Was ist die Einkommensteuer?


Wer zahlt wieviel Einkommensteuer?

Wie wird die Einkommensteuer berechnet und was ist der Unterschied zwischen Einkommensteuer und Lohnsteuer?


Die Einkommensteuer besteuert das Einkommen von natürlichen Personen (Einzelpersonen und Mitunternehmer einer Personengesellschaft). Die Einkommensteuer wird entweder durch Steuerabzug erhoben (wie im Fall der Lohn- oder der Kapitalertragsteuer) oder durch Veranlagung festgesetzt. Wie viel Einkommensteuer zu zahlen ist, bemisst sich unter anderem nach dem im jeweiligen Kalenderjahr bezogenen zu versteuernden Einkommen (s.u.).


Inhalt:


Einkommensteuer
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Wer muss Einkommenssteuer zahlen?

Einkommenssteuer hat grundsätzlich jeder zu zahlen, der in der Bundesrepublik Deutschland seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Diese unbeschränkte Steuerpflicht erstreckt sich auch auf Einkünfte, die im Ausland erzielt werden, z. B. aus Ferienimmobilien oder Zinsen aus ausländischen Geldanlagen und der dortigen Einkommensteuer unterliegen. Mit zahlreichen Staaten bestehen aber inzwischen Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (DBA), welche die deutsche Einkommensbesteuerung einschränken. Steuerpflichtig sind auch Personen, die zwar nicht in Deutschland leben, aber inländische Einkünfte erzielen, wie z. B. Grenzpendler, die hier arbeiten.


Steuertipp: Steuerpflicht durch Wohnsitzwechsel vermeiden bzw. einschränken.


Von bestimmten Einkünften wird die Einkommensteuer grundsätzlich durch Steuerabzug (z.B. Lohnsteuer und Kapitalertragsteuer, Abgeltungsteuer, Abzugsteuern bei beschränkt Steuerpflichtigen) erhoben. Bei Arbeitnehmern wird die Einkommensteuer durch Abzug vom Arbeitslohn erhoben (Lohnsteuer).


Wie wird die Einkommensteuer erhoben? Die drei Erhebungsformen der Einkommensteuer

Die Einkommensteuer kennt drei verschiedene Erhebungsarten. Die Einkommensteuer wird grundsätzlich im Rahmen von Veranlagungen erhoben. Dies bedeutet, dass bei dem zuständigen Finanzamt Einkommensteuererklärungen eingereicht werden müssen. Daneben kann die Einkommensteuer aber auch durch Abzug von Löhnen oder Kapitalerträgen erhoben werden.


1. Veranlagung

Bei der Steuerveranlagung ermittelt das Finanzamt das zu versteuernde Einkommen auf der Grundlage einer Steuererklärung und setzt die darauf entfallende Einkommensteuer fest. Über die Ermittlung und Festsetzung erteilt das Finanzamt einen Steuerbescheid. Für die zu erwartende Einkommensteuerschuld sind unter Umständen vierteljährlich (zum 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember) Einkommensteuer-Vorauszahlungen zu leisten. Rechtsquelle: §§ 2, 36, 37 EStG.


Wann ist eine Einkommensteuerveranlagung durchzuführen?
Zu unterscheiden ist zwischen Arbeitnehmern und Personen, die im Veranlagungszeitraum keinen Arbeitslohn bezogen haben:

Arbeitnehmer

Bei Arbeitnehmern ist die Einkommensteuer grundsätzlich durch den Lohnsteuerabzug abgegolten. Wegen der Besonderheiten beim Lohnsteuerabzug ist aber oft die Summe der bei jeder Lohnzahlung einbehaltenen Lohnsteuerabzugsbeträge höher als die tatsächlich geschuldete Einkommensteuer. Aus diesem Grund können auch Arbeitnehmer eine Veranlagung zur Einkommensteuer beantragen (Antragsveranlagung). Ein solcher Antrag kann sich beispielsweise lohnen, wenn Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen sind, für die kein Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen worden ist. Der Antrag auf Einkommensteuerveranlagung ist durch Abgabe einer Einkommensteuererklärung innerhalb der nicht verlängerbaren vierjährigen Festsetzungsfrist zu stellen (Einkommensteuer-Antragsveranlagung 2017 also bis 31. Dezember 2021).


In bestimmten Fällen ist die Durchführung einer Einkommensteuerveranlagung zwingend vorgeschrieben (Pflichtveranlagung). Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn

  • die positive Summe der Einkünfte, die nicht dem Lohnsteuerabzug unterlegen haben, mehr als 410 Euro beträgt,
  • bestimmte Lohnersatzleistungen (zum Beispiel Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld und Elterngeld) von mehr als 410 Euro bezogen worden sind,
  • beide Ehegatten Arbeitslohn bezogen haben und einer von ihnen nach der Steuerklasse V oder VI besteuert oder bei Steuerklasse IV der Faktor eingetragen worden ist,
  • ein Arbeitnehmer gleichzeitig Arbeitslohn von mehreren Arbeitgebern bezogen hat oder
  • vom Finanzamt ein Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen worden ist (Ausnahme: Behinderten-Pauschbetrag).

Ihre persönliche Checkliste Steuererklärung.


