Sonderausgaben - Vorsorgeaufwendungen

Sonderausgaben - Vorsorgeaufwendungen

Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.


Inhalt: Vorsorgeaufwendungen (Sonderausgaben)


Beiträge zu bestimmten Versicherungen sind Vorsorgeaufwendungen. Diese sind nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen abziehbar. Ohne Nachweis wird bei Arbeitnehmern eine Vorsorgepauschale berücksichtigt.



Vorsorgeaufwendungen
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Hinweis: Die Versicherungsbeiträge müssen Sie um etwaige steuerfreie Zuschüsse zu diesen Versicherungen kürzen. Ebenso müssen Sie etwaige Beitragsrückzahlungen und ausgezahlte Gewinnanteile von den Versicherungsbeiträgen abziehen.


Basisversorgung (Altersvorsorge)

Wie werden Beiträge zur Altersvorsorge berücksichtigt? Seit 2005 wird zwischen Beiträgen zugunsten einer Basisversorgung im Alter (Rente) und den sonstigen Vorsorgeaufwendungen unterschieden. Zur Basisversorgung im Alter gehören Beiträge zu

  • gesetzlichen Rentenversicherungen (hierzu gehört bei Arbeitnehmern auch der Arbeitgeberanteil),
  • landwirtschaftlichen Alterskassen,
  • berufsständischen Versorgungseinrichtungen, die den allgemeinen Rentenversicherungen vergleichbare Leistungen erbringen, und
  • bestimmten eigenen Rentenversicherungen, die nur eine Rentenzahlung frühestens ab dem 60. Lebensjahr vorsehen und deren Laufzeit nach dem 31. 12. 2004 beginnt.

Vorsorgen und Steuern sparen
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Steuertipp: Ausführliche Informationen zur steuerlich geförderten zusätzlichen Altersvorsorge, insbesondere zu den Änderungen durch das Alterseinkünftegesetz, enthält die Broschüre des Bundesfinanzministeriums »Vorsorgen und Steuern sparen – Förderung der zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge«.


Basisrente (sog. Rürup Rente)

Steuerlich anzusetzende Vorsorgeaufwendungen für eine Basisrente i.S.d. § 10 Abs. 1 Nr 2 EStG

2011 72 % von 20.000,00 € = 14.400,00 €
2012 74 % von 20.000,00 € = 14.800,00 €
2013 76 % von 20.000,00 € = 15.200,00 €
2014 78 % von 20.000,00 € = 15.600,00 €
2015 80 % von 20.000,00 € = 16.000,00 €
2016 82 % von 20.000,00 € = 16.400,00 €
2017 84 % von 20.000,00 € = 16.800,00 €
2018 86 % von 20.000,00 € = 17.200,00 €
2019 88 % von 20.000,00 € = 17.600,00 €
2020 90 % von 20.000,00 € = 18.000,00 €
2021 92 % von 20.000,00 € = 18.400,00 €
2022 94 % von 20.000,00 € = 18.800,00 €
2023 96 % von 20.000,00 € = 19.200,00 €
2024 98 % von 20.000,00 € = 19.600,00 €
2025 100 % von 20.000,00 € = 20.000,00 €

Steuertipp: Tipps + Rechner zur Basisrente ...


Riester Rente

Geleistete Altersvorsorgebeiträge für eine sog. Riester-Rente können Sie einen zusätzlichen Sonderausgabenabzug in der Anlage AV geltend machen. Der Sonderausgabenabzugsbetrag ist unabhängig von der tatsächlichen Höhe des individuellen Einkommens. Bei dem Abzugsbetrag handelt es sich nicht um einen Freibetrag, sondern um einen Höchstbetrag, bis zu dem Altersvorsorgebeiträge (§ 82 EStG), Spar- oder Tilgungsbeiträge zugunsten eines Altersvorsorgevertrags, berücksichtigt werden können. Innerhalb der Höchstgrenzen des § 10a Abs. 1 EStG gehören zu den begünstigten Altersvorsorgeaufwendungen die von der oder dem Steuerpflichtigen selbst geleisteten Altersvorsorgebeiträge sowie der ihr oder ihm zustehende Zulageanspruch. Wird ein zusätzlicher Abzugsbetrag nach § 10a EStG beantragt, prüft das Finanzamt, ob der Sonderausgabenabzug nach § 10a Abs. 1 EStG oder der Anspruch auf Zulage für den Steuerpflichtigen günstiger ist (§ 10a Abs. 2 Satz 3 EStG). Hierfür muss die oder der Steuerpflichtige ihrer oder seiner Einkommensteuererklärung die Anlage AV (ab der Einkommensteuererklärung für 2009: Anlage Vorsorgeaufwand) beifügen.


Steuertipp: Tipps + Rechner zur Riester-Rente ...


