Rechtsstand: 29.06.2026 Kassenbuch · offene Ladenkasse · GoBD · KassenSichV · TSE · DSFinV-K · Kassen-Nachschau

Kassenbuch führen: Vorlage, Pflicht, GoBD und typische Fehler

Kassenbuch führen: Bargeld, Kasse und GoBD-Anforderungen

Ein Kassenbuch dokumentiert alle Bargeldbewegungen Ihres Unternehmens. Wer Bargeschäfte nicht vollständig, täglich und nachvollziehbar erfasst, riskiert bei Betriebsprüfung oder Kassen-Nachschau Hinzuschätzungen, Steuernachzahlungen und im Extremfall steuerstrafrechtliche Folgen. Hier erfahren Sie, wer ein Kassenbuch führen muss, wie offene Ladenkasse und elektronische Kasse richtig behandelt werden und warum eine einfache Excel-Datei als alleinige elektronische Kassenführung riskant ist.

Warum ist ein Kassenbuch wichtig?

Das Kassenbuch ist der zentrale Nachweis für Bareinnahmen und Barausgaben. Es zeigt, welche Beträge in die Kasse geflossen sind, welche Beträge entnommen wurden und ob der rechnerische Kassenbestand mit dem tatsächlich gezählten Bargeld übereinstimmt.

Bei bargeldintensiven Betrieben wie Gastronomie, Einzelhandel, Friseuren, Bäckereien, Imbissen, Taxiunternehmen oder Marktständen prüft die Finanzverwaltung die Kassenführung besonders genau. Der Grundsatz lautet: Keine Buchung ohne Beleg – und kein Kassenbestand ohne Kassensturzfähigkeit.

Einfach erklärt: Ein ordnungsgemäßes Kassenbuch macht jederzeit nachvollziehbar, wie viel Bargeld tatsächlich vorhanden sein müsste. Diese sogenannte Kassensturzfähigkeit ist einer der wichtigsten Prüfsteine der Finanzverwaltung.
Die Grafik zeigt die Prüfung von Kassenpflicht, offener Ladenkasse, elektronischer Kasse, Tagesabschluss, Belegen und Kassen-Nachschau. Kassenführung sicher prüfen Kassenart offene Ladenkasse oder eKasse? Täglich zählen, buchen, abschließen GoBD unveränderbar, nachprüfbar Prüfung Kassen-Nachschau und DSFinV-K Merksatz: Die Kasse muss täglich, vollständig und kassensturzfähig sein Excel nur als Arbeitshilfe nutzen – GoBD-Sicherheit braucht Unveränderbarkeit und Dokumentation

Wer muss ein Kassenbuch führen?

Eine klassische Kassenbuchpflicht besteht vor allem bei Buchführungspflichtigen, also insbesondere bei Kaufleuten, Kapitalgesellschaften, GmbH, UG, AG, bilanzierenden Einzelunternehmen, bilanzierenden Personengesellschaften und freiwillig Bilanzierenden mit Bargeschäften.

Kassenbuchpflicht nach Gewinnermittlungsart
Unternehmen Kassenbuch? Praxis-Hinweis
GmbH, UG, AG Ja, bei Bargeschäften. Kapitalgesellschaften bilanzieren und führen ein Kassenkonto.
Kaufmann / bilanzierender Gewerbebetrieb Ja, bei Bargeschäften. Kassenbuch ist Teil der Buchführung.
Personengesellschaft mit Bilanzierung Ja, bei Bargeschäften. Besonders wichtig bei mehreren Kassen und Filialen.
Freiwillig Bilanzierende Ja, soweit eine Geschäftskasse geführt wird. Wer bilanziert, braucht ein nachvollziehbares Kassenkonto.
Einnahmen-Überschuss-Rechner Kein klassisches Bestands-Kassenbuch, aber Aufzeichnungspflichten. Barerlöse müssen vollständig und prüfbar nachgewiesen werden.
Nur unbare Umsätze Regelmäßig kein Kassenbuch. Bank, PayPal, Kartenzahlung und Plattformabrechnungen müssen dennoch geordnet dokumentiert werden.
Achtung: „Ich bin nicht buchführungspflichtig“ bedeutet nicht „ich darf Bareinnahmen nur schätzen“. Auch Einnahmen-Überschuss-Rechner müssen ihre Betriebseinnahmen vollständig, richtig und überprüfbar aufzeichnen.