Personen, die keinen Arbeitslohn bezogen haben

Alle übrigen Personen, die keinen Arbeitslohn bezogen haben, werden mit ihren steuerpflichtigen Einkünften zur Einkommensteuer veranlagt.


2. Lohnsteuerabzug

Bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit (Löhne, Gehälter und so weiter) wird die Einkommensteuer durch Abzug vom Arbeitslohn erhoben (Lohnsteuer). Mit dem Lohnsteuerabzug gilt die Einkommensteuerschuld als abgegolten, sofern nicht eine Veranlagung vorgeschrieben ist oder vom Arbeitnehmer beantragt wird. Bei der Veranlagung wird die einbehaltene Lohnsteuer auf die festzusetzende Einkommensteuer angerechnet. Rechtsquelle: §§ 38, 41a EStG, R 38.1 - 38.5, 41a.1, 41a.2 LStR.


3. Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer)

Bei Einkünften aus Kapitalvermögen (zum Beispiel Zinsen, Dividenden) wird die Einkommensteuer im Wege des Steuerabzugs erhoben. Die – auch als Abgeltungsteuer bezeichnete – Kapitalertragsteuer beträgt einheitlich 25 Prozent der Einnahmen (zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer). Mit dem Steuerabzug ist bei privaten Anlegern die Einkommensteuer auf die Kapitaleinkünfte „abgegolten“. Einkünfte, die dem Steuerabzug unterlegen haben, brauchen daher in der Einkommensteuererklärung grundsätzlich nicht mehr angegeben zu werden. Steuerbürger, die aufgrund ihres geringen Einkommens einen persönlichen (Grenz-)Steuersatz von unter 25 Prozent haben, können jedoch die Einbeziehung ihrer Kapitaleinkünfte in die Veranlagung beantragen, wenn dies zu einer niedrigeren Einkommensteuer führt. Die Einkünfte aus Kapitalvermögen werden dann nicht dem Steuersatz von 25 Prozent, sondern dem niedrigeren persönlichen Steuersatz unterworfen. Der Steuerabzug kann teilweise oder ganz vermieden werden, wenn dem Kreditinstitut ein Freistellungsauftrag erteilt oder eine vom Finanzamt ausgestellte Nichtveranlagungsbescheinigung vorgelegt wird. Rechtsquelle: §§ 32d, 43 – 45e EStG, R 44b.1, 44b.2, 45b, 45c EStR


Einkünfte, Einkommen, zu versteuerndes Einkommen

Grundbegriffe der Einkommensteuer: Im Sprachgebrauch der Steuergesetze ist das „zu versteuernde Einkommen“ etwas anderes als das tatsächliche Einkommen. Es ist in der Regel deutlich niedriger. Das zu versteuernde Einkommen wird von den Finanzämtern in einem mehrstufigen Verfahren ermittelt.


Schema zur Ermittlung des zu versteuernden Einkommen

 

Welche Einkommensarten müssen versteuert werden?

Ausgangspunkt sind die der Besteuerung unterworfenen „Einkünfte“, die im Gesetz genau aufgezählt sind. Dort werden sieben Einkunftsarten unterschieden, nämlich

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft,
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb,
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit,
  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit,
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen,
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und
  • sonstige Einkünfte im Sinn des § 22 EStG (zum Beispiel Renten).

Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§§ 13-14 EStG)

Land- und Forstwirtschaft ist die planmäßige Nutzung der natürlichen Kräfte des Grund und Bodens zur Erzeugung von Pflanzen und Tieren und die Verwertung der dadurch gewonnenen Erzeugnisse. Hierzu gehören auch Einkünfte aus Weinbau, Gartenbau und sonstigen land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen sowie Einkünfte aus Jagd im Rahmen eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft.


Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb (§§ 15-17 EStG)

Zu den Einkünften aus einem Gewerbebetrieb zählen z. B. die Einkünfte aus Handels-, Handwerks- und Industriebetrieben, aber auch die Gewinnanteile der Gesellschafter/innen einer Offenen Handelsgesellschaft, einer Kommanditgesellschaft oder einer anderen Mitunternehmerschaft. Zu den Einkünften der Mitunternehmerin oder des Mitunternehmers gehören Vergütungen für ihre oder seine Tätigkeit im Dienst der Gesellschaft oder für die zeitweise Überlassung von Wirtschaftsgütern. Hierzu zählen auch Zinserträge aus Darlehen, die sie oder er der Gesellschaft gewährt hat.


Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (§ 18 EStG)

Einkünfte aus selbstständiger Arbeit sind vornehmlich die Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit, also z. B. die selbstständige Berufstätigkeit der Ärztinnen und Ärzte, Architektinnen und Architekten, Steuerberater/innen, Wirtschaftsprüfer/-innen und Anwältinnen und Anwälte.


Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (§§ 19-19a EStG)

Zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit gehören alle Einnahmen, die einem Arbeitnehmer aus einem Dienstverhältnis zufließen. Arbeitnehmer sind Personen, die in öffentlichem oder privatem Dienst angestellt oder beschäftigt sind oder waren und die aus diesem Dienstverhältnis oder einem früheren Dienstverhältnis Arbeitslohn beziehen. Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit beziehen deshalb auch ehemalige Arbeitnehmer, die nun Alters- oder Invaliditätsbezüge aus ihrem früheren Dienstverhältnis erhalten, sowie Hinterbliebene, denen Versorgungsbezüge aus dem Dienstverhältnis des Verstorbenen zustehen. Von den Versorgungsbezügen werden die Freibeträge für Versorgungsbezüge (Versorgungsfreibetrag und Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag) abgezogen.


Hinweis: Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind keine Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (s.u. sonstige Einkünfte). Lohnersatzleistungen, wie z. B. das Arbeitslosengeld I, sind steuerfrei. Sie werden aber bei der Ermittlung des Steuersatzes berücksichtigt (sog. Progressionsvorbehalt, § 32b EStG).


Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG)

Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören u. a.
  • Zinsen aus Forderungen (z. B. aus Sparguthaben, Darlehen,
  • Anleihen, Investmentfonds),
  • Dividenden aus Aktien,
  • Gewinnanteile aus einer GmbH oder Genossenschaft.

Ab dem 1. Januar 2009 ist die erhobene Kapitalertragsteuer auf Kapitaleinkünfte mit abgeltender Wirkung - man spricht deshalb von der Abgeltungsteuer. Seit 2009 werden die Kapitalerträge pauschal mit einem Steuersatz von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert. Die Abgeltungsteuer bzw. Kapitalertragsteuer fällt allerdings nur dann an, wenn der Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro für Ledige bzw. 1.602 Euro für Verheiratete überstiegen wird oder wenn keine Nichtveranlagungsbescheinigung vorgelegt wird.


Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG)

Zu versteuern sind die Einkünfte aus der Vermietung oder Verpachtung von Grundstücken oder Grundstücksteilen. Sie werden ermittelt, indem die Miet- oder Pachteinnahmen für ein Haus, eine Wohnung, Geschäftsräume, Lagerflächen usw. um die zugehörigen Werbungskosten, wie Abschreibung, Darlehenszinsen oder Betriebskosten vermindert werden. Dagegen zählen die Einnahmen aus der Vermietung beweglicher Sachen, z. B. die Einnahmen eines Autovermieters, nicht zu dieser Einkunftsart. Der Nutzungswert der eigenen Wohnung wird nicht besteuert.


Sonstige Einkünfte (§§ 22 und 23 EStG)

Zu den sonstigen Einkünften gehören u. a. Einkünfte aus bestimmten wiederkehrenden Bezügen, Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, sonstige – insbesondere private – Leibrenten, Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen (sog. Riester-Rente) und aus der betrieblichen Altersversorgung, Einkünfte aus Unterhaltsleistungen (soweit der Geber sie steuerlich absetzen kann), die Diäten der Abgeordneten und Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften.


Ab dem Jahr 2005 hat sich die Besteuerung der Renten aus den gesetzlichen Rentenversicherungen, den landwirtschaftlichen Alterskassen und den berufsständischen Versorgungseinrichtungen geändert. Diese Renten werden mit einem vom Jahr des Rentenbeginns (Kohorte) abhängigen Besteuerungsanteil steuerlich erfasst. Der Besteuerungsanteil beträgt bei Rentenbeginn in 2005 oder früher 50 % und steigt bis zum Jahr 2020 jährlich um zwei Prozentpunkte, von da an bis zum Jahr 2040 jährlich um einen Prozentpunkt auf 100 % an. Auf dieser Basis wird dann ein steuerfreier Teil der Rente berechnet und auf Dauer festgeschrieben.


Insbesondere Leibrenten aus privaten Versicherungen und Renten aus der betrieblichen Altersversorgung, bei denen die Beiträge individuell oder pauschal versteuert wurden, werden mit dem Ertragsanteil erfasst. Die Höhe des steuerpflichtigen Ertragsanteils richtet sich nach dem Lebensalter des Rentenberechtigten zu Beginn des Rentenbezugs. Hat der Rentenberechtigte z. B. bei Beginn der Rente das 60. Lebensjahr vollendet, dann beträgt der Ertragsanteil 22 %. Leistungen aus einem zertifizierten Altersvorsorgevertrag oder einer betrieblichen Altersversorgung werden – soweit sie auf steuerlich gefördertem Kapital beruhen (steuerfrei, Zulage, Sonderausgabenabzug) – in vollem Umfang besteuert.


Was ist mit Erbschaften, Schenkungen und Gewinnen?

Einkünfte, die nicht durch Beteiligung am wirtschaftlichen Verkehr in Erwerbsabsicht erzielt werden, z. B. Erbschaften, Schenkungen, Gewinne aus Spiel und Wette, Selbsthilfearbeiten (Nachbarschaftshilfe), unterliegen nicht der Einkommensteuer – teilweise aber anderen Steuerarten wie z. B. der Erbschaft- und Schenkungsteuer.


Wie werden die Einkünfte ermittelt?

Einkünfte sind bei Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständiger Arbeit der Gewinn, bei den anderen Einkunftsarten der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten. Daher spricht man auch von „Gewinneinkünften“ und „Überschusseinkünften“. Hinweis: Einkünfte können auch negativ sein, also Verluste darstellen, die die Steuerbelastung mindern.


