Zugewinnausgleichsforderung: Erbschaftsteuer sparen bei Ehegatten

Wenn ein Ehegatte verstirbt, spielt im Erbrecht oft der sogenannte „Zugewinnausgleich“ eine zentrale Rolle. Steuerlich ist dies besonders attraktiv: Der Betrag, der rechnerisch als Ausgleich für den während der Ehe erwirtschafteten Zuwachs zusteht, bleibt von der Erbschaftsteuer komplett verschont.

Das Problem der Inflation

Ein Haus oder ein Depot, das zu Beginn der Ehe (vielleicht vor 30 Jahren) vorhanden war, ist heute allein durch die Geldentwertung nominell viel mehr wert. Würde man einfach den damaligen Kaufpreis vom heutigen Wert abziehen, sähe es so aus, als hätten Sie einen riesigen Gewinn gemacht – auf den Sie dann unter Umständen Steuern zahlen müssten.

Die Lösung: Die Indexierung

Das Bundesfinanzministerium hat aktuell (Stand Februar 2026) die neuen Indexzahlen veröffentlicht, mit denen wir Ihr Vermögen bei Beginn der Ehe „hochrechnen“ können. Durch diese Bereinigung um den Kaufkraftschwund sinkt der steuerlich relevante Zuwachs, während die steuerfreie Ausgleichsforderung steigt.

Ein kurzes Beispiel:

Hatte ein Ehegatte bei der Hochzeit im Jahr 2000 ein Vermögen von 100.000 €, wird dieser Betrag für einen Erbfall im Jahr 2025 nicht einfach mit 100.000 € angesetzt. Dank der neuen Indizes wird er auf ca. 161.457 € hochgerechnet (100.000 \121,9 / 75,5). Das bedeutet für Sie: Über 60.000 € mehr, die dem Finanzamt entzogen werden können.

Wir prüfen im Rahmen Ihrer Erbschaftsteuererklärung gerne, wie sich die neuen Werte auf Ihre persönliche Situation auswirken und wie wir Ihre Steuerlast minimieren können.

Rechtsgrundlage und Hintergrund

Nach § 5 Abs. 1 ErbStG gehört der Betrag, den der überlebende Ehegatte im Falle der Beendigung des Güterstands der Zugewingemeinschaft als Zugewinnausgleichsforderung (§ 1371 Abs. 2 BGB) geltend machen könnte, nicht zum steuerpflichtigen Erwerb.

Um eine ungerechtfertigte Besteuerung von rein inflationsbedingten Wertsteigerungen zu vermeiden, sieht R E 5.1 Abs. 2 Satz 5 ErbStR 2019 vor, dass das Anfangsvermögen zu indexieren ist. Ziel ist es, den „unechten“ Wertzuwachs (Kaufkraftschwund) aus der Berechnung der Ausgleichsforderung zu eliminieren.

Aktuelle Daten (BMF v. 23.02.2026)

Das BMF hat die Liste der Verbraucherpreisindizes (VPI) aktualisiert (Basis 2020 = 100). Besonders relevant für aktuelle Erbfälle sind die neuen Werte für 2024 (119,3) und 2025 (121,9). Der sprunghafte Anstieg seit 2021 (von 103,1 auf 121,9 in 2025) verdeutlicht die enorme Bedeutung der Indexierung, um die abzugsfähige (steuerfreie) Ausgleichsforderung korrekt zu maximieren.

Grundsatzurteil: Mehr Flexibilität bei Verträgen zwischen Schwesterfirmen

In Unternehmensgruppen ist es üblich, dass Schwestergesellschaften eng zusammenarbeiten. Bisher war das Finanzamt hier extrem streng: Fehlte für eine Zahlung zwischen solchen Firmen ein schriftlicher, im Voraus abgeschlossener Vertrag, wurde der Steuerabzug fast immer verweigert – oft mit Millionen-Folgen.

Das Bundesverfassungsgericht sorgt für Entlastung Das Bundesverfassungsgericht hat nun ein Machtwort gesprochen (Az. 2 BvR 172/24). Die Richter stellten klar, dass das Finanzamt den Steuerabzug nicht allein deshalb streichen darf, weil ein Vertrag nicht schriftlich vorliegt.

