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Rentenbesteuerung

Besteuerung der Rente: Freibeträge, Berechnung und Tabellen


1. Fragen rund um die Rentenbezugsmitteilungen

1.1 Für welche Renten/Leistungen werden Rentenbezugsmitteilungen übermittelt?

1.2 Gibt es für Renten aus dem Ausland eine Rentenbezugsmitteilung?

1.3 Wie kann ich die Daten aus der Rentenbezugsmitteilung überprüfen, wenn ich vom Finanzamt angeschrieben werde?

1.4 Wieso werden die Rentenbezugsmitteilungen für die Jahre 2005 - 2008 erst jetzt ausgewertet?

1.5 Was passiert, wenn die Auswertung der Rentenbezugsmitteilungen ergibt, dass ich eine Rente nicht oder zu niedrig erklärt habe?

1.6 Was passiert, wenn die Auswertung der Rentenbezugsmitteilungen ergibt, dass ich bisher zu viel Steuern gezahlt habe?

-> Weitere Infos zur Rentenbezugsmitteilung ...

 

2. Fragen zur Besteuerung

 2.1 Waren Renten immer steuerpflichtig?

2.2 Welche Renten sind steuerfrei?

 2.3 Was bedeutet „nachgelagerte Besteuerung”?

2.4 Welche Renten/Leistungen werden nachgelagert besteuert?

2.5 Bleibt der steuerfreie Teil der Rente auf Dauer gleich?

2.6 Wie werden Rentenerhöhungen (regelmäßige Rentenanpassungen) besteuert?

2.7 Welcher Zeitpunkt ist für die Ermittlung des Besteuerungsanteils maßgebend?

2.8 Wie wird meine Rente/Leistung aus einer privaten Rentenversicherung besteuert?

2.9 Wie werden Erwerbsminderungsrenten besteuert?

2.10 Wie werden Renten aus der betrieblichen Altersversorgung besteuert?

2.11 Werden Renten aus der EU oder einem Drittland in Deutschland besteuert?

2.12 Wie werden Beamtenpensionen und Betriebsrenten (Werkspensionen) seit dem Jahr 2005 besteuert?

2.13 Muss ich die Einkünfte aus meinem Minijob neben der Rente versteuern?

 

3. Fragen zur Steuererklärung

3.1 Muss ich als Rentner zwingend eine Steuererklärung abgeben?

3.2 Ab welcher Rentenhöhe sind Steuern zu zahlen?

3.3 Ich bin mir nicht sicher, ob ich Steuern zahlen muss. Was kann ich tun?

3.4 Ich habe für die vergangenen Jahre keine Steuererklärung abgegeben, obwohl ich hierzu verpflichtet gewesen wäre. Was muss ich tun?

3.5 Wo muss ich meine Rente auf der Anlage R eintragen?

3.6 Welchen Betrag aus dem Rentenbescheid muss ich in die Anlage R eintragen?

3.7 Bis wann muss jährlich eine Steuererklärung abgegeben werden?

3.8 Welche Steuervergünstigungen gibt es?

 

4. Der Steuerbescheid ist da, was nun?

4.1 Was können Sie gegen einen (geänderten) Steuerbescheid tun?

 

5. Hilfe und Steuertipps

5.1 Wo erhalte ich weitere Informationen zum Thema Besteuerung von Renten?

5.2 Ich habe eine Nichtveranlagungsbescheinigung, verliert diese nun ihre Gültigkeit?

5.3 Welches Finanzamt ist für beschränkt steuerpflichtige Rentenempfänger zuständig?

-> Weitere Informationen zur Rente finden Sie im Steuerlexikon

-> Rente-Steuer-Rechner

Warum werden Renten besteuert und was ist zu beachten?

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Jahr 2002 dem Gesetzgeber aufgegeben, spätestens mit Wirkung ab 1.1.2005 die Besteuerung von Renten zu reformieren. Insbesondere müsse eine weitgehende steuerliche Gleichbehandlung von Altersrenten und Beamtenpensionen erfolgen. Diesem Auftrag ist der Gesetzgeber mit dem Alterseinkünftegesetz nachgekommen. Danach steigt der Rentenbesteuerungsanteil schrittweise von 50 % (bei Rentenbeginn 2005 oder früher) auf 100 % (bei Rentenbeginn im Jahr 2040). Zum Ausgleich wird der Sonderausgabenabzug für entsprechende Beitragszahlungen nach und nach erhöht. Ab 2025 können diese dann zu 100 % steuerlich geltend gemacht werden.

