Sonderausgaben - Vorsorgeaufwendungen

Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.


Inhalt: Vorsorgeaufwendungen (Sonderausgaben)


Altersvorsorge (Basisversorgung)

Wie werden Beiträge zur Altersvorsorge berücksichtigt? Seit 2005 wird zwischen Beiträgen zugunsten einer Basisversorgung im Alter (Rente) und den sonstigen Vorsorgeaufwendungen unterschieden. Zur Basisversorgung im Alter gehören Beiträge zu

  • gesetzlichen Rentenversicherungen (hierzu gehört bei Arbeitnehmern auch der Arbeitgeberanteil),
  • landwirtschaftlichen Alterskassen,
  • berufsständischen Versorgungseinrichtungen, die den allgemeinen Rentenversicherungen vergleichbare Leistungen erbringen, und
  • bestimmten eigenen Rentenversicherungen, die nur eine Rentenzahlung frühestens ab dem 60. Lebensjahr vorsehen und deren Laufzeit nach dem 31. 12. 2004 beginnt.


Beiträge zu bestimmten Versicherungen sind Vorsorgeaufwendungen. Diese sind nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen abziehbar. Ohne Nachweis wird bei Arbeitnehmern eine Vorsorgepauschale berücksichtigt.


Broschüre des Bundesfinanzministeriums »Vorsorgen und Steuern sparen – Förderung der zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge«.

Vorsorgen und Steuern sparen
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Sonderausgabenabzug für Vorsorgeaufwendungen

Vorsorgeaufwendungen sind Beiträge zu bestimmten Versicherungen. Es ist zu unterscheiden zwischen

  • Altersvorsorgeaufwendungen,
  • sonstigen Vorsorgeaufwendungen und
  • Altersvorsorgebeiträgen (so genannte Riester-Rente).

Keine begünstigten Vorsorgeaufwendungen sind Sachversicherungen, zum Beispiel die Hausratversicherung, Kfz-Kaskoversicherungen und Rechtsschutzversicherungen.


Sowohl die Altersvorsorgeaufwendungen als auch die sonstigen Vorsorgeaufwendungen sind nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen steuerlich abzugsfähig. Da die Berechnung der Höchstbeträge nicht ganz einfach ist, empfiehlt es sich, stets die tatsächlichen Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung anzugeben. Das Finanzamt prüft dann in jedem Fall, in welchem Umfang ein Abzug als Sonderausgaben möglich ist.


Altersvorsorgeaufwendungen

Zu den Altersvorsorgeaufwendungen gehören



Zu den Beiträgen ist der steuerfreie Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung oder ein diesem gleichgestellter Zuschuss des Arbeitgebers hinzuzurechnen.


Aufwendungen für die Altersvorsorge sind bei der Einkommensteuerberechnung für 2017 bis zu 84 Prozent, maximal jedoch bis zu einem Höchstbetrag von 16.800 Euro (bei zusammen veranlagten Ehegatten 33.600 Euro) berücksichtigungsfähig:


In den Folgejahren wird dieser Satz weiterhin jährlich um 2 Prozentpunkte angehoben, so dass ab dem Jahr 2025 Altersvorsorgeaufwendungen zu 100 Prozent abziehbar sein werden. Entsprechend wächst auch das maximal berücksichtigungsfähige Volumen schrittweise auf bis zu 20.000 Euro (bei zusammen veranlagten Ehegatten 40.000 Euro) an.


Von dem hiernach sich ergebenden Betrag ist bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern der steuerfreie Arbeitgeberanteil oder ein gleichgestellter steuerfreier Zuschuss des Arbeitgebers abzuziehen. Bei Arbeitnehmern, die ganz oder teilweise ohne eigene Beitragsleistungen einen Anspruch auf Altersversorgung erwerben (zum Beispiel Beamte, Richter, Soldaten), wird der Höchstbetrag um einen fiktiven Gesamtbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung gemindert. Hierdurch wird eine steuerliche Gleichbehandlung mit pflichtversicherten Arbeitnehmern sichergestellt.


