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Betriebsprüfung

Die steuerliche Betriebsprüfung durch das Finanzamt


Willkommen bei Betriebsprüfung,

Es ist klar, dass selbst dem ehrlichsten Steuerzahler nur die Ankündigung einer Betriebsprüfung unangenehm ist, darum möchte ich Sie über die wichtigsten Aspekte einer Betriebsprüfung (sog. Außenprüfung) informieren:

 

Die Betriebsprüfung ist eine abschließende nachträgliche Überprüfung des Steuerfalls und bezieht sich auf bestimmte Steuerarten und bestimmte Besteuerungszeiträume. Die Betriebsprüfung dient zur Ermittlung steuerlich erheblicher Sachverhalte und ist von besonderen Mitwirkungspflichten des Steuerpflichtigen geprägt. Rechtsgrundlage ist die Abgabenordung und die Betriebsprüfungsordnung. Betriebsprüfungen sind nach § 193 Absatz 1 Abgabenordnung (AO) bei Steuerpflichtigen zulässig, die einen gewerblichen oder land- und forstwirtschaftlichen Betrieb unterhalten, die freiberuflich tätig sind oder sogenannte bedeutende Einkünfte erzielen. Bei den übrigen Steuerpflichtigen sind Außenprüfungen insbesondere dann zulässig, wenn für die Besteuerung erhebliche Verhältnisse der Aufklärung bedürfen und eine Prüfung im Finanzamt nach Art und Umfang des zu prüfenden Sachverhalts nicht zweckmäßig ist (§ 193 Absatz 2 Nummer 2 AO).

 

Steuertipp: Bitte beachten Sie: Der Prüfer muss die Besteuerungsgrundlagen sowohl zu Ungunsten als auch Zugunsten des Steuerpflichtigen prüfen.

 

 

Wann müssen Sie mit einer Betriebsprüfung rechnen?

Für Zwecke der Außenprüfung werden die Steuerpflichtigen in die Größenklassen

  • Großbetriebe (G),
  • Mittelbetriebe (M),
  • Kleinbetriebe (K) und
  • Kleinstbetriebe (Kst)

eingeteilt gem. § 3 Betriebsprüfungsordnung. Betriebsprüfungen werden turnusmäßig abhängig von der Größenklasse durchgeführt.

 

Ermittlung der Abgrenzungsmerkmale Größenklassen

Betriebsart

Umsatzerlöse
steuerlicher Gewinn über


Siehe auch Größenklassen ...

 

Betriebsprüfungen können auch auf Grund besonderer Umstände bzw. Anlässe durchgeführt werden. Besondere Umstände bzw. Anlässe für eine BP sind z.B.:

  • Hohe Einlagen in das Betriebsvermögen bei niedrigem Privatvermögen.
  • Verluste über mehrere Jahre.
  • Vermögenszuwachs ohne entsprechende Einnahmen.
  • Ihr Einkommen deckt nicht die normalen Lebenshaltungskosten.
  • Ihr Einkommen steht in keinem Verhältnis zu Ihrem (kostspieligen) Lebensstil.
  • Ihr Gewinn entspricht nicht dem Branchendurchschnitt (Siehe Richtsatzsammlung)
  • Starke Schwankungen Ihrer Umsätze ohne erkennbaren Grund.
  • Einlage oder Entnahme von Immobilien (Immobilienbewertung) in bzw. aus dem Betriebsvermögen.
  • Aufgabe des Betriebes oder Änderung der Rechtsform.
  • Steuerliche Verpflichtungen werden nicht erfüllt bzw. nicht pünktlich, wie z.B. Umsatzsteuer-Voranmeldungen.
  • Vorherige Betriebsprüfungen führten zu erheblichen Steuernachzahlungen.

