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Lohnsteuer: Abzug, Anmeldung, steuerfreie Arbeitgeberleistungen + Tipps und Beratung zur Senkung der Lohnnebenkosten


Lohnsteuer

Bei Arbeitnehmern wird die Einkommensteuer durch Abzug vom Arbeitslohn erhoben (Lohnsteuer).


 

Inhalt Lohnsteuer


Tipp: Zur Berechnung der Lohnsteuer können Sie den kostenlosen online Lohnsteuerrechner nutzen. Hier finden Sie die Lohnsteuertabelle. Das Lohnsteuertabellenprogramm generiert Lohnsteuertabellen. Weitere Informationen zum Lohnsteuerabzug finden Sie in den Lohnsteuerrichtlinien. Hier finden Sie Infos zur Lohnsteuerkarte.


Mehr Infos zur Lohnsteuer finden Sie im Steuerlexikon:


Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber

Ein inländischer Arbeitgeber ist verpflichtet die Lohnsteuer für seine Arbeitnehmer einzubehalten. Diese Steuer muss der Arbeitgeber bei seinem Betriebsstätten-Finanzamt anmelden und auch abführen. Hierzu reicht er eine elektronische Lohnsteuer-Anmeldung ein. In Abhängigkeit von der Höhe der Lohnsteuer ist die Anmeldung und Abführung monatlich, vierteljährlich oder jährlich durchzuführen. Die Lohnsteuer ist spätestens am 10. des Folgemonats fällig und ist dem zuständigem Betriebsstättenfinanzamt des Arbeitgebers per ELSTER zu melden. Ein ausländischer Arbeitgeber (ohne Wohnsitz, gewöhnlichen Aufenthalt, Geschäftsleitung, Sitz, Betriebsstätte oder ständigen Vertreter in Deutschland) ist nicht verpflichtet, die Lohnsteuer für in Deutschland tätige Arbeitnehmer einzubehalten uns abzuführen. In diesem Fall hat der Arbeitnehmer Einkommensteuervorauszahlungen an sein zuständiges Finanzamt zu entrichten. Für Arbeitslohn, der von einem inländischen Arbeitgeber gezahlt wird, erfolgt der Lohnsteuerabzug auf Grundlage einer Lohnsteuerkarte. Der Start der elektronischen Lohnsteuerkarte wurde wegen unerwarteter technischer Probleme bundesweit um ein Jahr auf den 1. Januar 2013 verschoben. Nur wenn dem Arbeitgeber die aktuellen Informationen vorliegen, kann er die Lohnsteuer richtig berechnen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Arbeitgeber zu informieren. Grundsätzlich kann das im Herbst 2011 versandte Informationsschreiben des Finanzamts über die erstmals elektronisch gespeicherten Daten für den Lohnsteuerabzug (ELStAM) ab 01.01.2012 dem Arbeitgeber des ersten Dienstverhältnisses vorgelegt werden. Wichtig ist, zuvor zu prüfen, ob die darin enthaltenen Angaben richtig sind. Ferner ist zu beachten, dass das Informationsschreiben – mit Ausnahme des Pauschbetrages für behinderte Menschen und für Hinterbliebene – keinen Freibetrag ausweist. Stimmen diese Angaben im vorgenannten Informationsschreiben nicht oder soll ab 2012 ein neu beantragter Freibetrag berücksichtigt werden, sollte dem Arbeitgeber des ersten Dienstverhältnisses ein Ausdruck der ab 2012 gültigen ELStAM vorgelegt werden. Sofern dieser nicht vorliegt, wird er vom zuständigen Finanzamt auf Antrag ausgestellt. Der Lohnsteuerabzug wird auf der Lohnsteuerjahresbescheinigung vermerkt und dem Arbeitnehmer übergeben. Durch den Lohnsteuerabzug gilt die Einkommensteuer für Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nur bei beschränkt steuerpflichtigen Arbeitnehmern grundsätzlich als abgegolten. Unbeschränkt Steuerpflichtige können eine Steuererklärung einreichen (sog. Lohnsteuerjahresausgleich). Für EU-/EWR- Staatsangehörige gelten Besonderheiten. Diese Arbeitnehmer können eine Veranlagung zur Einkommensteuer beantragen, um die Abgeltungswirkung des Lohnsteuerabzuges zu vermeiden.