Die wichtigsten Punkte für Sie:

  1. Inhalt vor Form: Wenn eine Zahlung (z. B. ein Schadensausgleich oder eine Vergütung) betrieblich sinnvoll und echt gewollt war, muss sie steuerlich anerkannt werden – auch wenn die schriftliche Fixierung fehlt.
  2. Tatsächliches Handeln zählt: Das Finanzamt muss nun prüfen, wie die Firmen in der Realität zusammengearbeitet haben. Gab es klare Absprachen per E-Mail? Wurden die Leistungen tatsächlich erbracht? Wenn ja, spricht das für die steuerliche Anerkennung.
  3. Keine Willkür mehr: Gerichte dürfen Beweise (wie Zeugenaussagen zu mündlichen Absprachen) nicht mehr einfach ignorieren, nur weil ein „sauberes“ Vertragsdokument fehlt.

Was bedeutet das für Ihre Praxis? Dieses Urteil ist ein wichtiges Schutzschild für Unternehmen in der Betriebsprüfung. Es verhindert, dass berechtigte Betriebsausgaben nur wegen formaler Fehler nachträglich teuer versteuert werden müssen.

Unsere Empfehlung: Trotz dieser Erleichterung bleibt die schriftliche Dokumentation der sicherste Weg, um Diskussionen mit dem Prüfer von vornherein zu vermeiden. Wir unterstützen Sie gerne dabei, Ihre internen Leistungsbeziehungen so zu dokumentieren, dass sie auch einem kritischen Blick standhalten – ohne dabei den administrativen Aufwand unnötig aufzublähen.

Haben Sie aktuell Projekte oder Zahlungsströme zwischen Ihren Gesellschaften, die steuerlich noch nicht formal abgesichert sind? Sprechen Sie uns an, damit wir diese im Lichte der neuen Rechtsprechung absichern können.

Wichtiges Urteil zur Grunderwerbsteuer bei Erbfällen mit GmbH-Beteiligung

Wenn Immobilien im Eigentum einer GmbH stehen, kann eine Änderung der Gesellschafterstruktur ungewollte Grunderwerbsteuer auslösen. Das Finanzamt wertet den Wechsel von Anteilen oft so, als ob das Grundstück selbst verkauft worden wäre. Ein aktueller Beschluss des Finanzgerichts Düsseldorf (Az. 11 V 170/25 A(GE)) bringt hier jedoch eine wichtige Erleichterung für Erbengemeinschaften.

Der Fall: Steuerfalle nach der Erbauseinandersetzung Nach einem Todesfall hielten sechs Kinder die Anteile an einer grundbesitzenden GmbH zunächst gemeinsam als Erbengemeinschaft. Als sie sich einigten, die Anteile so aufzuteilen, dass jeder sein festes Paket erhielt (entsprechend seiner Erbquote), forderte das Finanzamt fast 190.000 Euro Grunderwerbsteuer. Das Amt argumentierte, durch die Auflösung der Gemeinschaft seien „neue Gesellschafter“ entstanden.

Die Entscheidung des Gerichts: Das Finanzgericht Düsseldorf hat die Vollziehung dieser Steuer vorläufig gestoppt. Die Richter stellten sich auf die Seite der Erben:

  • Kein klassischer Gesellschafterwechsel: Wenn Kinder ihr Erbe lediglich untereinander aufteilen, ohne dass sich die wirtschaftliche Beteiligungsquote ändert, entstehen keine „neuen“ Eigentümer im Sinne des Gesetzes.
  • Schutz des Erbgangs: Erbfälle sind von dieser speziellen Steuer ausdrücklich ausgenommen. Das Gericht sieht keinen Grund, warum die spätere, faire Aufteilung des Erbes unter den Kindern schlechter gestellt werden sollte als der Erbgang selbst.
  • Voraussetzung: Es darf keine Verschiebung der Werte stattfinden und es dürfen keine Ausgleichszahlungen (z. B. Abfindungen aus privatem Vermögen) fließen.