Beispiel: Ein verheirateter Arbeitnehmer, dessen Ehefrau nicht berufstätig ist, zahlt im Jahr 2010 einen Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 5.000 Euro. Von seinem Arbeitgeber wird ein steuerfreier Arbeitgeberanteil in gleicher Höhe gezahlt. Daneben hat der Arbeitnehmer noch eine private Rentenversicherung Rürup-Rente) abgeschlossen und dort Beiträge in Höhe von 4.000 Euro eingezahlt.Der abziehbare Betrag berechnet sich wie folgt:Arbeitnehmerbeitrag 5.000 Euro Arbeitgeberbeitrag 5.000 Euro private Rentenversicherung 4.000 Euro Summe der Altersvorsorgeaufwendungen 14.000 Euro (Der Höchstbetrag von 28.000 Euro wird nicht überschritten.) davon 70 Prozent 9.800 Euro abzüglich steuerfreier Arbeitgeberanteil – 5.000 Euro als Sonderausgaben abziehbar 4.800 Euro Zusammen mit dem steuerfreien Arbeitgeberanteil werden Altersvorsorgeaufwendungen in Höhe von 9.800 Euro von der Besteuerung freigestellt. Dies entspricht 70 Prozent der insgesamt geleisteten Beiträge.


Rechtsquelle: § 10 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 3 EStGBMF-Schreiben vom 13. September 2010, BStBl I S. 681


Besonderheit bei einer geringfügigen Beschäftigung

Ab dem Veranlagungszeitraum 2008 werden die vom Arbeitgeber im Rahmen eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses pauschal erbrachten Beiträge (nach § 168 Abs. 1 Nr. 1b oder 1c SGB VI beziehungsweise § 172 Abs. 3 oder 3a SGB VI) nur noch auf Antrag des Steuerpflichtigen bei den Altersvorsorgeaufwendungen berücksichtigt. Rechtsquelle: § 10 Abs. 1 Nr. 2 Satz 3 und Abs. 3 Satz 7 EStG


Weitere Informationen zur steuerlich geförderten zusätzlichen Altersvorsorge


Basisrente (sog. Rürup Rente)

Steuerlich anzusetzende Vorsorgeaufwendungen für eine Basisrente i.S.d. § 10 Abs. 1 Nr 2 EStG

2011 72 % von 20.000,00 € = 14.400,00 €
2012 74 % von 20.000,00 € = 14.800,00 €
2013 76 % von 20.000,00 € = 15.200,00 €
2014 78 % von 20.000,00 € = 15.600,00 €
2015 80 % von 20.000,00 € = 16.000,00 €
2016 82 % von 20.000,00 € = 16.400,00 €
2017 84 % von 20.000,00 € = 16.800,00 €
2018 86 % von 20.000,00 € = 17.200,00 €
2019 88 % von 20.000,00 € = 17.600,00 €
2020 90 % von 20.000,00 € = 18.000,00 €
2021 92 % von 20.000,00 € = 18.400,00 €
2022 94 % von 20.000,00 € = 18.800,00 €
2023 96 % von 20.000,00 € = 19.200,00 €
2024 98 % von 20.000,00 € = 19.600,00 €
2025 100 % von 20.000,00 € = 20.000,00 €

Steuertipp: Tipps + Rechner zur Basisrente ...


Riester Rente

Geleistete Altersvorsorgebeiträge für eine sog. Riester-Rente können Sie einen zusätzlichen Sonderausgabenabzug in der Anlage AV geltend machen. Der Sonderausgabenabzugsbetrag ist unabhängig von der tatsächlichen Höhe des individuellen Einkommens. Bei dem Abzugsbetrag handelt es sich nicht um einen Freibetrag, sondern um einen Höchstbetrag, bis zu dem Altersvorsorgebeiträge (§ 82 EStG), Spar- oder Tilgungsbeiträge zugunsten eines Altersvorsorgevertrags, berücksichtigt werden können. Innerhalb der Höchstgrenzen des § 10a Abs. 1 EStG gehören zu den begünstigten Altersvorsorgeaufwendungen die von der oder dem Steuerpflichtigen selbst geleisteten Altersvorsorgebeiträge sowie der ihr oder ihm zustehende Zulageanspruch. Wird ein zusätzlicher Abzugsbetrag nach § 10a EStG beantragt, prüft das Finanzamt, ob der Sonderausgabenabzug nach § 10a Abs. 1 EStG oder der Anspruch auf Zulage für den Steuerpflichtigen günstiger ist (§ 10a Abs. 2 Satz 3 EStG). Hierfür muss die oder der Steuerpflichtige ihrer oder seiner Einkommensteuererklärung die Anlage AV (ab der Einkommensteuererklärung für 2009: Anlage Vorsorgeaufwand) beifügen.


