steuerberater einschalten?

Die Steuererklärung selbst zu erstellen ist bei einfachen Arbeitnehmerfällen oft gut möglich. Steuerliche Beratung ist dagegen sinnvoll, wenn mehrere Einkunftsarten, Vermietung, Selbständigkeit, Auslandssachverhalte, Abfindungen, Kryptowährungen, Photovoltaikanlagen, Erbschaften, hohe Werbungskosten oder offene Bescheidfragen vorliegen.

Ein Steuerberater kann nicht nur die Erklärung erstellen, sondern auch Gestaltungen prüfen, Fristen überwachen, Rückfragen des Finanzamts beantworten und den Steuerbescheid fachlich kontrollieren.

FAQ: Steuererklärung selbst erstellen

Kann ich meine Steuererklärung selbst erstellen?

Ja. Bei einfachen Arbeitnehmerfällen, Renten, Studium oder überschaubarer Vermietung ist das oft gut möglich. Bei Selbständigkeit, Gewerbe, mehreren Immobilien, Auslandsbezug, Kryptowährungen oder Abfindungen ist steuerliche Beratung empfehlenswert.

Bis wann muss ich die Steuererklärung 2025 abgeben?

Wenn Sie zur Abgabe verpflichtet sind, ist die Einkommensteuererklärung 2025 grundsätzlich bis zum 31. Juli 2026 abzugeben. Bei freiwilliger Abgabe ist die Erklärung regelmäßig bis zum 31. Dezember 2029 möglich.

Welche Formulare brauche ich für die Steuererklärung?

Immer erforderlich ist der Hauptvordruck ESt 1 A. Je nach Fall kommen Anlagen hinzu, zum Beispiel Anlage N für Arbeitnehmer, Anlage V für Vermietung, Anlage KAP für Kapitalerträge, Anlage Kind, Anlage Vorsorgeaufwand, Anlage Sonderausgaben oder Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen.

Was ist besser: ELSTER oder Steuerprogramm?

ELSTER ist kostenlos und amtlich, bietet aber weniger Komfort. Steuerprogramme und Apps führen stärker durch die Erklärung und geben oft zusätzliche Hinweise. Für komplexe Fälle kann ein Steuerberater sinnvoller sein.

Muss ich Belege direkt einreichen?

In der Regel nicht. Es gilt die Belegvorhaltepflicht. Belege müssen aufbewahrt und nur eingereicht werden, wenn das Finanzamt sie anfordert oder die Formulare ausdrücklich darauf hinweisen.

Was sind eDaten?

eDaten sind elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelte Daten, zum Beispiel Arbeitslohn, Lohnsteuer, Renten, Versicherungsbeiträge und Lohnersatzleistungen. Sie müssen nur korrigiert werden, wenn sie fehlen oder fehlerhaft sind.

Wann lohnt sich eine freiwillige Steuererklärung?

Sie lohnt sich häufig bei hohen Werbungskosten, wechselndem Arbeitslohn, nicht ganzjähriger Beschäftigung, Handwerkerleistungen, Spenden, Krankheitskosten, Kapitalertragsteuer-Erstattung oder Verlusten aus anderen Einkunftsarten.

Müssen Selbstständige die Steuererklärung elektronisch abgeben?

Ja, bei Einkünften aus selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb oder Land- und Forstwirtschaft besteht regelmäßig eine Pflicht zur elektronischen Übermittlung der Steuererklärung und der Gewinnermittlung.

Was passiert bei verspäteter Abgabe?

Bei verspäteter oder unterlassener Abgabe kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen, Zwangsgeld androhen und die Besteuerungsgrundlagen schätzen.

Kann ich gegen den Steuerbescheid Einspruch einlegen?

Ja. Wenn der Steuerbescheid fehlerhaft ist, können Sie innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Einspruch einlegen.

Weitere Informationen und Steuerrechner

Weitere hilfreiche Informationen und Rechner:

Hinweis: Diese Anleitung dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung. Die optimale Erstellung Ihrer Steuererklärung hängt von Ihren Einkünften, persönlichen Verhältnissen, Belegen, Freibeträgen, Vorauszahlungen, Steuerabzugsbeträgen und möglichen Sonderfällen ab.

Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:


Haftungsausschluss: Die auf dieser Webseite bereitgestellten Informationen und Inhalte wurden mit großer Sorgfalt erstellt. Dennoch können wir keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität übernehmen. Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle steuerliche Beratung. Für eine persönliche Beratung und maßgeschneiderte Lösungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.





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