Was bedeutet das für Sie? Sollten Sie Teil einer Erbengemeinschaft sein, die Anteile an einer Immobilien-GmbH hält, ist bei der Aufteilung Vorsicht geboten. Die gute Nachricht ist jedoch: Eine saubere, quotengerechte Auseinandersetzung sollte nach dieser neuen Rechtsprechung ohne die Belastung durch Grunderwerbsteuer möglich sein.

Wichtiger Hinweis zur Zahlung: Das Gericht betonte auch, dass Steuern trotz eines laufenden Verfahrens zunächst pünktlich gezahlt werden müssen, sofern keine „Aussetzung der Vollziehung“ genehmigt wurde. Ansonsten drohen Säumniszuschläge, die man selbst dann nicht zurückbekommt, wenn man den Prozess später gewinnt.

Wir beraten Sie gerne dabei, wie Sie eine Erbauseinandersetzung rechtssicher und steueroptimiert gestalten.

Fahrtkosten zu Ihrer Ferienimmobilie richtig absetzen

Viele Vermieter von Ferienwohnungen betreuen ihre Objekte mit viel Herzblut selbst: Sie führen Reparaturen durch, übernehmen die Endreinigung oder koordinieren Handwerker vor Ort. Bisher gingen viele davon aus, dass die Fahrten zum Objekt voll als Reisekosten (0,30 € pro gefahrenem Kilometer für Hin- und Rückweg) abziehbar sind.

Ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts Münster (Az. 12 K 1916/21 F) zieht hier jedoch engere Grenzen.

Worum ging es in dem Fall? Vermieter investierten viel Zeit in die Renovierung ihrer Ferienwohnungen und machten dafür Reisekosten und Verpflegungspauschalen geltend. Das Finanzamt und später auch das Gericht stuften den Ort der Ferienwohnungen jedoch als „erste Tätigkeitsstätte“ der Vermieter ein.

Die wichtigsten Folgen für Sie:

  1. Entfernungspauschale statt Reisekosten: Wenn Sie regelmäßig und zeitlich umfangreich (mehr als ein Drittel Ihrer Verwaltungszeit) vor Ort arbeiten, dürfen Sie für die Fahrten nur noch die Entfernungspauschale (30 Cent pro Entfernungskilometer, also nur für die einfache Strecke) ansetzen.
  2. Dreimonatsfrist: Verpflegungspauschalen können nur noch für die ersten drei Monate einer längerfristigen Tätigkeit am selben Ort geltend gemacht werden. Danach entfällt dieser Abzug.
  3. Strenge Nachweispflicht bei „Mischreisen“: Wenn Sie den Arbeitseinsatz mit einem Urlaub verbinden, müssen Sie die Tage genau dokumentieren. Das Finanzamt erkennt die Fahrtkosten dann nur noch zeitanteilig an (z. B. 50 % bei 3 Tagen Arbeit und 3 Tagen Urlaub).

Unser Rat:

  • Dokumentation ist alles: Führen Sie ein einfaches Protokoll über Ihre Tätigkeiten vor Ort (Was wurde wann wie lange repariert/gereinigt?).
  • Insolvierte Vermietung: Wenn die Wohnung während Ihres „Arbeitsaufenthalts“ gleichzeitig an Gäste vermietet ist, wird das Finanzamt sehr kritisch prüfen, ob Sie dort wirklich gearbeitet haben. Sorgen Sie hier für klare Belege (z. B. Baumarktrechnungen, Fotos der Mängel).
  • Einspruchsmöglichkeit: Da der Fall nun beim Bundesfinanzhof weitergeführt wird, können wir Ihre Steuerbescheide in ähnlichen Fällen offen halten.

Gerne prüfen wir bei Ihrer nächsten Steuererklärung, wie wir Ihre Fahrt- und Unterkunftskosten optimal und rechtssicher geltend machen können.

Wichtig für Gründer: Vorsteuerabzug bei Anschaffungen vor der GmbH-Gründung

Wer eine GmbH gründet, muss oft schon vor der offiziellen Eintragung im Handelsregister investieren – zum Beispiel in Büroeinrichtung, Software oder einen Firmenwagen. Ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen (Az. 5 K 111/24) stärkt Gründern nun den Rücken, wenn es um die Rückerstattung der Umsatzsteuer (Vorsteuer) geht.

