Unterhalt

Unterhalt in der Steuererklärung absetzen

Unterhalt als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung von der Steuer absetzen



Unterhalt als außergewöhnliche Belastungen

Haben Sie bedürftige Personen unterhalten, für die niemand Kindergeld oder Freibeträge für Kinder erhalten hat und die Ihnen oder Ihrem Ehegatten gegenüber gesetzlich unterhaltsberechtigt sind, z. B. Eltern, Großeltern und Kinder, können Sie Ihre nachgewiesenen Unterhalt für jede unterhaltene Person bis zu 8.354 Euro jährlich steuerlich absetzen.


Steuerrechner Unterhalt

Berechnen Sie wieviel Sie vom Unterhalt in Ihrer Steuererklärung absetzen können:

Steuerlich abzugsfähige Unerhaltsleistungen

Wohnsitz / Ländergruppe *
Vermögen der unterstützten Person mehr als 15.500 Euro
Anzahl Monate der Unterhaltsleistungen

im gesamten Veranlagungsjahr
Geleistete Unterhaltszahlungen
Von Dritten geleistete Unterhaltszahlungen

Eigene Einkünfte und Bezüge der unterstützten Person
Einnahmen und Bezüge
Abzug Werbungskosten / Betriebsausgaben
Berücksichtigung der Kostenpauschale?
 
Ausbildungshilfen aus öffentlichen Mitteln
Beiträge zur Kranken- und gesetzlichen Pflegeversicherung
  davon Beiträge mit Anspruch auf Krankengeld
 
Haushaltsgemeinschaft
Besteht eine Haushaltsgemeinschaft mit der unterstützten Person?
 
Verfügbares Nettoeinkommen der Haushaltsgemeinschaft
Mindestunterhalt für leibliche, minderjährige Kinder

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Unterhaltsberechtigung

  • Dem Grunde nach gesetzlich unterhaltsberechtigt sind nach § 1601 BGB Verwandte in gerader Linie i. S. d. § 1589 Satz 1 BGB wie z. B. Kinder, Enkel, Eltern und Großeltern, sowie nach §§ 1360 ff., 1570 BGB Ehegatten untereinander. Voraussetzung für die Annahme einer gesetzlichen Unterhaltsberechtigung i. S. d. § 33a Abs. 1 EStG ist die tatsächliche Bedürftigkeit des Unterhaltsempfängers i. S. d. § 1602 BGB. Nach der sog. konkreten Betrachtungsweise kann die Bedürftigkeit des Unterhaltsempfängers nicht typisierend unterstellt werden. Dies führt dazu, dass die zivilrechtlichen Voraussetzungen eines Unterhaltsanspruchs (§§ 1601 – 1603 BGB) vorliegen müssen und die Unterhaltskonkurrenzen (§§ 1606 und 1608 BGB)

    zu beachten sind (BMF vom 7.6.2010 – BStBl I S. 588, Rz. 8 und BFH vom 5.5.2010 – BStBl 2011 II S. 116).

  • Bei landwirtschaftlich tätigen Angehörigen greift die widerlegbare Vermutung, dass diese nicht unterhaltsbedürftig sind, soweit der landwirtschaftliche Betrieb in einem nach den Verhältnissen des Wohnsitzstaates üblichen Umfang und Rahmen betrieben wird (BFH vom 5.5.2010 – BStBl 2011 II S. 116).
  • Für Inlandssachverhalte gilt die Vereinfachungsregelung in R 33a.1 Abs. 1 Satz 4 EStR.
  • Die Unterhaltsberechtigung muss gegenüber dem Stpfl. oder seinem Ehegatten bestehen. Die Voraussetzungen für eine Ehegattenveranlagung nach § 26 Abs. 1 Satz 1 EStG müssen nicht gegeben sein (BFH vom 27.7.2011 – BStBl II S. 965).