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Lohnsteueranmeldung durch den Arbeitgeber

Der Arbeitgeber hat die Lohnsteuer bei jeder Lohnzahlung einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Dazu hat der Arbeitgeber beim Finanzamt eine Lohnsteueranmeldung (Download: Lohnsteuer-Anmeldung) einzureichen. Der Arbeitgeber ist für die ordnungsgemäße Einbehaltung und Abführung der Lohnsteuer verantwortlich. Stellt das Finanzamt bei einer Betriebsprüfung fest, dass die Lohnsteuer zu niedrig einbehalten wurde, so kann es sowohl unmittelbar den Arbeitnehmer als auch den den Arbeitgeber für die zu niedrig einbehaltene Lohnsteuer in Anspruch nehmen.


 

Der Lohnsteuerabzug wird vom Arbeitslohn vorgenommen. Arbeitslohn sind alle Einnahmen, die dem Arbeitnehmer zufließen. Zu den Einnahmen zählen nicht nur Geldleistungen, sondern auch Sachbezüge (z. B. Kost und Logis) und andere geldwerte Vorteile (z. B. private Benutzung eines betrieblichen Pkw). Grundlage des Lohnsteuerabzugs sind die Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELSTAM) auf der Lohnsteuerkarte (ab 2012 elektronische Lohnsteuerkarte), insbesondere die darauf eingetragene Steuerklasse. Der Lohn und die Lohnsteuer werden auf der Lohnsteuerbescheinigung jährlich dokumentiert und elektronisch an das Finanzamt gemeldet.


Mit dem Lohnsteuerabzug ist das Besteuerungsverfahren grundsätzlich abgeschlossen, es sei denn, der Arbeitnehmer ist zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet oder der Arbeitnehmer stellt einen Antrag auf Veranlagung zur Einkommensteuer (Lohnsteuerjahresausgleich), um die etwa zu viel einbehaltenen Lohnsteuern erstattet zu bekommen. Durch den Lohnsteuerjahresausgleichs wird die im Laufe des Kalenderjahres zu viel erhobene Lohnsteuer wird dem Arbeitnehmer erstattet, z. B. durch nachträgliche Geltendmachung von Steuerermäßigungen. Hier finden Sie Steuerprogramme sowie einen Vergleich von Einkommensteuerprogrammen.

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Tipps zur Senkung der Lohnnebenkosten

Sie möchten sich über die Möglichkeiten der Senkung von Lohnnebenkosten für den Einsatz Ihrer Mitarbeiter informieren. Aus diesem Grunde ist es zunächst erforderlich, zu klären, bei welchem Ihrer Mitarbeiter für Sie als Arbeitgeber oder Arbeitgeberin überhaupt Einsparungsmöglichkeiten bestehen.



Lohnsteuerbefreite Arbeitgeberleistungen

Sozialversicherungsbeiträge lassen sich insbesondere bei bestimmten lohnsteuerbefreiten Arbeitgeberleistungen einsparen. Hier kommen nachfolgend genannten Möglichkeiten für Sie in Frage. Diese können z. B. bei den nächsten Gehaltsverhandlungen oder bei Neueinstellungen solche Gehaltsbestandteile mit dem betreffenden Mitarbeitern vereinbart werden. Im Beratungsgespräch werde ich Ihnen die jeweiligen Einsparungsmöglichkeiten, insbesondere die Vorteile für Sie und Ihre Mitarbeiter und steuerrechtlichen Voraussetzungen genau aufzeigen, wie z.B. durch die betriebliche Altersvorsorge.