 

Darüber hinaus sieht das Alterseinkünftegesetz vor, dass die Rentenversicherungsträger den Finanzämtern die Höhe der Rentenbezüge jährlich mitteilen. Diese Rentenbezugsmitteilungen sollen sicherstellen, dass tatsächlich auch alle Rentner mit steuerpflichtigen Renteneinkünften steuerlich erfasst werden. Dies ist ein Gebot der Gleichmäßigkeit der Besteuerung, dessen Beachtung das Bundesverfassungsgericht – wie zuvor schon bei den Kapitaleinkünften und den Spekulationseinkünften – eingefordert hat. Die Rentenbezugsmitteilungen sind zwar schon seit dem Jahr 2005 vorgeschrieben, konnten aber erst versandt werden, als allen Bürgerinnen und Bürgern die Steueridentifikationsnummer zugeteilt wurde.

 

Rentner, die bisher noch keine Einkommensteuererklärung abgegeben haben, aber steuerpflichtige Einkünfte beziehen, müssen daher damit rechnen, dass sie das Finanzamt zur Abgabe von Einkommensteuererklärungen auffordern wird. Dies betrifft jedoch nicht alle Rentner, sondern nur solche, die mit ihren steuerpflichtigen Einkünften (zu denen neben den Rentenbezügen auch Mieteinnahmen, Kapitalerträge und dgl. gehören) den Grundfreibetrag überschreiten.

 

Der Grundfreibetrag, der das Existenzminimum verkörpert, betrug bis einschließlich des Jahres 2008 7.664 Euro und wurde für 2009 auf 7.834 Euro und ab 2010 auf 8.004 Euro angehoben. Er verdoppelt sich für Ehepaare (2008: 15.328 Euro, 2009: 15.668 Euro und ab 2010: 16.008 Euro). Rentner, die seit 2005 oder früher Rente beziehen und über keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte verfügen, müssen daher mit keiner Einkommensteuerbelastung rechnen, wenn der steuerpflichtige Teil ihrer Rente diese Beträge nicht übersteigt. Dies ist regelmäßig der Fall, wenn die Gesamtrente nicht mehr als 19.000 Euro (38.000 Euro bei Rentner-Ehepaaren) beträgt. Bei späterem Rentenbeginn setzt die Steuerpflicht (wegen des höheren steuerpflichtigen Anteils) entsprechend früher ein.

 

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1. Fragen rund um die Rentenbezugsmitteilungen

1.1 Für welche Renten/Leistungen werden Rentenbezugsmitteilungen übermittelt?

Die Mitteilungspflichtigen (Rentenversicherungsträger und Versicherungsunternehmen) übermitteln seit Herbst 2009 für die Renteneinnahmen ab 2005 auf elektronischem Weg jährliche Rentenbezugsmitteilungen an die Finanzverwaltung. Dieses Mitteilungsverfahren erfolgt im Wesentlichen für

 

1.2 Gibt es für Renten aus dem Ausland eine Rentenbezugsmitteilung?

Ausländische Versicherungen und Rententräger, die nicht die Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb im Inland haben, sind nicht verpflichtet, Rentenbezugsmitteilungen zu übermitteln.  

 

1.3 Wie kann ich die Daten aus der Rentenbezugsmitteilung überprüfen, wenn ich vom Finanzamt angeschrieben werde?

Sie können die vom Finanzamt mitgeteilten Daten mit den Angaben in Ihrem Rentenbescheid vergleichen. Bitte beachten Sie dabei Änderungen der Rentenhöhe, die im Laufe des Jahres eingetreten sind. Einbehaltene Krankenversicherungsbeiträge mindern die Rente aus steuerlicher Sicht nicht, sondern können bei der Einkommensteuerveranlagung als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Für Renten aus betrieblicher Zusatzversorgung oder aus geförderter privater Altersvorsorge („Riester-Renten”) erhalten Sie vom Rententräger eine Leistungsmitteilung zu Beginn der Auszahlung und bei jeder Änderung der Rentenhöhe.  

 

1.4 Wieso werden die Rentenbezugsmitteilungen für die Jahre 2005 - 2008 erst jetzt ausgewertet?

Voraussetzung für das Rentenbezugsmitteilungsverfahren war die Vergabe der steuerlichen Identifikationsnummern (IdNrn.) an die rd. 82 Mio. Bundesbürger. Mithilfe der IdNrn. können die Rentendaten den Rentenempfängern zweifelsfrei persönlich zugeordnet werden. Die IdNrn. wurden - entgegen früheren Planungen - erst im Jahr 2008 eingeführt. Daher konnten die Rentenversicherungsträger erst ab Herbst 2009 die Rentenbezugsmitteilungen an die Finanzverwaltung übermitteln, mit der Folge, dass die Finanzverwaltung die Rentenbezugsmitteilungen für die Veranlagungszeiträume 2005 bis 2008 gesammelt auswerten wird.  

 

1.5 Was passiert, wenn die Auswertung der Rentenbezugsmitteilungen ergibt, dass ich eine Rente nicht oder zu niedrig erklärt habe?

