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Erbschaftssteuer

Erbschaftssteuer Freibeträge, Steuerrechner, Steuersatz, Berliner Testament und Immobilien


Inhaltsverzeichnis:

 

Willkommen auf meiner Seite Erbschaftssteuer

Erbschaftssteuer Freibeträge, Steuerrechner, Steuersatz, Berliner Testament und Immobilien

Sie interessieren sich für Erbschaftssteuer? Dann sind Sie hier richtig. Sie finden hier Informationen zur Erbschaftssteuer, wie Erbschaftsteuer-Freibeträge, Erbschaftssteuerrechner, Erbschaftssteuersätze. Wie Sie Erbschaftssteuer sparen können - insbesondere bei Immobilien - erfahren Sie bei meiner Steuerberatung zum Thema Erbschaftssteuer. Gerne helfe ich Ihnen auch bei Ihrer Erbschaftssteuererklärung. Sie können die Erbschaftssteuer mit dem kostenlosen online Erbschaftssteuer-Rechner ermitteln.

 

 

Erbschaftssteuer Rechner

Verhältnis zum Erblasser
Hausrat Euro
(Geld-) Vermögen Euro
Selbst genutztes Wohneigentum Euro
Quadratmeterzahl (qm) m2
Vermietete Immobilien Euro
Nachlassverbindlichkeiten Euro

 

Die Erbschaftssteuer

Der Erbschaftssteuer (Steuerpflicht) unterliegen insbesondere

  • der Erwerb von Todes wegen und
  • die Schenkungen unter Lebenden.

 

Als steuerpflichtiger Erwerb gilt die Bereicherung des Erwerbers, soweit sie nicht steuerfrei ist (§§ 5, 13, 13a, 16, 17 und 18 ErbStG). Der steuerpflichtige Erwerb wird auf volle 100 Euro nach unten abgerundet.

 

 

Erbschaft steuerfrei

Erbschaftssteuerfrei bleiben insbesondere

  • Hausrat einschließlich Wäsche und Kleidungsstücke beim Erwerb durch Personen der Steuerklasse I, soweit der Wert insgesamt 41.000 Euro nicht übersteigt und beim Erwerb durch Personen der Steuerklassen II und III, soweit der Wert insgesamt 10.300 Euro nicht übersteigt.
  • andere bewegliche körperliche Gegenstände beim Erwerb durch Personen der Steuerklasse I, soweit der Wert insgesamt 10.300 Euro nicht übersteigt. Die Befreiung gilt nicht für Gegenstände, die zum Land- und forstwirtschaftlichen Vermögen, zum Grundvermögen oder zum Betriebsvermögen gehören, für Zahlungsmittel, Wertpapiere, Münzen, Edelmetalle, Edelsteine und Perlen.
  • ein Erwerb nach § 1969 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und die Zuwendungen unter Lebenden, mit denen ein Ehegatte dem anderen Ehegatten Eigentum oder Miteigentum an einem im Inland gelegenen, zu eigenen Wohnzwecken genutzten Haus oder Eigentumswohnung (Familienwohnheim) verschafft oder den anderen Ehegatten von eingegangenen Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Anschaffung oder der Herstellung des Familienwohnheims freistellt. Entsprechendes gilt, wenn ein Ehegatte nachträglichen Herstellungs- oder Erhaltungsaufwand für ein Familienwohnheim trägt, das im gemeinsamen Eigentum der Ehegatten oder im Eigentum des anderen Ehegatten steht;
  • Zuwendungen unter Lebenden zum Zwecke des angemessenen Unterhalts oder zur Ausbildung des Bedachten;
  • die üblichen Gelegenheitsgeschenke.
  • Daneben gibt es weitere Steuerbefreiungen: Dem überlebenden Ehegatten steht im Todesfall z. B. ein besonderer Versorgungsfreibetrag in Höhe von € 256.000 zu. Kindern steht dieser Versorgungsfreibetrag ebenfalls gestaffelt nach Alter zu (siehe Erbschaftssteuerrechner).

