Rechtsstand: 1. Juli 2026

Spekulationssteuer beim Immobilienverkauf: Rechner, Fristen und Steuertipps 2026

Spekulationssteuer beim Immobilienverkauf berechnen

Mit dem Spekulationssteuer-Rechner prüfen Sie, ob beim Verkauf einer Immobilie Einkommensteuer auf den Veräußerungsgewinn droht – und welche Ausnahmen, Fristen und Gestaltungsmöglichkeiten Sie vor dem Notartermin kennen sollten.

Die Spekulationssteuer bei Immobilien ist keine eigene Steuerart, sondern Einkommensteuer auf Gewinne aus einem privaten Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG. Entscheidend sind vor allem die 10-Jahres-Frist, die Nutzung zu eigenen Wohnzwecken, die Höhe des Gewinns und mögliche Sonderfälle wie Ferienwohnung, Arbeitszimmer, Angehörigenüberlassung, Erbschaft, Schenkung oder gewerblicher Grundstückshandel.

10-Jahres-Frist Private Grundstücksverkäufe innerhalb von zehn Jahren können steuerpflichtig sein.
Selbstnutzung befreit Eigene Wohnzwecke können den Verkauf auch innerhalb der Frist steuerfrei machen.
1.000-€-Freigrenze Gesamtgewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften unter 1.000 € bleiben steuerfrei.
Kein Pauschalsteuersatz Der Gewinn unterliegt dem persönlichen Einkommensteuersatz.

Spekulationssteuer-Rechner: Immobilienverkauf kostenlos prüfen

Geben Sie Verkaufspreis, Anschaffungskosten, Kaufnebenkosten, Veräußerungskosten, Nutzung und Haltedauer ein. Der Rechner liefert eine erste Einschätzung, ob und in welcher Höhe ein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn entstehen kann.

Rechner Spekulationssteuer

oder als PDF

Veräußerungspreis
-Anschaffungskosten
  Kaufpreis
  Anschaffungsnebenkosten (z.B. Grundsteuer/Notar)
  nachträgliche Herstellungskosten
-Veräußerungskosten
  Verkaufsinserate
  Maklergebühren
  Notargebühren
  Grundbuchgebühren
  Telefonkosten
  Fahrtkosten
  Räumungskosten
  Vorfälligkeitsentschädigung
  Schuldzinsen für die Zeit des Leerstands
  Renovierungskosten
+bisher in Anspruch genommene Abschreibung (AfA)
Achtung: Der Rechner ersetzt keine steuerliche Prüfung des konkreten Kaufvertrags. Bei hohen Gewinnen, gemischter Nutzung, Erbschaft, Schenkung, Betriebsvermögen, Ferienwohnung, Arbeitszimmer oder mehreren Verkäufen sollten Sie den Fall vor dem Notartermin steuerlich prüfen lassen.

Was ist die Spekulationssteuer bei Immobilien?

Als Spekulationssteuer wird umgangssprachlich die Einkommensteuer auf Gewinne aus privaten Immobilienverkäufen bezeichnet. Steuerlich handelt es sich um sonstige Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften. Bei Grundstücken, Eigentumswohnungen, Erbbaurechten und vergleichbaren Rechten ist grundsätzlich der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung maßgeblich.

Merksatz: Nicht der Verkaufspreis wird besteuert, sondern nur der steuerpflichtige Gewinn. Dieser Gewinn kann durch Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Veräußerungskosten und bestimmte Werbungskosten gemindert werden.

Wann ist ein Immobilienverkauf steuerfrei?

Ein privater Immobilienverkauf kann insbesondere in drei Fallgruppen steuerfrei bleiben: Die 10-Jahres-Frist ist abgelaufen, die Immobilie wurde zu eigenen Wohnzwecken genutzt, oder der Gesamtgewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften bleibt unter der gesetzlichen Freigrenze.

Fall Steuerliche Wirkung Wichtig
Verkauf nach mehr als 10 Jahren grundsätzlich steuerfrei nach § 23 EStG Fristbeginn und Fristende anhand der schuldrechtlichen Verträge prüfen.
Nutzung zu eigenen Wohnzwecken Steuerbefreiung auch innerhalb der 10-Jahres-Frist möglich Entweder durchgehend zwischen Anschaffung/Fertigstellung und Verkauf oder im Verkaufsjahr und den beiden Vorjahren.
Gesamtgewinn unter 1.000 € Gewinn bleibt steuerfrei Freigrenze für alle privaten Veräußerungsgeschäfte im Kalenderjahr, nicht nur für Immobilien.
Häufiger Fehler: Die 1.000-€-Grenze ist eine Freigrenze. Wird sie erreicht oder überschritten, ist nicht nur der übersteigende Betrag relevant, sondern der Gesamtgewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften.