Das Finanzamt wird in diesem Fall prüfen, ob die rechtlichen Voraussetzungen für eine Änderung der bisherigen Steuerfestsetzung erfüllt sind und sich ggf. mit Ihnen in Verbindung setzen. Strafrechtliche Konsequenzen können sich nur dann ergeben, wenn Sie vorsätzlich oder grob fahrlässig unrichtige Angaben in ihrer Steuererklärung gemacht haben.  

 

1.6 Was passiert, wenn die Auswertung der Rentenbezugsmitteilungen ergibt, dass ich bisher zu viel Steuern gezahlt habe?

Das Finanzamt wird auch in diesem Fall prüfen, ob die rechtlichen Voraussetzungen für eine Änderung der bisherigen Steuerfestsetzung - und damit für eine Erstattung zu viel gezahlter Steuern - erfüllt sind. Die nachträgliche Änderung einer Steuerfestsetzung setzt voraus, dass eine gesetzliche Änderungsvorschrift eingreift. Änderungsvorschriften greifen beispielsweise bei Schreib- oder Rechenfehlern, aber auch wenn nachträglich Tatsachen bekannt werden, deren Berücksichtigung zu einer niedrigeren Steuer führen würde. Die nachträgliche Berücksichtigung neuer Tatsachen oder Beweismittel zu Minderung der festgesetzten Steuer ist nur zulässig, wenn Sie kein grobes Verschulden daran trifft, dass diese Tatsachen oder Beweismittel dem Finanzamt bisher nicht bekannt waren (§ 173 der Abgabenordnung). Dabei sind Ihre persönlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu berücksichtigen. Ob ein grobes Verschulden vorliegt, kann daher nur im Einzelfall entschieden werden.  

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2. Fragen zur Besteuerung

 2.1 Waren Renten immer steuerpflichtig?

Entgegen weit verbreiteter Meinung sind Renten seit jeher grundsätzlich einkommensteuerpflichtig. Bis 2004 unterlagen beispielsweise Altersrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung nur mit einem gewissen Prozentsatz - dem sogenannten Ertragsanteil - der Besteuerung. Dieser Besteuerungsanteil war so gering, dass aufgrund von tariflichen und persönlichen Freibeträgen bislang häufig keine Steuer anfiel. Dies betraf hauptsächlich die Fälle, in denen ausschließlich Renteneinkünfte bezogen wurden. Kamen jedoch noch andere - voll steuerpflichtige - Einkünfte (z.B. Arbeitslohn, Versorgungsbezüge, Zinsen, Mieteinnahmen) hinzu, ergab sich u.U. auch bei Rentnern eine Steuerbelastung. Mit dem Alterseinkünftegesetz ist zum 1.1.2005 der steuerpflichtige Anteil der Rente von bisher im Schnitt 27 % bis 31 % auf 50 % angestiegen.  

 

2.2 Welche Renten sind steuerfrei?

Weiterhin steuerfrei sind u.a. Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung (z.B. Berufsgenossenschaftsrenten), gesetzliche Bezüge der Wehr- und Zivildienstbeschädigten/Kriegsbeschädigten, Renten zur Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts sowie Sachleistungen und Kinderzuschüsse aus den gesetzlichen Rentenversicherungen bzw. den landwirtschaftlichen Alterskassen. Kinderzuschüsse aus den berufsständischen Versorgungseinrichtungen unterliegen hingegen der Besteuerung.  

 

 2.3 Was bedeutet „nachgelagerte Besteuerung”?

Hintergrund für die Besteuerung der Renten ist, dass ein Großteil der erbrachten Versicherungsbeiträge während der Beitragszahlungsdauer steuerfrei gestellt war. So wird der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung ausschließlich steuerfrei erbracht und hat zur Hälfte zum Erwerb der derzeitigen Rentenansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung beigetragen. Mit dem Sonderausgabenabzug für Vorsorgeaufwendungen wurden bereits bisher die Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder Beiträge zu berufsständischen Versorgungswerken in erheblichem Umfang steuerfrei gestellt. Renten werden daher seit 2005 „nachgelagert” besteuert. Nachgelagerte Besteuerung erfolgt nach dem Prinzip: Was in der Beitragsphase steuerfrei geblieben ist, wird beim Zufluss der Rente steuerpflichtig. Ob tatsächlich eine Steuerbelastung eintritt, hängt davon ab, ob die steuerpflichtigen Einkünfte die allgemeinen und persönlichen Freibeträge, z.B. den Grundfreibetrag zur Steuerfreistellung des persönlichen Existenzminimums übersteigen.  

