Rechtsstand: 1. Juli 2026
Mietrendite berechnen: Rechner, Formel, Steuern und Tipps für Vermieter
Mit dem Mietrendite-Rechner prüfen Sie, ob eine Immobilie als Kapitalanlage wirtschaftlich tragfähig ist – inklusive Bruttomietrendite, Nettomietrendite, Kaufnebenkosten, Finanzierung, AfA, Steuern und typischen Renditekillern.
Die Mietrendite ist eine zentrale Kennzahl für Immobilieninvestoren. Sie zeigt, wie viel Miete oder Reinertrag eine Immobilie im Verhältnis zum Kaufpreis beziehungsweise zur Gesamtinvestition erwirtschaftet. Für eine echte Investitionsentscheidung reicht die Bruttorendite jedoch nicht aus: Entscheidend sind Nettorendite, Cashflow, Steuerwirkung, Leerstand, Instandhaltung und Verkaufsrisiko.
Mietrendite-Rechner
Berechnen Sie die Bruttomietrendite anhand von Kaufpreis, Wohnfläche und Miete. Nutzen Sie das Ergebnis als ersten Filter – nicht als alleinige Kaufentscheidung.
Bruttomietrendite
Was ist die Mietrendite und wie berechnet man sie?
Die Mietrendite misst, wie rentabel eine vermietete Immobilie ist. Je nach Rechenmethode werden nur Miete und Kaufpreis oder zusätzlich Kaufnebenkosten, laufende Kosten, Finanzierung und Steuern berücksichtigt.
Bruttomietrendite, Nettomietrendite und Cashflow unterscheiden
| Kennzahl | Formel | Aussage |
|---|---|---|
| Bruttomietrendite | Jahresnettokaltmiete ÷ Kaufpreis × 100 | Schneller Vergleich, aber ohne Kosten und Finanzierung. |
| Nettomietrendite | Reinertrag ÷ Gesamtinvestition × 100 | Realistischer, weil Kaufnebenkosten und laufende Kosten berücksichtigt werden. |
| Eigenkapitalrendite | Jahresüberschuss nach Finanzierung ÷ eingesetztes Eigenkapital × 100 | Zeigt die Wirkung von Fremdkapital, Zins und Tilgung. |
| Cashflow | Miete − Kosten − Zinsen − Tilgung − Rücklagen | Zeigt, ob monatlich Geld übrig bleibt oder zugeschossen werden muss. |
| Kaufpreisfaktor | Kaufpreis ÷ Jahresnettokaltmiete | Zeigt, wie viele Jahresmieten im Kaufpreis stecken. |
Beispiel: Brutto- und Nettomietrendite berechnen
| Position | Betrag | Hinweis |
|---|---|---|
| Kaufpreis | 90.000 € | ohne Erwerbsnebenkosten |
| Kaufnebenkosten | 10.000 € | Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler |
| Gesamtinvestition | 100.000 € | Basis für Nettorendite |
| Jahresnettokaltmiete | 6.000 € | 500 € monatlich |
| Verwaltung und Instandhaltung | -600 € | vereinfachter Ansatz |
| Reinertrag | 5.400 € | vor Finanzierung und Steuer |
Kaufnebenkosten und Finanzierung richtig einrechnen
Kaufnebenkosten senken die Rendite, weil sie die tatsächliche Investition erhöhen. Die Grunderwerbsteuer beträgt gesetzlich 3,5 %, wobei die Bundesländer abweichende Steuersätze festlegen können. Zusätzlich fallen regelmäßig Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklerkosten an.
- Kaufpreis,
- Grunderwerbsteuer,
- Notar- und Grundbuchkosten,
- Maklerprovision,
- Finanzierungsnebenkosten,
- Gutachten und Due-Diligence-Kosten.
- Darlehenszinsen,
- Tilgung,
- nicht umlagefähige Betriebskosten,
- Verwaltung,
- Instandhaltungsrücklage,
- Leerstand und Mietausfall.
Wie viel Prozent Mietrendite sind gut?