Kassenbuch bei Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG gibt es grundsätzlich kein Bestandskonto „Kasse“. Deshalb besteht kein klassisches Kassenbuch wie bei Bilanzierenden. Dennoch müssen Bareinnahmen so aufgezeichnet werden, dass Vollständigkeit und Richtigkeit überprüfbar sind.

Aufzeichnungen bei EÜR und Bargeschäften
Kassenform Erforderliche Praxis Risiko
Offene Ladenkasse Tägliches Auszählen, Kassenbericht, Zählprotokoll und Belege. Nur Tageserlös als Zahl ohne Herleitung ist nicht prüfungssicher.
Elektronische Registrierkasse Einzelaufzeichnungen, TSE, Tagesabschluss, Datenexport und Aufbewahrung. Fehlende Daten oder Manipulation führen zu Schätzungsrisiko.
Geordnete Belegsammlung Nur ausreichend, wenn Barerlöse vollständig nachvollziehbar sind. Bargeldintensive Betriebe brauchen deutlich mehr Dokumentation.

Kassenbuch richtig führen: Diese Angaben gehören hinein

Ein Kassenbuch muss chronologisch, lückenlos und nachvollziehbar geführt werden. Entscheidend ist, dass ein sachverständiger Dritter die Kassenbewegungen in angemessener Zeit prüfen kann.

Mindestangaben im Kassenbuch
Angabe Warum wichtig? Beispiel
Datum Zeitgerechte und chronologische Erfassung. 29.06.2026
Belegnummer Verknüpfung zwischen Buchung und Beleg. KB-2026-001
Beschreibung Nachvollziehbarkeit des Geschäftsfalls. Barverkauf Tageslosung / Büromaterial / Porto
Einnahme oder Ausgabe Vollständige Bargeldbewegung. 150,00 € Einnahme / 25,00 € Ausgabe
Kassenbestand Kassensturzfähigkeit. Bestand nach Buchung: 875,30 €
Beleg Grundsatz „Keine Buchung ohne Beleg“. Kassenbon, Quittung, Eigenbeleg nur in Ausnahmefällen.
Praxis-Tipp: Führen Sie für jede Kasse eine eigene Kassenakte: Kassenbuch, Kassenberichte, Zählprotokolle, Tagesabschlüsse, Korrekturbelege, Bedienungsanleitung, Verfahrensdokumentation, TSE-Unterlagen und Meldung nach § 146a AO.

Offene Ladenkasse: Kassenbericht und Zählprotokoll

Bei einer offenen Ladenkasse gibt es keine elektronische Registrierkasse. Deshalb ist der tägliche Kassenbericht besonders wichtig. Die Tageseinnahmen werden regelmäßig retrograd aus dem gezählten Kassenbestand ermittelt.

Retrograde Kassenbericht-Methode: Kassenendbestand laut Zählung minus Anfangsbestand minus Einlagen plus Ausgaben minus Entnahmen ergibt die Tageslosung.
Kassenbericht bei offener Ladenkasse
Schritt Inhalt Dokumentation
1. Kasse zählen Münzen und Scheine vollständig zählen. Zählprotokoll mit Datum und Unterschrift.
2. Kassenendbestand erfassen Tatsächlich vorhandenes Bargeld. Nicht nur rechnerischer Bestand.
3. Anfangsbestand abziehen Bestand vom Vortag. Übertrag muss stimmen.
4. Privateinlagen und Entnahmen korrigieren Einlagen abziehen, Entnahmen hinzurechnen. Jeweils mit Beleg.
5. Ausgaben berücksichtigen Bar bezahlte Betriebsausgaben. Quittungen vollständig beifügen.
6. Tageslosung ermitteln Rechnerische Bareinnahme des Tages. Fortlaufend nummerierter Kassenbericht.
Achtung: Handschriftliche Tagesumsatzlisten ohne Kassenbericht, Zählprotokoll oder Belege sind bei bargeldintensiven Betrieben regelmäßig angreifbar.