 

2.4 Welche Renten/Leistungen werden nachgelagert besteuert?

Von der Neuregelung umfasst werden Leibrenten (Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten, Witwen- oder Waisenrente) und andere Leistungen (z.B. auch Kapitalauszahlungen) aus

  •  den gesetzlichen Rentenversicherungen
  •  den landwirtschaftlichen Alterskassen
  •  den berufsständischen Versorgungseinrichtungen
  •  sog. Basisrenten („Rürup-Renten”).

 

Die Höhe des Besteuerungsanteils bestimmt sich nach dem Jahr des Rentenbeginns. Bezieht jemand beispielsweise seit 2005 oder früher die Rente, beträgt der Besteuerungsanteil 50% der Rente. Ab 2006 steigt dieser Prozentsatz für jeden neu hinzukommenden Rentenjahrgang jährlich um 2 Prozentpunkte, so dass bei einem Rentenbeginn im Jahr 2020 80% der Rente der Besteuerung unterliegen. Von 2020 bis 2040 steigt der steuerpflichtige Anteil dann um jeweils 1 Prozentpunkt, so dass bei einem Rentenbeginn im Jahr 2040 100 % der Rente der Besteuerung unterliegt.

 

2.5 Bleibt der steuerfreie Teil der Rente auf Dauer gleich?

Grundsätzlich ja. In dem Jahr, das dem Rentenbeginn folgt, wird ein Rentenfreibetrag ermittelt. Dieser wird für die gesamte Laufzeit des Rentenbezugs beibehalten. Nur bei unregelmäßigen Rentenanpassungen (z.B. bei der Anrechnung anderer Einkünfte auf die Rente, Wechsel von einer Teilrente zu einer Vollrente) wird der steuerfreie Teil neu ermittelt.  

 

2.6 Wie werden Rentenerhöhungen (regelmäßige Rentenanpassungen) besteuert?

Rentenanpassungsbeträge unterliegen in vollem Umfang der Besteuerung. Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden regelmäßig zum 1.7. eines Jahres angepasst, seit Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes in 2005 wurden die Renten in 2007, 2008 und 2009 erhöht. Soweit sich durch Rentenerhöhungen seit 2005 der Jahresbetrag ihrer Rente erhöht hat, sind die darauf entfallenden Anpassungsbeträge in vollem Umfang steuerpflichtig.  

 

2.7 Welcher Zeitpunkt ist für die Ermittlung des Besteuerungsanteils maßgebend?

Maßgeblich ist der Zeitpunkt, ab dem die Rente (ggf. durch rückwirkende Zubilligung) erstmals bewilligt wird. Auf den Zeitpunkt des Rentenantrags oder der Zahlung der ersten Rente kommt es nicht an. Steuerlich erfasst wird die Rentenzahlung allerdings erst im Jahr der tatsächlichen Auszahlung. Dies gilt auch für eine eventuelle Rentennachzahlung. Besonderheiten gelten in Fällen, in denen Rentennachzahlungen mit in früheren Jahren gezahlten Sozialleistungen verrechnet werden.  

 

2.8 Wie wird meine Rente/Leistung aus einer privaten Rentenversicherung besteuert?

Bei einer lebenslangen Leibrente aus einer privaten Rentenversicherung (kein Rürup-Vertrag) richtet sich die Besteuerung nach dem bei Beginn der Rente vollendeten Lebensjahr. Diese Rente wird weiterhin mit dem sog. Ertragsanteil besteuert. Die Ertragsanteile sind im Vergleich zum bis 2004 geltenden Recht niedriger. Beginnt die Auszahlung der Rente beispielsweise mit dem 65. Lebensjahr, beträgt der Ertragsanteil 18 %. Wenn statt einer Rente nach Ablauf einer Vertragslaufzeit von 12 Jahren die Kapitalauszahlung gewählt wird, unterliegt diese grundsätzlich nicht der Besteuerung. Für ab dem Jahr 2005 neu abgeschlossene Versicherungsverträge gilt dies nicht mehr. Steuerpflichtiger Ertrag ist der Unterschiedsbetrag zwischen der Versicherungsleistung und der Summe der Versicherungsbeiträge. Der Unterschiedsbetrag wird nur zur Hälfte der Besteuerung unterworfen, wenn der Vertrag eine Laufzeit von mindestens zwölf Jahren hat und die Auszahlung erst nach Vollendung des 60. Lebensjahres erfolgt.  

 

2.9 Wie werden Erwerbsminderungsrenten besteuert?

Seit 2005 richtet sich der Besteuerungsanteil der Erwerbsminderungsrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus landwirtschaftlichen Alterskassen oder einer berufsständischen Versorgungseinrichtung nach denselben Grundsätzen, wie sie bei Altersrenten gelten. Da alle diese Renten auf denselben, teils steuerunbelasteten Beiträgen beruhen, unterliegen sie zu mindestens 50 % (s.a. FAQ 2.4) der Besteuerung. Erwerbsminderungsrenten aus privaten Versicherungsverträgen sind - wie bisher - weiterhin nur mit einem besonderen Ertragsanteil zu versteuern, der sich nach der voraussichtlichen Laufzeit der Rente richtet.  