Eine feste Grenze wie „unter 4 % nie kaufen“ oder „über 6 % immer gut“ ist zu pauschal. In sehr guten Lagen sind Bruttorenditen oft niedriger, dafür können Leerstandsrisiko und Wertverlustrisiko geringer sein. In strukturschwächeren Lagen können höhere Renditen nötig sein, weil Wiedervermietung, Sanierung und Verkauf riskanter sind.
| Renditebild | Mögliche Interpretation | Prüffrage |
|---|---|---|
| Niedrige Bruttorendite | häufig gute Lage oder hoher Kaufpreis | Tragen Wertstabilität, Mietsteigerung und Finanzierung das Investment? |
| Mittlere Bruttorendite | möglicher ausgewogener Einstieg | Wie hoch sind Nettorendite und Cashflow nach Kosten? |
| Hohe Bruttorendite | möglicher Renditehebel, aber oft höheres Risiko | Verbergen sich Sanierungsstau, Leerstand, schwache Lage oder Mietausfall? |
Tipps, um die Mietrendite zu verbessern
- Marktmiete sauber prüfen: Mietspiegel, Vergleichsangebote und Mietrecht beachten.
- Leerstand reduzieren: Zielgruppe definieren, gute Fotos, klare Inserate, schnelle Kommunikation.
- Instandhaltung planen: Reparaturen nicht verdrängen, sondern als Rücklage einkalkulieren.
- Energieeffizienz verbessern: Senkt Nebenkosten und erhöht Attraktivität, Förderung vorher prüfen.
- Grundriss und Ausstattung optimieren: Kleine, gezielte Maßnahmen können die Vermietbarkeit erhöhen.
- Finanzierung verhandeln: Zinsbindung, Tilgung und Sondertilgung beeinflussen Cashflow und Risiko.
- Steuerliche Gestaltung nutzen: AfA, Schuldzinsen, Erhaltungsaufwand und § 7b EStG prüfen.
Die größten Renditekiller für Vermieter
Jeder Monat ohne Mieteinnahmen reduziert die Jahresrendite. Kalkulieren Sie Leerstand auch bei guter Lage mit einem Sicherheitsabschlag ein.
Dach, Heizung, Fassade, Leitungen und Fenster können hohe Kosten verursachen. Vor Kauf sind Besichtigung, Protokolle und Rücklagenstand entscheidend.
Bonitätsprüfung, sauberer Mietvertrag, Kaution und klare Kommunikation schützen die Rendite.
Eine Immobilie kann bei niedrigen Zinsen funktionieren und bei Anschlussfinanzierung kippen.
Immobilienerwerb: Neubau oder Bestandsimmobilie?
Ob Neubau oder gebrauchte Immobilie wirtschaftlicher ist, hängt von Kaufpreis, Lage, Energiezustand, Mietniveau, Fördermöglichkeiten, AfA, Sanierungsrisiko und Finanzierungsbedarf ab.
| Kriterium | Bestandsimmobilie | Neubau |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | oft sofort vermietbar | Bauzeit und Fertigstellungsrisiko |
| Kalkulation | Sanierungsrisiko prüfen | Baukosten- und Zinsänderungsrisiko prüfen |
| Energieeffizienz | Modernisierung kann erforderlich sein | meist besserer energetischer Standard |
| Steuer | AfA nach Gebäudealter; Erhaltungsaufwand prüfen | lineare/degressive AfA und § 7b EStG unter Voraussetzungen prüfen |
| Mietmarkt | gewachsene Lage, reale Vergleichsmieten | höhere Erstvermietungsmiete möglich, aber Zielgruppe prüfen |
Vermietung im Steuerrecht
Steuerlich gehören Mieteinnahmen grundsätzlich zu den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Den Einnahmen können Werbungskosten gegenüberstehen, etwa Schuldzinsen, AfA, Instandhaltung, Verwaltungskosten, Grundsteuer, Versicherungen, Fahrten zur Immobilie und Steuerberatungskosten.
| Steuerthema | Regel | Praxis-Hinweis |
|---|---|---|
| Mieteinnahmen | § 21 EStG | Nettokaltmiete und Nebenkosten sauber erfassen. |
| AfA | § 7 EStG | Nur der Gebäudeanteil wird abgeschrieben, nicht Grund und Boden. |
| Neubau-Sonder-AfA | § 7b EStG | Bis zu 5 % jährlich für vier Jahre unter engen Voraussetzungen. |
| Schuldzinsen | Werbungskosten | Nur Zinsen, nicht Tilgung; Darlehenszuordnung dokumentieren. |
| Umsatzsteuer | § 4 Nr. 12 UStG / § 9 UStG | Wohnraumvermietung regelmäßig steuerfrei; Option nur bei bestimmten Unternehmerfällen. |
| Verkauf | § 23 EStG | Private vermietete Immobilien innerhalb von 10 Jahren prüfen. |
Vermietung an Angehörige und verbilligte Miete
Mietverträge mit nahen Angehörigen werden steuerlich anerkannt, wenn sie ernsthaft vereinbart, klar durchgeführt und fremdüblich gestaltet sind. Dazu gehören ein schriftlicher Mietvertrag, pünktliche Überweisung, klare Nebenkostenregelung und tatsächliche Nutzung.