So wird der steuerpflichtige Veräußerungsgewinn berechnet

Der steuerpflichtige Gewinn ergibt sich aus dem Veräußerungspreis abzüglich Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Veräußerungskosten und Werbungskosten, soweit sie dem privaten Veräußerungsgeschäft zugeordnet werden können.

Veräußerungsgewinn = Verkaufspreis − Veräußerungskosten − Anschaffungskosten − Herstellungskosten − abzugsfähige Werbungskosten + steuerlich zu berücksichtigende AfA-Korrekturen

Beispiel

Position Betrag
Verkaufspreis 350.000 €
abzüglich Veräußerungskosten -12.500 €
abzüglich Anschaffungskosten inkl. Kaufnebenkosten -250.000 €
Veräußerungsgewinn vor weiterer Prüfung 87.500 €

Der steuerpflichtige Gewinn wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Es gibt keinen besonderen pauschalen Spekulationssteuersatz.

Die Infografik zeigt die Prüfung von Verkauf, 10-Jahres-Frist, Selbstnutzung, Gewinn und Steuer. Verkauf Immobilie 10 Jahre? Frist prüfen Selbstnutzung? Ausnahme Gewinn Steuer Erst Frist und Nutzung prüfen – dann Gewinn berechnen Sonderfälle wie Erbschaft, Schenkung, Arbeitszimmer und 3-Objekt-Grenze gesondert beurteilen.

10-Jahres-Frist richtig berechnen

Für die Fristberechnung kommt es grundsätzlich auf die schuldrechtlichen Verpflichtungsgeschäfte an, also regelmäßig auf den notariellen Kaufvertrag und den späteren notariellen Verkaufsvertrag. Grundbucheintragung, Kaufpreiszahlung oder Übergang von Nutzen und Lasten sind für die Frist nicht immer entscheidend.

Prüfpunkt Grundsatz Hinweis
Anschaffung regelmäßig Abschluss des notariellen Kaufvertrags Bei Sonderkonstruktionen Vertrag prüfen.
Veräußerung regelmäßig Abschluss des notariellen Verkaufsvertrags Nicht erst Grundbuchumschreibung.
Erbschaft Frist des Erblassers wird wirtschaftlich fortgeführt Erwerbsdatum des Erblassers dokumentieren.
Schenkung unentgeltlicher Erwerb löst keinen neuen entgeltlichen Anschaffungszeitpunkt aus Anschaffungsdaten des Rechtsvorgängers prüfen.
Entnahme aus Betriebsvermögen kann gesonderte §-23-EStG-Folgen auslösen Betriebsvermögen immer steuerlich prüfen.
Praxis-Tipp: Verkaufen Sie nicht „kurz vor Ablauf“ der Frist. Schon wenige Tage können über Steuerfreiheit oder Steuerpflicht entscheiden. Lassen Sie Kauf- und Verkaufsvertrag vor dem Notartermin abgleichen.

Selbstnutzung, Ferienwohnung und Arbeitszimmer

Nutzung zu eigenen Wohnzwecken

Die wichtigste Ausnahme innerhalb der 10-Jahres-Frist ist die Nutzung zu eigenen Wohnzwecken. Begünstigt sind insbesondere selbst bewohnte Wohnungen und Häuser. Auch Zweitwohnungen oder nicht zur Vermietung bestimmte Ferienwohnungen können darunterfallen.

Begünstigt kann sein
  • Hauptwohnung,
  • selbstgenutzte Eigentumswohnung,
  • Zweitwohnung,
  • nicht vermietete Ferienwohnung,
  • Wohnung im Rahmen doppelter Haushaltsführung.
Schädlich kann sein
  • durchgehende Vermietung an Dritte,
  • Vermietung als Ferienwohnung,
  • Überlassung an nicht begünstigte Angehörige,
  • fehlende eigene Wohnnutzung,
  • Betriebsvermögen statt Privatvermögen.