Gewinneinkünfte

Bei den sog. Gewinneinkunftsarten werden die Einkünfte (§ 2 EStG) als Gewinn ermittelt. Es sind dies die Einkünfte aus

  • Land- und Forstwirtschaft,
  • Gewerbebetrieb,
  • selbstständiger Arbeit.

Der steuerliche Gewinn kann auf dreierlei Weise ermittelt werden: durch


Wann muss der Betriebsvermögensvergleich (Bilanzierung) angewendet werden (§ 4 Abs. 1 EStG)?

Der Gewinn definiert sich hierbei als Differenz zwischen dem Betriebsvermögen am Ende des Wirtschaftsjahres und dem Betriebsvermögen am Ende des vorangegangenen Wirtschaftsjahres. Zu diesem Unterschiedsbetrag muss müssen noch Entnahmen aus dem Betriebsvermögen im Laufe des Wirtschaftsjahres hinzugerechnet und Einlagen abgezogen werden. Der Betriebsvermögensvergleich ist die gesetzlich vorgeschriebene Gewinnermittlungsmethode für Gewerbetreibende sowie Land- und Forstwirte, die nach handelsrechtlichen Vorschriften oder nach der Abgabenordnung verpflichtet sind, Bücher zu führen und Bilanzen zu erstellen (siehe auch Bilanzierungspflicht). Werden freiwillig Bücher geführt und Bilanzen erstellt, ist der Besteuerung grundsätzlich ebenfalls der durch Betriebsvermögensvergleich ermittelte Gewinn zugrunde zu legen.


Wann kann die Einnahmenüberschussrechnung angewendet werden (§ 4 Abs. 3 EStG)?

Diese vereinfachte Methode der Gewinnermittlung kann die oder der Steuerpflichtige anwenden, wenn er nicht zur Buchführung verpflichtet ist und auch freiwillig keine Bücher führt. Dies trifft hauptsächlich auf freiberuflich Tätige, kleinere Gewerbetreibende und bestimmte Formen der Land- und Forstwirtschaft zu. Die Methode stellt die Einnahmen eines Betriebes den Ausgaben gegenüber – die sich daraus ergebende Differenz ist der Gewinn. Als Betriebsausgaben gelten dabei alle Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind (§ 4 Abs. 4 EStG). Für diese Gewinnermittlung ist ein amtlich vorgeschriebener Datensatz (Vordruck Anlage EÜR) zu verwenden, in dem die notwendigen Angaben zu Einnahmen und Ausgaben einzutragen sind. Der Datensatz ist grundsätzlich elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln.


Wer kann die Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen anwenden (§ 13a EStG)?

Diese Methode gilt für bestimmte Land- und Forstwirte vorrangig. Der Gewinn wird pauschal nach bestimmten Merkmalen ermittelt, die in § 13a Abs. 3 EStG gesetzlich geregelt sind.


Wie werden die Einkünfte als Überschusseinkünfte ermittelt?

Einkunftsarten, die nicht zu den Gewinneinkunftsarten zählen (also alle außer Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständiger Arbeit), sind Überschusseinkünfte. Die Einnahmen abzüglich der Werbungskosten ergeben diese Überschüsse. Zu den Einnahmen zählt alles, was an Geld oder geldwerten Gütern eingenommen wird (also auch Sachzuwendungen). Es sind nur die Einnahmen anzusetzen, die der oder dem Steuerpflichtigen innerhalb des Kalenderjahres zugeflossen sind (Zuflußprinzip).


Was sind Werbungskosten? Definition Werbungskosten: Werbungskosten sind alle Aufwendungen, die getätigt werden, um Einnahmen zu erzielen, zu sichern und zu erhalten (§ 9 EStG). Werbungskosten können teilweise als Pauschbeträge abgezogen werden, wenn sich keine höheren Aufwendungen nachweisen lassen. Zu den Werbungskosten bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit gehören z.B.:


Was bedeutet die Summe der Einkünfte und wie errechnet sich die Summe der Einkünfte?

Die Summe der Einkünfte ist der ermittelte Gewinn plus die Überschusseinkünfte aus den einzelnen Einkunftsarten. Verluste können innerhalb der jeweiligen Einkunftsart und darüber hinaus zwischen den einzelnen Einkunftsarten unbeschränkt ausgeglichen werden. Die Summe der Einkünfte ist ggf. noch um einen Altersentlastungsbetrag, einen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende oder einen Abzug für Land- und Forstwirte zu mindern. Das Ergebnis nennt man den Gesamtbetrag der Einkünfte.


Die Summe der Einkünfte, vermindert um den Altersentlastungsbetrag, den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende und den Abzugsbetrag für Land- und Forstwirte, ist der „Gesamtbetrag der Einkünfte“.


Altersentlastungsbetrag (§24a EStG):

Als Altersentlastungsbetrag werden bei Steuerpflichtigen, die vor Beginn des Kalenderjahres 2005 das 64. Lebensjahr vollendet haben, 40 % des Arbeitslohns und der positiven Summe der übrigen Einkünfte abgezogen – höchstens jedoch 1.900 Euro. Diese Prozentsätze und Höchstbeträge werden bis zum Jahr 2040 abgeschmolzen. Einkünfte wie Versorgungsbezüge oder Leibrenten bleiben bei der Bemessung außer Betracht, da sie bereits auf andere Weise steuerlich begünstigt werden (z. B. Versorgungsfreibetrag, Kohorten- oder Ertragsanteilsbesteuerung, Sonderausgabenabzug).


Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (§24b EStG):

Alleinerziehende erhalten bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen einen Entlastungsbetrag in Höhe von 1.308 Euro jährlich.


Freibetrag für Land- und Forstwirte (§ 13 Abs. 3 EStG):

Von den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft wird bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte ein Freibetrag von bis zu 670 Euro abgezogen. Bei Ehegatten, die zusammen veranlagt werden, verdoppelt sich dieser Betrag auf bis zu 1.340 Euro (§ 13 Abs. 3 EStG). Der Freibetrag entfällt, wenn die Summe der Einkünfte mehr als 30.700 Euro bzw. bei Ehegatten 61.400 Euro beträgt.


Wie errechnet sich aus der Summe der Einkünfte das zu versteuernde Einkommen und welche Abzüge mindern das zu versteuernde Einkommen?

Das zu versteuernde Einkommen ist die Summe der Einkünfte bzw. der Gesamtbetrag der Einkünfte minus bestimmte Abzüge und minus Freibeträge für Kinder. Aus diesem zu versteuernden Einkommen ergibt sich die Höhe der tariflichen Steuerschuld nach Anwendung des Einkommensteuertarifs.


Der Gesamtbetrag der Einkünfte, vermindert um die Sonderausgaben und die außergewöhnlichen Belastungen, ist das „Einkommen“.


Folgende Abzugsmöglichkeiten gibt es:

  • der Verlustabzug,
  • die Sonderausgaben,
  • die Abzugsbeträge für selbst genutztes Wohneigentum,
  • außergewöhnliche Belastungen.

Was heißt Verlustabzug?

Bevor Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und sonstige Abzugsbeträge berücksichtigt werden, sind negative Einkünfte (Verluste) anzusetzen, die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte nicht ausgeglichen werden (§ 10d EStG) und deren Ausgleich oder Abzug nicht nach anderen Vorschriften ausgeschlossen ist. Sie können wahlweise zunächst in das dem Verlustentstehungsjahr vorausgegangene Jahr bis zu 511.500 Euro zurückgetragen (Verlustrücktrag) werden. Soweit sie in dem Vorjahr nicht abgezogen worden sind, sind sie zeitlich unbeschränkt auf die Folgejahre vorzutragen. Der Verlustvortrag kann im Vortragsjahr bis zu einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 1 Mio. Euro (zusammen veranlagte Ehegatten bis zu 2 Mio. Euro) unbeschränkt und darüber hinaus zu 60 % des diesen Betrag übersteigenden Gesamtbetrags der Einkünfte abgezogen werden (Verluste als Sonderausgaben). Der Abzug erfolgt vor den Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und sonstigen Abzugsbeträgen.


Das Einkommen, vermindert um die Freibeträge für Kinder und bestimmte andere Einkommensminderungen, ist das „zu versteuernde Einkommen“.


Dieses erst bildet die Bemessungsgrundlage für die tarifliche Einkommensteuer


Wie wird die Höhe der Einkommensteuer ermittelt?

Die Höhe der Einkommensteuer ermittelt sich aus einer Tarifformel, die im Einkommensteuergesetz geregelt ist (§ 32a EStG). Für die Einkünfte aus Kapitalvermögen gilt ein gesonderter Steuertarif in Höhe von 25 % (Abgeltungssteuer § 32d Abs. 1 EStG). Tipp: Die jeweils zu zahlende tarifliche Einkommensteuer für jedes zu versteuernde Einkommen kann mit dem Einkommensteuerrechner ermittelt werden.


Das zu versteuernde Einkommen ist wie folgt zu ermitteln:

1
Summe der Einkünfte aus den Einkunftsarten
2
=
S. d. E.
3
Altersentlastungsbetrag ( § 24a EStG )
4
Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ( § 24b EStG )
5
Freibetrag für Land- und Forstwirte ( § 13 Abs. 3 EStG )
6
+
Hinzurechnungsbetrag (§ 52 Abs. 3 Satz 5 EStG sowie § 8 Abs. 5 Satz 2 AIG)
7
=
Gesamtbetrag der Einkünfte ( § 2 Abs. 3 EStG )
8
Verlustabzug nach § 10d EStG
9
Sonderausgaben (§§ 10 , 10a , 10b , 10c EStG)
10
außergewöhnliche Belastungen (§§ 33 bis 33b EStG)
11
Steuerbegünstigung der zu Wohnzwecken genutzten Wohnungen, Gebäude und Baudenkmale sowie der schutzwürdigen Kulturgüter (§§ 10e bis 10i EStG, § 52 Abs. 21 Satz 6 EStG i. d. F. vom 16.4.1997, BGBl I S. 821 und § 7 FördG)
12
+
Erstattungsüberhänge ( § 10 Abs. 4b Satz 3 EStG )
13
+
zuzurechnendes Einkommen gem. § 15 Abs. 1 AStG
14
=
Einkommen ( § 2 Abs. 4 EStG )
15
Freibeträge für Kinder (§§ 31 , 32 Abs. 6 EStG)
16
Härteausgleich nach § 46 Abs. 3 EStG , § 70 EStDV
17
=
z. v. E. ( § 2 Abs. 5 EStG ).