| Miethöhe zur ortsüblichen Marktmiete | Steuerliche Folge | Hinweis |
|---|---|---|
| unter 50 % | Aufteilung in entgeltlichen und unentgeltlichen Teil | Werbungskosten nur anteilig abziehbar. |
| 50 % bis unter 66 % | Totalüberschussprognose erforderlich | Bei positiver Prognose voller Abzug möglich; sonst anteilige Kürzung. |
| ab 66 % | Vermietung gilt als voll entgeltlich | Werbungskosten grundsätzlich vollständig zuordenbar. |
Liebhaberei und Totalüberschuss
Bei auf Dauer angelegter Wohnraumvermietung wird die Einkünfteerzielungsabsicht grundsätzlich typisierend angenommen. Problematisch werden Sonderfälle, etwa Ferienwohnungen, Luxusimmobilien, Gewerbeimmobilien, befristete Vermietung, Mietkaufmodelle oder ein kurzfristiger Verkaufsplan.
- dauerhafte Wohnraumvermietung,
- fremdüblicher Mietvertrag,
- marktgerechte Miete,
- keine kurzfristige Verkaufsabsicht,
- nachvollziehbare Finanzierung.
- Ferienwohnung mit Eigennutzung,
- Luxusobjekt mit Dauerverlusten,
- Vermietung an Angehörige,
- Gewerbeimmobilien,
- Verkauf innerhalb weniger Jahre.
Mehr Infos unter Liebhaberei.
Verdeckte Gewinnausschüttung bei nicht kostendeckender Vermietung
Vermietet eine Kapitalgesellschaft ein Einfamilienhaus an ihren Gesellschafter-Geschäftsführer zu privaten Wohnzwecken, reicht eine bloß marktübliche, aber nicht kostendeckende Miete nicht immer aus. Nach BFH-Rechtsprechung würde ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter die Kosten decken und zusätzlich einen angemessenen Gewinnaufschlag verlangen.
Verkauf, Spekulationssteuer und Exit-Rendite
Die laufende Mietrendite ist nur ein Teil der Gesamtrendite. Bei vermieteten Immobilien kommt die spätere Wertentwicklung hinzu. Ein privater Verkauf innerhalb von zehn Jahren nach Anschaffung kann als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig sein. Nach Ablauf der Frist kann der Gewinn grundsätzlich steuerfrei sein, wenn keine Sonderfälle wie gewerblicher Grundstückshandel greifen.
Mehr dazu: Spekulationssteuer bei Immobilien.
Checkliste: Mietrendite richtig prüfen
- Jahresnettokaltmiete realistisch ermitteln.
- Bruttomietrendite berechnen.
- Kaufnebenkosten vollständig einrechnen.
- Nicht umlagefähige Kosten und Instandhaltung ansetzen.
- Leerstand und Mietausfall konservativ kalkulieren.
- Finanzierung mit Zins, Tilgung und Anschlusszins prüfen.
- Cashflow vor und nach Steuern berechnen.
- AfA-Bemessungsgrundlage und Gebäudeanteil ermitteln.
- 15-%-Grenze für anschaffungsnahe Herstellungskosten prüfen.
- Bei Angehörigenvermietung 50-/66-%-Regel und Fremdvergleich beachten.
- Bei GmbH-/Gesellschafterfällen vGA-Risiko prüfen.
- Verkaufsstrategie und 10-Jahres-Frist nach § 23 EStG berücksichtigen.
FAQ: Mietrendite, Steuern und Immobilien-Investment
Was ist die Mietrendite?
Die Mietrendite zeigt, wie viel Miete oder Reinertrag eine Immobilie im Verhältnis zur Investition erwirtschaftet. Sie ist eine wichtige Kennzahl für Vermieter und Immobilieninvestoren.