  • Private Nutzung eines betrieblichen Personalcomputers oder anderer Kommunikationsmittel am Arbeitsplatz oder in den Privaträumen des Mitarbeiters (Gestellung eines PCs oder anderer Kommunikationsmittel)
  • Private Nutzung eines betrieblichen Telefon- oder Internetanschlusses am Arbeitsplatz oder in den Privaträumen des Mitarbeiters
  • Erstattung von betrieblichen Reisekosten, Umzugskosten und Kosten der doppelten Haushaltsführung
  • Übernahme von Kindergeldbeiträgen u. ä. (wenn dies gewünscht ist, bitte die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auflisten)
  • Werkzeuggeld
  • Gestellung von Berufskleidung bzw. Erstattung der dafür entstehenden Werbungskosten
  • Bewirtungskosten und Geschenke

Tipp: Berechnung des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung (Lohnkosten)

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Beratungsangebot zu Lohnkosten

Bitte bringen Sie zu einem Beratungsgespräch eine Übersicht über die Gehälter Ihrer Mitarbeiter mit. Auf diese Weise lässt sich die Gehaltsstruktur in Ihrem Unternehmen gut einschätzen. Wenn Sie eine solche Tabelle erstellen, sollten Sie diese gestaffelt nach der Höhe des Bruttogehaltes erstellen und dabei auch Hinweise zu weiteren Gehaltsbestandteilen (Weihnachtsgeld, Dienstwagen etc.) aufnehmen (vgl. Sie dazu bitte die unten aufgeführte Checkliste). Die Staffelung nach der Höhe des Bruttogehaltes ist auch deshalb von Bedeutung, weil die Beitragsbemessungsgrenzen nicht für alle Sozialversicherungen identisch sind, sondern - wie die nachfolgende Übersicht zeigt - zwischen den Beitragsbemessungsgrenzen bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung und denen für Kranken-, Pflegeversicherung unterschieden wird. Außerdem gelten bei den Renten- und Arbeitslosenversicherungen in Ost- und Westdeutschland unterschiedliche Beitragsbemessungsgrenzen. Auch sollte die Übersicht eine Information über die Art der Krankenversicherung enthalten, da private Krankenversicherungen, anders als die gesetzlichen Krankenversicherungen, ihre Beitragssätze nicht nach dem Bruttogehalt sondern nach davon völlig unabhängigen Kriterien berechnen. Diese Zusammenhänge können wir Ihnen im Beratungsgespräch bei Bedarf gerne näher erläutern. Sollten Sie sowohl Mitarbeiter in West- und Ostdeutschland beschäftigen, sollte in der Checkliste auch danach differenziert werden.


Checkliste: Erforderliche Unterlagen Senkung Lohnnebenkosten

1.

Übersicht über die Gehaltsstruktur der Mitarbeiter, vgl. dazu im Einzelnen die Tabelle weiter unten

2.

Ggf. ergänzende Übersicht über Einordnung Mitarbeiter in West und Ost

3.

Ggf. ergänzende Übersicht über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen Zuschuss zum Kindergarten erhalten können

4.

Übersicht über die für Sie in Frage kommenden Gehaltsbestandteile


Nachfolgend habe ich Ihnen in übersichtlicher Form aufgelistet, welche Unterlagen ich für das Gespräch benötige. Ich freue mich auf das Gespräch.