1
Steuerbetrag
a)
nach § 32a Abs. 1, 5, § 50 Abs. 1 Satz 2 EStG

oder
b)
nach dem bei Anwendung des Progressionsvorbehalts ( § 32b EStG ) oder der Steuersatzbegrenzung sich ergebenden Steuersatz
2
+
Steuer auf Grund Berechnung nach den §§ 34 , 34b EStG

3
+
Steuer auf Grund der Berechnung nach § 34a Abs. 1, 4 bis 6 EStG
4
=
tarifliche Einkommensteuer ( § 32a Abs. 1, 5 EStG )
5
Minderungsbetrag nach Punkt 11 Ziffer 2 des Schlussprotokolls zu Artikel 23 DBA Belgien in der durch Artikel 2 des Zusatzabkommens vom 5.11.2002 geänderten Fassung (BGBl 2003 II S. 1615)
6
ausländische Steuern nach § 34c Abs. 1 und 6 EStG , § 12 AStG
7
Steuerermäßigung nach § 35 EStG
8
Steuerermäßigung für Stpfl. mit Kindern bei Inanspruchnahme erhöhter Absetzungen für Wohngebäude oder der Steuerbegünstigungen für eigengenutztes Wohneigentum ( § 34f Abs. 1 und 2 EStG )
9
Steuerermäßigung bei Zuwendungen an politische Parteien und unabhängige Wählervereinigungen ( § 34g EStG )
10
Steuerermäßigung nach § 34f Abs. 3 EStG
11
Steuerermäßigung nach § 35a EStG
12
Ermäßigung bei Belastung mit Erbschaftsteuer ( § 35b EStG )
13
+
Steuer auf Grund Berechnung nach § 32d Abs. 3 und 4 EStG
14
+
15
+
Nachsteuer nach § 10 Abs. 5 EStG i. V. m. § 30 EStDV
16
+
Zuschlag nach § 3 Abs. 4 Satz 2 Forstschäden-Ausgleichsgesetz
17
+
Anspruch auf Zulage für Altersvorsorge, wenn Beiträge als Sonderausgaben abgezogen worden sind ( § 10a Abs. 2 EStG )
18
+
Anspruch auf Kindergeld oder vergleichbare Leistungen, soweit in den Fällen des § 31 EStG das Einkommen um Freibeträge für Kinder gemindert wurde
19
=
festzusetzende Einkommensteuer ( § 2 Abs. 6 EStG ).

Wie verläuft der Steuertarif?

Wie viel Steuer auf das zu versteuernde Einkommen gezahlt werden muss, ergibt sich aus dem Einkommensteuertarif (§ 32a EStG). Er setzt sich aus verschiedenen Zonen zusammen:

  • dem Grundfreibetrag, auf den keine Steuer entfällt,
  • zwei linear-progressiven Zonen und
  • zwei Proportionalzonen.

Für über dem Grundfreibetrag ca. 9.000 Euro / 18.000 Euro (Einzel-/Zusammenveranlagung) liegende zu versteuernde Einkommen steigen die Steuersätze in zwei linearprogressiven Zonen von 14 % (Eingangssteuersatz) auf den Spitzensteuersatz von 42 % bei einem zu versteuernden Einkommen von 52.882 Euro / 105.764 Euro (Einzel-/Zusammenveranlagung) an. Ab einem besonders hohen zu versteuerndes Einkommen von 250.731 Euro / 501.462 Euro (Einzel-/ Zusammenveranlagung) steigt der Steuersatz um weitere 3 Prozentpunkte (Reichensteuer).


Tipp: Höhe der Einkommensteuer mit Einkommensteuerrechner online berechnen: Hier finden Sie unsere kostenlosen Einkommensteuerrechner, mit dem Sie Ihre Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer berechnen können.


Für die Einkünfte aus Kapitalvermögen gilt ein gesonderter Steuertarif in Höhe von 25 % (§ 32d Abs. 1 EStG), es sei denn, der Steuerpflichtige beantragt eine Einbeziehung dieser Einkünfte in den allgemeinen Einkommensteuertarif und dies führt zu einer niedrigeren Steuer (sog. Günstigerprüfung).


Wie wird die festzusetzende Einkommenssteuer berechnet?

Sind vom Einkommen die Freibeträge für Kinder abgezogen worden, ist das Kindergeld der Einkommensteuer in entsprechendem Umfang hinzuzurechnen. Verbleibt trotz der geleisteten Vorauszahlungen noch eine Einkommenssteuerschuld, muss diese mit einer Abschlusszahlung beglichen werden. Hat die oder der Steuerpflichtige zu viel gezahlt, wird diese Überzahlung erstattet (siehe Lohnsteuererstattung).


Auf die festgesetzte Einkommensteuer werden angerechnet:

  • die einbehaltene Lohnsteuer,
  • die einbehaltene Kapitalertragsteuer sowie
  • die für den Veranlagungszeitraum entrichteten Einkommensteuervorauszahlungen.