Gesetzlich unterhaltsberechtigt kann auch die Mutter eines Kindes gegenüber dessen Vater bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes sein; auch der Vater eines Kindes kann einen entsprechenden Unterhaltsanspruch gegenüber der Mutter haben, wenn er das Kind betreut (Betreuungsunterhalt nach § 1615 I BGB).


Der gesetzlich unterhaltsberechtigten Person gleichgestellt ist der Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft oder der mit Ihnen in Haushaltsgemeinschaft lebende Verwandte oder Verschwägerte, wenn ihm zum Unterhalt bestimmte inländische öffentliche Mittel (z. B. Sozialgeld) mit Rücksicht auf Ihre Unterhaltsleistungen gekürzt oder nicht gewährt worden sind. Weisen Sie dies bitte durch einen Bescheid der zuständigen Stelle nach. Gehört die unterhaltsberechtigte Person zu Ihrem Haushalt, wird davon ausgegangen, dass Ihnen Unterhaltsaufwendungen i. H. v. 640 € monatlich entstehen.


Unterhaltsanspruch der Mutter bzw. des Vaters eines nichtehelichen Kindes

§ 1615l BGB:

„Der Vater hat der Mutter für die Dauer von sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt des Kindes Unterhalt zu gewähren. 2Dies gilt auch hinsichtlich der Kosten, die infolge der Schwangerschaft oder der Entbindung außerhalb dieses Zeitraums entstehen.

Soweit die Mutter einer Erwerbstätigkeit nicht nachgeht, weil sie infolge der Schwangerschaft oder einer durch die Schwangerschaft oder die Entbindung verursachten Krankheit dazu außerstande ist, ist der Vater verpflichtet, ihr über die in Absatz 1 Satz 1 bezeichnete Zeit hinaus Unterhalt zu gewähren. 2Das Gleiche gilt, soweit von der Mutter wegen der Pflege oder Erziehung des Kindes eine Erwerbstätigkeit nicht erwartet werden kann. 3Die Unterhaltspflicht beginnt frühestens vier Monate vor der Geburt und besteht für mindestens drei Jahre nach der Geburt. 4Sie verlängert sich, solange und soweit dies der Billigkeit entspricht. 5Dabei sind insbesondere die Belange des Kindes und die bestehenden Möglichkeiten der Kinderbetreuung zu berücksichtigen.

Die Vorschriften über die Unterhaltspflicht zwischen Verwandten sind entsprechend anzuwenden. Die Verpflichtung des Vaters geht der Verpflichtung der Verwandten der Mutter vor. 3§ 1613 Abs. 2 gilt entsprechend. Der Anspruch erlischt nicht mit dem Tod des Vaters.

Wenn der Vater das Kind betreut, steht ihm der Anspruch nach Absatz 2 Satz 2 gegen die Mutter zu. 2In diesem Falle gilt Absatz 3 entsprechend.“

Der gesetzliche Unterhaltsanspruch der Mutter eines nichtehelichen Kindes gegenüber dem Kindsvater nach § 1615l BGB ist vorrangig gegenüber der Unterhaltsverpflichtung ihrer Eltern mit der Folge, dass für die Kindsmutter der Anspruch ihrer Eltern auf Kindergeld oder Freibeträge für Kinder erlischt und für die Unterhaltsleistungen des Kindsvaters an sie eine Berücksichtigung nach § 33a Abs. 1 EStG in Betracht kommt (BFH vom 19.5.2004 – BStBl II S. 943).