Das Problem: Die „falsche“ Adresse auf der Rechnung Häufig wird die Rechnung für solche Erstinvestitionen noch auf den Namen des Gründers persönlich ausgestellt, da die GmbH rechtlich noch nicht voll existiert. Das Finanzamt verweigert in diesen Fällen oft den Vorsteuerabzug, weil der Rechnungsempfänger (der Gründer) nicht identisch mit dem späteren Nutzer (die GmbH) ist.

Die Entscheidung des Gerichts: Das Finanzgericht entschied zugunsten einer GmbH, die einen PKW als Sacheinlage von der Gründerin erhalten hatte. Obwohl die Rechnung auf die Gründerin lautete, durfte die GmbH die Vorsteuer in Höhe von mehreren tausend Euro abziehen. Die wichtigsten Gründe:

  • Wirtschaftliche Realität zählt: Da der Wagen sofort für den Betrieb der GmbH genutzt wurde, darf der Vorsteuerabzug nicht an bloßen Formalitäten scheitern.
  • Neutralität der Steuer: Die Umsatzsteuer soll Unternehmen nicht belasten. Wenn klar ist, dass die Anschaffung für die Firma gedacht war, muss das Finanzamt die Steuer erstatten.
  • Wichtiges Detail: In diesem Fall war auf der Rechnung bereits die spätere Geschäftsadresse der GmbH angegeben, was den Zusammenhang verdeutlichte.

Was bedeutet das für Sie? Sollten Sie gerade in der Gründungsphase stehen oder vor Kurzem gegründet haben, prüfen wir gerne Ihre Rechnungen aus der Vorbereitungszeit. Auch wenn diese formal „falsch“ adressiert sind, besteht nach diesem Urteil eine gute Chance, die Vorsteuer vom Finanzamt zurückzuerhalten.

Hinweis: Das Finanzamt hat gegen das Urteil Revision eingelegt. Der Bundesfinanzhof wird den Fall nun abschließend prüfen. Wir empfehlen daher, entsprechende Anträge frühzeitig zu stellen und bei Ablehnung unter Verweis auf das laufende Verfahren (Az. V R 24/25) Einspruch einzulegen.

Für Rückfragen zur optimalen Gestaltung Ihrer Gründungsrechnungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Familienheim in der GbR – Steuerbefreiung bleibt erhalten

Viele Ehepaare entscheiden sich dazu, Immobilienvermögen in einer gemeinsamen Gesellschaft (z. B. einer Familiengesellschaft oder GbR) zu bündeln. Wenn jedoch das selbst bewohnte Haus in eine solche Gesellschaft eingebracht wird, gab es bislang Streit mit dem Finanzamt darüber, ob die bekannte Steuerbefreiung für das „Familienheim“ verloren geht.

Die gute Nachricht aus München Der Bundesfinanzhof (BFH) hat nun mit Urteil vom 04.06.2025 (Az. II R 18/23) zugunsten der Steuerzahler entschieden.

Der Fall im Überblick: Eine Ehefrau übertrug ihr Wohnhaus auf eine gemeinsam mit ihrem Mann gegründete GbR. Der Ehemann wurde dadurch zur Hälfte am Gesellschaftsvermögen beteiligt – ein Wert von 1,8 Millionen Euro. Das Finanzamt wollte hierfür Schenkungsteuer kassieren, da der Mann nicht direkt „Miteigentümer“ im Grundbuch wurde, sondern „nur“ Gesellschafter der GbR.

Die Entscheidung des Gerichts: Die obersten Finanzrichter widersprachen dem Finanzamt deutlich:

  1. Steuerfreiheit gilt auch bei GbR-Beteiligung: Auch wenn das Haus rechtlich der Gesellschaft gehört, ist der beschenkte Ehepartner wirtschaftlich am Familienheim beteiligt.
  2. Keine Benachteiligung bei moderner Gestaltung: Der Zweck des Gesetzes ist es, das gemeinsame Wohnen von Eheleuten steuerlich zu schützen. Ob dies durch direktes Miteigentum oder über eine Gesellschaftsbeteiligung geschieht, darf keinen Unterschied machen.
  3. Ergebnis: Die Schenkung des halben Anteils am Haus (Wert 1,8 Mio. Euro) blieb komplett steuerfrei.