Ausländische Steuern, die der deutschen Einkommensteuer entsprechen und auf im Inland erfasste Einkünfte entfallen, können auf die deutsche Einkommensteuer angerechnet oder auf Antrag bei der Ermittlung der Einkünfte abgezogen werden (§ 34c Abs. 1 und 2 EStG). Mehr Infos unter Einkommensteuerermittlung.


Lässt sich die Progression mildern?

Sind im Einkommen außerordentliche Einkünfte enthalten, wird die darauf entfallende Einkommensteuer auf Antrag nach einer besonderen Fünftelregelung ermittelt (§ 34 EStG). Die für die außerordentlichen Einkünfte anzusetzende Einkommensteuer beträgt dabei das Fünffache des Unterschiedsbetrags zwischen der Einkommensteuer für das um diese Einkünfte verminderte zu versteuernde Einkommen (verbleibende zu versteuernde Einkommen) und der Einkommensteuer für das verbleibende zu versteuernde Einkommen zuzüglich eines Fünftels dieser Einkünfte. Hierdurch ergibt sich ein Steuervorteil durch Milderung der Progression.


Zu den außerordentlichen Einkünften gehören:

  • Gewinne aus der Veräußerung oder Aufgabe von Betrieben oder Mitunternehmeranteilen und von Vermögen, das der selbstständigen Arbeit dient (§ 14, §§ 16, 18 Abs. 3 EStG),
  • Entschädigungszahlungen im Sinne des § 24 Nr. 1 EStG, wie z.B. Abfindungen,
  • Vergütungen für mehrjährige Tätigkeiten.

Bei Betriebsveräußerungs- und Betriebsaufgabevorgängen kann alternativ dazu einmal im Leben ein ermäßigter Steuersatz in Höhe von 56 % des durchschnittlichen Steuersatzes auf den darauf entfallenden Gewinn beantragt werden, wenn

  • die oder der Steuerpflichtige das 55. Lebensjahr vollendet hat oder
  • im sozialversicherungsrechtlichen Sinne dauernd berufsunfähig ist und
  • der Gewinn 5 Mio. Euro nicht übersteigt.

In diesen Fällen ist jedoch mindestens der Eingangssteuersatz (mindestens also 14 %) anzusetzen.


Bei bestimmten außerordentlichen Einkünften aus der Forstwirtschaft können weitere ermäßigte Steuersätze angewendet werden (§ 34b EStG).


Für nicht entnommene Gewinne aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit kann ein begünstigter Steuersatz in Höhe von 28,25 % beantragt werden (§ 34a EStG). Bei späterer Entnahme dieser Gewinne erfolgt eine Nachversteuerung mit einem Steuersatz in Höhe von 25 %.


Wozu dienen die Einkommensteuertabellen bzw. Lohnsteuertabellen?

Aus den Einkommensteuertabellen können Sie die Einkommensteuer nach dem Grundtarif (Grundtabelle) bzw. Splittingtarif (Splittingtabelle) für zusammenveranlagte Ehegatten entnehmen. Zunächst müssen Sie das zu versteuernde Einkommen ermitteln und lesen dann aus der Steuertabelle die dazugehörige tarifliche Einkommensteuer ab. Lohnsteuerrechner mit dem Sie die Lohnsteuer für Ihre Steuerklasse aus der Tages-, Wochen-, Monats-oder Jahreslohnsteuertabelle berechnen können. Diese Tabellen sind nach Steuerklassen gegliedert und aus dem Einkommensteuertarif abgeleitet.


Einkommensteuererklärung

Der amtliche Vordruck für die Steuererklärung besteht aus einer Reihe von einzelnen Bögen, die sich nach den einzelnen Einkunftsarten gliedern und daher notwendigerweise nicht alle von Ihnen bearbeitet werden müssen. Ausfüllen müssen Sie aber auf jeden Fall den Hauptvordruck (Mantelbogen) mit den Angaben zu Ihrer Person, Identifikationsnummer, Steuernummer, Familienverhältnissen, Sonderausgaben (seit 2009 gilt für Angaben zu den Vorsorgeaufwendungen die Anlage Vorsorgeaufwand) und außergewöhnlichen Belastungen.


Für die einzelnen Einkunftsarten gibt es zusätzlich folgende Anlagen:

  • Arbeitnehmer füllen die Anlage N für Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit aus.
  • Gewerbetreibende füllen die Anlage G für Einkünfte aus Gewerbebetrieb aus. Bei einer Einnahmenüberschussrechnung und Bruttoeinnahmen von 17.500 Euro ist der Vordruck EÜR auszufüllen.
  • Freiberufler und Selbstständige füllen die Anlage S für Einkünfte aus selbstständiger Arbeit aus. Bei einer Einnahmenüberschussrechnung und Bruttoeinnahmen von 17.500 Euro ist der Vordruck EÜR auszufüllen.
  • Land- und Forstwirte füllen die Anlage L für Einkünfte aus Land-und Forstwirtschaft aus.
  • Sparer und Kapitalanleger füllen zusätzlich die Anlage KAP für Einkünfte aus Kapitalvermögen und für private Veräußerungsgewinne die Anlage SO aus.
  • Rentenbezieher füllen die Anlage R für Renten und andere Leistungen aus.
  • Haus- und Wohnungseigentümer mit vermieteten Objekten füllen die Anlage V für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung aus.
  • Darüber hinaus werden ausländische Einkünfte u. a. in der Anlage AUS, Angaben zu Kindern in der Anlage Kind und Unterhaltsleistungen in der Anlage U erfasst.