Ferienwohnungen

Eine Ferienwohnung kann zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden, wenn sie dem Eigentümer zur eigenen Nutzung zur Verfügung steht und nicht zur Vermietung bestimmt ist. Eine nur gelegentliche Selbstnutzung kann ausreichen, wenn die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind. Wird die Wohnung dagegen an Feriengäste vermietet, muss die steuerliche Befreiung sehr genau geprüft werden.

Achtung: Bei Ferienwohnungen sind Belege wichtig: Kalender, Reisebelege, Nebenkostenabrechnungen, Fotos, Schlüssel- und Buchungsunterlagen können helfen, die tatsächliche Eigennutzung nachzuweisen.

Häusliches Arbeitszimmer

Bei einer selbstgenutzten Wohnung führt ein häusliches Arbeitszimmer nach BFH-Rechtsprechung nicht automatisch dazu, dass ein anteiliger Veräußerungsgewinn steuerpflichtig wird. Anders kann es sein, wenn der Raum zum Betriebsvermögen gehört oder die Immobilie insgesamt nicht zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde.

Gute Nachricht: Wer ein häusliches Arbeitszimmer nur im Rahmen nichtselbständiger Arbeit nutzt und die Wohnung im Übrigen selbst bewohnt, muss den Arbeitszimmeranteil beim Verkauf regelmäßig nicht separat als steuerpflichtigen Gewinn behandeln.

Überlassung an Angehörige: Was gilt als Eigennutzung?

Die unentgeltliche Überlassung an Angehörige ist besonders fehleranfällig. Steuerlich anerkannt wird die Nutzung durch den Eigentümer selbst und unter engen Voraussetzungen durch Kinder, für die der Steuerpflichtige kindbezogene steuerliche Ansprüche hat. Die Überlassung an Eltern oder Schwiegereltern reicht dagegen nicht aus.

Nutzung durch Eigene Wohnzwecke? Hinweis
Eigentümer selbst ja tatsächliche Wohnnutzung dokumentieren.
Ehegatte / Familie im gemeinsamen Haushalt regelmäßig ja Einzelfall bei Trennung prüfen.
Kind, das nach § 32 EStG zu berücksichtigen ist unter Voraussetzungen ja Kindergeld-/Kinderfreibetragsberechtigung prüfen.
volljähriges Kind ohne steuerliche Berücksichtigung regelmäßig nein BFH-Rechtsprechung beachten.
Eltern oder Schwiegereltern nein BFH IX R 13/23: keine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken.
geschiedener Ehegatte regelmäßig nein für den ausgezogenen Eigentümer Trennungs- und Scheidungsfälle gesondert prüfen.
Achtung / teure Steuerfalle: Eine unentgeltliche Überlassung an Eltern oder Schwiegereltern schützt nicht vor Spekulationssteuer. Wer innerhalb der 10-Jahres-Frist verkaufen will, sollte vorher prüfen, ob Abwarten, Eigennutzung, Schenkung oder eine andere Gestaltung rechtlich und steuerlich sinnvoll ist.

Schenkung an Kinder vor Verkauf

Die unentgeltliche Übertragung einer Immobilie auf Kinder mit anschließendem Verkauf kann steuerlich zulässig sein, wenn die Gestaltung ernsthaft durchgeführt wird und die Kinder frei über die Immobilie verfügen können. Der BFH hat entschieden, dass die unentgeltliche Übertragung eines Grundstücks an einen Dritten, der anschließend innerhalb der Spekulationsfrist verkauft, grundsätzlich keinen Gestaltungsmissbrauch darstellt.

Prüfpunkt Warum wichtig? Risiko
Freie Verfügung des Beschenkten Kind muss wirtschaftlich und rechtlich Eigentümer werden. Scheinübertragung oder Rückabreden können schädlich sein.
Spekulationsfrist Frist des Schenkers läuft beim Beschenkten weiter. Verkauf durch Kind kann trotzdem § 23 EStG auslösen.
Persönlicher Steuersatz Gewinn wird grundsätzlich beim Kind erfasst. Eigene Einkünfte des Kindes prüfen.
Schenkungsteuer Kinder haben einen persönlichen Freibetrag von 400.000 €. Vorherige Schenkungen innerhalb von zehn Jahren einbeziehen.
Notar- und Grundbuchkosten Schenkung muss zivilrechtlich wirksam umgesetzt werden. Kosten und Zeitplan vor Verkauf berücksichtigen.
Wichtig: Eine Schenkung kurz vor Verkauf ist kein Selbstläufer. Schenkungsteuer, Familienrecht, Pflichtteil, Rückforderungsrechte, Finanzierung, Grundschuld, tatsächliche Verfügungsmacht und § 42 AO müssen vorab geprüft werden.