Unterhalt für mehrere Personen

Unterhält der Stpfl. mehrere Personen, die einen gemeinsamen Haushalt führen, so ist der nach § 33a Abs. 1 EStG abziehbare Betrag grundsätzlich für jede unterhaltsberechtigte oder gleichgestellte Person getrennt zu ermitteln. Der insgesamt nachgewiesene Zahlungsbetrag ist unterschiedslos

nach Köpfen aufzuteilen (BFH vom 12.11.1993 – BStBl 1994 II S. 731 und BMF vom 7.6.2010 – BStBl I S. 588, Rz. 19). Handelt es sich bei den unterhaltenen Personen um in Haushaltsgemeinschaft lebende Ehegatten, z. B. Eltern, sind die Einkünfte und Bezüge zunächst für jeden Ehegatten gesondert festzustellen und sodann zusammenzurechnen. Die zusammengerechneten Einkünfte und Bezüge sind um 1.248 € (zweimal 624 €) zu kürzen. Der verbleibende Betrag ist von der Summe der beiden Höchstbeträge abzuziehen (BFH vom 15.11.1991 – BStBl 1992 II S. 245).

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Auf den Höchstbetrag der Unterhaltsleistungen werden die eigenen Einkünfte und Bezüge der unterhaltenen Person im Unterhaltszeitraum angerechnet, jedoch nur, soweit sie 624 € jährlich übersteigen. Außerdem vermindert sich der Höchstbetrag stets um Ausbildungshilfen aus öffentlichen Mitteln oder von Förderungseinrichtungen, die hierfür öffentliche Mittel erhalten. Als Darlehen gewährte Leistungen werden nicht angerechnet.

  • Zu den anrechenbaren Einkünften gehören auch solche aus nichtselbständiger Arbeit. Hat die unterhaltene Person über den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 € oder bei Empfängern von Versorgungsbezügen über den Pauschbetrag von 102 € hinausgehende Werbungskosten, erläutern Sie diese bitte auf einem besonderen Blatt. Steuerfreier oder pauschal besteuerter Arbeitslohn gehört zu den Bezügen.
  • Zu den anrechenbaren Bezügen gehören außerdem alle Einnahmen, die zur Bestreitung des Lebensunterhalts bestimmt oder geeignet sind (z. B. Arbeitslosengeld, Wohngeld, Sozialgeld). Hiervon werden die damit zusammenhängenden Aufwendungen abgezogen, mindestens aber ein Pauschbetrag von 180 €. Ist die unterhaltene Person verheiratet, wird ihr grundsätzlich die Hälfte des Nettoeinkommens ihres Ehegatten als eigene Bezüge zugerechnet.
  • Die Jahresbeträge ermäßigen sich um ein Zwölftel für jeden vollen Monat, in dem die Voraussetzungen nicht vorgelegen haben. Auch Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten können hier geltend gemacht werden, wenn Sie nicht den Abzug als Sonderausgaben beantragt haben.
  • Haben Sie mehrere Personen unterhalten, machen Sie bitte für die zweite und jede weitere Person Angaben auf einem besonderen Blatt. Entstehen Ihnen aufgrund außergewöhnlicher Umstände besondere Aufwendungen für die unterhaltene Person, können diese als andere außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt werden.
  • Lebt die unterhaltene Person nicht im Inland, können Aufwendungen nur abgezogen werden, soweit sie nach den Verhältnissen des Wohnsitzstaates der unterhaltenen Person notwendig und angemessen sind.

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Berücksichtigung von Aufwendungen für den Unterhalt von Personen im Ausland als außergewöhnliche Belastung nach § 33a Absatz 1 EStG

Berücksichtigung von Aufwendungen für den Unterhalt von Personen im Ausland
als außergewöhnliche Belastung nach § 33a Absatz 1 EStG
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Tipp: Die Höhe des Unterhalts nach Düsseldorfer Tabelle können Sie hier berechnen


Steuertipp: Unterhalt an den Ex-Ehegatten können Sie im Realsplitting absetzen


Ihre persönliche Checkliste Steuererklärung.