Den Sonderausgabenabzug nach § 10a EStG erhalten nur bestimmte Personengruppen. Zum unmittelbar begünstigten Personenkreis gehören insbesondere

  • Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung,
  • Pflichtversicherte in der Alterssicherung der Landwirte,
  • Beamte und diesen gleichgestellte Personen,
  • Bezieher einer Rente wegen voller Erwerbsminderung oder
  • Erwerbsunfähigkeit aus der gesetzlichen Rentenversicherung
  • oder der Alterssicherung der Landwirte sowie
  • Empfänger einer Versorgung wegen Dienstunfähigkeit.

Was ist eine Altersvorsorgezulage bei der privaten Altersvorsorge (§§ 79-99 EStG)?

Die Altersvorsorgezulage setzt sich aus einer Grundzulage in Höhe von 154 Euro und einer Kinderzulage zusammen. Für vor dem 1. Januar 2008 geborene Kinder beträgt die Kinderzulage 185 Euro, für später geborene Kinder sogar 300 Euro. Einen weiteren Bonus gibt es für junge Riester-Förderberechtigte, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Sie erhalten einmalig eine um 200 Euro erhöhte Grundzulage. Voraussetzung für die volle Gewährung der Altersvorsorgezulage ist, dass sich auch die oder der Zulageberechtigte an dem Aufbau eines Altersvorsorgevermögens beteiligt. Aus diesem Grund ist die Gewährung der vollen Zulage von einem bestimmten Mindesteigenbeitrag abhängig. Die auf den Altersvorsorgevertrag eingehende Sparleistung soll insgesamt 4 % der beitragspflichtigen Einnahmen bzw. der bezogenen Besoldung oder Amtsbezüge, die der oder die Zulageberechtigte im Vorjahr (bei Land- und Forstwirten im Vorvorjahr) erhalten hat, maximal 2.100 Euro betragen. Sie setzt sich aus den geleisteten Eigenbeiträgen, die mindestens 60 Euro betragen sollen, und den staatlichen Zulagen zusammen, d.h. die oder der Zulageberechtigte braucht die erforderliche Sparleistung nicht alleine aufzubringen. Wird dieser Mindesteigenbeitrag nicht oder nur teilweise erbracht, wird die Zulage nach dem Verhältnis der Altersvorsorgebeiträge zum Mindesteigenbeitrag entsprechend gekürzt. Erbringt der Zulageberechtigte beispielsweise nur 50 % des für ihn maßgebenden Mindesteigenbeitrags, erhält er auch nur 50 % der staatlichen Altersvorsorgezulage. Erfüllt nur ein Ehegatte die persönlichen Voraussetzungen für eine unmittelbare Begünstigung nach § 10a Abs. 1 EStG, dann erhält der andere Ehegatte eine abgeleitete Zulageberechtigung. Voraussetzung ist, dass

  • beide Ehegatten unbeschränkt steuerpflichtig sind,
  • die Ehegatten nicht dauernd getrennt leben und
  • beide Ehegatten jeweils einen auf ihren Namen lautenden
  • Altersvorsorgevertrag abgeschlossen haben oder der unmittelbar
  • begünstigte Ehegatte über eine förderbare Versorgung bei einer Pensionskasse, einem Pensionsfonds oder über eine
  • förderbare Direktversicherung verfügt.

Eine ungekürzte Zulage erhält der mittelbar begünstigte Ehegatte allerdings nur, wenn der unmittelbar begünstigte Ehegatte den von ihm geforderten Mindesteigenbeitrag auf seinen Altersvorsorgevertrag geleistet und eine Förderung dafür erhalten hat. Bei der Mindesteigenbeitragsberechnung werden im Falle einer abgeleiteten Zulageberechtigung die beiden Ehegatten zustehenden Zulagen berücksichtigt. Ein zusätzlicher eigener Mindesteigenbeitrag des mittelbar begünstigten Ehegatten ist nicht erforderlich.


Die Kinderzulage wird – genauso wie das Kindergeld – insgesamt nur einmal je Kind gewährt. Sie wird grundsätzlich der-oder demjenigen Zulageberechtigten zugeordnet, der auch das Kindergeld ausgezahlt bekommt. Mit dieser Regelung wird erreicht, dass die Kinderzulage in der Regel dem Elternteil zugute kommt, der die Erziehungsleistungen erbringt. Dieser Elternteil bekommt aufgrund des Obhutsprinzips in der Regel auch das Kindergeld ausgezahlt. Erfüllen die Eltern die Voraussetzungen des § 26 Abs. 1 EStG (nicht dauernd getrennt lebend/ unbeschränkte Steuerpflicht beider Eltern), dann wird die Kinderzulage – abweichend von der tatsächlichen Kindergeldauszahlung – grundsätzlich der Mutter gewährt, es sei denn, die Ehepartner beantragen, dass diese dem Vater zugerechnet werden soll.