Steuertipp: Tipps + Rechner zur Riester-Rente ...


Den Sonderausgabenabzug nach § 10a EStG erhalten nur bestimmte Personengruppen. Zum unmittelbar begünstigten Personenkreis gehören insbesondere

  • Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung,
  • Pflichtversicherte in der Alterssicherung der Landwirte,
  • Beamte und diesen gleichgestellte Personen,
  • Bezieher einer Rente wegen voller Erwerbsminderung oder
  • Erwerbsunfähigkeit aus der gesetzlichen Rentenversicherung
  • oder der Alterssicherung der Landwirte sowie
  • Empfänger einer Versorgung wegen Dienstunfähigkeit.

Was ist eine Altersvorsorgezulage bei der privaten Altersvorsorge (§§ 79-99 EStG)?

Die Altersvorsorgezulage setzt sich aus einer Grundzulage in Höhe von 154 Euro und einer Kinderzulage zusammen. Für vor dem 1. Januar 2008 geborene Kinder beträgt die Kinderzulage 185 Euro, für später geborene Kinder sogar 300 Euro. Einen weiteren Bonus gibt es für junge Riester-Förderberechtigte, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Sie erhalten einmalig eine um 200 Euro erhöhte Grundzulage. Voraussetzung für die volle Gewährung der Altersvorsorgezulage ist, dass sich auch die oder der Zulageberechtigte an dem Aufbau eines Altersvorsorgevermögens beteiligt. Aus diesem Grund ist die Gewährung der vollen Zulage von einem bestimmten Mindesteigenbeitrag abhängig. Die auf den Altersvorsorgevertrag eingehende Sparleistung soll insgesamt 4 % der beitragspflichtigen Einnahmen bzw. der bezogenen Besoldung oder Amtsbezüge, die der oder die Zulageberechtigte im Vorjahr (bei Land- und Forstwirten im Vorvorjahr) erhalten hat, maximal 2.100 Euro betragen. Sie setzt sich aus den geleisteten Eigenbeiträgen, die mindestens 60 Euro betragen sollen, und den staatlichen Zulagen zusammen, d.h. die oder der Zulageberechtigte braucht die erforderliche Sparleistung nicht alleine aufzubringen. Wird dieser Mindesteigenbeitrag nicht oder nur teilweise erbracht, wird die Zulage nach dem Verhältnis der Altersvorsorgebeiträge zum Mindesteigenbeitrag entsprechend gekürzt. Erbringt der Zulageberechtigte beispielsweise nur 50 % des für ihn maßgebenden Mindesteigenbeitrags, erhält er auch nur 50 % der staatlichen Altersvorsorgezulage. Erfüllt nur ein Ehegatte die persönlichen Voraussetzungen für eine unmittelbare Begünstigung nach § 10a Abs. 1 EStG, dann erhält der andere Ehegatte eine abgeleitete Zulageberechtigung. Voraussetzung ist, dass

  • beide Ehegatten unbeschränkt steuerpflichtig sind,
  • die Ehegatten nicht dauernd getrennt leben und
  • beide Ehegatten jeweils einen auf ihren Namen lautenden
  • Altersvorsorgevertrag abgeschlossen haben oder der unmittelbar
  • begünstigte Ehegatte über eine förderbare Versorgung bei einer Pensionskasse, einem Pensionsfonds oder über eine
  • förderbare Direktversicherung verfügt.

Eine ungekürzte Zulage erhält der mittelbar begünstigte Ehegatte allerdings nur, wenn der unmittelbar begünstigte Ehegatte den von ihm geforderten Mindesteigenbeitrag auf seinen Altersvorsorgevertrag geleistet und eine Förderung dafür erhalten hat. Bei der Mindesteigenbeitragsberechnung werden im Falle einer abgeleiteten Zulageberechtigung die beiden Ehegatten zustehenden Zulagen berücksichtigt. Ein zusätzlicher eigener Mindesteigenbeitrag des mittelbar begünstigten Ehegatten ist nicht erforderlich.