Elektronische Kasse, TSE und KassenSichV

Wer ein elektronisches Aufzeichnungssystem mit Kassenfunktion verwendet, muss jeden aufzeichnungspflichtigen Vorgang einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet aufzeichnen. Die Daten müssen durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung geschützt werden.

Pflichten bei elektronischen Kassensystemen
Pflicht Was bedeutet das? Rechtsfolge bei Fehlern
TSE Zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung mit Sicherheitsmodul, Speichermedium und digitaler Schnittstelle. Formeller Kassenmangel und Schätzungsrisiko.
Einzelaufzeichnung Jeder Geschäftsvorfall wird einzeln erfasst. Summenbuchungen reichen bei elektronischer Kasse nicht.
Belegausgabe Beleg muss unmittelbar erstellt und analog oder digital bereitgestellt werden. Verstoß gegen § 146a AO möglich.
DSFinV-K Standardisierter Datenexport für Kassen-Nachschau und Außenprüfung. Fehlender Export kann Beweiskraft gefährden.
Verfahrensdokumentation Beschreibung von Kassensystem, Abläufen, Zuständigkeiten, Datensicherung und Kontrollen. Prüfer können fehlende Nachvollziehbarkeit beanstanden.
Aufbewahrung Kassendaten, Tagesabschlüsse, Programmierprotokolle und Organisationsunterlagen aufbewahren. Fehlende Daten sind häufig schätzungsrelevant.
Achtung / aktualisiert: Übergangsregelungen für nicht aufrüstbare Altkassen sind abgelaufen. Seit 2023 müssen elektronische Kassensysteme grundsätzlich den technischen Vorgaben des Kassengesetzes entsprechen.

Mitteilungspflicht für elektronische Kassensysteme seit 2025

Seit 2025 ist die lange ausgesetzte Mitteilungspflicht praktisch umzusetzen. Elektronische Aufzeichnungssysteme im Sinne des § 146a AO sind über ELSTER an das zuständige Finanzamt zu melden.

Mitteilung nach § 146a Abs. 4 AO
Fall Frist Praxis-Hinweis
Vor dem 01.07.2025 angeschaffte elektronische Kassensysteme Bis 31.07.2025. Nachholen prüfen, wenn Meldung versäumt wurde.
Ab dem 01.07.2025 angeschaffte Systeme Innerhalb eines Monats nach Anschaffung. Auch Leasing/Miete wie Anschaffung prüfen.
Außerbetriebnahme ab 01.07.2025 Innerhalb eines Monats. Vorher muss die Anschaffung/Inbetriebnahme gemeldet sein.
Mehrere Betriebsstätten Je Betriebsstätte getrennt. ELSTER-Formular bezieht sich auf eine Betriebsstätte.
Viele Systeme ELSTER-Formular begrenzt die Anzahl je Übermittlung. XML-Import oder organisatorische Aufteilung prüfen.
Steuer-Tipp: Legen Sie eine Kassensystem-Liste an: Standort, Seriennummer, TSE-ID, Anschaffungsdatum, Inbetriebnahme, Außerbetriebnahme, Softwareversion, DSFinV-K-Version und ELSTER-Meldebestätigung.

Kassenbuch mit Excel: erlaubt oder riskant?

Eine Excel-Kassenbuchvorlage ist als Arbeitshilfe, Muster oder interne Vorbereitung nützlich. Als alleinige elektronische Kassenführung ist Excel jedoch problematisch, weil Einträge grundsätzlich nachträglich geändert, gelöscht oder überschrieben werden können, ohne dass jede Änderung automatisch revisionssicher protokolliert wird.