Die Altersvorsorgezulage wird auf Antrag ausgezahlt. Die oder der Zulageberechtigte hat den Antrag beim Anbieter ihres oder seines Altersvorsorgevertrages einzureichen. Dieser übermittelt die Antragsdaten an die auszahlende Stelle, die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen. Durch das Alterseinkünftegesetz wurde das Antragsverfahren ab dem Jahr 2005 weiter vereinfacht. Mit dem so genannten »Dauerzulageantrag« kann die oder der Zulageberechtigte ihren oder seinen Anbieter bevollmächtigen, den Zulageantrag künftig für sie oder ihn zu stellen. Ist die Vollmacht erteilt worden, hat die oder der Zulageberechtigte in der Regel nichts weiter zu veranlassen, um die Zulage zu erhalten.


Sonstige Vorsorgeaufwendungen

Zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen gehören z. B. die

  • Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung (ohne Rentenversicherungsbeiträge),
  • zu bestimmten privaten Versicherungen, wie z.B. Krankenversicherung
  • zu Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht und Laufzeitbeginn sowie erster Beitragszahlung vor dem 1. 1. 2005, zu Kapitallebensversicherungen mit mindestens 12 Jahren Laufzeit und Laufzeitbeginn sowie erster Beitragszahlung vor dem 1. 1. 2005, Risikolebensversicherungen, die nur für den Todesfall eine Leistung vorsehen. Siehe unten ...
  • zu Unfallversicherung und Haftpflichtversicherungen


Steuertipp: Beiträge an ausländische Sozialversicherungsträger zu einer gesetzlichen Sozialversiversichrung als Vorsorgeaufwendungen ...


Krankenversicherung

Bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern ist der gesetzliche Krankenversicherungsbeitrag im Arbeitnehmeranteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag (Nummer 25 der Lohnsteuerbescheinigung) enthalten. Außerdem können Sie hier die Beiträge für eine freiwillige Krankenversicherung einschließlich der Krankenhaustagegeld- und der Krankentagegeldversicherung geltend machen. Rentner können hier den Eigenanteil am Krankenversicherungsbeitrag eintragen.


Mehr Infos zur Absetzbarkeit von Krankenversicherungsbeiträgen & Rechner ...


Lebensversicherungen und Rentenversicherungen

Beiträge zu Lebensversicherungen, die nur für den Todesfall eine Leistung vorsehen (Risikolebensversicherung, ggf. in Kombination mit Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung), sind abzugsfähig. Fondsgebundene Lebensversicherungen und von anderen Personen abgeschlossene entgeltlich erworbene Lebensversicherungen sind nicht begünstigt.


Beiträge zu einer Kapitallebensversicherung können ebenfalls im Rahmen der Höchstbeträge, aber nur zu 88%, steuerlich abgesetzt werden. Abziehbar sind Beiträge zu Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht und Kapitallebensversicherungen mit mindestens 12 Jahren Laufzeit, wenn die Laufzeit dieser Versicherungen vor dem 1.1.2005 begonnen hat und mindestens ein Versicherungsbeitrag vor dem 1.1.2005 entrichtet wurde. Zu diesen Lebensversicherungen gehören auch Ausbildungs- und Aussteuerversicherungen sowie Unfallversicherungen mit Prämienrückgewähr. Außerdem fallen hierunter Beiträge zu Witwen-, Waisen-, Sterbe-, Versorgungs- und Pensionskassen einschließlich der von Ihrem Arbeitgeber für Sie erbrachten Zukunftssicherungsleistungen (z. B. an Zusatzversorgungskassen des öffentlichen Dienstes), die zu Ihren Lasten besteuert worden sind. Das gilt aber nicht für solche Aufwendungen, die von Ihrem Arbeitgeber steuerfrei gezahlt, ersetzt oder pauschal besteuert worden sind.


Ist ein Kapitalwahlrecht ausgeschlossen, sind die Beiträge getrennt anzugeben. Es handelt sich dann um eine Basisvorsorge.


Steuertipp: Berechnen Sie die steuerliche Auswirkung der Rentenversicherung bzw. einer Kapitalabfindung Mehr Infos zu Lebensversicherung im Steuerlexikon ...


Unfallversicherung

Beiträge für eine private Unfallversicherung gehören zu den Vorsorgeaufwendungen, wenn die Unfallversicherung ausschließlich private Risiken abdeckt. Sind sowohl private als auch berufliche Risiken versichert, sind die Beiträge grundsätzlich je zur Hälfte als Sonderausgaben und Werbungskosten oder Betriebsausgaben zu berücksichtigen.


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Mehr Infos zu den Vorsorgeaufwendungen im Steuerlexikon:


Mehr zu Sonderausgaben und im Steuerlexikon ...


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Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:




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