Unterhalt an den geschiedenen oder getrennt lebenden Ehegatten (Realsplitting)


Ehegatten Unterhaltsrechner Realsplitting

Realsplitting: Unterhaltsleistungen an geschiedene Ehegatten als Sonderausgaben


Ehegattenunterhalt

Beim Ehegattenunterhalt ist zwischen dem Trennungsunterhalt und dem nachehelichen Unterhalt zu unterscheiden. Leben Eheleute getrennt, so muss der Ehegatte, der ein höheres Einkommen hat, dem anderen Ehegatten Unterhalt zahlen. Für den Ehegattenunterhalt gibt es keine vergleichbaren Vorgaben, wie beim Kindesunterhalt.


Der Ehegattenunterhalt ist in den §§ 1360 bis 1361a BGB geregelt. Gemäß § 1360 Satz 1 BGBsind Ehegatten einander verpflichtet, durch ihre Arbeit und mit ihrem Vermögen die Familie angemessen zu unterhalten. Die Ehegatten müssen sich hiernach sowohl wirtschaftliche Mittel für den angemessenen Lebensunterhalt gewähren, als auch persönliche Leistungen erbringen. So erfüllt ein Ehegatte, dem die die Haushaltsführung überlassen ist, seine Verpflichtung in der Regel bereits durch die Führung des Haushalts, § 1360 Satz 2 BGB. Leben die Ehegatten getrennt, so steht dem bedürftigen Ehegatten gemäß § 1361 BGB ein Anspruch auf angemessenen Trennungsunterhalt zu, der grundsätzlich auf eine monatlich im Voraus zu zahlende Geldrente gerichtet ist.


Duesseldorfer Tabelle 2018
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Steuertipp: Ehegattenunterhalt nach § 1569 ff. BGB kann als Sonderausgabe oder außergewöhnliche Belastung steuerlich abgesetzt werden. Mit dem Rechner können Sie den Steuervorteil + Nachteilsausgleich beim sog. Realsplitting berechnen.

Unterhalt Ehegatte im Wege des Realsplittings

Steuerpflichtiger 1Steuerpflichtiger 2
 
Gezahlte Unterhaltsleistung Euro
 
Bruttojahreseinkommen Euro
 
Kirchensteuer



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Eingetragene Lebenspartner sind einander zur Fürsorge und Unterstützung sowie zur gemeinsamen Lebensgestaltung verpflichtet. Sie tragen füreinander Verantwortung. Daher sind sie gem. § 5 Satz 1 Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG) einander verpflichtet, die partnerschaftliche Lebensgemeinschaft durch ihre Arbeit und mit ihrem Vermögen angemessen zu unterhalten. Nach§ 5 Satz 2 LPartG gelten die§ 1360 Satz 2 BGB und die§§ 1360a, 1360b und 1609 BGB für eingetragene Lebenspartner entsprechend.


Haben sich die Lebenspartner getrennt, so steht dem bedürftigen Lebenspartner gemäß § 12 LPartG ein Anspruch auf angemessenen Unterhalt zu. Die Vorschriften zum Trennungsunterhalt bei Ehegatten (§ 1361 BGB) finden in diesem Fall entsprechende Anwendung.