Zudem können Sie den zusätzlichen Sonderausgabenabzugsbe trag nach § 10a EStG für Ihre Altersvorsorgebeiträge mit der Anlage AV beantragen


Mehr Infos zur Einkommensteuererklärung finden Sie hier:


Siehe auch Einkommensteuererklärungen speziell für ...


Welche Veranlagungsarten gibt es bei der Einkommensteuer?

Folgende Möglichkeiten der Veranlagung bestehen:

  • Einzelveranlagung,
  • Zusammenveranlagung von Ehegatten,
  • getrennte Veranlagung von Ehegatten und
  • besondere Veranlagung für das Jahr der Eheschließung.

Grundsätzlich wird jede und jeder Steuerpflichtige mit seinem zu versteuernden Einkommen einzeln veranlagt. Ehegatten, die nicht dauernd getrennt leben, können zwischen der Zusammenveranlagung, der getrennten Veranlagung sowie – für das Heiratsjahr – der besonderen Veranlagung (§§ 26 bis 26c EStG) wählen.


Wie berechnet sich die Einkommensteuer bei zusammen veranlagten Ehegatten?

Bei der Zusammenveranlagung werden die von den Ehegatten erzielten Einkünfte zusammengerechnet. Die Einkommensteuer wird nach dem sog. Splitting-Verfahren ermittelt. Dabei wird die Steuer für die Hälfte des gemeinsamen Einkommens nach dem Einkommensteuertarif berechnet und sodann verdoppelt. Diese Veranlagungsart ist regelmäßig die günstigere, weil für die niedrigeren Einkommen auch ein niedrigerer Steuersatz anzuwenden ist.


Wie berechnet sich die Einkommensteuer bei getrennt veranlagten Ehegatten?

Getrennt veranlagt werden Ehegatten, wenn einer der Ehegatten diese Veranlagungsart beantragt. Hierbei werden jedem Ehegatten die von ihm bezogenen Einkünfte zugerechnet. Für die Berücksichtigung von außergewöhnlichen Belastungen gelten Besonderheiten. Die Einkommensteuer wird bei jedem Ehegatten nach dem Einkommensteuertarif berechnet.


Was bedeutet »besondere Veranlagung«?

Bei der besonderen Veranlagung für das Jahr der Eheschließung werden die Ehegatten steuerlich so behandelt, als ob sie diese Ehe nicht geschlossen hätten.


Wann müssen die Einkommenssteuervorauszahlungen geleistet werden?

Auf die voraussichtliche Einkommenssteuerschuld sind vierteljährlich, nämlich am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember, Vorauszahlungen zu leisten (§ 37 EStG). Dies stellt auch bei Selbstständigen eine zeitnahe Erhebung der Steuer sicher. Die Höhe der Vorauszahlungen setzt das zuständige Finanzamt durch Bescheid fest. Dabei orientiert sich das Finanzamt an der Einkommenssteuer, die sich bei der letzten Veranlagung ergeben hat. Sind die Vorauszahlungen nach Auffassung der oder des Steuerpflichtigen für das aktuelle Kalenderjahr zu hoch festgesetzt, weil sich wichtige Rahmenbedingungen verändert haben, kann sie oder er die Herabsetzung der Vorauszahlungen beantragen.


Welches Finanzamt ist zuständig?

Das zuständige Finanzamt ist in der Regel das, in dessen Bezirk die oder der Steuerpflichtige zum Zeitpunkt der Abgabe seiner Einkommensteuererklärung lebt. Bei mehreren Wohnsitzen ergibt sich die Zuständigkeit danach, wo die oder der Steuerpflichtige überwiegend wohnt. Bei einem Umzug sollte die bisherige Steuernummer bei der Abgabe der Einkommensteuererklärung dem neuen Finanzamt mitgeteilt werden.

Rechtsgrundlagen zur Einkommensteuer


Einkommensteuergesetz (EStG)

i.d.F. 23.12.2016

v. 08. 10. 2009 (BGBl I S. 3369, ber. I S. 3862) mit späteren Änderungen

Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV)

i.d.F. 23.12.2016

v. 10. 05. 2000 (BGBl I S. 718) mit späteren Änderungen

Einkommensteuer-Richtlinien 2012 (EStR)

v. 16. 12. 2005 (BStBl I Sondernummer 1/2005), geändert durch
Einkommensteuer-Änderungsrichtlinien 2008 (EStÄR 2008) v. 18. 12. 2008 (BStBl I S. 1017) und
Einkommensteuer-Änderungsrichtlinien 2012 (EStÄR 2012) v. 25. 3. 2013 (BStBl I S. 276)

Einkommensteuer-Hinweise 2015 (EStH)

i. d. F. des Amtlichen Einkommensteuer-Handbuchs 2015

Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:




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