Mehr Infos zum steuerfreien Wohneigentum ...

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Bewertung Erbschaftssteuer

Das Vermögen wird zum Zwecke der Erbschaftssteuer auf den Todestag wie folgt bewertet:

  • Barvermögen wird mit dem Nominalwert angesetzt.
  • Wertpapiere sind mit dem Kurswert anzusetzen.

Unternehmen und Anteile an nicht notierten Kapitalgesellschaften (insbesondere GmbH-Anteile) werden nach dem sog. Ertragswertverfahren bewertet. Hier finden Sie eine kostenlose online Unternehmensbewertung nach dem Ertragswertverfahren + Unternehmensbewertung nach dem Stuttgarter Verfahren.

 

Änderung der Verschonungsregeln für Unternehmensvermögen infolge des Urteils des BVerfG vom 17.12.2014 Definitionen: -„Begünstigtes Vermögen“: dient überwiegend der unternehmerischen Tätigkeit (Hauptzweck) - „Verschonungsabschlag“: Steuerbefreiung für begünstigtes Vermögen

I. Unternehmen mit bis zu 15 Beschäftigten und übertragenes begünstigtes Vermögen bis 26 Mio. Euro pro Erbe (bei Vorliegen bestimmter gesellschaftsrechtlicher Voraussetzungen bis 52 Mio. Euro pro Erbe)

bis 3 Beschäftigte

Regelverschonung

Haltefrist: 5 Jahre Keine Lohnsummenprüfung

Verschonungsabschlag: 85%

oder Optionsverschonung

Haltefrist: 7 Jahre Keine Lohnsummenprüfung

Verschonungsabschlag: 100%

4 bis 10 Beschäftigte

Regelverschonung

Haltefrist: 5 Jahre Lohnsumme: mind. 250 %

Verschonungsabschlag: 85%

oder Optionsverschonung

Haltefrist: 7 Jahre Lohnsumme: mind. 500 %

Verschonungsabschlag: 100%

11 bis 15 Beschäftigte

Regelverschonung

Haltefrist: 5 Jahre Lohnsumme: mind. 300 %

Verschonungsabschlag: 85%

oder Optionsverschonung

Haltefrist: 7 Jahre Lohnsumme: mind. 565 %

Verschonungsabschlag: 100%

II. Unternehmen mit über 15 Beschäftigten und übertragenes begünstigtes Vermögen bis 26 Mio. Euro pro Erbe (bei Vorliegen bestimmter gesellschaftsrechtlicher Voraussetzungen übertragenes begünstigtes Vermögen bis 52 Mio. Euro pro Erbe)

Regelverschonung

Haltefrist: 5 Jahre Lohnsumme: mind. 400 %

Verschonungsabschlag: 85%

oder Optionsverschonung

Haltefrist: 7 Jahre Lohnsumme: mind. 700 %

Verschonungsabschlag: 100%

III. Übertragenes begünstigtes Vermögen über 26 Mio. Euro pro Erbe (bei Vorliegen bestimmter gesellschaftsrechtlicher Voraussetzungen übertragenes begünstigtes Vermögen über 52 Mio. Euro pro Erbe)

Wahlrecht -Alternative I: Individuelle Verschonungsbedarfsprüfung

Haltefrist: 7 Jahre Lohnsumme: mind. 700 % 4 bis 10 Beschäftigte: 500 % 11 bis 15 Beschäftigte: 565 %

Erlass der Steuer, soweit Steuerschuld nicht aus 50 % des verfügbaren Vermögens beglichen werden kann (d. h. vorhandenes nicht begünstigtes Vermögen einschl. Privatvermögen und mit dem Erbe bzw. der Schenkung übergegangenes nicht begünstigtes Vermögen)

Wahlrecht -Alternative II: Verschonungsabschlagsmodell

Regelverschonung

Haltefrist: 5 Jahre Lohnsumme: mind. 400 % Bis 3 Beschäftigte: keine Lohnsumme 4 bis 10 Beschäftigte: 250 % 11 bis 15 Beschäftigte: 300 % (vgl. I.)