Wie berechne ich die Bruttomietrendite?
Teilen Sie die Jahresnettokaltmiete durch den Kaufpreis und multiplizieren Sie das Ergebnis mit 100. Kaufnebenkosten und laufende Kosten bleiben bei dieser Kennzahl außen vor.
Warum ist die Nettomietrendite wichtiger?
Die Nettomietrendite berücksichtigt Kaufnebenkosten und nicht umlagefähige Kosten. Sie zeigt daher realistischer, was die Immobilie vor Finanzierung und Steuer erwirtschaftet.
Welche Kosten mindern die Mietrendite?
Besonders wichtig sind Verwaltung, Instandhaltung, Leerstand, Mietausfall, nicht umlagefähige Betriebskosten, Finanzierungskosten und Steuern.
Sind Mieteinnahmen steuerpflichtig?
Ja. Mieteinnahmen sind grundsätzlich Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Werbungskosten können die steuerpflichtigen Einkünfte mindern.
Was gilt bei Vermietung an Angehörige?
Der Mietvertrag muss fremdüblich sein und tatsächlich durchgeführt werden. Bei verbilligter Vermietung sind die 50-/66-%-Grenzen des § 21 EStG zu beachten.
Ist eine hohe Mietrendite immer gut?
Nein. Eine hohe Rendite kann auf höhere Risiken hinweisen, etwa schwache Lage, Sanierungsstau, Leerstand oder problematische Mieterstruktur.
Wann wird der Immobilienverkauf steuerpflichtig?
Bei privaten vermieteten Immobilien ist insbesondere die 10-Jahres-Frist des § 23 EStG zu prüfen. Verkäufe innerhalb der Frist können steuerpflichtig sein.
Mietrendite nicht isoliert betrachten
Eine Immobilie ist nur dann ein gutes Investment, wenn Mietrendite, Cashflow, Steuerwirkung, Finanzierung, Instandhaltung, Lage und Exit-Strategie zusammenpassen.
Die beste Kennzahl ist nicht die höchste Bruttorendite, sondern die belastbare Rendite nach Kosten und Risiken.
Weitere hilfreiche Rechner und Themen
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Quellen und Rechtsstand
- § 21 EStG, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung; verbilligte Vermietung mit 50-%-/66-%-Regelung, Rechtsstand: 01.07.2026.
- § 7 EStG, Absetzung für Abnutzung; lineare Gebäude-AfA und degressive AfA für bestimmte Wohngebäude, Rechtsstand: 01.07.2026.
- § 7b EStG, Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau; bis zu 5 % jährlich im Jahr der Anschaffung/Herstellung und den drei Folgejahren, Rechtsstand: 01.07.2026.
- BMF-Schreiben vom 21.05.2025, IV C 3 - S 2197/00009/011/024; Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau nach § 7b EStG.
- § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG, anschaffungsnahe Herstellungskosten; 15-%-Grenze innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung, Rechtsstand: 01.07.2026.
- § 23 EStG, private Veräußerungsgeschäfte; 10-Jahres-Frist bei Grundstücken und Freigrenze von weniger als 1.000 €, Rechtsstand: 01.07.2026.
- § 11 GrEStG, gesetzlicher Steuersatz der Grunderwerbsteuer 3,5 %; landesrechtliche Abweichungen gesondert prüfen, Rechtsstand: 01.07.2026.
- § 4 Nr. 12 UStG, Steuerbefreiung für Vermietung und Verpachtung von Grundstücken, Rechtsstand: 01.07.2026.
- § 9 UStG, Verzicht auf Steuerbefreiung bei bestimmten Grundstücksvermietungen an Unternehmer, Rechtsstand: 01.07.2026.
- BFH, Urteil vom 04.10.2016, IX R 8/16; Fremdvergleich bei Mietverhältnissen zwischen nahen Angehörigen.
- BFH, Beschluss vom 29.03.2022, IX B 18/21; Einkünfteerzielungsabsicht bei auf Dauer angelegter Wohnraumvermietung.
- BFH, Urteil vom 27.07.2016, I R 71/15; verdeckte Gewinnausschüttung bei nicht kostendeckender Vermietung eines Einfamilienhauses an den Gesellschafter-Geschäftsführer.