Schuldzinsen und Vorfälligkeitsentschädigung nach Immobilienverkauf

Schuldzinsen nach dem Verkauf einer vermieteten Immobilie können nur unter engen Voraussetzungen weiter abziehbar sein. Entscheidend ist insbesondere, ob der Verkaufserlös zur Tilgung des Darlehens ausgereicht hätte und wie der Erlös tatsächlich verwendet wurde.

Fall Steuerliche Einordnung Hinweis
Verkaufserlös reicht nicht zur vollständigen Darlehenstilgung nachträgliche Schuldzinsen können weiter Werbungskosten sein Verkaufserlös muss grundsätzlich zur Tilgung eingesetzt werden.
Verkaufserlös hätte zur Tilgung ausgereicht Abzug regelmäßig gefährdet Private Verwendung des Erlöses unterbricht den Zusammenhang.
Verkauf innerhalb der Spekulationsfrist Zinsen und Vorfälligkeitsentschädigung können Veräußerungskosten sein Zuordnung zum steuerpflichtigen Veräußerungsgeschäft prüfen.
Verkauf außerhalb der Spekulationsfrist Vorfälligkeitsentschädigung ist nicht automatisch nachträgliche Werbungskosten Alttext-Pauschalaussage vermeiden; BFH-Rechtsprechung beachten.
Praxis-Tipp: Stimmen Sie Darlehensablösung, Verkaufserlös, Umschuldung und steuerliche Behandlung vor dem Verkauf ab. Die Reihenfolge der Zahlungen kann für den Werbungskostenabzug entscheidend sein.

3-Objekt-Grenze und gewerblicher Grundstückshandel

Auch wenn § 23 EStG nicht greift, kann bei mehreren Verkäufen ein gewerblicher Grundstückshandel drohen. Die sogenannte 3-Objekt-Grenze ist keine starre gesetzliche Vorschrift, sondern ein wichtiges Indiz aus Rechtsprechung und Verwaltungspraxis.

Eher private Vermögensverwaltung
  • wenige Verkäufe,
  • lange Haltedauer,
  • keine Verkaufsorganisation,
  • keine Bauträger- oder Händleraktivität,
  • Verkauf aus privaten Gründen.
Gewerbliches Risiko
  • mehr als drei Objekte in engem zeitlichem Zusammenhang,
  • kurze Haltedauer,
  • planmäßiger An- und Verkauf,
  • Bebauung oder Sanierung mit Verkaufsabsicht,
  • marktmäßiger Auftritt.

Mehr dazu: 3-Objekt-Grenze-Rechner .

Aktuelle Rechtsprechung und wichtige Fälle

Thema Entscheidung Kernaussage
Schwieger-/Mutter BFH, Urteil vom 14.11.2023, IX R 13/23 Überlassung an die Schwieger-/Mutter ist keine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken.
Arbeitszimmer BFH, Urteil vom 01.03.2021, IX R 27/19 Häusliches Arbeitszimmer in selbstgenutzter Wohnung führt nicht zur anteiligen §-23-Besteuerung.
Ferienwohnung / Zweitwohnung BFH, Urteil vom 27.06.2017, IX R 37/16 Auch Zweit- und nicht zur Vermietung bestimmte Ferienwohnungen können zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden.
Kinder ohne steuerliche Berücksichtigung BFH, Urteil vom 24.05.2022, IX R 28/21 Überlassung an nicht mehr nach § 32 EStG berücksichtigungsfähige Kinder ist regelmäßig keine Eigennutzung.
Schenkung vor Verkauf BFH, Urteil vom 23.04.2021, IX R 8/20 Unentgeltliche Übertragung mit anschließendem Verkauf ist grundsätzlich kein Gestaltungsmissbrauch.
Fristberechnung BFH, Urteil vom 16.06.2015, IX R 21/14 Für die Frist ist grundsätzlich der obligatorische Vertrag maßgeblich.
Abbruchkosten FG Düsseldorf, Urteil vom 02.02.2021, 10 K 3253/17 E Abbruchkosten können bei Veranlassung durch den Verkauf als Werbungskosten im §-23-Gewinn abziehbar sein; Rechtskraft/Einzelfall prüfen.