Excel-Kassenbuch richtig einordnen
Nutzung Bewertung Empfehlung
Excel als Muster oder Rechenhilfe Unproblematisch. Für Planung, Schulung und Plausibilitätskontrolle geeignet.
Excel mit Ausdruck und zeitnaher Festschreibung Nur mit sauberem Prozess vertretbar. Ausdruck, Nummerierung, Unterschrift, Ablage und keine nachträgliche Änderung.
Excel als alleinige elektronische Kasse Hohes GoBD-Risiko. Revisionssichere Kassenbuchsoftware verwenden.
Excel ohne Änderungsprotokoll Nicht manipulationssicher. Nicht als alleiniger Nachweis bei Bargeldbetrieben empfehlen.
Achtung: Die kostenlose Excel-Vorlage ersetzt keine GoBD-konforme Kassenbuchsoftware. Nutzen Sie sie als Muster, Schulungsunterlage oder Kontrollhilfe – nicht als manipulationsanfälliges alleiniges Kassenarchiv.

Häufige Fehler in der Kassenführung

Typische Kassenmängel
Fehler Warum kritisch? Besser so
Negative Kassenbestände Eine reale Kasse kann nicht negativ sein. Kassensturz und Buchungsreihenfolge prüfen.
Nachträgliche Änderungen ohne Protokoll Verstoß gegen Unveränderbarkeit. Storno- und Korrekturbuchungen dokumentieren.
Nur Monats- oder Wochenbuchungen Kasseneinnahmen und -ausgaben sind täglich festzuhalten. Täglicher Abschluss und täglicher Kassenbericht.
Fehlende Z-Bons / Tagesabschlüsse Elektronische Kasse nicht prüfbar. Alle Tagesabschlüsse vollständig archivieren.
Keine Verfahrensdokumentation Abläufe nicht nachvollziehbar. Kassenorganisation schriftlich beschreiben.
Private Entnahmen ohne Beleg Kassenbestand nicht nachvollziehbar. Jede Einlage und Entnahme einzeln belegen.
Fehlende TSE-Daten Elektronisches Aufzeichnungssystem nicht ordnungsgemäß. TSE-Funktion und Datenexport regelmäßig testen.
Unklare Trinkgeld- oder Gutscheinbehandlung Umsatzsteuer- und Erlösabgrenzung fehlerhaft. Eigene Prozesse für Gutscheine, Trinkgelder und Stornos definieren.
Praxis-Tipp: Führen Sie monatlich einen Kassen-Selbstcheck durch: Kassenbestand, Tagesabschlüsse, Z-Bons, Stornos, Retouren, Gutscheine, Trinkgelder, EC-/Bar-Abgrenzung, TSE-Status und Kassenmeldungen.

Folgen von Kassenmängeln: Schätzung, Nachzahlung, Strafrisiko

Formelle und materielle Kassenmängel können dazu führen, dass die Finanzverwaltung die Buchführung nicht zugrunde legt. Dann drohen Hinzuschätzungen nach § 162 AO. Besonders gefährlich sind fehlende Einzelaufzeichnungen, nicht erklärbare Kassenfehlbeträge, nicht exportierbare Kassendaten, Manipulationen oder gelöschte Daten.

Mögliche Folgen fehlerhafter Kassenführung
Problem Folge Gegenmaßnahme
Formelle Mängel Erhöhte Prüfungstiefe, Nachfragen, Dokumentationsanforderungen. Verfahrensdokumentation und Korrekturprozesse vorlegen.
Materielle Mängel Schätzung von Erlösen und Gewinnen. Kassensturzfähigkeit und Einzelbelege nachweisen.
Manipulationsverdacht Steuerstrafrechtliches Risiko. Keine Daten löschen, IT-Dienstleister dokumentieren, Beratung einschalten.
Fehlende TSE / fehlender Export Beanstandung des elektronischen Aufzeichnungssystems. TSE-Zertifikat, DSFinV-K-Export und Meldebestätigung bereithalten.

Download: Kassenbuch-Vorlage mit Kassenbericht

Die Vorlage hilft Ihnen, den Aufbau eines Kassenbuchs und eines Kassenberichts nachzuvollziehen. Sie ersetzt aber keine Prüfung, ob Ihr konkretes Kassensystem GoBD-, TSE- und KassenSichV-konform ist.