Tabelle der Mitarbeiter/innen mit Beispiel

Kennzeichen Mitarbeiter (Mitarbeiter-Nummer oder Namen)

Inge Musterfrau

Jörg Mustermann

Jahres-Bruttogehalt

24.000 EUR

65.000 EUR

Monats-Bruttogehalt

2.000 EUR

5.000 EUR

Monats-Nettogehalt

1.344,76 EUR

3.052,80

Angabe Steuerklasse/ Wahl des Faktorverfahrens

Steuerklasse IV ohne Faktorverfahren

Steuerklasse

Zusatzleistungen z. B.:

sonstige Bezüge

Weihnachtsgeld bzw. 13. Gehalt

Dienstwagen (wenn ja, private Mitbenutzung)

Zuschuss zum Kindergarten, monatlich 50 EUR

13. Gehalt (Weihnachtsgeld) zahlbar mit Novembergehalt, Höhe: 5.000 EUR

Krankenversicherung (gesetzlich oder private Krankenversicherung) mit Angabe Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung bzw. Beitrag bei privaten Krankenversicherung.

Gesetzliche Krankenversicherung, kein Zusatzbeitrag

Privat krankenversichert monatlicher Beitrag 270 EUR

Basisbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung

232 EUR

216 EUR

Ggf. einfügen

Einsatz Ost oder West

West

Ost

Kinder, für die ggf. Kindergartenbeitrag übernommen werden kann, soweit bekannt mit Angabe des Kindergartenbeitrages ohne Essensgeld

Ja, 140 EUR monatlich

 


Hinweis: Nicht zwingend erforderlich ist, die für den Mitarbeiter geltenden Lohnsteuermerkmale (Steuerklasse Anwendung Faktorverfahren, Freibeträge etc.) aufzulisten. Diese Merkmale wirken sich ausschließlich auf die nicht von Ihnen als Arbeitgeber zu tragende Lohnsteuer aus. Beachten sollten Sie , dass bei Mitarbeitern, die die Beitragsbemessungsgrenzen überschritten haben bzw. die privat krankenversichert sind, es sich für Sie als Arbeitgeber lohnen kann, Möglichkeiten zur Senkung der Lohnnebenkosten zu nutzen. Denn die Senkung der Lohnsteuer (und damit der Ihre Mitarbeiter treffenden Abgabenlast) wirkt sich - gerade wenn der Anstoß von Ihnen als Arbeitgeber kommt - oft sehr positiv auf die Motivation Ihrer Mitarbeiter aus.

E-Mail: Lohnsteuer@SteuerSchroeder.de

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Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:

Einkommensteuer: Bekanntmachung des Musters für den Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung 2018
Gemäß § 51 Abs. 4 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ist das Bundesministerium der Finanzen ermächtigt, das Muster für den Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung zu bestimmen. Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder wird hiermit das Muster für den Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung für das Kalenderjahr 2018 bekannt gemacht (siehe Anlage). D...

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Ausstellung von Besonderen Lohnsteuerbescheinigungen durch den Arbeitgeber ohne maschinelle Lohnabrechnung für Kalenderjahre ab 2018 BMF, Schreiben (koordinierter Ländererlass) IV C 5 - S-2378 / 17 / 10001 vom 27.09.2017 Auszug Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder wird auf Folgendes hingewiesen: Auf Grund der Aufzeichnungen im Lohnkonto hat der Arbeitgeber n...

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Zu den Urteilen des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 30. November 2016 - VI R 49/14 (BStBl II 2017 Seite ...) und VI R 2/15 (BStBl II 2017 Seite ...) - gilt im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder zur lohnsteuerlichen Behandlung vom Arbeitnehmer selbst getragener Aufwendungen bei der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs Folgendes: Die Urteile sind über den jeweils entschi...

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Betriebliche Altersversorgung - Lohnsteuerliche Folgerungen der Übernahme der Pensionszusage eines beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführers gegen eine Ablösungszahlung und Wechsel des Durchführungswegs
BMF, Schreiben (koordinierter Ländererlass) IV C 5 - S-2333 / 16 / 10002 vom 04.07.2017 Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 18. August 2016 - VI R 18/13 - (BStBl II Seite ...) seine Rechtsprechung bestätigt, nach der im Fall eines beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführers die Ablösung einer vom Arbeitgeber erteilten Pensionszusage beim Arbeitnehmer dann zum Zufluss von Arbeitslohn...

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