Verschonungsabschlag verringert sich schrittweise von 85 % auf bis zu 20 % um jeweils 1 % je 1,5 Mio. Euro, die der Erwerb über: -26 Mio. Euro liegt; ab 116 Mio. Euro gilt ein einheitlicher Verschonungsabschlag von 20 % -52 Mio. Euro bei Vorliegen bestimmter gesellschaftsvertraglicher Voraussetzungen liegt; ab 142 Mio. Euro einheitlicher Verschonungsabschlag von 20 %

oder Optionsverschonung

Haltefrist: 7 Jahre Lohnsumme: mind. 700 % Bis 3 Beschäftigte: Keine Lohnsumme Bei 4 bis 10 Beschäftigte: 500 % Bei 11 bis 15 Beschäftigte: 565 % (vgl. I.)

Verschonungsabschlag verringert sich schrittweise von 100 % auf bis zu 35 % um jeweils 1 % je 1,5 Mio. Euro, die der Erwerb über: -26 Mio. Euro liegt; ab 116 Mio. Euro einheitlicher Verschonungsabschlag von 35 % -52 Mio. Euro bei Vorliegen bestimmter gesellschaftsvertraglicher Voraussetzungen liegt; ab 142 Mio. Euro einheitlicher Verschonungsabschlag von 35 %

 

Siehe auch:

 

Erbschaftssteuer Immobilien - Immobilienbewertung

Immobilien sind nach dem für die Erbschaftssteuer vorgesehenem Ertragswertverfahren zu bewerten. Das Ertragswertverfahren ist in den erbschaftssteuerlichen Vorschriften für die Immobilienbewertung und der Wertermittlungsverordnung geregelt. Wichtiger Hinweis zur Immobilienbewertung: Seit dem 1. Januar 2009 kommt es - nicht nur in Berlin - in vielen Fällen zu einer Überbewertung von Immobilien. Aus diesem Grund biete ich eine kostenlose Überprüfung der Immobilienbewertung in Zusammenarbeit mit Sachverständigen an. Sie können selbst vorab kostenlos eine Immobilienbewertung online nach dem Ertragswertverfahren durchführen und mir diese dann übersenden. Ich prüfe dann kostenlos, ob ein Gutachten für Ihre Immobilie zu einer Erbschaftssteuerersparnis führt. Steuervorteile und Steuersparmöglichkeiten bei Immobilien gibt es speziell bei Denkmalimmobilien und Familienwohnheimen. Siehe auch Bewertung des Grundvermögens ...

Steuertipp: Kostenlose online Bewertung von Immobilien

 

Mehr Infos zur Erbschaftssteuer & Immobilien ...

 

 

Von der Erbschaftssteuer sind Nachlassverbindlichkeiten abzugsfähig

  • die vom Erblasser herrührenden Schulden;
  • Verbindlichkeiten aus dem Testament Vermächtnissen, Auflagen und geltend gemachten Pflichtteilen und Erbersatzansprüchen;
  • die Kosten der Bestattung des Erblassers, die Kosten für ein angemessenes Grabdenkmal, die Kosten für die übliche Grabpflege mit ihrem Kapitalwert für eine unbestimmte Dauer sowie die Kosten, die dem Erwerber unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses oder mit der Erlangung des Erwerbs entstehen. Für diese Kosten wird insgesamt ein Betrag von 10.300 Euro ohne Nachweis abgezogen. Kosten für die Verwaltung des Nachlasses sind nicht abzugsfähig.