 

2.10 Wie werden Renten aus der betrieblichen Altersversorgung besteuert?

Zusatzrenten aus der betrieblichen Altersversorgung werden teilweise nicht durch den Arbeitgeber selbst gewährt und damit nicht auf der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen, sondern durch Pensionskassen, Pensionsfonds oder ein Versicherungsunternehmen, mit dem der Arbeitgeber zugunsten des Arbeitnehmers einen Direktversicherungsvertrag abgeschlossen hat, geleistet. Die Besteuerung der Leistungen erfolgt stets nach § 22 Nr. 5 EStG. Soweit die Beiträge zur Altersversorgung in der Ansparphase (ggf. durch Riester-Förderung) steuerfrei gestellt wurden, unterliegen die Leistungen in der Auszahlungsphase in vollem Umfang der Besteuerung. Leistungen, die auf nicht geförderten Beiträgen beruhen, werden in der Regel mit dem so genannten Ertragsanteil steuerpflichtig, dessen Höhe sich nach dem bei Beginn der Rente vollendeten Lebensjahr richtet. Der Versorgungsträger bescheinigt die Leistungen und deren steuerliche Behandlung zu Beginn der Auszahlung oder bei einer Änderung der Leistungshöhe in einer Leistungsmitteilung.

  

2.11 Werden Renten aus der EU oder einem Drittland in Deutschland besteuert?

Ob Renten aus der EU oder einem Drittland bei einem unbeschränkt steuerpflichtigen Rentner in Deutschland zu versteuern sind oder ggf. bei der Bemessung des Einkommensteuersatzes (sog. Progressionsvorbehalt) zu berücksichtigen sind, richtet sich nach dem entsprechenden Doppelbesteuerungsabkommen. Stammt die Rente aus einem Staat, mit dem Deutschland kein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat, ist die Rente in Deutschland zu versteuern. Ausführliche Informationen zur Zuweisung des Besteuerungsrechtes und zur Anrechnung ausländischer Steuern erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt.  

 

2.12 Wie werden Beamtenpensionen und Betriebsrenten (Werkspensionen) seit dem Jahr 2005 besteuert?

Bei der Besteuerung von Versorgungsbezügen (Beamtenpensionen, Betriebsrenten, Werkspensionen), die auf der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen sind, ändert sich für die meisten Versorgungsempfänger im Ergebnis kaum etwas. Die Versorgungsbezüge unterliegen seit jeher dem Lohnsteuerabzug, der bereits beim Lohnsteuerabzug berücksichtigte Versorgungsfreibetrag beträgt für Versorgungsempfänger mit Versorgungsbeginn bis zum Jahr 2005 weiterhin 40 % der Versorgungsbezüge und wird auf 3.000 EUR begrenzt. Anstelle des Arbeitnehmer-Pauschbetrags wird seit 2005 ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag von 900 EUR und ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 EUR berücksichtigt. Der einmal ermittelte Versorgungsfreibetrag und Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag werden festgeschrieben und gelten grundsätzlich für die folgenden Jahre in gleicher Höhe weiter. Für Versorgungsbezüge, die in späteren Jahren beginnen, werden der Versorgungsfreibetrag (hinsichtlich Prozentsatz und Höchstbetrag) und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag schrittweise abgeschmolzen, je später die Versorgung beginnt:  

Jahr des Versorgungsbeginns

Versorgungsfreibetrag

Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag

in % der Versorgungsbezüge

Höchstbetrag in Euro

bis 2005

40,0

3.000

900

ab 2006

38,4

2.880

864

2007

36,8

2.760

828

2008

35,2

2.640

792

2009

33,6

2.520

756

2010

32,0

2.400

720

 

2.13 Muss ich die Einkünfte aus meinem Minijob neben der Rente versteuern?

Bei einem Minijob zahlt der Arbeitgeber i.d.R. neben den Sozialversicherungsabgaben auch die pauschale Lohnsteuer (in Höhe von 2 % bzw. 20 %). In diesem Fall müssen die Einnahmen aus dem Minijob bei der Steuererklärung nicht angegeben werden. Anders verhält es sich, wenn der Arbeitgeber individuell über die Lohnsteuerkarte abrechnet. Dann fällt zwar je nach Steuerklasse ggf. monatlich keine Lohnsteuer an, die Einnahmen sind aber bei der Steuererklärung in der Anlage N anzugeben. Sie führen zusammen mit Renteneinkünften ggf. zu einer Besteuerung.