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Rechtsgrundlagen zum Thema: Unterhalt

EStG 3; 4; 10; 12; 19; 22; 32; 32b; 33a; 49; 50; 50a; 52; 64; 74; 75; 76;
EStR 4.10; 10.2; 10.3; 10.4; 10.9; 10.10; 31; 32.9; 32.13; 32b; 33a.1; 33a.3; 44b.2; 49.1;
GewStG 2; 3; 4; 28;
KStG 3; 5; 8;
UStG 3a;
AO 18; 53; 54; 58; 64; 68; 193; anlage-1; 18; 53; 54; 58; 64; 68; 193; anlage-1;
UStAE 1.1; 1.5; 1.6; 1.9; 2.3; 2.9; 2.10; 3.7; 3a.2; 3a.3; 3a.6; 3a.11; 3a.12; 4.8.1; 4.8.9; 4.8.13; 4.12.11; 4.20.1; 4.20.2; 4.23.1; 4.24.1; 10.2; 12.5; 12.7; 12.8; 12.9; 12.11; 14.2; 15.6; 15.12; 15.17; 15.23; 15a.6; 1.1; 1.5; 1.6; 1.9; 2.3; 2.9; 2.10; 3.7; 3a.2; 3a.3; 3a.6; 3a.11; 3a.12; 4.8.1; 4.8.9; 4.8.13; 4.12.11; 4.20.1; 4.20.2; 4.23.1; 4.24.1; 10.2; 12.5; 12.7; 12.8; 12.9; 12.11; 14.2; 15.6; 15.12; 15.17; 15.23; 15a.6;
GewStR 1.3; 2.1; 2.4; 2.9; 7.1; 28.1; 35a.1;
UStR 1; 5; 6; 13; 18; 21a; 22; 26; 34; 36; 39b; 39c; 65; 86; 99; 106; 107; 117; 118; 150; 166; 168; 169; 170; 171; 183a; 192; 203; 208; 217b;
KStR 5.7; 5.13; 8.2;
GewStDV 5; 6; 8; 25;
AEAO 15; 30; 31a; 52; 53; 55; 56; 58; 59; 64; 67a; 68; 75; 111; 122; 141; 175; 197; 251;
HGB 62; 564;
ErbStG 13;
ErbStR 2.2; 7.4; 10.6; 13.5; 13b.13;
LStR 3.6; 9.11; 19.8; 39.4;
BewG 121; 152;
EStH 3.7; 3.44; 4.2.2; 4.8; 4.10.1; 4.10.12; 10.2; 12.6; 15.5; 15.6; 15.9.2; 15.10; 16.1; 21.4; 22.1; 31; 32.9; 32.13; 32b; 33.1.33.4; 33a.1; 33a.3; 33b; 50a.2;
StbVV 18;
GewStH 2.1.4; 2.1.5; 2.8; 2.9.1; 2.9.3; 7.1.1;
KStH 4.5; 8.2;
LStH 3.6; 3.11; 3.12; 9.1;
ErbStH E.7.1; E.7.2; B.183.4;
AStG 8;
GrStG 4; 5;
GrStR 12; 14; 18; 21; 22; 25; 26; 38;
StBerG 4; 23; 34; 44; 67;
BGB 204; 519; 528; 529; 618; 679; 685; 761; 829; 833; 836; 838; 843; 844; 922; 1021; 1022; 1041; 1318; 1360; 1360a; 1360b; 1361; 1420; 1447; 1469; 1495; 1569; 1570; 1571; 1572; 1573; 1574; 1575; 1576; 1577; 1578; 1578a; 1578b; 1579; 1580; 1581; 1582; 1583; 1584; 1585; 1585a; 1585b; 1585c; 1586; 1586a; 1586b; 1601; 1602; 1603; 1604; 1605; 1606; 1607; 1608; 1609; 1610; 1610a; 1611; 1612; 1612a; 1612b; 1612c; 1613; 1614; 1615; 1615a; 1615b bis 1615k; 1615l; 1615m; 1615n; 1619; 1629; 1640; 1649; 1666; 1688; 1712; 1751; 1755; 1770; 1835a; 1836c; 1836d; 1933; 1963; 1969; 2141; 2295; 2333;

Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:


BFH Urteile zu diesem Thema und weiteres:




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