Was bedeutet das für Ihre Vermögensplanung? Dieses Urteil eröffnet uns neue Möglichkeiten in der Gestaltung Ihrer Vermögensnachfolge. Sie können das Familienheim in eine Gesellschaft einbringen – etwa zur Vorbereitung einer späteren Übergabe an die nächste Generation –, ohne die wertvolle Steuerbefreiung unter Ehegatten zu gefährden.

Gerne prüfen wir in einem persönlichen Gespräch, ob diese Gestaltung auch für Ihre familiäre Situation Vorteile bietet.

Kostenersparnis bei verbindlicher Auskunft: BFH stoppt Mehrfachgebühren

Wenn mehrere Personen gemeinsam planen, ein Unternehmen umzustrukturieren oder Anteile zu übertragen, ist die Einholung einer „verbindlichen Auskunft“ beim Finanzamt oft unverzichtbar. So lässt sich vorab klären, ob das Vorhaben steuerneutral möglich ist. Für diesen Service erhebt der Staat jedoch Gebühren, die sich am Wert des Vorhabens orientieren.

Das Problem der „Vervielfachung“ von Gebühren Bisher neigten die Finanzämter dazu, die Gebühr bei mehreren Beteiligten auch mehrfach zu berechnen – selbst wenn es um genau denselben Sachverhalt ging. In einem aktuellen Fall vor dem Bundesfinanzhof (BFH) forderte das Finanzamt von acht Beteiligten jeweils die Höchstgebühr von rund 110.000 Euro – insgesamt also fast 880.000 Euro.

Die Entscheidung des Bundesfinanzhofs (Az. IV R 6/23) Die obersten Finanzrichter haben dieser Praxis nun einen Riegel vorgeschoben. Die wichtigsten Punkte für Sie:

  • Nur eine Gebühr: Wenn mehrere Personen gemeinsam einen Antrag stellen und das Finanzamt inhaltlich einheitlich antwortet, darf auch nur eine einzige Gebühr festgesetzt werden.
  • Form der Antwort ist zweitrangig: Selbst wenn das Amt jedem Beteiligten ein eigenes (identisches) Schreiben schickt, bleibt es bei der Einheitsgebühr.
  • Kostendeckelung: In dem entschiedenen Fall bedeutet das für die Beteiligten eine Ersparnis von über 770.000 Euro. Statt achtmal die Höchstgebühr zu zahlen, müssen sich die Beteiligten nun nur noch eine Gebühr teilen.

Was bedeutet das für Ihre Planung? Diese Entscheidung macht die verbindliche Auskunft für Gruppen von Investoren, Gesellschaftern oder Familienverbünden deutlich attraktiver und kalkulierbarer. Wenn wir für Sie eine gemeinsame Anfrage stellen, ist nun klargestellt, dass die Kosten hierfür nicht „ausufern“ dürfen.

Tipp: Rechner Kosten verbindliche Auskunft

Steuerliche Absetzbarkeit von Verlusten aus Bürgschaften

Wer eine Bürgschaft für ein Unternehmen übernimmt, geht ein hohes finanzielles Risiko ein. Wenn das Unternehmen insolvent wird und Sie als Bürge einspringen müssen, bleibt oft nur die Forderung gegen die leere Firmenkasse – ein totaler finanzieller Verlust.

Eine aktuelle Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH, Az. VIII R 3/23) verbessert nun die Chancen, solche Verluste steuerlich bei Ihren Einkünften aus Kapitalvermögen geltend zu machen.