  1. Monatliche Unterhaltsrichtsätze des berechtigten Ehegatten ohne unterhaltsberechtigte Kinder (§§ 1361, 1569, 1578, 1581 BGB):
    1. gegen einen erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen:
      a) wenn der Berechtigte kein Einkommen hat:3/7 des anrechenbaren Erwerbseinkommens zuzüglich 1/2 der anrechenbaren sonstigen Einkünfte des Pflichtigen, nach oben begrenzt durch den vollen Unterhalt, gemessen an den zu berücksichtigenden ehelichen Verhältnissen;
      b) wenn der Berechtigte ebenfalls Einkommen hat:3/7 der Differenz zwischen den anrechenbaren Erwerbseinkommen der Ehegatten, insgesamt begrenzt durch den vollen ehelichen Bedarf; für sonstige anrechenbare Einkünfte gilt der Halbteilungsgrundsatz;
      wenn der Berechtigte erwerbstätig ist, obwohl ihn keine Erwerbsobliegenheit trifft:gemäß § 1577 Abs. 2 BGB;
    2. gegen einen nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen (z. B. Rentner):wie zu 1 a, b oder c, jedoch 50 %.
  2. Fortgeltung früheren Rechts:
    1. Monatliche Unterhaltsrichtsätze des nach dem Ehegesetz berechtigten Ehegatten ohne unterhaltsberechtigte Kinder:
      a) §§ 58, 59 EheG:in der Regel wie I,
      b) § 60 EheG:in der Regel 1/2 des Unterhalts zu I,
      c) § 61 EheG:nach Billigkeit bis zu den Sätzen I.
    2. Bei Ehegatten, die vor dem 03.10.1990 in der früheren DDR geschieden worden sind, ist das DDR-FGB in Verbindung mit dem Einigungsvertrag zu berücksichtigen (Art. 234 § 5 EGBGB).
  3. Monatliche Unterhaltsrichtsätze des berechtigten Ehegatten, wenn die ehelichen Lebensverhältnisse durch Unterhaltspflichten gegenüber Kindern geprägt werden:

    Wie zu I bzw. II 1, jedoch wird grundsätzlich der Kindesunterhalt (Zahlbetrag; vgl. Anm. C und Anhang) vorab vom Nettoeinkommen abgezogen.

  4. Monatlicher Eigenbedarf (Selbstbehalt) gegenüber dem getrennt lebenden und dem geschiedenen Berechtigten:
    unabhängig davon, ob erwerbstätig oder nicht erwerbstätig Hierin sind bis 430 EUR für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung (Warmmiete) enthalten.1.200 EUR
  5. Existenzminimum des unterhaltsberechtigten Ehegatten einschließlich des trennungsbedingten Mehrbedarfs in der Regel:
    1. falls erwerbstätig:1.080 EUR
    2. falls nicht erwerbstätig:880 EUR
    1. Monatlicher notwendiger Eigenbedarf des von dem Unterhaltspflichtigen getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten unabhängig davon, ob erwerbstätig oder nicht erwerbstätig:
      a) gegenüber einem nachrangigen geschiedenen Ehegatten1.200 EUR
      b) gegenüber nicht privilegierten volljährigen Kindern1.300 EUR
      c) gegenüber Eltern des Unterhaltspflichtigen1.800 EUR
    2. Monatlicher notwendiger Eigenbedarf des Ehegatten, der in einem gemeinsamen Haushalt mit dem Unterhaltspflichtigen lebt, unabhängig davon, ob erwerbstätig oder nicht erwerbs tätig:
      a) gegenüber einem nachrangigen geschiedenen Ehegatten960 EUR
      b) gegenüber nicht privilegierten volljährigen Kindern1.040 EUR
      c) gegenüber Eltern des Unterhaltspflichtigen1.440 EUR

Hinsichtlich berufsbedingter Aufwendungen und berücksichtigungsfähiger Schulden gelten Anmerkungen A. 3 und 4 - auch für den erwerbstätigen Unterhaltsberechtigten - entsprechend. Diejenigen berufsbedingten Aufwendungen, die sich nicht nach objektiven Merkmalen eindeutig von den privaten Lebenshaltungskosten abgrenzen lassen, sind pauschal im Erwerbstätigenbonus von 1/7 enthalten.


BGB Buch 4 - Familienrecht - Abschnitt 2 - Verwandtschaft Titel 3 - Unterhaltspflicht

Untertitel 1 - Allgemeine Vorschriften

Mehr Infos zum Ehegattenunterhalt finden Sie im Steuerlexikon ...

 

 

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