 

Ob Ihre Gewinne innerhalb der amtlichen Richtstzsammlung vom Finanzamt liegen können Sie schnell und leicht online berechnen:

Richtsatzsammlung + Rechner -> Richtsätze online berechnen

Jahr Gewerbezweig
 
ZeileZusammenstellungEuroin v.H. von
Zeile 87
 
87Wirtschaftlicher Umsatz
88Waren-/Materialeinsatz
89Rohgewinn I %
90Einsatz an Fertigungslöhnen
91Rohgewinn II %
92Allgemeine sachliche Betriebsaufwendungen
93Halbreingewinn %
94Besondere sachliche und personelle Betriebsaufwendungen
95Reingewinn %


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Sonderprüfungen

Eine Betriebsprüfung ist zu unterscheiden von der Sonderprüfungen:

Bei einer Betriebsprüfung (Außenprüfung) werden im Gegensatz zu den Sonderprüfungen mehrere Jahre und sämtliche steuerlich relevanten Sachverhalte bzw. Steuerarten geprüft. Die Sonderprüfung umfasst meist nur wenige Monate und ist auf eine Steuerart beschränkt.

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Was weiß der Betriebsprüfer über mich?

Bevor sich der Prüfer zur Betriebsprüfung anmeldet, hat er sich bereits ein Bild über Ihr Unternehmen gemacht. Ihm stehen dazu in der Regel die abgegebenen Jahresabschlüsse resp. Einnahme-Überschussrechnungen und die Steuererklärungen zur Verfügung. Vielleicht verfügt der Prüfer sogar über besondere Informationen, die er anlässlich einer Prüfung bei einem Ihrer Geschäftspartner, von anderen Behörden oder aus Gerichtsakten erhalten hat (sog. Kontrollmitteilungen). Oder haben Sie vor kurzem von Ihrem Partner getrennt oder einen Mitarbeiter entlassen? Denn das sind die typischen Informanten für die Steuerfahndung.

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Wie kann ich mich auf die Betriebsprüfung vorbereiten?

Sie sollten vor der Betriebsprüfung mögliche Diskussions- und Angriffspunkte ausfindig machen. Wir können dann eine Gegenstrategie entwickeln. Machen Sie sich auf unangenehme Fragen gefasst. Gibt es  verfängliche Unterlagen? Die Betriebsprüfung findet während der üblichen Geschäftszeit in den Geschäftsräumen des Steuerpflichtigen statt. Die Prüfung kann ausnahmsweise beim Steuerberater durchgeführt werden (siehe auch Ort der Betriebsprüfung). Die Prüfer sind grundsätzlich berechtigt, Grundstücke und Betriebsräume des Steuerpflichtigen zu besichtigen. Dem Prüfer sind die Buchhaltungsunterlagen (auch in digitaler Form, s.u.) vorzulegen (Mitwirkungspflicht).

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Elektronische Betriebsprüfung

Seit dem 1. Januar 2002 ist es den Betriebsprüfern gestattet, bei der Betriebsprüfung die Buchhaltung durch Zugriff auf die elektronischen Buchführungsdaten zu prüfen (Buchführungsprogramm). Die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) in einem Schreiben veröffentlicht (vgl. BMF-Schreiben vom 16. Juli 2001, weitere Infos unter http://www.elektronische-steuerpruefung.de. Meinen Mandanten biete ich ein kostenloses online Buchhaltungsprogramm an.

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Worum geht es bei der Schlussbesprechung?

Am Ende einer Betriebsprüfung steht die so genannte Schlussbesprechung. Die Schlussbesprechung ist eine "Verhandlung" zwischen der Finanzverwaltung und Ihnen über das Ergebnis der Betriebsprüfung. Dabei; hängen Kompromisse vom Verhandlungsgeschick ab. Vor der Schlussbesprechung sollten wir uns zusammensetzen, um eine Verhandlungstaktik festzulegen. Denn eine gute Vorbereitung ist 90% des Erfolges. Wenn die Prüfungsfeststellungen bei Ihnen strittig bleiben, bleibt als Rechtsmittel Einspruch gegen die geänderten Steuerbescheide und mit hoher Wahrscheinlichkeit anschließend Finanzgerichtsklage einzulegen.