 

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Steuerklassen Erbschaftssteuer

Die Steuerklassen entscheiden über die Höhe der Erbschaftssteuer. Nach dem persönlichen Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser oder Schenker werden die folgenden drei Erbschaftssteuerklassen unterschieden:

Erbschaftssteuerklasse I:

  • der Ehegatte,
  • die Kinder und Stiefkinder,
  • die Abkömmlinge der in Nummer 2 genannten Kinder und Stiefkinder,
  • die Eltern und Voreltern bei Erwerben von Todes wegen;

Erbschaftssteuerklasse II

  • die Eltern und Voreltern, soweit sie nicht zur Steuerklasse I gehören,
  • die Geschwister,
  • die Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern,
  • die Stiefeltern,
  • die Schwiegerkinder,
  • die Schwiegereltern,
  • der geschiedene Ehegatte;

Erbschaftssteuerklasse III:

alle Übrigen Erwerber und die Zweckzuwendungen.

Ein Ahnenforschungsprogramm zur Darstellung der verwandtschaftlichen Beziehungen können Sie kostenlos hier als Download erhalten.

 

Mehr Infos zu den Steuerklassen ...

 

Erbschaftssteuer Freibeträge

Steuerklasse

Verwandtschaftsverhältnis

Erbschaftssteuer Freibetrag Euro

I

Ehegatte

500.000

Kinder, Stiefkinder, Kinder verstorbener Kinder und Stiefkinder

400.000

Enkelkinder

200.000

Eltern und Großeltern bei Erbschaften

100.000

II

Eltern und Großeltern bei Schenkungen, Geschwister, Neffen und Nichten, Stiefeltern, Schwiegereltern, Geschiedene Ehegatten

20.000

III

alle übrigen Beschenkten und Erwerber (z. B. Tanten, Onkel); Zweckzuwendungen

20.000

III

gleichgeschlechtlicher Lebenspartner bei einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.

500.000

Steuertipp: Doppelten Freibetrag nutzen ...

Mehr Infos zu den Erbschaftssteuer Freibeträgen ...

 

Außerdem werden neben diesen Freibeträgen auch noch folgende Versorgungsfreibeträge gewährt:

Mehr Infos zu den Versorgungsfreibeträgen ...

 

Der Erbschaftssteuersatz:

Steuerpflichtiger Erwerb

Steuerklasse I

Steuerklasse II

Steuerklasse III

75.000  

7 %

30 %

30 %

300.000  

11 %

30 %

30 %

600.000  

15 %

30 %

30 %

6.000.000  

19 %

30 %

30 %

13.000.000  

23 %

50 %

50 %

26.000.000  

27 %

50 %

50 %

über 26.000.000  

30 %

50 %

50 %

 

Mehr Infos Erbschaftssteuersatz ...

 

Erbschaftssteuergesetz und Erbschaftssteuerrichtlinien

Die gesetzliche Grundlage für die Erbschaftssteuer finden Sie im Erbschaftssteuergesetz. Bitte beachten Sie, dass nicht nur an dem alten Erbschafssteuergesetz, sondern auch an dem neuen Erbschaftssteuergesetz erhebliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit bestehen. Es sind deswegen mehrere Finanzgerichtsverfahren anhängig. Es bleibt abzuwarten, wie der Bundesfinanzhof über die Verfassungsmäßigkeit des Erbschaftssteuergesetz urteilen wird. Die Erbschaftssteuer-Richtlinien behandeln Zweifelsfragen und Auslegungsfragen zum Erbschaftssteuergesetz, um eine einheitliche Anwendung des Erbschaftssteuerrechts durch die Finanzämter sicherzustellen.

Mehr Infos zur Erbschaftssteuer

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BVerfG-Beschluss zur „Erbschaftsteuer“

nach fast fünf Jahren hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) mit dem am 31. 1. 2007 veröffentlichten Beschluss v. 7. 11. 2006 zu einem Vorlagebeschluss des Bundesfinanzhofs Stellung bezogen. Darin haben die Verfassungsrichter radikaler als vielfach erwartet das Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz in seiner derzeitigen Ausgestaltung als verfassungswidrig verworfen. Nachfolgend informieren wir Sie über wichtige Einzelheiten der Entscheidung.