Die Kinderzulage wird – genauso wie das Kindergeld – insgesamt nur einmal je Kind gewährt. Sie wird grundsätzlich der-oder demjenigen Zulageberechtigten zugeordnet, der auch das Kindergeld ausgezahlt bekommt. Mit dieser Regelung wird erreicht, dass die Kinderzulage in der Regel dem Elternteil zugute kommt, der die Erziehungsleistungen erbringt. Dieser Elternteil bekommt aufgrund des Obhutsprinzips in der Regel auch das Kindergeld ausgezahlt. Erfüllen die Eltern die Voraussetzungen des § 26 Abs. 1 EStG (nicht dauernd getrennt lebend/ unbeschränkte Steuerpflicht beider Eltern), dann wird die Kinderzulage – abweichend von der tatsächlichen Kindergeldauszahlung – grundsätzlich der Mutter gewährt, es sei denn, die Ehepartner beantragen, dass diese dem Vater zugerechnet werden soll.


Die Altersvorsorgezulage wird auf Antrag ausgezahlt. Die oder der Zulageberechtigte hat den Antrag beim Anbieter ihres oder seines Altersvorsorgevertrages einzureichen. Dieser übermittelt die Antragsdaten an die auszahlende Stelle, die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen. Durch das Alterseinkünftegesetz wurde das Antragsverfahren ab dem Jahr 2005 weiter vereinfacht. Mit dem so genannten »Dauerzulageantrag« kann die oder der Zulageberechtigte ihren oder seinen Anbieter bevollmächtigen, den Zulageantrag künftig für sie oder ihn zu stellen. Ist die Vollmacht erteilt worden, hat die oder der Zulageberechtigte in der Regel nichts weiter zu veranlassen, um die Zulage zu erhalten.


Sonderausgaben - Vorsorgeaufwendungen

Sonstige Vorsorgeaufwendungen

Sonstige Vorsorgeaufwendungen

Zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen gehören z. B. die

  • Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung (ohne Rentenversicherungsbeiträge),
  • zu bestimmten privaten Versicherungen, wie z.B. Krankenversicherung
  • zu Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht und Laufzeitbeginn sowie erster Beitragszahlung vor dem 1. 1. 2005, zu Kapitallebensversicherungen mit mindestens 12 Jahren Laufzeit und Laufzeitbeginn sowie erster Beitragszahlung vor dem 1. 1. 2005, Risikolebensversicherungen, die nur für den Todesfall eine Leistung vorsehen. Siehe unten ...
  • zu Unfallversicherung und Haftpflichtversicherungen


Mit dem Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen (Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung vom 16. Juli 2009) hat der Gesetzgeber die steuerliche Berücksichtigung von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen zum 1. Januar 2010 neu geregelt. Die vom Steuerpflichtigen tatsächlich geleisteten Beiträge für eine Absicherung auf sozialhilfegleichem Versorgungsniveau (Basisabsicherung) zur privaten und gesetzlichen Krankenversicherung und zur gesetzlichen Pflegeversicherung werden in vollem Umfang steuerlich berücksichtigt. Ab dem Veranlagungszeitraum 2010 ist deshalb innerhalb der sonstigen Vorsorgeaufwendungen zwischen den Basiskrankenversicherungsbeiträgen und den Beiträgen zur gesetzlichen Pflegeversicherung sowie den weiteren sonstigen Vorsorgeaufwendungen (beispielsweise Beiträge zu Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit, zu Unfall- und Haftpflichtversicherungen, zu Risikoversicherungen, zu bestimmten Lebensversicherungen) zu unterscheiden. Rechtsquelle: § 10 Abs. 1 Nr. 3, 3a EStG

Für die sonstigen Vorsorgeaufwendungen gilt ein eigener Höchstbetrag von 2.800 Euro. Er verringert sich auf 1.900 Euro bei Steuerpflichtigen,

  • die ganz oder teilweise ohne eigene Aufwendungen einen Anspruch auf vollständige oder teilweise Erstattung oder Übernahme von Krankheitskosten haben (zum Beispiel Beamte, Soldaten, Richter) oder
  • für deren Krankenversicherung steuerfreie Leistungen (zum Beispiel Arbeitgeberanteil bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern) erbracht werden.