Was hat das Gericht entschieden? Bisher lehnten Finanzämter den Abzug solcher Verluste oft mit der Begründung ab, man habe bei der Übernahme der Bürgschaft gar keine echte Absicht gehabt, Gewinne zu erzielen (insbesondere wenn keine Bürgschaftsgebühr vereinbart wurde). Der BFH sieht das nun bürgerfreundlicher:

  1. Vermutung für den Steuerzahler: Wenn Sie unter fremden Dritten eine Bürgschaft übernehmen, unterstellt das Gericht erst einmal, dass Sie damit wirtschaftliche Ziele verfolgen.
  2. Der Moment der Unterschrift zählt: Entscheidend für die Steuer ist der Moment, in dem Sie die Bürgschaft unterschreiben. Dass die Firma später insolvent und die Forderung damit „wertlos“ ist, darf Ihnen nicht als mangelnde Gewinnabsicht ausgelegt werden.
  3. Wirtschaftlicher Hintergrund: Solange die Bürgschaft nicht aus rein privaten Gefälligkeiten (z. B. innerhalb der engsten Familie ohne geschäftlichen Bezug) gegeben wurde, ist ein steuerlicher Verlustabzug möglich.

Was bedeutet das für Sie? Sollten Sie aus einer Bürgschaft in Anspruch genommen worden sein, kann dieser Verlust Ihre Steuerlast aus anderen Kapitaleinkünften (z. B. Zinsen, Dividenden oder Aktiengewinnen) mindern.

Hinweis: Es gibt gesetzliche Höchstgrenzen für die Verrechnung solcher Verluste (derzeit 20.000 € pro Jahr). Nicht genutzte Verluste können jedoch in die Folgejahre vorgetragen werden.

Sollten Sie in der Vergangenheit Bürgschaften übernommen haben oder aktuell in Anspruch genommen werden, prüfen wir gerne für Sie, ob wir diese Verluste in Ihrer nächsten Steuererklärung geltend machen können.

Steuerliche Anerkennung von Verlusten durch Trickbetrug („Schockanrufe“)

Immer wieder werden Bürger Opfer von perfiden Betrugsmaschen, wie den sogenannten „Schockanrufen“. Dabei werden Betroffene unter massivem psychischen Druck dazu gebracht, hohe Geldbeträge zu übergeben, um angeblichen Schaden von Angehörigen abzuwenden.

Neben dem persönlichen Schock stellt sich oft die Frage: Kann dieser finanzielle Verlust wenigstens steuerlich als „außergewöhnliche Belastung“ geltend gemacht werden?

Die aktuelle Entscheidung des Finanzgerichts Münster Das Finanzgericht Münster hat kürzlich in einem Fall entschieden (Az. 1 K 360/25 E), in dem eine Seniorin 50.000 Euro an Betrüger verlor. Das Gericht lehnte den Steuerabzug ab. Die wesentlichen Gründe hierfür waren:

  • Allgemeines Lebensrisiko: Leider wird das Risiko, Opfer einer Straftat oder eines Betrugs zu werden, vom Gesetzgeber als Teil des allgemeinen Lebensrisikos angesehen. Solche Verluste sind steuerlich grundsätzlich nicht abzugsfähig.
  • Fehlende Zwangsläufigkeit: Das Steuerrecht urteilt hier sehr streng und objektiv. Da im konkreten Fall keine reale Gefahr für das Kind bestand und theoretisch die Möglichkeit eines Kontrollanrufs existiert hätte, gilt die Zahlung nicht als „unabweisbar“ – ungeachtet der extremen Stresssituation, in der sich das Opfer befand.

Wie geht es weiter? Das Gericht hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen (Az. VI R 14/25). Das bedeutet, dass die obersten deutschen Finanzrichter diesen Fall nun abschließend prüfen werden.

Unser Rat für Sie: Sollten Sie oder Angehörige von einem ähnlichen Fall betroffen sein, ist die steuerliche Anerkennung nach derzeitiger Rechtslage zwar schwierig, aber nicht gänzlich ausgeschlossen, solange das Verfahren beim Bundesfinanzhof noch läuft. Wir können entsprechende Bescheide durch einen Einspruch offen halten, bis ein endgültiges Urteil vorliegt.

Für ein persönliches Beratungsgespräch zu Ihrer individuellen Situation stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Steuertermine im Mai 2026: Fristen und Schonfristen im Blick behalten

Der Mai ist für Unternehmer und Immobilieneigentümer ein wichtiger Monat im Steuerkalender. Neben den laufenden Anmeldestuern stehen in diesem Monat auch die Quartalszahlungen für die Realsteuern an. Damit Sie teure Säumniszuschläge vermeiden, haben wir die wichtigsten Termine und die Regelungen zur Zahlungsschonfrist für Sie zusammengefasst.