 

I. Die Entscheidung

Das BVerfG stellt in seinem Beschluss fest, dass die durch § 19 Abs. 1 ErbStG angeordnete Erhebung der Erbschaft­steuer mit einheitlichen Steuersätzen auf den Wert des Erwerbs verfassungswidrig ist. Denn sie knüpft an Werte an, deren Ermittlung bei wesentlichen Gruppen von Vermögensgegenständen (Betriebsvermögen, Grundvermögen, Anteilen an Kapitalgesellschaften und land- und forstwirtschaftlichen Betrieben) den Anforderungen des Gleichheitssatzes des Grundgesetzes nicht genügt. Der Gesetzgeber ist nun verpflichtet, spätestens bis zum 31. 12. 2008 eine Neuregelung zu treffen. Bis zur dieser Neuregelung ist das bisherige Recht weiter anwendbar.

Damit kommt es auch nicht zu einer Rückwirkung bei der Beurteilung bereits vollzogener Schenkungen oder erfolgter Erbfälle. Die auf allen Erbschaft-/Schenkungsteuerbe­scheiden der letzten Jahre angebrachten Vorläufigkeitsvermerke der Finanzverwaltung sind ohne rechtliche Bedeutung. Es besteht uneingeschränkter Vertrauensschutz.

 

II. Zweistufiges Verfahren: geänderter Maßstab für die zukünftige Bewertung

Ausgangspunkt der Entscheidung ist die Feststellung des BVerfG, dass auf der ersten Stufe – im Rahmen der Bewertung – alle Vermögensgegenstände in einem Annäherungswert an den gemeinen Wert (= Einzelveräußerungspreis) erfasst werden müssen.

Denn derzeit gilt, dass Wertpapier- und Barvermögen erbschaft- und schenkungsteuerlich mit dem Veräußerungspreis angesetzt werden, während z. B. bei Grund- oder Betriebsvermögen nur 20 % bis 80 % des wahren Werts bei der Ermittlung der für die Erbschaft- und Schenkung­steuer relevanten Bemessungsgrundlage Berücksichtigung finden. Die für erbschaft- und schenkungsteuerliche Zwecke anzuwendenden Bewertungsverfahren sind daher weit­gehend verfassungswidrig.

Hiervon ausgenommen sind einige Erwerbe, die schon bislang mit dem gemeinen Wert bewertet wurden: börsennotierte Anteile an Kapitalgesellschaften bzw. Anteile, deren Verkauf weniger als ein Jahr zurückliegt, Barvermögen, Wertpapiere und ausländisches Vermögen.

Der Gesetzgeber ist daher aufgefordert, ein neues Bewertungsverfahren für die folgenden Erwerbe vorzugeben:

  • Betriebsvermögen,
  •  nicht börsennotierte Anteile an Kapitalgesellschaften,
  • Grundbesitz sowie
  •  land- und forstwirtschaftliches Vermögen.

Darüber hinaus haben die Verfassungsrichter jedoch klargestellt, dass es dem Gesetzgeber auf einer zweiten Stufe – bei der Ermittlung der Steuerhöhe – weiterhin möglich ist, Verschonungsregelungen (durch einen differenzierten Steuersatz oder besondere Freibeträge) vorzusehen. Aufgrund der Bewertung mit dem gemeinen Wert drohende Steuermehrbelastungen sind daher nicht in jedem Falle zwingend. Liegen für eine Begünstigung ausreichende Gemeinwohlgründe vor, muss diese aber wiederum gleichheitsgerecht ausgestaltet sein, damit sie ausreichend zielgenau und innerhalb des Begünstigtenkreises möglichst gleichmäßig eintritt.