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3. Fragen zur Steuererklärung

3.1 Muss ich als Rentner zwingend eine Steuererklärung abgeben?

Grundsätzlich muss jeder Steuerbürger, der mit seinen steuerpflichtigen Einkünften über dem Grundfreibetrag von 7.664 EUR (bis 2008) bzw. 7.834 EUR (2009) liegt oder vom Finanzamt dazu aufgefordert wird, eine Steuererklärung abgeben. Bei einem Rentenempfänger ergibt sich eine Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung, wenn er mit dem steuerpflichtigen Teil seiner Rente zzgl. ggf. weiterer Einkünfte über dem Grundfreibetrag liegt. Weitere Einkünfte sind z.B. Pensionen, Mieteinkünfte oder Einkünfte aus Kapitalvermögen (z.B. Zinsen), soweit sie nicht der Abgeltungsteuer unterlegen haben. Wurde von den Einnahmen Lohnsteuer einbehalten (z.B. Beamten- oder Werkspension), ist eine Steuererklärung abzugeben, wenn daneben weitere Einkünfte erzielt wurden, die 410 EUR jährlich übersteigen. Erfolgte ein Lohnsteuerabzug nach Steuerklasse V oder VI oder wurde auf der Lohnsteuerkarte ein Freibetrag eingetragen, besteht ebenfalls die Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung. Das bisherige Verfahren zur Ausstellung von Nichtveranlagungsbescheinigungen bleibt weiterhin bestehen.  

 

3.2 Ab welcher Rentenhöhe sind Steuern zu zahlen?

a)a) Sie beziehen nur Ihre gesetzliche Rente Nach einer vereinfachten Modellrechnung bleiben in Deutschland ansässige Rentenempfänger mit Rentenbeginn im Jahr 2005 oder früher steuerunbelastet, wenn sie ausschließlich eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, der Alterssicherung der Landwirte oder berufsständischen Versorgungseinrichtungen bis zu einer Höhe von rund 19.000 EUR/Jahr (rund 1.583 EUR/Monat) bei Alleinstehenden beziehen.

Beispiel:
Bei einer Jahresbruttorente von 19.009 EUR eines allein stehenden Rentners ohne andere Einkünfte ergibt sich folgende Berechnung des zu versteuernden Einkommens:  

  Brutto-Rente

19.009 EUR

  Davon steuerpflichtiger Anteil 50 %

9.504 EUR

abzüglich Werbungskosten-Pauschbetrag

102 EUR

abzüglich Sonderausgaben für Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ca. 8,95 % der Rente

1.702 EUR

abzüglich Sonderausgaben-Pauschbetrag

36 EUR

ergibt zu versteuerndes Einkommen

7.664 EUR

Da der Grundfreibetrag im Jahr 2005 genau 7.664 EUR beträgt, ist keine Einkommensteuer festzusetzen. Für Verheiratete verdoppeln sich die o.g. Beträge. Bei späterem Rentenbeginn steigt der steuerpflichtige Teil der Rente an, daher tritt bereits bei etwas niedrigeren Renteneinnahmen eine Steuerbelastung ein:  

Jahr des Rentenbeginns

Steuerunbelastete Rentenzahlungen bei alleinstehenden Rentnern in EUR

Steuerunbelastete Rentenzahlungen bei verheirateten Rentnern in EUR

2006 ca. 1.500 mtl./18.000 jährlich ca. 3.000 mtl./36.000 jährlich
2007 ca. 1.440 mtl./17.280 jährlich ca. 2.880 mtl./34.560 jährlich
2008 ca. 1.380 mtl./16.560 jährlich ca. 2.760 mtl./33.120 jährlich
2009 ca. 1.350 mtl./16.200 jährlich caca. 2.700 mtl./32.400 jährlich

 

b) Sie oder Ihr Ehegatte erzielen neben Ihrer Rente weitere Einkünfte Wenn Sie oder Ihr Ehegatte zusätzlich zur Rente z.B. Lohneinkünfte, Beamtenpensionen, Betriebsrenten (Werkspensionen), Mieteinkünfte oder Einkünfte aus Kapitalvermögen (z.B. Zinsen) - soweit sie nicht ab 2009 der Abgeltungsteuer unterlegen haben - beziehen, können Steuern auch dann anfallen, wenn die Rente niedriger ist als die im Absatz zuvor genannten Beträge. Da es auf die Höhe Ihrer Einkünfte insgesamt ankommt und die Ermittlung dieser Einkünfte - je nach Einkunftsart - sehr unterschiedlich ist, kann diese Frage nicht pauschal beantwortet werden. Bei Zweifelsfragen sollten Sie weitere Informationen einholen (z.B. beim Finanzamt, oder einem steuerlichen Berater).  