Bei zusammen veranlagten Ehegatten ist zunächst für jeden Ehegatten nach dessen persönlichen Verhältnissen der ihm zustehende Höchstbetrag zu bestimmen. Die Summe der beiden Höchstbeträge ist der gemeinsame Höchstbetrag.

Übersteigen die vom Steuerpflichtigen geleisteten Beiträge für die Basisabsicherung (Basiskrankenversicherung und gesetzliche Pflegeversicherung) den Höchstbetrag von 2.800 Euro beziehungsweise 1.900 Euro sind diese Beiträge für die Basisabsicherung als Sonderausgaben anzusetzen. Eine betragsmäßige Deckelung auf den Höchstbetrag erfolgt in diesen Fällen nicht. Ein zusätzlicher Abzug von Beiträgen für weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen ist vorbehaltlich einer Günstigerprüfung daneben nicht möglich. Rechtsquelle: § 10 Abs. 4 EStG


Günstigerprüfung

Die seit 2010 geltende Neuregelung zum Abzug von Vorsorgeaufwendungen kann in bestimmten Fällen ungünstiger sein als nach der für das Kalenderjahr 2004 geltenden Fassung. Zur Vermeidung einer Schlechterstellung wird in diesen Fällen der höhere Betrag (Vorsorgeaufwendungen nach dem ab 2010 geltenden Recht, Vorsorgeaufwendungen nach dem für das Jahr 2004 geltenden Recht zuzüglich Erhöhungsbetrag oder Vorsorgeaufwendungen nach dem für das Jahr 2004 geltenden Recht einschließlich Beiträge nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 Buchstabe b EStG) als Sonderausgaben berücksichtigt. Die Überprüfung erfolgt von Amts wegen, es muss also kein besonderer Antrag gestellt werden. Rechtsquelle: § 10 Abs. 4a EStG


Altersvorsorgebeiträge

Ergänzend sei noch auf den Sonderausgabenabzug für Altersvorsorgebeiträge nach dem Altersvermögensgesetz (so genannte Riester-Rente) hingewiesen. Ziel dieses Gesetzes ist es, die Beitragssätze in der gesetzlichen Rentenversicherung unter anderem durch Aufbau einer kapitalgedeckten privaten Altersvorsorge zu stabilisieren. Zu diesem Zweck erfolgt eine Förderung begünstigter Altersvorsorgeverträge durch eine progressionsunabhängige Zulage oder – alternativ – durch einen zusätzlichen Sonderausgabenabzug. Zum begünstigten Personenkreis gehören insbesondere die Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung und der Alterssicherung der Landwirte sowie (aktive) Beamte, Richter und Soldaten. Als Sonderausgabenabzug können Altersvorsorgebeiträge jährlich bis zu 2.100 Euro geltend gemacht werden.

Eine ausführliche Darstellung der steuerlichen Regelungen zur Förderung der privaten kapitalgedeckten Altersvorsorge würde den Rahmen dieser Broschüre sprengen. Das Bundesministerium der Finanzen hat speziell zu diesem Thema die Broschüre „Vorsorgen und Steuern sparen“ herausgegeben, die beim Bundesministerium der Finanzen, Referat Bürgerangelegenheiten, 11016 Berlin, bestellt werden kann. Rechtsquelle: § 10a EStG

Vorsorgeaufwendungen
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Hinweis: Die Versicherungsbeiträge müssen Sie um etwaige steuerfreie Zuschüsse zu diesen Versicherungen kürzen. Ebenso müssen Sie etwaige Beitragsrückzahlungen und ausgezahlte Gewinnanteile von den Versicherungsbeiträgen abziehen.


Steuertipp: Beiträge an ausländische Sozialversicherungsträger zu einer gesetzlichen Sozialversiversichrung als Vorsorgeaufwendungen ...