Muster-Kassenbuchseite

Beispiel für eine Kassenbuchseite
Datum Beleg-Nr. Vorgang Einnahme Ausgabe Bestand
01.06.2026 KB-001 Übertrag Kassenbestand 100,00 €
01.06.2026 KB-002 Barverkauf Tageslosung 420,00 € 520,00 €
01.06.2026 KB-003 Büromaterial bar bezahlt 25,00 € 495,00 €
01.06.2026 KB-004 Privatentnahme 100,00 € 395,00 €

Checkliste: Kassenbuch und Kasse prüfungssicher führen

  1. Kassenart festlegen: offene Ladenkasse oder elektronisches Kassensystem.
  2. Bei elektronischer Kasse TSE, DSFinV-K und Belegausgabe prüfen.
  3. Kassensystem nach § 146a Abs. 4 AO über ELSTER melden.
  4. Jede Kasse einer Betriebsstätte eindeutig zuordnen.
  5. Kasseneinnahmen und Kassenausgaben täglich festhalten.
  6. Bei offener Ladenkasse täglich zählen und Kassenbericht erstellen.
  7. Zählprotokoll unterschreiben lassen.
  8. Privateinlagen und Privatentnahmen einzeln belegen.
  9. Keine Leerzeilen, keine überschriebenen Einträge, keine unprotokollierten Änderungen.
  10. Z-Bons, Stornos, Retouren, Gutscheine und Trainingsbuchungen vollständig archivieren.
  11. Verfahrensdokumentation für Kassenprozesse erstellen.
  12. DSFinV-K-Export regelmäßig testen.
  13. Aufbewahrungsfristen für Bücher, Aufzeichnungen, Belege und Systemunterlagen beachten.
  14. Monatlichen Kassen-Selbstcheck durchführen.
  15. Bei Kassen-Nachschau sofort zuständige Ansprechpartner und Unterlagen bereithalten.

Kassenbuch, TSE oder Kassen-Nachschau sicher vorbereiten?

Wir prüfen Ihre Kassenführung, offene Ladenkasse, elektronische Kasse, TSE, DSFinV-K, Verfahrensdokumentation, Kassenmeldung und Belegorganisation – bevor die Betriebsprüfung oder Kassen-Nachschau kommt.

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Video: Kassenbuch und Kassenführung

FAQ: Kassenbuch führen

Wer muss ein Kassenbuch führen?

Buchführungspflichtige Unternehmen mit Bargeschäften müssen grundsätzlich ein Kassenbuch führen. Dazu gehören insbesondere GmbH, UG, AG, Kaufleute und bilanzierende Unternehmen.

Müssen Einnahmen-Überschuss-Rechner ein Kassenbuch führen?

Ein klassisches Bestands-Kassenbuch ist bei der EÜR grundsätzlich nicht erforderlich. Bareinnahmen müssen aber vollständig, richtig und überprüfbar aufgezeichnet werden.

Wie oft muss das Kassenbuch geführt werden?

Kasseneinnahmen und Kassenausgaben sind täglich festzuhalten. Bei offener Ladenkasse sollte täglich gezählt und ein Kassenbericht erstellt werden.

Ist ein Kassenbuch mit Excel erlaubt?

Excel ist als Arbeitshilfe oder Muster nützlich, als alleinige elektronische Kassenführung aber riskant, weil Änderungen nicht automatisch revisionssicher protokolliert werden.

Was ist eine offene Ladenkasse?

Eine offene Ladenkasse ist eine Bargeldkasse ohne elektronisches Kassensystem. Die Tageseinnahmen werden regelmäßig durch tägliches Auszählen und retrograden Kassenbericht ermittelt.

Was ist eine TSE?

Die zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung schützt elektronische Kassendaten vor unbemerkter Manipulation und ist bei elektronischen Aufzeichnungssystemen mit Kassenfunktion grundsätzlich erforderlich.

Muss ich meine elektronische Kasse dem Finanzamt melden?