Häufige Steuerfallen bei der Spekulationssteuer

Fristenfehler
  • Grundbucheintragung statt Kaufvertrag als Fristbeginn verwendet,
  • Verkauf wenige Tage zu früh beurkundet,
  • Erbschafts- oder Schenkungsfall falsch eingeordnet,
  • Entnahme aus Betriebsvermögen übersehen,
  • Gebäudeherstellung und Grundstückserwerb nicht getrennt geprüft.
Nutzungsfehler
  • Überlassung an Eltern oder Schwiegereltern als Eigennutzung behandelt,
  • Ferienwohnung zeitweise vermietet, aber steuerfrei angesetzt,
  • Arbeitszimmer im Betriebsvermögen übersehen,
  • Trennungsfall nicht geprüft,
  • Kind ohne steuerliche Berücksichtigung als begünstigt behandelt.
Vor dem Notartermin prüfen: Wenn der Kauf weniger als zehn Jahre zurückliegt, kann der Zeitpunkt der Beurkundung über hohe Einkommensteuer entscheiden. Nachträgliche Gestaltung ist häufig deutlich schwieriger als rechtzeitige Planung.

Checkliste: Immobilienverkauf steuerlich vorbereiten

  • Kaufvertrag und geplanten Verkaufsvertrag mit Datum prüfen.
  • 10-Jahres-Frist anhand der schuldrechtlichen Verträge berechnen.
  • Nutzung seit Anschaffung dokumentieren: selbstgenutzt, vermietet, gemischt, Ferienwohnung.
  • Selbstnutzung im Verkaufsjahr und in den beiden Vorjahren gesondert prüfen.
  • Überlassung an Kinder, Eltern, Schwiegereltern oder Ex-Partner steuerlich einordnen.
  • Arbeitszimmer und Betriebsvermögen abgrenzen.
  • Anschaffungskosten, Kaufnebenkosten und Herstellungskosten sammeln.
  • Veräußerungskosten, Makler, Notar, Gutachten und Abbruchkosten dokumentieren.
  • AfA und frühere Werbungskosten bei Vermietungsobjekten berücksichtigen.
  • Schuldzinsen, Restdarlehen und Vorfälligkeitsentschädigung vor Verkauf prüfen.
  • Bei mehreren Verkäufen 3-Objekt-Grenze / gewerblichen Grundstückshandel prüfen.
  • Schenkung an Kinder nur mit Steuer-, Notar- und Familienrechtsprüfung umsetzen.
  • Steuerbelastung vor dem Notartermin simulieren.

Downloads und weiterführende Rechner

FAQ: Spekulationssteuer beim Immobilienverkauf

Ab wann ist ein Immobilienverkauf steuerfrei?

Ein privater Immobilienverkauf ist regelmäßig steuerfrei, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung mehr als zehn Jahre liegen oder wenn die Immobilie im gesetzlich begünstigten Zeitraum zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde.

Wie hoch ist die Spekulationssteuer?

Es gibt keinen festen Spekulationssteuersatz. Ein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn wird mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert.

Welche Kosten mindern den Spekulationsgewinn?

Abgezogen werden können insbesondere Anschaffungskosten, Anschaffungsnebenkosten, Herstellungskosten, Veräußerungskosten und bestimmte Werbungskosten, soweit sie dem Veräußerungsgeschäft zuzuordnen sind.

Gilt die 10-Jahres-Frist auch bei Erbschaften?

Bei Erbschaften ist regelmäßig auf die Anschaffung durch den Erblasser abzustellen. Deshalb kann ein Verkauf kurz nach dem Erbfall steuerfrei sein, wenn die Frist beim Erblasser bereits abgelaufen war.

Kann ich Spekulationssteuer durch Selbstnutzung vermeiden?

Ja, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken erfüllt sind. Entscheidend sind tatsächliche Wohnnutzung, Zeitraum und Nachweise.

Ist eine Ferienwohnung steuerfrei verkäuflich?

Eine nicht zur Vermietung bestimmte und selbst genutzte Ferienwohnung kann begünstigt sein. Bei Vermietung an Feriengäste ist die Steuerfreiheit sorgfältig zu prüfen.

Ist die Überlassung an Eltern Eigennutzung?

Nein. Die Überlassung an Eltern oder Schwiegereltern gilt nach BFH-Rechtsprechung nicht als Nutzung zu eigenen Wohnzwecken.

Kann eine Schenkung an Kinder vor dem Verkauf sinnvoll sein?