Krankenversicherung

Bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern ist der gesetzliche Krankenversicherungsbeitrag im Arbeitnehmeranteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag (Nummer 25 der Lohnsteuerbescheinigung) enthalten. Außerdem können Sie hier die Beiträge für eine freiwillige Krankenversicherung einschließlich der Krankenhaustagegeld- und der Krankentagegeldversicherung geltend machen. Rentner können hier den Eigenanteil am Krankenversicherungsbeitrag eintragen.


Mehr Infos zur Absetzbarkeit von Krankenversicherungsbeiträgen & Rechner ...


Lebensversicherungen und Rentenversicherungen

Beiträge zu Lebensversicherungen, die nur für den Todesfall eine Leistung vorsehen (Risikolebensversicherung, ggf. in Kombination mit Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung), sind abzugsfähig. Fondsgebundene Lebensversicherungen und von anderen Personen abgeschlossene entgeltlich erworbene Lebensversicherungen sind nicht begünstigt.


Beiträge zu einer Kapitallebensversicherung können ebenfalls im Rahmen der Höchstbeträge, aber nur zu 88%, steuerlich abgesetzt werden. Abziehbar sind Beiträge zu Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht und Kapitallebensversicherungen mit mindestens 12 Jahren Laufzeit, wenn die Laufzeit dieser Versicherungen vor dem 1.1.2005 begonnen hat und mindestens ein Versicherungsbeitrag vor dem 1.1.2005 entrichtet wurde. Zu diesen Lebensversicherungen gehören auch Ausbildungs- und Aussteuerversicherungen sowie Unfallversicherungen mit Prämienrückgewähr. Außerdem fallen hierunter Beiträge zu Witwen-, Waisen-, Sterbe-, Versorgungs- und Pensionskassen einschließlich der von Ihrem Arbeitgeber für Sie erbrachten Zukunftssicherungsleistungen (z. B. an Zusatzversorgungskassen des öffentlichen Dienstes), die zu Ihren Lasten besteuert worden sind. Das gilt aber nicht für solche Aufwendungen, die von Ihrem Arbeitgeber steuerfrei gezahlt, ersetzt oder pauschal besteuert worden sind.


Ist ein Kapitalwahlrecht ausgeschlossen, sind die Beiträge getrennt anzugeben. Es handelt sich dann um eine Basisvorsorge.


Steuertipp: Berechnen Sie die steuerliche Auswirkung der Rentenversicherung bzw. einer Kapitalabfindung Mehr Infos zu Lebensversicherung im Steuerlexikon ...


Unfallversicherung

Beiträge für eine private Unfallversicherung gehören zu den Vorsorgeaufwendungen, wenn die Unfallversicherung ausschließlich private Risiken abdeckt. Sind sowohl private als auch berufliche Risiken versichert, sind die Beiträge grundsätzlich je zur Hälfte als Sonderausgaben und Werbungskosten oder Betriebsausgaben zu berücksichtigen.


Ihre persönliche Checkliste Steuererklärung.


Mehr Infos zu den Vorsorgeaufwendungen im Steuerlexikon:


Mehr zu Sonderausgaben und im Steuerlexikon ...


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Rechtsgrundlagen zum Thema: Vorsorge

EStG 3; 10; 10a; 22; 22a; 36a; 39b; 41b; 42b; 46; 79; 80; 81; 81a; 82; 83; 84; 85; 86; 87; 88; 89; 90; 91; 92; 92a; 92b; 93; 94; 95; 96; 97; 98; 99;
EStR 2; 10.4;
EStDV 30; 64;
UStG 4;
UStAE 1.8; 3a.9; 4.14.1; 4.14.2; 4.14.4; 4.14.5; 4.14.9; 4.16.5; 1.8; 3a.9; 4.14.1; 4.14.2; 4.14.4; 4.14.5; 4.14.9; 4.16.5;
GewStR 3.20;
UStR 12; 39;
AEAO 169;
HGB 340f;
ErbStR 13a.4;
LStR 3.12; 19.3; 39a.1; 39b.8;
EStH 10.4; 10.5; 10.11; 22.10; 33.1.33.4;
KStH 14.5;
LStH 3.12; 19.3; 39b.7; 42b;
ErbStH E.3.5; E.33;
StBerG 4;
BGB 617; 1587; 1901c; 1908f;

Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:


BFH Urteile zu diesem Thema und weiteres:




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