Ja. Seit 2025 ist die Mitteilung elektronischer Aufzeichnungssysteme nach § 146a Abs. 4 AO über ELSTER praktisch umzusetzen. Neu angeschaffte Systeme sind grundsätzlich innerhalb eines Monats mitzuteilen.

Was passiert bei Mängeln im Kassenbuch?

Bei erheblichen Mängeln kann das Finanzamt die Buchführung verwerfen und Besteuerungsgrundlagen schätzen. Zusätzlich können steuerstrafrechtliche Risiken entstehen.

Quellenverzeichnis

  1. § 140 AO – Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten nach anderen Gesetzen; Rechtsstand: 29.06.2026.
  2. § 145 AO – Allgemeine Anforderungen an Buchführung und Aufzeichnungen; Rechtsstand: 29.06.2026.
  3. § 146 AO – Ordnungsvorschriften für Buchführung und Aufzeichnungen; tägliches Festhalten von Kasseneinnahmen und Kassenausgaben; Rechtsstand: 29.06.2026.
  4. § 146a AO – Ordnungsvorschriften für elektronische Aufzeichnungssysteme, zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung, Belegausgabepflicht und Mitteilungspflicht; Rechtsstand: 29.06.2026.
  5. § 146b AO – Kassen-Nachschau; Prüfung auch des ordnungsgemäßen Einsatzes elektronischer Aufzeichnungssysteme; Rechtsstand: 29.06.2026.
  6. § 147 AO – Aufbewahrung von Unterlagen; Bücher und bestimmte Aufzeichnungen zehn Jahre, Buchungsbelege acht Jahre, sonstige Unterlagen sechs Jahre; Rechtsstand: 29.06.2026.
  7. § 158 AO – Beweiskraft ordnungsmäßiger Buchführung und Aufzeichnungen; Rechtsstand: 29.06.2026.
  8. § 162 AO – Schätzung von Besteuerungsgrundlagen bei nicht aufklärbaren oder mangelhaften Aufzeichnungen; Rechtsstand: 29.06.2026.
  9. § 22 UStG und UStDV – umsatzsteuerliche Aufzeichnungspflichten; Rechtsstand: 29.06.2026.
  10. § 238 HGB – Buchführungspflicht für Kaufleute; Rechtsstand: 29.06.2026.
  11. § 257 HGB – Aufbewahrung von Handelsbüchern, Inventaren, Jahresabschlüssen und Buchungsbelegen; Rechtsstand: 29.06.2026.
  12. KassenSichV – technische Anforderungen an elektronische Aufzeichnungs- und Sicherungssysteme, Protokollierung, digitale Schnittstelle, TSE und Belegangaben; Rechtsstand: 29.06.2026.
  13. BMF-Schreiben vom 28.11.2019, BStBl I 2019, 1269 – GoBD; angewendet auf Besteuerungszeiträume nach dem 31.12.2019.
  14. BMF-Schreiben vom 11.03.2024 – Anpassungen der GoBD, Anwendung ab 01.04.2024.
  15. AEAO zu § 146 und § 146a AO – Anwendungshinweise zu GoBD, Einzelaufzeichnung, TSE, DSFinV-K und Belegausgabepflicht; Rechtsstand: 29.06.2026.
  16. BMF-Schreiben vom 28.06.2024, BStBl I 2024, 1063 – Beginn der Mitteilungsverpflichtung nach § 146a Abs. 4 AO ab 01.01.2025.
  17. ELSTER – Formular „Mitteilung über elektronische Aufzeichnungssysteme (§ 146a Absatz 4 AO)“; Stand: 29.06.2026.
  18. BMF-FAQ zur Belegausgabepflicht – Kassengesetz, elektronische oder papierhafte Belege, unmittelbarer zeitlicher Zusammenhang; Stand: 29.04.2026.
  19. DSFinV-K Version 2.4 – Digitale Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme; veröffentlicht durch BMF/BZSt, Stand: 29.06.2026.

Dieser Beitrag stellt keine individuelle steuerliche Beratung dar und ersetzt nicht das Gespräch mit einem Steuerberater.

Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:


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