 

3.3 Ich bin mir nicht sicher, ob ich Steuern zahlen muss. Was kann ich tun?

Auf den Internetseiten der Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main steht Ihnen unter „Steuerberechnung” ein Alterseinkünfte-Rechner des Bayrischen Landesamtes für Steuern zur Verfügung. Damit können Sie Ihre Einkommensteuer für die Jahre 2005 bis 2009 überschlägig ermitteln und sich so einen Überblick über Ihre steuerliche Situation verschaffen. Diese Berechnungshilfe kann im Einzelfall allerdings eine individuelle steuerliche Beratung nicht ersetzen.

 

-> Renten-Rechner

-> Einkommensteuer-Rechner

 


3.4 Ich habe für die vergangenen Jahre keine Steuererklärung abgegeben, obwohl ich hierzu verpflichtet gewesen wäre. Was muss ich tun?

Wenn Sie erkennen, dass Sie für die Vergangenheit Einkommensteuererklärungen hätten abgeben müssen, sind Sie verpflichtet, dies unverzüglich nachzuholen. Das zuständige Finanzamt kann Ihnen mitteilen, für welche zurückliegenden Kalenderjahre Sie ggf. weitere Steuererklärungen abzugeben haben. Sollten Sie vorsätzlich die erforderlichen Steuererklärungen nicht abgegeben haben, gehen Sie straffrei aus, wenn Sie für die zurückliegenden Jahre die Steuererklärungen nachreichen und die festgesetzte Steuer entrichten. Eine vorherige Kontaktaufnahme mit einem steuerlichen Berater wäre in diesem Fall allerdings zu empfehlen.  

 

3.5 Wo muss ich meine Rente auf der Anlage R eintragen?

  • Renten aus gesetzlichen Rentenversicherungen, landwirtschaftlichen Alterskassen, berufsständischen Versorgungseinrichtungen und sog. Basisrenten sind auf der Anlage R auf der Vorderseite, oberer Teil (Zeile 5) einzutragen.
  • Für Leistungen aus Lohneinkünften, Beamtenpensionen, Betriebsrenten (Werkspensionen) und andere Versorgungsbezüge wird eine Lohnsteuerbescheinigung ausgestellt. Die Beträge sind auf der Anlage N einzutragen.
  • Leistungen aus privaten Rentenversicherungen (ohne Basisrenten) sind auf der Anlage R, Vorderseite, unterer Teil einzutragen.
  • Für Leistungen aus Direktversicherungen, Pensionskassen, Pensionsfonds im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung und Auszahlungen aus einem privaten Riester-Vertrag erhalten Sie zu Beginn des Leistungsbezugs oder bei Änderung der Leistungshöhe eine Leistungsmitteilung. Die Beträge sind auf der Rückseite der Anlage R einzutragen.  


3.6 Welchen Betrag aus dem Rentenbescheid muss ich in die Anlage R eintragen?

Es ist stets der aus der Mitteilung des Rentenversicherungsträgers zu errechnende Jahresbruttobetrag der Rente einzutragen, der in der Regel nicht mit dem ausgezahlten Betrag identisch ist. Bei Auszahlung der Rente einbehaltene eigene Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gehören zum einzutragenden Jahresbruttobetrag. Diese können aber in der Anlage Vorsorgeaufwand steuermindernd als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Da es schwierig sein kann, allein aus den jährlichen Anpassungsmitteilungen der gesetzlichen Rentenversicherungsträger die zum Ausfüllen der Erklärung notwendigen Daten zu ermitteln, stellen die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung auf Antrag eine Bescheinigung für steuerliche Zwecke über die jährlich erhaltenen Rentenbeträge aus.  


3.7 Bis wann muss jährlich eine Steuererklärung abgegeben werden?

Wenn Sie eine Steuererklärung abgeben müssen, ist diese grundsätzlich bis zum 31.5. des Folgejahres (also für 2009 bis zum 31.5.2010) beim Finanzamt einzureichen. Sollten Sie Ihre Steuererklärung mit Hilfe eines Steuerberaters oder eines Lohnsteuerhilfevereines erstellen, ist Abgabetermin der 31.12. des Folgejahres.  