 

III. Einzelne Bewertungsverfahren auf dem Prüfstand

1. Betriebsvermögen

Nach der derzeitigen gesetzlichen Regelung werden die zum Betriebsvermögen gehörenden Wirtschaftsgüter mit ihrem Steuerbilanzwert angesetzt (§ 109 Abs. 1 BewG). Dies ist nach Ansicht der Verfassungsrichter nicht mit Art. 3 Abs. 1 GG vereinbar.

Hintergrund ist, dass beispielsweise durch die Wahl von degressiver oder linearer Abschreibung, Sofortabschreibungen oder erhöhte Absetzungen und Sonderabschreibungen sowie spätere Wertsteigerungen sog. stille Reserven gebildet werden, die bei der Bewertung des Betriebsvermögens nicht berücksichtigt werden. Darüber hinaus wird der Firmenwert nicht in die Bewertung mit einbezogen. Daraus folge regelmäßig, dass der Steuerwert gerade bei ertragsstarken Unternehmen weit hinter dem gemeinen Wert zurückbleibe, weil der den Wert bestimmende Faktor des Ertrags keine Berücksichtigung finde. Dies führe mit hoher Wahrscheinlichkeit – wenn auch nicht in allen Fällen – zu einem deutlich unter dem gemeinen Wert liegenden Steuerwert.

Da darüber hinaus auch ein Freibetrag in Höhe von 225.000 € sowie ein Bewertungsabschlag von 35 % gewährt werden, werden nach Ansicht des BVerfG Übergänge von kleineren und mittleren Betriebsvermögen weitgehend von der Erbschaftsteuer verschont und der Erwerb größerer Betriebsvermögen im Vergleich zu sonstigem Vermögen nur zu einem geringen Teil belastet. Die erzielte Begünstigungswirkung bewirke keine zielgerichtete und gleichmäßig wirkende Steuerentlastung. Sie trete vielmehr völlig ungleichmäßig und folglich willkürlich ein.

Der gemeine Wert von Betriebsvermögen ist nach der Entscheidung künftig nach der Ertragswertmethode unter Berücksichtigung des Substanzwerts zu ermitteln. Hierbei wird der aufgrund einer Prognose künftig erzielbare Ertrag mittels eines Kapitalisierungszinssatzes auf den Bewertungsstichtag abgezinst, wobei der Zinssatz sich nach einer Vergleichskapitalanlage bestimmt. Die Methode geht also davon aus, dass ein potenzieller Käufer den Kaufpreis danach bemessen würde, wie viel Kapital er anderweitig anlegen müsste, um denselben Ertrag zu erwirtschaften. Darüber hinaus werden die sog. Discounted Cash Flow-Verfahren zugelassen. Grundlage dieser Wertermittlungsmethode ist der geschätzte Barwert der künftig zu erzielenden Überschüsse des betriebsnotwendigen Vermögens.

 

2. Grundvermögen

Auch beim Grundvermögen genügt nach Ansicht des BVerfG die erbschaftsteuerliche Ermittlung der Bemessungsgrundlage bereits auf der Bewertungsebene nicht den Anforderungen des Gleichheitssatzes. Zwar räumt das Gericht ein, dass es für Grundvermögen keinen absoluten und sicher realisierbaren Marktwert gebe, sondern allenfalls ein Marktwertniveau, auf dem sich mit mehr oder weniger großen Abweichungen vertretbare Verkehrswerte bilden. Dabei sei von einer Streubreite von +/- 20 % der Verkaufspreise für ein und dasselbe Objekt auszugehen, innerhalb derer ein festgestellter Verkehrswert als noch vertretbar angesehen werde. Jedoch werde sowohl bei unbebauten als auch bei bebauten Grundstücken eine Annäherung an den gemeinen Wert nicht erreicht.

Bislang errechnet sich der Wert eines bebauten Grundstücks wie folgt: tatsächlich erzielte Jahresmiete multipliziert mit dem Faktor 12,5. Hierbei wird weder die Grundstücksart noch die Lage des Grundstücks berücksichtigt.