Das kann im Einzelfall steuerlich interessant sein, muss aber wegen Schenkungsteuer, Verfügungsmacht, § 23 EStG, § 42 AO, Finanzierung und Familienrecht vorab geprüft werden.

Spekulationssteuer vermeiden beginnt vor dem Verkauf

Die wichtigsten Entscheidungen fallen vor der notariellen Beurkundung: Frist, Nutzung, Kosten, Restdarlehen, Angehörigenüberlassung und mögliche Gestaltungen sollten rechtzeitig geklärt werden.

Bei hohen Gewinnen kann eine einzige falsche Annahme mehrere zehntausend Euro Steuer kosten.

Professionelle Steuerberatung vor Immobilienverkauf

Sie planen den Verkauf einer Immobilie innerhalb der 10-Jahres-Frist oder haben Sonderfälle wie Ferienwohnung, Arbeitszimmer, Erbschaft, Schenkung, Betriebsvermögen oder mehrere Verkäufe? Dann lohnt sich eine steuerliche Prüfung vor dem Notartermin.

  • Prüfung der Steuerpflicht nach § 23 EStG,
  • Berechnung des voraussichtlichen Veräußerungsgewinns,
  • Prüfung von Selbstnutzung und Angehörigenüberlassung,
  • Gestaltungsprüfung bei Schenkung, Erbschaft und mehreren Objekten,
  • Unterstützung bei Einkommensteuererklärung und Nachweisen.

Online-Steuerberatung anfragen

Disclaimer: Dieser Beitrag stellt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung dar und ersetzt nicht das Gespräch mit einem Steuerberater, Rechtsanwalt oder Notar.

Quellen und Rechtsstand

  • § 22 Nr. 2 EStG, sonstige Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften, Rechtsstand: 01.07.2026.
  • § 23 EStG, private Veräußerungsgeschäfte; 10-Jahres-Frist bei Grundstücken, Nutzung zu eigenen Wohnzwecken und Freigrenze von weniger als 1.000 €, Rechtsstand: 01.07.2026.
  • § 42 AO, Missbrauch von rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten, Rechtsstand: 01.07.2026.
  • § 16 ErbStG, persönlicher Freibetrag für Kinder in Höhe von 400.000 €, Rechtsstand: 01.07.2026.
  • BMF-Schreiben vom 05.10.2000, IV C 3 - S 2256 - 263/00, BStBl I 2000, 1383, unter Berücksichtigung späterer Änderungen; Zweifelsfragen zur Besteuerung privater Grundstücksveräußerungsgeschäfte.
  • BFH, Urteil vom 16.06.2015, IX R 21/14; Fristberechnung und obligatorischer Vertrag bei § 23 EStG.
  • BFH, Urteil vom 27.06.2017, IX R 37/16; Zweit- und Ferienwohnungen als Nutzung zu eigenen Wohnzwecken.
  • BFH, Urteil vom 01.03.2021, IX R 27/19; häusliches Arbeitszimmer in selbstgenutzter Wohnung.
  • BFH, Urteil vom 23.04.2021, IX R 8/20; unentgeltliche Übertragung vor Verkauf grundsätzlich kein Gestaltungsmissbrauch.
  • BFH, Urteil vom 24.05.2022, IX R 28/21; Überlassung an nicht mehr nach § 32 EStG zu berücksichtigende Kinder.
  • BFH, Urteil vom 14.02.2023, IX R 11/21; trennungsbedingte Veräußerung und Nutzung zu eigenen Wohnzwecken.
  • BFH, Urteil vom 14.11.2023, IX R 13/23; keine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken bei Überlassung an die Schwieger-/Mutter.
  • BFH, Urteil vom 06.12.2017, IX R 4/17; nachträgliche Schuldzinsen nach Veräußerung eines Vermietungsobjekts.
  • BFH, Urteil vom 06.12.2005, VIII R 34/04; Vorfälligkeitsentschädigung im Zusammenhang mit lastenfreier Grundstücksveräußerung.
  • FG Düsseldorf, Urteil vom 02.02.2021, 10 K 3253/17 E; Abbruchkosten als Werbungskosten bei privaten Veräußerungsgeschäften, Rechtskraft/Einzelfall prüfen.


Haftungsausschluss: Die auf dieser Webseite bereitgestellten Informationen und Inhalte wurden mit großer Sorgfalt erstellt. Dennoch können wir keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität übernehmen. Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle steuerliche Beratung. Für eine persönliche Beratung und maßgeschneiderte Lösungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.





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