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Wann kommt es zu strafrechtlichen Folgen?

Sobald während der Betriebsprüfung der Verdacht einer Straftat oder Steuerordnungswidrigkeit auftaucht, muss vom Betriebsprüfer die zuständige Straf- und Bußgeldstelle informiert werden. Die Prüfung wird muss dann bis zur Bekanntgabe der Einleitung eines Verfahrens unterbrochen werden. Ab diesem Zeitpunkt kann Ihre Mitwirkungspflicht nicht mehr erzwungen werden.

 

Kommt es während der Betriebsprüfung selbst nicht zur Einleitung des Steuerstrafverfahrens (und liegt ein Verdacht bei Ihnen vor), sorgt die Finanzverwaltung weiterhin für eine steuerstrafrechtliche Überprüfung. Sie veranlasst, dass der Prüfungsbericht den Strafverfolgungsorganen zugeleitet wird. So kann es trotz einvernehmlich abgeschlossener Betriebsprüfung zu einem überraschenden Steuerstrafverfahren kommen. Sofern also eine buß- und strafrechtliche Würdigung eines Sachverhaltes möglich erscheint, sollten Sie mich daher umgehend kontaktieren.

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Ist es ratsam eine Selbstanzeige zu erstatten?

Sie müssen auf diese Frage bis spätestens vor Prüfungsbeginn eine Antwort finden. Eine Selbstanzeige wird nur selten notwendig sein. Sinnvoll wird sie nur dann sein, wenn der Betriebsprüfer Unrichtigkeiten leicht erkennen kann. Eine Selbstanzeige verhindert nur ein Strafverfahren. Die Steuer muss jedoch nachbezahlt werden.

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Mit welchen Nachzahlungen muss ich rechnen?

In den Betriebsprüfungen der Länder waren im Jahr 2014 bundesweit 13 533 Prüfer tätig. Es wurde ein Mehrergebnis von rund 17,9 Mrd. € erzielt. 14 Mrd. € Mehrergebnis entfielen auf die Prüfung von Großbetrieben. Die Prüfung der Kleinstbetriebe erbrachte ein Mehrergebnis von 1,0 Mrd. € (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Mehrergebnis nach Größenklassen im Vierjahresvergleich

Abbildung 2: Mehrergebnis nach Steuerarten im Vierjahresvergleich

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Hilfe und Unterstützung bei einer Betriebsprüfung

Sie benötigen meine Unterstützung bei einer Betriebsprüfung? Gerne unterstütze ich Sie. Sie erhalten zunächst eine Checkliste. Wir bereiten dann die Prüfung gemeinsam vor und sichten Ihre Unterlagen aus Schwachstellen. Auch von Ihnen wird der Betriebsprüfer bei der nächsten Betriebsprüfung statt Papier elektronische Daten verlangen und diese digital prüfen. Haben Sie vermeidbare Fehler in Ihrer Buchführung? „Auf Knopfdruck“ findet der Betriebsprüfer Auffälligkeiten und Unregelmäßigkeiten. Mit Hilfe unseres „GDPdU Checks“ finden wir gemeinsam mit Ihnen relevante Sachverhalte und leiten geeignete Korrekturmaßnahmen ein – und das bevor der Prüfer kommt! Dadurch vermeiden Sie böse Überraschungen bei der nächsten Betriebsprüfung. Bei der Prüfung unterstütze ich Sie mit Rat und Tat. Ich prüfe den Betriebsprüfungsbericht und wirke an der Schlussbesprechung mit. Die Steuerberatervergütung richtet sich nach § 29 Nr. 1 StBGebV (Zeitgebühr) und beträgt 45 Euro je angefangener halber Stunde zzgl. Auslagen und Umsatzsteuer.

 

E-Mail: Betriebspruefung@SteuerSchroeder.de

 

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