3.8 Welche Steuervergünstigungen gibt es?

Bestimmte Kosten der privaten Lebensführung können als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden. Als Sonderausgaben sind - im Rahmen der gesetzlichen Höchstbeträge - zum Beispiel abziehbar

  • der Eigenanteil zur Kranken- und Pflegeversicherung
  • Beiträge zur Haftpflichtversicherung
  • die gezahlte Kirchensteuer/das gezahlte Kirchgeld
  • Zuwendungen (Spenden) für steuerbegünstigte Zwecke
  • Beiträge an politische Parteien. Als außergewöhnliche Belastungen werden zum Beispiel berücksichtigt
  • Pauschbetrag für behinderte Menschen ab einem Behinderungsgrad von 50 % (unter bestimmten Voraussetzungen bereits ab 30 %)
  • Aufwendungen für eine Heimunterbringung wegen Pflegebedürftigkeit
  • Krankheitskosten, soweit eine ärztliche Verordnung vorliegt
  • Beerdigungskosten, soweit der Nachlass nicht ausreicht, die Aufwendungen zu bezahlen, wenn diese Aufwendungen nicht durch Leistungen Dritter, z.B. eine Versicherung, ersetzt werden und soweit sie einen bestimmten Prozentsatz der eigenen Einkünfte - die zumutbare Belastung - übersteigen.
  • Darüber hinaus kommen Steuerermäßigungen bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen in Betracht, soweit sie in Ihrem eigenen Haushalt ausgeübt werden.

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4. Der Steuerbescheid ist da, was nun?

4.1 Was können Sie gegen einen (geänderten) Steuerbescheid tun?

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Finanzamt oder Ihren steuerlichen Berater. Sie haben die Möglichkeit, innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Steuerbescheides schriftlich Einspruch gegen die Steuerfestsetzung einzulegen. Bitte beachten Sie: Durch einen Einspruch ergibt sich kein Zahlungsaufschub. Im Einspruchsverfahren können Sie für strittige Steuerbeträge die Aussetzung der Vollziehung beantragen, damit die Fälligkeit der Steuernachforderung ausgesetzt wird.

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5. Hilfe und Steuertipps

5..1 Wo erhalte ich weitere Informationen zum Thema Besteuerung von Renten?

Bitte sprechen Sie bei weiteren Fragen Ihr Finanzamt oder steuerlichen Berater an. Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie außerdem in den Broschüren: Versicherte und Rentner: Informationen zum Steuerrechtherausgegeben von den Trägern der gesetzlichen Rentenversicherungen, erhältlich bei ihrem örtlichen Rentenversicherungsträger sowie unter www.deutsche-rentenversicherung.de sowie im Internetangebot des Bundesministeriums der Finanzen www.bundesfinanzministerium.de.

 

5.2 Ich habe eine Nichtveranlagungsbescheinigung, verliert diese nun ihre Gültigkeit?

Nein. Ihre Nichtveranlagungsbescheinigung ist grundsätzlich weiterhin gütig. Sollte nach erneuter Überprüfung des Finanzamtes eine Veranlagung zur Einkommensteuer erforderlich sein, wird das Finanzamt die Nichtveranlagungsbescheinigung widerrufen und Sie zur Abgabe einer Steuererklärung auffordern. Sofern Sie selbst feststellen, dass durch eine Änderung der Einkommensverhältnisse die Voraussetzungen für die Erteilung einer Nichtveranlagungsbescheinigung nachträglich entfallen sind, geben Sie bitte die Bescheinigung an das zuständige Finanzamt zurück.

 

5.3 Welches Finanzamt ist für beschränkt steuerpflichtige Rentenempfänger zuständig?

Das Finanzamt Neubrandenburg ist seit dem 1.1.2009 für die Besteuerung der beschränkt steuerpflichtigen Rentenempfänger zuständig, die ausschließlich mit Renteneinkünften zu veranlagen sind. Beschränkt einkommensteuerpflichtig sind Sie, wenn Sie in Deutschland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, mit Ihren inländischen Einkünften, die von der gesetzlichen Rentenversicherung, landwirtschaftlichen Alterskassen und berufsständischen Versorgungseinrichtungen geleistet werden, sowie mit Renten, die von inländischen Versicherungsunternehmen oder Zahlstellen gewährt werden. Seit 2009 erstreckt sich die beschränkte Steuerpflicht auch auf Leistungen aus inländischen Pensionsfonds, Pensionskassen und Direktversicherungen, soweit diese auf steuerfreien Beiträgen oder Leistungen beruhen. Daneben können auch weitere inländische Einkünfte aus anderen Einkunftsarten der beschränkten Steuerpflicht unterliegen. Auch wenn eine beschränkte Einkommensteuerpflicht dem Grunde nach besteht, bedeutet dies nicht, dass Sie in Deutschland Steuern zahlen müssen. Es hängt von den zwischenstaatlichen Vereinbarungen (sog. Doppelbesteuerungsabkommen) ab, welchem Staat das Besteuerungsrecht zusteht. Im Zweifelsfall sollten Sie sich beim Finanzamt Neubrandenburg erkundigen, ob Sie eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen. Schriftverkehr richten Sie bitte an das: Finanzamt Neubrandenburg, Neustrelitzer Str. 120, 17033 Neubrandenburg, telefonische Auskünfte erhalten Sie unter der Telefonnummer 0395/44222-47000 beim Finanzamt Neubrandenburg.

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