Bei der Ermittlung des Werts eines unbebauten Grundstücks nach der Rechtslage bis zum 31. 12. 2006, der dem BVerfG-Beschluss v. 7. 11. 2006 zugrunde lag, waren noch die Bodenrichtwerte von 1996 wesentlicher Faktor. Insoweit hat der Gesetzgeber jedoch bereits durch das Jahressteuergesetz 2007 geregelt, dass die Grundbesitzwerte künftig nach den Wertverhältnissen zum Besteuerungszeitpunkt festzustellen sind.

 

3. Anteile an Kapitalgesellschaften

Nach geltender Rechtslage ist bei der Bewertung nicht börsennotierter Kapitalgesellschaftsanteile das sog. Stuttgarter Verfahren anzuwenden. Das BVerfG hat nun dieses gesetzlich nicht geregelte, aber in der Praxis allgemein anerkannte Verfahren, als ungeeignete Wertermittlungsmethode gewertet.

 

4. Land- und forstwirtschaftliches Vermögen

In Bezug auf die Bewertung von land- und forstwirtschaftlichem Vermögen ist zwischen Betriebsteil, Wohnteil und Betriebswohnungen zu unterscheiden:

  •  Für die gleichheitswidrige Bewertung von Wohnteil und Betriebswohnungen verwies das BVerfG auf seine Ausführungen zum Grundvermögen.
  •  Hinsichtlich der Verfassungswidrigkeit der Bewertung des Betriebsteils stellt das Gericht darauf ab, dass Wertmaßstab hierfür nicht der gemeine Wert, sondern der Ertragswert sei. Allein dies stelle einen Verstoß gegen die Pflicht des Gesetzgebers zur folgerichtigen Ausgestaltung der Belastungsentscheidung dar und sei deswegen mit Art. 3 Abs. 1 GG unvereinbar.

Hinzu komme, dass der Wert der mit dem Betrieb in wirtschaftlichem Zusammenhang stehenden Schulden nicht in entsprechendem Umfang gekürzt werde, obwohl der sich aus Betriebsteil, Wohnteil und Betriebswohnungen zusammensetzende Grundbesitzwert des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs (§ 144 BewG) im Durchschnitt lediglich rund 10 % des Verkehrswerts erreiche. Der Abzug der Schulden mit ihrem Verkehrswert führe zu einem überproportionalen Verrechnungs- oder Begünstigungseffekt, durch den der „Nettowert“ des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens im Vergleich zu Vermögen, das mit dem gemeinen Wert bewertet wird, weiter abgesenkt werde.

 

Steuerberatung Testament (Berliner Testament) und Erbschaftssteuererklärung

Gerne berate ich Sie, wie Sie durch ein steueroptimales Testament Erbschaftssteuer sparen können (siehe auch Berliner Testament. Durch eine optimierte Übertragung des Vermögens kann man Erbschaftssteuer vermeiden oder reduzieren (Steuersparmodelle). Sie können die Erbschaftssteuererklärung auch selbst anfertigen. Hier finden Sie die Erbschaftssteuer Formulare. Sie sollten sich aber besser durch einen Steuerberater fachkundig beraten lassen. Die Steuerberatungskosten für die Erbschaftssteuererklärung können Sie mit dem Steuerberatergebühren-Rechner berechnen. Fordern Sie gleich meine Steuerberatung zu Ihrer Erbschaftssteuererklärung an:

Steuertipp: Erbschaftssteuer durch vorzeitige Schenkungen umgehen: ->Schenkungssteuer

Was sollten Sie bei einer Erbschaftssteuererklärung unbedingt beachten?

Hier finden Sie das Steuerformular für die Erbschaftssteuererklärung ...

E-Mail: Erbschaftssteuer@SteuerSchroeder.de

 

Hier finden Sie Antworten auf Ihre Fragen zur Erbschaftssteuer:

Steuertipp:

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