Die wichtigsten Termine im Mai 2026

1. Bis zum 11. Mai: Umsatz- und Lohnsteuer

Am 11. Mai 2026 (da der 10. ein Sonntag ist, verschiebt sich die Frist auf den nächsten Werktag) sind folgende Steuern fällig:

  • Umsatzsteuer (Monatszahler)
  • Lohnsteuer
  • Kirchensteuer zur Lohnsteuer

2. Bis zum 15. Mai: Gewerbe- und Grundsteuer

Mitte des Monats steht die Quartalszahlung für die sogenannten Realsteuern an:

  • Gewerbesteuer
  • Grundsteuer Diese Zahlungen sind direkt an die jeweilige Gemeinde- oder Stadtkasse zu leisten.

Achtung: Die dreitägige Zahlungsschonfrist

Für verspätete Zahlungen erhebt das Finanzamt gemäß § 240 AO Säumniszuschläge. Es gibt jedoch eine gesetzliche Zahlungsschonfrist von drei Tagen.

  • Für den 11.05.: Die Schonfrist endet am 15.05.2026.
  • Für den 15.05.: Die Schonfrist endet am 18.05.2026.

Wichtige Ausnahmen zur Schonfrist: Diese Frist gilt nur für Überweisungen. Sie gilt ausdrücklich nicht für:

  1. Barzahlungen
  2. Zahlungen per Scheck

Besonderheit bei Schecks: Ein Scheck gilt erst drei Tage nach seinem Eingang bei der Finanzbehörde bzw. Stadtkasse als geleistet. Um Säumniszuschläge sicher zu vermeiden, muss der Scheck also spätestens drei Tage vor dem eigentlichen Fälligkeitstag vorliegen.

Empfehlung: Nutzen Sie das SEPA-Lastschriftmandat. In diesem Fall gilt die Zahlung immer als rechtzeitig bewirkt, und Sie müssen keine Fristen überwachen.


Sozialversicherungsbeiträge Mai 2026

Nicht nur das Finanzamt, auch die Krankenkassen haben strikte Termine. Die Beiträge zur Sozialversicherung sind in voraussichtlicher Höhe der Beitragsschuld spätestens am drittletzten Bankenarbeitstag des Monats fällig.

  • Fälligkeitstermin Mai: Mittwoch, der 27.05.2026.

Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die Beiträge auf den Konten der Sozialversicherungsträger gutgeschrieben sein.


Vorschau auf Juni 2026

Planen Sie bereits jetzt Ihre Liquidität für den kommenden Monat ein. Am 10. Juni 2026 fallen neben der Umsatz- und Lohnsteuer auch die Vorauszahlungen zur Ertragsteuer an:

  • Einkommensteuer (Vorauszahlung)
  • Körperschaftsteuer (Vorauszahlung)
  • Kirchensteuer

Die Zahlungsschonfrist für diese Juni-Termine endet am 15.06.2026 (unter Berücksichtigung des Wochenendes).


Alle Angaben ohne Gewähr.


  • Rechtsgrundlagen: Die Fälligkeiten ergeben sich aus § 18 UStG (USt), § 41a EStG (LSt) sowie § 15 GrStG und § 19 GewStG für die Realsteuern.
  • Verfahrensrecht: Die Zahlungsschonfrist ist in § 224 Abs. 2 Nr. 2 AO geregelt. Zu beachten ist, dass diese bei der Übermittlung von Schecks negativ wirkt, da die Zahlung erst drei Tage nach Eingang als bewirkt gilt (§ 224 Abs. 2 Nr. 1 AO).
  • Sozialversicherung: Die Fälligkeit richtet sich nach § 23 Abs. 1 SGB IV. Da der 30./31. Mai ein Wochenende ist, fällt der drittletzte Bankenarbeitstag auf den 27. Mai.

Steuern & Recht vom Steuerberater M. Schröder Berlin